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Full text of "Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins"

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Zeitschrift 
Geschichte des Oberrheins. 

Neue Folge. Band IX. 



Zeitschrift 



für die 



Geschichte des Oberrheins 



lierausgegeben 



Tou der 



ßadischen historischen Kommission. 



Neue Folge. Band IX. 

(D>r (MiMK Belhc 11. B>tnd.| 



3Ut Sfl Tafeln AbbUdnngen. 



Karlsruhe. 

J. Bielefeldes Verlag. 
1894. 



B. ''''' S3 °'" X 22/ia 



Inhalt. 



8*H* 

itnus» Politik im Jalire 15DU, von iUola Bollaendtr- ■ ■ I 

Mir; and der Bultttter GuauiilUiumorJ, von Karl Obser 49 
Mb FMlMLmng itr Flore« tcmpornm. von Rdnbolt Siecht, Cau- 
m wo Jtuu; Suukl Vvier iu ütrassburg , IS^Ü— 1444, mit- 

fdefU Too Richard Fester 79 

MüdM ÖM Mu-kgrAri-u WULielin tod üa>]«a>]liulfn uud Heiner 

FkaJIe, von A. roa Oechelh&aser (dazu Tafel 1— XI) ... U6 
DCb CaleAttte zo Konstui/, ihr Buch nud ihre Keicltea, von L. 

Kln»tt (Jmu T»fe] Xll— Xt\') IM 

Zar OtruiA des Rr^na ton Prüm und deu Aauales Metlenaes, 

«W iVWhUtf rOfi SlBMD 215 

badäcltcr FOrvtm oDd FOntiitoeu tu Rum, von Frlc* 

*tcfe fM Veach 221 

4taiO«s(mbicliet KJoilerleben. (I'rotocollam tiengeiiliftcease) 

(ScUnaS *oa rrtti BaiBiartii 240 

nd GfiUr drr DouproiMtei von Konstanz in Coltnar und 

UapffniL voD tag»! Waldnar 360 

Ob BitotiiKlrFh, drr rhcnali^a rratDooelnteoser-Abt«! Altcr- 
ktO««» «iif dem Schrarewabl, von FTdaX Jlkob Schmitt 

(4m Tafel XV) 274 

tal ünsfak, nach «etaem Leben und litterarisclieQ Wirken gc- 

rtiiiiit «fu r. ▼. t. Both 3M 

IblllBiM l'rkuiidai für S(. ^lejihan in Straeabtirg. von Wllhaln 

VhflU (dan TaM XVI) . 3B9 

tt( tfanfchriftwi «od Ulridi Ricbentabi Chronik dt« Konetaiuei; 

Komik, Ton Sa4oir K»tu«k (dazu Tafel XVII-XXl) . . 44a 
ivmria> ofipidum Arfjrntaria, caatrum Argentan«nt»e und 

OIb*, nv I«Ibo Ffanoeaschnld 497 

aar Gflarhicbta der tuilUrhen Ijmdtage xnn IBin— 1845^ 
■ilCMcat nnd eingelÄt^t von Friedlich roD W««cb. . . - 681 
Bcnftuff nadi Ütnisburg von lai Leox ..... Ü39 
TmhcIi 4tf Stadt StrMihurf nm Aufnahme in den eidj^nössi. 
■ha Bad 1664— 86w Ua» Bündaii SJttMabargi mit Zflricb 

Md Bob 181», TOD ib|f labtar 68S 

feHkMHt im XTX. Jafarhund><ru in Freiburg, von Karl 
Mtalir (dun Tütl XXU) 605 



VI 

Hiscellen. scii» 

Ldmesuntersuchung in Baden, von Karl Schmuchor ... 17S 
Verbrüderuugsbrief zwischen dem Kloster Murbacli undLuzeuil 

1234, mitgeteilt von H. Pfannenscbmld 175 

Zu Nikolaus von Butrinto, von Alexander CarteHler! ... 321 
Badische Erbansprüclie auf die Pfalz vor dem Eonstanzer 

Konzil, yon Rlcbard Fester 323 

J. G. ScbloBsers Cirkularkorrespondenz , von HelDfich Fanck 825 

Zum BappoltsteiDischen Urkundenbuch, von H. Bresslaa . . 326 

Zum Itinerar Karle des Grossen, von Bembard T- SfmsoD . 516 
Zu den Besuchen badiscber Fürsten und Fürstinnen in Rom, 

von Friedrich 7. Weech 516 

Ein Steckbrief aus dem fOnfzehnten Jahrhundert, von Hein- 
rich Witte 517 

Studierende in Dillingen 1599, von Friedrich T- Weech . ■ 518 

Zu Matthias und Caspar Beraegger, von K- Jaccb .... 619 

Über den ländlichen Hausbau in Baden, von Aloys Schulte . 712 
Der Meister des Langhauses des Strassburger Münsters, von 

Alors Schalte 715 

Ein Brief aus dem Feldlager vor Neuss 1475, von J. Weiss . 71B 
Die sogenannte Strassbui^er Legende vom Jahre 1552, von 

Gottlob Egelhiaf 722 

Litteratumotizen 176, 326, 526, 725 

ßadische Geschichtslitteratur des Jahres 1893, zusammengeetcllt 

von Peter Albert 350 

Elsässische Geschichtslitteratur der Jahre 1892 und 1893, unter 
Mitwirkung von ErDSt Marckwald zusammengestellt von Bans 
Witte 527 

Entgegnungen, von Professor Dr. Arthur BOhtlinsk und Archiv- 
rat Dr. Karl Obser in Karlsruhe 378 

Berichtigung 388 



Hitteilnngen der bad. hlBtorlsohen KonunlBBlon ITo. 16. 

Bericht über die Xu. Plenarsitzung am 23. und 24. Oktober 1893, 

erstattet von dem Sekret&r der Kommission ml 

I. Archivalien aus Orten des Amtsb^Kirkü Boondorf: 

A. Verzeichnet von dem Pfleger Landgerichtsrat Adolf 
Blrkenmajer in Waldshut. 

B. Verzeichnet von dem ehemal. Pfleger Notar Matth. 
Dietrich in Stahlingen ml6 

n. Arcbivalien ans Orten des Amtsberirks Engen, verzeichnet 
von dem Pfleger Pfarrer K. Ses^er in Baithaelach . . . m28 



vn 

Anttnüi«!) aoi OrlKn (|«a AiDtsb«zirkt> KonsUiu'.: 

A. VfnridiDet toq «loto ehcmkl. Pfleger Pfarrer Jwa^h 

Sbanbirg in BU'ihin^ni. 
li. Yrrwidiiiet vi.u tlcoi cbeniL Pfleger Pfarrer Hatcrt 

■iitertt in Riebwinffen. 
C. Virwkbn«! von dem Pä^er Prof. a. D. Fr- Sb9l«U 

ig KoDbtaas n3>i 

ArdiirtÜea ans Orten des AmUbcstlrks SlMlcurh, r^r. 
_ avkfaiel Too dem etiemal. l*fl«ger Pfarrer Sari Seflgcr 

^K ti BklUuulteh n4l 

^VT. ArcläTiilien tmi Ottea de< AmUbocirki Cberlinfttii, rer- 

I ari^not T. d. ehem. Pfl<^er Pfarrer ZiTor Odr^ in Owiagun mi? 

n. Ardnrmlini aus Orten des Amtabisirks Mnllüclin: 
I A. Vetxci<'-Iip«l fOD dem etirm. Pfloj^r rfAmr Albert 

^H Jiltu Slirerl ■ nS2 

^H B. VenxichnM foo d«tn Pfleger Prof. Albert fliaxi in 

^V Mtdlheim m&ft 

jVbridimi und Berklili^aK m5G 

lilL Vtnctdiais d«r in dem FamiUenu-cbiT der Fnäberrcn 
Rntder tiiq Dicrvburg in ßsuVo etitbalteneo Archiralien, 
aaffcfcnifft vaa Dr. flago Iseiturt in Karlüniht« . . m57 

Tin. Ardtirmlifn na» Orlr-n de« Antabcurhs Triberg. r«r- 
Mklmrl TOD dem ehcmaJ. Pfleger PfiuTer C- lAttlg in 

KonUcIi nill6 

DL ArtUrmUsD tui Orten des Amubezirks LOrracli , ver- 
iiiflmiii Toa den Pfleger l'mf. Seorg Frledr. Unleln in 

Utencfa nil20 

'X. Ardinfien lui Orten des Aintsbeiirln Arhern, -ver- 
tflrlmri loa den Pflcp'r gHslI. Lelirer I>r. HeriniiiD 

IcUftdler in Swbach ... (dI21 

ArrMtiJl'-n so« Orfn dn AmUbczirlcB Bn'Uadi, ver- 
Mkhnrt Tnn dem I'fleger Unhrerntiubibliolhcksr Dr. 

hMltU Pfsff in Freilxinr tnl36 

Ar<'liiT4Ucn tu Orten de« Amtibezirk^ Dnrlnrhr 

A. Vtrtäcfcnvt von dem f Ptleger Prof K- 6. Fecfct - . ni 129 

B. Varadchnct toa tlcn ebcmsl. PScgcr I*ro0mnasiams- 
«rdtlor Dr. Adolf BAchle in Dnriach ...... ml 34 

Arrhinltni sos Orten dot Amt«))Mirki ERimenfinpn, ver- 
Mitlmei TOO di^m ehvmiU. Pllcger, jelxigen Bezirksdele- 
^erta«, Prot H. ■»nr io Munhofan n)lS6 

f. ArddnBtti wo Orten des AnUbrnrlt^i KHtl, vcrKeicImet 
IM 40B dtMsal. Pfleger PfiirrcT iUred Leitx in Wiedocb mlfle 

r. AfddfsHCB sw Orten iles .Amlsbrziikii Schopriioim, ror- 
wätkml Toa den POeger l'ntt. fistrg Frl«4rkb Eoilsll 

inlämeh m]89 

' u KU« Ort*n tle» Aiiit>l>i-^irka Eborliacb. vr- 
I <'n iWm ebrau) ['llrsfr Ol>«rftntnt&nn WllkslB 
fftWl»l" In ThirUrh 11146 



vin 

8«lt« 

XVII. ArchiTalien ans Orten des Amtsbezirks Wertheim, ver- 
zeichnet von dem t Pfleger Arcbivar Dr. Ktrl WBgB«r- ml48 
XVIII. Archivalien aus Orten des Amtebezirks Mesakirch, ver- 
zeichnet TOn dem Pfleger Pfarrer Leopold Scbappacher 

in Henningen ml49 

XIX. Archivalien aas Orten des Amtsbezirks Wol&cb: 

A. Verzeichnet von dem Pfleger, P&rrer C- Dtmal in 
Steinach . ml62 

B. Verzeichnet von dem Bezirksdelegierten Prof. Dr. 
Christian Roder in Rastatt mlS9 

XX. Archivalirn aus Orten des Amtsbezirks Freiburg, ver- 
zeichnet von dem Pfleger Universitätsbibliothekar Dr. 

Friedrich Pfaf in Freiburg ml69 

XXI. Archivalien aas Orten des Amtsbezirks Schwetzingen, ver- 
zdchnet von dem Pfleger Prof A. Ferd. >alar, Vorstand 
der Höh. BQi^erschule in Schwetzingen mlGO 



Tafelu. 

I. Markgraf Wilhelm von W. Vaillant. 
n. Markgraf Ferdinand Maximilian von demselben, 
m. Markgr&fin Lndovica Christina von demselben. 
IV. Markgraf Leopold Wilhelm von demselben. 
V. Markgräön Sylvia Katharina von demselben. 
VI. Markgraf Hermann von demselben. 
Vn. Markgr&fin Katharina von demselben. 
Vm. Markgrafin Anna von demselben. 
IX. BÜdniss eines Unbekaonten, von demselben. 
X. Markgraf Wilhelm von M. Merian d. J. 
XI. Markgr&fin Maria Franziska von demselben. 
Xn. Steinmetzzeichen Konstanz. 

Xm. „ Meersburg, Salmannsweiler und Badolfzell. 

XIV. , Überlingen. 

XV. Grondriss von Kirche nud Kloster Allerheiligen i. Schwarzwalde. 
XVI. Schriftproben zu Wiegand: Die ältesten Urkunden für St. Ste- 
phan in Strassborg. 
XVn. Aus der Konstanzer Richeotal- Handschrift (E-): Zusammenkunft 

in Lodi. 
XVm Ans derselben: ßelehnung des Burggrafen Friedrich von Nürn- 
berg mit Brandenburg. 
XIX. Aas der Wiener Handschrift (W.): Zusammenkunft in Lodi. 
XX. Ans der Karlsroher Handschrift (£.): Zusammenkunft in Lodi. 
XXI. Aas derselben: Einholung des KOnigspaares. 
XXn. Rekonstruktion der südwestlichen Ecke des Ijettners im Münster 
zu Freibuig. 



~^^^^v 


» J 


)UUrb«tt«r ihws Bandes der Zellsdirlft. ^^| 


AtWtT. Dr. I'twr, Stailurchiw. 


Freiburg L Br. ^^^| 


BuoHJURKS. Dr Piiti, Profeoor. 


^^^^^H 


Saga, Dr. Ilebmcli, Comniutspnifeawr. 


BueL ^^1 


CiBnuiBU. Dr. Atexasder. 


Euknibe. ^^^H 


SonjiKAr. Dr. GotUob, Proftnor. 


Stuttgart. ^^^^H 


Pnnft. Dr. Hichiinl, Prinulozeat 


MOnclieii. ^^^^^1 


F»cx. Uwbcb, ProfcoMr. 


6«nMbicb. ^^^^H 


tbkCrr, Dr. llenaEo, Oberbililiothekar. 


OieBsrn. ^^^H 


ELnxmn. Dr. Annüo, Professor. 


Struibarg. ^^^| 


iKus. 1>r K- 


^^^^^^1 


KACTum, Dr. Rndolt. 


Halle. ^^H 


KiJtni, A. DnltAo 


Hacknang. ^^H 


Los, Dr. Jlu. Uniraoiatiprofiwor. 


BerliD. ^^1 


ItABcavALb, Dr. Ernst 


Straasbarg. ^^^| 


Jlsntn, Dr- Alojrs 


Hdacheo. ^^^^^H 


Omam, D>. Kul. Arcbimtt 


ICarlarube. ^^^^^H 


VW OcnnaAABrfrKB, Dr A , ProfesBor «n der Tech- 


^^^H 


Btekaa BoduKbaJo. 


^^^^^^^^1 


Pr*«XK»rsiiu>. Dr Hdoa, Archtrrat, ArehiTclireklor 


^^^^^^1 


B«««n«Ba. Dr. M&k, Prof. &. d. Teebn. HoehschoJe 


Karlinih«. ^^^^^H 


Boa. F. W. £., Aichmr >. D. 


Qeiseiibeim. ^^^| 


Sousna, Dr. K&ri 


FVeibarg. ^^^| 


Sninn. fVaoi Jakob, Architekt. 


EarUmbe. ^^^| 


SBKOAca. Dr. Karl. 


StnaBburg. ^^^| 


*«»• ' Tm. Dr. Aloyi, UnirertiUluprofMwr. 


FVeiborg i. Br. ^^^H 


TtCHiBi Dr. KuL 


Karlsrubc. ^^^H 


las f*itlFfiT, Dr. Berahird, tJaiveniUiaproftaKr. 


Preiburg i Rr ^^^H 


WOiPintk, Dr. Gagm, Sudurchirar 


Colmar. ^^^H 


«w WaacB. Dr. friadrich, ArchlTdinkior. 


Earlsmbe. ^^^| 


Vmi, Dr. J«s., Artihhv. 


Wallorstcin. ^^^| 


Wfaauv. Pr- Wilhchit, AKbrnürckUtr, Pmfeasor 


Strauburg- ^^^H 


WnacKiWAVs. Dr. Otto, budurdiirir. 


^^^^H 


Tira, Dr. llkBB. 


^^^^H 


Wim. Dr. tWarkk, Profauor. 


SavMBD. ^^^1 


Redaktion. 


^1 


ProfcsBor Dr. Scrcltk. 


^1 


Eedaktionsaaäächa.oit. 


^1 


Arrhirrat Dr. Obser. Profeaur I>r. ScnrLT«. ^^H 


Ftnfemor V - ■ •. ArchiTdircklor Dr. 


V05 VCBOB. ^^H 


("roreeor Dr. \iaa\xo. ^^H 


Oafceims Uofru PniAaBor Dr. WtxRn,i 


^^^1 


^ ^^ 



Inhalt 



r^tr«»\]<tri(<i l*tiIitUl In Jalire ISnS, ti*m l'Mrvnr Dr. Atktli 
M&a«Bd«r tu KtruMkinr 

„. B ofcfcpfcrtf. I>rbr]- ikkI Jit lLjiit»llrr <M«'itll>tiiiii»pl. <on Arclgr. 

^ft rat Hr. Bari Db(>r m K-irl-ruli" - 

^^D^lTurtst'Uunx ^t Kli'iv« tnuiitmiiu, von lUinlMkU 8IkU, Can- 
^^^■lar TOD Jumr Hinkt Trln ia iHrunburg, IWVi -li44. »iu 

»BildntaMT «U« MtrkRnfc» Wilhelm *tm llNili-t..|Ufl«n »nii nr-inrr 
Vanilu* iniil rir I.>ihi>lfui-kul»ln), imi fnifHMir IV. A. m 
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VJM. inilaptt'ili Toii I>r. H. FfaBBaMchnMI. i-».i- ^'' li<>~- 
ral miO An Itit Jlrrktitr tu Colmar ITA 

IJUcralarnntbi'n )7<I 



VlICiiluoAtn d«r bftd. hl«t«ri»ehen KommlMton Ho. li. 
IlrrKitl uUt üli' MI. rii-itnt>i(xi)aM nm .'.1 uu<l :.M. 'liluWr li)l>3. 

rnt&IUl von Jotii iN'Lrcütr il<'r KoiiiiniMH>ii ml 

I. AT' liitilin Bui Orirn «]«• AruuWiiirk* Itmirnlorf. A.'Vtr< 
^ii'haci vrn d«]» l'flritrr iW hntj. hi>tnr. KnmitWeD 
Uii)tltfrritl<l«tji Adolf BlrkCDffltJler in Uitl'bliiiL. il. \'tr- 
ti-u litKt ti'u 'li'ut vlitinul. rilcfii T itrr btd. luitot Kom- 
iiii*lnn Nnttir Haltb. DIelrleb in MUlilmitfn. .... nIG 
11. AKtii*>li"< »IIa Ih-lrii ilirt AmlilM^rirk« Kiif^r«, vencHchoM 
von ilrn l'U^n^r «lor )iul. bntiT. Ki>ininikMo«i ITitrrv 

K- XmC» i" llutllioilit'li inK 

in. ArehlT^ra biu Orico Oe< An*uH<r(ir(i> K«n«Uti«. A. Vtr- 

■«•khiXl von ilcm clii-fBal. I'llf jcr lUr bul- hiilur. Kninnb» , 

•Ion rbrrcr JMfpl BlMl|l»«rr in UK-lkmgcn. It. Vcr- 
»eii'hiwi »Oh ilrtn otM'mil lllcitfT tlt-r liml. hamr. Kfun- 
BiMioa Cftrrrr Bibert WlBttnr in lliehuingvii. ('. Vcr* 
■«U'futot tO(i i]r"n rUc^tcr ilrr Iwil. Iiiatui. ]Viiiiitui>tirin 

|>r<^f. »■ [> ?r U>«)ell io Koiuil'nu ii)34 

IV. Arrhliftll« iiiii Orifu dp« ATntslifwrki Slmkat-I.. rer- 
Micboet foo dan elutiui. rUrgcr der bau. tiulor. Koa- 

miwloa Vbrrr. Iirl l*«(«r in ItAiihafiIa<'.li mll 

Vi ArchlTälien aua OrUii da« AmUbtfxirk« Cbcrlinffni, Tar- 
jAlcknet <roii dam cli'-niiil. Pfl«fi.T ilcr bad. biator. Korn- 
■lisaloa PfMTrr Xtfar Qdry «» Owingcn mil 



i 



Strufifiborgs Politik im Jabr« 1552. 

Voo 

Alkuin BolLwnder. 



ilichdera Ende April MfU in die UänHe An- Franzosen 
w»r. Überwhritl der KÖoig Heinrich II. in den ersteu 
des Mai die Voeesea und schlug in /ahem sein Haupt- 
auf, io JcT Hoffnunp, auch Strasi^^burf;, die „starke 
wer drs Ilheinstroms" in seinen Besitz hringen zu Icönnen. 
Ibe Bber. initachlositen, mit Gut uod Blut seine Unab- 
Itktit und Zugehörigkeit /nm tieiche zu behaupten. Ver- 
den Fmnxosen ileo verlangten Zutritt und bewilligte 
h-digUcb eine geringfügige Zahl Virtualim aus dem 
Kine Belngernng der Stadt aber tnusste dem 
«EMtrait'hl« ihrer festen Mauern, ihre« treHlichen Ge- 
tuid ilinrr ausebnlidien Heiwtzung aussichtslos er- 
uüen. So sütate er denn, ohne nur einen Anschlag auf 
imaaibafg xn vexsurhen , seinen Uecreszug Ober Uagenaa 
W«b»flburg foru<) 
Hier trufcn vcr«:biedene Dnistände zusammen, die ihn zum 
' it—wrhe aus (iem EIao.'*^ bewogen, vor allem die Nuehrteht 
itaiKin EinfaUo nieder lÜndiachiT Trupiien in das franzüsisrhe 

I Aaituhrljcti situ] dim« Vrtrgatigc gescbildcn in llollatiiiior, Stra8B< 
I n (hwi««tK'li<-ii linfgK 1&62 luitl »FJae StnsBbargrr Ijegnide". — 
Mip«flirbrr«iiiH> MÜuvilil K.t;i?lhiur, [h'uiflcl« (ietcbkrhte im 16 Jkhrh., 
«MtUdi : .Die Stnttbur)[i>r (eiiorUn auf die ui^ebticben Gesaudtei], 
■ii 3UJ tlft Dimrr T«rl(letd(>ien Salduen KinlaB begehnen, uni 
•nt, duB der K&iu^ kclhiit all üa&t ilirvH Hut» mit 40 KciUnt 
fluil bamt^f indem rr mich als GevAhranano nennt. wAhread gth 
Mh Ol >W ob« ftogt^hriifn Srbrirt. p &21 die Oruadlocigkcil 
aOgtatia ila neblig gutgenomtDCMi) Aogabeo dargctbiio 
Mc E^eOMaC kaan klemach nu^in voo ihin dUcrtes ßucb gar nicht 



.4.l»vTk. x.r. U. 1. 



1 



Strantiurip fttUiik I5.'i2. 

imcn »in miicliten-') Am (i. Juni erlitss daher Karl V. 
Stmashartr folgendes Sclireilwn: Er hätte vernoromen. daus 
Utr Kricgsvulk beurliiutwii und ilmi zukoinmeu lassen 
Itcn. Kr näru damit einverstanden; Claus von Hattstadt 
da)a<*lb4< eben*o wie ilii.- Bosnlziiiif; der anderen StHdte 
Oh«nt in DicuM und Bestallung iielimeu, der Graf von 
MoDtfort nad Kotenfels es muMem und ihm zurühren. Im 
igpu aber sollte sirli ^ln' Stadt in uutem Gewahrsam halten, 
ir den hoben ruem. lob und cer, bo ir ley uns und 
icniglich ewers wolhnllens ballien plllicli erlangt and 
ra habt, kundiiflich auch erlintien nmget.^)* 
Äl- ' Hiief am IS. Juni in Strassburg eintrifft, stellen 
Lh . : den Oherüten de.^halti zur Rede, der i>ich eot- 
i: Kr liStte airh nicht dennas^en erlKiteu, sümlem so 
it da« KriesaYolk beurlnnhen wollte, wären die ITaupt- 
tpnf^ willig, fs Jr. \:t. iuzufiihieii. Auch die Uaupileutc 
. man wolle sie an ihrer WolilfahrL nicht hindern, 
iier Ka( iMiheiot nicht ohne üruuU die Befürchtunt; gehegt 
n haben, durch TberloKsung Aks Mädiisdien Ki iegsrolkes an 
ieo Kab»*T den »hmdiin nuf die Reichsstadt erbitteiten fran- 
ttKürbro König, der durch seine dort belindliclien Agenten 
Iher alkr Voritiiiige in iler»elben jederzeit nuf das Gennnefllo 
MMiTichtet war. Yorwund /u feindlichen Sctiriiten zu gehen.'*) 
Man Biitworlele dahor dem Utiersten: Man wolle drei 
r«t.QlHn behalten, div Übrigen auf freien Fn$s stellen; sie 
a»w«od(enon. wem sie wollen, doch nicht unter meiner Herren 
F«hti«s. und da»» die liiirger in der Stadt blieben. Gleich- 
:r j teilte man dein Kaiser mit: Itereits vor Kmpfang seines 
-- ljr>'it)eDi hlittt' rnnn beschlossen, zur Kr leicht irnu^' der 
ir^xiTi'n l'nko>len drei Kähnlein zu beurlnubcii, die übriiuen 
int wOnlen »ie cem dem Haitiitjidt für den kaiserlichen Dienst 
tasUllen, kiinnten dicfu-lben itlver wejjen der noch immer 
toheiulen Kriegs^t^efohren vorliufiß nicht entlassen. 

Am 10. Juni wird die neurhiuhunu von drei falinicin 

(An ilir n.. K. Mt lÖ.V*, >ljii -i".!.) \^t KilImf 

lim 7. Jnni Ktfiisn wrr<l<>n UntprbiirwUuimvn 

«■ u«wnc /.-TD tun itubib utid ili-m ma Ibiuuull ^n ilcrer «o» 

■«■ai%4ii« otfhtia W, erwahot tKl^^niliL 15&] Juui li. iind 27.) — 

' •■■■ S«. AA. 57», — *) Vgl, HollMmliT, Eiof Sinw>Liin<<?r L*aeo<i* p. rt f. 

l» 



Inhalt 



■•Q««B4ffr In Sir«i>biir« 

fruAiMnc Dvhrf Null ilcr ILulailtirc t<t»HitiJii-M[iopl, vmi ArcUv- 



Df> III, rnti itrinhoM Slrclil, Cau- 

t*r Ton iUDf suniii i'i'ur m ätruwliiirg, I3(!«> 1(44, mit- 
rr-icilt 1 0D t'hi.'iitl" t-nl Dt Rlch4rd Ftltor in Miiuiilirii. . 

nUvitM ik* JiIwVicrafeH Wilhdn <ron lt>ilct(.]U«l»>n nnit «rinrr 
Kunitl* laiii ilf ' '.(.Tidnl, »oit l'riifcvrf»!- I»r. L fn 
fKlM'Ibl4i«r ii< 

IJiMt^'iitx-rvuiliuDK III liailrii, \<n\ Hr. Karl MtiaMfctr in 

K^rUiutw 

' -) ilvai Klo*l(T HurliHrli iiml l^kvnil 
K. rflBMU«bmMt, k&ii Arrhir- 

iiilurkltif lu Ctttuai 

Ir 



i 

411 



US 



17* 



176 
ITß 



[IU«lIutigen d«r bttd. biaLorlaohcn KonuulMioo Ho. 16- 

Umctl uKr der .\U- l'li'i«iT>-it4iii)i: ntii J->. iui<] J1. *HtlabvT l^'U.t, 

«maili^l >«i (Icm ba-Livliu ili'i' KtimmiMiuti 

r >-> --.tltB aitf Urto» dw AmuWxtrk« Doonilarf. A. V«r- 
tf>n dem l'HrjirT itfr biul. Iii^tnr, Konimmroa 
'•1 UoU BlrktsBtyvr in \^■ll>l-)lut. li. Virr- 
'Ikhi chninuL t'tl«'.'i r ilt-r >>iid. Ulat«' Kom- 
[!•> <r litlb Dletrkh III '^i<i)i1tiit;«'ii . .... n IS 

11- AfL-.'- . —1» UrlPit lii-« Aint»lHVirk* l.ujjrii, Tnztit'liaet 
niii itm l'C^fT tjirr l>«l liui'ir KinnniwiioR ffditur 

K i««|ti t« riitiid-ii'ii 

IIL .^rrUvihni 4W Oripn dt« An>i»)>fiirhi Kimnans- A. Vwf 

• Ttm dm »hroul. INIrgvr dr had. tiirtor. Koinmii» 

I itrrtff JtMpk lb»a>«rK <» Itii-r hinget! . i:. Ycr- 

celcliuc-t iQn ilrm oWm«) l'flfiri-i dir Ln>l. fumr, Kiin* 

mMuK FUnrr liWrt VM«r«r in KirlMincen. (' Vrr- ) 

•«UhMt vou d*ni l'rt^grr der bxd. Iiintfr. Kiminiiinnii < 

Pn>r. &. D fr ttMl«la ta K t;olnitv mi« 

IT. ArchiVktln int Orleii ilr^i \ti>tFilif<irW SiockMlt, nr- 
i«icliii«| rga lies cIh'wuI. l'fltifi'r d«i hau. bialor- R<Hn- 

mu.ioa Pfkmr ItrI %»%%n m lUtthulM-.L m4l'. 

' o na Orten di« AnUboirln Überlnir«!, m> 
'r»usft viia d«B dmisiL PAifer der b&d. biilor. Kos- 
mlBitoB rfvnr Xim Oirf in Owiofrcii m4l[j 



6 Hollaender. 

Botzheim zum Herzog Christof von Wirtemberg zu seuden. 
Der Inhalt der Instruktion Sturms ißt der folgende. *) 

Von verschiedenen Seiten hätte man vernommen, dass die 
Kriegsfürsten, falls die Unterhandlungen zu Passau keinen 
Erfolg haben sollten, Strassburg und andere Freistädte am 
Rhein und in Schwaben zur Teilnahme an ihrem Bunde auf- 
fordern oder für Feinde erklären würden. Auch sie wären 
bereit, bei reiner, gesunder Lehre und löblichen Freiheiten zu 
bleiben, „dass wir uns aber den Kriegsfürsten anhängig machen 
und beipflichten sollten, das wollte uns in viel weg bedenklich 
und ehrenhalben nit wohl verantwortlich sein". 

Sollten nun jene ihren Zug an den Rheinstrom nehmen, am 
die Stadt zu belagern und zu ihrem Willen zu bringen, auch 
den König aus Frankreich wieder zur Hilfe an den Rhein 
bewegen, so möchten sie wohl Strassburg, da keine Hilfe vor- 
handen, zuletzt in ihre und seine Gewalt bringen, so daas 
dann auch der Kurfürst und alle rheinische Fürsten und 
Stände einer zum höchsten beschwerliclien Nachbarschaft und 
ewigen Servituts merklich sich zu befahren hätten. 

Daher sendeten Meister und Rat dem Kurfürsten ihren 
G«sandten, welcher „weil auf diesmal der federn über feld 
zu vertrauen sorglich"'), mündlich bei ihm anfragen sollte 
„was er zu der Fassauischen Unterhandlung für Trost oder 
Herz hätte und was er, falls dieselbe sich zerschlagen, und 
von den Kriegsfürsten gewaltsam etwas gegen diese Stadt oder 
Rheinstrom vorgenoimnen werden sollte, zur Abwendung 
solcber Last für dienstlich hielte. Sie wären zu einer glimpf- 
lichen und abbittlichen Antwort an jene bereit. Würden 
die Fürsten aber darauf beharren, dass man ihnen Hilfe 
leistete und von dem Kaiser abfiele, so sollte der Gesandte 
für seine Person erklaren „das ein ersamer rat zu zeiten der 
aussönung in der capitulation der Kay. Mt. sich also pündlich 
gemacht hette^), das wir uns dergestalt mit den Kriegsfürsten 



>) Str. St. AA. 590, Juni 0. — >) Der Gesandte, beisst es io der 
Instruktion, sollte sich dem Kurfürsten gegenüber so aussprechen „wie 
dan die vertrauliche unterred und gespräcb sollichs zum bequemlichsten 
und fliplichsten geben würde". — ■') Gemeint ist hier der vom Rate am 
25. April 1647 abgelegte Eid : „Wir Meister undKat dieser freien Reichs- 
atadt Strassburg geloben nnd schwören, dass wir soUen und wollen dem 
«BerdurchlaucbtigsteD, grossmftchtigsten und unüberwindlichsten Füratea 



Sinwbiirgs Politik IfifiS- 7 

«■h«BW kSnoten, wir wollten ans dan in die gevurllcbeit 
das uns elwa furgeruckt werden möcht, wir hettea 
bnef aoil siegel dU zutu besten bedacht, davor um denn der 
Äflariichtipe ßnedi^licii verhlUen wolle. Dan diewcil unser 
nrtun auch wir, oline ruhni zu melden, ir zeit und admini- 
soation oder bevolben anipl also uuverdenkliclien lierpracbt, 
du «euer loen noch uns, das sie oder wir wider ebr gebändelt 
aH wabebeit zuKeinesaen wei-den uiÖcht. so wullten »ir je 
ugCTD »Dieb lob bcy unserni leben mindern oder scbwt^chcn 
■ad das aod unseren nachkommen ein sollichen nflchredlicben 
"' — " ■ "ind ujaliul verlassen, sondern ehe unser vermögen 
-0, ehe vir uns und sie mit deruiassen unab- 
strrblicber diffamation beschwerten.' ') 

ABdertrseitä «4ren ^ie bereit, den einbelligcu DescblU-tscn 
lAff KnrfbrstrD und anüerer rbeinisciier Ötande behufs £r- 
MtOTft btstftndigcn Frieduns, wahrer Religion und deutscher 
fteilKit pünktlich Koiße za leisttin. Der Kurfürst möchte 
•line Vrrzug für da« Zustandekoni n>en einer sokiien Zusanimeu- 
kaaft Sorico tragen. 

lodes^eu za einer solchen kam es ülN>rbaupt nicht. 

Am 17. Juni teilte der Kurfürst Friedrieb dem Herzog 
iwi Winmiberg mit*): Jacob Sturm luibe ibui vor zwei Tagen 
tm Auftrag« der Dreizebner von Strassburg geheime Mit- 
tedtt»||m ßoniacht, worauf er ihm geautwortet: ,Uf den Fall 
en Poanu uidils ^cbliesstich!^ absehandelt, weren wir noi:b nit 
t^'-UiPTTt; doch neben Baiern, Jülich und E. L., wir, und 
»uiVicbl MHit anderen mehr woltlicbeu stenden willens, srliierst- 



Bem. ll«mi Karlti, Rteiücbem Kawer, lu kUea Zeiten Mebrer äti 

tUtrpAdigßtea ciitigen reiJiten Herren, als «tue Iruie SUdt 

tu^ÜM^n 'Rtarhm Uva und bold kIb, meh alles tliiin, wjw vir als eine 

ie» Kdcb» nach uu«TVn Fr«ibeit«D und all«ia Herkommen xu 

«.-naiä« Bad pfficblig liad, also aas heir GoU und die lieilixeo 

Eatira* 

*) Di» SuMabutyer fiusira dnaaadi damals ihr V«rltAlUiis xuui Kaiser 

•■im aal. ak et der Reamaenl oiefaier g«faiifi ^Sintsbuiij im 

Kriff KMKT ia d«r Reime criti4)ue lB8ä nr. 4ti darmsleUen 

er «-Artlkb »eluvibt: ^Od ootu dt« iiuelqura pMccs ofB- 

a r«nper«ur. dans lesquellcs Ica protestotioiu de loya- 

cAatetjvtLt nc nuiM)iirnt ]iw, •-□ «Set. Mab U serait ptiit-Mre uu 

i'Vcut«* Ute ttik ioijtorUD«* k des phrases de ckancellurie, <iui 

partOBl d« atyle. ra parallo occurrence". — >j Dniffd, a. i. 0. 3,601. 



g Hollaender. 

künftig Johannis Bapt. zu Geringen diseo bochwicbtigen handel 
Btatlich und gebürlich nachzugedeoken und zu beraten personlich 
zusammenzukommen" . 

Schon Tags darauf schreibt er übrigens an denselbet 
Fürsten: Da Jülich Schwierigkeiten mache, wäre es, falls d£r 
Herzog von Baiern auch nicht erscheinen sollte, am Eide 
besser, die persönliche Zusammenkunft aufzuschieben und etwa 
nur die Räte zusammenkommeo zu lassen. ') Und am 21. Juni 
haben sich die Fürsten bereits dafür entschieden, wegen Ktirze 
der Zeit und der Fortdauer der Passauer Unterhandlungen 
den Tag zu Geringen überhaupt nicht stattfinden zu lassen.') 

In der That können wir gegenüber der thatkräftigen Ini- 
tiative Strassburgs die schwächliche Politik dieser sogenannten 
„vermittelnden Partei", deren Bedeutung mehrere Forscher 
weit über Gebühr hervorgehoben haben'), nicht genug ver- 
urteilen. Die überaus klägliche Rolle, welche die rheinischen 
Kurfürsten und süddeutschen Herzöge damals gespielt haben, 
hat Druifel trefflich mit den scharfen Worten gekennzeichnet*): 
„Sie hatten insgesamt, wie Markgraf Albrecht sich ausdrückte, 
den Hasen im Busen; zitternd sahen sie das Kriegsgewitter sich 
ihren Gi'änzen nähern und wagten es ebensowenig, sich der Er- 
hebung gegen den Kaiser anzuschliessen, als dem raubenden und 
sengenden Kriegsvolk der verbündeten Fürsten mit gewaffneter 
Hand entgegenzutreten. Lediglich hinsichtlich des Grades der 
Furcht ist ein Unterschied zwischen den einzelnen festzustellen". 

Gegenüber dieser mutlosen Haltung der Fürsien ist hervor- 
zuheben, dass ebenso wie in den Städten es auch unter dem 
Adel Männer gab, welche die Not des Vaterlandes empfanden 
und bei der augenblicklichen Glmmacht des Reichsoberhanptes 
jener aus eigenen Kräften abzuhelfen suchten. 

Am 18. Juni schrieb der Rat von Speier an Strassburg*): 
Der edle und ehrenfeste Friedrich Kammerer von Worms ge- 
nannt Dalburg^) schlüge eine Zusammenkunft vor, wie diesem 

>) DrufFel a. a. 0. 2, 607. — ») DrnfFel 2, 617. — >) So Maurenbrechttr. 
Karl V. und die deutschen Protestanten p. 301 and Kugler, duistoph 
Herrog zu Wirtemberg 1, 209 f. — *) a. a. 0. 2 p. VI, vgl. auch 3, «6. 
— ») Str. St. AA. 689 — ■) Daa Geschlecht der „Kämmerer Ton Wom«* 
wird erwähnt Zimmersche Chronik IV, 101, 13. Ebenda heisst es (H, 
28,4): „So haben die Edelleut von Dalburg, gen. die Kämmerer einen Hof 
xa Worms". In einzelnen Urkunden wird der Name auch richtiger Weiae 
„Dalbei^" geschrieben. 




Stnmhm^ PoKtUc IMS. 9 

and tenlf>rbllcher L»s( am besten »hzuiiclfen sei. Nun 
mim der Rbeinstroro fjo freschaffcn, dass man mit Hilfe des 
Ühi&diti«:«» 'len Feuiil, so mnn ziisnronieiistelieD wollte, wohl 
4niuBen bi-halten ni(M:litv. Falls nun die Städte Strassburp, 
VofWS, Fnuikforl and Speicr 9ifh dosholb vereiniRcn wollten, 
ktfft« er wlfhP3 »tich hei den bouachbarten Grafen und Herren. 
a«di bei Ade] und HiUencliaft, ,9o merertfils vjIUg", zu* 
ibrinftcn; ebenso würden auch die Chur- und Ffirsten, 
sie in diesem Btiiirk ansässig, dnza zu vermögen sein. 
An SU. Jani dniikte i^trassbarf; dem Dalberg fUr seinen 
fiteci "■ ■' ' "--prarh aber »gleichzeitig die Bcwrenis aus, dass 
dt df: : - II nichts tliütt'n. en Adel und Siüdten allein zu 
•ckver ralb>n dUrfle. Nicht sdeslo weniger aber oricläile nrnn 
öd» aaf cnienie Aufforderung: bereit, einen auf den 7. JnU' 
oarli Speier ausceschriebenen Taa; zu bescliicken. 

Anwesend wxrra hier nur die Abgesandten von Stra^sbut^, 
K^vniu und Spi'ier; der von Dalberg selb«! war uierkwünliyer- 

«tüe '■ n und wollte in drei Tagen zurück sein. Der 

9ttf' i von Sfwier aber meioLe, er verübe sich nicht, 

doi itarr wieder rmchlene, da er bei Ornren und Ritterschaft 
tau Enticetfeukuninien gefunden. Darauf erklärte der Strass- 
Abff^andle: Seinr Herren glaubten nicht, dass sie, die 
iclbst wenn Grafen und Rilter;«chafl sich mit ihnen 
wa* aber nicht der Kall zu sein schiene, ohne 
der , hohen" Stände den Krtegsnirsten Widerstand teilten 
■fafc*L'o : wünlen die KurrOrsten dttpcgen einen Tag aus- 
«fcrciben, m wollte niiin denselben beschicken, Speler und 
V«n» sebloswfl sich ebenfalls diesem Bescheide an.') 

Wie %rbi»n oben erwähnt, hatten an dem ersten Jani zu 
fiuau di«- Verhandlungen zwischen dem Könige Ferdinand 
nd KorfUm Mnnix ihren Anfang genommen. Nachdem man 
Ihr eine Anzahl Punkte sich geeinigt hatte, ilie seitens de» 
liOisclMm KönigB dotn Kaiser, seitens des Kurfürätcii feinen 
TfrttodetTD unterbreitet werden sollten, cille Moritz nm 
II.JttKi In das Heerlager, um die b-tztereu für den Abscbluss 
«K» Vertrngra ro gewinnen. 

Alf er aber am 'i. Juli nach der Donaustadt zurückkehrte, 



{^ JuU 11; R. ti. 21. JnH 18. — In den ProtokoUea heisBt 
,Vod ImK Bai» du Tergebeolkl) hUK&iuiff «ein". 



10 Hollsender. 

musste er daselbst zu seinem grossen Befremden erfahren, 
dass der Kaiser unerwartete Schwierigkeiten mache. Unter 
diesen Umständen Tcrliess Moritz bereits am 5. Juli Passao, 
um den Krieg mit aller Energie wieder aufzunehmen.') 

Karl V. hatte nämlich während des Juni die neutral- 
gebliebenen Stände um Gehorsam und Beistand ersucht, so 
Strassbui-g die Mitteilung zugehen lassen: „Er stände in 
emsiger Rüstung, um falls die Handlung zu Passau ohne 
Frucht zergehen sollte, den Aufrührerischen der Gebühr nach 
zu begegnen."') Im Auftrage des Kaisers wurden in ver- 
schiedenen Gegenden Musterplätze errichtet; seine Mandate 
geboten den Unterthanen des Reiches, die kaiserlichen Obersten 
in jeder Weise zu unterstützen. ') Ebenso hatte der kürzlich 
von Karl V. aus der Haft entlassene Herzog Johann Friedrich 
von Sachsen am 27. Mai an Strassburg die Bitte gerichtet, 
ihn mit Hilfe und Beistand nicht zu verlassen und ihm zur 
Wiedereroberung seiner von dem Herzoge Moritz in Besitz 
genommenen Lande eine ansehnliche Geldhilfe fürderhch zu 
leisten.*) 

Es war daher ein Akt der Notwehr, wenn Kurfürst Moritz 
und seine Verbündeten ihren Zug gegen Frankfurt richteten, 
wo der wichtigste kaiserliche Musterplatz seitens des Obersten 
von Hanstein aufgeschlagen worden war. Am 19. Juli wurde 
von ihnen der Angriff gegen die Reichsstadt eröffnet. 

Da man an Geschütz und Munition Mangel hatte, wurden 
die benachbarten Fürsten um beides ersucht und gleichzeitig 
die Anfrage an sie gerichtet, wessen man sich bei ihnen zu 
versehen hatte. Um selbst Geld und Geschütze aufzutreiben, 
brach Markgraf Albreclit von Brandenburg in die Stifter 
Mainz, Worms und Speier ein. *) 

In Strassburg herrschte in jenen Tagen begreiflicherweise 
grosse Aufregung. Dasselbe bewahrte damals wiederum seinen 
alten Ruf als „asylum oder zufiucbt des ganzen landea".*) 
Nachdem bereits am 11. Juni in Strassburg der lothringische 
Rat Claude Meugin mit einer Credenz der Herzogin von 
Lothringen und des Grafen von Vaudeiiiont erschienen war: 



>) Issleib, Moritz von Sftcfaaen gegen Karl V. 1562. (N. Archif £. 
Sachs. Geschichte TH, p. 87f) — *) Str. St. AA. 679. — ») Vgl. oben 
p. 4. — *) Druffel 2, 613. — >) Issleib a. a. 0. p. 53. — •) Jacob Stom. 
156S. Febr. 7. (Str. St AA. 1963.) 



Stnuahurgs Pol i tili lbb2. 



II 



Bai luvcüli-' 111 ni)beti'itc)il dei Krie{j;ä;teiU>n uiiil der mit 
Igen t>eMcbvutlfu I-'ruuD(ls4;liaft einen sirhercn Ort in 
der Sudt bestiuimoii, wu des jungen Herzogs Karl Tresor 
nn Tri! lufhewahrt werden könotc, Kodnnn „wo das UoglUck 
^AlfT driugi'ii sollte' . vtirKönuen, dass dos Herrn von Vau- 
dnMMl Ebegeiimlil samt Hofgi^ind uiue Zeit hug in der Stadt 
nüticrrn mochte 'J, traf nm 13. Juli die Herzogin Christine 
»CO !.• •' '■''•(■II , die Nichte des Kai-^rs. mit einem Gefolge 
100 ;; -n einO. nm n. der DeuUcümeister Wolfgang, 

in»eo Werceutliciiner Gebiet die Kriegi'fLii'&teu auf ihrem 
DorchzuKe Keplünderl ha,ttt;n. Aui 25. erschien der Erz- 
Macbof von Main/, Sebastian von Ueusen stamm, mit 40 Pferden 
«a Steini4ra»serthor uud erhielt nach längcrtm Warten Eio- 
!■&, freilich unter der BedtnF(un;^, dass sein Aufentliali in der 
seil nicht über xwei Tu^e ausdehne.') 



S86. — *\ Nuh Druf^I 2. 705 tuttte ilcr froiuofeiäctie Koni« 
ArMhhlc«, Lolhringrn «i YM-lA»en, da tt infolgr- von •iifgpfan^nnn 
Pi|MJ(B «ikfeiriiniKt noMt«, (Um üb ilic WiHfrüfwintiung ihres lindes 
ibrtr. - Do- EngUoder RofU Aüchuin, der ihr fnili«r im OfatulM-r löfil 
Mf mer Kriftr hrg^gwi wur, liewetkl von ilir. „Icli balio noch bk eine 
thB« mh laUltcm llofiitut gackcD*. (Katurrdil , K. ^Vechaui, p. 139.t 
fW ifcRs AufnitbaJl in Siruabarg, der bis Anhiif? Auj^st v&brt«, 
B. m. t\. Jnh 1211 — IKMClbc tietut un 13. Juli dunli einfii ihrer 
1^ AnneiHw fotgcnd« ntrkwflnlijc Kipos^' ab«rr«icheD: „An- 
4ia fUt .StiwibiiTg ist niobta gewiaaei«», ditnu dns nie Heer under 
«irgvu iler )uthcn8c}i«n >c«l«n ge*pft1ten und getrennt seia 
•• 4k «oa Stra»biiTg die König). Ml. uit inot sclmuherm an- 
■aca, «o wnJ«B tic (rv knuftnuidchau und iiar«o, an dem ire grOasla 
thi himI rvitrhtuni grlcgcn, nil iner dvn KIm-iii faiuAlixiringen mAgett. 
Bir pnwia ackPfmAB od«- gutuer wini voii erbauung des velds leicbtlicb 
ilullm and va fcrtündcm sein, dano der groMPr teil der stutt Ic1>en 
* An *i4ih«ti utal frfii'Jilea- fml Ltt nBTeitbar, das dor rat difirr «tat 
Sb :fnir ctt wunl ««iiuettfii uocb wen.'» koBaen. inüonder durch mittd 
rq, m doKli deu <wiea|tali der celi){iaaen mögen angerichtet 
< ,—:! ^ ni dir ^in«ll BiJit Straasburg vil schloaMir, die leicht* 
lanlarfh die linxbchaft nfdvin llh«tn icu li«;r.wiii)cen, 
-F-rdfrbea und zentAning der Htat uud t-iuvoncr sa 
K\. &U5.1 — >) Uereelbe haue ütjhgcns aller- 
em dea Vulkes «u rnluldeo und rcHU; ulion 
„ . ;u-r , nhnc daa ümriiojik d«s Katcs absiiwarlon. 

J, nkiit den Hut tot ilim abgesogen, einer war im 

U car \'ij.r tMkiv niederfefallea, eio audenT wieder liatte gcrulen, 
_ 4w l'txtTea loudikicen (K. u. '1\. Jub -i(>.). Nach den 

tkMMcc BttbrJrr vonl« er aorh mit dem Zurufe emiiraDgcni „Jungfrau 



12 Hollaender. 

Jacob Sturm trat am 21. Juli in Unterhandlungen 
dem Domkapitel, dass es noch 10 000 Guldeu darleihen w 
^weil die Sache sich jetzo anlässt, dass man besorgt, 
möchten die Kriegsfürsten und die Franzosen etwas weit« 
gegen die Stadt vornehmen". Auch wurde damals im B 
ernstlich in Erwägung gezogen, ob man nicht den geistlic 
Stiftern die Entrichtung des vierten Teils der bisher gehal: 
Kriegskosten, 25 000 Gulden, auferlegte. ') An den Festur 
werken wurde eifrig geschanzt, die Anwerbung neuer Fähnl 
in Aussicht genommen. Als der Ammeister am '25. Juli bit 
ihn auf zwei Tage aus der Stadt zu beurlauben, wird i 
dies vom Rate abgeschlagen, „da es bis daher also nit 1 
komen, und die leuf jetzund schwer und sorglich, da leicht 
praktik auf ihn gemacht werden mochte, das der stat ^ 
weislich". 

Zwei Tage darauf erhielt man von Hapenau die Nachric 
I)a der Markgraf auf beiden Seiten des Rheins mit starfc 
Kriegsvolk heraufziehe, Hesse der Kurfürst von der Pfalz 
Unterthanen der Landvogtei, sonderlich aber Kirchen i 
Klöstern die Warnung zugehen, was sie an Barschaft i 
sonstigem beweglichem Gute hätten, beiseite zu schaffen. 
Bistümer Worms und Speier hätte er schon eingenomn* 
jetzt gieuge es voraussiclitlich gegen das Stift Strassburg. 

Um über die Absichten der Kiiegsfürsten genauer un 
richtet zu sein, entsendete der Strassburger Rat den Sti 
advokaten Dr. Botzheim auf Kundschaft rheinabwärts, des 
interessante iMitteilungen uns vorliegen.') 

Von Rastatt aus schreibt er am 26. Juli: Der Markg 
befände sich mit seinem Kriegsvolk in Schifferstadt. Am 
hätte ein Trompeter in Speier Öffnung und Durchzug begel 
auch fünf Stück Büchsen und 10 000 Gulden. Von Woi 
soll er 50 000 gefordert haben, sie hofften aber, mit 6000 a 
zu entledigen ; doch habe der Markgraf sich vorbehält 
Pfaffen und Juden daselbst seines Gefallens zu strafen. 1 
Kurlürst von der Pfalz habe eingewilligt, seine acht bea 
Büchsen den Kriegsfürsten auszuliefern, soll aber höchst 



Fetemel von Mentz, des P&pste und Teufels Grossmatter". Von Str 

bürg aus floh er nach Pfirt. (Lanz, Korrespondenz Karls V. 3, 434,)- 

Str. 8t. V. D. ß. lad. 111. nr. 18. — ») AA. 684. — ») AA. I 



6trust>tirg> Folitlk 1662. 



IM 



Dtrt loggerufcD haben, dass er solclies Iteinöni sndereo 

iden PEiUgrafen Ott Hciuricti zu ventatiken hatip. und 

[grosser Bewegung; hinzuypfüyt liahen; ,\Vo es nit besser 

r, wolle er Land und Lcut« verlnsi-cii und sich in ein 

11 begebeo, er wisse vor solcher Gewalt ur.d unver- 

heu eilendeu Überfüllen dio Seinen oit zu sehüt/^u; 

ulteihm thuD, wie luau wolle". AU Butzheim von dem 

beo Kanzler gefmgt wordeo wäre, wie diu Strassimrger 

TprhaltPD. ob sie sich dem Markgrafen KCgenUber zur 

setzen wurden, und er lachend erwidert: ,lhr könnts 

dünken*, sei ihm die Antwort geworden: ,Nacb Ge- 

nbeit «aro es niemand zu raleo". 

folgenden Tage schreibt Boizheim: Als er von Kastatt 
IteD , habe er von flüchtigen Speirer Unterthanen die 
vernommen, dass ihr Bischofsich heimlich hinwepgethan 
Hl sie verla.^seu habe. Von allen Seiten seien die Bauern 
Ro&s und zu Fu.s.s. mit Weib und Kind, mit Üab und Gut 
Sen das Holz heraufgezogen, „also ti&ni eine Fuhr der anderen 
am KiLum gegeben; sunima es war ein ernstlich Flucht**. 
r Kutser »oll in Ulm im .\nznge sein mit ütattlichem 
hchem und deutschem Kriegsvolk, und solle Frankfurt inuer- 
|b acht Tagen gerettet werden. 

'im 'JS. Juli melde! er aus Heidelberg: Von des KurfHrBtco 
inzler habe er erfahren, dass sein Herr und der Herzog 
D Jülich nach Hilsbach reiten wollten, um da!<elbsl mit dem 
ftioge Von Wirtemberg. den bairischcn Räten und vielen 
ifra sich zu vergleichen.') ,Es wäre hohe Zelt, zu der 
dien zu thun: man Habe doch nun wohl, dass der Kais. Mt- 
ler Rettung halb oit zu irauen, und dass sich ein jeder 
verdertieu lassen sidlt, wäre mau nit bedacht zu thun." 
ünisdien Kurfürsten und Jülich sollten »ich sofort den 
«fUrsten gegenüber declar leren.') Auch sein Herr würde 
than, damit man zum Frieden käme. .Aus etücb 
bab ich so viel verstanden, dass ich nit glaub, daüs 
farkgraf ditt!<ti)al weiter hinauf ziehen werde." MoTiB;en 
da.1 hiesige Gc^ichiltz ins Frankfurter Lager mit grossem 
it von Kugeln und Pulver; vor jedem Stiicke seien nicht 

die UUsbacfacr Zuuanaiikunft vgL Druffel 2, 706. — *) Ober 
■tum an die P&ls von 33. Juli vgl. Dniffel 2, 63d. 





14 Hollaender. 

veniger als 36, 38, ja auch 40 Pferde angespannt gewesen. 
„Ks ist aber schwerlich zugangen und soll die letzte Post von 
den Fürsten nit mehr denn ein reitender Bote gewesen sein, 
der dem Kurfürsten mündlich angezeigt: dieweil er ufso viler 
ehrlicher gesanten ansinnen nichts habe wollen folgen lassen, 
80 solle er wissen, wo er nit die acht stück (deren anfangs 
16 begert worden) folgen lasse, so würden sie in drei tagen 
hier sein, sollichs selbs holen und solchen jaramer anrichten, 
das er sich selbs erbarmen solle." ') 

Von Hilsbach kehrten die Fürsten noch am 29. abends 
nach Heidelberg zurück, wo ihnen seitens der Kriegsfürsten 
die Mitteilung ziigieng, dass letztere zu ihnen Gesandte ab- 
zuschicken beabsichtigten, um über Ruhe und Einigkeit zu 
verhandeln . *) 

Inzwischen hatten die Strassburger Dreizehner am 28. Juli 
ein Schreiben des Obersten Claus von Hatstadt empfangen, 
der während der kritischen Maitage das Oberkommando in 
Strassburg gehabt hatte, jetzt aber in kaiserlichen Diensten 
stand. In demselben teilte er ihnen mit: Die Kriegsfilrsten 
seien entschlossen, den Weg auf beiden Ufern des Rheins 
heraufzunehmen, um sie in die Unmöglichkeit zu versetzen, 
Kriegsvolk anzuwerben und sodann, falls man die Stadt Strass- 
burg unverwahrt fände, ihrer Gelegenheit nach zu handeln, 
was nicht allein Kais. Mt., sondern auch ihnen selbst zu 
grossem Verderben gereichen wurde. Er hoffe nun, mit seinem 
Regiment am 29. bei ihnen zu sein, und erbiete sich, Leib, 
Ehr und Gut bei dieser löblichen Stadt zuzusetzen und ihr 
im Namen der Kais. Mt. „als einem Glied und wol Haupt des 
heil. Reiches" alle billige und mögliche Rettung zu thun ^aucb 



1) Am 23. hatte der Markgraf von Worms aus an Kurfürst Moiits 
geschrieben: Er solle sich nicht von dem pfälzischen GeschQtz abwendra 
lassen. Da er, Albrecht, auf dem Wege nach Speier sei, wolle er jena 
in Heidelberg selbst abfordern (Druffel 2, 699). — >) Zu Kugler (a. a. 0. 
I, 224), der in diesem Schreiben einen „Beweis von Achtung" vor da 
Heidelberger Fitraten sehen will und nach Erzählung des Passauer Ver- 
trages hinzufügt: „Dieselben konnten frohen Herzens von einander Ab- 
schied nehmen" bemerkt Druffel 2, 713: „Es würde belustigen, wem 
man einmal eine Zusammenstellung machen wollte, wie Kugler mit hob- 
scher Abwechslung bei allen Begebenheiten die GemQtabewegungen seiner 
Helden nach der Melodie „freudvoll und leidvoll" zu schildern uater- 
nimmt". 



StnMttDl^ Politik 1052 



15 



tnfr als einem elirHchen Mann gebührt, bei euch allen 

luid) zu haudelii, hierin ihr keinen ßotnig oder Arf;li$f, 

leider wohl ctwan i^pnicht, nit zu besorgen in keinen 

008 gelob ich Gott, meinem Herrn, und alten F.hr- 

•n iteif und unverbrüchtich zu leisten." *) 

lUt indessen cnuchieil sich dafür, des Obersten An- 

rn dankend abzulehnen und zu versuchen, wie mnn sich 

■it nDem „freien" Kriegsvolb, das niemand geschworen hHtte, 

«vcwben könnte. Er Hess sich hierbei offenbar von der Er- 

väfUBtt leiten, dass Strasshurg durch die Aufnahme kaiserlicher 

Ikqipen dem französisclien Künige und seinen deulschen Ver- 

hiBdrteu Vorwatiil zu Ileprrssalicn geben könnte; andererseits 

kalt« man damit Olr den Kaiser ein Präjudiz gescbafTen, jedes- 

■Ü bei krieeeriKcheti Verwicklungen mit dem westlichen 

Nadibar die Stadt, da sie selbst nicht mehr tm^^tandc, ihre 

Caabhiogiekeil zu behaupten, mit seinem Kriegsvolk zu be- 

Iqges, was far Stnissburg bei der Zuchtlosigkeit des letzteren 

lie sr' ^ - r-n Unraträglichkciten im Gefolge gehabt hätte. 

An tili trifTi ein Schreiben des Markgrafen Albrecht 

an, in welchem er „von wegen der Krone Frankreich und irer 

Ht. r ' -viTwandlon'- begehrt, „uf die vorig piibliclerten 

i«cbr'..L... .i'Ji zu declarieren", ferner dasa man sich gegen ihn 

WfJlchlni solle „mit offhung der stat, geburg, des pass, und 

Ton doien, ein xu^alK vou ross und fiiss hereinzunehmen."*) 

Auch die aonsligen Nachrichten, die Sonntag den 31. in 

im antrafen, brachten wenig Erfreuliches. So schrieb 

Ziiismeisier ron Hagenau. da^s wenig Hoffnung zum Frieden, 

Markgraf hab« Kreicag nachts zu Uheinliausen^) gelegen 

,WA wurde denselben nichts vom Rheine wcgi>nngen, denn Gehl. 



*1 AA. S6ft. — Aoeb neitens de« kftiHerlicbeo KricffskoiDinUsarias Run 
A Mobtfort ffttleluo «h» voa KooäUiu ^m io ilonb^lben Ta^n 
•> MHInililltKi lU» die Fcixul« des Knibvn «orhAtten, den Rbetn benvf- 
maiAam, daxan ihnra und andrreu Nftthti'jl erfolgtni mucblo. I^r Kaiser 
feaa* asf 4m i \nputi ntth Filswn Kricgitrolk be«clii«den, ,so aollt 
HofTbung Win-. (.\A. &79.) — >j R. u. ai- Jwli 30. — Nach 
J. SSf fniansle tt: aUrbcm sihi socüiqne patere qaorü tempore 
rertpi, aim opus «rit, et fid«tn ptaestvi petit, tarn 
OaStime rrcb oonin«-. oam loliua OOTmaniae Tindirandte canai 
%me Mtnlabtxari : nrt' ipsis ot huii* in&tiluto dc&int, vcl boticstum, 
It taanuD cMe*. — *) Dorf am Kb?iD unweit von Wagbitux) ttod 



16 Hollaeiider. 

Ebenso enthielten die Berichte Botzhelms „nichts Trost- 
liebes". Und in einer Zettung aus des Markgrafen Lager 
vom 25. Juli hiess es sogar: „Sobald man mit Frankfurt fertig, 
wolle man das Wioterlager um Strassburg haben und den 
Bischof zuerst angreifen, darauf Strasburg und so es schon 
an vier Ketten am Himmel hieug und doch nit za 
beschieBsen, sondern mit Brennen, so dass man sich 
müsst ergeben." 

Aus all diesen Nachrichten glaubte Sturm entnehmen zu 
müssen, dass der Markgraf noch heraufziehe. 

Inzwischen war der Oberst von Hatstadt selbst in der 
Stadt erschienen. Der Ammeister hatte ihm im Auftrage des 
Kates für sein Erbieten gedankt und erklärt: Man wisse wohl, 
dass ers gut meine und hoffe, dass er es bei einem Strass- 
burger Rate auch so gefunden. Indessen ein so grosses Volk 
hereinzunehmen, sei bedenklich; übrigens wäre der Markgraf 
nicht mit Geschütz versehen. Der Oberst erwiderte darauf: 
Er hätte seinen Vorschlag in guter Absicht gemacht; denn sollte 
der Markgraf heranziehen, sei Strassburg nicht nach Notdurft 
besetzt. Weil er nun letzthin daselbst gelegen, wisse er die 
„Praktik". Aber gegen die Stadt wolle er nichts unternehmen, 
und wenn er dem Kaiser 2000 Eide geschworen hätte, so 
hätte er Gott auch einen geschworen, den er halten wolle. 
Er läge diese Nacht zu Neumuhl. ') So man ihn brauchte, 
erbiete er sich nach wie vor. — Auf des Kates Begehr, die 
Strassburger in seinem Regiment wieder in die Stadt zu ent- 
lassen, erklärte er: Nicht allein sie, sondern so viele als man 
wollte, und sollten die Leute ihnen keinen Gulden kosten; sie 
hätten die andere Zahlung schon in Händen. 

Schliesslich wurde ausgemacht, dass Hattstadt ein oder zwei 
Fähnlein auf freien Fuss stelle, die man annehmen wolle, und 
zwar sollten dieselben niemandem als dem Rate geschworen sein. 

An demselben Tage beantwortete man das Schreiben des 
Markgrafen in durchaus würdiger Weise*)' 

Auch Strassburg hätte in all der Zeit nichts lieber ge- 
sehen, als dass die wahre christliche Lehre und althergebrachte 
Freiheit in Deutschland auch fernerhin bestünden. Daraufhin 
wären seit vielen Jahren alle ihre Bestrebungen gerichtet und 



1) Badiaches Dorf tmwdt von EeU. — ') SleidaD 24, 392. 



StiBSsbargB Politik l&Sä. 




17 



in Zukunft sein. Khcnso sricn sie eDtsclilossen, 

ilungeo, die sie dem Vaterlande und Reiche 

gieicn&bcr bäit«D. getreulich Dacbzukommen. Kino weitere 

log ibrefl WOIens hielten sie für iilmrtiUssig. Aiicli der 

liiKbc König hätte . als er im Elsass gewesen, kein 

4«>nnige3 Verlangen gestellt. Übrigens sei das von ihm er- 

•■ Ausschreiben der Kricgsfürsten ihnen seiner Zeit gar 

'i Deshalb biilen sie ihn, »■ich mit dieser 

I ti zu gelten und weder der St«dt noch ihrem 

te irgendwelchen Schaden zuzafUgeQ. 

h^ü tjrreitet'^ man sieb in Strassburg für alle JEven- 

t -. \üT. Wiisale man doch, dass mau es mit einem 

k'tfibrlidipo Gvgner zu thuo babe. Zum Obersten Über das 
^T>arotc städtisrbe Fus^volk wurile ein Straüsburger, Lnng- 
■ *>, eiogosfltzt. Die Stadt wurde behufs der Verteidigung 
Anuhl Quartiere eingeteilt*), der Hussmarkt zum 
AUrtuplatz beistimmt. Die Feuerherren hatten die grossen 
SalfttlcrbutteQ mii Wasser zu Dillen. Den Lunrlleuten wird 
4ir Aofnahme gestattet, das Vieh soll hereingeführt werden, 
dudt fft dcti Feinden nicht in die Hände fiele. Den ganzen 
SaHUmg wurde von den Zünften von morgens früh bis spät 
an dem Werke vor dem Judenthore genrbeiteL 
AAdrrtrseits war man freilich auch sorgfältig bemüht, den 
kefoen Anlass zu einer Beschwerde zu geben. 
Stimmen laut werden, man solle die ScböSen 
tiRvtai. in den Kircbeii für das hedrütigte Frankfurt beten 
Imm. wird be^rhlos^en, von der Versammlunii des SchÖffen- 
iiU AbAl&nd zu nehmen, bis man Tom ?Mark!^afen Autwort 
Utte; (l^r^r «»o Frankfurt sei uiclit mit Namen zu gctlenken; 
ats ' jlirb für „alle Bedrängte und Genötigte" bitten. 

Ein |:,.iuK''^ Miirksal bewahrte iihrisens Strassburg auch 
wieder, den Km^l der Waffen kennen zu lernen. Am 
[AtMtu»t er1ii«lt man von Dr- liotzbeim aus Heidelberg die 
)t, dass es nach tlelegenbeit widil stjlnde, da der 
Kanzler von TUuim vor Frankfurt eingetroffen 
d«!T d)p Ratifikation der Kais. Mt. versiegelt und unler- 

Olxr di««!!!* UrulTH S, 874. — >) Dcnwlbc dicfit« als 

tur l&M ia (ruudcitebim Di«sileii ini R«iTitiivDt dra Qrulvn von 

<Polit- KormiKNidciB der ätadl Strassburg 3, B39] V^. 

Ihm Mhcb Str Kt. AM. IV, ar. 29. — *) V. D. G. Ud. 111, nr. 18. 



18 Hollaender. 

schrieben mitgebracht hätte. Wie die gemelt Ratifikation ge- 
schaffen, wisse man in Heidelberg noch nicht; doch sollte noch 
in zweien, sonderlich aber der Religion Punkten ein be- 
schwerlicher Anhang gemacht sein, der keineswegs bewilligt 
oder angenommen worden*). Am 8. August endlich ersah 
man aus einem Schreiben des königlichen Rates Dr. Uhnch 
Zasius^), dass der Vertrag zwischen der Kais. Mt. und den 
Kriegsfürsten auf die Passnuische Handlung und Capitulation, 
wie die von Kais. Mt. geändert, endlich beschlossen. Nur mit 
dem Markgrafen Albrecht stände man noch in Unterhandlung. 

Auf die Nachricht von der Unterzeichnung des Vertrages, 
die am 1. August zu Rödelheim stattgefunden hatte, war der 
Brandenburger, nachdem er eine Besatzung in Speier zurück- 
gelassen, von dort nach Frankfurt aufgebrochen, um die Be- 
lagerung desselben auf eigene Faust fortzusetzen. ') Zu ihm 
gingen von dem Heere des Kurfürsten Moritz, der am 
3. August sein Lager verlassen hatte, drei Geschwader Reiter 
und das Reifen bergische Regiment über, dasselbe, welches 
später wieder den Markgrafen vor Metz heimlich verliess, um 
in französische Dienste zu treten.*) 

Nachdem der letztere bis zum 9. August vor Frankfurt 
gelegen, ohne gegen diese Stadt etwas ausrichten zu können, 
warf er sich von neuem auf die Bistümer Mainz und Speier, 
denen er grosse Brandschatzungen auferlegte, und da dieselben 
nicht gezahlt werden konnten, plünderte er in beiden Städten 
die Kirchen und Hess sich nur mit Mühe davon abhalten, das 
Dach des Doms zu Speier abzudecken, um das Blei, nebst 
den Glocken binwegzuführen. °) Ebenso wie das kurfürst- 



') Vgl Lanz 8, 409 und Issleib p. blf. — *) Vgl. über ihn Lanz 8, 431. 
— *) Sleidan 24, 392. — *) Eorfürst Moritz befahl damals seinen Amt- 
leateo, alle entlaufenen Knechte, so man ihrer habhaft würde, an die B&ume 
h&ngen zu lassen, damit dies unerhörte Bubenstück, „eine Schmach für alle 
Deutschen", gestraft würde. (Druffel 2, 731.) — ■) R. u. 21. Aug. 15; Slei- 
dan 24, 395 f.; Janssen, Gesch. d. deutschen Volkes 3, 700. — Voigt 
(Markpnf Albrecht Alcibiades 1, 333) Ifisst diese Brandschatzungen schon 
auf dem ersten Zuge Albrechts geschehen. — „Wie aber sonst durch den 
Markgrafen und sein Kri^volk zu Speier in der Stadt gehauset im Tom, . 
ia der Tmnherren beuser und sonst, darron were ein besonder tractat ni 
machen etc.; so hat er alle reichsacta und proceae Tom Cammo^eridtt 
zu Beinen banden gebracht, und die daunoch alda verlassen, so er doch, ' 



SbMibBffi PoUbli 1&53. 



Ikte Bcndeuzschloss onü eine Anzahl Kirchen in Mainz 
Sc« er in beiden ßistUmom alle ltheinä«hifTü, auch solche, die 
■k WciD und Kon] beladen Ovaren, io Brand stocken, uio 
4an KaLmt bei snnefu Aoffiftrsdie den t^bergang über den 
£(ram iu Cfscbvercn. ') 

Aoi 13. August erschien ein Abgesandter des Brandenburgers 
in Stnuoibarg mit folgender Bot^haft'): D& Markgraf habe 
n ihwr Antwort uni sein vorij.'ps Sthrcibcn gnädiges Gefallen 
^^faabi. Obwohl Kurftirät MonLz und der Landgiaf ab^ciullen. 
I» id «r doch auch aUuin in der Lage, die deutsche Freiheit 
n «faütea, und bäte den Kat, besUtndig zu bleiben. Da er 
iM Bbein innrhBttt;, so sollte Sci-assburg seinen Pass so 
■MIhmq. ^hAS, weder Post noch Geld oder Khegsvolk dem 
EaitR' mkomoieu könnte. IM es ihm iin Pulver mangelte, 
iaille nwn ihm ^solches zu \Val^xe^ zuführen. Endlich niüchten 
d» Städten Aug^bur^ und Niimbcrg vonttL'lten, sich nicht 
Qirem Schaden und Nachteil durch des Kurfürsten Abfall 
codig macbi-n zu lassen, und sie selbi^t des deutschen Lan- 
4ei hödistc Wohlfubrt bedenken und tThiilten.') 

Der Rat cni.Hchied sich darauf, dem ßoten folgeudea 
MadUdien f^e^cbi-id zu erteilen, „der nit zn rauh und ihn 
m lUtlicher bandlung rei/en mocht". „Ad. 1. leg er die 
«faiftUch ihm gegebene Antwort aus, wie er wolle, so lass 
A sieh Im werk scheu. Der rlieinbruck halben, dieweil nmn 
4t aDen leilun btshtT ulTen gebalten , kund mnn sie jetzt nit 
ItKUteueo. Des pulvere hAlben sei ein statt zu ihrer not* 
Urft Ter^bcD. kab kein tkberHibsiges. Mit Nlimberg und 
irg zu liandelu und zu scbrciben, besorg mau, sei nit 



It 




t 



dir mtl tirA gpounnum, via gross gell von al]<>n Bieodoo hi>l er- 
itOaileB (Zimrotr'Kl)« Clironik 4, däi. ..So hetc er die raeasin 
taiftf am Spewr ab im turgcu frvworfeo, Tenneint es seym galdes". 
irtiafcwTfc. Ijphta itaii Thatcn tlfs llfrm .Seh. Miertlin p. B6.) 

*) iMvtsit H hneli eio i-Uiiu>clii^r PrevU^tcr: „Ijuo loco ait liWrtas 
MI uliiiju« ttilui» et «rphanijs «xaUntjbiiti. tot Hrarinideniiiu« 
tot frivibiu ■ loautis noa Uspaiücia aoA ]ceniuuiii>.ia eomsii 
aa htit oftu^e frruui» dfDi&caro- Ulin ntKUiii fucrc (icrnuiiiit mhI 
dola, Kältere alqnc ütiidtiu! et im utnaia ferveul. (Erbiiu 
I0&2 Auf- 3T. Cotlra Utmmüums.) — 'i U. ii. 21. — >j In 
Tmtngt TMD )'* '' '" tl«^r Hat vnuXanilierK <Wni MiLrkgr»fMi 

•fie ^tadt ^' ■■ ebuun irli^ Angsttutf ilrr Kinigoag der 

Umm trükMitig i—rhnn und ueu ücb ftnachlietMft. (Voigt a. a 1, 818.) 

2* 



20 Hollaeader. 

Terfenglich. Also sollt er ein stat unbeschwert lassen und ir 
verschonen". 

Da es dem Markgrafen an Geschütz fehlte, konnte er 
nicht daran denken, etwas gegen das feste Strassburg zu 
unternehmen, sondern zog in das Triersche Gebiet ab. Auch 
die sonstigen Nachrichten, die Ende des Monats eintrafen, 
lauteten beruhigend. Kurfürst Moritz sollte sich auf dem 
Marsche nach Ungarn gegen die Türken befinden, der Kaiser 
beabsichtigen, mit all seinem Kriegsvolk in die Niederlande zu 
ziehen. ') Die Frankfurter luden zum Besuche ihrer Herbst- 
messe ein. Daher beschloss der Strassburger Rat, das Kriegs- 
volk bis auf ein Fähnlein wieder zu entlassen unter der Er- 
mahnung: „Wider Kais, und Königl. Majestät und ihr Vater- 
land nit zu dienen, und so meine Herren ihrer wieder be- 
dürfen würden, ihnen von neuem zuzuziehen".*) 



Inzwischen war Karl V. von Tirol nach der Westgrenze 
des Reiches mit grosser Heeresmacht aufgebrochen, um das 
geraubte Metz den Franzosen wieder abzunehmen. 

Über München zog er nach Augsburg. Von hier aus trat 
er am 1. September den Marsch nach Ulm an. 

Am 7. September erschien in Strassburg der kaiserliche 
Proviantmeister Hang Engelin von Engelsee beim Ammeister 
und teilte demselben mit: Er habe das kaiserliche Heer, das 
vermutlich bei Bretten liege, mit Proviant zu versehen. Der 



*) R. u. 21. Aug. 80. — „Carolus festinat in Germaniam inferiorem 
magnia itiaeribus iugentibUB copiis. Albertus dicitur esse in episcopatu 
Trevirensi Forte octavus dies est, quando AuguBtus Augustae liabuit 
delectum regimiuLs domini de Hatetatt, vicini oostri. (Hedio Erbio 1S52. 
Sept 1. Codei Baum.) — ') B u. 21. Aug. 31. — „Den dritten Sep- 
tember fabrt man die drei Fendlin vor das Spitalthor und beuriaubt 
zwei : des Geistwirtes, welcher vor 14 Tagen an des Terstorbenen Haupt- 
manns Langhansen statt zum Hauptmann angenommen war, und des 
Andreas Laters, welcher auch am Montag hierror gestorben war. Das 
Medards von Tbalen (Medard Rink von Thalheim ; Str. St. Abt. IV. nr 29) 
behielt man bis den 1. Oktober, da es dann auch abgeschafft wurde". 
(SchadaeuB, Strassburger Chronik). Bei der Entlassung zeigten die 
Knechte an: „Es sei Brauch, so man sie beurlaube, was von ihnen ge- 
nügen sei, ledig zu geben. So li^e einer im Turm; far den baten äe 
nicht, den Dieb. Den sollte man der Gebflhr nach strafen, wollten für 
keinen Dieb gebeten haben" (R. u. 21. Sept 8). 



Stnaborp FoKnk lSfi2. 



21 



Kaiser sei wificns, demnärbst Rcgen Frankreich zu ziehen; 

ix müsse er durch etliche verderbte Lande. Da Markgraf 

Albfcebt alle Fahrzeuge zwischen Mninx nnd Speier verbrannt 

kitle, sollte niau ihm angeben, was K. Mt. für Srhifle ober- 

;...), „,.,| unterhalb iter Stadt erhalten könne; ferner sollte 

■ Korn, üafff, Fleis<'h nnd Wein liefern, die Müller 

Verzug m&hleo. endlich erbäte er filr den Proviant einen 

eineiu Kloster oder sonetigem Gebäude, zu dem 

strts Xuliiit hätten. 

Im Auftrage der Dreiiehner wurde ihm darauf prwidert: 

ts man Her K. Mt. zu Oefallen thun könnte, würde gc- 

So wollte man Ihm (Gelegenheit geben, sich mit den 

'^tücdtf^trn der Schiffcrzunn zu besprechen. Mit Proviant- 

, büle man. die Stadt zu verschonen; da 

9^ feftfvi-.-v: :. .1 die ..UmlieRenden'* aus diesem Lande ihr 

fwtreiile bexQRen, hiilie man seit mehreren Jahren das Volk 

ia< dem grmeinen Karten erbalten mUsseti. So hütte man 

auch ü\iPT ßOOi) Knechte und eine merkliche Anzahl Weiber und 

Kiadcf in der Stadt gehabt, gegen 10 000 Personen, so dass 

Ban brrdtft Kl6ster und Stifter halte ansprechen müssen. 

SiObi danu im FiQhjahr etwus liegen diese SlJidt iintentnmmen 

fMbUi so wrUrde dem Kaiser ^rliwerliih damit gtMÜenl sein, 

•m» »e ton Proviant entHösst würe. Wein sei zu bekommen, 

1* n>l virtn-T in Stadt imil Land vorhauden. Vieh dagegen 

wi schwer aufzutreiben; da^ KIsass wäre kein Flei^chland, 

kit Bauern ftlhreo mit Pferden zu Acker, hätten keine Ochsen; 

■as B>U5S(f «ic)i aus tx)t1iriiigen und anderen Orten mit Fleisch 

ttndutti. Im Ubrijjiea aber wollte man thun. was man könnte. 

Der Proviautmei&ler verlangt schliesslich 1500 Viertel 

Wcteni, IfiOO Roggen, 2000 Hafer und einen T^gerraum. Es 

vrico Ihm Dfli-' ' Ti - reu Verhandlungen vom Rate lOOO Viertel 

^nea zu 1.'' :, clien^^o viel Il.ifer zu 7 und (iOO Viertel 

Hpüen zu 17 äetulüng bewilligt, als Aufbeffahrungsort wir4 

^mr JIAllUteiJ) uod dos Kaufbauä beülimmt. Der Kommissar 

cricBrt sieb damit zufneilen: sähe er dorli. man ginge den 

Sfiitelwej;. 

Am 10. September teilte Jacob Sturm im Rate mit'): 
b fri Wolf Jeck abgefertigt werden, zu erfahren, wo der 

•iL «. tl. 



22 HoUaender. 

Kaiser hinausziehe. Der sei des Nachts zurückgekommen und 
habe ihm angezeigt, dass des Kaisers Kriegsvolk um Esslingen 
läge, und dass er vom Duca de Alba beschickt worden sei, 
samt zweien Metzgern und einem Knecht und nach der Strasse 
nach Strassburg gefragt, so dass die Vermutung, es werde 
der Zug auf letzteres gehen. 

Bezeichnenderweise wird der von dem französischen Könige 
Heinrieb II. zum Gouverneur von Metz eingesetzte Herzog 
Franz von Guise Über alle auf das kaiserliche Heer bezüglichen 
Vorgänge durch seine in Strassburg befindlichen Bevoll- 
mächtigten, die mit dem einen oder anderen Mitgltede des 
Bates in Beziehung gestanden haben müssen, auf das Ge- 
naueste unterrichtet*). 

Bereits am 9. September geht ihm von Strassburg aus ein 
Bericht über die Verhandlungen des kaiserlichen Proviant- 
meisters mit dem Rate zu. Tags darauf wird ihm von dem- 
selben Agenten mitgeteilt'): Er hätte am 3. September einen 
Boten dem kaiserlichen Heere entgegengeaendet , der am 
9. abends zurückgekehrt sei und gemeldet hätte: Als er am 
8. in Esslingen gewesen, sei daselbst um die Mittagsstunde 
der Herzog von Alba eingezogen, der, sobald er vernommen, 
dass jemand aus Strassburg anwesend sei , ihn durch seine 
Sekretäre habe befragen lassen, was er in Esslingen zu 
schaffen hätte und ob er etwa vom Strassburger Rate als 



•) Vgl. HoUaender, Eine Strassburger Legende p. U f. Neben dem 
Rektor Johann Sturm und dem früheren Leibarzt des französischen Ge- 
sandten bei der Eidgenossenschaft, Dr. Ulrich Cheliua oder Geiger, wird 
im Dienste Frankreichs auch ein gewisser „Levenus" genannt. {M^m. de 
Giiise ed. Michaud et Poiigoulat VI, p. 92.) Jedenfalls ist dies Gerhard Se> 
Tenus, Professor am Strassburger Gymnasium, über den Johann Sturm am 
26. April 1546 an den Cardinal Du Sellay schreibt: „Serenus celai- 
tudinis tuae studiosissimus est . . Diligens, fidus et bonus vir est et valde 
Qtilis ad rationes nostras (Baumgarten, Sleidans Briefwechsel p. 125). 
Auch sonst lassen sich seine Beziehungen zu Frankreich verfolgen (Enod, 
Die Stiflsherren von St. Thomas p. 12 u. 23). Seit 1553 ist ferner in 
Strassburg im Dienste der Franzosen thatig Nicolaus de Larbre (ygl. ■ 
Trefftz, Kursachsen und Frankreich p. 77), über dessen Persönlichkeit 
ich indessen bis jetzt nichts Näheres in Erfahrung bringen konnte. Über 
die von Strassburg aus betriebene französische Spionage vgl. übrigens 
auch Barthold, Deutschland und die Hugenotten p. 55 und 122 f. — 
*) M^. de Gnise p. 84. Offenbar ist es derselbe Bote, der auch im Auf- 
trage des Bates abgefertigt worden. 



Stnubntp Politik 1652. 



23 




11 ftbgasendet mj. Dadii habe maii ihn iinch dem nächsten 
die Markgrafschaf t Baden nach Strasätiurg ftilireDden 
W«ge g(-fnigt lind welche Städte unil Dörfur man zu fuisaiernn 
labe. Er hatte darauf geantwortet: er sei nicht im Auftrage 
dn Bates, Koaderti in Privfitungclcgcnheiteii gekonimeu, und 
twtr hätte fr GeechäTte mit dem Obersten Claus von HattstadC. 
Clffigens »i^icn rinigc aus dem Badisrlicn da, die als Führer 
» kuniiieu; die wolle er aufsuchen. So entlassen hab« 
aicli sofort aufs Pferd geworfen, sei Nacht und Tag geritten 
Abend hier angekommen. Die Schlachtordnung 
Urrücheu Heeres sei die folgende: \n dei- Spitze mar- 
itüerlea \ior Regimenter deutschen Ku:^svolks, darauf kamen 
1000 tretflich gerUatete Reiter, dttnn die Italiener und Spanier 
■dMt einer Anzahl üiiluneu und die Artillerie, zuletzt der 
Kaiser mit seinem Ijcfulge und zwei liegimeutern Kusävolk 
inier den Grafrn von £ber>tcin und Conrad von Bemelbcvg. 
Sobald ikr Kaiser in Slrasüburg einzöge, sctiliesst der Agent 
marn Ücnchl, würde ci »ich genutigt :jehen, zu Hiehen. 

Asf die Mitteilung .Sturms bin bnschloss der Rat, den 
laiier durch eine Rolsclialt zu ersuclieu, die Stadt In An- 
■hioif der erlittenen Kosten uil seinem und des Üeeres Durch- 
ag KU Tvrschuucn. Auf weitere Nachrichten indesseu, die 
ht KiutrelTi-n der kalüerliciien Trujtpeu bereits in Ettlingen 
fi«äUtt melden'), ontsclieidct man sich am 12., die In- 



■) Am 13 fwhelo«! 3iuah Stunui ,.E& haben die XHI Lundschafl 
kl. daion Mi |{v»t<ni taorK«o piner wi«(I«rkoincD, gemeMet: wie 
« vm 'ni***^ft «den In.) abands Uhr ouli Ruuu komeu. cbi wirt da* 
uutmgt. At* xa itiuult of ISOOo lUrk und ^n Kitlingea uf 
■aaD stark furirrt, «nhalb er kIcicIi wkik-r llIIlF^■k(l[t^l". Auch 
■chrävn die XIII dic^Ibon KtmiiM;]iafhT beuutzt ku haben vic 
^ttsHburg befiittUitüie fraiti^siMlit? Ajteut (.pcnsiaDD&irf Ju roy"), 
13. Scplcnl'rr IUI den Uenif «od Giii».- «.-bivibt: .,J'ay cnvoyö 
'mvn homme, je in. de »|)i., pour PDlcodrc do rEmpermir et de 
ckcnun. lequel ntanl arrir^ c« jMir-l& A llaat^t Ironva \k d«ux 
it PEnpprcur. Ii<e^iieh aroiciit cotumaodt! qa'on feit pro- 
4« TTTTM ptnt dix-buii mil bomniv». Par quo; dcspescha aouilam 
-ppur tn'tti adverür, Ivquel arriT« ä moi rutui^me de sep- 
L* — ÜMa (N lo Üinuibarg ciae Atuald wagbalaige, eu SpioDeu- 
itrmtm GcaeUt-a gab, z^tgt die aus dictfu Tagca hcrrahreode 
^ ■»• ( ■■B KofcitMch an den Rat, worin er bittet, ihn ali 
I bMteOea, da er fmosaräch and ilatienisch aptwhea kOuoe 
tiOt bUMT ab«l {gehalten, wolle er dcb Alfter «o1 kalten". 




24 Hollaeader. 

stniktioD nur auf das KriegsTolk zu stellen. Zur Botschaft 
werden Jacob Stunn, Friedrich von Gottesbeim und Dr. Ludwig 
Gremp geordnet. Die Schöffen soUeu am nächsten Morgen 
berufen werden, tags darauf die Zünfte; beide sollen vor un- 
nützen Reden gewarnt werden. Eine Kommission hat über 
den Empfang des Kaisers zu beraten, ebenso wie man die in 
seiner Begleitung befindlichen Fürsten ehren wolle. 

Dienstag den 13. September erhält man genauere Nach- 
richten. Der badische Kanzler meldet, dass der Kaiser nach 
Rastatt ziehe, wo ein Teil des Kriegsvolks mit Schiffen und 
Flössen übergesetzt werden solle, während er das andere in 
eigner Person über die Rheinbrücke führen werde. Der Oberst 
von Hattstadt schrieb, dass er im Auftrage des Herzogs von 
Alba am 13. in Strassburg einzutreffen gedenke; dass man 
einen gnädigen Kaiser habe, derselbe werde kein Kriegsvolk 
in die Stadt legen, noch selbst herein begehreu; so man ihn 
aber einladen würde, werde er dem Rate zu Ehren kommen, 
aber niemand mitbringen, sondern sich der Bürger Wacht an- 
vertrauen. Er, Hattstadt, riete, man solle ihm entgegenschicken 
und ihn einladen ; solches würde der Stadt von grossem Nutzen 
sein. Auch habe der Herzog von Alba ein gross Gefallen am 
Rate, dass man dem kaiserlichen Proviantbeamten so entgegen- 
gekommen. 

Endlich entnimmt man einem Schreiben des obersten Kom- 
missarius und Proviantmeisters des Kaisers, Franz Duarte'): 
Sein Herr würde am 10. in Vaihingen, am 11. in Bretten, 
am 12. in Ettlingen, aro 13. in Rastatt, am 14. in Lichtenau 
eintreffen. Donnerstag den 15. würde das Kriegsvolk in der 
Umgegend von Strassburg einquartiert werden') mit ernst- 
lichem Befehl, den Leuten möglichst wenig Schaden zu thun. 
In der Stadt würde seine Mt. mit etlichen wenigen namhaften 
Personen liegen und sonst niemand. Sie sollten sich mit 
Proviant, namentlich mit Brot für das Kriegsvolk versehen 
und solchen auch 'nach Lichtenau senden, da es ein gar un- 
bedeutender Ort sein solle. 

In Bezug auf den letzteren Punkt erklärt man dem von 



') AA. Ö79. Sept. 9. Vaihingen. — ») Dass das Itinerar Stalins 
(ForBchiingen zur deutschen Geschichte 5, 5S2) mehr&ch zu ergänzen und 
XU berichtigen ist, hat schon Druffel gezeigt (a. a. 0. 2, 762 und 778). 




Stxsabnrgs PoliOic 1662. 



25 



Eoffebcei dass man nicht viel Proviant entbehren könne, doch 
«olle nan K. Mt. /u untentiäuigsteni Oefallcn thun, M-as man 
TcTBÖcJite. Pie Schöffen werden beschickt, am folgenden Tape 
mI den Zünfti^eo aus dem Verghti' an jene ein Auszug Tor- 
jiclBen wenlen mit der Wrinahnun^, ge^en die F-'rcmden 
fmuidUrh KU ifcin; man hoffe, die K. Mt. würde nicht lange 
ÜCT Tcnretlen. 

Höchst bemerkenswert wt das Schreiben, welches der ohen 
awihnte französische Agrnt ') an demselben Tage (13 Sept.) 
des Herzog von Oui^e naih Metz ücndet. Derselbe zeiyt tich 
«iedrr aof das best«? orientiert, da seine Mittfihingcn durch- 
•nc durch ansere Akten hestätiKt werden. Durch die von ihm 
Mcetcbickten Bot«», »chreibt er, habe er erfahren, dass 
küerticbe KomDiiBsaricn am 10. in Rastatt eingetroffen wären, 
«dcfce fUr läOOO .Ma.nn Proviant verlangt hatteu; am 12. 
Utte Alba dnselh-it ulicmnchtet, am 13. wurde der Kaiser dort 
im [^ ' trtjer aufs'-hlagen. Derselbe wüide setl'St mit 

dacu . . _ ;nfä Heere» di'u Rhein auf der Sti'ashburger Brücke 
ibindtrviten, dos übrige Kricgsvolk, angeblich 40000 Mann, 
•ler- and unli;rhalli von Rastatt hinübergehen, um den Weg 
genau einxuäcMugeu. Während er dies schreibe, erhielte 
chricht, dasä man ?on allen Seilen Schifte und Flosse 
bre, Uta möglichst schnell den Übergang zu bewerk- 
Der Kaiser würde entweder am U. oder spüteätens 
hterherkonimeQ. Derselbe habe mit gi-osser Schlauheit 
! laitfen, dans die Marächricbtung seines Heeres nach 
- aoch dort Quartier bestellen lassen, in Bretten 
.urwrlund in der Richtung nai-h Sirasaburg ab- 
i*n.'> Der Oberst von Hatcstadt, den man diesen Abend 
' ffwxrle. habe dem Rate geschrieben, dass dieser 

„ .^igen Kai&er hatte, dass der letztere notgedrungen 

4<ii RbeiB vermittelst der Strassburgcr Brücke überschreiten 
aBaw, tmd dajs 4e, wenn sie seinen Einzug in die Stadt 
«idrt wünschten, dies leicht erreichen könnten; ferner würde 
«r. £ül« er käme, nur von einem kleinen Gefolge begleitet 




^ V^. «bcB p. 33 1 — *) Bereite am 7. September teilte Karl V. 
^r SOKifia Uarie mit, iUm er Ana Ithcin aul der Stnwbnrgpr linicke 
wm ■ttr w h fri t rw gtdftchtv. (Latu, &. a 0- 3, 486.) Sflbstvf^tändUch 
«dkr Kaliar akJit larlier beJcaoDt, wo er dva Slroio /n pauiervn 



26 Hollaender. 

sein, sich der Wache der Bürger anvertrauen und keinen 
Aufenthalt daselbst nehmen, da es ihn dränge, nach IjOthringen 
zu kommen. Duarte habe dasselbe geschrieben. Deshalb seien 
diesen Morgen die Vertreter des Volkes, die 200 Schöffen, 
berufen worden'), welche, nachdem ihnen die Sachlage aus- 
einandergesetzt worden wäre, beschlossen hätten, Gesandte 
zum Kaiser zu senden, nicht um ihm Quartier in der Stadt 
anzubieten, sondern um ihn, falls dies möglich, davon abzu- 
bringen; wenn er aber darauf bestände, ihn zu bitten, nicht 
mehr als 300 bis 400 Leute mit sich hereinzufahren.') 
Leider könne er dem Herzog von Gutse nicht die Hoffnung 
machen, dass man dem Kaiser den Einzug verwehren würde. 
In der That gäbe es im Rat und der Bürgerschaft einige wohl- 
gesinnte Leute, welche der A.nsicht wären, dass man es eher 
auf das Äusserste ankommen lassen sollte, als ihm den Ein- 
tritt zu gestatten, aber der Adel, der Klerus und einige Kanf- 
leute, auch sonst seine Anhänger, halten an ihm fest^), so dass 
ich fürchte, dass er während des Krieges hier sein Etappen- 
quartier halten wird.*) Sicherlich zieht er nach Lothringen; 
ob er aber die Strasse nach Zabern oder eine andere ein- 
schlagen würde, sei noch nicht festzustellen gewesen, obwohl 
man angeblich nach jenem Orte Proviant geschafft habe.*) 
Die meisten halten gleichwohl dafür, dass er geraden Weges 
nach Metz zieht. Von einem wohlgesinnten und vertrauens- 
würdigen Manne habe er erfahren, dass der Proviantmeister, 
der dieser Tage in Strassburg gewesen wäre, einen Spion nach 
Metz entsendet habe, um, koste es, was es wolle, daselbst 



') Bekanntlich bestand der Strassburger SchöfTenrat aus 300 Mit- 
gliedern. £s scheint hieraus hervorzugehen, dass der JBriefschreiber kein 
Strassburger Burger. — ^) Die Angaben bei Sleidan 3, 399 stimmen im 
ganzen damit überein. — ') „II est vray qu'il y a cntre ceux du s^nat et 
da peuple aucuns gens de bien qui sont d'opinion qu'on doit endurer 
toutes cboses plustoat que de ly laisser entrer; mais les nobles et les 
prestres avec aucuns marclionds ailleus adberans tiennent pour luy". 
{M6m. de Guise, Michaud VI, 85.) — *) Ähnlich schreibt Erb an Bullinger 
am 27. Sept.: „Metus ne Caesar in Alsatia si a Gallo fitgatus fuerit, 
hibemet. Reliquae enim provinciae propemodum omnes sunt exhatistae 
(Codex Baumianus). — ') Am 19. Sept. schreibt der Herzog von Gaisa 
an den K&nig: ,J'avois est6 adverty qu'il avoit pris son chemin pur 
Strasbourg et S&Teme, pour aller droict ä Nancy et s'ea saisir. (Mäm. 
de Guise p. 89.) 



StxassburgB PolHIk 15&2. 



27 



Ikaguif; za Üntlm and KJcb aber die StreitkrüUo, Vorrütc, 
3llBiiiioQ Bowif die Hefcsr-igunt^en der Stadt zu unterrichten. 
& habe noch nicht errahren künnen, welchen Bescheid <ler 
IfnB jtunirkgeb rächt hatte') An Getreide upd Wein sei 
Aon JaJir im KIsom keia Mangel, in Strassburg beginne 
Mit bereits. BrwJ und anderen Proviant aufzudtapeln. Kr, 
to^ Agent, vürde hipr bleiben, so lange er könnte, um scint^n 
•Ute iMchicultommcn. 

Am U. Seiilciubcr erscheint der Oberst von HattsUidt 
idfan im Kate und trägt demselben vor*): Der Kaiser liesse 
tau für den seinem Proviantmeistcr gegenüber bezeigten 
Willen danken Er sei entschlossen, mit stattlichem 
Totk iielfst (leschiltz und Munition den Rhein zu iiber- 
Kfemten, tmd zwar wolle er den einen Teil seines Heeres auf 
ScUlen and Flössen bei fiastati, den anderen bei ihnen 
«W die Diilcke filiireD. Da er »ich ei'st im letzten Äugcn- 
ÜKie fUr die Stelle (le^ LI'l'I'^au^'s entschieden habe, hätte 
Bmen früher keine Nachricht i^ebeu kcinnen. Sie sollten 
4aket ohne Süunicti die ItrUcke völlig instandsetzen und die 
M &MUII rorsammclten Fahrzeuge mit erfAhreneo Schiffern 
H btmaBen. Auch fUr Proviant sei Sorge zu tragen, damit 
te Kric^roDt. «elclies lUu-igcns Strassburg selbst nicht be- 
rttwD KoUte. der Cnigegond keinen Schaden zufUgte. Enillich 
Mlc er «in LiercruDg von Palver, Kugeln, Scbaufcln und 
Bmax. 

Man «otlc, wurde dem Abgesandten erwidert, die Brücke 
•cnUrkfD Uf^rn, besorgte aber, dass sie trotzdem nicht fest 
pai«$ <ei. um da» (je^chülz zu tragen. Das letztere nure 
^gmtr ""f '^'■'titTen binüber/ntUhren. falls die Kaiserlichen Gc- 
«tUrr es herein und herauszuheben. Pionlerwcrkzeug 

Mi, iK>U« man das /ctirilmnx nicht cntblössen, nicht zu eiit- 
•ucli bei den Biirgei'n könnte man solches nicht 
da man uu^enbücklicii den grusseu Bau balle. Kugelu 
«■näficbt« man niriii zu liefern, dagegen 300 Zentner rulver; 
4och soHle es nicht in Aes Rates Namen geschehen. 




XmJi Uta enlHJullB kaiserliche 8pi«ie «otden auch io ciixna 
■.<Am erw*lint. Omk. », 497.) — ') B. u. ai. 
ufld lutrut'tiüu HntutsdU ist am 1^- Sept, xa 



2B HolUeoder. 

Oleich Dach der SchöffeaabstiminuDg am 13. hatten lUl 
Strassburger Abgesandten die Stadt verlassen. Koch an darif 
selben Tage schrieben sie aus Lichtenau, dass der Kaias 
zwfi Regimenter an die Rfaeinbrücke beordert, da er die 
teilung erhalten, dass der Franzose dieselbe verbrennen 
In der That hatte auch der Bischof Erasmus den Dreizehi 
zu Strassburg geschrieben, dass 2000 Pferde und 15 E^ol 
welsches Volk dieser Tage auf Buckenheim *) und Zal 
verordnet, aber wieder zurückgezogen seien. Femer sei 
am 11. nachts der Herzog von Äumale mit 6000 leicht 
Itcitern bei Morchingen gelegen haben; wohin dieselben zieb 
würden, sei noch ungewiss, aber zu vermuten, dass sie näi 
leicht des Kaisers Anzug in Erfahrung gebracht hätten. ') 

Sechs Meilen von Strassburg, In der Nähe von Rast 
Oller in demselbrn^), trafen die Gesandten mit dem Kaii 
zusammen uud bntcn ihn, das Gebiet der Stadt zu schone 
einen Teil des Heeres anderswo hinüberzufuhren und we 
mit grösserer Ilcercsmacht in Strassburg einzuziehen noch av, 
dor Verfassung der Stadt etwas zu ändern. Der Kaiser ant? 
wurtt'to ihiu'n überaus gnädig: Er erkenne vollauf an, wie 
hervorragend tnpfer Stnissburg sich kürzlich benommen und 
wio verdient es sich dadurch um ihn und das ganze Reick 
giMiiacht hittte. Er würde dessen stets eingedenk sein und 
ihnen hei GeUHIonheit seine Dankbarkeit zu erkennen geben. 
Sie mllssten seine plötzliche .Ankunft damit entschuldigen, daa 
der Markgraf Albrecht alle Schiffe verbrannt hätte, und ihn 
dio Kunde von einem seitens der Franzosen beabsichtigt« 
Ktnlttll ins Kl^ss zugegangen $ei. Ausserdem hätte ihn aud 
dio vorgerückte Jahreszeit bestimmt, sobald als möglich ai 
vleu Feind herauf ukommeu. Er wünie sein Heer ausserhall 
der Stttdt vorleituhreu . diese nur mit seinem Gefolge be 



'J Jeui S4*tuu^\^u. — » .VA. JTä IVr Rm hat;« sofort dem kusv 

iK-fcfU Itvx Autiut'bift fvu lit^m :S^-lu:¥iNfo K<»muü» f«^«bea. — Aach an 
l.\ SccCi^tuS'r etti'.eU utau «tts Lau^l-tem N:ictirklii)Mi äti«r Bewegnngei 
Jvr tiA;i-.'.\,isvhfU IVtti'jya. •" ,S;x 4^ urt* iiiillähbaä~ (^Sleiduk 

vViUBLiout*:'.! ,1, .iyi> u'j^ fö!»rc»whö»-l p. :iö<>*. In &b Mim. de Goia 
p. S.» '•l:\1 Jv fe^tKruut^: wa K^cacs a*.'!l Stris^on; auf ^m lieae 



SmabDTgs Politik 1052. 



tRlra, MiL'Ikl] ciafn Imbiss hier eiunebmea aad nicht eiu- 
aal ilaAeliK-t übernAclilen. 

^iKÜd die GusaD<UcD nach Strassburg zurückgekehrt waren, 
tonltia (He Bürger ,in Harnisch gelegt", die Wälle, Türme 
«4 V mit Ffbtitw'n stiUtlich besetzt, ebenso die Thore, 

v^äk >'>'ii^^.ns n<it Ausnahme von Metzger-, Weisstuno- und 
Scräftruscrtbur säiiitlit:h geschlossen werden.') An den 
IfUlereD drvi beziehen je 50 linndsknechte und Bürger unter 
BeMile von KaLsherren, »eiche zu bcKtimmen IihIicq, wer 
wi Oiier nicht, die Wache. Einige Leute haben 
\ki DADL'Otlich auf die Schie^sgatter acht zu geben, falls sich 
ciB LärOMn /utrüge, Der Warhiriann<fliaft wird einge^chürft, 
od )^Qhrl](-h zu vi'rbftlleu, lien Vurboiziehcuden guten Be- 
tAewl m Ktfbi'D und l>ate niederen Standes fortzuweisen; 
ktet aber jo^mand .nanihnfiigcs*, so ist solches dorn Am- 
tmbtr KOZUzcigt'D. Die Niichtbut wird von 300 Mann ver- 
Ttdea, Je 100 hi^en in iler Knitenau, rnterwagnera'), Metzger- 
|BhlK. €ie zieht um 6 Uhr abend» auf and erhält von den 
^^t' «or^e*et£ten Ilatsherreo die Lü:^ung. 

X>teAbspermng^nia.«sregeln werden mit der grössten Streujie 
beob«dit«t. Auf die Anzeige, dass der Johanuesgiessen gur 
trade üe Knechte durch die Pfähle eindringen, müssen 

Ar \Vt .,,tor dort einen Verschlag anbringen und einen 

i*r.*t».^ aufwerfen. Am 14 bekehren die Proviantmeister, man 
r»t'if fuuf Personen, so vor den Tboren, hereinlassen; sie 
»ur<>>ri nicht Über Nacht bleiben, seien aber zum Proviant 
i..o \:"Un. Am 15. bittf t die englische Motsi,hnrt, desgleichen 
#* il> -<'h'>f« von C'Ölo KinlasA. Die erstere wird durch 

Aed in M ual, den Strajs^ibui'^er Agenten der englischen 
Bniierutic. ernpransi-n.') An dernsellion Tage sendet Ferdinand 

^ Dam Tbürli^ u> fiOducoralj], das Omulcl b«i deui SAa«ast«g 

(orUaswo. der l^brtcg und die brortte 1>ehn Rnflcnfck ab- 

l»en Si-htfftni winl »ttliolen, jenainl«« auf dem Wasser 

— ') I>ir IwBtigf WfiaKlamucrasse. — *i gFiiit liic nohts- 

4. Ml il^na »t AjrhanuL* Stradao aa Cecü lB&umgui«o, äletdaas 

lacfad fk. 3r*A > Otr n«Ucobi> GeModucliaAnekx»Ur Rofnr Aacbam 

^ t^ «cteMB ttnlligifea Aofenüiali in SlfMiburK sehr befriedigt 

^h H* ■ Bt ra»> w m «v," K-hrrihi i>r, „glaubt« irh mich m daa alte 

^•9*1^ iiijiUl, mmr daa «orv itarkm MHUvrn zu dem Itildc oicbt («MteiL 

ek baHltfte ntcii jeav lakontfidie Art, die FrugabUt in der 




30 Hollaender. 

Alvarez von Toledo, Herzog von Alba, an den in Strassbnrg 
sieb aufhaltenden Hattstadt seinen Küchenmeister, Einkäufer 
und andere seiner Diener mit Mauleseln; er solle bei denen 
von Strassburg „seinen Freunden" anhalten, dass jene in die 
Stadt eingelassen und an den Thoren erkannt würden, damit sie, 
wenn sie ein anderesinal darin zu thun hätten, keinen Aufent- 
halt hätten. 

Infolge der Schwierigkeiten, die an den Thoren gemacht 
werden, kommt es daselbst öfters zu unliebsamen Auftritten. 
Am 17., heisst es, hätte es dort ungeschickte Worte ge- 
geben, wodurch etliche Grafen, darunter ein Fürstenberg, so 
erzürnt, dass sie geäussert: so ein Strassburger durch ihr 
Gebiet kommen sollte, würde er dies Benehmen büssen. Der 
Rat sah sich veranlasst, die Herren um Entschuldigung bitten 
zu lassen. Am 16. soll einer durch den Arm gestochen, eil 
anderer über den Kopf geschlagen worden sein. Die an dei 
Thoren wachhabenden Ratsherren erklären hierauf zum Bericht 
aufgefordert: es sei jeder der grossen Herren sogleich herein- 
gelassen worden , möge wohl bei dem argen Gedränge einer 
„an einer Hellebarde gehenkt oder geritzt worden sein". 

Am U. September hatte der Anmarsch des kaiserlichen 
Kriegsvolkes begonnen. „An diesem Tage zogen 42 Fähnlein 
Spanier und Italiener neben der Stadt hin, lagen zu Schilke, 
Bischheim und daherum. Den 15. kamen 46 Fähnlein deutsch 
Volk. Das Geschütz stand bei St. Arbogastbruck, waren 
63 Stück, klein und gross.'") Da es an genügendem Proviant 
und Fourage fehlte, und die Kriegszucbt im kaiserlichen 
Heere auf einem sehr niedrigen Standpunkt stand'), nahmen 
die Leute, was ihnen fehlte, mit Gewalt. 



Lebensweise, der Ernst in dea Mienen, die Sitten durch bargerliche £m- 
&cliheit ausgezeichnet, wenig lockend zu leichtem Lebensgenuss ; die 
Geister voll hoben Schwunges und doch bedächtig nach lakedUmooiBclier 
Art." (Katterfeld, Boger Äschtun p. 193.) 

1) Schadaei Chronik. — „Am 14. September zog das ganze Heer 
über die Bheinbrücke und lagerte sich zwischen dieser and der Stadt; 
aber der Kaiser blieb zu Auenheim und kam erst am fünften Tage her- 
nach, als die Armee wieder aufbrach, nach StraeBbut^." Friese, a. lu 
0. 2, 283. — ') So hatte sich namentlich das spanische Kriegsvolk sdioa 
bei seinem Marsche durch die Lande des Eönigs Ferdinand in Tirol hSchtt 
ungebührlich benommen. „Zu Tel& haben aie drei H&oser verbiaoiit, die 



SmuBbargs Tolitik \r>&fL 



81 



Schon »n» M. September wini im Rate nncfezetfrt, dass die 
KsMlitr beim Vorbeizivlicn den Bürgern grossun Schaden 
M. babei erklürou diu Proviantincister: „Das Volk liege 
*o uod liiuigcre; sie lieaorglen, so man ihnen nit hclf, 
51** unKescliickt würden'*. In der Nacht lieReo fünf 
lentcr beim Zie^elliaus, für die 20 UOO Brote, Wein und 
L'h gefordert und hernuii^cschiifft werden. 

Von allen Seiten kommen Klajicn. Da bittet der „Vater" 
Kanbftuse, ihm I^ute zu senden, die das Volk ab- 

lo der Ruprecbtaau, lllkirch und Nenhof wird von 

Ja ReilL'ni Heu und Stmh liegebrt, man wUrdc den Hauern 

tUa Darli über dem Kopf anstecken. !n anderen Ort- 

«klfttn werden Pferde und Jtinder geraubt. Bo wird u. a. 

pkiiigt: „K& lieg viel Vieh zu Sdnltigheini, das die Welschen 

and auch Eelha gefitorljcn, und sei ein Ubier 

ik/' Die Beschwerden bei Obersten und HHuptleiiten 

sAMoen menis Erfolg gehabt 7.\i haben, selbst nicht die Gnt- 

■odong des I>r. Gremp an Alba selbst']; denn der Rat lieäS 

XAodleutcn uiitteileu: „Weil mau ibuen jet2t zu helfen nit 

müeslcn sie es eben leiden , wie andere auch." Die 

^uacJirehno^en hattea srhticHslich solche Ausdehnung ange- 

■aoMBea, daMf tni Raie am 17. angefragt wird, „ob man für 

■aacr Ucircn durfer, die noch aufrecht stehen und unge- 

vdIl salvagarden bei der Kanzlei usbringen''. Als 

■ :'1ireiter die durrh Dr. Kopp erlangten kaiserlichen 

it iii Uteubcim anhofteD, werden sie von den Spaniern 

BorschAfl beraubt; dieselben brechen erst recht in das 

tkofff ein ood pHlndem es aus. 



gMrUagm, uuknv umt Weibern and Kiiu1«ni aui ileo HiDsam ge- 
■d rrorifttil hitivcgg«ni<ituiiea ihm OclkUrn». Zu Ffunds idiid die 
ilurch tlu ilurchaieluiMle Kriegsvolk in Grui>tl verderbt 
and an ihim nit gchflifbn . fst tu besor^^n, ilus mererteUs Haa.4 
nW •wIahmi und kielt üi da» Klend li«gebeti maweo." (Innsbr, 
Iv. Aa djf K- Mm Auch die KObiküi Marie bat im August ibraa 
, 4ra Katsrr, iqiuüschR und iulicniiu-be Truppen wegen der G(^ 
■^CMli|.fcaifrn tli« lie Qbenl) Teittbten, nicht in die Niederlande eu 
Mrim iLaua. a. a. 0. 3. <ÜS.) 

1) DifHib« >pT«di ><rmr teln Ilelnufrn Obpr da« Undieiiene aoK, ohne 
t^rnrnm writarea Ptandtrun^m Kinlialt tbuii zu köDnni. Ein« Audietn 
%i 4mm Ifimi ta lUeaer Aogtleg«iibelt «rar ni<^ht tu erlangeu, da duaer 
•fc Bi«Mi«tall«aMlwitca Alba uberline. i^jlcidan, 8, 401.) 



33 Hollaender. 

Man kann sich daher vorstellen, dass die Stimmung in der 
Bürgerechaft eine erregte wurde. Schon vor der Ankunft des 
KriegSToIkes hatte man Schöffen und Zünftigen eingeschärft, den 
Fremden gegenüber sich freundlieh zu erzeigen. Trotzdem 
kam es hier und da zu lauten Äusserungen des Unwillens. 
Als der Rat solche „ungeschickte Worte" seitens des städtischen 
Büchsen ineisters Graseck erfährt, beschliesst er: „ihn beschicken 
und ime das maul übern schrägen richten und ernstlich unter- 
sagen". Mauern nud Wälle liegen allenthalben voll von Weibern 
und gemeinem Volk, die „unnütze Reden" treiben. Ein Bürger 
wird sogar beschuldigt, geäussert zu haben, „so die Kais. Mt. 
alher komm, wollt er der erst sein, der ein kugel auf ihn 
schiessen wollt". Obwohl erustlich „bei I^eib und Leben, auch 
bei VerlieruDg von Hab und Gut" Knechten und Bürgern ein- 
geschärft worden war „weder am Tage noch in der Nacht, 
früh oder spät" einen Schuss abzugeben, wird am 17. im Rate 
geklagt: Man habe heut morgen vier schuss gehört, schiene 
mit einem Doppelhaken beschehen zu sein und auf St. Claren- 
bollwerk". — 

Der Kaiser war am 15. September nach Auenheim ge- 
kommen, wo er bis zum Morgen des 19. mit seinem Haupt- 
quartier verweilte. In dieser Zeit lag das Heer in der Um- 
gegend von Strassburg, während die Geschütze und der Train 
grossenteils zu Schiffe unter nicht geringen Schwierigkeiten 
über den Rhein geführt wurden- Montag den 19. setzten sich 
die Truppen in Bewegung*), während der Kaiser selbst mittags 
durch das Metzgerthor seinen Einzug in das von ihm vorher 
noch nie besuchte Strassburg hielt ^) und von dem Rate in 
der anhänglichsten und ehrfurchtsvollsten Weise empfangen 
wurde. ') In der Begleitung Karls V. befanden sich nach 



') Nicht am 20. wie StSlin (Forschungen z. deutschen Gesch. 5, B82j 
nnd nach ihm Griessdorf a. a. 0. p. 11 schreiben, — *) Der anschauliche 
Bericht bei Sleidan (Comm. 3, 400 u. Briefwechsel 254 f.) wird ergänzt 
durch die Kleine Straasburger Chronik (ed. Beuss) p. 6 und Schadaei 
Strassburger Chronik. — ') „Amanter et honorifice exceptus a senatu.** 
(Sleidan 3, 400.) Auch der Kaiser selbst war über den ihm gewordenen 
Emp&ng ausserordentlich befriedigt. „Je suis parti de Strasbourg", 
schrieb er am 25. December an seinen Sohn, „ou j'avais ^t^ re^n stbc 
les plus grandes d^monstrations d'amour et de bonne volonte. (Chaliert, 
Journal du si^ de Hetz p. 1S9.) — 'Wie die EL Str. Chronik berichtet^ 



StiMlbvrgi Folitik 1662. 



33 



n natrr aociercn der Herzog von Alba, der Markgraf 
von linititifnburg, der Herzoi^von Holstein, lunaDuel von 
MTOfeo, dor Prinz von Oranien, GraDrella, der Bischof 
EiMmiu und »00 Reiter. Ausser des Ilauptmaon Medardus 
Flfakleia bitUeUm 400 Biirgor itii UarDiirch vom Metzgerthor 
bis aber die Schindbrüchc Spalier ^und war ein solches troai> 
peUB und bcen>"uckhen durch die ganze statt, dass keiner 
eigen wort vernemmen kunte". 
L-Ato der Kaiser, der durch die Kurbengasse geritten war, 
vurbcikam, an dessen Pforten der gesamte Klerus 
lang genommen hatte, &ti^ er vom Pferde und liesa 
iDdem er sich auf einen weissen Stab stützte, von 
'te Getstlicheo in den hohen Chor des Gotteshauses führen, 
ii «ekliem er übrigens nur eine kurze Zeit verweilte "), 
ncfa ali>bald zum Imhiss zu begeben, der ihm im Hause 
Ueyers geboten wurde.*) Nachdem der Kaiser 
Mahl «flgenommen hatte, überreichieii ihm Abgesandte 



Qui die AbgeUDdtcn dea Itates, an ihrei- Spitx« Jikob Sturm, bta 

Wwa Blieinbracke enticvn^Q^eritUn, iro de dea FussfAll Uiatcn. 

Sinm den Eaber mit einer Anrede begrflMic Das Gleich« that 

Av Kaailw Dr. Wehii^er in Namw des ebenftUB aDve«iud«n Bfe<JiDfit 



*) lAtscflungeo der G«cll;jcluLft fnr Erhiiltiini; der gescbkbtlicbeD 
in Ebirw, -J, Folg«, 14. Bd., p. 34». — *) Slcidan kKtm 
die Zu&Uigk«tt diiani Bttuclics bcrioriiebcu: «Forle pne- 
to w n do« «m tcmplam prirnuinnt, ostentuUbos fbi se niaaiflds ac 
ktviUotibuv". Nscb Sp«cklin a. a- 0. p. 369 stieg der ICatser am 
■b. ciog toR Cbor, wo man »Bb lutbolnebsn Geiitlidten der Stadt 
It bttte, obfrhnnden. und terricbtete da seine Andacht Reim 
■aeti' er mm Ilentog rem Alba, der ifam deu Steigbügel 
■■f Fnaiteilcb: »Es nebt allea diag wobl, «aa lial mao denn zu 
I, bat man nil jtriHlcr i^nuK? und liicbeh«~. - *.i ,I>a« Kckbaa« 
d«r Hfljut«rga.^sen mit drm Altaa und Krker, da aucb die Eayser ao- 
ttehoL' tKl. Str. ClirooUi, p. 7.) F^ hl da» Haiti Monaur- 
al 33. {V«L Bejbotb. Daa alle tjtraxburR, p. 82, mit Abbikhug.) 
PnaB, Bmabouqi OlastrA 1. p. 6^ crhwlt e» apftter dk iDschrift: 
jy Caralu V inp. Mag. Inpp. aufq;. I'^rlderici III pronepoa et MuimiUaoi 
aaoo iZM XID. calevd Uclvb. faarum aediuin uti liospitio dlg- 
notat pTBCscuti nnorum ma{omin memoria, suam quoque 
ba ittaignibiti «l tituJo oAtam tni mandabat 1552." 
nnlf « aadi ran Kiner Xirhte, der Henogin von LotluiD|:«n oad 
I Tärbt«n (>npfiu|{«n, mflcUe bereits Bin 12. S^ptemVer wieder iu 
«tnirritleB nr. (!}pe<-)[1iii a. a. 0. p. 869.; R. u. 21.) 
t am,\. d- «Burrt. y. r. ii. i- 3 



34 HoIIaeoder. 

des Rates und des Klerus das übliche Geschenk.') Der Kaiser 
dankte von neuem für das tapfere Verhalten der Bürgerschaft 
in den jüngst verflossenen unruhigen Zeiten und bat, die 
Plünderungen des Kriegsvolkes in der Umgegend z,u ent- 
schuldigen. Die Stadt müsse bedenken , dass bei solcher 
Menge allen Übeln nicht vorgebeugt werden könne, und dass 
er genötigt sei, des Reiches wegen in das Feld zu ziehen.^ 
In der fünften Stunde brach er wieder auf, „ist auf ein 
niedertraechtiges bräunel gesessen", und ritt in vollem Regen- 
wetter zum Steinthor hinaus, von dem Rate bis zum Gutleat- 
haus begleitet. Die Nacht blieb der Kaiser in dem den 
Böcklins gehörigen Dorfe Bischheim in des Scbultheissen Haus.') 

In dem Berichte eines französischen Spions heisst es über 
die Anwesenheit des Kaisers: „Lundy demier environ une 
heure apres inidy il veit entrer PEmpereur dans le dit Stras- 
bourg, oü il disna et s'en alla souper et coucher ä Peachine 
qui en est ä demye lieue. Le dit empereur est fort casse et 
chemine avec un baten en une main, s^apuyant de l'autre sur 
un hemme qui le conduit". *) 

Anfangs Mai, als der französische König bei Zabern lag, 
hatten der Kaiser und der römische König der Stadt eine 
Anzahl Fähnlein zur Verfügung gestellt, welche der Rat aber 
abgelehnt hatte, da man an Truppen zu Fuss und zu Ross keinen 
Maugel hätte, und weiteres Kriegsvolk ohne „sonder Gefähr- 
lichkeit" zur Zeit in der Stadt nicht aufgenommen werden 
könnte.-^) Gleichzeitig aber hatte man beschlossen, den Kaiser 
zu ersuchen, er möge Strassburg in anbetracht seiner schweren 
Unkosten eine ähnliche Generalabsolution bewilligen, als Ulm 
erhalten hätte. Am 21. Mai wurde die betreffende Petition 
aufgesetzt, welche Dr. Heinrich Kopp dem Kaiser überreichen 
sollte. Infolge der kriegerischen Verwicklungen aber und da 



*) Die ersteren übergaben „ein grosses verguUU geschirr, darinnen 
1000 Strassburger neuwer goldgülden, sechs schöne ochsen, sechs fuder 
wein, 100 viertel habern und 100 etuck tische", die letzteren „vier schöne 
ochsen, secha fiider wein und 100 viertel iiabem". (Kl. Str. Chronilc.) 
Vgl. den Kostenzettel bei Mone (Zeitschrift f. Gesch. des Oherrheins 16, 269). 
— *) Sleidan Commenlarii 3, 400. — *) Strassburger Kl. Chronik p. 8. 
Dagegen finden wir bei Heitz nr. 469 (reges et imperatores in Alsatia) 
die Angabe: „Er blieb über fiacht bei einem armen Bauern in dem 
fiuisersten kleinen Häuslein gegen Henen (Hönheimi zu". Ähnlich Speckliu 
p. 369. — *) M6m. de Guise p. 92. — *) Vgl. oben p. 2. 



StnMlMf«! Politik 16&a. 



35 



tieri Aufenthalt di-s HL-rrsehers im ungewissen, hatte 
AtisenüunA iles Bcvollmuclitigteii von Tau: icu Tas! 

• i.rM:ll0beiL 

At.^ ono Am 19. Septenber der Kaiser mit seinem Hof- 

iiAitP in Strasaburg anwesemf war. teilte Jatob Sturm dem 

ivkn£lfr GraiiTflla mit: Sie liätLun ihre Petition, von welcher 

Vr letztcrt! Übrigem schon vorher in Kenntnis gesetzt worden 

«ir, erst nach Innsbruck, dann mich Speier senden wollen. 

Dh nun S. Mt. sich hierher gewandt, hütte man es nicht 

ftr pa!?*pr>cl pmchlet, das Schriftstück neben dem fieschenke 

n '' !)- Man erblitc sich in der Angelegenheit seinen 

%»••. ut:i Kanzler erklj&rt« sich lUiauf bereit, wenn msn ihm 

> .-<i)[jplikalion übergeben wollte, die Sache zu fordern. Am 

^leo wir« ea jediwh, da S. Mt. jetzt viele Gescliüfte büite, 

I dem Hofe nacfazu.'»>nden. Infolge dessen wurde 

:<nfang« Oktober in dos kaiserliche [lauptiiunriier 

; ' 1 abgeordnet.') 

Snt uachdvm das kaiserliche Heer abgezogen war. lieiss 

Kii ta »oÜeni l'mfjinge fiberselii-n, in welch unmenscliliclier 

Webe d.« Soldule&k», vor ullum Italiener, Spanier und ßöhmeD 

.9 (i«r l'Bit:e,£end iiebuusl hatten. Es war ein trauriges BÜd, 

■liift anne Landvolk mit Weih und Kind, von allem ent- 

[, jcutt in die aladl hereinslrümtc.') Die zur Hesichligung 

iOi^ej«i)ile:i'n Jut^erren konnten nicht genug von dem 

ereiUik'a. In der Ruprechtsau allein wureu uiclit weniger 

l7 Uctfatatten geplündert, duriu alle Ufen, Fenster und 

frr^hlag^jn, nilhiend [uan Haubrat und Kleider hin- 

jrt hott«. Neben einer Menge Kleinvieh hatten die 

lind lli Pferde, von der gesamteD 

und lluUf mehr als die hülfte ge- 



*l das Aeo lokatl im Peütion and dm Erfolg itcr S«»dun(t Kopp« 
BaOMMilWt Dtv IktnuburiEVt- GcwraUintuliitioii xum Jolire IhbS. 
T^,i..Ucm ttkr (tadAthu df« UlHTrhub-«. N. F. VUl, 1. p. 34/54.) — 
m. % 40t u. Itrir(»echfel p. 366. — \a der Chronik van 

m:^:- HirxL.^-rl p 144 l\ea*t «: 

„Der Kt-j-iCf ktn auch nit kriegB<nucbl 
1>CB bat auxi •■'" - 

BUeb la der m.: ilfu BBcbt 

tteia vAlfc tlut uraus n) Hthftdeo." 

3* 



35 Hollaender. 

nommeQ, viel neue Wagen, Karren, Schiffe uod Geschirr teils 
geraubt, teils zerschlagen. 

Ähnliches wird aus Oherhausbergen, lUkirch, Grafenstaden 
Ulwickersheim , Neuhof und Schiltigheim gemeldet.') Be- 
zeichnend für die erbitterte Stimmung, die infolge dessen im 
Rate herrschte, ist folgender Vorgang: Die Spanier hatten bei 
ihrem Wegzuge dem Schultheissen von Schiltigheim befohlen, 
einem von ihnen, der dort gestorben, zum fürderlichsten einen 
Grabstein zu setzen oder sie wollten das Dorf verbrennen. 
Der Rat erklärte hierzu: „Sehen, wo ein alter stein, denselben - 
doruf legen und wer gut, das man ein epitaphium doruf- - 
schreiben Hess, in welchem jar sie das dorf schentlich und = 
dieblichen verderbt und verwüst betten". :- 

Im übrigen suchte man dem allgemeinen Notstand in an* ' 
erkennenswertester Weise zu steuern. Den einzelnen Ort- 
schaften wurden Vorschüsse zu 4 Prozent gemacht. Für die *■ 
Beschädigten wird eine Kollekte auf den Kanzeln von den - 
Geistlichen verkündet, an mehreren Sonntagen für Jene an -' 
den Kirchthüren gesammelt, daneben von Haus zu Haus. In • 
jedem Kirchspiel wird ein Gebäude bestimmt, in welchem ' 
Hausrat und Kleidungsstücke entgegengenommen werden. -> 

Als ein Äugsburger Bürger bittet, ihm von Rats wegen ein 
Pferd zu leihen, wird ihm zur Antwort,: Es hätten die Diener 
in diesen Läufen die Pferde also abgeritten, dass nicht mehr 
als zwei ausgeruhte Klepper vorhanden; die müsst man täglich 
brauchen. Der Stadt Ulm schlägt man die Entsendung von 
Werkmeistern ab, da man solche augenblicklich nicht ent- 
behren könne. Der Obei'St von Dulach, der in Geispolsheim ' 
einen Musterplatz aufschlagen will, wird ersucht, dies in An- 
sehung des erlittenen Schadens zu unterlassen. ' 

Es ist begreiflich, dass das durch den Schaden erbitterte 
Volk nach Schuldigen suchte, die man zur Verantwortung ' 
ziehen könnte. Eine schwere Anklage wurde unter anderm 
im Rate und der Bügerschaft gegen einen Strassburger, 
den kaiserlichen Hauptmann Asnius KÖcklin von Bock- : 



') R. u. 21. Sept. 24. — ') Der Meyer auf dem Nenhof erklärte: 
Die Kriegaleute hätten ihm mehr all 300 Gulden Schaden getlum. 



Stmuborgi Politik 1653. 



87 



■<ya, der im Miii unter tlctn Oberston Hattstattt 

^^^^ Fähnlein licfphligt, (uitte. Derselbe schrieb am 

i'i- fl^^^ffen.*) dem La^.'^cr von Kuiscr3lauU*m: Er hätte er- 

Uno, dass etliche Bürger, darunter uucb einige RaUiherren, 

nrianten Gessen, er habo^ nh vr kih'zlicli samt seinem gnädigen 

ficrm, dem Uber^t ürafcn von Nassau bei Tayesanbnioh auf 

tjchen Befehl die Rheinlirücke bföetzt hätte, auf Antrieb 

Herzogs von Alba die Stadt Strassburg verraten wolieu. 

<hflieb«ndcr Mann von Adel dürfe er ein solch erdichtet, 

tainaluftes Gerücht niRht auf sieb sitzen lassen. »Schreib 

od SKg hieraaf, dass alle diejenigen, an midi derartig und 

Lieutenant und Schreiber des PlUnderns der ßuprcchtsau 

lüguu wie verzweifelt, treu* und ehrlose, meineidige 

I, Verräter und Köaewichter." ') Der Rat licas ihm 

itvorteo: Was ihn und den Grafen von Nassau beträft*, so 

ll« nun sie beide für entschuldigt- Soviel aber seinen 

tot and Schreiber mit der Ruprechtsau belange, so 

lide na» jeilf-ni, der ge^ien sie zu klagen hiitte, das Recht 

da die l'nterthanen billig sich beschweren, dass 

•oldies wider der K. Ht. Befehl begegnet. 

Der Kaiser war am 24. September in Landau eingelroffen^ 

• " T sich bis zum 9. Oktober aufliiclt.') Auch jetzt noch 

11 Bber ihn und sein Heer dem Connetabel, sowie dem 

ütaace tob Guise von ihren im Elsass befindliehcn Bevoll- 

■icktiirteo die genauesten Nachrichten zu.*) Der eine der- 

fdbea wiu- nach Zweibrucken geeilt, wo am 1. Oktober Conrad 

Ton Bemdberg mit seinem Regiment und 200 Reitern, xwei 

darauf der Generalintendant Duarle, der Herzog von 

'BÜt dem spaoisclien und der Marquis von Marignano mit 

iulientscben Kussvolk nebst 1000 Reiteru durchziehen. 



*> Vn* MLtdnrin anderoa VozUleaai dem Jahre ICEil herrorKcht, Bcheiut 
Xum VM troüdgein rhnnktrr gpvKiien eu letn, Aer schliessUrb 
Knie gdundro hau (Vgl. HollwiMler, eine str&saborgcr 
r- 34 D AA. O&C. l&isg Jali &■) - AA. 583. (...Vsin. IMcklii» 
tmtdf )wJinlb«o an m. ha."; — Auch Philipp ('linst, der Sdiercr, 
■idi brim Bale, da» er Dicht ein Auatift«r g«we««n, tlie 
■a ft^uien, sondrfii hab sie geiranit, wu sie Uebü und 
pito Uuo. hiivepvUoii. Wer solch« beh«upie, den liiellc er für einen 
Dtok md HüwmtfhS. Er biltet den Bat, ibu nod iK-iu Weib iu Unadeo 
m tmkBktm (JL a. 21. Okt. 6.) - ^ Vfl Druff«! 11. er. l'öl. - *) M^. 
* Cnte. f 9d. T. Okt. 




38 HolUender. 

Darauf begiebt er sich nach Landau, wo er am 4. Oktober den 
Kaiser in die Messe gehen und aus derselben kommen sieht 
Sein Gesicht ist wie geschwollen, seine Beine so dünn wie 
ein Reisigstäbchen, er zittert mit dem Kopfe und den Händ«i 
und stützt sich auf einen Stab. Gleich darauf reitet der 
Agent nach Weissenburg, wo er, wie er schreibt, itich mit 
spanischen Proviantbeamten in eine Unterredung eingelassen 
hätte, um dieselben auszuforschen, was ihm auch gelungen 
wäre, wenn nicht zwei Katsherrn aus Hagenau ihn erkannt 
und darüber unter einander geredet hätten. *) Nichtsdesto- 
weniger hätte er gute Miene zum bösen Spiel gemacht, mit 
jenen zu Nacht gegessen und geäussert, er wolle mit ihnen 
am nächsten Tage ins kaiserliche Lager reiten, wodurch er 
sie eiuigermasseo zufriedengestellt Am andern Morgen aber 
sei er in aller Frühe aufgebrochen und die acht Meilen bis 
Strassburg in einem Zuge geritten. Der Kaiser sei am 23. 
nach Weissenburg gekommen und habe die Stadt schwören 
lassen, weil er noch nie in derselben gewesen; tags dai'auf sei 
er nach Landau aufgebrochen, wo er seitdem seinen Aufenthalt 
genommen. Der Agent bemerkt zum Schlüsse seines Briefes, 
er habe zwei Leute im kaiserlichen Lager, die ihn jederzeit 
mit Nachrichten versorgen würden. 

Von Landau aus erhielt Strassburg am 10. Oktober vom 
Kaiser die Auiforderung, weiteren Proviant, und zwar zu Schiffe 
dem Heere nachführen zu lassen. Nach längeren Verhand- 
lungen erklärte sich der Rat bereit, ausser dem bereits Ge- 
lieferten noch 800 Viei-tel Getreide abzugeben, freilich za 
höherem Preise als vorher. ^) Als man wegen der Beförderung 
Schwierigkeiten macht: „£s seien zwar vier Schiffe da, aber 
schon mit Wein und Gütern beladen" , ruft der kaiserliche 
Kommissar aus: „Es wäre weniger, dass ein Schiffsmann ihnen 
verdürbe, als dass 40 000 Mann Hunger stürben". 

') „Ayant te risage en manvais estat comme quelque peu bonfify, lea 
jambes aussy menues qu'im bastOD de cottret, tremblant ud peu de la 
teste et aux mains, allant ud bastoa au poing." — *| Eieniach ecbeint 
dieser Agent eine im Elsass nicht unbekannte Persönlichkeit gevesen za 
sein. — *) Wenn Griessdorf a. a. 0. p. 13 sagt; „Strassburg musste zwei 
Monate lang dem Kaiser taglich 200000 Brote liefern, so ist dies eine 
tische Übersetzung von Salignac, si^e de Metz (bei Chabert a. a. 0. 
p. 23), wo es lediglich heisst: „il pratiqua, que de Strasbourg Iny seroit 
foumy durant deux mots deux cent mille pains par joor". 



Strjusbofgi t'olttik 1552. 



39 



iniuf traf folgendes Schreiben Karls V. aiis Kflistirs- 
Id'J: Obwohl er nAcli Abscbluss des Passauer Ver- 
OigM geglaubt f (la&s alle Unruhe im Iteiclie gestillt sein 
flrde, EO liabc sich doch mittlerweile Markgraf Albrecht von 
BnndenbUTK ohne alle gegebene Ursacbc aus lauterem Frerei, 
frotx UDtl MutMitleu zum König von P^ankreich geschlagen. 
lii jener in setaeni sträflichen, verstockten Vorhaben verharre, 
TOO ihm CID Kinfall ins Klsaäs zu besorgen, weshalb er 
Sudt zur Vorsiebt ermahne. 

Coier Berufung auf die kaiserliche Willen säusserang 
darauf der Biscliof Era^miui den Slrassl'urger Itat 
<!«■ Gegner Viieder in dies Land wollte, neben anderen 
sich auf einem nach Strassburg ausgeschriebenen 
«egcu einer „Landsretiung" zu vei^leichen. 
Di« xoia tute iieinen Abgesandten erteilte Instruktion 
luttcte folgtaidennassnn '): Auch sie wären zur Abwendung 
«Ines Eiafaüs in das KUass bereit und hätten in diesem Sinne 
beretts im vergangenen FrUhjahre gewirkt, seien aber schliesslich 
ich allein angewiesen gewesen. Obwohl sie nun he- 
das8 dem Markgrafen anf dem offenen I^iinde 
riilfTstiind geleistet werden könne, so wollten sie sich doch 
absondern, freilich nnler der [iedinguni;, dass vor allem 
StJHlt derinaasen verseheu und bewahrt bliebe, es trage 
seil im Felde 2U. wie der liebe Gott wolle, dass dieselbe dem 
Feind nieht in die Hand käme; denn wn.s dem Lande und ge- 
■üiKm Rheiostromc daraus jetzo und io Zukunft für Schaden 
Md onviedcrbringlicher Nachteil erfolgen würde, wäre leicht 
n exUnchmen. Sollte gegenüber einer streifenden Rotte die 
V-rfaUung* *) der I*ässo und die Stellung des dritten oder 
CO Mannes verordnet werden, so wollte man sich wegen 
Act Sttdl Hinlersääseu und Unterthauen vergleiclieu. Im 
ftXk der Not .sollten die Landleute ihr Getreide ausdreschen 
^aA £e Frucht in die Stadt führen, ebenso würe der Vorrat 
AD Geschütz, Pnher und Proviant aus Plätzen, die man nicht 
Wfcaaptco könne, in jene iü schaffen. 

Att US. Oktobor kamen in Sü:aa6burg die Abgesandten 



*i 3L Eock, Deftii^ xai ncncrcn Gflschicbie aus unbrauUtoii lUiid- 
(CfenkiiftrifteB der Wiener Alcadenfe der Wi«B«uic)iaftco 1» 
& IM). — n AA. 1W2. — ^ VerveUea: verderben <Uxcr}. 



40 HoUaendsr. 

der elsässischeo Stände zusammen und einigten sich zu folgendem 
Abschiede*): Der dritte wehrhafte Mann ist aufzubieten; für 
jedes Fähnlein ist ein Hauptmann, für den oberen und niederen 
Bezirk je ein Oberst mit einem Kriegsrat von vier Personen 
zu bestimmen. Strassburg soll anstatt Mannschaft GetichUtze 
liefern und zwar vier Halbschlangen und vier Falconetleia 
mit Büchsenmeistem , Wagen, Pulver, Kugeln und aller zu- 
gehörigen Artillerie. Die Vogesenpässe sind von Thann bis 
Ingweiler zu verwahren und ist damit, sowie mit Auslegung 
und Musterung der Unterthanen sofort zu beginnen, während 
zur endgiltigen Annahme der gefasslen Beschlüsse die Ab- 
gesandten am U. November von neuem in Strassburg zu- 
sammentreten sollen. Zum Obersten im oberen Bezirk wird 
der Landvogt im Oberelsass Hans Markwart von Künigseck aus- 
ersehen, für den unteren Herr Georg Zorn von Bulach. ') Der 
letztere weist diese Stellung anfangs zurück, obwohl er mit 
seiner Person dabei sein will; endlich nimmt er sie an mit der 
Anzeige, dass er Baiern und Lothringen mit Dienst zugethan 
sei und sich nicht auf ein Jahr binden könne. Für sich 
selbst begehre er nichts als Trabanten, Spiel, Koch und 
was sonst dazu gehörte. Diente er wohl, so könnten die 
Stände ihm eine Verehrung thun. Der Kaiser, sowie die be- 
nachbarten Fürsten werden aufgefordert, im Falle der Not 
ebenfalls Hilfe zu leisten.^) 

In Ausführung der gefassten Beschlüsse begab sich alsbald 
im Auftrage der Herren XIII der Strassburger Kriegsrat Adolf 



1) AA. 1982. Auch Draffel teilt denselben mit a. a. 0. 2, nr. 1811. 
— 1) Im Jtmi 1552 hatte sich der König Ferdinand bereit erklärt, den 
Greorg Zorn von Bulach „eine taugenliche, kriegser&brene Person" in 
SHcen Dienst zu nehmen (Innsbr. Archir Y. d. E. Mt., p. 413). Der- 
selbe wird ebenso wie Markward von Künigseck unter den Männern ge- 
nannt, die Karl Y. als Mitglieder eines „deutschen Staatsrats" in Ans- 
ucht nimmt. (Laoz, IQ, 402 und 416.) Ein von ihm in Strassburg in 
Privatbesitz befindliches Bild trägt die Unterschrift: „Eerr Georg Zorn 
TOD Bulach Bö. Kay. Mt. Karls Y. Rat, Obrister und Bitter, Statthalter xo 
Neuburg und Landvogt in der Ortenau". — ') R. u. 21. Okt. 31. — Das 
Heer des Kaisers wird in einer gleichzeitigen Nachricht aus dem Lager 
auf 9000 Mann zu Pferd und 40 000 zu Fuss angegeben. — In einem 
Briefe W. Bdcklins wird es auf 60000 Mann, in einem des Herzogs 
von Guise auf 46 000 Mann zu Fusa und über 6000 Reiter geschUst 
(DrniÜBl 2, 809). 



StraaiburKi Tolitlk 1653. 



41 



thtrlbauflci] ia das Bi-euächttial, um geineinsAm mit dem 

von Bal&cfa eine Besichtigung der Passe voraunclinien. 

h seiodu Bßrichle beisüt es: Der Junker von Itatiisaiii hausen, 

4» Tiek WiUder habe, hatte gestattet, dass man auf seinem 

'"•*'-"Mc die Piwsc durrh Verhaue ungangbar mache und „dass 

allem, was gemeinen Ständen zu giilem gereichen möge, 

«dUff, and Gut und Blut zu jenen setzen wolle". Nach Be- 

öchtir ■ - Stein-, Weiler- und Breuschthals sei man zur 

Aojtti : ;iiiiien, liasH tn den RaliisainhauikT Wiildi'iTi eine 

Landwehr vorhanden, da wohl etwas zu machen-, in den Sal- 

■ttdien flber Efeien viele Slrasseti, die man nicht „verhauen 

tMK*. bei Dagsbnrg aber küunte man es derartig, „duss nil 

KD hiocUin fainttbcr mocbt". Dagegen sei im Breuschthal 

atcte xa machen, und .so man mit einem Gewalthaufen und 

GMcliBtz käme, konnte man alle Befestigungen, so zu und 

mm Schirmeck Angelf^t werden rauchten, zerstören. Sie seien 

mbo der Ansicht, daas die» Gebirge höchsten.s einem streifenden 

U^oien gegenÜlKT zu bcliaupteu wäre.') 

1b denselben Ta^en nahmen die Abgesandten der ekllsstschcn 
SUadc den Abschied vom 2:^. Oktober „auf Zuschreiben* der 
AbtttMDden an, auch sollte die Kais. Mt in aller Namen 
Aaer Uuullnng berichtet werden. 

Wähnend der Kaber ihnen für die unternommenen Schritte 
tttßva Dank und zugleich das Erwarten aussprach, doss sie 
den vetglicbeneD Abschiede getreulich nachkommen und sich 
laddialkno dadurch vor weiterem Überfall bewahren wurden'). 
ftatte ein abreiben des Königs Heinrichs II. vom 6. November 
«temicbU weniger als erfreulichen Inhalt: „Der Konig habe 
^■a JCrlag der deutacben Nation zugul unternommen, um 




•) B. ■. m. Nov. ». - «, AA. 1888. Not. 7. — Scboo «wei T««e 
KT uJtt V ihsni mit, ihn isi die Nurbricbt fekaronen. ilaes an et- 
Ortmt lU-r dputtchrn Niition und fortii'binlidi ia d^r hiiiU>rc& 
Lasiinu-t «inlcr dnn zlemlicbe AozaIiI xu Ross und Fuu 
rll ««Txb, ohoc Toa ihm mier aeinpm Bfn<ler d&zo uifgttfordert 
notleni »ich «of lieo KAoig von Frankmch beriefe und etliche 
Famen bcfebdel aal rieUcicht andere auch abcnielicn «oUte. 
&• nihm lieh lUhtf vercinigeD ond j«nen u6gUcb5t Abbrncli thun- 
UA. S79j Dar KoImt nlaiM ia djesen Briefe offenbar bfsuii: auf iIm 
I ■rliiifliM im Qtmtvn Volnid von Muvfdd rata 10. Okuibcr, worio 
te* tattUn anküadift, adM er der ioMicbMi krönen Fruiknlcb »inen 
I mri fiatt IQ mMunmelQ Lo iKielcb habe"- {Dni8«l, % 779.) 



42 Hollaender. 

derselben Libertäten zu erhalten und sie von der östreichiscben 
Tyrannei zu entledigen^ man solke dem Kaiser keine Hilfe 
erweisen oder Steuer thun, und so ein Reichstag stattfäDdet 
verschaffen, dass seine Gesandten daselbst gehört würden; 
er wisse, was man für Hilfe dem Kaiser leiste und was man 
praktiziere, der Zusage, so zu Weissenburg beschehen, zuwider, 
und es sollte der Rat sich an der schlimmen Handlung ge- 
nügen lassen, die den Seinen begegnet, und die er entschuldigt, 
was er vielleicht hinfüro nit thun werde."*) 

Der Rat beschloss hierauf, Herren zuordnen, die bedenken, 
„ob man dem König antworten solle, item ob mans an Kais. 
Mt. wollte gelangen lassen oder nit und was man antworten 
wolle. — " 

Ende Dezember sah sich der Kaiser bekanntlich genötigt, 
infolge der Ungunst der Witterung und der im Lager aus* 
gebrochenen Seuchen die Belagerung von Metz') aufzuheben 
und über Diedenhofen sich nach den Niederlanden zu begeben. 
Noch aus seinem Feldlager hatte er am 27. Dezember seinen 
Hofrat Wilhelm Böcklin von Böcklinsau nach Strassburg ge- 
sendet, um dem Rate folgende Eröffnungen zu machen:^) 

Der Kaiser spreche Strassburg für die bewiesene Stand- 
haftigkeit seinen Dank aus. Er habe zu seiner grossen Ge- 
nugthuung erfahren, dass die Stadt sich mit anderen benach- 
barten Ständen gegen Jr. Mt. Erbfeind, den französischen 
König, in einen Verstand begeben habe; er zweifele nicht, 
dass man bei diesem löblichen Entschlüsse beharren würde. 
Damit man aber wisse, was er, der Kaiser, zum Besten des 
Vaterlandes zu thun geneigt sei, liesse er ihnen mitteilen, 



^) R. u. 31. Dez. 7. Das Schreiben selbst ist wörtlich mitgeteilt bei 
Kentzinger (docum. hist I, 36). Ähnliche Ausschreiben ergingen an 
andere Reichsstände (Druffel 2, 612). Vgl. übrigens auch Hollaender, 
Eine Strassburger Legende p. 8, wo über die damaligen Bezidiangeo 
Strassburgs zu Frankreich im Zusammenhang gehandelt ist. — *) Über 
dieselbe erhalten wir interessante Nachricbten durch die Berichte des 
Strassburger Gesandten Dr. Kopp, sowie Briefe des englischen Agenten 
Dr. Monnt und des Grafen Jacob von Bitsch. (ÄA. 683 u. 698.) — 
») AA. 679. 1562. Dez. 27 und R. u. 21. 1663 Jan. 4. Über die Peisön- 
lichkeit des kaiserlichen Gesandten vgl. K. von Enobloch, Die p&li- 
gräfliche Registratur des Dompropstes Wilhelm BOcklin von Bäcklütnui. 
(Zeitschrift f. Geschichte des Oberrheins N. F. VI, p. 263.) 



SUMBbuTgi PclHik 1553. 



43 



flieh mit dem Markgrai'en von Brandenburg ver- 
tue. >) Er wäie mit Geld und Krit'g&volk gefasstt 
0m9SBa^ den Fcitiden in seinen Krhlandcn Widerstand zu 
Urtnt, «her hätte erfftliren, dass Albrecht willens sewesen, 
ID den Sundgau uud das Elsass einzufallen nnd das l^iiid 
im ge^m Mainz mit Raub und Biand zu vernlistcn; an 
lelztfsaB Orte hitie dann rirr Graf Volrad von Mansfetd zu 
te slofacn sollen, um gemeinsam mit ihm die süclisischen 
Lude m TerfaMKn. Deshalb hätte der Kaiser nicht ange- 
ieben, dus ^r Omtidenburger Um zum höchsten beleidigt, 
aicfa niefat, dass jener bei ihm zuerst angesucht haben sollte, 
od wu Jr. IlL deshalb spöttisch nachgeredet werden moclite'), 
mdoii habe aogCBehen das Verderlien des Vaterlandes und 
dcsfaüb bei ihm, dem Markgrafen, nngej>ucbt') und sich mit 
ita Tertragro. Er habe auch das Geld nicht geschont, um 
Mvtt dem Reiche wied<>r zu gewinnen. Weil er al'cr durch 
'1. Sterben und grussen Abgang des Volkes xum Abzüge 
■ i!cn, so zweifle er nicht, dass Frnnkreich neue 
1 Hoiolie ihm selbst zugute und dem Reiche /-um 



*) Dir Ktttc Anniluming do* Kurw-ni in <l"'ii MwUgrft-'pn . «ler sich 
Ml t' iaiit rei c h utxTwnrfrn. luth' Iiureiu imf«ii|pi Ükluber sutt«i;ruuJ«a. 
As la >'vtimher lugti> drnwlbv im CiUaso mIou wenige Tigc vorher 
t^mt 4Mi H«ru>g »dd Anmalr ilatongi^lngeoeii Si<>g«« ita Metxer I.«|;er 
tat Am K^aer aa, d«r ncfa nkht altvin lUxu b«rbeiUes«, lUo von ilim 
■■BWfiotJwin CtaaiiOB der von AIbr»clil mil «len fMDhisclicit 
[ ■ t gM ch tow tH B VMtrtx« wi«d«r surückzuncbmi-D, »oii>l«ru «ogar 
. Um l»Ut«m Inuatifte (f gl. Vo%t, Markgraf Albivcbt 2. 1 f ^ 
fr« EaiMr filUtr oSenbar das Bedürftais. sich wegen dieac» iulhllenden. 
IIa tÜfemtio Tvrdacfali-a ScJiritt« zu n-thtfertigen ; »o »chrteb tr ubilt 
■■■ca der Küoi^ Uftria ira i3. Nor.: „THen scajrt ee que je *en<i. me 
imft «a tenne* d« t»]rn- ce ijue je fkj-ü avec ledil nuuriiuif; mut« uecec- 
i* ■*& pui: '. (Iabx 3. rilS.t - I) In der Tluit r^Thöhnte inaa 

^■^1 Im - . i-n lM!8ctiiiti|tlicfi dop{>oIk«>]tägea kaiätfrlidien AiUer 
■a iM Spalt fvravD: 

,.t>er »lue cmHirn 
Ovr utdere conllmiert 
Der «ioe tprickt: j». der ttiulerv: uein 
Adi Rfttt. M ■oUl B<-in iVn-u «ins allein 
1h ctnom Haften ihAt man )«i'ic« kocben, 
Ri bsi IciduT ickr iilicl guniclicj)". 
< Fb.-itx <>- der iWucli(>ii IMnrmttioa, p B&4-I — ') Ab- 

• '.i.u^ w---^ .-iii»<ilit iWr KaJiHir am 3b. Duembcr la tdacn Hohn: 



l 



'S» dAcUai k iilawure » deraanile" (ChAbert a. a. 0. p. 141). 



44 HoUaender. 

Verderben anrichten werde.') Deshalb habe er durchgesetzt, das» 
etliche Stände in Franken sich zusammengethan ; in derselben 
Richtung habe er mit Baiem und Schwaben gehandelt. Auch 
ihre Landsrettung würde hochnützlich sein, und wolle er 
2000 Reiter und drei Regimenter Knechte an die Oräoze 
legen. ^). Der Rat sollte nun gemeinsam mit dem Bischöfe 
und den anderen Ständen in ihrer Defension fortfahren, 
und schiene es dem Kaiser notwendig, von seiner Seite 
jemand dabei zu haben. Ferner sollte man dem französisches 
Könige nicht gestatten, durch seine Unterhändler in ihrem 
Gebiete Praktiken zu treiben und Leute anzuwerben ; die nötigeo 
Massnahmen überlasse er ihrem Gutdünken. Endlich habe 
der Kaiser gehört, dass der König willens, einen beschlossenes 
Flecken am (Gebirge zu besetzen und zu befestigen; der Rat 
möchte ihm deshalb Warnung und Rat zukommen lassen, was 
dagegen zu thun sei. BÖcklin schloss seine Mitteilung mit 
den Worten: Da er ein Strassburger und seiner Stadt alles 
Gut« gönne, bäte er den Rat, sich in seiner Antwort so zn 
erzeigen, dass der Kaiser daran Gefallen hätte. 

Der Rat liess ihm darauf antworten'}: In betreff der be- 
gehrten Landsrettung hätten etliche Tage stattgefunden, auf 
denen er sich stets dermassen habe vernehmen lassen, ^daas 
er nit allein gemeiner Stadt sondern des ganzen Landes 
Ober- und Ünterelsass Nachteil und Verderben gern ver- 
meiden und dagegen nichts Lieberes als dessen Wohlfahrt 
befördern wollte". Nicht alle Stände aber hätten sich an den 
Abschieden beteiligt, niclitsdestoweniger aber sei Strassburg 
bereit, die letzteren soweit möglich ins Werk zu setzen, 
freilich dürfte dadurch die Stadt, die an der Gränze gel^^, 
nicht an Mannschaft und anderem entblösst und in Gefahr 



') Über die iranzösiBchen Anschläge vgl. Insleib, Vod Fassau bii 
SieTershauaeu iNeue^ Archiv fQr sächsische Geschichte 8, 44) und Treffti, 
Kursachsen und Frankreich. — ') Wahrscheinlich handelte es ach um die 
Regimenter Hanstein, Bemelberg und Hattatadt, welche Ende Januar in 
der Umgegend von Saarbrücken sich befinden, und über die in einer 
Kundschaft an den BiBchof von Strassburg geklagt wird: „Sie liegen of 
den armen leuten mit gewalt und hausen ganz übel, dreschen inen ire 
frucht aus und schlagen inen alles vieh nider, schlagen auch trog nf und 
plündern sie, verfen die kindbetterinnen und kranken ab den betten, können 
one brennen nit hausen, als ob sie schon veind weien*' (AA. 678). — 
0) AA. 1983. Jan. 4. 



Strasbonis Politik 15&2. 45 

vertlon, womit dann Allen benachliartx^n Ständen and 

leu Städten und Fleckeu übel Kediout sein möchie. 

Ur. GKandter mochte daher nuch bei den Übrigen Ständen 

ibDÜchem Sinuc wirken. Danebeo könnte man nicht umhin, 

ETianeni, dass man im vergan(;euen Jahre, als die sclireck- 

Khegscnipöning im Reiche entstanden , und man 

dieser Stadt mit Krieg^ewftlt genähert, sich derartig 

Unkosten für Besatzung nnd Bauten anj^egriffen hätte, 

man in einem gleichi-n Falle niciit in der La^ie sein 

sich in den nütigen Verteidigungszustand zu setzen, 

nicht Ir. Mt. ihre milde Hand und Hilfe bieten*) nnd 

Sud( mit anderen beschwerlichen Anforderungen tind 

AuAagpn verschonen wollte. — Was scidiesslich die heimliche 

Jung der Kriechtc und andere Praktiken betiäfe. so 

der Rat deshalb ein billigem Missfallen, wolle auch dar- 

at achten, damit bei ihnen solche geschwinde Bewerbungen 

Icnien Fortgang nähmen, auch seinen Bui^ern wie bisher 

Krbieten, sich in KriegügeschüfLen gegen Kaiser und Reich 

{brauchen zu lassen. 

B4cklia hatte auch an den Bischof Erasmns wegen der 
,tang mündliche Werbung getlian. worauf der letztere 
neae Tagsatzung nach Stras-sburg auf den 6. Februar 
berief, da der jüngste Abschied von den Erschienenen lediglieh 
»f der .Kbwesenden Zuschreiben bewilligt, die inzwischen 
eingetrufieueu Antworten aber .ungleich" lauteten.^ 

Bei dieser Versammlung kam es zu sehr erregten Del>atlen, 
iä der Abgesandte des Grafen von Bilsch beantragte: Strnss- 
Iwrg soUte, da es seine Bürger nicht auslegte, ausser der 
ticsleliUDg seiner Untertbanen, noch etlich Fussvolk und 
Reiter unterhalten. 

Jacob Sturm erklärte damals'): Ein ehrsamer Rat hÜttc, 
damit er die Stadt beim Reiche behielte und das Land nit 
bdiarriich in des Franzosen Hand käme, mehr als 100000 Gulden 
lo^eweadet, welche allein von den Bürgern aufgebracht worden 



■| Der fUt npivlte hier »uf tUe ilurcli Dr. Kopp überreicht« Petition 
m. uf rHirhe num bisher noch immer keine Antwort holte erbalten 
ktaDen: »gl- olwu p. 34. — ») AA- 1*^3. Jm- 11. — •) Dm intereeauite 
ton StortDS Ituul IriRt ilit- Übenehrin: »I>t tlea v«nanttnelt«o 
alto äatch micb, Jacob ämnnea, ongeaeigt wurden uf Zineta« 
in 7. Febniarii IS«] etc.". AA. 19^ 




1 



46 HoUaender. 

wären; dabei seien ihnen bei Gelegenheit der beiden Durch- 
züge fast alle Dörfer, den Bürgern ihre Gärten und Güter 
verwüstet, ihre ausserhalb der Ringmauern liegenden 6e- 
bäuHchkeiten neben vielen der Stadt gehörigen nieder- 
gerissen, sie selbst durch tägliche Wacht, Frohndienst und 
Einquartierung belegt und beschwert worden. Ferner sei 
man in einem grossen und kostspieligen Bau begriffen ') und 
hätte der unruhigen Zeiten wegen auch sonst allerhand Aus- 
gaben. Alles dieses geschähe nicht allein der Stadt zu gutem, 
sondern dem ganzen Land und aller Nachbarschaft zu nutx 
und sollte, wills Gott, auch ferner dahin gereichen. Denn 
Strassburg diente „als ein asylum oder Zuflucht" des ganzen 
Landes, damit was Wertvolles darin von Kleinodien, Bar- 
schaft , Briefen und Urkunden dahin geflüchtet und auf- 
bewahrt werden möchte, was sonst alles der Feind in Besitz 
nehmen würde. Aus all diesen Gründen durfte die Stadt 
nicht zu sehr belastet werden, damit sie obgenannte Be- 
schwerden desto besser ertragen könne und nicht in des 
Feindes Hand käme, was dem ganzen Lande beschwerlich 
fallen und zu ewiger Dienstbarkeit gereichen möchte. Des- 
halb sollte man billiger Weise zu Dank annehmen, was sie 
bisher gethan, denn dass man auf Wege dächte, wie man 
sie künftig noch mehr beschweren könnte; ebenso sollte man 
eher gedenken, wie der Platz erhalten, befestigt und ver- 
proviantiert, als wie er erschöpft und geschwächt würde; 
denn auf solche Weise würde in diesen geschwinden, sorglichen 
Zr>itläufen dem Reich, dem Kaiser und aller Nachbarschaft 
übel gedient. 

Über das F.ndei-gebnis der Verhandlungen finden wir 
folgenden Eintrag'^): „Der Abschied (vom 11. November) ist 
wieder für die Hand geiioiiien und von etlichen gesandten in 
allen punkten aitprobiert und angenomen, allein mit änderung 
des datums und der i)er:ionen, so den tag besucht haben". 
Im übrigen wurde wegen der geringen Zahl der Teilnehmer 
ein neuer Tag auf den '20. März ausgeschrieben. Aber weder 
auf dieser noch mehreren folgenden Zusammenkünften kam es 

') Gemeint ist das grosse Bollwerk am Jadenthor, vgl. darüber 
HoUaender, Strassburg im französischen Krieg 1552, p. 35 f. Ein Veoe- 
tianiecher Geaandtschaftsbericht aus dem Jahre 1557 nennt Straasbuig 
„una rara fortezza" (Alböri. relazioni S. I, S, 187). — ») AA 1982. 



SU MB bi u pt Politik IK'± 



47 



H N^fcortm Beschliksf!!), da der CliurfUrät voo der Pfalz 
■ M i te« dasit er tildi t>er«its wit anderen KiirsUra zu einer 
Uijiwsiaii vcrbundtiflf auiuit an der elsässiscbeo LaodsrettuDg 
teilnrbmRn kiinntt!. und desimlb auch mehrere andere 
m dieselbe einzulasst^n sich weigerten. 
An (teni Beii^picle dieser aufaogs mit soviel Eifer iu Scejie 
, aber gchlicsslicfa vergeblich verlaufenden Uoter- 
'ongca*) zeigt es sieb von neuem« dnsä die deutschen 
$AiKle, üelbst die duicL ihre nachbarlichen Interessen auf 
cauider aogewiesenen, sich in jener Zeit zu gemeinsamem 
AoftnCeo nicht aufzuralTen vermochten. Glücklicherweise 
Uwb das ElssBs in den folgenden Jahren vom Kriegsgewitter 
venehoDt. so dus die Folgen jener Lässigkeit nicht zu Tage ' 
mien. — 
^^ Gsgenüber der traurigen Zerfahrenheit und Mutloäiglfcit 
^^K iMMteQ deutschen Stünde, die einen grossen Teil Deutäch- 
^^■ids ndirioa der Verheernng preisgab, gegenüber namentlich 
^Vr UigUdwn Rolle, welelic die rheinischen Kurfürsten und 
I Mddfrtttscbeu Herzoge damals spielten , kann die wackere 
I UAttnog Strasaburgs nicht genug henrurgchoben werden. 
^k tn der Thal bildet rias Jahr 1552 wob] den Ilölicpunlct 
^Km nihmreietirn Geschichte der oberrheinischen Reichs.^ta(lr. 
Bina von (iefahren bedroht, inmitten der krieg fiibreuden 
■I' von einem Jacob Sturm geleitete Strassburger 
iline lliilerstiitzun? des Kni^iers und der benacli- 
iu nianuhaftem Selbslbewusstsein die volle Un- 
.■jit der St^dt l.>ehauptet und gleiclizeiüg gegenüber 
-- r<ri Plänen de.'^ westlichen Nachbars dem deutschen 
rniauer gedient, so dass die Strassburger 155^ 
' von sieb rühmen konnten'): 

' ^ vergangene Jalir, als der König von 
i Macht und aller seiner lleereskraft 

' I „ :: ■ . i [iracti iritli auch der Ksser, kcIiqd als er dies« Vw^ 

i.r.-. I .'.r..: jijdii aIUuyL'1 itavoa; so schrieb «r »'iiuMu ßrudor 

:■: :i^ : :.-•■ 1 >u««nnbu- 16ä:t (Uju. a a. Ü. U, 516): er hAue di« 

uca hrüiunten. wivit die ftAokinubvo tiud claftutiiscfaeo läUiide su 

ta!ff*im4en „«Nmliienqu« Je ne prcna gnodc asscuranc« de 

td OB KTtc toutn lean coiuniiaicacioiie ib pourroi^ct £ure*'. 

*! AA. tna 166S Jub ao. Aa die Bkchöfe voa Bamberg und WUr^- 

ai &t Stadt Narnbcrg. 



4ft Sailaenji«!! 

DB reaxsehliuid. 'ind jswlerüdi Ll> ELnss gezogen ist ood 
nÖL nunati Sudt ■^mimr r 3U. >Jads wir nit irissen mochten, 
-ma s^ Vorttüoi Mio' ^co «käa' Zug hingelangen mocbt, 
iunic «ir i)ei ier Sais. ixa<i £öa. Mt., anch dem hei- 
lixea il«ick üs -hil ^äariaskes Glied desselben be- 
iCönuijL iLeibeii oLacäceB. aic aUein nns selbst, sondern. 
»BDB SniuiL -31: ' ■Pi«*w . is' xmscfaen Xati<m and sonderlicli. 
■B^ AimemiBES. iwrsjaämenL and Landen zu Gut uns m 
-ijam lesBomaneae SäfBuiff Msefaen.'' 

Ite "änie^xe. üe sdt Soassburg damab nm das Reieli 
ftiimnan. al. äctiea im öesce ADerkennang in den Worten 
uns ~.'-^- Jas» üc ?!äne FTaakzeie&s gi^nnber Dentscht&Bd 
■Atoiur -s-wHws «ücn .m «r ims«er and des Beicbs Stadt 
<fc»»ciK^ :stt=Ki!£ 3nesat >ind diiselbe zb seinem Willen 
laGCtt mtaan awasn". 

^ i. J. kfiS^ 



Bonaparte, Debry nnd der Rastadter 
Gesandtenmord. 

Von 

Earl Obser. 



Es riad nun dreizehn Jahre lier, seit Artliur BÜhtlingk 

KW bekaoDlc Hypothese über die Urheber dos lUstadter 

lonles aufgestellt hat'), die voq der Kritik ahbald 

Kiniiiütigkeil vururLoilt «ordi;u iät; er hat daDn 

idam Nadiwortc zur zweiten Ausgabe die ßtslenken, die 

fcnchiedeoen Seiten, vor allem von F X. von Wegele') 

l^en «Güe Anschauung vorgebracht wurden, zurückzuweisen 

Bd dkae selbst zugleicli eingelicnder zu begründea versucht. 

tue Erwiderung :«einer Gegner ii<t darnuf. soweit ich sehe, 

ridt erftilgt- Auch ich habe im dritten ßandn der „Polit. 

lorRspoodenz Eurl Friedrichs', in dem Abschnitte der Ein- 

Ubug, der vom iUstadter Gesaudteumorde handelt, mich 

ier Kftrze halber darauf be^^chränken müssen, ein paar Punkte, 

dl wtder seine Ansicht sprechen, hervorzuheben; ich halte 

■ich daher umwmebr für vcri'flicbtet , an dieser Stelle auf 

Hjrpolheso näher einzuteilen, als in den letzten zehn 

lilhna raaocherlüi Material verütfentlicht wurde» i>t, das für 

, ^ Bcorteilung derselben von Belang ist und eine erneute 

;Mlnig natu IcgL 

Wte nao weiss, erkennt B. in dem Gesandten morde ledig- 
kk .cifteB Scbachzog in dem Plane Donaparle's, sich mit Uilfe 



*^ Ju BAIitllagh, KftpoleoB BoDaparU, Mtoe Jugcntl und teiii En- 
ZvtUe Angabe, Jena, 18BS. — ■) lo Sfbeis Hiator. Zeit- 
Bnd 46, ä 19S-330, 



■ — —n -^.^-^.^;,,„p^ -..leses '.u'< >zei>Ters iu rrr.uKr 

-iizri .. ■;; : imuartf? iiii-resirüiä 
,;rt-v ji -tz: ..-.^ '■■■iiiiir niihe. i4;5 

-~ — ' -_;■_-_: :.:£.:ai:ü=äen ^vur^en. 

~ - — i— ^_ - r, :::i L-i'.'enen l^ic-n 

.--li . Tr^ ■ — 1.:— '-rTTnv.irDt^rf'.iec.iiü 

■ - ■ " "^ "'-■^-T^^nenaen -'iMi-rii 

": —.1^: .17 _: A-ifi: .■:oni.:e 

-■■~ '""''■ .ir:i-?n. ..'IT 'z -ifl 

■■"**■■ - - V- -z::-:^-i'diV: xi-ri; 

■ ■ ' -i - -■.jiairca. . 

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'-. ■;— —:-:-. -is- -•* ,v'v-,t:a:Lrz 

i -. ■- -^ '^' -":~--.-:-J ...!:::-". -iii!- ^..j.-ä 

— z--. ■ \ 'Ar .'.<? ■-." -.".^itu:!:. ij'.i'-'r" -ie _''"!_:!iet vj 
^ ■...^.-... ., ;:— .V, ^i.-: .^r j-it!-::.^' :iii ^herviie 



. ■'.,■ - ' /.u:x»" TT -. 1:: — ■ yatjiiTjrr. :■. 3>? 



BooApuu. Titihry anil der Ituitaiiter Cresaodtenmord. 



51 



AUcin d&raus folgt noch hngc nicht, <lass er sie auch 

fcklidi angeonluet. Jni Geueutbeil, es sclieiat mir iitcbt nur 

mwifarscfaeiiilicl] , siiuilern geraduKU umiiüKlich, dass eiu m 

iicncT, bereduender Spieler wie Bonaparte seine Zukunft 

nsielierc Ktrlfl gesetzt und eine That anbefoliien, 

:i in klzter Ljuie wedor von ibm, uocti von seinen 
' "hrllmt, sondern unter allen UmstÄuden ausschliesslich, 
■ir s[MitHr sehen worden, von einer Keihc voti /tifäiiig- 
^. ii abluiiglK war, ') Kine That. die, wie B. (Nachwort, 
^^kfil) Mlbdt zugieht, einen nciten Kreis von Mitwi»scm — 
^Ktt mindesten das gesamte französische Gesandtschnftsper- 
^^■mI — voniQSMCzte, deren Erfolg daher von voniherein um 
^H^ nrafeUtafter eratheincn musste. al« die Gefahr Uberans 
^^^MlAg, das» Hner der («stoehenen Augenzeugen und Mic- 
^Hir am Gelde^lohn den VtMTilthpr spielte nnd durch Ent- 
Aedtang de» «nbrcn Sachverhalts allen Gewinn, den Bonaparte 
oteOien mochte, zunichte uiachtu. Wenn B. weiter sicli auf 
''" ^ledenlüicfae Logik des Satzes: ,Is fecit,, cui prfMlest" stützt 
i!aclixawei»ea bucht, dnss die Bonaitartision allein wirk- 
n Nutzen aus der That zogen und dieselbe nach Kräften 
m larem Interesse ausbeuleten. so sind seine Ausführungen, 
svwrit lie die Werbungen utu Preusseos Gunst betreten, hier 
'msafen nicht am I'hitze, als es sich dabei nDtoriseh nm 
SchriCU battdelt, die von dem;<elbi'n [>trektoritun inspiriert w»ren, 
4as Bonapane zu »tuncen trachtete.*) Auch dass die That den 
Itinaparti5ten dazu gedient, das Direktorium zu diskreditiren, 
Wen sie ihm die Schuld zusilioben, ist meines Eraehtens nicht 
fttficend enrieKon: wenn Debry ^'elegetitlich einmal bemerkt, 
4a T<xl seiner beiden Kollegen könne dem Direktorium nur 
«rwüHMibt stein, da »ie sunst nach ihrer Rückkehr .\cine (des 
DferekUinani>J Sttnden auf^^edeckt hätten, äu liegt darin noch 
Mcbt DotxrUmniiten eine Be.schuliligung oder Verdächtigung. 
üa »booapartisliaehe' Charakter und Ursprung der gegen 
' ''- ktorium gerichteten Flugschrift'): „Auteurs de Taffreux 



n S. aatea 8. 77 — ») A. ». 0. 11. S. ii'ilff. -- >) Eine volirtiiirlige 
ood fcritbrJie Uaienuchuiig fli*r nlilrciclit.-ii Flug- 
mm itm iabre ITW. die diese« Thonu bohuidcln. «Air wnhl 
latoradf AuffAb«, n«)f»ri bm in •u-invm h^iit^ noch unentbehr* 
Onc^ aber den .Raitadur OevandieuiBord'' ihre Zahl nkbt fr> 
ich adbM kenae noch maoebe andere, deren KniinehoBg»- 

4* 



62 Obaer. 

ftösassioat etc.", auf die sieb B. beruft, wäre erst festzustellen^); 
die Art, wie von Bonaparte darin gesprochen wird, stimmt 
nicht zu der Annahme und deutet eher auf eine Entstehung 
in andern Kreisen (Emigranten) hin. Indes zugegeben, die 
Bonapartisten hätten aus dem Morde Kapital geschlagen, so 
wäre damit ihre Mitschuld noch keineswegs dargethan, sondein 
es Hesse sich mindestens mit dem gleichen Rechte, wie B. sie 
schuldig spricht, behaupten, dass sie lediglich eine That, der 
sie selbst ferne standen, hinterdrein für ihre politischen Zwecke, 
wie erklärlich, verwertet haben. Überhaupt lag die Ermordui^ 
der Gesandten durchaus nicht so ausschliesslich im Interesse 
Bonaparte's und seiner Anhänger, wie uns B. glauben machen 
will: wenn man erwägt, wie angesichts der Misswirtschaft des 
Direktoriums im Innern und des Umschlages des Waffenglücki 
der französischen Heere die Misstimmung und Unzufrieden- 
heit im Volke zusehends wuchs, so wird man gestehen, dass 
auch den Machthabern in Paris, ohne dass wir sie darum 
irgendwie verdächtigen wollen, sehr viel daran gelegen sein 
konnte, durch einen Gewaltakt, wie die Ermordung ihrer 
Gesandten, die Erbitterung von sich ab wider den äussern 
Feind zu lenken.') 

B. hat ferner auf das Verhalten Bonaparte's nach dem 
blutigen Ereignisse hingewiesen, das für seine Schuld zeuge: 
trotz wiederholter Bemühungen Debry's habe er beim Friedens- 
schlüsse zu Luneville von Österreich keinerlei Genugthuung 
gefordert, niemals habe er, wenn er die „Schandthaten des 
Hauses Habsburg" aufgezählt, den Gesandtenmord darunter 
genannt, eben weil — schhesst B. — niemand den wahren 
Urheber besser gekannt als er selbst. Schon v. Wegele hat 
hierauf die richtige Antwort gegeben, und was B. später da- 
gegen eingewendet hat, ist belanglos. Zunächst steht fest, 
dass Bonaparte selbst verschieden über das Ereignis geurteilt 
hat: gegen Lafajette soll er Lehrbach als Anstifter bezeichnet 
haben, auf St. Helena hat er das Direktorium angeklagt; 
während des Luneviller Kongresses hat sein Bruder Josef die 
Engländer dafür verantwortlich zu machen versucht. Nur wer 



geschichte sich genau verfolgea l&sat. — ') n, 4(»; Nachwort, S. 48. — 
*) Diese Auslebt vert^ritt beiBpieläweise eine im Mai 1799 m Hambniff 
verOffentlicbte FlagschrUl: „Le Paasif de la grande natioo poor l'an TU 
ou les derniers abois da Directoire." 



BoBApanc, I>cbr; oiul der Rastadtcr Oeeandteomonl. 



53 



»t ratgcfuster Meinung an die DioKC herantritt, wird darin 

fitipn lodirektGU Hcwois für seine Sctiuld, die er andern hiibc 

r4en wollen, erblicken. Für den Unbefangenen ergiebt 

iicb <Unm nur, dngs er. zum miiulc^ten sclion zur Zeit des 

iTr-nr-ro«»^.* -jf, cinc östcrTcichische Urbelicrschafl uiclit glaubtc 

ren pülitischeu Kücksiehten nicht glauben wollte. 

Vtie solite er also von dein Wient'f Kabinet Genugthuung 

'■''Tn für ein Verbrechen, dessen er dasselbe nicht Tür 

-. Kescliweige überführt hielt, dessen Stihnuug ihm als 

onc Erbsclnfl des Direktoriums vielleicht selbst unbequem 



rntüt 
ftkren? 



::i Autteiiblicke, wo er drit)^end wUnschte . die 
ti'ltangeQ rasch und ohne Störung zu Kode zu 
B. meint, die Österreicher, gleich frieden sbedüvft ig 
■ lirden eine Sali^'fnktiitn nicht verweigert haben. 
% aber nur, falls es für sie aufgemacht und klar er- 
•t war, dase Anstifter und Thiiter in ihren Reihen zu 
cadi^n eGi«n, tnt andern Falle, und damit haben wir es doch 
tacii it.N Ansicht zu Ibun, wünien sie sicberlich gegen jotle 
4(nulM!U entehrundv Zurautunur bis aufs iiusserstc protestiert 
ksbeo. Der «on B. vergleichsweise angeführte Fall ItasseviUe, 
»0 BooApartc noch drei Jahre nach der Ermordunif <les ge- 
Di|>louiaten (renugthuung gefordert und erlangt hat. 
Dicht hierher., denn einmal war hier jeder Zweifel über 
Ae Gibeberscbdft ausge.'H'hlos.seri . und dann war es wahrlich 
fcen KmiststUck, dem ohnmäditigen Kirchenstaate gegenüber, 
iir ak politischer Faktor kaum in Betracht kani, eine solche 
Fwdenini! durchzusetzen. 

In Eomma: was ÜoehtUngk zur Belastung Bouaparte's hier 
nrfaringt, gebt nicht über willkürliche Vermutungen und un- 
flaita e i ie liehauptungen bin.ius. Man kann, das will ich 
agel>en , ntAnche der von ihm erwähnten Thatsacbeu in dem 
9mBt dtruieji. wie es ihm liuUebt: aber auch einzig und allein 
■ler der YoraniseUung, doas man überzeugt Ist und den 
Beweis RcHefert bat, dass Jean Debry als ein Werkzeug Bona- 
|irt«'> für die That verantwortlich zu machen ist. Die Frage, 
aif die aU« ankommt und mit der b.'& ganze Hypothese 
Mkc nd fiUlt, t!>t diese: lÜsäL sieb naoli allem, was wir über 
B elf^ ^ T^rsoo und Charakter, seine Beziehungen zu Bona- 
Hrta. M«rie sein und aelDer angeblichen Spiessgesellcn Ver- 
tekn rar. wftbrcnd und nacli der Katastrophe wissen, nach- 



54 Obser. 

weisen oder auch nur wahrscheinlich machen, doBS er letztere 
vei^chuldet bat? 

Die Nachrichten, die sich über Debry in den zum Teil auch 
von B. benützten altern biographischen Sammelwerken fran- 
zösischen Ursprungs finden, lauten, wie zunächst hervorzuheben 
ist, verschieden je nach dem Parteistandpunkte ihrer Verfasser. 
Die „Biographie moderne ou galerie historique etc. Paris 
1815", auf die B. sich beruft*), ist mir nicht zugänglich ge- 
worden; sie trägt aber, wie B. selbst zugiebt, entschieden einen 
antibonapartistischen Charakter ; ihr abfälliges Urteil über D. 
wird daher verständlich, umsomehr, als, was B. zu betonen 
unterlässt, zu eben der Zeit, da sie erschien, wider Debry, der 
sich während der hundert Tage wieder an Napoleon ange- 
schlossen hatte, das gerichtliche Verfahren eingeleitet war, das 
im Januar 1816 mit seiner Verbannung endigte. So viel ich 
aus den bei B. mitgeteilten Stellen zu schliessen vermag, hat 
der Verfasser dieses Werkes ein mir vorliegendes älteres, den 
„Dictionnaire biographique et historique des hommes mar- 
quantä de la fin du 13 si^cle etc. r^dig^ par une soci^tä de 
gens de lettres" benützt, dessen erster Band zu London im 
Jahre 1800 erschienen ist. Wie schon der Umstand, dass der 
„Dictionnaire" auf englischem Boden gedruckt wurde, ver- 
muten lässt und der Inhalt bestätigt, dürfen wir von diesem 
von Gegnern der Revolution redigierten, noch unter dem 
Kampfe der Leidenschaften des Tages entstandenen Werke 
keine abgeklärte unparteiische Beurteilung ihrer Führer und 
Parteigänger erwarten. Speziell der Artikel über Jean Debry 
ist einer der schärfsten; er hebt aus seiner par'amentarischen 
Vergangenheit') einseitig alles hervor, was ihn zum rabiaten 
Jakobiner zu stempeln geeignet ist: den bekannten Antrag 
auf Bildung eines Corps von Tyrannenmördern , den Antrag 
auf Aussetzung eines Preises auf die Köpfe der Monarchie der 
Koalition „und all der wilden Tiere, die ihnen gleichen", die 
verschiedenen scharfen Gesetze, die er wider die Emigranten 
veranlasst, u. a mehr. Bezüglich des Bastadter Überfalls, der 
durch unbekannte Leute, die sich als österreichische Husaren 



*) Nachwort, S. 66. — *) „II s'y montra, heisat es u. a. von ihm, 
toujours favorable & ces projets outr^B, & ces mesures extravagantes, qni 
loin d'annoDcer le talent, sont toiyoure chez uu &ctieux l'aveu involoa- 
taire de son impuiBsance.'^ A. a. 0. I, 391. 




flwUMilli. Otbry and der Rastadter GeuBdteamonl. 



55 



rkkUet'). verübt worden sei, ninl bemerkt: ggttlcklicher 
Mine KoIltTgcn, die beide weniger ein solches Loos ver- 
dRBten, k*m er mit dein Leben davon."*) 

Den t:(?L,'i'aÜbtir tiiinmt die nBiogr»plüe nouvelle des con- 
tonponiinä, Paris 1832''^), Debry eraicbtlich in Schutz; 
j«i>p lange SündrnliRt« vird zumteil unterdrückt, dagegen eine 
auderer Zuge, die ihn in gÜnsliKerein Lichte erscheinen 
. hi'rTorpehoben: seine iutiiiten Beziehungen zu den Girou- 
> .:, tnii denen ur symimUiisicrle, der Eifer und Mut, mit 
ioB er oftch dem UuwaUstreiche vom 2. Juni 1793 flir sie in 
llBer Adresse an seine \Vilh1or eingetreten, die Verdienste, die 
V «idi «elbsl mit Gefahr seines Lebens nach dem Sturze der 
SckreckcttFberrschafl als Kommissär des Konvents um die 
Ffedfikatioi) de» Badens erworben. Eine mehr vermittelnde 
Sfeittmg oiount dann die „N'ouTellc biograjihie universelle' 
(«Kl« Atagabe, Paris 1352 tf.) ein, die Licht und Schatten am 
--.•n veneJIt und nameotlieh auch Iiebry's Abfall von 
^•i.viI.^I(l, bei dcÄseu Sturz er nls der erste in seiner Präfek- 
tB t» Besau^D lÜe weisse Kokarde auf.stecktc und den Grafen 
na ArtoU in einem puthetischeu Schreiben begrüsste, nicht 
iviehveigt. nie dies aeituns der „Biographie des contemporains" 
fBKhiebl. &s geht also m. K. nicht an, dass h. seine Quelle 
im Nachworte diesem Werke als gleichwertig gegenüberstellt. 
Dw Bild, diis wir. wenn wir all die verschiedenen Angaben 
aebeoeioattdtrrhalleu, von Debry gewinnen, ist gewiss kein an- 
iMeDilcs, aber auch nicht so schlimm , wie U. es auMoalt. 
tmm ach: tend« Pon>iinlichkeit, ein besouiiener Poli- 

likrr, der .^..i. k. bcrzeugnng rückhaltlos bekennt und seineu 
itfetiru ttf-Q bleibt, ifit dieser Mnnn frf>jlich nicht; es steckt 
ihm, dem Jünger Itousseauü, ein wunderliches Gemisch von 
ladtetn Jakuhinisiuofi und sit-sslicher Scliwäriuerei , die 
SKte itn ^iffrntlichen Leben, dem er nun einmal nicht fern 
bktbeo kann, eine Itulle zu spielen, überall zu reden und von 
ick radeo xu michen, und dicht d;ineben die Sehnsucht nach 
iveritümi&erteni Nuturgenuss. nach einem idyllischen l^and- 
Mn im Kreise seiner Familie, allen Wellhändcin entrück!. 



t| S. an ArtiM Abtt BADtün-, ib. I, 188. — ■) A. a. 0. 1, 803. — 
T. M5 — i»; ilcr Artikrj itauimt. «i« t-iiw KeleK«atlich« 6«aiorkung 
4a rar«hsUscliai Ad«! lebrl. von dumi «aueUedMitB G«gxier dn- 



66 Obser. 

Seine politischen Ansichten hat er wiederholt gewechselt 
Beim Beginn seiner Laufbahn steht er auf Seiten des Be^es, 
in diese Zeit fallen seine tollsten, verkehrtesten Anträge; es 
folgt eine Periode der Ernüchterung, wo mildere Anschauungen 
die Oberhand gewinnen, wo er in nahen Verkehr mit den 
Häuptern der Gironde tritt. In den schlimmsten Tagen der 
Schreckeosherrschaft hält er sich vorsichtig im Hintergründe. 
Als dann später der Stern Bonaparte's aufzutauchen beginnt, 
wendet er sich dem neuen Propheten zu. 

Über dieses Verhältais zu Bonaparte, auf das für unsere 
Frage sehr viel ankommt, hat vor ein paar Jahren ein fran- 
zösischer Forseber, L6on Pingaud, dankenswerte bisher nir- 
gends beachtete Mitteilungen gemacht.*) Aus ihnen ergiebt 
sich nicht nur, dass der junge General mit dem Politiker, der 
nach dem Sturze der Schreckensherrschaft Josefine Beauhamala 
aus dem Gefängnisse befreit und mit Pont^coulant, wie schon 
B. hervorgehoben, gegen die Entsendung Bonaparte's an den 
Bosporus i. J. 1795 Verwahrung eingelegt, in der That freund- 
liche Beziehungen unterhalten hat, sondern dass es auch, was 
V. Wegele seiner Zeit auf Grund des damaligen Materials mit 
Recht bezweifeln durfte, der Einfluss der Bonapartisten, speziell 
Josef Bonaparte's gewesen ist, der den Unschlüssigen bestimmt 
hat, dem Rufe nach Rastadt zu folgen. Aber die von Pingaud 
mitgeteilten vertraulichen Briefe, die Debrj von Rastadt aus 
an den ihm seit kurzem befreundeten Josef richtete, beweisen 
zugleich unwiderleglich, dass Debry bei seiner Rastadter Mis- 
sion ein Werkzeug Napoleon Bonaparte's in dem von B. be- 
liebten Sinne nicht gewesen sein kann. 

Nach Böhtlingks Ansicht brauchte und erstrebte Bona 
parte mit allen Mitteln einen europäischen Krieg; diesen 
herbeizuführen, setzte er die Ernennung Debry's zum Kougress- 
gesandten durch, dessen Entsendung an sich schon einer .be- 
rechneten Herausforderung" Österreichs gleichkam, dessen 
ganzes Auftreten seinem Auftrage entsprach. Und nun die 
Briefe!") 

Man bedenke, dass sie einen vertraulichen Charakter tragen, 



') L. Pingaud, Jean de Bry et Joseph Bonaparte, Revue d'hist. di- 
plomatique, I, 548 ff. — ^) Iieider sind dieselben nicht im vollen Wort- 
laute Teräffentlicbt; man wird dies namentlich bei dem letzten Tom 
7. April 1799, «o der Zusammenhang nicht ganz klar ist, bedauern. 



^ 



Bottpvie, Debry uod der Basudter GesandteDnorcl. 



BT 



iua BJC an den Bruder Xapaleons gerichtet sind, der in soine 
Sebelmite'n Pläne eingeweiht war. Nirgcndä aber fiudet sich 
ii ihuvii audi nur eine entfernte Andeutung, dass Dehry den 
Wiedenusbracb des Kric;^s herheiwUnschtc und bcrorderte 
thr ipir dass ihm eine solche Weisung aus dem bonnpar- 
ttfUschet) Laf!er erteilt worden. Gerade im Gegenteil I £r 
jttmimnit, wie wir hören, die Rastadter Mission auf Josefs 
Zaredeo in der ausgesprochenen Ab!«icht, dus Kriedenswerk 
m Campo Formio, das Napoleon begonnen, zu Kndc zu 
Ittm. 

.GlMbeu Sie — schreibt er am 9. September 1798 an 
kati — . flass ich nichts unterlassen werde, um zu dem Ziele 
a gelangno: ich werde so meinem Vatcriande und meinem 
Streben nach wahrem Kuhme zuKleich dienen, und, da Sie 
4»raD Anteil nehmen und mich dazu ermutigen, auch 
itn Ittichien der Freundschaft Genüge leisten. Ks liegt mir 
tuvi, liire Zuneieuug zu rechtfertigen." Und überetnstim- 
■etd damit bemerkt er in scinor Selbt^tbiographie, durch deren 
ipDstaDdige VerütTentlichuDg sich Pin^aud ein weiteres Ver- 
#EKtenrerben würde, gelegentlich seiner Berufung: .Mir lag 
Tiel daran, den Frieden zu fcstif^en, nicioen Namen 

m knQpfeu. Der fleros, dem wir ihn verdankten, hatte 
vr Etcl« sein Wohtwollen bezeugt: es galt aUo dasselbe zu 
nekifertigen und den VertraR ron Campo Formio, die Frucht 

Weisheit und Triuuiphe, zu vervollständigen (completer).' 

«ADea — schreibt er ein andermal — scheint auf Krieg za 
I, und doch glaube ich an den Frieden. Die Punkte, 
die wir uns streiten, sind nicht ao wichtig, dass wir 
tetber nodi einmal die Waffen ergreifen müssten."') 

Vit aichüich(.-r Befriedigung teilt er ein i>aar Munale später 
He AsDahnte des franwisischen Ultimatums vom 6, Dezember 
■in, ilnrcli die er den Frieden mit dem Iteicbe nun völlig go- 
Btibert «äbnt, ,& moins de ces retours de perfidie si fa- 
■lien Ä cerUJDs gouvernements, niais dont Ics plus soloD- 
idka Mlb^rutions nc sauraient nous garantir." '} Und selbst 
Ab in Jaiiaar die Aussicht auf Frieden — ..den Frieden, den 

VeiuchbüJt verlange, den die Freiheit ersehne* — immer 



'i 4. d. •. Soll«. 1790. a. a. 0. 1, &69. — ■) d. d. 12. Du. 1796, 



58 Obser. 

mehr schwindet, hofft er doch noch bei der Heimkehr auf 
Josefs Landsitz Frimula veris zu pflücken und einen Oelzweig 
mitzubringen. ') Wo bleibt da der „agent provocateur" Bona- 
partes, den B. hinter Oebry wittert? Die ganze mühsam auf- 
gebaute Hypothese stürzt mit diesen Sätzen zusammen. 

Auch noch in anderer Hinsicht sind diese Briefe bemer- 
kenswert. 

Wiederholt erkundigt Debry sich angelegentlich nach dem 
General. „A-t-on des nouvelles de la flotte?" fragt er am 
19. Juni, und ein paar Monate später: „Donnez-moi des nou- 
velles du g^n^ral quand vous pourrez me les donner; je ne 
serai jamais ^tranger ä sa gloire et k ses succ^s" (9. Sept 
1798); endlich im Januar 1799: „Je suis tres fäch^ que vous 
n'ayez pas de ses nouvelles . . . dites-lui, je vous prie, un 
mot dans votre premi^re lettre de l'attachement que je lui ai 
voue et des sentiments que je lui garde" (18. Januar 1799). 
Daraus ergiebt sich, dass, wenn uns hier die gesamte Korre- 
spondenz aus der Rastadter Zeit vorliegt, Debry mindestens 
bis Mitte Januar 1799 keine Nachrichten von Napoleon Bona- 
parte durch dessen Bruder erhalten hatte; durch wen aber 
hätte jener seine Weisungen an Debry bequemer und sicherer 
gelangen lassen können, als durch den mit diesem befreundeten 
Josef? Die Art und Weise, wie der Rastadter Diplomat da- 
bei von dem General spricht, und sich diesem gleichsam in 
Erinnerung zu rufen sucht, lässt überdies ganz gewiss nicht 
auf ein so vertrautes Verhältnis schliessen, wie Böhtlingk es 
zwischen dem angeblichen Anstifter des Gesandtenmordes and 
seinem Helfershelfer voraussetzt- Hätte der General Debry 
irgendwelche Instruktionen erteilt, so würde dieser dem Bru- 
der gegenüber sicherlich derselben gedacht und gebeten haben, 
über ihre Ausführung nach Egypten zu berichten. Überhaupt 
erscheint der Diplomat, — und auch dies ist zu beachten, — 
bei aller Bewunderung des Feldherrn noch durchaus als über- 
zeugter Republikaner; ohne desseu ehrgeizige, höher zielende 
Pläne zu ahoen, erblickt er in ihm deu Mann, der allein der 
Republik dauernde Lebenskraft zu verleihen vermöge.") 

Die späteren Schicksale Debry's nach der Rastadter Kata- 



■) d. d. 18. Jan. 1799, a. a. 0. I, 554ff. — ^; Vgl. das Schreiben 
vom IB. Jan. 1799, a. a. 0. I, 651. 




Ifaua{)«ru, DelUT und der Raiiadtfr (Jettadtcnmon]. 59 



ftiDil zur Ge-Düge bekannt. Mau weiss, dasa er zur 
der Luüevilltr I-nciii-ns Verhandlungen hei Bonapaiie ver- 
^^ürh auf eine Satisfaktion seitens Österreichs f^edruof^en 
h*i'). ohne diuB dies ihn daran gehiuderl, stliliesslich dem 
C^rys legulatif die Friedensurkimdc mit hochtünenüen Worten 
in Anfinge des Trihunats feierlich vorzulegen.') Am Jahrcs- 
Mgc 4m RastAdter Mordes (-28. A|>r. ISOl) hat der erste Kon- 
n) ihn dann r.nm Präfekten des Doubsdepartemcnts ernannt: 
die Wahl de« TaRes sollte die Ernennung wohl als eine Aus- 
lekhnunft erkennen lassen; thatsächlicfa ist sie als ein /eiclien 
der Ungnade Bufgefa.<^«-:t und, wie wir aus einem he^hwicbÜ^en- 
4m Schreiben Jusef bonapartc» an den alten I-Veund ersehen"), 
TOti Debrr. der nunmehr seiner itarlamentarischen Laufbahn 
tJigtB musste, ols solche auch empfunden worden. Aut:h 
n (BeMiu Punkte dQrfte also von Wi'<;ele gegen Böhtlingk, 
4t die Ungnade tiezvreifeU, Hecht behalten. 

So viel über Debrr im allfTemeinen und seine Stellung zu 
BoMjttrttf im besondent. Prüfen wir nun die Argumente, 
■rf die B. »eine Anklage wider Uebry stülpt: wir mUsseii 
me dabei, um nicht zu erniüilen, freilich auf das Wichtifisto 
teackriüiketi und darnuf verzichten, auf alle Einzelheiten ein- 
aschen. Dies gilt zun»ch<«t be/.uglich iler Darstellung der 
1 r.'u'niaae in den leUti>n Wochen vor dem blutigen Ende deB 
kongKMWJi, die vielfach zu berichligHU wäre. Ich hübe hier 
■r eiaea bcrvor. U. weist auf die Ordre T.tIleyraudK vom 
Itt, Ipnl*) bin, welche dte Gesandten, trotz ihrer Deilcnken, 
■MPeut, in Küstadt auszuharren ,jus<iu ä la demiere exlre- 
wti't und urbtickt darin augeoseheinlidi ein zwischen Tal- 
iemnd und Debry abgekartetes Spiel. Gegenüber dieser 
kaftm Vermutung sei daran erinnert, dass Talleyriind. was 

nxscbweigt, diese Weisung ausdrücklich damit liegrundet, 
Frankreicb dum Kai.ser Ana Hecht, e)n^:eltig den Kon- 

1 .. t«tr Uenoii«, In d«ni er dem ereten Koneu) anlieinsteDt ni 
^utnsiTOt lata i>ouvi7x tioblpmeiit voii('i<r IB RApubliqnc de 
UatäAr, m» qae e«tt« 4criilire patssonc« ait le droit de s'offeDser". 
«■ « nwrt iB C* Villi K Baillfu, Bisior ZetUcbrtft, 70, WS veröffentttcht 
min. - ') Vgl rinffuid. k a. O. I. 9^8. - «) d. <i. 17. Mai luui, 
WiMip«!. jL». Q. LA&H- — "1 Hirliibfth. bceir. WartUuL WiH äffet, 
ll^li««t V«Ttu)diunfrnt KUi >!er RiTolutiomueit, III, 3(19; durcbauit «nt- 
M»1U «indsrfvitrbni iiud aül etgcticii Z(il}i»ti-u wnebeii tiei DOfatlinttk, 



60 Obser. 

gress aufzulösen, nicht zuerkennen dürfe'); fast derselben 
Worte bedient sich der Minister gegen Sandoz-Bollin, den 
preussischen Gesandten in Paris, den er für die Äufrecht- 
erhaltung des Kongresses zu gewinnen sucht: es gelte vor 
Europa die Friedensliebe Frankreichs zu dokumentieren nnd 
den Gegner möglichst ins Unrecht zu setzen, darum mässten 
die Gesandten lieber Unbilden über sich ergehen lassen, als 
von der Stelle weichen. ") Was berechtigt Böhtlingk an- 
gesichts dieser Erklärungen zu seiner willkürlichen Inter- 
pretation? 

Belastend für Debry erscheinen B. in erster Linie die be- 
kannten Vorgänge bei der Abfahrt: er findet es unglaublich, 
dass die französischen Gesandten lediglich, wie uns doch so- 
wohl Eggers wie der dänische Gesandte v. Roseukrantz') aus- 
drücklich bezeugen, aus Rücksicht auf den point d'honnear 
zur Abfahrt bei Nacht und Nebel sich entschlossen, obgleich 
sie nach Barbaczy's Ordre den nächsten Tag hätt<'n abwarten 
können; Debry, behauptet er, habe trotz alles Zuredens der 
deutschen Gesandten von einem Aufschub der Reise nichts 
wissen wollen, — naturlich weil seine Mordgesellen bereit 
standen. Auf diese Argumentation hat schon v. Wegele*) 
alles Nötige entgegnet und 6. zugleich eine Reihe von Fragen 
vorgelegt, auf welche dieser leider im Nachworte die Antwort 
schuldig geblieben ist. Ich kann mich also hier kurz fassen 
und verweise nur auf das jüngst von mir veröfTeDtlichte 
Schreiben Edelsheims an Kappler vom 13. Mai, wonach die 
Dinge ganz anders liegen.^) Bonnier war es, wie Edelsheim 
aus eigener Wahrnehmung berichtet, der am entschiedenstes 
für sofortige Abfahrt gestimmt, während Debry, der seine 
Kollegen darüber befragen lassen, sich ihrer Entscheidung 
gefügt hat, derselbe Debry, der dann, wie Eggers erzählt, 
auch am dringendsten um den Schutz einer österreichischen 
Eskorte gebeten hat!") 



»j Hüffer, in, 309. — *) Bailiea, Preuasen und Frankreich, I, 283. 
— ') E^ggerB, Briefe Dber die AufiöBang des ßastadter EongresBeB, 1, 
361 ; den Bericht von Rosenkraotz verde ich an anderer Stelle demn&chat 
mitteileD. — *] Bist Zeitfichrift, 46, 213. — ^) Polit. Korrespondeni 
Karl Friedrichs, 3, 241; erstmals mitgeteilt von Heidenheimer, Westd. 
Zeitschrift 2, l&l. — ^) Eggers, Briefe aber die Auflösung des Ba- 
stadter Kongresses, 1, 362. 



BompTf, Debrr unil der Rutadter OcMLodUiunöcd. 



61 



r<iter« Verdachtscrütide schöpft B. ans den beiden be- 
ttle Uehry uacli der Katastrophe voo Strassburg aus 
Mrh Paris erstattet. ') Diese „wahnwitzige Erzählung seiner 
anf{phlirh voll innerer Widersprüche und Uowahr- 
%eilea , erscheint B. im Grunde lediglich als eia 
: ^ongBversucb. Wenn Debry verstört und mit Blut 
and äcbuutx bedeckt am Morgen nach der That in das Haus 
dks tirafe-n (Jörtz elUrzt, wenn er auf den Kniecn flott für 
4le Bettung der S^'inigen dnnkt und ungefragt, in fliegender 
Hui miM ItettuDg erzählt, sieht B. hierin nur den Ausdi-uck 
diM Mtea 4JI«wis8«iis. AU ob bei einem dem Tode eben 
■ü koapper Not Entronnenen, dem noch alle Schrecken der 
ÜMbl tor Augen schweben, diese Aufregung nicht völlig be- 
pcüich w&re, Als oh nicht auch ein erklärter Freigeist, zumal 
» Bcliwachcoi, aos Sentimentale streifeudem Charakter, 
Debry, io einem solchen Mouieute sich einent bohereu 
beugen liTtien könnte, als ob er. dem das Herz voll 
er^ hülle warten sollen, bis man ihn höflichst aufgefor- 
dert, arinc Schicksale zu erzählen! Sogar das» Debry im 
i-ry-n Aogrublick nicht die Seiuigen zu sehen wünscht, erregt 
i"i li, K'tpfv'Iiiiiteln: als üb er in dem Zustande, in dem er 
jtäi t'T'funii, bliitüliorlaufL'ti und schmutz be^lcfkt, che er ver- 
uad vom Blut gereinigt war, vor seine im siebentea 
»I schwangere Frau hatte treten diirfen, ohne ihr Leben 
doch ein ki'iuiendeä zu gefährden?') In der That, das 
OB Verfahren, bei dem sich, wie v. Wegele mit Recht 
Btle« aufhörf. Ist es da zu verwundern, das5 B., wenn 
voD den , moralischen Leiden"'), die er in der Schreckens- 
Mcht aiugestandcn, spricht, dies nnsrheineud auf (lewisseu»- 
ÜM» bezieht, obgleich der damit verknüpfte Appell an alle 
iner und Vater deutlich lehrt, daRs ihn nur die Sorge 
Weih und Kindtr gequält:' Die beiden Bauern, denen 
xatn Teil »eine Rettung verdankt, möchte B. kurzweg 
das Bcrdch der Fabel v^^wci:^c^; dass sie ihm ihre Miilze 
haben sollen, ubgleich er kein Wort deutsch verstand, 



d. 17 m. IT fiortel; ftbgcdrackt in Moniteur; sp&ter n. a. In 
l^rliii Stastsarcbtr, VQ, IIB ff. — ') So ftlhrt sucb Kf««" >b 
:; .er ftrAlMc (Dr den Zosuad teiner Fran" (I, 402). B. frd- 
it mA 4vna «Inder keine Notis. — ■] A. a. 0. U, 393, wo 
Wort« nipitTl hoTorgebob«!! sind. 



62 Obser. 

dass er in ihrer Mitte unbehelligt die Tfaorwache passierte, 
däucht ihn wunderbar. Er wird sich inzwischen aus Edels- 
heims Berichten überzeugt haben, dass diese Bauern keine 
Phantasiegebilde sind: hatte sie der Kittmeister Burkhard doch 
verhaften und nur auf Edelsheims Protest auf freien Fuss 
setzen lassen. ') Und sollte Debry , dessen Tochter sc^ar 
Deutsch sprach, während seines Aufenthalts in Rastadt nicht 
soviel gelernt haben, um sich mit diesen Leuten zur Not ver^ 
ständigen zu können ? War es so schwer, bei einiger Vor- 
sicht inmitten der Landleute, den Hut ins Gesicht gestülpt, 
unter strömendem Regen an der Wache unerkannt vorbeizu- 
kommen V 

B. bezweifelt, dass Debry die Nacht, wie er angiebt, im 
Walde zugebracht: in dem lichten Geliölze hätte er sonst von 
dem Grafen Solms und seinen Begleitern, die sich nach Tages- 
anbruch auf die Suche machten, aufgefunden werden müssen. 
Ich gebe zu, dass dieser Punkt auch mir noch nicht genügend 
aufgeklärt erscheint; immerhin aber wird zu bedenken sein, 
dass Debry, wie er selbst erzählt, sich später tiefer in das 
Gehölz geflüchtet und naturgemäss hinter dem dichtesten Ge- 
büsch verborgen hat, dass also Solms und seine Begleiter, 
die sämtlich beritten waren, durch das Grestrüpp, zumal der 
Boden sehr morastig war, nicht soweit vorzudringen ver- 
mochten.*) Die „Patrouillen", die der österreichische Ritt- 
meister vergebens nach Debry ausgeschickt haben soll, existieren 
nur in der Phantasie des Herrn 6. Er hält sie sogar für 
identisch mit den Szeklerhusaren , die den Schulzen von 
Rheinau nach einem verwundeten Franzosen gefragt und auf- 
gefordert, falls dieser sich blicken lasse, ihn festzuhalten oder 
nach Muggensturm zu führen^, — wie B. glauben machen 
will, aus Fürsorge (!) für Debry, damit „derselbe nicht etwa 
den gegen die Franzosen aufs Höchste erbitterten Bauern in 
die Hände gerate".*) Ei, woher weiss denn B., dass die 
Bauern der Gegend so sehr aufgebracht über die Franzosen 
waren? Sind es doch gerade zwei Bauern gewesen, die Debry 
schliesslich gerettet! Und warum denn, wenn es den Szeklem 



') Polit. Korrespondenz, S, 228. — ") Nachwort, 46. -Wir wissen 
nur TOD einem Korporal und ein paar Mann, die Harrant und Solmi 
beigegeben waren. — •) Authent. Bericht, U. — ') Nachwort, BOff, 



Benftne, pebry and der BuUdt«r Gcsoodtdamord. 



63 



^^V Ben 

^HUidi um <11& Sicherb«it Dcbrjr's zu tliun war, gerada auf 
^Onwttgeo nacli Muggeotituroi, und nur „ja nicht nach 
RastAdl'/) da Rastadt doch nur ein paar Minuten entfernt 
bc and zweifellos tiieLr Schulz bot? 

Wm b.'> Argwohn vor allem weckt, ist die Thatsaclie, 
dtM iMbry bei dem Ül»erfall mit dem Leben davongekommen, 
«fthnmd sdae beiden Kollegen ermordot und in der gräss- 
fidHen Weise verstümmelt wuriU'n. Ks komme Ücbry daher, 
Miot B., vur aIIpui darauF nn, seine „NiedtT^tibelung" zu lt- 
ntefl; dftber die .übertriebenen" Berichte über seine Wun- 
den. Wir fiaben du doch, was B. alierdin^s unterbisst. streng 
n flcfaeidea div Berichte, die von ihm selb,st und jene, die 
MO anderer Seite stammen. Nur für crstcre aber wird Debry 
»OK** 1 ZU machen sein. Was nun Debry selbst von 

MiMu --»..'.«.u erzählt, winl, wie scbou llüifer mit Recht 
UUmt hal, durch den „autheoliücbeu Rericlit" der Augen- 
Bii^o durchaus bestätigt; es sind die Wunden am linken 
Arm, an der Schulter, der Nase und auf dem Kopfe, die der 
Wntdarzt i«jimt1ich fUr ungefährlich oder unbedeutend erklärt*) 
dichte Kleidung Debr>"8, der nnaturetlement frileux", wie 
uns l>e/piißt'), sicli fttr die kUlile Naclitfahrt mit 
den Kh'idiingsstiicki'n reichlich vorgesehen, hat be- 
pHÜjchri-wcise die Wucht der Hiebe gemildert; da er Ubcr- 
Hb gleicb zu Anfanp: sieb in einen Graben kollern Hess und 
M itelltt', haben die MordgeKellen ihn oQ'enbar auch fUr tot 
piiallai und nicht mehr viel beachtet. So erklärt sich der 




. AubcDi. Bericht, 14. — ^i B«i dieser Gelegenheit eio Bdspiel, 
99 9. aeiii« <^icUeD dtiert 

Eff«r>, I, -U6 Khmlit: Bfthllingk, Nachwort, i^ ciliert: 

JMfl7 ifj Mufcht in Ohnmacht j .,l>br}- liel beinahe in Obn- 
«rÜtnr drr Woadual die nuicbt. Inde») «-tkbrte (kr Wand- 
le am lioka) Am fftr gar uzl die Hauptwunde am Uokeu Ann 
~Üftt gdUuikli Di« andern WJden fbr gar nicht gt-fUirlich. Ausser 
oabodmitvad. An Kn|if faii' djtner Hauptirundf Eand licli nur eine 
4b liA, alt rt aligevaicheo war. andere kleine Verwundung am Arm 
t^^t tS/mtmipata" !aad Bine ebenso iinlicdpRieudv an 

ider «otgfgeBgeceUten Schutu^r. Am 
'Kopf boden sicIi, uIü »r abgewa^iicu 
I war, blosse Konnisionpn."" 

[«ist al» liii igmazrrSati eincHliokt, von dpin bvi Eggen kein Wort 
iiL — ^ PoHl Korrespodani, 8, 2S8. 



64 b B e r. 

Hergang, meine ich, zar Genüge. Dass Debry später, als er 
vor den Fünfhundert über seine Schicksale berichtete, um auf 
seine Zuhörer tiefem Eindruck zu machen, den Mund etwas 
ToU nahm und unter Zusammenrechoung aller Schrammen 
von 24 Wunden sprach, wie E. M. Arndt') uns erzählt, ist 
bei einem Manne, der in seinen Reden stets das Pathos liebte, 
begreiflich; im übrigen bestätigt der Moniteur die Erzählung 
Arndts nicht. In dem amtlichen Rapporte an das Direktorium 
hat Debry, wie gesagt, seine Wunden durchaus wahrheits- 
getreu geschildert. 

Anders verhält es sich mit den Berichten aus dritter Hand, 
die im Moniteur abgedruckt sind und den Vorfall, wie es im 
Interesse des Direktoriums lag, vielleicht auch lediglich in der 
ersten Aufregung, möglichst aufzubauschen suchen.') Die 
erste Nachricht von dem Morde giebt Debry's Privatsekretär 
Belin*) im Moniteur vom 15 floröal: es ist hier von 40 Säbel- 
hieben und 13 Wunden, die Debry empfangen habe, die Rede, 
nirgends aber von 40 Wunden, wie B. meint. Auch haben 
wir es hier lediglich mit einem Privatschreiben Belins an 
einen Citoyen Noblet zu thun, und nicht mit einem in Debry's 
Auftrag verfassten Berichte amtlichen Charakters, wie B. 
glauben machen will. Endlich finden sich die weitern Mittei- 
lungen über die Verletzung des Handgelenks und der voraus- 
sichtlichen Gebrauchsun Fähigkeit mehrerer Finger, nicht, wie 
B. wiederum erfindet, in diesem Schreiben, sondern im Moni- 
teur vom 16 und 17 fior^al, in anonymen Meldungen aus 
Strassburg, die eine so mangelhafte Kenntnis der Dinge ver- 
raten*), dass sie aus Debry's Umgebung, von seinem SekreUü* 
vor allem, unmöglich herrühren können. B. hat nicht das 
Recht für diese tollen Reporterleistungen Debry verantwortlich 
zu machen. 

B. nimmt an, dass Debry sich die Wuuden selbst b^ 



■) Reise durch Frankreich, IV, 800. — *} Man verfolge nur emmal 
an der Hand des offiziellen Organs des DirektoriuniB , im Moaitear Tom 
16 bis 23 fioi^al, wie aberaU das sichtliche Bemühen dahin geht, Öster- 
reich zu brandmarken und die Wut des Volks zu entfesseb. — *) Nicht 
Kosenstiel, wie B. (Nachwort, 48) behauptet. — •) U. a. wird enftUt, 
Debry sei von seinen eigenen Leuten am Boden liegend auflgefunden und, 
da man noch Lebensseieben in ihm bemerkte, nach der Stadt varbraeht 
worden) 




Baimtiarte. Dtbr; ufiil der Rutatlt«r 0«s)U)(]tciimord. 



6& 



it oßd keioesfails die Nacht über in ileiii Geiiölzc ver- 
hübe. Wo nod wuDQ. fiügt V. Wegolc mit Recht, soll 
er »je sich denn beigebracht haben? .Im Forstbause, in wel- 
ehon Rosenstiel oioe anflocht gewonnen hatte", meint B. 
äd»de nar. dass dieses Forsthaus, wie B. trotz aeincs eifrigen 
Studiums der Eggers'sdien liriefe entgangen ist, identisch 
«r mit dem Qaarticr der hadischen Gesandten.') Oder ,jn 
dem hintern Teil des Schlosses'! Also innerhalb der Stadt- 
mwrn. Aber wir widsen doch, dass die Bauern Debry auf 
dvu Felde gefunden nnd erat zur Stadt gebracht haben. Oder 
«a einem Bauernhause"! Man kannte hier an die p&ar 
HBoser der Rb4?innu denhcn. Aber davon sollte der Schulze 
oidtta erfahren, da sollten Harraut und seine Begleiter ihn 
•kht au/gcap&rt haben! Also auch hier wieder lauter leere 
VemtVDgeB. 

Die MArder, behauptet B. weiter, haben ersichtlich die 
Bcäenfolee der Wagen gekannt, sonst wSren sie nidit an 
B— < m tiets Kutsche, ohne sich aufzuhalten, vorübergesprengt 
Va aa die Kutsche Rciberjots: wer ander» kann ihnen die 
BeikflBfolgc Tcrraten haben als Debry? Zunächst ist nun 
WMff««g8 erwiesen, dass sie dieselbe gekannt; im Gegenteil 
db Avancen der markgräfiichen Kutscher Kasper, Ohnweller 
nd GhuMT ergeben, dass nie Überall sich erst erkundigt 
ktbea, wer in dem Wagen sitze. Sodann erzählt der Kutscher 
VfiM nirgends, dass die Husaren an seinem Wagen, ohne 
fei ni beachten, vorQbergesprengt seien, um Koberjol 
rielenahauen, wie B. wissen will.') Aus der Aussage des 
XtfMhon Olaaser, der Roberjot fUhrtc, entnehmen wir im 
BqfOBteQ, dass sein Wagen „zu gleicher Zeit" wie die 
aog«Cftllen worden ist; da die Mörder hier gleich den 
en bnden, ebenso wie ihre Spiessgesellen Debry und 
hl den vordem Wagen gefunden, erklärt es sich leicht, 
4Mi W an die KutscJic des Glasser dann nicht mehr hcran- 
pvttten simL Emllirh, gesetzt selbst den Fall, sie hätten 
ir Reihenfolge wirklich gekannt, so wäre doch der Schlnss, 
zieht, ein dnrchau.s willkürlicher. Sie konnten dieselbe 



rEjcccn, 1,^ ^3; abrifeuB haue Jed« Koofrcaabuidbaoh B. dar- 
twiifciiii kdooai. — *) V(L ditt Anaaag« denelbea im ^aiheot. 



68 Obser. 

sich in Rastadt vie wahnsinnig geberdet, überall Mörder 
blickt und in einem Znstande befunden, der ein Verhör i 
verstattet habe. Als ob dies nach all' den Schrecknissen 
Nacht psychologisch nicht darchaus begründet wäre! M 
minder erklärlich ist es, dass er bei der zweiten Abf 
Frau und Kinder, „die schon längst in Strassburg war 
seinem Schwager Weiland empfohlen, da er einen emei 
Überfall auf dem Wege nach dem Rheine befürchtet. Hi 
doch, wie wir sehen, selbst die deutschen Gesandten, di< 
höchster Erregung und Spannung dem Ausgang entgegensa 
mit einer soldien Möglichkeit gerechnet! 

Hören wir weiter: es liegen, meint B., höchst anffalk 
Widersprüche vor zwischen der Strassburger Aussage Ro 
Stiels und den Angaben der badischen Kutscher. ^Rosen 
erzählt: als die Wagen von den Reitern angehalten wur 
so seien Diener ausgestiegen, um die Fackeln anzuzün 
dabei sei er unter die Mörder geraten, welche J. Debry ( 
niedersäbelten; dieselben packten auch ihn, den Diener Ro 
Stiels, und raubten ihm Uhr und Greldbeutel, worauf er 
losriss und athemlos zu seinem Herrn zurückgelaufen k 
Er rief, dass es sich zu retten gelte, Öffnete den Wagenscli 
zog Rosenstiel heraus, hob ihn in seine Arme und setzte 
zur Erde. Rosenstiel stürzte schleunigst in den Wald *), n 
ohne erst in den Chausseegraben zu fallen etc. und enti 
so den Mördern. Dass der badische Kutscher hiervon so 
nichts gehört und gesehen haben sollte, ist mindestens 
fällig."«) 

Der Kutscher Weiss, der mit Rosenstiels Wagen zwisc 
Bonuier und Roberjot fuhr, giebt, nachdem er die Ermord 
Bonniers geschildert, zu Protokoll, er habe „erst bei gelege 
lichem Umschauen nach des Roberjots Chaise und dem '^ 
gang des Ministers Bonnier gesehen, dass er niemand n 
in seinem Fuhrwerk habe**. Aus dieser Angabe ergiebt 
unseres Erachtens zweifellos sicher nur das eine, dass W( 
dessen Aufmerksamkeit wohl völlig durch die Schreckensst 
beim vorausgehenden Wagen Bonniers gefesselt war, in se 
Betäubung oder Aufregung sich zunächst um seinen H( 



•) siel „la prairie", — die sumpfigen Wiesen, durch die er sidi < 
ttach dem Kirchhof etc. flachtete. — *) A. a. 0. Nachwort, 62- 



BoapAftei Debry utid; ^r Basudtcr GesandteDmord' 



69 



^Br tiAt gokümmert hat: er hätte sonst wohl geviss nicht 
^■st „g«logeotlicU" nach der Ennorduog, sondern gleich 
bcuu überfalle stilbät sich aa^h Itosenstiel umgeschaut. 
Uv Muia hatte augenscheinlich den Kopf verloren und 
i toha npt nur lässig beobachtet, was in seiner niichsten 
üngefittug vorging: dies beweist eben schon allein die Thal- 
■cte, data Bo«euätiel und &eiQ Diener sich aus Keinem Wagen 
«ntfernt haben, ohne dass er etwas davon gemerkt. So ist 
ei 4ain auch recht wohl zu erklären, dass er von all' dem, 
n» Roseostiel berichtet, nichts wahrgenommen hat. Aber — 
oeiDt B., — .damit ist der Vorgang an seinem Wagen kcines- 
itp erledigt". Kosenstu-l erzählt weiter: Auf der Fahit von 
Srix Btcb Sirassburg teilt ihm J. Dehry's Privatsekretär mit, 
hm er. Belin, erst fürchterlich roisshandelt und schliesslich 
to R'j Wagen geselzt worden sei. Darauf hatten die Szekler 
4a Kofler losgebundea und geSRhet, die Papiere hinaus- 
fvnrfca und dann wieder auf den Wagen gchunden, als wenn 
ikku geschehen würe. Auch das hätte der Kutscher nicht 
hMTkty* 

Wir milsseu zunädist gestehen, d&ss wir die Logik des 
Bcnn B.. der in dem ganzen Abschnitte doch Rosenstiela 
IfilMkald nachweiacu will, nicht verstehen. Denn, selbst zu- 
Miben, dass hier ein Widerspruch TOrläge, wie in aller Welt 
fcuB Rosenstiel dafür verantwortlich gemacht werden, der 
nr «Mergiebt, was ihm Belin erzählt!? 

Aber auch der Widerspruch mit den Angaben Bclin''s ist 
0» «in »cheiolHirer. 

Wenn wir nämlich die protokollarischen Aussagen der vier 
bttdiCT vergloicben. so ergiebt sich aus ihnen Ubereinstim- 
■nd, dus sie sich fast ausschliesslich auf die Mordaccne 
ülbst bexieheo; von all' dem, was nach derselben, in der Zeit 
ym 10 Uhr nachts bis Jlttternacht, wo sie nach den Angaben 
4b bodiscfaen Diariums erst in die Stadt von dem Major 
f. Hjtftant furUckgeführt wurden, — von all' dem, was in 
teeit beiden Stunden vorgefallen ist, berichten sie nichts, — 
wlASM Ton der Tlünderung der Papiere, nichts von dem Ver- 
Uua der 60 Szpkler Husaren , die Harraut b<^i den Wagen 
tavetnffen, nichl-s endlich von dem Wortwechsel, den Harrant 
utL den letzteren hatte. Man sieht klar, die I.«ute sind eben 
I don sonmarischen Verliüre danach gar nicht gefragt vor- 



70 b 8 e r. 

den; man hat nur ihre WafarnehmuDgen über -die Mordscene 
selbst zu Teruehmen gewünscht. 

Damit ist im vorliegeodea Falle alles erkUut: wenn der 
Kutscher Weiss über all* das, was Belin angiebt, weiter nichts 
berichtet, liegt darin nach unsem Ausführungen nicht der 
mindeste Grund, den letztem zu verdächtigen. Man kann 
höchstens bedauern, dass jenes Verhör sich eben nicht auf 
weitere Fragen erstreckt hat. Den Irrtum betreffs dea 
ominösen Forsthauses, das auch hier wieder spukt, habe ich 
oben bereits berichtigt. Weil B. sich die Litteratar nicht 
ordenthch angesehen, wird Besenstiel zum Lügner gestempelt. 
Noch einen Trumpf glaubt B. wider diesen ausspielen zu können. 
„Erlässt", schreibt er, „in Strassbarg auch eines Tages einen 
Notar kommen, der ein Protokoll darüber aufnehmen moss, 
wie Rosenstiel einen Sack (sie!) mit den vermissten gesandt- 
schaftlichen Papieren bekommen bat, von einem französischen 
General, dessen Vorposten ihn von den österreichischen zu- 
geworfen erhalten hätten. Rosenstiel weiss natürlich genau 
anzugeben, was in dem Sacke fehlt, wie die Papiere sichtlich 
durchstöbert worden sind und was sonst nötig war, um zu 
beweisen, dass dieselben im österreichischen Hauptquartier 
gewesen sind." Herrn ß. will diese ganze Procedur wie eine 
mit Debry abgekartete Farce erscheinen ! Natürlich, denn die 
bisherige Annahme, dass die Papiere sich in österreichischen 
Händen befunden haben, passte zu seiner Debryhypothese 
sehr wenig. 

Zunächst eine kleine Frage zur Feststellung des That- 
bestandes: woher weiss denn B., dius die österreichischen 
Vorposten den französischen den Sack zugeworfen? 
Er citiert das Protokoll: das in demselben aufgenommene 
Schreiben des Generals Laroche besagt lediglich: ,,un sac . . . 
que Tennemi lui a fait passer". Was Herr B. in seiner 
reichen Phantasie nicht alles aus dem einen Ausdrucke: passer 
herausgelesen hat! Ein ganzes Märchen, allerdings ein Mär- 
chen, das ihm sehr gelegen kam, denn ein „Zuwerfen" der 
Papiere durch die Vorposten würde mit Recht gewisse Be- 
denken erwecken. 

Doch zur Sache selbst: auf Erfindung soll es beruhen^ 
dass die Gesandtschaftspapiere mit Beschlag belegt worden 
sind? Und doch wird vonseiten der französischen Zeugen, 



BaMputCi Debr; nnd der Buudur Gesudtenraon]. 



7t 



ler deutsch«!) Gesandt«!! anf's bestimmu'ste ver- 
die^ geschehen iet. ja dass die Papiere trotz 
aller VorHtr|]iiiigeQ nach Gern»Uach verbracht wordeu sind! 

Und ffniLT: Auf Erfindung sollte die Angabe dt« Proto- 
fcoUi berubni. dnss diesu Pnpiere Östcrreichischerseits an den 
General Klein aosgcliefert worden sind? Und doch berichtet 
ficansüel zwei Ia^ sfäter genau dasselbe, was hier im 
i^vtokoll festgestellt wird, in einer offiziellen Depesche an 
TmUe^nd '], dem gegenüber er die Fiktion doch sicherlich nicht 
UUlc ftofrechtzuerhalten brauchen ! Das ganze Protokoll wäre 
eiM füHDödie, und zu einer solchen Komödie hatte ein Mann 
«ie der bekannte Staatsrechts! chrcr und Strassburger Pro- 
lenvr Koch als Zeuge Beihilfe geleistet, wo nicht gar durch 
tedbe sich düpieren lassen V Und vor allein — und damit 
IMk« «obl auch diebe Verdächtigung endgillig zuvückgewieäen 
«a — wenn ilaa ganze eine at^ekartete Farce war, wie 
Win CS denkbar, dass die »'►slerreichor m einer solchen „Er- 
bdrag*. die durch alle ötlenLlichen Blätter verbreitet wurde, 
siSt geschwiegen hätten, wie es wirklich geschehen ist, ohne 
Hcfa Dur mit einem Worte all' die Angaben als Lügen zu 
tauseichnenV! In summa; Von all* den ungeheuerlichen 
WlflfLj , die B. dem Bürger It^iseusticl zur Last legt, bleibt, 
«ie wir sehen, nichts tibrig, was seine VerdtLchtigung irgend- 
wie recbtferttgea könnte. 

lodes noch ist ja seine Hypothese nicht verloren, führt er 
4sdi als die gewichtigi^le Anklägerin wider Debry die Witwe 
Saberjat ins Feld. Er verweist auf die bekannten Berichle 
4h preoasiscben Legationsrats Boux und Meldungen eines 
nTalistiscben Agenten, die bezeugen, da&s die uDglückliche 
Fm in Paris offen das Direktorium des Mordes bezichtigt 
mA Jean Debry als Helfershelfer bezeiclinet habe. 

Zonacfast zu beachten Ist, dass diese Anschuldigungen erst 
TcrhAltniamässig spät laut wei'den. In Rastadt hat sie 
lir:^ekbeii nicht geäussert, ihr Verhalten gecen Debry auf 
4er FUue Utost keinerlei Argwohn erkennen, auf der Heise 
ueb Parts, wohin der ligurische Gesandte Boccardi, ein ver- 
Freund ihres Mannes, sie geleitet«, bat sie davon auch 
. gnprochen, sonst hätte Boccardi darüber wohl an seinen 



^T|| Horftr, a. 1. O. 3. 858. 



73 b s e r. 

Minister berichtet. Der Bericht, den dieser in Paris auf Treii- 
hards Wunsch über alles, was er in der Schreckensnacht wahr- 
genommen and darüber gehört, erstattet, steht durchaus im 
Einklang mit der „TMclaration", welche die Witwe Roberjot 
nach ihrer Ankunft in Paris, — nicht, wie B. meint, in Straas- 
bürg — abgegeben.*) Allein gerade diese „Erklärung", dfe 
im wesentlichen mit dem „Narr6 fidöle'* Debry's übereinstimmt 
und daher begreiflicherweise B. recht unbequem fällt, behan- 
delt B. kurzweg als „dreiste Fälschung". Und weshalb? Weil 
sich Widersprüche darin fänden, weil die Witwe Roberjot er- 
zähle, ihr Wagen sei „wiederholentlich vollständig ausgeplün- 
dert" worden, während doch die deutschen Gesandten be- 
merkten, dass er „noch nicht ganz ausgeplündert war, sondern 
auf dem Boden verschiedene Beutel und Sachen von Wert 
lagen. ''^) Aber wo erzählt denn die Frau, was B. ihr in den 
Mund legt? Bei der Schilderung des Überfalls bemerkt sie 
allerdings: „Tont ce qui ^tait ä la main, dans la voiture, fnt 
au moment memo pilM", fährt dann jedoch fort: ,Jja porti^ 
fut ensuite ferm^e; mais ä chaque moment d^autres hussards 
se pr^entaient pour achever le pillage; ils ne purent pas 
ouvrir la portifere." '). Also die Plünderung war, wie sie selbst 
andeutet, keine vollständige, und die Husaren machten wohl 
noch wiederholt Versuche, ihre Arbeit zu vollenden, konnten 
aber den Kutschenschlag nicht öfl'nen. Wo bleibt da der 
Widerspruch? Auch ihre Angaben über ihre Begegnung in 
Flittersdorf mit Debry, der sie unter Thränen umarmt habe, 
dünkt B. unglaubwürdig, er bezweifelt, dass die Unglückliche, 
die mehr tot als lebendig die Reise angetreten, in Plitters- 
dorf überhaupt ausgestiegen sei, habe man doch die Wagen 
mit tiber den Rhein transportiert. Nun berichtet aber der 
Gesandte Boccardi, ein Zeuge, den B. bis jetzt wenigstens noch 
nicht verdächtigt hat, ausdrücklich, dass in Flittersdorf alle 
die Wagen verliessen und zu Fuss die erste Fähre bratif^en, 
während die Wagen auf der zweiten folgten.*} Im wesentlichen 
damit übereinstimmend erzählt Rosenstiel, man habe in Pltt- 
tersdorf beschlossen, in den ersten Wagen Jean Debry und 
seine Damen, sowie die Witwe Roberjot einsteigen zu lassen, 

1) Polit. Korrespondenz, 3, 229 ff. — •) Auth. Bericht, 13. — 
■) Ygl HäberliD, Staataarchiv, VII, 135. — *) Polit. Korrespoit- 
denz, 3, 238. 



Beupule, Debrf und der Rut«lt«r Qesaodtcnnionl. 



73 



un sie nbne Vt-rziig nach Svlz zu bringen'); da letztere nun 
auf der Fuhrt an den Klicin crttie^eacrmasscn im Wagen des 
Liigi Boccarüi sass*), folgt auch ans diesem Berichte, dass 
m am Rbcin umgestiegen ist und Jean Dcbry mithin Gclegen- 
bck gehabt hat, »ie zu bcgra.säc&, eine Gelegenheit^ die er 
sdterUch. auch wenn er scliultüg gewesen wäre, nicht verfehlt 
kbn würdf, da jede VerBäuinnIa auffallen und den Verdacht 
aaf ihn lenken nmsste. 

Wtr sehen, mit den Gründen, die B. für seine kühne Be- 
fenptaog beibringt, ist es auch hier schlecht bestellt Wie 
soOte es such, frUgt man uMwillklirlicIi, deukbar sein, dass 
& Witwe Koberjot, zumal in ilircr gcrci/tcn Stimmung, die 
VirtSenüichung einer gefälschten, angeblich von ihr her- 
libtaKleo Aussage ruhig geduldet hätte, olme uffmitlich da- 
nn ni protostieronl Mittel und Wege gab es genug, ebenso 
^at den Direkiorium feindliche Presse, die dazu die Hand 
|ch0(ea hätte. Wir hören spater von mancher Anscbuldi);ung, 
Mklw die Witwe Koberjot wider das Direktonuni vorgebracht 
hskea soll: der nächstliegenden. da.ss man itire Aussage ge- 
filscbt habe, begegnen wir nirgends, eben weil diese „1)6- 
dmkioo" — and damit kommen wir zum Scbluss — ein 
MbenCisches, unanfechtbares Schriftstück ist. 

Erst Ende M&i taucht das Gerilcbt auf, dass die Witwe 
Bebeijot das Direktorium der Tbat anklage und Jean Dcbry 
•in batdiuldlgf, dttbei Handia ugerdienste geleistet zu haben. 
fiäödiBendcnveiM ist es ein rovalistischcr Agent, der die 
StniiglDeil zuerst nach London meldet'); er erzalilt uns da in 
mmm seboa dun ganzen Koman, wie wir ihn Hpüter breiter 
■1|iw|iminiiu in der Flugscjirift „\utcni-s de Taffrcux assassi- 
aal etc.* wieder £ndeu. Schade nur, dass seine Angaben 
nr einer genauen Prüfung nicht hnstehen können. Kr be- 
kuiptet, Debrr sei mit seinen Kollegen auf sctilechtestcin Fuss 
geatuiden: m Wahrheit war Bonnier drar Unverträgliche. Er 
Icteoi ' '' 1»7 hat« bei jeder Gelegenheit zum Kriege ge- 
ietit: '-'fe au Jo»ef Buuaparte erweisen das üegentvil. 

Kr ipricfat von einer Reise, die Rnberjot incognito Endo Januar 
Durchsetzung seines Friedensplanes C) nach Paris gemacht 

Babcrila, StaatMTchiT, VII, 146 — '] Palit KorrespoadenK, 
7. — ^ Am 24. yUi; V|l. BObtliDgk, U. 399. 




74 Obaer. . 

habe: die ß&stadter Diplomaten, denen dies schwerlich 
gangen väre, wissen nichts davon; Hüffer citiert aus 
Pariser Archive Rastadter Depeschen Boberjots vom 14 
22. Januar, 2. und 5. Februar. Nach den Erfahrungen 
man wohl die Mitteilungen dieses Agenten mit berecht 
Misstrauen aufnehmen. Auch B., der sich über dieses 
trauen entrüstet, glaubt ihm ja nur, was ihm gerade ] 
während der Agent (JI, 400) meldet, Debry besitze aussei 
lieh das Vertrauen, „das geheime Losungswort des I 
toriums". schreibt B. ein paar Seiten weiter, da er Debi 
Vertrauten des Direktoriums nicht brauchen kann, ruhig: 
berjot besass, wie es scheint, das Vertrauen der Mehrhe 
Direktorium." Herr B. möge daher auch uns g^tatten, 
wir nicht alles, was sein Gewährsmann vorbringt, als 1 
gelium aufnehmen. 

Ziemhch gleichzeitig bericfaten dann der preussisch' 
gationsrat Roux^ und der badische Gesandte von Rei 
stein") von neuem über das Gerede, jedoch mit einem bemer 
werten Unterschiede. Während Roux augenscheinlich dai 
für begründet hält und bereits wissen will, das Direkti 
suche die unbequeme Schwätzerin als wahnsinnig auszug 
verhält sich Reitzenstein dag^en durchaus skeptisch; ei 
das Ganze für eine böswillige Erfindung, welche die F 
des Direktoriums ausgesprengt : „on dit tant de cboses c 
le Directoire, il est donc permis de croire que les dis 
m^mes sur lesquels on fonde ce bruit, n'ont jamais exif 
que le tont est uo de ces mensonges enfant^s par l'oisiv 
la m^chancet^." Und in der That ist es noch keineswe^ 
wiesen, dass derlei Reden seitens der Witwe Roberjot wii 
gefallen sind. Es ist höchst auffallend, dass sie, die 
Debry's Quellen „so offen und rücksichtslos jedem, di 
hdren wollte", ihren entsetzlichen Verdacht mitgeteilt, 
badischen Gesandten, der sie wiederholt, zuletzt wohl 
Mai, gesehen und gesprochen, kein Wort davon anver 
noch auffallender, dass der mit ihrem Manne wohl befreu 
Boccardi, der sich auf der Reise nach Paris ihrer so g< 
lieh angenommen, seiner Regierung nichts darüber zu beri 
weiss.') Dazu stimmt, dass die Witwe Roberjot auf die K 

'} d. d. 12. Jnoi, Tgl. P. Bailleu, Freussen und Frankreich, : 
— ■) d. d. 9. Jnnl, vgl- Folit. Korrespondenz, 3,249. — *} Miti 




BgoapttU, D*bqr lUUl dar RMUd(«r atMiidreiimord. 



75 



eiae aiiReblicIi von ihr sUmtiiemle Schrift zirkuliere, die 
onilenu Ix^haupte, Jcnn liehry habe, ,als Husar ver- 
Ueidet (!)* rfen Cherfall insceniert and fieleitet, Im Moniteiir 
Thermidor f^egen eine solche Verleumduiig öffentlich 
unil ilic Berichte Debry's vom 12. und 16. Öordal 
fern) bi*stätigt hat B., der dies verschweigt, wird die 
Bun freilich wieder als Fälschung; bezeichnen: das 
iber ent beweiscu. 




»D« gesetzt den Fall, die Witwe Roberjot hätte sich, 
). umimmt, in der Weise gejinssert. so wäre das Faktum 
kcioeswegs erwiesen. Die Berichte Reitzensleius er- 
dass sie sich wiederholt Über die kärgliche Jahresrente, 
ihr verwjlligt, beschwerte; es liegt daher die Ver- 
äMong' sehr nahe, dass die Gegner des Direktoriums^ mögen 
m mn Rnyallslon oder Bonapartistrn gewesen sein, ihre tiefe 
imong gegen die Regierung fiir ihre eigenen Zwecke 
nnd mit ihren EinflU«>ternQgcn der Gekränkten so 
haben, bis sie dem Argwohn, den man in ihr 
l. _ L offenen Ausdruck verliehen. 




pitolieren wir: das Verhalten der Witwe Koberjot 

der That und ihre Pariser Erklärung sprechen zu Debry's 

ten, Bpüicre vcrdärbtigc .>iiisser\ingeii sind nicht genügend 

EMO noil hesitxcD, ßbgescheu davon, keinerlei Beweiskraft, 
auch hier hat B. kein Glück. Dnss die böswilligen Ge- 
5 Über Debrjr sich noch geraume Zeit erhalten und wäh- 
lend der Friedensverhandlungen mit (kterreich. durch welche 
Bc Erinncraog an die Rastadter Katastrophe wachgerufen 
rorde, naturgemäsa neue Verbreitung gefunden haben, so dass 
HB In Paria sogar schon von seiner Verhaftung sprach und 
)ebi7 sieh genötigt sah, den ersten Konsul um seine Intcr- 
vtiioa aiunigeben, ersehen wir aus zwei Schreiben an Bona* 
tute rom 23. bcxw. 27, Juli 1800, die P. Bailleu jiing^t niit- 
ta^iU') DisM gefUswotlich ausgestreuten Gerüchte, meint 
ktbrr, mll>K*u einen bestimmten Zweck verfolgen; die Polizei 

M Itvt Itar. !^i3itUarc1iin su Qeaua: unter ilen Bcricbteo des GcMixlt«!! 
Juli bcfius«B sich aasser deo Ton mir (PoIiL Korrc- 
poEnriu, -, ^"7 mttgtKilu-n tinr kw«1 bAUogloH Berichte rom 30. und 
7. Stak mit den KuUiber Vor&U uod iriaeo Opfern. 
•) tfm. ZdodtfUt. Bd. 70, 8. 46t. 



7C Obier. 

kÖBoe denadben aof die Spar kc^wet nad des Gerede txa 
EodeaadKa. BoBafiarte hat ihn dum durch Cbifce beruhten 
IflOKo oad ihm, «ie es acbemt, öae dveoTi^ TenreDdimg 
im Staatsdienst is AOTwriit gestdlt: was voter ans der Sache 
geworden ist. wibmb vir nidit. B. vini TOraassichtlidi aoch 
diese SchriAstadte wie jenes Schreiben an Gagen ab AaafioBB 
eines sdmldbdadenes Gewissens beg cichnen ; in Wahrheit be- 
weisen sie weiter nichts, als dass Drtwr da- thörichten Ge> 
rächte, was ihm niemand To-äbdn wird, endüdi einmal Qber^ 
dr&ssig wurde and ihre Urheber entdeckt nnd bestraft za 
sehen wünschte. Wer dn böses Gewissen hat, ruft nidit nach 
dem Staatsanwälte und rerlangt eine HDto^adumg. 

Was endlich B. fiber die Uittel und Wege bemerkt, die 
Debry zur Aasfähmng seines Vorhabots benützt habe, ist so 
nDgenOgeod wie möglich. Kach B/s Meinung haben ihm 
Emigranten, rielleicht auch Szckler dabei als Werkzeuge ge- 
dient. Man höre und staune: einem Manne, da- s. Zt die 
schärfsten Ansnahmegesetze gegoi sie geschaffen, der für den 
Tod ihres Königs gestimmt, dessoi ganze Vei^angenheit ihrra 
Hass in besonderm Masse weckea mosste, ihm sollen die Emi- 
granten hilfreiche Hand geleistet habea, — vielleicht gar um 
ihm DDd Bonaparte einen Gefallen zu bereiten! Man braucht 
wohl nicht erst auf all' die Bedeoken, die sich ans dem Ver- 
Uof der Katastrophe selbst dagegen ergeben, hinzuweiseo, um 
das Unhaltbare dieser Yermatung darznthun. BezeichncDder^ 
weise hat denn auch B. auf die Entgegnung t. Wegele^s') im 
Kachworte nichts weiter erwidert 

Und nun zum Schlüsse noch ein paar Fragen! Es steht 
fest, dass der leidenschaftliche Jakobiner von ehedem seiner 
Familie ein zärtlicher Gatte und Vater gewesen: dafür zeugen 
seine Briefe an Josef Bonaparte, wo er wiederholt von dem 
innem Glücke spricht, das ihm sein Familienleben biete*), 
darür zeugt sein Verhalten nach dem Überfall im Walde, wo 
ihn das ungewisse Schicksal der Seinigen vor allem peinigt, 
und sein oben') geschildertes Benehmen in Rastadt. Ist es 
denkbar, dass derselbe Debrr es über sich gebracht haben 

') HiBt Zeitschrift 46, 211 ff. — ") Vgl. Pingaud, a. a 0, I, 552, 
555. „Les goQU de la aature, ceux de la famtUe ne Bont point £teiiits 
dans mon coeur, Qs ont serri ici k me remplir bieo des rides" etc. — 
■) Oben S. 61. 




Boiupvte, Oebry and der Rastadter Gcsandicomord. 



77 



wine Töchter und vor allem seine Frau in ihrem der 
ScbonuDfi bedürftigen Zustande zu Zeugen der nächtlichen 
Sdirrckens- and GrAuelscene zu machen, wo es ihm doch, 
VMM er sich «irklich mit dem Mordplane getragen, ein leichtes 
fnnen wäre, sie mit seinen jünftsten Kindern') ein paar 
1^ vorher nach Strassburg zu schicken? 

Cod weiter: wer eine solche That anordnet, wird doch in 
fnttr ünie dafür »)rgen, dass sie nnter allen Umständen 
Mcb siciier gelinge. W'w nun, wenn Roberjot und Bonnier 
kt der letzten Hcratung dem Drängen der deutschen Ge- 
■adtM nachgesehen und sich entschlossen hätten, den Tag 
iteawftrten? Hätte L>ebry daran denken künneo, am hellen 
Tage sie hinschlachten zu lassen? Und wenn der äster- 
nidiiwfae Kiitmeister die Eskorte, die notorisch gerade De- 
fery dringend begehrt hat*), bewilligt hÄtte, wie doch zu er- 
nnoi gewesen wäre. — bekanntlich ist ihm ihre Verweigerung 
urd Enherzoge Karl zum schweren Vorwurf gemacht worden 
- ja wenn er nur gestattet hätte, dass die angebotene 
badische Elskorte sie geleite, hätte da Debry mit seinen an- 
feUiebai sechs CmigraDten einen Überfall wagen dürfen? 
Wlre da nicht der can?:« An&cbla-j:, auf dessen Gelingen Bona- 
parte Ton I^y]iten aus seinen l^ukunflsplan gebnut hnhon soU, 
^idwHert, and zwar durch Debry'» eigene Schuld? 

Wohin wir auch blicken, überall wankt Herrn B. der Bo- 
te mter den Füs&en, ührrall statt Beweisen leere Vermu- 
■ngtt, Fehlschlüsse und Spielereien der Phantasie, statt so* 
Uer aorgfilHiger Forschung Missachtung ihrer einfachsten 
CatUc Ich glaube, meine Ausführungen, wie die v. Wegele's, 
l aihiii geniigen, um die vÖlUge Verkehrtheit und Unhaltbar- 
bit der Ton Tüihtliogk vertheidigten Hypothese auch nach 
4m beotlgen Staude der Forschung Überzeugend dari^uthun. 
b tit «ffder meine Absicht, noch meine Aufgabe auf die 
Vssocbe, die von anderer Seite zur Lösung des blutigen 
gaouicht worden sind, an dieser Stelle nochmals cin/u- 

.*) Aufbllend erscheint es aber, dass B., der von seinen 
OifiMni mit solchem Nachdruck eine gründliche Widerlegung 

^Haberlln, »tuiurdüv. Vn, 190. — *) Egg«rt, a.a.O. I, 9ti2. 
'Twwite Inf nrine EinlHtuo^ zum drittfio Band« <)er Follt- 
Fi .<l«at, Mivle nvteea Aii^tx ,Zur GMchJchie das BaBUdter 

f ta tUtaer Zeit«chrifl, N. V. \U. 716 ff. 



78 b B e r. 

all' der von ihm vorgetragenen Argumente verlangt, seiner- 
seits sich so wenig um entgegenstehende Ansichten kümmert. 
Auf Mendelsohns Emigrantenhypothese hat er sich, ohgleich 
er selbst den Verdacht als naheliegend bezeichnet, gar nicht 
eingelassen, ebensowenig befasst er sich mit der von Helfert 
wieder aufgeworfenen Frage, ob nicht das Direktorium die 
Schuld trage. Die von Vivenot, Sybel und HUffer vertretene 
und eingehend begründete Anschauung hat er id seiner Weise 
auf zwei Seiten abfertigen zu können geglaubt, wobei er so- 
gar sein früheres Zugeständnis, dass die öst^reicher wenig- 
stens die Beschlagnahme der Gesandtschaftspapiere angeordnet, 
zurückgenommen bat*): als ob der bekannte Bericht Barbaczy's 
an Görger (nicht Gayer!) vom 18. April eine andere Deu- 
tung überhaupt zuliesse!*) Von einem Versuche, das ver- 
dächtige Benehmen des Rittmeisters Burkhard, die kompromit- 
tierenden Aussagen der Rastadter Gesandten, der badiscben 
Kutscher, des Italieners Boccardi, die Nachrichten über das 
aufTällige Verhalten der Szeklerhusaren nach der That, die 
gravierenden Angaben Lehrbachs in seiner Unterredung mit 
Hoppe und andere wichtige Belastungsmomente, die für die 
Ansicht seiner Gegner sprechen, irgendwie zu erklären und 
zu deuten, ist bei B. nirgends die Rede- 
Gleiches Recht für alle! Wenn Herr B., der, wie ich höre, 
damit umgeht, zur Rettung seiner Hypothese eine neue Bro- 
schüre zu schreiben, wirklich sich dazu entschliessen sollte, 
werden wir wohl von ihm erwarten dürfen, dass er sich um 
die Meinung Andrer etwas mehr bekümmert. Vor allem aber 
wünschen wir, dass er die Thatsacfaen nüchterner und objek- 
tiver prüfe, den Inhalt seiner Quellen korrekter wiedergebe 
und statt willkürlicher Unterstellungen und leerer Vermutungen 
vollgiltige Beweise beibringe: Vorschriften, die er bisher zu 
seinem eigenen Schaden nur allzuwenig beachtet hat. 



1} Danach ist meine Angabe in dem obenerwähnten Aufsatz in dieser 
Zeitschrift VII, 721 zu berichtigen. — ') Vgl- ebenda VII, 721. 



Die Fortsetzung der Flores temporain» 
Ton Reinbold Siecht, 

Cuior von Jung Sankt Peler iu Slinssburg, 13t)6->1444. 
Biebard Fester. 




n Mi TOQ Beiobold Sleclits Chronik Lis jetzt bekannt war, 
kich auf eiDi^e Citati> bei Sclini>{itlin und Sachs*}, 
Inder Fulguzeit, nnmcnilicli von Mone bei Heraus* 
fibe der budi&cben Quellcasammlung, vülti;;; übcrsebeu wer- 
te iittd. SrJtoepfliß hntlc, wie er bei der erstmaligen Be- 
nfimg uf Stecht mjueitt (2, 80), die Absiebt, die Chrooik 
B d«o ,Scrt{jlores rerutii Alüaticarum" zu TcrütTcnlHchen. 
SiiM Abschrift, schwerlich die weiter unten beschriebene 
Sudsdirift selbst, hat Sachs benutzt; denn er erweitert zwei- 
ul AjuDcrkunguu SdioeptUits durch würtliche Citate aus 
SmhU Obronik (3, 323 uud 231). Der Aurbewabrung&ort 
te Huidschrift war hei keinem unserer beiden GewÜhrs- 
alMer iianibaft gemacht, und die liefUrcbtung lag deshalb 
Mke, <Lu8 die Handschrift ebenso wie SchoepAius Sammlungea 
deo Sciiptorcs bei dem Btras-sburgcr Ribliothelisbrande 
IS70 XU Gruude gcgangeu sei. (Juter diesen Um- 
■o hatti* ich vielleicht lange nnd vergeblich dem Verbleib 
irifl narhspüren künnea, wenn nicht Stadtblblio- 
ItudolC liuüi^ in ätrasi>burg, au den sich noch kfin 
lancber in Atsaticis fruchtlos gewandt hat, mich sofort auf 
tk richtige S[>ur geleitet bUitc durch die gütige Mitteilung 
der auf Siecht und seine Chronik bezüglichen Notizen des 
^hberen Strassburger Stadtarcbivar:« Kudwig Schneegans. 

' » HiitsriB Zahngo Bad en slg (ilie entsprechenden Stellen der Eitdei- 
b di* Gtacbkhu Avr MRrggnradiaft Uuicu in Klaimneni) 3, 8S 
. »>>. 1] (tSt>. 93 (331). 9& (235). 9T. IU. 131 (906). 



80 



K«ater. 



Gleich die erste Notiz, ein Aaszug aus Scbo^ifias 
schriflliciicr, ebenfalls vtrhranuter „Alsatia llttertU', 
kUr, wo die Handschrift zu suchen sei. Die SieDe 
„Cantov et canonicus ccclesiae S. Petri junioris Argaii 
vjxit secub XV medio. Continuavit Martini Minoritae 
tomporum seu chronicam m^orem usque ad aDDom M 
Codex manu scriptus Martini cum coutiDuatione Slecfaüii 
in bibliothecÄ Ufifenbacliiana. describitur tom. III p. 5^9 itf 
Ex ea iti Hubcriana, qune Basileac est, transivit, in qui 
dicem chartaceum vidi. CoDtiauatio Slechtii nostn 
est". Kh fol^t dann noch eine kurze Beschreibung de 
Halles der HnudschrifU 

Den Ausdruck „vidi' dürfen wir nicht so pressen, 
Schoepfliu »ich mit der Einsicht und Benutzung des 
befjnUgt habe. Eine Abschrift, ob nun von striner oder, 
ich fUr wahrscheinlicher halte, von drr Hand des al) 
dienstfertigen baden-durlachischen Archivars Herbster, wi 
als er die historia Zjiringo-Badensis heraujigab, zweifellos 
«einem Besitz. Kür uns aber ist die Uauptsache, dass d 
Codex selbst noch heute unter der Signatur L) II 9^ in Haä«l,B| 
zwar auf der dortigen Universitätsbihliulhek, wohlerhalten tat 

Wie er in den Besitz der Bibliothek gelangt ist, erfahr 
wir durch folgende Notiz auf der Innenseite des Pergamei 
deckeis: „Ex dornt Jub. Jac Huber, acad. Berol. soc., qoi d 
dicem istnm e bibliotheca Job. Wem. Hubori J. U. D. acqnl 
verat I7S9". Der bekannte Basler Sammler Dr. jur. Jobai 
Werner Hiiber starb 1755. In seiner oder in Johann Jak 
Hubers Bibliotltek sah und benutzte also Schoepflin uns« 
Codex. Derselb« ist 83 Folioblätter stark. Auf zwei Vorsa 
blatter folgen 79 heschriobcne FoliobiStter, die Seite zu n 
Spalten, dann wieder zwei leere Blätter. Auf dem erstes i 
VorsatzbllUter ist der Inhalt des Codex beschrieben, eiogeld 
durch folgende Notiz: ,£xc. ex cat&logo mssorum, quoa : 
liquit J. Wem. Huber J. U. D. Baa. dJstrahend. in BibHi 
Joh. Schweighauser») Bas. I7S9'. Fol. I bis 57' enthalten il 

*) Der Bubr Kblioth^, dir mir des Codex anf Uio^re Zefl 

BcDubtiuiR nacb Mflncbea {«schkkt h«t, sowi« Ilcmi l>r. Aasust E 

' tD Bisd sei hier Ar nekrfaclM Aukuaftscncilaiis henlichst 

- >) Hn 1806 ceBtorbcne Buhr TariesvT. Vgl. All«. Deu» 



Ue 93. U9. 



1 



Reinbold S1«clit 



81 



der Flores lemporuia, FoL 51^ bis 75t, die Kottsetzutig 
und Fol, 76* bis 79'' eiue der unter dem Titel „Mirabilia 
■e* bpknTiiitci) Topographien Roms. Geschriebeu 
iK die gftnxe Handschrift, meines Erncbtens einschliesslich der 
,MirebiKa', tod einer allniählich immer nacbtasf;it'er werden- 
in Uftod in der zweiten Hälfte des 15. Jattrhuiulcrts, und 
nrar tob einem AbscbrtHber, der seine Verlage bäitäg nicht 
ffdit lesen konnte und nanientlicli mit Sitrbts Chronik, wie 
idi weiter unten nachzuweisen suche, ziemlich willkürlich ver- 
tütfvn ist. Da jedoch auch Slecbt ein ganz barbarisches 
Ulöa icbrieb, und durcbaiu* nicht alle (.Tammattschen und 
s^tiiictien Verstösse sich dem Abschreiber aufbürden lassen, 
M bsbeit in den Abdruck des Textes Verbesserungen nur da 
iiÜMfam« gefunden, wo ganz zweifellos ein Schreibfehler 
Skdita oder seinea Kopisten vorliegt, während ganz verderbte 
StcOea mit Aaftalu^uDg ihres l'latzi» im Texte in die text- 
khtisdien Bemerkungen Yenriesen worden sind. 

Der Text der Flores temponim , deren Verfasser sich auf 
W. 1 pfmtcr Hfmiannus ordinis minorum" nennt, steht der 
TfB Meo£cfaen ') benutzten Handschrift näher als dem Abdrucke 

Kccanl*). Wie bei Meusclien wird gleich im Eiuj,'ange 
.^.j, nicht 1290 wie bui Eccaiil, als die Zeitgrenzo der 
drnollc angegeben. Der Schluss lll>cr die Geisslerfahrt von 
IM9 ist etwas ausführlicher als der des Mcuschenschen Textes. 
Uruf fol^t noch ein /uyalz: „iLem anno domini 1372 feria 
aauda po«t dominicain .ludica^j in civitatoSprrensi duo fratres 
niileB, dicti ^die Uabelu' decollati fuerunt prupter cyphum 
«ram, quem dcpraedarunt in strnto publico"; und im An- 
tÜam daran hcissl es: .Uic ccssat fratcr Hcrmannus ordinis 
taionnu huius cronice collector, quam appellat cronicam mi- 
MKM BAU flort» leuporum, ut in prohemio supra huius Hbelli 
ttoMMTit anno qao proximo scilicet anno dumini 1349". 

Ehe icli mich auf die unmittelbar darauf folgende Chronik 
JkdkU oiber einlasse, wird es gut sein, das wenige, was sich 
«ein Leben crniilleln Hess, mitzuteilen. Auch hier ver- 
leb wieder alle biographischen Notizen, bis auf das von 



*) Mk- Ocrii- Mffoadiai, tleraiatini Grg&ntiH ordinis ^mtrum minornm 
UB^niB. LugJiuii BHUvoraBi 174S. — *) Job. tieorg Eccard, 
htoucteani mdü utü. Upsiu 1728. 1, l&ei— liHO. - ^i 1&. Minu 
■.i«Mtt.4.gkwT«.x.r.ix. 1. 6 



82 Fester. 

Stadtarchivar Dr. 0. WinckelmanD in Strassburg aufgeiiindoie 
und in Beilage No. I abgedruckte Schreiben, der Liebens- 
würdigkeit von Hudolf Reuss. 

Die erste urkundliche Erwähnung Reinbolds von 1405 
zeigt ihn bereits als Sänger von Jung Sankt Peter in Strass- 
burg. Bischof Wilhelm von Diest ging mit der Absicht um, 
Strassburg mit dem Bistum Lüttich zu vertauschen und hatte 
im Sommer 1404 mit der Stadt Strassburg und seinem Dom- 
dechanten, dem Bischof von Augsburg, Eberhard von Kyburgi 
Verhandlungen angeknüpft, die dahin zielten, den Strassbui^r 
Bischofsstuhl möglichst vorteilhaft an Eberhard zu verkaufen *). 
In die erste Zeit dieser Verhandlungen fällt das in Beilage I 
abgedruckte Schreiben eines Ungenannten an Siecht vom 
31. Januar 1405. Es bestätigt das Gerücht, dass Bischof 
Wilhelm Strassburg mit Lattich vertauschen wolle und be- 
richtet, dass dem Vernehmen nach König Ruprecht für Stras- 
burg die Kandidatur eines Grafen von Moers ins Auge gefasst 
habe. Siecht soll das Schreiben dem Vater des Absenders 
oder in dessen Abwesenheit Johann Amman mitteilen. Er 
steht also in Verbindung mit der Partei Eberhards von Ky- 
burg, dessen Gesandter Johann Amman, genannt Kirchherr, 
ist, und man möchte in dem Vater des Schreibers den Strass- 
burger Ammeister Wilhelm Metzger vermuten. 

Das nächste Lebenszeichen giebt Siecht selbst von sich. 
In der Vorrede seiner Chronik sagt er, dass er ihre Nieder- 
schrift am 10. Februar 1413- angefangen habe (S. 87). Am 
8. März 1415 finden wir ihn in Konstanz mit seiner Chronik 
beschäftigt (S. 134). Im folgenden Jahre erhält erztisammen 
mit Heinrich Seropach von den Richtern, welche das Konzil 
zur Beilegung des Zwistes zwischen Bischof Wilhelm einerseits 
und seinem Domkapitel und der Stadt Strassburg andererseits 
ernannt hatte, den Auftrag, sich von der Stadt verschiedene 
für den Prozess wesentliche Urkunden, darunter namentlich 
ein Register der bischöflichen Schulden, einhändigen zu lassen *). 
Noch einmal begegnet dann sein Name in einem Verzeichnis 
des in den Jahren 1418 und 1419 im Strassburger Bistume 
erhobenen, von Papst Martin V. bewilligten Königszehnten. 



^} Strobel, Yaterlfiodischfl Gesch. des Elaaases S, 69£ — *) Bettage 
No. n. YgL Strobel 3, 109 ff. 



Rdobold SlMbt 



83 



len — Iieisfll es darin — lierr Reimbolt Siecht, kirchherre 
Igen *J in CostcDtzer biätuiii gelegen, hclt gehabt 
Iben kirch uud von der lutpriesterei dasetbs in 
xiiisea ein opfftfr uud von wiii, koru uud alli-u auduru 
sn«Ben nit me Uenue 27 lib. Davuu ^ebürt zu zehenden 2 lib. 
I« KbilHni;, also das sin zcdel nswisel". Das Jahr seines 
Toto üt 90 wenig bekannt als das seiner Geburt. Wenn 
4ie letzteo Koti/en der Cbroutk noch von ihm berrüfai^n, 
itarb er wohl nicht lange nacli l-t44. In dem Anniversar von 
Jau S. Feier stand nach deu Auszügen, welche Mieg von 
Büflhiiii') ini 16. Jahrhundert in seine 1870 verbrannten 
JloaiUMintn eccle^iae Argen ünen^is" aufgenonimcn hat, zu 
V Idn» Januiril: ^ia anniversario Reinboldi Siecht caatoris* 
fu Sept. XIV Kai : „EHsal>uthae dictae Venerin et Hein- 
li siecht cantoris". Damit sind die Nachrichten Über das 
LdKQ unseres Autors erschöpft. 

WeDden wir uns nun zu .vincr Chronik, so lüsst sich die 
mogsgescUichte derselben mit erwünschtester Deutlich- 
verfolgen. Kr beginnt, wie schon erwühnt, am 10. Februar 
UI3 die Nifdenichrift, beziehungsweise die Redaktion der 
Cbrenik mit der ausgesprochenen Ab.sirht. den Faden dn auf- 
'^«Bidineii, wo ihn die Floren teinporum fallen lies^n, und 
ntwidcelt im Prooemimu eine Disposition, die sich ganz an 
die Kaiser- und die Papstge«chichtc getrennt behandelnde 
LBeinca VorbildesauBcbliossl. Auf die Regierung Karls IV., 
Weozvls, Ruprechts und die Anfänge Sigismunds gedenkt er 
du Zeitadtof des gros-scn Schisma von Urban VI. bi.>i zum 
touil von ri»a folgen zu lassen. Den Beschluss sollen alle 
Ifcrigen «isscMwerten Ereignisse machen. Eine einzige Ab- 
■Brliwig von dieser I>is{>osition wird .sogleich nngekUndigt. 
Em Reibe von Notizen zur (.ieächichte Schwabens, die eigent^ 
keil in die diilte Abt^ilnug gehörten, werden der Kaisergeschichte 
fvuigäscbickt. Im übrigen bleibt der Autor seiner hispositioo 
pdxrmt nbgcBubeQ davon, dass manche Ruprecht betreffende 
Jt^Oz ta den dritten hauptsächlich den Heidissacben gewidmeten 
geraten bU Karl IV. und Wenzel werden selu- kurz ab- 
Er^t mit Ruprecht wird die Kaiscrgcsrhirhte ausführ- 
kWr ond bricht vorlüutig im August HU ab (S. ICH}. Die 




') MaNUip» vnr. Frelbarg i. D. — >) 8d. Benfeld im L'nterekua. 

6* 



- ^ .«dSifLn. aser ersten 

^i- rwoL s- äörafafÄler 
=^ - Ttt 5ä3e stbit md 
r .s: ^=. Eaciük tfwedt, 
s-ra^ --~rs a ife F«kr 

-;^ ^=r= TSüa T>jr«irtL 

' - ^ icr: d 5-;SiA TOB 

:=. =^ -- ._ - 5cäc ibcr 



_=z. iäs: -r SÄT Et- rauH 
._^^::i -1 -ri==- -Hin 'ieot- 

_— . :l•^'l I;zi-1. T-!iz, nicht 
.- iiiif- '_^=*2ii A':&;hrei- 

-: , :-t -.iTtinüI :riist 

■_.- :\r .-.rr ,:;cn eo- 

- --;. T -r>:— t^^'ii hinter 

Jiji r-T-iOE IrrizeDS 

-- : iljr:; ifcia»ir Cironik 

-■..>. .: . .J ToöI T?a ibm 

.>,;.— :r ^;azt:a von 

. , .i ^ :tr 7ri."i n«nnt, 



Reiabotd Siecht. 



85 



Die nrelte kleinere Hälfte der Clironik ist nicht in einem 
geschrieben. So ist die Erzählung der freiwilligen Al)- 
ig Johanns XXIIJ. unmittelbar nach deni Ereignisse 
8. Mkrz Hl 5 zu Tarier gebracht worden, während die 
ifae der Dauer des Konzils nufS. 133 beweist^ dass Siecht 
As» Stelle nach Schlass des Konzils zam mindesten Über- 
xrWit«t hat Aber auch von chronologischer Reihenfolge ist 
knne Rede mehr. An einige das Konstanzer Konzil betrciTende 
Koliirti ri'ihfn Rieb in die Kubrik Heichssacbeu gehörige Xo- 
tun Ober die Jahre 1419, 1418—20, 1423 (denn 1412 ist 
titt wiedentin nur ein nffenhares Verseilen), 1422 tmd 1424. 
Dun tnt beginnt die ausführlichere Kr;!ahlung des Konstanzer 
KmoUs, die bis zur Wahl Martins V. Tortgeführt wird und 
nl EmilliMung des TodCH Johanns XXIII. abschliesst. Und 
ebiiDal, zum Teil schon gebrachtos wiederholend oder 
snsfUhreDd, hcrichtei die Chronik über Vorgänge der 
Ul&, 1419—22, 1431, 1425, USü und 1444. 

Die meisten dieser Notizen durften liald nach den geschit- 
dotcn Erognissen aufgezeichnet wonlen sein. Das „lys 
Spiranals* überschriebene Kapitel (130 fg.) ist, so wie es vor- 
faft, wobt 1420 vci-fassU Spater kam der Autor nochmals 

densBlben (jegenstand zurück nud führte ihn foit bis 1422 

139 fg.). Auch in dem Kapitel „depostcio ducts Ludwici* 

140 fg.) «ind aus sachlichen Gründen Notizen der Jahre 
i& und 143C vereinigt. Im übrigen ist irgend ein Grund 

Ur das Aufgeben der chronologisehen KeÜienfolge nicht er- 
rbtlieh, and wir haben also in der zweiten Hälfte der Chronik 
I41A eine in der Hauptsache ungeordnete Materialien- 
aamluof: vor uns, deren Itedaktion Siecht nicht mehr durch- 
Ikren kmiDte. 

A-b Quelle benutzte Siecht für die Charakteristik Karls IV. 
Menzels seiner eigenen Angabc nach Königshofcn , und 

ric ein auch nur flüchiiger Vergleich mit der deutschen 

t&reik k'hrt, offcnhEu' nicht diese, sondern die lateinii-che 
w:0 Tsbrannte Handschrift '). Weiter scheint sich die Be- 
Bicht erstreckt zu habeu. weil Siecht vieles brmgt, 



*) T|^ 41a lahdtaaagKbe da 8- Kapitels in Ulptn. rhrAnik h«j He- 
8, 1(M and Code hittorique et diplomatique de la TiUe 



-5 . est e r. 

15 .T fttrstice iiümssiiaten nicht hac. mdereä. das sich bei 
ji:-.-i=:iL'iea 2i.:et. .LisiödSi; :iid iasseibe Ereienia fast nie 
jiü i^'-^'.Lai; ' Tscüieüenüeiteii "in Jakob Twingers D»r^ 
■ji:.ia;: T-iiLi. "iB r-nmaiize "."jeremsnnununff mit Johano 
'■»■c'TwrTj " rrSBEnsz sr /I'Tss :3m&>niiii 3. 133 ADm. 2) 
,_^,_. -. -jj, -^.;.":^-a luiaüeii Äian^iechts Verhal:ni8 

ftSiiET.":::! -I !- -" -"ün :: '.ur-jajLi 1S49 der Wärt- 

-»••' --n:i=::r« .-4j~"-^::rr iuir _ -. . i .^ -•.er "erschiedenen 

-.-.>.■:■: — T^ ; "TL.rq :2' -TxirzarTer ■ftifßherren voa 

--.-■rr^rT^iEbre:;:. "iz mieü, ^loä im Anfange 

- -._.= -""2. -zu^T- .:^-::a:iT2. _:e Torrüch bald mit 

:•:*■• _* -•- 3M! rr -r . . esc:x:ebenen Hand- 

— ■ ,-1 :: ■"^'..zzL'ia, •■r-.-j:': iz .^y lie licht mehr 

■■-.C-- , — ..^_j-;!'::i:;-::::i dr ■Z7.:ij;!l rentttzt. und 

-; .- .',.. ?..-..-• ■'.' .-iL -sr ..e -_rp9fl2c-iler Händel 

- .*..;:■. J.Z. •> :- ,.•:! « -.hm die w- 

; .~ ^: ._;■■ --'^n; l.i\u — .u:_ .-.-= " er:i*lä im Wüd- 

iu -i:- .-- -'-1 -.--t Li,:: :u ::,-" -^imiereihte 

- : -. -.-^rrsrr^ii .u: .i^ t----t:.. Mr.i^'hriit ijder 

v.tj ..u .1-1 ^-r* .:==rr .iii:'':::r::i .:;'rii -ji-i imiassend- 
■s'i -.!?t" :^ ^vz: e->.inr:cg T- 7"-^^.z'zzj.^n .ir J^ur?= tem- 
uiu:;! .'ei.r':it. -o er^i .-n'-.-.ir^ -iirri-i».;:,:::: ji ler Fälle 
.■u '.^rJcii '^<.'L:j;;2 :ur .■err:ieLz:ii;:it^ -'•s^-z: ■::::;;. i:e ladesseo 
.ujijiiWfii -er >ai;::;"i"'i;'.iz^ eilrirz. Z-^cii r-c'.i:; ist ein 
ttriiiiit.:) Kitiii.iaiiJ^ür . .■'.'iv.'..iLic7. v.7'^: 5 Tri^ it itme No- 
;itii usauimea z rizezi .^:e:n ~'i::-j.^i n. rrsciir-Kkecder 
■\vi-H.' eij^t. '^^t ::ci Lr .■.;"::i.,.:n::::;.!iT 3i::Tin-; ies Scras?- 
■ui*-itT xleris :iir Zei: :«: -lv:Vrni;.-n.:I:e!i .r^unkea war, 
iiivi it'i V.iror liS v-irüj-n Ie;r_-?s. 'S;-.-n. . ie^ i'Jaiiis super 
;trtimiiJii:cam* ers»:he:nen '^ix^~z. T'':T -u.'.ztimz^T'i Ereiznisse 
■ittui st'iiit? i[:[:tfilmii:en 3ie:s: T^r:. - . yM Tenn er einmal, 
»»w -ilHT d(?a Liitrieiier Äre:i. leiir n E;-:ijrinz ^-ebracht 
t,-»t. :iii tiummt es -.jm 3:.:ä: iam ;:' \z. i_e Z.ÜI ler B^Iairerer 
M'ii M;ia?triciK aai' IJ.' _'0i; ir.ii t-:e;_--? Zdilea später auf 
:n.tO00O Matiü zu 3cii^:zcn S. llh . Xz± tei:: er durch- 
eil alles mit. wii m:n inroi^e seiner Sce'.Iung näher 
war oder bekann: -ein cii:>5te. Über die Absicht 



B«Jnl>oia SlecbL 



87 



if Wtlhelois voQ Oieat, Stjrasaburg mit Liittich zu ver- 
tauadwo, erfahren wir gsr nichts, der Prozcss des Bischofo 
DU il«in Domkapitel und der Stadt wird kaum berührt und 
4k AuslUhrUehe Darstellung der Flucht Johanns XXJll. aus 
KoDstaBJE endigt mit Johanns zweitem Freihai-ger Aufenthalte, 
«dIw jedoch immerhin denkbar ist, dass Zettel über die Go- 
higenachftft Johanna und die Achtung Friedrichs von Oster- 

Terloreti gegangen sind. 



[iroli 



[57^] Hie venerabilis dominum Remboldus Siecht cantor 
et cuonicus eccle$i« sancti PcLri iunioris Argentinensis prose- 
fötnr, ubi superius diinifisum est, videlicet a tempore dicti 
(|uinti imperatoris, tilii regjs Bohcniie, et a tempore 
li anni .icismntis inter Urbanuni et Ctementem. Hunc ov- 
Anem coiuplevit, prout sequitur, usque ad finem huius libri 
;iil ȟb anuo domini H13") scribendo declma die inensta 
et phmn de Karolo imperatorc, post hoc de tilio 
no WenczUlao, Romanorum rege, et deinceps, qualiter do- 
■isos Rapcrtus. rex Itomanorum. prius Talatinus et Ileydel- 
kirge moram babens, ad eleccionem venit, et alia de statu 
taperif, depost de eleccione Sigii^gmundi, regis Bohemie, Ua- 
ptie et alioruro regnorum, prout in tytulo eplstularuin sua- 
RO). Poitt hec de Ktatu sanctc sedi^ apo^tolicc scripsit modi- 
o» ei sigitAutcr de scismate inter Urbanum sextum et Cle- 
Mntem et deiode de papa Bonifacio, Inoocencio, Gregorio, 
MuiBDe, Alexandro et Bcncdicto, cciam de concilio Pisann, 
fest li«c Tide de docibu.t, common itatibus imperialibus ac alia 
itrabflU nola digna de archiepiscopls, episcopis, praelati«, 
denda. müuuchi», pcrsoois i^ecularibus et itpjtitualibus, prout 
Umh scripta dorebit, et pUira de ciirsu mundi et eciam de 
lentis, aqui», niribofl, caloribus, fVigiditatibus, tonitnifs in- 
intibtts pluviis, tejnpe:4tatrhn3, bcllis et controvor<üis ac aliis 
«criptis in libello, prout sequitur. 
AatcqtMUu pi-ooedam utterius narrabo aliqua facta. Priroo 
donini IS6G lucuste venerunt, prout supra dictum est. 
dtmtni i3H7 dornrnns Wotff de Eberstein, comes, rt 



88 Fester. 

Wolff de Nuwenstein^), dictus „der Glyssend Wolff', dominum 
Eberhardum de Wirtemberg, comitem Swevie, voluerunt capH- 
vasse et ßium suum ülricum in oppidc Wildbad, sed ipsi 
evaseruiit^) mirabiliter. Nam quidem simplex rusticus, incola 
in opido Wütbad, prout ibi sunt, dominum seniorem, prae- 
dictum Eberhardum, cito monuit, evadendo bestes ibi centom 
ipsum invadendo in balneo- Ipse dominus cum filio nudi ex- 
iverunt et per nemora ultra montes bostibus evaserunt et 
venerunt ad castrum altera die summo mane, nudi sie sede- 
bant in aqua naturali") ad castrum Zavelstein. Kusticus prae- 
fatus ipsum senem in dorso sepe portavit, donec dominus 
praesentavit ad castrum praefatum. Nam nudi erant in cor- 
pore et pedibus et discaiciati, donec venerunt ad castrum, et 
ibidem cum difficultate intromissi, ex quo ita nudi. Ibique 
per aliquos dies manserunt. Ministri cum armigeris et equis 
eos tulerunt. 

Eodem anno idem dominus EberJiardus, comes de Wirten- 
berg, congregavit magtiam de suis et civitatibus imperialibus 
congregacionem et ohsedit castrum, quod dicitur Nu Eberstein, 
sed nichil profeeif) pensans negligentiam civitatum imperia- 
lium etc. De cetero eos imperiales civitatenses kabuit exosos*), 
prout infra experietur, sicut tunc patuit. 

Karolus imperator qointus et rex Bohemie vir fuit potens 
et virilis et sapiens, et per [58] astuciam suam multa bona 
et magnum thezaurum collegit, multas eccieaias de novo con- 
struxit, elemosinas eisdem erogavit, quaerens pacem üdeliter 
se cum papa Gregorio tunc regnante et cum sede sancta apo- 
stolica exhibuit. Sicut autem satis avtdus ad avariciam in- 
clinatus et omne, quod ad ipsum venit, foras non eiecit, plures 
terras, civitates ac castra dominia ad raanus suas usurpavit. 
Et vita"") ac gesta sua sunt perfecte scripta in cronica Jacobi 
de Küngeshofen, canonici sancti Thome Argentinensis , qui 

>] Der gaoze Paaiua tod nndl bli Datnrkli B'bdrt offaDbftr hlDtar bBlneo titi<I kd c^ 
•tnam lat Tor alters dis eu itrelcbeo. — b) vitun. 

*) Abgegangene Burg bei Grossbottwar, OA. Marbach, nach der sich 
die Wunnenfitein ebenfalls nannten. Ygl. Ch. F. Stalin, Wirtemb. Oescb. 
S, 301 Anm. 1. — ') Anno — evaserttnt ebenso in Handachrift M. u. G. 
der Annales Stuttgartienses in Württemb. Jahrbb. für raterländ. Gesch. 
Jahrg. 1849, 2. Heft, S. 9ff. — ') Eodem —profecit Es. M. G. und T. 
der Ann. Stuttgart, a. a. 0. 10, — *) Ebenda: et exosas de cetero ha- 
buit civitates imperiales. 



Ileiobotd SIecbt. 



89 



aolU ecripfdt, el txiaiu pro parte habetur in praecndentibiis 
lunos domiai HemiaDoi, fratri» tninoruni. collecti», quod prop- 
Icr hrcTJutrai obmissa. 

Boden tempore amm (tomiui 1^2 äiynx'mu.'i Elxrhanhts (U 
y interfrcit fivi'fatettseji imperiaks projte viiiam Ali- 
m «qT <f<r Albe K) 

Amno tiomixi 1S75 tttif^nitit Atigliri ad Alsan'am d »i/«*- 

i fuarupit a ßtninetisihus^). 

A»mo dcmtmi J.?7ff StA eodetn Karoio imjteralore in opido 

mpfH jifpen't gnacdum wulter niottstrNvs^um ftativtn, ha- 
duo capita. quatuor brachia et quntuor jiedes et duo 
fadünmda capitn ud se inrinrm resjücientia et hoc X VI die 
■niü Aprilis*) 

Anno sefjaenti idem Karolus obs«dit dominum de Wiiten- 
bef^g Id ofiiJo Scbonulorff. Anno doniini 1377 iiilerfecti swn<*) 
MMet JD HiUlmgeu, et romea Uiriciis, filius Eberbardi, vtd- 
BmrfHs*) ieria secundn Pentbecoste^). Htc Kiircilus noii lon^e 
lile oUtnm «uum ferit per munera, qunc principibu^ omni- 
k« deiUt. qucKi principea electores symoniece filium suum 
flinoceniUitn« Wonrzi^zlautn nuncupaturn, in Franckofordia 
Baooarditer eicgeriint el elegerunt cundcm in regem Romu,- 
bonim *). RogDAVit i^ilnr ideiu Karo1u3 tamqaam Romanonim 
rtx 33 aouis H rex Brhemie per 32 et fuit iui{)erat«r 22 anoos. 
fljc riiifiiil 80uin dieiii extremum sub anno domini 137ti. 

Wpnczihlaus clectiLs jn regem Roiuanorum armouiftce, proiil 
«qm, siib anno domini 137t). Kam |Mtcr ciu.s iniperutur Karo- 
bf «pptem principibus ßeni cnique**) donarit muncra et emit 
^oati ek^cioneni älü üui pro ipsis. Ecce qualis fuit tsta prtH 
bitas, Tcra aquila^ id CBt Imperium, multas pcnnas per extrac- 
amisit. Pro boc eoiatn in libro üupra dicti .lacobi 
Kriptum est. Ute WcnczUlaus numquam aliquid 



•> mmma — Albe in Hs- M. a. G. der Ami. Stuttgart- a~ a. 0. 11. 
Di» ScbiMta toi Altkeim auf d^ Alp am 7. April 1872. Vgl. SuUn 
L SM — >) Ammo — BemntnsUfWi in A< der Ann. Stuttg S. U. l>i« 
Vimit il«|ii der Eo^tader ilorch die B«nier fiuul statt EmI« DeMmber 
ms M rTwtTBBMB nriBcheo Solothnn» und Bora. — *) Anna — 
m Hl M- O. n. T. dar Ann SrntiR. S. 11. — •) intarfevt* — 
i»v>«/w( in iU M. O. u- T. der Ano. Stulln. S- ^l* — *) Mai 19. M. 
- Ann. Slutlf. bal«n ilaa richtige Dalatn f«na qiiinia = Mai 21. 
(, ^x*^u J. Ml Ann. S. — •) lü. ;uai 137C. 



90 Fester. 

boni suo tempore fecit nee exercuit, conseDsit praedam et 
latrocinia, spolia et guerras, Utes in Omnibus locis imperii, 
semper iacuit tamquam porcas Präge vel alibi in sua spelanca 
ebriosus, furiosus, malus, fatuus, interfecit plures inculpabi- 
liter, odiens mulieres, permaxime diligens tiiezaurum, die noo 
tuque plenus, rarissiroe fuit in ecciesia, habens primo pro 
uxore filiam ducis Alberti de Hollandia, quam carnaliter us- 
que ad obitum ipsiua nunquam cognoTit. Postea usorem duxit 
de Bavaria, quam odio habuit, nee eciam, ut dicebatar, ean- 
dem carnaliter cognovit. Multociens in Praga solus in nocte 
hinc inde vagavit, in nocte semper vigilando, et circa meridiem 
Burrexit viriliter vestitus, portans secum balistaro, sagittans 
versus homines. Item ]octori infantem de sacro fönte levavit 
Item dominum Golyam de Mediolano [58^] contra voluntatem 
principum in ducem pro magna summa florenorum creavit 
Et de factia suis propria hystoria esse conscribenda, prout 
gessit. Semel fuit per') patruum sutim dominum Jodocum, 
ducem Moravie, captus pluribus diebus, post hoc liberatua. 
Habuit eciam preabiteruni secum contra fidem catholicam io 
multis articulis in despectum omnium studencium Älamanonim 
in Praga praedicantem , qui propter haue causam et semine 
heresis omnes a Praga fugierunt. Post hec ipse claudus fac- 
tus nee aliquo modo ambulare poterat, sed continue porta- 
batur per suos hinc inde. Habuit thesaurum magnum et in- 
finitum ac inauditum. Igitur propter dyssolucionem vite sae 
de imperio fuit eiectus et depositas ab honore regni, imperii, 
prout inferius plenius continetur. 

Von dem stryt zu Wyle in Swaben. 

Anno domini 1388 in die beati Bai-tholomei ') interfecü 
sunt civitatenses in Teffingen prope Wylam in Swevia sito 
per dominum Eberbardum de Wirtenberg sepedictum et filium 
suum dominum Ulricum bone memorie. Tunc occisus.^) 

Post quatuor vero annos obiit dominus Eberhardus, omnia 
sacramenta ecciesiastica sibi porrecta cum magna contricione 
diem suum clausit extremum. Anno domini 1394 erat una 
societas inter militares ac nobiles contra dominum de Wirten- 



n) r«hlt. 

)) Genaner vigilia Bartfaolomaei, 23. Augost, vgl. St&lia 3, 344 Atun. 4. 
— ^ Sc. UlricuB 



i]d £I«clit. 



91 



ipsl vocabantnr „die Siegel" et Joliannes Tritchsess 

tK inter eo8, et opidum He^uiczbeioi erat eorum castßl- 

ioni ibi cougre^acio eorum fuit. Tuoc venit doininua 

FirtcnberK et combussit oppidum Hcymczlieim in toto et 

,co3 oranes bene 40ü*). Ceteri fugam dederuot et 

int. 

Der Swytzer stryt 

lomini 1386 jterierutU in betio Stcicxettsium die IX. 
meridinn prope Scnbach infrascripti princtpes^ 
harvnes, milites ei cives ih diivrsis Civitutibus'), 
[iütisfri»' principisO et aoiiiiosuä domintts dnx Lupoldus 
item Otto margiiravins de Ilohnthurg, Johannes comes 
i6ffry, dommus WtdtJin-us de Gcroffxecke, dominus 
Talfrar, dominus Gotx de Slauffat, dominus Johan- 
ile Ochscnstein, dominus de UaSfnliercJi , domimtS 
Dict, dominus WctuUh de Benifdz, dominus Pe- 
cjctthusfn tum tindiis aliis Holilibiis et servis de 
ilem dontinus Othmams Tmchaesa de Watpur;/, Jöwi- 
tus dp Itfchenherg, dominus Cotiradus de Stein et 
ti itnbdfs ft itpxobilcs de /)»-OL/MciisaUenis i7»i')pcnci'ant. 
WcnczisUus praefatus sub anno domini 1400 die XX. 
Angastt in Rense per principos ab imperio pvoscrip- 
puUice depositus ab omni bonorc prnpt«r forefactatti 
IT ipeum proprietatem. Regnavit igitur 21 usqiie nd diem 
ptfacionfe sue. Scmd autem sab anno domini 1307 advenit 
sbergaDO et circa Katherino transtulit se versus Fninc- 
nagna potentia et ibidem uativilatis Christi epistu- 
Rccleaia Bartbolomei in missa publice legit omtiibus 
ipibos rlKtonbu.t [5!t] praesentibus, tiuornm quilibet tunc 
ofBriuin suum') Tost hec versus Aquisgraimm cum 
linc et magnis «pensis equitavit et ibi honorifiee sus- 
fult, deinde versus comitatum Luczelburg et abindc in 
Ibi Clenieuri, dux Davarie, sibi nmlta verba prae- 
>D* prinrtpibua et nlÜs satis nspcra ad eum loquentibus') 
iaDd(a). Et sie dominus Clemens pracfntns cum magna 




Icsn 
in 



'i -U. Sfpt la». StWiii 8, 963- — >) pcricnmt — ibi in H». M. 
^ T. te kam. Statl^ut. S. 12. — •) Vgl. die»« Z>. N. F. 8. 135—38 
ifmtKT. Be^HUa der Mtri(ip'>>''«o <">!> Baden No. 1364. 




92 Fester. 

ira sine licencia ab eo recessit. Et tunc dicebatur, qaod rex 
habuit magnos timores de duce demente et vix de manibos 
suis evasit. Sicque ad Pragam statim festinavit nee interym 
nunquani ad loca Alamanie devenit. Subito de regno imperiaU 
eiectus et in locum ipsius dominus Glemme, dux Bavarie et 
Beni Palatinus, proprio nomine Rupertus dictus in Rensze in 
regem Romanorum fuit eiectus, prout sequitur. Idem Ruper- 
tus Clemme, dux Bavarie et comes Palatinus, cognomen babens 
ex re, quia clemenciam, bonitatem, fidelitatem et probitatem 
maxime diligebat et, antequam ascenderet ad imperium, potena 
virilis fuit ac timens deum omnique bonitate plenus. 

Rupertus, dux Bavarie iamdictus Clem cognomine, post 
destitucionem dicti domini regis Wenczislai, qui destitutos, 
spoliatus et privatus fuit imperii per principes Romanorum 
electores sub anno domini 1400 XX. die mensis August! feria 
sexta ante Bartliolomei, hie Rupertus XXI. die mensis iam- 
dicti anni eiusdem sabbato ante Bartolomei in Rense sollemp- 
nisse eiectus per dominum Fridericum, archiepiscopum Ck>looiea- 
sem, per dominum Wemherum, archiepiscopum Treverensem, 
per dominum Johannem de Nassauwe, archiepiscopum Mogun- 
tinensem, et per procuratorem ducis de Sachonia; die dominica 
vero videlicet XXII. die mensis praescripti coronatus fuit in 
Rense solempniter. Et Rupertus eciam dux Bavarie et Pala- 
tinus vocatus depost statim post nativitatis Marie virginis 
festum decimo die mensis Septembris idem dominus rex Ru- 
pertus cum potencia venit ante opidum Franckfurt ad locum 
ubi reges venire solent cum exercitibus, veneruntque ad ip- 
sum Treverensis, Coloniensis et Mogunciensis arcfaiepiscopi et 
dux Lutringie^), qui habuit filiam ipsius'), et multi barones, 
comites et nobiles, et ibi iacuit 6 septimanas cum tribus die- 
bus. Et tunc ad opidum Franckfurt intravit dominus rex Ru- 
pertus cum magno honore cum praedictis archiepiscopis. Non 
longe depost mittens rex nobiliores et potenciores de suis fa- 
miliaribus ante silvam nuncupatam „den Behemerwalt" contra 
regem Bohemie, et statim obtinuerunt Urbach et Bemne') et 
5 alius civitates et aliqua castra. Et fuit capitaneus dominus 
Reinhardus de Sickingen, miles, dictus „der Swarcz Reinhart", 

') Karl I. — ') Margarethe. — •) Auerbach nw. Amberg, bair. BA. 
Eschenbach und Bämau, bair. BA. Tirschenreuth. 



Bciabold Siecht 



93 



"c»iL '"T. - ~m» plories per silvam intravU praedictara 
cgi' I : ., et ab uita parte deäolavit satis multum 

<l recrpic buvcs, et sie per auouiD reguabaiit in terra et silva 
Memie sino resistencia regis Bohemie. Postfa pax fuit fncta 
■4 tcmpos '), eiercituä praetactus cum l]onore r^pAtria verum. 
Raahardus taioeit maltuiii lesus cum lapidibus fuit. Dominus 
re& Ropcrttu buius facli ipsmn Swarcz Keinbardum per Al- 
laöam in advocntuni [69 1*] constituif). Usque ad obitum 
jCfis Rnperti advocaciaiu viriliter et strunue rexit et pracruit. 
HiteiD*) anno dotuini J401 et J402 orta est discordia inter 
Hkiflmi r«tffi>i>$, Itabitantcs in mÜc rttro sattcfum Oallttm et 
^^lomtilmg iujcia castntm, guod locatur Cella Abbatis^), ex 
MM c/ in/cr abbatrm sancti (iatti ratiotte jurlum vi cmtfttrtH- 
irnmm parte &c aÜera. Ab illis nisikis forte sc niuttuni se»- 
iMmiint (ore gravatos. Vtxl'' fuodam tetnpore vyoftnta mami 
^mHiiernnt monlem fid coslrum abbatis et ipsunt funditus 
^wimrn^ mprr ijito abfnis cousnluU cives Coastancieiises, ()uia 
PRb Ibi fuit. ßuütict nou curas-eruut. Dcventum ['tut, quod 
imtimma dt Lupfm*), advocahts tt guhemafor ffttu-raiig ter- 
rontw Swfff iierlineutes*') ad duees Ausir'w, rarione eottfede- 
fteteni* finiHl cttm Consta» cietmbH.i idem fectC congregari 
in magnuni cum }taronibus et milittbtts otc, qui steter- 
Huta fiuvium Tur tu lurgöiea tuxia Phyti ^) tt tum 
iutroissr m/Zr/f» rwttiforum*), qui adhuscront abbati. 
^tAinea fuit diücordia sedata in arbitro^, scd concordia Don 
ab nutici». iLetu ex utraque parte congregati et isti 
CUM etamon''i et astucia nobile» et ciritatenscä de Con- 
300 necftTerunt et aic rustici vivtoriam coutra abbatem 
menint 

ICem iu anuü praedicto MO)") festuui SytaoDis et Jude*) 
dominus rex Kupertu» a yraucfordia cum arcliL- 





An 30i inai 1401. — Chmel, B««. Bnpcrii No. 473. — ') Den 

UeichBtAdtea veriiamligt (i«r KOdik lüe tlmeuanog Sidcingens 

Man 1401. V(l. RfltcbftlagtJÜiU'O 4, 227 Am» 4- — >) Ap[>«iuvll. 

Borg b«t Th»]l»eim, OA. Tutüingcu. — ») Pftn im üiur- 

Bb. StecklKun. — ") anno — ntsticomm ia lis. M. der Ann. 

S^Ifi«.-'}».».0. -•) Verschrieb«!! far HOO. - ') Okt. 28. 

Itiaenr M OtinMl. Rvg- Rup»rti ubeint d«r Künig Ton Fnuik- 

»«oftduit nacii GtUibkuaen oiul Frii'dWrg geritt«» xu sein. Am 

o «r «kJH Ort für Wonss urituDdet <Cbmel Ko. 18), war vc 



94 Fester. 

episcopis denominatis ad Magunciam, demutn ad Wormaclam, 
iDsuper ad Heidelbergam deventt, undique cum solIempDitatir 
bti3 et honorifice receptus. Item ipse domiDus res venit ad 
Spyraui ipsa die beste Elizabeth laDgravie*). Ibi per deram 
ac cives bene bonorifice susceptus. PropinaveniDt sibi centam 
modios') avene et carratam vini et unum cjpham deauratom 
in valore 50 florenorum. Item propinaverunt regine 50 mo- 
dios avene et unom carratam vini et eciam cyphum deaura- 
tum in valore 50 florenorum. Et abinde in Sels equitavit, 
recepit ibi opidum ad manus suas. Demum ad Ärgentinam*) 
cum regina, quatuor filiis suis et tribus filiabus, videlicrt 
duxissa Lutringie, comitissa de Cleeuen^, et dominus'') Ra* 
banus de Helmstat episcopus Spyrensis, qui semper secam 
iuit et multi nobiles ad visitandum omnes civitates imperial» 
hinc inde in Alsacia etc., qui episcopus cancellarius eius fait 
Item Epiphanye domini*) coronatus fuit in Colonia per do- 
minum Fridericum archiepiscopum Coloniensem. Item die con- 
versionis sancti Pauli ^J recessit dominus rex a Heidelbergs 
versus Nurenberg et ibi cum solempnitate magna ac satis r^ 
verenter receptus*). Et ibidem convenerunt ad eum pinres 
domini duces, comites, barones, nobiles ac ambasiatores civi- 
tatum imperialium et feuda ab eo acceptarunt. Protunc') cum 
potencia obsedit et obtinuit „den Rotenberg" ^. Eciam eodem 
tempore quidam de Ytalia veniens, fingens se phisicum, habena 
penes se recepta quaedom intoxitatoria, regem toxicando ordi- 
natum per dominum Goliatz de Mediolano. Idem confessoa 
de mateficio necatus miserabiliter fuit annorum 31 in etate. 
Depost ibidem [60] Nurenberg principes cum rege Romanoram 
et civitatibus imperialibus tractaverunt de transitu regis Ru- 
pert! ultra montes pro imperio Romano cum Corona imperiali 



a} modinm. — b) ■!□ alalt domlDO Babano etc. 

wobl in Worms, wo er dann auch das in Mainz bewilligte Privileg f&r 
Mainz ausfertigte (Cbmel No. 19). 

>) 19. Not. Vgl. Chmel No. 23 — *) In Strassburg war er am 
24. Not. 1400. Chmel No. 26. — ') Agnes, Gemahlin Adol6 von Ckve. 
Siecht hatte wohl deren gesehrieben. — *) 6, Jan 1401. — ») 25. Jul 
— *) Von Nürnberg aus urkundet er ununterbrochen vom 2. Febr. 1^ 
zum 24. März. — *) In der Pslmwoche (27. Hftrz bis 3. April) nach fOnf- 
wöchentlicher Belagerung. Vgl. Hegel, Städtechroniken 1, 365. Reich»- 
Ugsakten 3, 297 Anm. 4. — ") Der Rotenberg bei lAof an der Pegoiti. 



ReüiboM SlMhl. 



95 



rtc. El »in rex exivit Augnstnin civitatem ') cum 
ColoaieD^i, ducibus, comicibus, baronibua, nobilibus, io 
tluo milia laDccoruia, <|iii habuenuit octo milia aquo- 
etc. oltra inontes ud Urixiam. Ibi regi*] obviarerunt 
iBbuintoiTS Gnliacz Mcdiolaneosis, qui se optutit, i-ep:em ex- 
propnis diicendam ad urbem Uoinnaaiu et äibi dare 
ae civHates io Yiaüa et omni anno centum inillc Horciios 
ni. Dt sibi de novo providcret de vicariatu impcrii {»ur 
Rex liuieus deum tt jurainentum considerans fnc- 
pHoniübits omiiin practactn inunrni rcntiens et totum 
Vit- OaliacÄ pcrcipiens huiiismodi, timcng forte poteo- 
dui «ea iuKliciani regis fufzaio dedit et decepit legcni ut se 
ifpondt cum Diatrna potencia, regeia et reginam cxpulil Vtalia. 
Tut mm curribtiB et equiijbus vix evaserunt, et ita rcx per 
iluD vijui) «41 l'adaw. ibi ad aliquos dies fuerunt^). De- 
■OD TroKrant ad Venecias. ibique legatos Florantiuos exi>ec- 
tuant, qai [wr dulcia verba ipHUiu dotuiiiutß regem eciaiii 
^ecefenml, et sie ir^r aiTipiens cum rc^ina vcr$us AImnniam. 
El habtwrunt cartstiam inaxiniam ipsi et jumeuta in itinere, 
imtac r«pitTiAveraDt; natu unus panis in valorc unius dciiarii 
«aJUc quatuor blappardos et cetera uece^saria airo. 

NoC« quod Karolus, rex Bobeinie, cciitm fecit jui-ameiitum 
pnoapOnn Ytaliam recupcrando, prout forte fieri äotet etc., 
itd rec«pit a Darlobo*) de Moiliolano 20ü0 flor. ^'t post posuit 
jnameotam. Öi domiuus rex Hupertus eciam recepissct pe- 
caniun. indubitanter corouam imperialem ubtinuissct. 

Et sie dominus rex vruit ad Almaiiinm in iiiense Ma^ 
doroini 1402, ilem et statiui poslquam rex ad Almaniam 
it. eodem anno Gatiacz obiit propter angustias, quas ha- 
boit propter regem »dventum, quMl putabat in decuplo, re- 
^em faisse putenriorem, quam fuerat. Quarc sie tu futurum 
nx nULgutts ^it pruvldus, ne {ler istos Ytalicos ita lamcntabi* 
bur «ednmiur. 

tatPatitinusLudwicuf axorem priinam duxit filiam regis Anglie'). 
Anao dümini N02 dominus dux Ludwicus cumes l'ala- 



^ Tlrniiitn! M ikr rirtil« Aufeuttiftlt in Aogabarg von 8. Sept. Hol 
^ la firinn nfarndtt d«r Kdoig am 2. Okl. — *) 18. Not. im ». Dez. 
IP«. — *) Berulw dci|li Vbconti. - *) Bianca, Toclmer Hciariclu V., 
aa 21. Mai UüB. 




QQ Fester. 

tinus, domini regia iaindictt filius, circa festum Petri et Pauli 
apostolorum duxit filiam Änglie in uxorem et protunc spon- 
salia peracta*) fuerunt Colonie coronacionis tempore regia Ro- 
manorum, prout supra visum est. Eodem anno circa Bar- 
tholomei festum *) dominus rex transtalit ad Nurenberg, ibiqoe 
multi principes ad ipsum confluxerunt propter feudalia reei- 
pienda ab eo. Protunc SygismuDdus, Ungarie rex, recepit 
fratrem suum Wenczislaum et ipsum duxit Wyeuan isto anno, 
quod vellet ipsum ducere ad dominum Medyolanum, et ille 
tunc eodem Wenczislaum ulterius ad Romam ad Bonifadum 
papam Vlil cum potencia praesentaret, sed nichil ibi opera- 
turo. Wenczlaus ad Bohemiam rediit'). Item rex tunc equi- 
tavit versus Turingiam et pacem fecit inter duces Saxonie et 
episcopum Moguntinensem , qui magis [60 b] quam per inte- 
grum annum insimul litigaverunt '). Iterum Nurenberge 
applicuit circa Michaelis festum*), pluribus diebus ibi pe^ 
mansit omnes gwerras ac lites undique sedavit. 

Bonifacius papa VIII eleccionem domini regia Ruperti per 
principes electores factam approbavit et confirmavtt et de* 
posicionem Wenczislai regis ratificavit, deposicionem publice 
in coDsistorio omnibus cardinalibus praesentibus publicavit et 
confirmavit, praesente domino Rabano episcopo Spirensi regia 
ambasiatore. Acta sub anno domini 1403'). Eodem anno 
rex decimam decimarum ab omni clero apud Bonifacium pa- 
pam per totam Älamaniam obtinuit et magnum Uiesaurum ab 
eis collegit^j. 

Item rex iterum ultra montes ire sibi proposuit, venit in 
Bern ^ et praemisit dominum Guntherum de Swarczburg, co- 



■} perftctG, 

<) 24. Aug. Das Anaschreiben zum Reichstag lautete auf den 27. Aug., 
an dem der König auch zum erstenmale in Nürnberg urkundete. Chmel 
No. 1284. ReicIiBtagBakten 5, 356 ff. — >) Vgl. Felzel, Lebensgesch. 
König Wenceslaue 2, 463 ff. 478. 482 ff: — «) Vom 21. bis 29. Sept. irar 
der König io Hersfeld zur Beilegung der Mainzisch- Braunschveigischeo 
Händel. Vgl. RTA. 5, 864 ff. — *) 29. Sept. Nach dem lüner&r bei 
Chmel urkundet der König in Nürnberg vom 4. Okt. bis 27. Dez. 1402. 
— *) Das Konsistorium fand am 1. Okt. statt. Vgl. RTA. 4, 108 u. 123. 
— ') Vgl. die päpstliche Butte an die Bischöfe von Worms, Augsborg, 
WUrzburg, Brixen und Verden vom 1. Okt. 1403 a. a. 0. 4, 114. ~ 
') Verona. Ruprecht selbst ist nicht nach Verona gekommen, wohl aber 
hat er unter dem 31. Mai 1404 von Heidelberg aus den Dentschordeni- 



ReEnboU Stecht. ^^^ 9T 

et mneif^triuu Theutunicoruin fratrum, et Iiii rnfpcto 

io reflibant ad partes Alimanip. I*03t hoc dominus rex 

t dominum Spireosem eplscopum ad dominium Padavantim, 

ecüin) fuit reversus taliter gualiter in vi^ilia a^suiiipcionisO 

DO (lomini 1404. 

Nota ante festom assumpcioni? beste rirginis nnno domirii 
13 venit quaedam inuodacio aquaruin io opido Bruchset, 
ae plares domu.^*) horrc«, homines, animalta per vohenien- 

aque perierunt in praeurblu et ali.i» etc. 
Eodem anno dui Mediolanus i>ot(*nlissimtis, qui uinqunn) 
«lt. m pesttleDcia mortuus in festo Egidii =) et putabatur po- 
tcicior eo tempore totius cbristiauitatis. 

Item depost anno domini 1404 rcx Rupcrtus ßliain suam 
hgMmam ') in uxorem duci Kriderico de Austria ti adtdit, 
4ne »ati* virtuosa decoraqop fnit. Itera rex per potenciam 
nwem castra ,in der Wederauwe" devastavit prope Francken- 
fnt, de qnibus signanter merratorcK solehantur spoliari, in 
wno domini 1405 circa festiim catheilrau Pptri*), et due parre 
ttsteile mnrate, ubi spoliatores habuerunt recursum et rctcn- 
ttm, eduD fundituft everlit et anichilavit. Nomina castrorum 
ÜKkiogen^), Rückenheim«), Wasserloch ') et Hüchs(e') etc. 
Kodem qiiüque anno domintLs episcupua Argentincnsis. Wil- 
kelnos nomine, cum civitate et canonicis suis .A.rgcntincnsiba8 
discors fuit, et hec discordia ea de causa erat, propter quod 
tpiscopu» Wilhelmu.s sine consensu et voluntate napituü snj 
tasira et castulla Offenburg, Gengenbach et OilenberÄ ad 
nandatum rcf];is dedit et vendidit. Bcx vero dicto domino 



•J Bä.4Mtft». 
■einer Komd ron £gIofiteia und GOuUicr von IJcliwarzbuTR u. & mit 
4ff BeaHsergreifiiDg ron Verona beanhragt. RTA. &, &Sä. 

*i K. HAme. 14. Aag. Cber die Guacdtschftft BUcliof Rabam Tgl, 
ITA. &, &48. — ') l. S«pt. Giovnn Galeaxso otirb am 3, Sept. Mi'S. 
*) Ebabeth. Ober <Ke HeinitsvL>rliAtiil)ungen vgl. RTA. 6, 671—77. Bis 
bdi 1407 blieb E. noch iai «aierliolun HauM. - *) 22. F«hni&r. — 
*) BOeUngeo. — *) Offnbar TcnchtiebeB fOr Budenclieim, IlildißheiiD. — 
*i Wuwriflt — "} HOdst bd Lioilhi:]«. In don Hericbte bfj JArusen, 
ntnkfartt fieicliBcormp. 1, VHiff. sind Rrulisfaeim luid ILiaeiistpiQ uiit«r 
im ledii flunhAft (anavlitcu fEebrocLenca BurKvn nirhcJgiDuuuit. \gl. 
ftT&. &, öftSIJir- SLedits imd Käoif^bofeiiB (Mono, Qutlienuminl. I, 2ß(i) 
Soul, daas im liuu«u iM'iin Burgen gebrocheo worili-n Miun, wiril also 
ftfin lininna aafrecbt m bolti^n win, 

z«tMttir. t o«Hfe. 4, obntb. X. r. IX. 1. 7 



i 



98 Fester. 

Wilhelmo episcopo dedit 11000 flor. *) pro empcione partis 
dominii recuperande, et ita rex et sui manserunt in possessione 
eorundem. 

Nota dux Fridericus Äustrie sponsus fuit com filia regis 
dominica ante Martini') anno domini 1406 Heydelberge. Mag- 
num ibi habuerunt f^tum et curiam in hastiludendo et tor- 
neamento etc. 

Anno domini 1407 in mense Äiigusto cives Äquisgrani ad 
graciam domini regis Ruperti a primo venerunt. Nam prios 
ad Septem annos semper regi deposito, Tidelicet Wenczislao, 
adheserant et pro rege habuerunt etc. Post hoc ipse dominus 
rex Rupertus veniens ad Aquisgranum cum archiepiscopo Co- 
loniensi, episcopo Herbipolensi 'J, episcopo Spirensi, Riegensi*), 
duce*) Gelrie*) et aliis multis baronibus, comitibus, nobilibus 
cum equis in numero 9000, benignissime susceptos, ibique 
cum Corona aurea, quae reputabatur in valore decem milia 
florenorum, coronatus^, quam coronam adhuc'O habet filins 
suus Ludwicus. Et ipsi cives propinaverunt 12O0O Coronas 
francorum [61] incluso tributo, quod exsteterat regi a tempore 
eleccionis sue. Et Äquisgrani mansit ad aliquos dies. Ibi 
assatus erat integer boa inclusis multa genera'*) avium ac fer' 
arum, videltcet faynnule, capriole, perdices, fasani, cappones etc. 

Ipse dominus rex undique laborans pro pace, ubi percepit 
discordias, fecit unionem. Anno domini 1408 rex veniens ad 
Nürenbergam ^) , et magna fuit ibi congregacio principum 
spiritualium et temporalium, tractantes ibidem in causa populi. 
Rex maliciam domini Johannis de Nassauwe, archiepiscopi 
Moguntinensis, multipliciter contra regem occulte gerens') con- 
siderans, ira commotus cogitans sibi obviandum. Nam ante 
mortem suam, videlicet anno domini 1409, ipse contra Joban- 
nem, archiepiscopum Moguntinensem, se opposuit stipeudiando 
nobilibus tocius Alimanie, ubi poterat, ac principes Reni us- 
que ad Coloniam et per Sweviam, Bavariam, Myssenam, Saxo- 



a) dDcl, — b) sie — c) sie. 

») Vielmehr für 23 500 Gulden. Vgl. Chmel No. 1961. RTA. 5, 768 
Aam. 1. — ') 7. November. — ■} Würzburg. Johann I. von EgloffWein. 
— *) Riga. Johann V. tob WaUenrode. — ') Geldern. Herzog Reinald 
TOD Geldern und Jülich. — ^) 14. Not. Tgl. K. Höfler, Ruprecht Toa 
der P&lz 360 fg. — '') d. h. nach dem 10. Febr. 141S und vor Aug. 1414. 
Vgl. die Einleitung. — ») Ende Oktober. Vgl. RTA. 6, 302. 



Rvbboid SIecbt 



90 



BanUm, Duriatiiaiu, Wustraliam, doiiiiiium Trcvereiisem. 
faftrones, comiies imdique in terra existentes. Dominus 
infaiei^Mopas perdpiena, hutsmodi congrcgacioncm coQvenieu* 
im cootra eum fieri, pertcrritus timens devastari ten-ain ec- 
dedf nie, et si rex supervixisset, forte ipae niale habuissct 
a Uibtis mensibus. Eciam dominus episcopus obtulit sc ad 
äan regis. scd rex nolait audire, quod sepius cum blaodis 
Mimoikibufl deccptus. Non obslanter tauten post obitum 
n^ä filhifl dox Ladwicus cum predictis subarratis genlibus 
t iDTasisse episvopum, sed dominus archiepisicopuä se 
,it ad gracinm et ita Tuit concordin in eos data et amica- 
ttUr UDiti. 

Dominus Rupertus babiiil convocaciooem ante obitum suum 
in Fraatkfordia') in negocio sancte matris cccicsic, antequam 
OBodlinn Pjsantun fuit inceptum. Ibidem convenerunt multi 
pneUtl de diversi» dTocesibos, tractantes de concordia ecciesie. 
Girdinales vero aüqui et quasi omnes de parte pape Romano- 
mn, pftpe Avioneusis') miscrunt ibidem*) colloquium'') in 
FVanrfardia dominum cardinalcm Barcnsem "). Satis pompöse 
Toiit. MogtintincDsJs et Colonicnsis orrbiopiscopi eundem in 
hoDore tenebant Veniens autciii alia^ cardinnlis no* 
Anthonias*) ex parte tiregorii, volens cciaui ibidem inii- 
negocU sibi commi^sa a (iregorio, qui a nullo fuit re- 
nfad ft Ruperto re^e cum suis fautonbus, sed valde 
TiT^l«osm per eptscopum Moguutioeusem. Rex cum suo car- 
dic&li Anibüni cum exercitu magno Tcrsus Herdelbcrgam ap- 
pBcttH. Barensts ocrulte versus Myasenain. deinde ad Pragam 
OB! Bagno periculo pcn'enit^')- 

Deornm dominus rex ad conciliom in Rimoto") et Pjsauuni 
et wi Oregoriam ad audirndum ex utraque parte cum honore 
■■bMÜtores BDOs solempuiter dcstinavit. ridclicet archiepis- 
etfOB Byegeiisein, dominum eiiiscoimni Wormacienscm *) et 
epiaeapiim VerdenMm *) et Joliaooem VS'tnhein notarium, primo 
Gragoriam, dcpost ad conailium Prsanum crasliuo Va- 



4 IT. M. — U) eOn*l«l>B dURülaOH. 

t llt Ui 22. Jan. U08. BTA- 6. 313 - -) Benedikt XJIL — 'J Un- 
bui, K*rdiaii1iUid(oti tit. S. Nicolai b carcere Tulliftiio. Ober 
FkukfaHvr FdrvteuU« wisfohrlirfaer uiilcii S. ii)9. — *) Bifichof 
m Porto. — ') Vgl l*cUeI 2, M5. — *) Rimini. — *) Wonw. 
Mlftatirt «(u Krockow. *) Verden- Ulricb von A]l>eck. 

7» 



100 



Fester. 



lentini ') anno doniiDi 14U9. Ainbasiatores regig iu oo&Uit 
iiün habere iDtentum eoruru pottiraut. Kuversi ad duiiiinui 
Grcgorium reBpont^um rctulerunt ei. lUTiini secuudario am^ 
bastatores s\io& dlrexit ad Gregoriiim ad Kimoluiu, ridelit 
episcopum llerpipolensem, abbaten) de Mulnuranu') et mi 
struni Rcinbolclum Vener % fratniin magistri Job Arifeutiueusia 

Tcm|iorc medio rex seinper laborans et voluit, quod Ai 
geotinenses et alii sui complices tcnent suum [61 1] Gregoriai 
pro papa. In contrarium arcluepi^cüpu-» Moguntiiieusis, J( 
hannes de Naszauwc. suos hnbiiit nmbasiatorcs Argentii 
eciain collflciones facientes contra regem et suum 'iregoriut 
in palacio domiui episcopi Argeotinensis ad clerum, epi.scopoj 
praesente totoque capituln unn cum qiiibusrlam de concilio Ar 
gentinensi etc. Eo tempore collacionia ndvocattis Alsacie Ila^ 
genauwe ex parte regis et magister Jub intrantes omnes stuj 
faeli siiueruut. cleruä pulsans sibulando. [bi minatona |c 
coltacionis et contumoliog» horrihilitcr prolatn. fucrtint. conti 
Cpiscopum et eleruni et civitatem. Ilaqiie clerus ncutrafis 
erat bene ad duos annos et, sl rex supervjxisset, omnes Gt 
gorium tenuis&cnt. 

Nota, c|uod dux Ludewicus, fitiu» regis, cum uxore sua,] 
regina Anglic, et dux Johannes frntor eius cum uxore, regicaj 
Swecie*), et uxor domiui ducis Lotbringie, filla regis, eumJ 
aliis 6liis duobus Sleptiaiio et Ottorie, quia rex, cum electasl 
fuit, habuit quatuor tilios et tres fiÜas. qui quasi omncs provisef 
fueruiiL aute mortem regis lioiioritiee. Regiua taabuil edami 
cum ea 12 pedissequus, tnter quibus seinper trcs commetissei 
erant et relique tuultuni nobiles. Et sie rex statum solemp-[ 
nissimuuL teuebat, cottidic COO peräunas cIome!>lIc>Ui pa:^cebatj 
in Castro per annos vite sue. In eo Castro habuit 36 atupaaj 
calefactas per hyemem, ita quod habuit expensas largissimas. 



') 15. Febr. Die Vollmachten sind vielmehr vnm IS. Fehr. BTA. ' 
6, 439 ff — ') Alljert — ') Heiubolil Veiier war aui 19. .April in Pisa' 
Zeuge der Appellation Konraila vou Soest, dagegen wird er in der Voll- 
mactit vom 7. Ang. 1409 für ai^ht Gej>anOt6, unter iknen sirh Bischof Jo> . 
huiD aad Abt Albert betanden, nicht niifgefiHirt. Vgl. KTA. 0, 5U u. 
ö70. — *) Kathiirina war eine Tochter WratisEaws VU. von Ponunem. 
Vgl. fibngeiis surh das Register eu E1'.4. 6, äl-l. 




BclotMid stickt 



OiNtus regis Rupert!. 

Anno dnmlni 1410 IX. fiie mensis Junii ') fpse dominus 
rci Rupertus in opjdn Oppcnlieini fetiriter clausit dicm Buiim 
cxtremam, cuius anima feticiter cum sanctis habitct et in pace 
requiescst, provisus cum sacrainento eukarietie ac unccionis 
»crac. psaltes septem cum prespitero orans nim discreriono 
Iwna; finitis psalrois*) mansuetc otidormuit in domino. Sepul- 
tus Heydelberge ad {«anctuin spiritum in dioro ecdesie coUe- 
giate iliiiiem, per ipsum factaui et dotalain, qtii Ruperlus regnn- 
tH annos 9, mcnsibus 9, tliebus 9. 

De eleccione Sigysmundi regis Romanorum. 

Priucipeä clectorus, puta duuiinua Moguutiiiensis, Coloaienais, 
T^rerensis arcbiepiscopi, Ludwtcos Palatiniu;, dux Bavarie, 
tnrgKrivins de NÖrenberg procuratorio nomine ex parte do- 
nini Sfgisnmndi, marggravü de Brandenburg; ei rc^is Unijaric. 
ia Fntncfurdiani convenenuit cum cetcris principibus ipsa die 
Egidii cuDfesäoris *} anno domini 1410 ad tractaudum de elec- 
done regis foturi. Hü omnc» gtrtcrunt in Francfurdia per 30 
dlf?, qm noD poterant concordarc in regem concorditer. Tan- 
dvui lecta fuit aurea bulln per magistruni Job Vener, doctorem 
Blria«qiie juris, corain omni populo publice prope sanctum 
fiartholomeom in palacio In publica atrata conini itifitiitis per- 
Bonis utriusque scxus et eciam praesentibos principihntt Trc- 
r«>eii8i, CoIoQten», Palatino et procuratore Sigismundi. vide- 
licct burgravio. Nani Moguntinen^is fuit ocupatus daudendo 
ecciesinm Barthotomci et omnes cccU'sia». Taudem in vigilia 
beati KUthaei apoHtoli*) ipsi tres principe», videlicet archicpis- 
copufl Treverensis. dux Ludwicu^ Palatinus comes et procurator 
procuratorio nomine marchionis Rrandenburgensis in nomine 
patris et filii et Spiritus rancti dominum Sigismunduin [62] 
serenissimum principem ac regem L'ngarie in Romanorum re>- 
fi-^A elegerunt, et publice coraui omni populo eleccio fuit so- 



•I |if>ii»ii. 

*l Die DtUn dlfferirMo zwischen dem 17.. 31. und 18. Mai, der 
Airdi <be Gnbacbrift bMviiftt »Ilgeiricin iiDgPDOiiini«n wiriL K. H<^fler 
W. Tgl. abrieens unten S 111. ~ >) I Sppt. Vgl. dvu iiulJahrlicIwD 
W*Ubericlil vom 20. Sqit UIO bei JaoMt-u, Frankfuru Bdchicorresp. 
1, IßSfl. — >) 20. Sept. 



i 



102 Fester. 

lempnizata. Actum non praesentibus Maguntinensi et Co- 
loniensi archiepiscopis , quod prius citati et vocati moniti et 
contmnaces non comparantes ad dandam eleccionem declinave- 
runt. Non longe post Treverenais et Palatini et burgravii 
eleccionem factam convocacio fuit in Rense per Coloniensem 
et Moguntinensem episcopos, et ibidem hü duo episcopi ele- 
gerunt io regem Romanorum dominum margravium de Moravia, 
patruum dicti electi Sygissmundi *). Et hie marggravius J6- 
docus nomine senex fuit, babuit 90 annos in etate, qui circa 
purificacionis festum Marie decessit*). Et sie Sigismundus 
nullum habuit sibi opponentem, et sie Sygisraundus res. coiui- 
tatum, marcbionatum et omnia, quae Jodocus patruus dimlsit, 
nomine hereditatis assumpsit Nam Sigismundus et Jodocus, 
Moravie marcbio, consobrini fuerunt Depost ipsc Sigismundus 
ab electoribus imperii de novo ab omnibus unanimiter fuit 
electus in vigilia beate Marie Magdalene ^) in anno domini 141 1. 
Sigismundus, Roraanorum et Ungarie et Bobemie rex, 
quondam filius Karoll imperatoris, tempore eleccionis sue ad 
regnum Romanum princeps poteutissimus, audax, virtuosus 
prudens, mitis ac virilis, toeius ehristianitatia sibi equivalens 
non fuit. Multa bella cum paganis exercuit. Hie electus in 
Francfordia annorum etatis sue fuit 44*). Cum eo regia po- 
testas et maiestas sua potenciores huius regni Romani domi- 
navit, tam Venetos tam Mediolanum ducem ac alios inobedientes 
contra Venetos. Regnavit in anno domini 1412 per integrum 
annum viriliter et praevaluit ipsis in bellis. Insequenti anno 
1413 circa Epiphaniam domini^) ipse in propria persona cum 
infinitis gentibus ad patriarchatum Vrigul^), dictum in Foro 
Julii, iterum contra Venetos venit ad bellandum, magna fecit 
ipsis dampna dominandi usque ad Marcii mensem. Deinde 
lis inter ipsum regem et Venetos sedata ')■ Transtulit se in 
civitatem Tridentem^) et ad terram ducis Austrie Friderici, 
post ad civitatem Turrensera^). Ibi pluribus diebus mansit, 

■) Auch Jobsts Wahl fand am 1. Oktober in Frankfurt, nicht in Rense 
statt. Vgl. Janssen 1, 181. — ') Nach dem Anniversar der Prager Metro- 
politankirche starb Jobst am 8. Januar 1411, nicht am 2. Februar. Vgl. 
Aschbach, Gesch. K. Sigmunds 1, 296. Anm 28. — ') 21. Juli. — *) (!eb. 
14. Februar 1368. ~ ») 6. Januar, — «) Friaul. — '} Am 17. April. 
Aschbach 1, 349. — ") Trient. Am 25. Juni. — ^) Misaverständnis SIechts 
oder Fehler des Abschreibers. Gemeint ist Chur, wo der König vom 
5. August bis Mitte September blieb. 



Reiobold SIecbt 



103 



. — :^jjj gjijj ati|uisivit, cuui arniijjeris et ultra uiodU'ui 
Aea . ■) auncupalis*) ad ilominluni iloiuini Mcdiolani 

tA cintatem KAlirn') venlt circa Androe'*) aono praetacto 
Uta, et iD dc»pectum domtni MeiUalani civitalcm Lftuüein*) 
«i nuuius suas luiirpavit. Tum: suiresit piovcrbiuui isLud: 
«iNt dicA vor dea sUmgen, die hanC maugt^i grosneti hcrren 
mit rergifi hiintefffnii/jen". 

Post boc nutiviute Christi Johannes papa ad rugem io 
dktun cintatem venit cum cardinalibus suis^), ibique oi'di- 
ifeniDt et cuncürdavenitit iustiiiul, coDcilium fieri iu Almuiiia 
ritate Constancienii) sub anno domini 1414"). Prima die 
ibris eciam rex per poteiiciam [52 1>] aliquando diu reg- 
kfit in terra Mediolanensi et Mediolauuuäis hq oppoüuit, sed 
dcmum vcnit ad regem graliam pctens. Kam obten- 
I*) obedienrium re^i feclt cum Jurameiito. Hex credidit 
Ufdiolaaensi et confidit sibi propter juiamcotum sibi factam; 
tt tefgo cum magna venlt peteocia et volutt regem iuvasisse 
ti beOandum. Rex cum sui:» exercitibus et geiitibus viriliter 
a cuDpo maoseruDt et hoc leauerunt. Mediolanus vtdens re- 
fetB expcctare cum suis confuae reccssit et cum magna'') 
tcnomdia. L>ominu.s dux de Deck ') capiLatnus regis erat et 
ndU Bwovi« qui niinu» perterriti crant, scd Ictantcr et gaa- 
4«atar cuopom tenuerunt contra MedioUnum. 

£t poot hoc rex de Vlalia in meiise Juuii per territovium 
comitia S(a)baudie vcnit in Hern iu Nuchtlaul^), magna re- 
m<o ei« sibi exbibita. Oemum venit Argentinam ipsa die 
hmti Heinrici imperatoris^J. Ibj jocose vixit cum mulicribtis. 
tp«e mulieres nna man« regem in lecto reperierunt, ipsum 
■ade Dkbi] indutus'O ni&i bracam in palio viü per plateas dis- 



•) mk. — li) mm». — •) Mr. 

Maie- Der Srptimer Uit «lern Zug Ober deo All)uliipa«s (Aocliliaob 
1) last skli dicK Uuwhroutc nicht veraitiig««. ') äc. Chlaii? 
*) 9U Netcfflber. - *, LaiII. - *} An '2b. l^etemiter reiste der Pftpst 
I ifeiBgaauUriiviD Anfeatlmlt« in I^tli w)ed«r ab — *) Die EinlBiliingv 
dulKit vom 0. bexember. — =) Ulrich von Teek <t USi), der 
! Scfcvtefnnohn Utjkgräf Rerohanla I von ßadcn. — *i m für 
TiaiA Bbto kam Avr Kunig am 8. Juli. — 'i IS. JuH. ImHod 
11. BikvokUt äipiiuud itt Htraaaburg, wo er nachSpe^kliti bei Slrohel 
S, tOS) am 7 JuU eiaritt K^Dighofeti forlsetzcr 
kSdnlter l<Mfg) »etat den Einzug auf den 18 Juli 
JahrMnU U3S Vgl. «bendaBchilters Anmerkong üh«t 




104 Fester. 

calciatum duxerunt, tripudiando venerunt ad quendam Alt- 
bfiszer, sibi calcios duos bilisiones ac grossos emerunt pro 14 
den. et secum duxerunt usque ad Hoheosteg et ibi currisabant 
et ipsum solempnissime ioduebant et conduxenint eum ad 
hospicium cum letitia, et rex multura latus et jocosus cum 
mulieribus multa cleoodia ipse propinavit mulieribus et ipse 
econtra sibi. Rex dedit mulieribus 120 anoulos pro valete. 
Deraum rex venit ad Spyram ante Jacobi ^) et ibi mansit quasi 
ad mensem'). — 

Scisma paparum Urbani et Clementis orta fuit anno do- 
mini 1378. Notandum, quod olim, prout in cronicis iovenitur, 
plures discordie erant paparum et cardinalium non tamen tarn 
longa tempora. Nam hoc scisma duravit ab anno domini 1378 
usque ad annum 1408, summa") annorum fuit 31 usque ad 
consilium Pysanum et usque ad eleccionem Alexandra pape, 
qui in civitate Pysana fuit solempniter electus ab utraque 
parte cardinalium, puto Clementis et collegio Romanoruro. 
Qualiter autem scisma inchoatum fuerit, scribens committit, 
quorum intererat. 

Urbano papa mortuo ') ipsum in papatu dominus Bonifacius 
successit*) et post obitum Clementis^) in locum suum comes 
de Luna^), cardinalis, in papam exaltatus aub anno 1413 *)■ 
Idem sedem suam in Arrogania^) rexit ad plures annos. 

Bonifacius in locum domini Urbani Rome electus sedit in 
papatu per annos 16^), sanctam sedem apostoHcam cum po- 
tencia tenuit, Romanos sub jugo suo viriter conpulsit et tenuit 
multaque bona ecclesie restauravit, sed cum licencia dicendo 
symoniace ecclesiasticas dignitates, personatus et officia co- 
piosissime et anulaciones, clausulas et hiis similia pro non 
parva summa Florenorum consensit •"). Sed protunc non re- 



al innia. 
Hertzogs irrtümliche Berufung auf KOnigahofea. Für Specklin und für 
Hertzog, für letzteren möglicherweise nur mittelbar durch Specklin, war 
wahrscheinlich Siecht die einzige Quelle der Erzählung von Sigmund und 
den btrasaburger Frauen. 

■) 26. Juli. — i) Nicht ganz 14 Tage, vom 21. Juli bis An&og Aa- 
guflt. — ') 15- Okt. 1389. — *) 1389 Not. 2 bis 1404 Okt. I. — ») 1394 
Sept. 16 ~ *) Benedikt XIII., Petrus von Lnna. — ') sie für 1394. 
Wohl ein Schreibfehler des Autors. Vgl die Einleitung. — ^) Arragonieo, 
die Heimat Benedikts XIU. — ") 15. Vgl. Asm. 4. — ") Über das a- 
monistische Treiben dieses Papstes vgl. Th. de Niem, De sdamate (Ausg. 



BpiDbold Siecht. 



105 



poutonlur .silii yolt. vpruiii eciam matri sue, quae Infinilam 
iSBUDam [K.i] florenorurii colieA'it- Similiter hoc idem, ut fcre- 
Iftor B&ltliazar, cubicuInriuM snus, et strictissimus fuU in 
otpa, qui dominus Ballliazar depost papa Johannes vocatus 
l^fttam paruiu gratam dedit, prout metra scqucntin: 
QdtA Koma non quaerit overa sine Jana 
Dantes exaudit, nil dautibus bostium claudit. 
Bl tic pauporibuB nidiil curla profuil. Ipsc dominus iiapa 
nb anno dnmini U04 in rrIcoIo'), in Itoma s(>puUu)<. 
Uem Bonifiidus deposictüneia r^is HVenczislat ac privacloni-m 
M eJcecUmeni domini Rup«rli regis ratiticavit , apprnhavit et 
ntfiraarft, omnlbus cardinalil)U8 suis nc dumino lUbann epis- 
copo Spinmiti prueaen(ibus, qui ambasiuta fuit Ruperti r^is'). 
Et sie post ohituMi praefati BonifacÜ papc dotntuu.s cantJnalis 
4t BoDonia") io papam fuit exallatus et vocatus dominus 
tneoeeodtis iwptimus. 

InooceaciuK pnpa üeptimuä coucorditer electus et coronatufi 
JbU Aoao domini 140-1. Nota, qnod hie justus, devatus, bn- 
^Rs Borne in die bpati Martini epincopi coronatus et Batis 
US io KTBiriis ipostolicis, tarnen saccrdotihus alienis largas 
icciE graliu. Statini post elecdoneni sunm Homani inter sc 
■agnaa Tiatnieranc runlroversias signantfr inter Gehingos*) et 
G^iRogos. iu quod prae timore in palacin pape ipse papa scm- 
pir DiftMit nee'') audebat exire Kciani cardinales. curtizani 
9uai') in maximijf anguätiis. Kciaui iiullus pi-ae&umebat exirc 
4oaiUD. Eciam omnoni poCeslatem ac liberlatcm, quas do- 
mimn Bonifneius Romniiiä al)straxit, lunocencius papa ipsiä 
iHagnüfin- rcniluit Ki habere volueiuot. ..''}. Alius papa cum 
m1i Id maUs stetis^et tennioiii. Non obstanter propter sedi- 
ÖHOB Bomanonint «emiMT erant In angustiis, prout in mense 
JaSo*) II cardinales creavit. Uiis vero («rminis quidam 
iMlewkns*), consangwineus Inaocencii papc haue scdicioncm 



«i « Mr Oi h I»* — bt •*, — «) frui, — ill In 4*r n*. siiiii |.urfurL 

9m 0. firiv 1M>] Üb. n »-13 ä 129 (T. Orvsorovivs, Gesch. der Stult 

'k ^m tkmbtAif. den er hett» von dem Meine''- Kfinigahoftn. 
». «H. BonUtÜuB eurb um I. Oktober 1401. — >) Vgl. 
& SC~ — *t OcwiiB« tlr( TUlgliorul mr Kardinal vou Santa Orooe. 
f*o B«*mu iiml Bischof «do BcioffaM, — *) An 12. Juni. 
C 540- ~ La<io«iro Mtglionli. 



106 Fester. 

et contraccioaes , quas eciam aliqui de poteDtioribus contiDue 
contra papam fecerunt et cardinales etc., tarnen Tehemeoter 
adveniens ad obviandum futura pericula pape ipse Lndvicus 
12 potenciores Romanos per pecias in Tyberim mactatos pro- 
iecit'). Et propterea papa se timens, fugiens cum cardiDali- 
bus suis ac aliis in Viterbum advenit. 

Hex Ladifilanus Nepolitauus') cum plurimis gentibus cum 
potencia satis magna ad urbem Romanam veniens in boc di- 
sturbio inter partes procerum') urbis Komane. Quis autem 
ititromiserit ipsum cum gentibus, non constat. Romani in- 
telligentes hec obvia, ei sibi regi dederunt in ramis ^uctuom 
de arboribus. Ipse se ipsum in multis locis ad parietes «t 
ad vestimenta sua sie se scripsit: „aut Cesar aut nichil". £t 
sie ad aliquot dies in urbe manens, postea ad regnum suam 
declinans '). 

Deinde Romani ad papam Innocencium solempnes sttos 
ambasiatores ad Viterbum miserunt magnis partibus [63 b] in- 
stantes, quatenus sanctitas sua ad Romam dignaretur redire. 
Ipsi Romani oranes se sibi subjugare vellent et obedire ia 
Omnibus possessionibus cum eifectu. In hiis papa ipsis con- 
descendit et a Viterbio versus Romam se cum curia sua de- 
clioavit Romani obviam pape dederunt per magnam distan- 
ciam loci ab urbe ipsius, flexis genibus deprecandi, quod 
Omnibus Romanis partem'') dignaretur. Hec faciens papa et 
cum ipsis Romanis honorifice urbem ingrediebatur *) et depost 
ipsum papam cum magna reverencia habebant usque ad dyem 
obitus sui. Obiit autem ipse dominus Innocencius VI. papa 
niense Novembris^} anno domini 1406, qui sedit in papatu 2 
annos, 18 dies, qui tempore vite sue erga pauperes mitis, io 
graciis partialiter, pauperibus alias verax, justus, probus, fau- 
milis et misericors, cuius anima cum angelis exultet in secula 
seculorum. 

ft) Id dar Hk. iteht «luilo» prog#nor«. — b) ilo. paceml 

'} Vgl. Königshofen (Städtechroniken 9,607): „tlo ving sü dirre Lnde- 
vig und erstach sü und zerhackete sü z& kleinen stücken". Der 12. kam 
mit dem Leben davon. Vgl. Niem II 36. S. 95. — ^) Ladislaus v. Neapel 
— *] Die Einnahme Roms durch König Iddislaus geschah im April 1106. 
Gregorovius 6, 579—583. Vgl. ebenda 582 über den Wahlspruch des 
Königs. — *) Am 13. März 1406. Gregorovius 6, 567 ff. — *) 6. No- 
yember. 



siecht. 



107 



bommus Angelas') cardinalis tituli ^ancti Marci patriarrha 

i.«tfUiitiitu|iolitaiius, prol)U8, jtiätus. huiiiilis. coiiscii-ucioätLs 

■ pA|uun cloctus post obitum Innocencii pracfati sub Anno 

1406 In niense [>pceiubri*) in uibc Koaianu. llic 

iuä XII uppellalUB. idBtii duuinus Gi'c;^uriub iiiiie 8ui 

lanem com nmaibus rardimilibus ile cnllcgio Romano 

xtnDt uimntmiter atl sancta dei ewangclia corain noCaiiis 

iQS et U>ätil)U». qikmI quicunque inter ipsos in papaiii uli- 

, quotl itleiQ cum eftectii inslare pro provinciis gaiicte 

ec4:le&itt pertitieiitihus non ceäsarel, eciam iu casu, si 

contingeret, ipsum cedcndum de papntu ea de utusa, 

non facerei cxecucioiiem et piosequcretui'. I'rout in- 

fti ni c B t n m super buiasinodj juranienta facta nb ipsis eU>c- 

tnftu affinnatum erat, hoc ideiii iiistruiiientum juramoiuoniin 

|>r wÜTerauni orbeni christianitatis cpiscopi.«, praelatis, spiri- 

nalüms et aecolarilus priucipibus fucraut publicata et desüanla. 

Uunen, ijua de Ciiasa idem duminus Ga"^oriu8 piipa 

10 non satt» ri-putabaiur fecisse, prout iu universo 

cciminanis fama pullulubat. Hoc idem ßcncdictus, papa 

Aviooeofii, cum collegio suo uDanimiter juiaveruiu jnaecise 

cm approbactODc instrumeiiti, prout praetactiim est. Al- 

Umen Grcgorim a tempore eleccionis sue usque ad vigtttam 

inti Lanrendi '] Rome sedem auam tenoit et in eadem vi- 

(ä« h«ali LaurtiDcii ab urbe versus ßiterbü^) se cum cardi- 

■ififaiis ac mliia i^uis curiiä applicavit. 

UmHlictuB Tero circa Michatiel*] ad civitatem SaoDaiii 
moximo statu advenieas prosperc Ibidem Gregorius 
>-'f^ qualitcr sü iid eundem locum ndirc cxcasavit. timcns 
tiencljturi propter quoniiidani ^uguatiouem avizamen- 



yoU. qood papa Benedictiis pluribuü anuis pallanum Avio- 
enolra Avionenscji vliiliter obtitmil, licet cottidie Avio- 
Ms»-« ante palacium jacuerunt cum sagiltis et aliis offea- 
•«11« i-t ili-rrnsorÜH. Et ernnt in palacio personc 210 [64] 
4 ropttt vifttialium in vino et [»ane. 

Tuiit«m Beoedicius cum uno t:iroen de suis cardinalii>u3 

• hmfäa Corrar kos Votaliir- — *) Am W. November. — ') In 
««ilutv bd Nie« ni S K. 3011—309. - 'i 9. Augntt. ~ >) VHerba. 
- "^ »■ ScptcarMr. — '( Ssiun». VyL Nieui Ol 13 8. KIT. Gregorono» 
♦ W4.»7. 



108 Fester. 

ab eadem civitate SaoDa*) versus ciiriam Ävianensem se trans- 
tulit et fugit. Gregorius autem in Senis '} adventt, ibidem 
pluribus diebus moram habuit. Et sie erat divisio inter Gre- 
gorium et Benedictum, qui ambo demanerunt'') in jurameoto 
ipBonim, prout dicebatur. Videntes bec cardioales Gregorii a 
dicta civitate a Gregorio ad civitatem Libium^) se mutaverunt, 
sitam prope Pfsanam, circa festum beati Johannis baptiste. 
Anno domini 1408 demum cardioales Gregorii, similiter car 
dinales Benedict! in civitatem Pjsanam insimul convenientee, 
et Gregorius se mutavit ad Luckam. Post hoc Gregorius 
iterum a Luek(a) versus Senis ^). 

Hec oronia et singula ex utraque parte cardinales intelli- 
gentes ambos, videlicet dominum Gregorium et dominum Bene- 
dictum, ad coTtcordiam et ad unionem non velle conscendere, 
ipsi omnes obediencias ipsis subtraxerunt ob honorem univer- 
salis ecciesie sancte et scisma sedando. Sic Gregorius cardi- 
nales suos citavit et monuit. Ipsi non comparuerunt. Gre- 
gorius eos omnes excoramunicavit. Ipsi non advertentes, nam 
ipsum dixerunt fore jierjurum et impeditorem sedis sancte 
apoatolice unionem''). 

Similia peracta erant eciam hinc inde per Benedictum 
versus cardinales suos, sed non nisi semper impetuose silri 
respondentes in nulle quovismodo obedire, nisi veniret ad ea, 
quae juraverit. faceret. Et eorum duo cardinales de collegio 
Romano, videlicet dominus cardinalis de Florencia*) et cardi- 
nalis Leodiensis') Pis(is) obierunt, et plures dicunt, quod si 
supervixissent, ipsi duo, per brave tempus per sapienciam 
eorundem fuisset utique facta unio et pax in ecclesia dei. 

Congregacio cardinalium omnium. 

Omnes cardinales gratia dei in civitate Pysana concordaüf 
tarn pars Roraanorum quam Avionensis, convocati per totam 
christianitatem omnes praelatos, Hteratos et alios ad generale 
concilium celebrandum in praedicta civitate Pysana, quod et 



b) SoaD». — b) sie. 

') Siena. — ^ Livomo. — ■) Am 14. Juli 1408. GregoroTiuB 6, 589. 
— *) ABgeluB Acciajoli, Bischof von Ostia, von 1383—86 Bischof nm 
Florenz, Kardinal tit 8. Laurentü. — ^) Aegidius, Johannes, Probst m 
Lüttich, Kardinaldiakon tit SS. Cosmae et Damiani. 



BeiBbold Siecht. 



109 



NaiH collcgos ah utraque parte in fUvcrsas imuihU 
)t eoruiQ cardiDAlium hinc inde ad cüncilium 
loiicadiuii, vi siuQaater doniiauä cardiunlis Uarensis satis houo- 
i^ttiter fitit (icHtinatu^ ad prinriprs Reni clectores impüini, 
i» 9aU:j pericalüse ad Franckrurdiam '). £t dominus rex 
I» et a]ii principe^ electoi-cä et de tota Älarnauiu ut de 
imnis locis Alujanie plures pnielaii et uiagnus clcrus ibidem 
famlatos. Kl doiiiitius cardiiialis ß.irt!iisis hnhuit qurndam 
iin, sacrü pa^iue magistruD). cullaciouetn satis sub- 
(«deoleui'K concludens, quod clerus totuä per univci-yiuni 
circuliun suos iiteratissimoä ad conciliuni Pisaniim trans- 
non DCgl^eret ad tractanduoi ibidem de ounconlia et 
tntoDe sana« univerüalis tnalrls coelesic. 

Piuct hec adveiiit ibidt'm aliu» cardinnlis ex parte domitii 
'-~^frii nuiiiluc Aiilbonius, Qovit«r in cardinalein per Ipsutu 
'19, cuins quidaji doctor [64b.] sacrc tiieologic') ecjaiii 
innem tecvTüf^ sed paud attetidentes. Sntn <|tiasi üiiines 
-.'' crant ad verbu Barensis praeter rex et Tievercn-sis 
_ . '. simititer Spyrcnsii, Worniaciensis et Verden s is. qui 
cartiiaati Urpgorii reverencias iotinitns exhibuenint. 
tdnn cardinati.-^ .\nt)ionius qnasi infectn ncfiocio in 
Brrdelb«rg «ccessit. Ibidem in expensis rcgis apud minores 
^'in*i Cnlxu uieriHibus cotn 70 equis reverenter stetit. Post 
hri j'l suuni tiregorium revertebatur taliter quatiter gravibus 
«ani]itiA. 

Hrm Bsrcnsis cum maxhrio tnnore versus partes Holienne 

j Wenuislauiii et deiade versus Wiennam venit, consc- 

, , ;,,. .- r- vpr^ii^ in Pysiinani. Ali! cardlnales. qui «iam missi 

iul aü ;'li' re^na mundi, rei^ersi fuerant in civilatem Py- 

Quilibct relacionem propostiit, prent expeditus fncrat. 

Uim ordtnaverunt se iid tractanduni de coucordia et ad 

convocarionem intinili archtepiscopi, abbates et praehili 

plnr«8 adveneruot 



*) T^ flWr den Fnuikfiirter Tif[ ohro 8. 99 utul Th- de Xkin. 

<^BUe in 39 Am«. \oo Erlcr i^. ;2!)8 ff. — >) Kabertu» de Kroiaol«, 

.rUrea dorwr ood AiWoInt ilc'fl apostolisi'lieD Konsästoriiims. Auch 

I Sntmektf. VtMmtm Mesräm, «nr in I.iin(la)ft OHolg«, der in Frank- 

äacht tAebA Kolwn oad Vvln zu renraclMeln. Vgl. RTA. 

tu. 981. liUt. - >) Über Ju Gefolg« AlUM von Porto ist 

Mchs brkaasL 



HO 



Fesur. 



* 



Rupertus ßuinanorum rcx eciani suos solempnes amt 
torea et nuncios ncl condlium Pysnnum cum pluribus 
ipsisque doiuinis cardinalibus supplicavit, quod conciiium 
tcmpus breve hflbcrent pro suspenso, ipse totis conntihus 
viribus cum effp'Ctu laborare') tempore itiedio vcllet pro unia 
sancte matris ecctosie. AmbAsiatores responsnm habuerii 
a cardinalibus, quod non dcceret nee liceret. tot episcoiwsi 
praelatos aUosque inOnitos ita stare in cou.suuiptis pccuuiarua 
gratis, quin yino velleut procedere in factis. Kt sie amhasii 
Inres regia praedicli appetlacionem firmaverunt contra con( 
lium et Cardinales, quod sine amscnsu et voluntate regis m 
leuus fieri deberet conciiium generale. Hanc apirellacioneii 
in ciritate Pysaoa in niuEtarum ecciesiarum valuis afäxerui 

Deindc statim clerus incepit tractare pluribus diebus 
citationibus tiendis, et tandßm citaverunt Bcnediclum et 
gorium, qui vocati tribus vicibus erant processionatim, proi 
htm solet:. Ipsi autem non cotnparueruoL et proclaraatl fac 
runt contumaces et publicati et tani cito privat!, deposili 
degmduti a digiiitatibus eorum, a papatu et publice pro( 
mati pro berclicis et scismatibus sancte fidei et jurauientorua 
eoruin violatores et totiu» dirlstianitatis defraudatores. 
äc erant piivati hoc tiiudo ')■ 

Postea totum conciliuni, ip^is duobus Gregorio et Bene- 
dicto sie privatis, conciiium recognoscentes vacare sancum 
sedeni apostolicnj« et collegium cardinnliuni utriusque'") par- 
ciutn conclave intraveruut, quorum cardinaüum fucrunt 24 et 
ibi in coiiclave per 12 dies claupl erant. Tandem concorditer 
dominum Tetrum de Candia, cardinalcin, archiepiscopum Me- 
diolanonsem, in papam die beatnrum .lohannis et Pauli mar- 
tirum apostoloruni*^ elegerunt sub anno domini 1409, «t 
Alexander quintus vocatus et nominatus. Olim frater Tnit 
minor et satis solcnipnis [65] magister »acre scripture, justus, 
probu:; et virtuosus. Coronatuü in mense Julii anno pretacto. 
Gregorius a civitate Rymel ^ transtulit versus civitatem 
Au^tria*) nuncupatam, sitani in putnarchatu Foro-Julii. Et 
ibi eciam OreguHus intimavit conciiium^ ad quod tarnen panri 

■) latiafa^ — ti) Btrii|Ci>. 

■) An 6. Jnni 1409. Qregomvius &, 5192. — ') 2U. Juoj. Vgl. StAdte- 
dirOD. 9, OlS Anm 1- Die KrOuaiig fimil titatL am 7. Juli. — "i Bimiiii. 
— *) aridale. l>!r Littcnitur über dieses Koniil HTA. 6, 341. 



Bdabold Siecht. 



111 



lenervnt i.ractt-r qnmi legacio domini Ruperti UomHiioruin 
itgis. qui venerum prope ad locum, sed jiropler iniuiicicias 
»1 dommuni Grejforiuiu venire uüd poterAtit, quia dominus 
tiRgonoit a loco com nm^-nis angustiis solus cum unico fa- 
onilo Tix a manitms iDimioorum evasit. Venitquc ad mare in 
RMUinin periculo ad quandam civitatem satis forteiii domini 
rqeia Ijulislai de Neapnh, quae vücatur (laveta') et syta in 
porU mari*^, ibiqoe per plura teinpora curiam suam satis 
koBorilice tenulL Rox NeopoUtanoa Gre^orium contra Jo- 
baooem papani teauit tarn diu, quousque idem res cum papa 
Jnh&oni nxonciliatus fuit. £t depost ydem reu. juste ferit in 
tircgorio et ipsum Gregorium liberalilcr sine impedinientü 
fenpanCTc dlmisit. 

Noa loDgc post Alexander papa. ndrcrsarius suus. feliciUr 
fbÜt anno dommi 1410 in meüne Maij'), qui tautuui re^navit 
in ps|iBtii per 9 menses. Rex vero Ruportus, ut supra scrip- 
tam estt moricbatur in Oppenlieini meiisc eciam Maij eodem 
Mapore*)- £t iu ista dun capita uno mcnsc codcni anno 
«WnnDt- Et sie Gregorius potestatem suam eciam per obitum 
flCgi» pro Diuiore parte aniisit, et si rex supenixisset, Gre- 
(vrint loUD) AlAinnniaiu in suam obcdicncinni obtinuisset, 
yrattt itraesomebatur per regeni. Gonsiderandum , quod ante 
«oftdlimu Brssnuin duo capita ecclesiastica fuerant, et spera- 
IsfliBS, habcri unum cnpud. Modo habcmus tre.s papas, quem 
«ROI «11 onmipiitfDS dfus in hrevitate velit üidiuare ad unio- 
•lai et proficuitatem unionüi sanctc inairis ecclcsie. 

Balthasar, cardinalis ßononiensis, nacionis NcopoHtane') 
■ locum domini Alf&ondii pape Bononie coucordJtcr electus 
n BttiKnpatu» Johannes XXII I. Hie antcqunm papatum ad- 
■wif**^. ftreooas, nudnx, dives et viriüs exiiitcns. tlic Bo- 
MMflensegi) compulsit ail omnem libertatem restitueudam ecclesie 
fMMte. Daui virilitcr instetit pro libertatibus i^cclesie. Ipse 
•dun ante condliuiu Pysnnoruni in concilio omnibus cardinali- 
M» wh olnque parte colIegCatis) infinitain mutavit substan- 
iMi ac eciam ipsia dedit, et &i ipse non fecisset, inagnuu) 
lAbokueDl defectum, quod tarn diu non ]>otuisseDt in concilio 
fcuUto peneverowc Ea de causa po^t obitum Alexandri 
in pftpuD elegenmt 



tlMtt. — ■} An S. Ual. - >1 Vgl. obea S. 101. 



112 Fester. 

Tempore sue cardinalatus Bononiensis maximas habuit ex- 
pensas cum stipendariis ad compellandum Bononieases ad io- 
gum ecciesie. Semel autem communitas cum potentibiu pro- 
ponehat ipsum in nocte invadere et ipsum interfecisse, sed 
avizatus silult et potenciores, quo3 habere potuit, decollavit '). 
Et sie perteri'iti ita, quod inpostenim numquam praesumebant 
contra ipsum quidquam attemptare. 

Idem Johannes electus sub anno domini 1410 in mense 
Maij- Ipse coronam Bononie recepit in die beati Urbani, 
quae fuit 25. die meusis Maij. Ipseque dominus Johannes [65b] 
papa per plura tempora Bononie curiam suam habuit et tenoit 
Et postquam intellexit, Gregorium tarn prope appropinquasse 
Romam, timens, quod Romani ipsum Gregorium ad urbem vo- 
carent cum curla sua, propterea Johannes papa se cum curia 
sua versus Komam vertebat, et si tardasset, aliquamdiu Bo- 
niani intromisissent regem Latislaum cum Gregorio. 

Rex Neapolitanus contra Johannem XXIU papam horrihi- 
liter se opposuit et in experigentia ostendebat. Kam terram 
urbis Roroaniam devastavit et fecit pape et Romanis tantas 
occupaciones et vexaciones, quod nichil interdum poterant ha- 
bere de nutrimcntis. Nam omnes passi maris fuerunt con- 
stricti, ita quod vina et plada ipsis pape et Romanis p«^ 
maxime rata- Nam una roy frumenti vendebatur prius per 
10 ducatos, depost in breve per 15 ve! 16 vel ultro per 17 
ducatos, ita quod bomines paciebantur penuriam maximam in 
ista caristia. Omnipotens deus illam avertebat caristiam per 
pacem factam inter regem Latislaum et Romanis") ac papam 
Johannem, et statim tota habundancia atfluebat per mare de 
vino et pladis, ita quod ray frumenti emebatur per 3 ducatos. 
Et sie rex Latislaus papam et Romanos urgebat ad nutum 
suum. Hec reconciliacio inter eos facta fuit anno domini 1413 
circa nativitatem beate virginis Marie*}. 

Gregorius non multum contentus de tali reconciliacione, 
timens fraudes, se a cyvitate Gayatensi super mare cum dua- 
bus galeis et tribus barckis transfretans ad Rymelum^) ad 
dominum de Maletesta. Ibique statuni suum satis honorifice 



a) lic. 

') Vgl. Königshofen. Städtechron. 9, 616 fg. — ») & Sept Nach Gre- 
gorovius 6, 608 wurde der im Juni in Neapel geachloseene Frieden am 
19. Okt. in Rom ausgerufen. — ') Rimini. 



Rclabold Siecht 



113 



(iomino Karolo ile MaletPsU. Ibidem altquos car- 

ivit et sc devotissiuie tcnuil et liabuit. 

Jahannee papa stctit per aonum post reconcüiacionpm regia 

Lttialav in urbe et in inense Majj in anno domiui 1413 se 

&b orbo alicnavit latenter. Et ipsc et cardinalcs trnctnnt«» 

ile CDocilio generali advocentlo. Aliqni (.■ciam cardinales niissi 

trutt ad fPtrna diver&a de mandato pape Johannis, sed nicliil 

infeccmnt et sie Etcterant, donec ad fiiiem eius . . .") et quid- 

^äd ODUS vüluil liaberu pro |»ecuiiiis, totum ipse signavit, et 

qii majorem sumniam dedil, ille obtiouit clausulam anteferri, 

,cit ad infcroam tinis propinquabat, at inferius patebit. 

Item rex Keopolitanus pracfatus eodcm amio 13 ^upradicto 

VtU inensis JuqÜ potentior quam prius urbem Rotnanani in- 

Invlt, intfnriuue papam .lohannom cum omnihus cardioalibus 

was tt cnnisanis invaäisse et spoliassc. Sed papa vix ad 9 

Iffu Mite praodTJt, cum cardinalibus et ctirtisanis vix evasit 

•4 ciTüatem Vitcrbii. Sed ptures in itioere existentes reperti 

ftt r«feni ei »uoa capti. spoliati fuerunt, et notautcr uirdinalis 

I, HennanDUR Twerg') procurator Tevsensis etc.'') Rex 

it ad urbem. Domos cariinalium, cortizanorum intraverunt 

lotum per epoliniu levarant et sackmam fccerunt elc. ') 

idcni rex Vyterbii civitatem cum potencla obtinuit, et 

cardinalis [66] do Calumpna captus et quam plures 

iSb ottbtles Tili. Johannes evasit papa etc. 



De venlo vaUifo et de aqua magna in Bruchsal. 

Aaso dumiiii 14U2 ipsa itie beati JobuDois baptiste circa 
ccnipletorii fuit ventus ita maguus et validus, quod 
Baum« arbor<>«i et Diultequc dümus*^) fundilus eversi fuerunt 
pm ftnivan et horre(e) iu locis divcrsis. Postca vero circa fc- 
«■n aaaiuupciouift Marie *} in opido Bruchsal venit una aqua 
« obniplo vt quam plure» domus'^), bumiues et Itorree in 
Itaurliia enauruut, submcrsernnt et deplnoavit et fccit damp* 

& owJÜniatD. 

Eodem anfio ucondo pracnotato dux Mcdiolanus dccessit 



•-. r 



AMwwIMw. - k) 8d Itari Sdwlla attk mimm TmttlmOm lUr 8t*U*. 



') V(L iBica 8. las. - >> EAaipfaofea (Stithcclunmik«) ^ 616): 
HMm Mgaiaa'. OwgO f ortog 6, cm erinnori ao deo saeca dl 
•M HUT. — ^ IS. Aiwnsl. Vgl- oben S. 97. 
.£BML«.afcwTk. v.r. IX. 1. 8 



U4 Fester. I 

in pestilencia ipsa die beati Egidii *)) qui suo tempore po- ■ 
teacior fuit totius christianitatis. Nam multa mirabilia ante 
mortem perpetravit, et Bononienses suspiciebantur per tradi- ' 
menta etc. '- 

Item anno domini 1400^ cirra festum Michafaelis dm : 
Aurelianensis dominium scu comitatum Luczelburgensem ad : 
suas nianus recepit. Et tunc plures domini de Almania ad 
ipsum confluxeruDt, et specialiter dux Luttringie, marchio de 
Baden et alii quam plures comites, et reversus ipse dux ad 
Franciam circa Nicolai episcopi') festum. 

Item anno domini U03 circa Micbahelis quasi nulluni fiiit 
vinum in tota Alsacia ac eciam in multis aliis regionibus AI- 
manie, Keni et Swevie. Et eodem anno deus habundanciaa 
vini dedit, ita quod mensura dabatur pro 1 denario de opüiM 
in Älsacia. 

Item eodem anno, Bcilicet 3, dominus rex Rupertus domino 
de Wirtenberg, episcopo Argentiuensi, et domino Bernhard», 
marcbioni de Baden, maxime contrarius erat dominando ii 
territoriis eorundem. Tandem marchioni territorium sDim 
devastavit in tantum, qaod se dedit ad gratiam regia. Et. 
bec causa fuit: nam voluit ducem Aurelianensem contra regem 
in terram suam misisse et introduxisse , si non praeventnoi 
fuisset *). 

Anno domini 1404 post Epiphanyam domini in moctanis 
fuit ita magna nix, sicut umquam prius visa vel auditum foit 
in nigra Silva vel eciam in montibus Lampartiae, et proptere» 
in mense Julü eo anno Renus fuit tarn magnus et grandis, 
sicut in centura annis umquam Visum vel auditum fuit vel 
erat dampnum inauditura in civitatibus, villis, pratis Renensi- 
bus, ac partem pontia Argentinensis rumpebat. Et econtra 
in mense Decembrt fuit Renus tam modicus et parvus, sicot 
eciam in multis retroactis temporibus umquam reputabatur ab 
aiitiquissimiä hominibus Reni, et in mulMs ac diversis passi- 
bus, ubi nuraquam visum erat, homines ultra Renum equi- 
taverunt. 



') 1. Sept. Vgl. oben S. 97. — ') 1402. Vgl. die Einleitung. Über 
die ZusammenkuDfl Ludwigs von Orleans mit Herzog Karl und Markgraf 
Bernhard vgl. liünftig Fester, Regesten der Markgrafen von Baden za 1402 
November 7. — >) 6. Dezember. — •) Vgl. künftig Fester, Rt^iesten zu 
140S April 1 bis 7. 



Reinhoia Sl«l)t. 



11& 



De rege Ungarie ot Bonifacio papa. 

lern Anno, scilicet 3 dominu« SygJämundus, rex 

ituiD sciipsit cnrdinalibus io Kouiana curia noam 

St contiiiacrebatur sc niaxime de papa Bonifacio» 

>ii dedil coiisilia et adiatoriu Lati.<ilao, duci iMedio- 

lud eum cottaretur di-peilcru a suo r^uo Ungarie 

psmuDdus rex fdictuui in rvgnn »ao omnibus per- 

ilaribus per imiversuDi [6tii)] i'ecit, quod de cetero 

aliquiä de regno suo quispiam se ad Romanam 

iferrct ncc traiisJret Um diu, doiioc papa sibi dauip- 

len^as refunderel^ quaa ea de causa liabuisset. Hcc 

le fait coropilata*). Eodem anno et in tncnse JuliJ 

|iiu3 copia fuit dirccta domino Hnperto regi Ro- 

iovit«r decto. Eodemque anno Weuczialaus, olini 

loruin , dcälitutus , contra Jodocum , niarchionum 

Itigarit et euin d^pellerc, quaiuvis jiatruus fuJt, prout 

de ipso laclum est. 

{<ae tnuo exall&tionis sancte crucis*) comites, ba- 

ite& ac oobilcs cum duobus aiillibus et ducentis lan- 

|iii faabueruQt deceiu mille t^quos et regnavcrunt ante 

pi HetcDseni cum polcntia. Capitaiiei fueruut liü treä, 

M PhyU|)pus de Naszsauwe. dominus de Rolchen^) et 

'len*). Civitatcnses praetacti Ipsis domiois paci- 

EüuUtiu comititus et dominis triginta luilia florenorum^) 
boc penaioncm aiinuam eis dedcrunt, ita quod ipsi 
i fueruut recedere coacti 
m eodeiu aouo nebule tarn grande eraut a tempore 
IflHtie iiutalta domini, quod raro videbatur sot ncc luna 
^Kec stelle istis teiuporibus vise prae nebuüs eraut. 
^■o nodtcum crevit de vino. Hoc fecit pluvia et iu 
^Bul pluvia totum dcslruxit. 

tletn anno praewripto 4 fuit torneamenUim raaximum 
^ie doroinlca pojtt festuin Uiclialielis''). Ibique fuerunt 
tli regl» Kuperti et 12 nobilistc de Arßenlins, percussi 



Pttobam. aicbt in Ofen. AscbbAch I, ISO. 21S. — >> 14. Sep- 
HctE oiul Saarloois. — *) JohsniL Caimcl, Hi- 
a (1746), 513 verlest dl<se Fehde in das Jahr I4<M. 
~ira.O. *tm nur tou 18 000 GutJea. — ■) 6. Oktober. 

8« 



116 Fester. 

fuerunt de eisdem Burcbardus de Mulnheim alias de Rech- 
berg, miles, et Ulricua de Endingen, milea. 

Eodem anno circa nativitatis Marie f^tum*) dominus Al- 
bertus dux AuBtrie obiit, et sui Australes soccuboerunt per 
Bohemos et üngaros in bello et multi interempti fuemnt de 
Australibus. 

Eciam eodem anoo in vigilia omntum sanctonun qoatuor 
mstici de villa una extra civitatem Argentinensem traxenint 
nnum plaustrum vini in curro uno in civitatem Argentinensem 
ad forum vini, quod cum mnltum absurdum fuit dicere et au- 
dire, sed factum fuit. Attamen via eo tempore non erat lu- 
tosa et bona fuerat via, quod plus quam 2 mensibus cum 
dimidio numquam pluvia visa erat, sed aridum fuit. 

Item anno domini 1405 ante Valentini dominus Wilhelmos 
de Diest, episcopus Argentinensis, opidum Zabem in Elsess 
et Molnsheim') dedit ad manus domini regis, non vocatis 
canonicis, deinde dedit Offenburg et Gengenbach eciam ad 
manus regis Ruperti. Ipsi de Obernkirch noluerunt facere et 
renuerunt. 

Item eodem anno fuit ita magna caristia in Alsacia Phi- 
lippi et Jacobi"), quod multi homines in 14 diebus numquam 
panis boluB gustarunt. Siliginis quartum Argentinense solve- 
bat 12, 13 vel 14 sb. den. Argentinensium. 

In sequenti [67] anno treuga et pax fuit facta inter epis- 
copum et civitatem Argentinensem*) et capitulum et totum 
concordatum. 

Item eodem anno XIV. die mensis Marcii ignis surrexit in 
Bern in Üchtlaot, et combuste fuerunt mille domus et horree 
et loca huiusmodi, multique utriusque sexus per ignem perie- 
bantur. Vix tercia pars opidi seu civitatis mansit inviolata, 
alie due partes simpliciter et integre combuste erant. Eciam 
Renus fuit in mense Junii eodem anno tam magnus, quod do- 
mum in ponte Reni Argentine duxit integre ad pratum seu 
ouwam nuncupatum „Rieprechtzauwe*'^). Ibi dilaniata erat per 
aquam. 

Item rex Anglie cum gentibus armatorum contra regem 

1) 8. September. Albrecht Btsrb am 14. September in Elostemen- 
burg. — ') Molaheim. — *) 1. Mai. — *) Am 26. Mai 1406. Strobel, 
Gesch. des Ebasees S, 77. — >} Ruprechtsaa. 



RcinlioU Siecht 



117 



iYancie et coatia coinilem saocti Pauli*), qui dedit fugam de 
lenüfaiu suis ultra uiar« Augliconiin usque ad ■ . .') vel circa 
adreDiC Populns regiB Francie videlicet multi l)aroDCS ßt comi- 
lis com (DDuraerabilibuH gentibus armatorum ipsüs bellando 
ionuniut, taiuen Aoglici prativalueruut. Plures iiiiliUä, comi- 
lo, baroD^s et nobiles Fraiicigenorum, plus quam ducenti capti 
fiwruDt. Actom anno, nieuse, die, quo supra, videlicel auno 
quatoV 

Iben eodem anno, videlicet quinto, Fridericus, dux Austrie, 
a Yibruck morans cum potentia magiiH voluit obstider« opi- 
4ai saoctj Galli et Appenzeller iu valle ibidem dictos. Ipsi 
Orptoogijsen'') rustici reüisLcotes cum lapidibu», sagiUta acalüs 
4(feftrioiübu8. plas quam quiugenti de fnmuUs domini ducia 
iatervnpli faeruut per eos, ioter quos tarnen fuerunt vix 25 

»aotnlcs. Actum io men&e Juuü'). 
\ Item eodem anoo praedicto rnrnsls Julii circa Udalrici*) 
ftodd ctun potfiucia civitalem Vcronanensem , id est Bern, 
Bfctume»uit coDtra dominum Puduanuin sibiquc majjuum damp- 
un et nuLzimum fecerunt. 

TuDc tum]>ori9 fiiit niagister Matlieus Wormaciensis epis- 
opos rriQtinimtus per Innoccntium srptimum papam. 

Eodem anno ante festum Mnrie Magdalene^} rcx Rupertus 
«dictum fecit cootra Ma;;uutiueaseru, Wormacieuseui, Spyren- 
iraiet Argentinenseni civitatea, quod nullus villanorum deberet 
pbdom ipsiä iotro^lucere. 

Eo tempore circa festum assumpeionts ßloriose virgiuia 
Marie') faemnt coDfn*egati plures principes et domini et civi- 
lUettea in A»per({, videlicct Jobannes un^biepiscopus >[oguu- 
l| tfemiis, dominus inarcbio de Baden, dominus Ehcrbardus de 



•f miwiilliiln A)>br«*feaw nr "-*-^'™. Odafaf — b) «le. tl«b«r »te VwMbM im 
•M HkU (MclitlitMn hMSa, liMt tieb J*4o«h Ktcbl ■mlw. 



Aauw Ton Brabant, Graf lon Saint-Pg), t ^ Ariocoart? — 
Aee frwufltiacli - englischen Kriec im Jahre 1406 Tgl. H. Kfartin, 
da France 4 Aufl. b, 47&. — *) O«meiot iit die 8chUcht am 
17. Jmi 1400. VgL Dioraoer, Gwoh. der Schwels. EldRvaob- 
iMtkift 1, 407 ff. a. Arah- for Schweiz. Gesch. ]9, 1 %. be>. 17 Ober dia 
iM dv OdtUmiD. — *) 4. Juli. Veroaa «rgab tich. f ou Francsco da 
(krnrs. iem Item nao Padiii, utrgcgcbeo am 32. Joal lUifi an Vi-nedig. 
), Qtath. der tUl. SlaaUtit 3. 11.1 fg. — *> 22 Juli. — *) 16 August. 
M büAii FMtcr. Blgaitin la I40& uin Augoit 10 uiid UTA. 5, 740 
All. i ühgr dea Ta« aa Asbei^. 



118 Fester. 

Wirtenberg et ambasiatores Ärgentinenses, et postea iterum 
coDgregati in Marcbach. Ibi concluserunt praetacti domini 
ligam ad quinque annum'). 

Item anno domini U06 dominus res Rupertus cum domino 
Lotringie duce, lantgravio de Hassia et cum multis comitibos, 
baronibus et eciam civitatensibus imperialibus plus quam cen- 
tum mille equis in civitatem Maguntinam venit') in die Epi- 
phanya domini. Eodem quoque die pro paite alia venerunt 
domini, videlicet dominus archiepiscopus Maguntinensis, dominus 
marchio de Baden et dominus de Wirteoberg cum quibusdam 
civitatensibus Swevie et ceteri, qui cum eisdem erant in liga, 
cum octogentis equis ad placitandum. Ibidem fuit eciam do- 
minus Coloniensis archiepiscopus, qui [67 b] mediator fuit 
inter regem et suis adversariis iam tactis*). Et placitarunt 
ibi, postea in Spyra circa dominicam Cantate*), postea circa 
festum Petri et Pauli*) apostolorum in Andernach semper eo- 
dem anno. Quomodo uniti fuerant, nescitur modo. 

Item eodem anno praetacto in Ytalia Venici civitatem Pa- 
duanam cum Castro obtinuerunt, ceperunt dominum Paduanum 
cum duobus filiis^) et duxerunt eos ad Yenecias ibique eos 
necaverunt, ut in futurum securi ab ipsis essent. Et ante 
civitatem Paduanam plus quam ad annum jacuerunt cum po- 
tencia, donec venerunt intus et possiderunt eandem, quam 
adhuc habent in potestatem Venetorum. 

Oe marchione de Baden. 
Item nota: dominus marchio de Baden Bernhardus, licet 
plures habuerit filias cum uxore sua de Öttingen orta, tarnen 
Qumquam filium habuit nisi primogenitum, Jacobum nomine, 
qui in anno domini 1407 XV. die mensis Marcii natus fuit et 
baptizatus XVIII. mensis praedicti. Sex Ipsum levaverunt de 
fönte sacro, videlicet dominus abbas de Mulnbrun*), dominus 
abbas de Albe'), dominus abbas de Gotzaw^), praepnsitus de 



') Der Marbacher Band vom 14. September 1405. — *) Vgl. den 
Bericht der Strassburger Gesandten vom 9. Januar 1406. ETA. 6, 36. 
— ') 9. Mai. Über den Yermittlungstag zu Speier-Heidelberg s. BTA. 
6, 69. — *) 29, Jani. Vgl. künftig Fester, Regesten zu diesem Tage q. 
ETA. 6, 73. 88 Anm. I. 90 No. 56. — *) Francesco und Giacomo. Die 
Hinrichtung des alten Francesco fand statt am 17. Januar 1406. Leo a, 
a. 0. S, 115. — *) Maulbronn. — ') Herrenalb. ~ ") Gottesau. 



BdDboM Siecht. 



119 



!*), dominus Jobauncs <le Eftgcneck, miles. mngistei- curie 
oiATcbiotu«. Et uxor Thcoderici Kotier sola levavit infautem, 
praScU a^tilcruQt. 

Eodeni anno 7 babunilanoia copiosa crcvit de piftdis et 
il, qaaro in plurihus annis um()uani visotn fuerat. ModiuB 
Agtnb 5 sh. den., iiiensura vini per 2 den. Et eciam eo nnuo 
andiqaa erant ae pcstilencia generalis pcv Almaniain 
usque Martini Tesluin. 
Item du Aurcliancnsis, frater regia Francic, per duceni 
lr— ; ,!i. inieremptus fuit codera anno scptinio XXIIII. mcnais 
:■ rnrisiis in platea publica circa boram octavara 
■> et bitrocionaliter. Tunc temporis dux potcotissimus erat')- 
Item eodem iinno XIX. mensis Septemhris ideiu Uurguiidie 
dax per fiiiam regis Fraucie primogcnitum, vidclicet I>C'lphi- 
BQiu. ectam ioterfectua, qui duK uciani astiitissinius, itoten- 
tiMmas tociun cbristianilati:; fainiibatur^). 

Item eodem anno geptimo iucepit yenips tani vebcmenter 
n feato Martini et frigus tarn extunsuni, quod mullis teni- 
peribus equatiias Duniquam fuit factum nee auditum^), ßcuus- 
^oe n ■ .- ■ ^r(tur a sumnio eius ortu usquc ad lacum Alleciiiii*) 
et li- ), quod iti prufesto beati Antbonli^) omni.s vc- 

tun ODcrosa in glacie Reni ultra vcctarunt, sicut fuisset in 
V01 stnta. IIoc frißus duravit usqtic ad ullimam dieni Janu- 
iriir et ia rupciooe glaciui niuguuiu fecit dampiiuni in uioleu- 
4iiii intefiris cum domibus, horrcts, quae Huxerurit in Keao, 
et pDDleni Argenlinetisein de.struxit. F.t Rurrcxit iu partlbua 
fribrndam Rc-ni nccnon alibi fames et dofectus farinc propter 
<cfectum niolcodinorum. Eciaiu multi obierunt'') ratione fri* 
inü buius byemii» duriciant. In fri^^ore extenso cccidit nix 
^^vtiti valde, et subito [68] noxcium una per caltdilalcm 
Mri« iKsftelaius et recessit, qui aqua(m) eciain augmcntavit, et 
w jctups Ute tcmiluavit tinem sunm in vere'). 

*) Mr. — b| hrl — fi>rtl* te. «nl odar (urtiMrl ^ c) Iti dar ü*. Mtbt vor rallnn« 

Hort^ t Opnarnhem. — ') VgL aber die ErmrirJuni; Ludwigs 
Oriioa II. Mirtin. llistoire de fnmce 6 (4. Autl), iii2 ff. und Jury. 
fia fa4itiqae de Louli de Fruw« , duc J'0rI6am — *) Johann der 
vorde airhl U(/7, Bon.leni am 10, Sejit. U19 auf der 
IfUa «m Jioalareau tu tiegenwari Karb VII. iIuiyU Tiuincisrui DuchAt«! 
rnrnmiu. ü. Marüo a. a. U. Q, &8 ff. Vu). oben die Einleiuinit. — 
[fiUMcDt «OS AlenwDicum, Bodensee oder = Zatttcm.'«. Almtin.- [Alk- 
)| — >) 17. Jmnur. — ■) über di«en kalten Winter vgl. ausser- 



120 Fester. 

Nota anoo domini 1408 Leodiensea obsidebant episcopum 
ipsorum, videlicet Leodiensem, filium ducis Hollandie*), ™ 
Mastrich") opido cum ceütum mille hominibus, prout dicebator. 
Item ipsi Leodienses totum clerum expulerunt, qui tuDc erat 
episcopo et quamplures fautores ipsiu3 episcopi, et nobUes 
cives potenciores civitatis alienum receperunt episcopum in 
dominum ipsorum'). Sed episcopus prior, frater ducis Hol- 
landie^), cum suis civitatem Leodiensem multum invaserunt 
magnumque dampnum tarn personis quam rebus sepins in- 
tulerunt. Circa nativitatem Johanois baptiste episcopum prae- 
tactum, fratrem ducis Hollandie, in Mastriet cum potentia 
civitatenses Leodii ipsum episcopum quasi cum ducentis^) 
milibus personis obsidebant. Et dux Hollandie multos princi- 
pes reges et magnatos invocabat auxilio sibl et fratri sao 
episcopo. Sic infiniii principes et nobiles in magna copia suos 
direxerunt armatos contra Leodjenses. Nam Mastriet per 
Leodienses obsessa cum potentia fuit ad 17 septimanas, sed 
post hoc Leodienses a Mastriet versus Leodium recesserunt 
die beati Mauricii^, quia intellexerunt , dominum ducem de 
Burgundia, sororium episcopi^) cum potentia fore ante qua- 
dam civitate"). Sic Leodienses omnes credebant, dictum do> 
minum ducem contra eos bellaturum et se praeparaverunt et 
se armaveruttt. In congregacione erant 43 milia vironim 
multum bene armatorum, et ipsi inter se edictum fecerunt 
sub peua corporis et rebus, quicunique ab altero fugam daret, 
execucio pene fieret sine misericordia*). Hec percipiens dux 

K) alc, 

dem die kürzeren Notizen bei Eönigshofen (StfLdtechroDiken 9, 866 nnd 
Mone, QuellenBanmil. 1, 256) und Matemus Berler (Code historiqae de U 
Tille de Strasboui^ 2, 45). 

■) Bischof Johann ron Luttich, Sohn Herzog Albrechts von Baiem, 
Grafen von Holland. Zur Sache vgl. Henauz, Histoire du pays de U^ge 
1, 267 ff. H. Martin 5 (4 6d.), 490 fg. 494 ff. — <) Maastricht. — >) Die- 
tridi von Hom, Archidiakon in Lüttich. — *) Wilhelm, Sohn Albrechts. 

— ') sie. Vgl. oben. Die Zahlen sind natürlich stark übertrieben. Vgl. 
die oben Anm. 1 angeführten Werke. — *) 22. September. Vom 24. Juni 
bis 22. September sind nicht ganz IS Wochen. Die Zahl 17 hat übrigens 
auch Königshofen, Stftdtechroniken 9, 912. — ^) Johann der Unerschrockene, 
Gemahl der Schwester Bischof Johanns und Herzog Wilhelms, Margaretha. 

— ^) Auch die belglBchen Quellen schwanken sehr in ihren AngaboL 
H. Martin 1, 496 schätzt das He«r der Stadt auf 40500 Mann, Henanx 
1, 272 wohl richtiger auf nur 18 700 Mann. 




Reiabold i>l«clii. 



121 






-indic |n-&etiötuinatus io uoctc eadeiu, vidtilicet beati Mnu- 

^li ÜMcem noiliindie nuncios niisit, qui sciiem percipiens 

cum plariboä gentibus nobiliuii] altera üie ilüniioica cra- 

RiM Mauricti*) ad ducem Burgundiu vr^uit Ix>0(lion3ihus ig- 

MraaUba» el eus in cauii»)'^ vjrilitxT buUanilo invaseruut. 

El sie de gratia oniDipotentis dei Justicia ibi per prindpcs 

et oobfles omavs prnprii.s in persuuis cum gentibus suis tam- 

qam looBcs rugienies voraces et virilem eos Leodieiises in- 

Ttsenut bofribiliior vt pracvaluerout, ita quod ipai praetacti 

liriacii»«* in codem bello plus quam 34 705') bomincs Leo- 

feaMom civitatis cum coruui complicibus intereiupti iueruntt'}. 

Et bcJlam idem iucepit die douiiaica praeili(^a hora pHma 

|iMt ineridicm et duravit asque ad Docteai. Kt de niaue do* 

nini pravtActi iteruiii ad caniputn veoerunt voleuteä videre 

Leottieosta utü.'tuoa, iiiter quos iaveneiuiil bpi&cupuni i|isoiiim 

^QRn Toranint et reccperunt pro domino contra verum eorum 

i|i|copuQi, et reiwrierunt fi'atiein et pnirem ttusdcin cpi«copi, 

fU^eet dominum de pHrwisjc^j, cum Dkultis nobihbus, qui 

ine propter Leodeosium laerunt omueü mortui. Feria'') 

icröa*) «»lueaü ipsi cquitaveruiit ad civiLalem Lcodienscm. 

htm aotoqüam bellum iam dictum factum fucrat, dominus 

if Heogeüperg^ ante civilatcm Mastriedit, quam ipsi o^islde- 

biai, p]u5 quam quiriquc iiiilia bomimim Leodiensium iuter- 

lidt cnii) suis coadjutohbus. Hoc totum fccit [ti»^'] nmlicia 

■eekaaicoruui , qui Tolebaiic toium clenim cum tiobilihu» de- 

ffiacK, proat dudum plurics fcccrunt. IIoc omnipotens deus 

•kiritti Doluit cof)8«ntire, s«d magis eos emendare. Eciam 

tOK ultra bellantes pro|dcr fpiscopum Holland(ie) idem epis- 

n|(t9 WKum hAhuit pluä quam quinque uiilia armigerorum 

civitali'U, Leodiuni. llertinger'') et Sant Trut*0 etc. 

ue 96 dederuul ad graciam episcopi lIollftQd(ie), qui 

Ttns eorniD erat epificopus. 

Hf «unt artIcuU subscripti. qui i>er L^udiensem in civitate 

>. aaica.— k) rth ^ «> riMttL - 4) «u. aar (— »vs toucm« r 
■) M des Dorfe ütfa^ b. Toogeni. — *) K6nigahof«i a. •■ 0. lAhlt 
«dSfitta Am* Suult 94 00U, di« BMeler Fort«etnuiK d«8 KMigsfaolea 
il>üM«tir I, :•-<») 82 AM £nddaf«lie. Wuentlidi tüedriser sind wieder 
^ £4klrs far bdfiMbeit AnjttUrtilr. — 'J Heburb'h roa Höre, Herr ron 
Vm«. - «I ^, ijepteBbw. — ^} ifeiuiegftuV Vgl- Benaux 1, 270. — 
' U Tm>d. 



122 Fester. 

debent depoai et eciam in constrictu eorum, ubi ipsi habent 

mandare')- 

„Zu dem ersten male so solleot die von Liiticb und alle 
andere stette in dem lande, die zu dem stift gehörent, alle ir 
brieff, alle ir fryheit grosz und dein bringen gein Berge in 
Hainegee^) und sollen! die alle tot und gentzlichen abe sin 
ewiclich^. 

„Item daz capittel von dem hohenstift sol nymmer me key- 
nen biscbofl welen one wyssen und willen eins herczogen von 
Borgunden und Hollanden und ir nachkomen. 

„Item so sol man zu Lütticb alle jare nuwe schoffen machen 
und sollen zwen brüder nit schoffen sin, noch der vatter noch 
der son, noch zwen gevattem, noch keiner der des andern 
tochter habe oder hette. 

„Item ir meisterschafft und alle ir recht, die sie gehapt 
haben, die sollen abe sin ewiclichen. 

„Item so sol der bischoff von Lütich und alle sin nachkom- 
men in dem stift zu Lütich und in allen slossen seczen und 
entseczen, dein und grosz, und sol daz lant keinen gewalt 
me han in keinen weg. 

„Item die bürg zu Hynemag") sol er spysen und beseczeo 
nach sinem willen, daz doch vor ein bischoff nit getün dorfte, 
und m&ss doch auch zu den heiligen sweren*). 

„Item alle andere sloss mag der bischoff auch nach sinem 

a) itr. Eb Ist wohl la Ibbcd: zu Hjne (=: Hnlen, Huf) intg er etc. 

') Die Artikel des Ausspruches der Herzoge von Burgund und Hol- 
laud hsben in die K lingenberger Chronik (Aasgabe von Henne von Sar- 
gaua S. 171 ff) Anfnabme gefunden. Sie decken sich nur teilweise inhalt- 
lich mit den folgenden Artikeln (vgl. die folgenden Anm.) nnd Bind wie 
diese eine Übersetzung aus den lateinischen, bezw. vlämischen Originalen. 
Ob die Originale veröffentlicht sind, kann ich nach der mir in München 
zu Gebote stehenden Litteratur nicht ermitteln. Auszüge bei Henauz 
a. a. 0. — *) Hennegau. — *) Klingenb. Chronik 172: „It. es sond ouch 
die von Lüdich all ir frihaiten, die sie gehept faaind, es sig von herren, 
kaisem, bischoffen oder bäpsten, oder süss wie sich die haischend aut- 
wurten gen Berg im Henngöw in unser der vorgenanten [Herzoge von 
Burgund und Holland] hand, uff den nächsten sunnentag nach sant Martis 
tag der schieroat kompt". — *) „daz doch — sweren" ist offenbar ein com- 
mentierender Zusatz Siechts oder seines Gewährsmannes. Vgl. Klingenb. 
Cbron, 172: „It. ouch sond die von Lütich die vesti ze Hü . . . dem bi- 
schoff ingeben und jn lassen besetzen und entsetzen wie jn das guot dank 
und eben ist". 



neinbold Slecfal 



123 



«3len bestellen, duz mäsc voruiali^ ein biscbof vt-rswereu, daz 

das nit te(e'). 

«Ilem all» tstette des styftz Kolleat nymmcr gcsprcclieu noch 
zosiimincii haben od eins bischoffs willen und wy9.sen, 

dano ist- 

Jleni de» zweynen herczogen soi ilaz lanl geben zwcjTiial 
ttu£«Qt und zwenczig tusent scbill vor ir (cost, die sie 

ipt hanL 

.Item dieaell)en Kvreu berren von Diu-gunde und Hullaude 
lUBi Ton ir selbs wegen mit ir selbeü gell ein kii-cb tun bu- 
■vo uff die stat, do der ätrill ^esolieben ist. und sollent da 
Tier prieeter sin. und sol man den alle jare zweyhundert kom 
[6»J ^flti ewiger gult geben, und alle jare, als der stryt ge- 
«iiciien ist, nff denscltien t»|j; sotlent die ptafTbeit ein berliche 
■m off üem frouultan* uä dt-ui tiucbsten Stylit singen und 
•tez Bbcndea und des morgens vigiligi* und M>]nu%si- etc. 

.IlFiD die von Töwin*) sollent ir tore und ir niuren abe- 
bnriieii und ir graben sleHfen. nymemie wyder zu bnwen. 
Um du dir statt vnn Towin und die statt von Fossz') und 
die «Alt von FlorjnM und die stat vonTvaant^) und die stat 
w Hwdcn*) Tongern sollent ir tore, die wyder die stat Ma- 
Mjfl inzi^t, abebreohen und die niuren 40 rlnfiern lang 
mydrisjit und auch die |)orten abebrecben und die graben 
4t^9ta ujmI urmniemiee wyder zu buwen noch \ryder zu 

»Ilfm daz gemein laut sollent nyminer me tUue wyder eynen 
fn kfVMT oder knrtig oilrr wyder die kröne von 
Onefcrarieb und W7dc'r den herozogen von Hollant und den 
hmcugeu von fturgunde und wyder deu gralTen von Namen ^) 
nd ftlk* ir nachkamen*)- 

«Ilem so x\ut die besten von l.iltticb von der von T.ultich 
Wtgat prsrhickt zu Berge in Ilftnege und zu Maslerietht und 



') Wv nt>ca. — 1] Thufn. — *) Fomm. — *) Wohl für CMtvin? — 
t Dnw. — •) Iltrck? — *i Vgl Klinmith. Uiroo. 173: „It. euch sdl- 
iHidir Toii I>jiwiy — AD »tbloNi (and) i^^^llI^ — *) Nmnur. — *) Kün- 
ftig Cbron. 173l ,1t. « Bonil ouch Binicr gctuon oocli wappcn vidcr 
tlakMg na Frankikli, wiiler ain hertKogtui von Buri^iiii, wiiler ain 
iM toim Htm HnlutJ tunüi wiiW ain p-affen toh MeainUr luscrbalb iretn 
kaJ aa-ch nff « liocltmi, tM wer ilerui mit irfla obrutcn herren den loÜKr 



124 Fester. 

ligent da in gyselschafft und alz lange dablyben, byss dise 
vorgenante artickel und puncten alle geswom, versichert und 
versigelt werden etc.". 

Item anno domini 1409 duxissa Äustrie, uxor ducis Fri- 
derici Austrie, filia regis Romanorum Ruperti, quae decessit 
ab hoc seculo XV. die mensis . ■ ."), quae eciam tantum fuit 15 
annorum et obiit in puerperio*). 

Kadern anno feria quarta post Estomihi') dominus comes 
de Wydemftt^), qui fuit frater domini ducis Luttringie, exivit 
ultra mare versus Jerusalem peregrinando ad sanctum sepul- 
crum etc. 

Item filia regis Anglie, uxor domini Ludewici comitis Pala- 
tini et Bavarie ducis, quae decessit ab hoc seculo in Hag»- 
auwe circa festum Penthecosten*), et ipsa inclita domina se- 
pulta in ecclesia coUegiata opidi Nove Civitatis^) in dyoceai 
Spirensi siti, cuius anima feliciter in pace requiescat. Actum 
in anno praescripto 1409 etc. 

Item comes de Sarwerde, alias de Morsche, habuit congre- 
gacionem magnam plus quam duo milia hominum cum comiti- 
bus, baronibus, et plures milites volebant contra dominum de 
Komersch^ et pemoctarunt aliqui prope Muselam^ cum quin- 
gentis equis bene vestiti, omati et armati et fomiti cum eqois 
pulcherrimis se locarunt ad requiem, quod fessi [69 b] et pauIo 
post mediam noctem et ipsi non avizati nee circumspecti om- 
nes capti fuerunt ab illo Comersche demptis domino ßemhardo 
de Eberstein, comiti, et plures alii''), qui secum jaeuerunt, qui 
nudi evaserunt et natarunt ultra aquam Musel et nichil om- 
nino secum de suis portaverunt nee vestes nee arma nee equos. 
Ceteri capti ad civitatem Barensem^) in terra ducis Luttringie 
sitam erant ducti. Et illam tradicionem quidam miles seu 
baro de Kommersche, malignus homo, huiusmodi ordinavit et 
fecit. De captivis tamen nuUus moriebatur in vineulis, et hoc 
actum erat in vigilia apostotorum Petri et Pauli^) anno supra. 

■) TiD Tcxts aloe Lücke fQr den HonMinBmeii. — b) ilc. 

1) Nach CohuB Stammtafeln 32 starb sie am 81. Dez. 1409- — 
't 20. Februar. — ') Vaud6mont, d^partement Meurthe et Moselle. — 
*) 26. Mai. — ^) Neustadt. — ^ Commercy. Das Folgende ergftnzt dai 
venige, was A. Calmet, Notice de la Lorraine 1. 258, über diese Tor- 
gänge auf Grund anderer uDgcnaonter Quellen zu sagen weiss. Vgl. aacb 
Lehmann, Ora&chafi. Hanau - Lichtenberg 1, 201 und Strofoel 3, 85 nach 
Specklin. — ') Bei Harn nö. Diedenhofen an der Mosel. — &) Barr. — 
— ») 28. Juni. 



ReinboM Slecbi. 



125 



Post hoc dominus Luitewictis, comes Falentinus'), mnrohio 
de Baden, episcopus ÄrgL'ntincQ.si.s, dominus WiUielimis de 
EbcnUtfa et domiuus de Sarwerde, comites, venenuit nd dieui 
pUciti Hd civitaU-m Meteuseni') pro caplivis redinumdis prae- 
BflUtts') et invocjibant regem Krancie pro iusticia mini^tranila. 
ateaptt^i lik'rarentur, scd nihil obtinuerunt. Nam coDSiliarÜ 
qiritts re^Eis praedicli dixevunt partibus ambabus, utrum vcllent 
wi pftttuBentuin et ibi ittaic judicio. Tautiinici l)bentt>r cou- 
MBiisaeiit, sttl nihil deti^rmitiatuiri et sie nuusquisquf ad ca^ain 
onuB rediit. Depost domiinis niarchin de Baden et dominus 
ifiwopas Arppntinensis et Ludwicus de Lichtenberg versus 
fnanÄtjn cquturunt ad vUlam I'arysius*). Ex parte capti- 
Tonim eomcfi do Sarwerd erat cum Kntirho de Kamcrsche 
Oflivo^ rtilimendü. Sed onines itennn infceto negocio circa 
MuBi Katiierinc virginis') repntriaverunt, eciam eodcm nnno 
jfmcdpto, scilicet nono. 

Abdo domini 1410 in die divisionis apostolorum'^ doniini 
0laBM*adAti)rr8 Almanie fratrum, alias dicti Theutflnimnim in 
BrtaQ«^ cum potentia iniravenint terretoriuiii regis Kracko*) 
9% Folonic, intcncionis, ipsum expcllendum de rcgno suo. 
DktttS nx auxiliam fratris sui, regis Littawc"), pcttit, qui 
kBMiil Tencrunt ver&us dominos Theulunii^orum, et victoriam 
■htiBUlt ipeo rex contra eos- Et cmcisignati ordinis eiusdem 
nMen infinit! et eeiara prn parte regis prcdicti interfccti 
it, tcd tarnen inaior pars fratrum cruclsignatovum plus 

nmmo interempti. prent direbatur"*). 

lIciD codoni anno cirra Mauiicii") fiUi ducis Aurelianensis, 
fanun poter fuit fratcr regis I-'rancie, (et patruuH pnu^dic- 



■1 Banog Lodwifi VIL d«r BuiifO Ton Bniern. — >) Der Tag fnnd 
in Hctx. •omlom io Kaocjr sUtL UTA. ß, -IFB Anm. 1. — ') Uii. 
de* Ge&Bgcsen. voo denen Cftlmet a. a. 0. dnifru whr cnlatcUtu Nn- 
•atohrt. hrtanilon sicli pftlzisi-he und badtecliG Voiuillen nia Üwiker 
<«■ SkUl^m, Wolf Mm» <voo Bergf, Obrceht Hnlt (von Ti<!fctirin^ a- a. 
vi MarltRnf BernkanU Scliviefcereohn Ludwig oder Iiudrmftn Vf'. von 
Üdrf biig. Vgl. künftig Fehler, bad. RofesteD ni HOO Juli I Auch 
^ttxmmhwr Hliiiker, der SAagtv Priedrirli von DitGch, (iraf von 
war oaler den OefluigeiiMi. — *) Paris, — ') 25 November. 
•*\ Ifiu Jatt. — *) Prauseo. ~ »I KrttloiH Jigiello. *) Witi»ia von 
w Bklil dar Bnider Ja|[ieIIo'B. — >*) Scfalacbt bei Tannroberf; 
1410. V(l du utsfOlirliclMr« deataclifl £nilduiig in Königs* 
Cbronik. SUduchr. 9, 018— ö. ~ ■•) 33. September 



126 Fester. 

torum ducum, dux de Burgundie latrocinium in patre ipsorum 
ducum Aurelianensium fecit) : filii vero habueruot 45 000 
equestres bene armatos nobilium, 80 000 pedestres ad bellan- 
dum contra ducem Burgundie et Tictoriam et campum optin- 
uerunt cum potentia, quod jus et justiciam quaesierunt et oc- 
cisionem patris vindicaverunt'). 

Obsessio regis Sygismundi ante Francfordiam. 

Item eodem anno post Viti et Modesti') dominus archiepis- 
copus Treverensis cum 14 000 equestribus jacuit ante opidnm 
Francfurdiense [70] ibique expectavit dominum Sigismundum 
regem Romanorum etc. et in despectum episcopi Moguntinensis 
aveniente rege ipse recessit de loco ad patriam suam. 

Conlroversia inter dominum episcopum Spirensem et civitatem. 

Nota in anno domini 1411 circa festum Johannis baptiste 
dominus Kabanus de Helmstat, episcopus Spirensis, pro Vihet- 
tatibus et privilegüs ecclesie sue i])se se opposuit contra cives 
et totam civitatem Spirensem, quia ipsi cives libenter omnia 
praenotata privilegia clericorum Spirensium subpeditassent et 
pro sibimet ipsis obtinuissent. Sed casus non se ad hoc ob- 
tulit totusque clerus exivit et recessit a civitate Spirensi cum 
Omnibus utensiliis, clenodiis, i-eliquiis suis^). Communitas et 
mechanici intelligentes potenciam episcopi et viderunt cottidie 
augmentum armatorum contra se tumulari, statim inclinati ad 
concordiam. Episcopus intentum suum viriliter cum provi- 
dencia magna prae omnibus praede^essoribus obtinuit. 

Item anno domini 1411 circa festum beati Martini do- 
minus dux Ludwicus et Palentinus comes prope Oppenheim 
cepit cum potencia dominum advocatum de Hungstein, id est 
suos in numero 60 personas tarn nobilium quam ignobilium, 
qui habebant quingentos equos volentes praedare civitatenses 
imperialibus"), videlicet Ulmenses Augustinenses boves magnoa 

t.) atc. 

I) Diese Angaben 8ind durchweg irrig. Ein Sieg der Orlöansscheii 
Partei war der Vertrag von Bic^tre Tom 2. November 1410 nicht. H. 
Martin, Histoire de France &, 511. — ») 15. Juni. — ») Für diese seceSBio 
des Speirer Klerus war bis jetzt die einzige Quelle Lehmanns Chronik 
795. Vgl. Remling, Gesch. der Bischöfe zu Speyer 2, 27 fg. 



Keiobold Siecht. 



127 




ntiincrn. Kt mc ip^f> d«tninu^< (lux |icr fratii'm siiiim 
cum tetoris militihus prusjH-iv morcntores praetacUis 
it et rodomil. Et in parte domini diicis quiilem milcs 
tus tbidom, dictU!« Atbcrtiu üoler de Kavcnspur^, euius 
tvquiescat in \iacv. 
NotA, quod iQuIi^T quaodam in Argcntina, filia domini 
Imi du Parmu, l-1 maritus fuit inagisU>r civitatis Argen- 
-:a. quae in mcnBe Maü jffptnril quinqur ericios et unum 
I. qu<Ml dict'imtiir ,ein uiren retT'. Et ist» 847x anirnalia 
.int et mnliur aliquainiliu rixit, attamen moriebutur pruii- 
iritim illriruni anlmaliuro circa fcstum .lohnnnis Baptisto 
<!io d'-'rniiii HI2. 
Ilem aub annu domini 1412 in cstal« comes Itolfritz de 
liB*) rt Jfihannes de Veniiijien*) senior, armifrer, cum quin- 
cquiä oquiiavenmt versus o]tidum Vilingm in Swevia 
ibi reeviKrunt hovea. Et commnnitas opidi armati cum 
iciiOo cj\it«tiä 8CU opidi contra i'racdictos nobiles se oi>- 
iwwnuit. Nobiles de equii^ in campuni cuntra viligenteui 
taästratea. quorum o|iidnni crant 1000 {lersonp H l>ellanint 
CO i]obiIibu.>i, ut sapra in numero. Nobiles vcro victoriara 
i| campnm ublinucruDl, d illorum de vilH^fute fut>runt cen- 
tOB inter(ti-li in can)|K) et 2H oapti, cetcri fii^ani di^ilorunt 
idbrnm arundinosuni et jnnoosuni. Intcr nobiles tarnen uuus 
it IfaMmboch") h nniut rliens Ibidem mortui mansornnt, scd. 
plores nobiles vulnfraU. Actum tp:^a die .lobannis ante por- 
Ua LAtinam*), ut sU|inL 

EodMn anuo rex Frnnciß in mense JuUi cum |>otentia et 
hrisini(Bibus) itcrttünaliter übsediL ducom l'erii*) [70 b] iu civi- 
(üe it« dictam') cum infinttis nobitibns, ibiqae ad tres menses 
RpiSTil. Dux vcro rttsittenä cum 4000 in locis duobus Bint'O 
ilt^rii, qui multas obtulerunt adversitates et contrarietales 
natra cun^uain Fram-ie, piopter quoil tractatuiii fuit. Filia 
4k3s RoTf^ndie duberct ducem juniorem Aureliauensem ba- 
'' ^ttinium"), quml regi praenotato muUum displicuit^). 

,1 '«nf Eltdfiiu t 14S9. — *) Vennin^ieB bei Et]«ukob«u iu iler h«ir- 
iV^ — *> OA. Brackaliein. — *) A Mal — *) B«rri. U Martin S, 
m (. — 'i Vidnwbr PonifM. I>ie I)v)i|{pning twgann am II. Jittii U12. 
- ^ Unrnfm'/ — *1 Die Vtriobun^ üts zwvilUD Sobn«! d« erinonl«teo 
feaof^ tau UriMo*« d(H GraCeo Ton Venu«, mit piiicr Tochtrr Johanns 
«« Dsrxitn) war tSa* d«r It«>din|ningv» lio FriAlens von CHurtres HtX). 
1 MartlB 5, tttl. — 'J Wu ülrcht hier ai>«f die Politik Karb VI. t>«- 




128 Fester. 

Ideoque praefatus rex cum suis coadiutoribus in tantum r^- 
num Francie a principio usque ad finem defastavit et con- 
bussit, quod in mille annis praeteritis nimquam auditum nee 
Visum nee perceptum in scriptis fuerat, taie dampnum fore 
factum in isto regno. 

Depost sicut ista contrarietas in Francia sedata et pacl- 
ficata fuit, dux Barensis et dux Lottringie inter ae habuemnt 
gewerras magnas. Dux Ixtttringie sensiens, Barenses sibi ni- 
mis esse potentes, auxilium ab AlmanUs imploravit Luttringie 
dux circa assumpcionis beate vii^nis') festum. 1500 nobiles 
sibi in subsidium venerunt. Gallici vero reeessenint £t sie 
dux Luttringe Älmanos ad partes redire fecit. 

Anno vero 13 circa Mathei*) Almani revenerunt contra 
Francigenos in subsidium duci Lottringie. Senciens Delphynus 
in magna summa se collegit in subsidium corone Francie 
contra ducem Luttringie. Almani silogizantes et scrutinium 
habentes de potentia Francigenorum, iterum infecto negocio 
recesserunt. Nam ad bellandum contra tantam summam se 
opponere neu audebant, quod et semper septuplo plures Franci- 
geni erant. Eciam famabatur in pluribus articulis, ducem 
contra coronam Francie excessisse, et sie repatriaverunt Al- 
mani, quando non senserunt ducem habere iusticiam etc. 

Item anno domini 1414 dominus Fridericus'), archiepiseo- 
pus Coloniensis, obiit, qui episcopatum rexit 40 annis et multa 
bona suis temporibus fecit, quod multum potens, virilis, au- 
dax et sapiens fuit. Post obitum eins dimisit in promptis 
peceuniis plus quam trecenta mille florenorum demptis cleno- 
düs et aurgenteis vasis, prout principem decet habere. In 
cnius locum duo electi fuerunt in episcopos, quorum unus fuit 
frater domini ducis de Monte*), episeopus Padebronensis*), qui 
per tres tantum capittulares canonicos electus fuit, seeundus 
vero videlicet Theodericus, comes de Morsch^, in opido Bun- 
nen') per 18 canonicos capitulares electus fuit et per Johan- 
nem papam confirmatus. 



richtet, bedarf ebenso der Berichtigung wie die meisten seiner Kotixen 
über die 'Vorgänge in Frankreich. Vgl. oben S- 126 Asm. I. 

*) 15. August. — ') 21. September 1412 nicht 1413. Vgl. kOnftig 
Fester, bad. Reg. zu 1412 Sept. 25. — ") Friedrich m. von Saarwerden. 
— *) Berg. Herzog Adolf von Jülich-Bei^. — >) B. Wilhelm von Pader- 
born. — '■) Dietrich von Mors. — ') Bonn. Über den Kölner Bistum- 




Rvinbold Siech L 



129 



- Tiondus posuit ili«m placiti. Infecto Degocio rcx 

teces&it'}, iiscendens Rrnum versus Magunciam. 

htm doiuinuB res. Sigismimduä a Kurenlierg^) vennis Tleydel- 

teg et ^rram') Reiium desccndit versus Coloniam vel Bun*). 

Inhsodebat recipero corODam cum iregiua Aquisgrani, seil iili- 

|ii iotediylebaiit, se slhi opponero"), puto dux do Monte cum 

nis eoadiutoribus, qui erant contra elcctum et coiifirTnatum 

domlniun Thondcricum, Colonienson orchicpiscopum- Tamea 

m per potenciam eivjtatein Aquensem eciam [71] cum 13 000 

flliormn intravit et bonoi-e magno et solempoitatibus l>cnivole 

sueq^Cus pe-r dominum electum arctuepiscopuni Collouiensem 

|n«Uctum contirmatuiu, qui ibidem primicias in corunncione 

nps cdebrarit wllcmpniter regiquo roginc sacramentum am- 

onnlitraTiL In praescntia fucrunt plurcs principes Keni et 

eaaÜES ac nobtles^). 

llexD dqKist oscendebat Kenum, indinavit se versus Con- 
rttUftum cum rt-gina ad ronoilium ibidem et in festo natin- 
tids ChrLfti od Canstaaciam veuit tercia bora post mediam 
Metern et kgit ewangelium in missa .exiit cdictum Augusto a 
Ctnn* eonun papa et cardiaaübus publice, in coiüaa sua et 
iqpM eoronata accus altarc in latere regia steterat, papa mi^ 
nn «iefaraTif)- 

Rex Anglie. 
AngUe misit ambasiatores quam pinres rum 800 equis 
fOfilinm CoDKtancieQse, intcr quibus plures episcopi quin- 
fH abbatoa 37 doctores et praetati, comites et ceteri nobiles, 
■ittnn beoe omati et prccioäLssime fulsiti cum equis, vcsti- 
matja et omtmcntis, iutrantes cum quntuor trumpetis in oc- 
tm £pi|ifaan]fe domioi^. 



mii T^ GobeDnni Ppnona, Coaioilromlani bei Meibom, Rer. Gem. 

*) VmA de« 4- Si>pt«inher. — ') 38. hit SO. September urhundlieh 
— ') Am lö. Oktolivr. ~ *) Am 1. Xorember war er In 
^> Die Kraooiw fiuJ »m 8. November 14U statt. — •) VgL 
3, 57. — '} la. Jimiur. Nach dem Iteriehte tl«r KrKiikfiirI«r 
tinitirn rem 37. Januar (Jutssni, Reichscorrespi. I, 276), am 31. Jan. 
TMei •«! Bicbrnul, (Iümcu Aii[;abra yna Mecbt auch Boiut abweichen, 
'>'•-?< dra (lüutMt auf d«« ~ Febrnai'. Uibl. des Siutt«. Lilter. Ver«iii8 
in. VkI. ancb M. Leu, K. äigiamutiil und Ucinrich V. tod Eag- 
>3A «I Aam. 1. 

rirr^- r --^ — *■ ■* "^— ^ v.r. ULI. 9 




130 FeatBf. 

Historia Hussonis heretioi inoipH. 

Item nota de quodam magistro Hüsz dlctus- Theologus 
de nacione Bohemortim multos contra fidem christianam et 
katholicam articulos Frage et alibi publice praedicavit, ita 
quod infiDitas gentes in heresim suam collegit et perrertebat. 
Hie ad concilium advenit, putabat et credidit sibi nulluni ibi- 
dem opponere*), qui fuit custoditus per plures dies. Demum 
doctores valentissimi christianitatis ipsum examioaverunt, qui 
superatus et conbustus propter articulos suos'). 

Anno domini 1415 circumcisionis domini dominus Johan- 
nes de Nassauwe, archi^iscopus Maguntinus, et dominus 
marchio de Baden venerunt ad concilium Constantiense cum 
500 equis*). Eoque tempore processio sollempnis ordinata et 
conclusa fuit per concilium et Universum clerum ibidem pro 
unione sancte matris ecclesie ac pace eiusdem et sediciooe 
cismatis, quod bene duravit ad triginta septem annos^). 

£o anno episcopus Argentinensis captus fuit per Äi^eo- 
tinensem civitatem Wilhelmus nomine^. 

Item anno domini 1419 dominus Johannes de Naszauwe, 
archiepiscopus, obiit circa festum Johannis Baptiste, in cuius 
locum concorditer electus fuit dominus Conradus de Bingrafen- 
stein'). Et eodera anno eciam obiit dominus archiepiscopus 
Treverensis, in cuius locum electus fuit dominus Otto de Zy- 
genhan^), qui feudalia solempniter assumpsit post festum puri- 
ficationis in anno 20 etc. in Fresselo*'} a rege Sigismundo- 

Lys Spyrensis. 

Nota, quod dominus Rabanus, episcopus Spirensis de Helm- 
gtat natus, et capitulum cum ipso concorditer contra civita- 
tenses Spirenses erant et magnam discordiam et lites habu- 
erunt. Itaque in anno domini 1418 inceperunt discordare in 
tantum, quod totus clerus Spirensis cum omnibus suis rebus 
civitatem exiverunt ad opida cpiscopatus. In anno etc. 19 



b) KppoDoro. — Li) In Texte itetit iIdiiIoi ad S5 *eptiiii>iiM plurla quidam. 

') Am 6. Juli 1415. - ■') 1. Januar. Ebenso irrig reriegt Richental 
(a. a. 0. 43) den Einzug Johanns auf den 18. Januar. Johann und Bern- 
hard trafen vielmehr am 12. Januar in Konstanz ein. Janssen, Frank- 
furts Reichscorresp. 1, 272 u. RTA. 7, 276. — ') Über die Gefangen- 
schaft Wilhelms von Diest Strobel, Gesch. des Elsasses 3, 109 ff. — 
*) Rfaeingrafenstein bei Kreuznach. — >) Ziegenhain. — ■} Breslau. 



Beiabold Siecht. 



131 



äiar inite iranüinutnrunt iisque ad annuni 20, deniptjs mon- 
iKantibus, qui nttnsonint in civitale. Episcopus cum suo 
dem oUinuit [71 1>] victoriam, in mense Maä lis sedala et 
(«dficaUu Collt-giiiiii saitcti Germaiii et nions universalitcr 
am edificiis in eccicwa [«r civitatcm Spyrcnscm sjioliata et 
oorrenuita medio tempore ante concordiani. Concordia facta 
i^ ctvitalenscs in emeudam reconstiiixerunt cum i)ecunia, 
^oui dedcrunt cauonicis ibidem, et fuit summa 18 000 floreno- 
nuQ et tliiuiiiiu Spyreiml taiiLum in ÜoreiiiH*). 

ItPtn civitates imiierialeä Swevic, videlicct Ulmenscs et ce- 
liri «oruin compliires obsyderunt castnim, nuncupatum Hohen- 
nlrv, in «uno domiiii U12'>. Qui tamdiu ibi jacueruut cum 
innalü gentihu8. |iixidibus et alJis armis bcilicis, quod comes 
AidMi ilkAus KridFTiciis, alias Ottingcr, fu^am dedit. Kt cn- 
iot^p« de/astatum, dcstructnm et planatum fuit et est 
lu rotundus et pulcher, quod dolendum est, non ibi 
■an castruin. 

Ajino domini 1432 circa Bartholomei rex Romanorum Sigis' 
■udits cum uxort* regina $ua preciosiäsime venit ad Nuren- 
iNfffUB. Ibidem rcinm onines principes et dectoros imperii 
i, bume«, militeii I^dI et Sucvie et civitatis imix^rinles 
ibi Tcoerunt, cungregnüin tractanles cuuira Hoüäuuenses. 

Dux Ludewicus obsettit marchionem- 
Eodem aunu'l domiuus dux J.udwycus, comes Palentinus, 
loBaTftrw^ in uiens«Julii cum itotcntia onmi civitatum im- 
jeri&Ham tnciu!« Alsacie, ectani cum sulisidio ali([unrum phn- 
äptm Hein. videUcet Coloniensis, Uoibiboleusis, Spyrensis 
(pKDponuu et nliorum barouum, nobiüum cum potencia ter- 
nn domini Tlcnihanli mardiioniK do Baden inlraverunt et 
4iapwiBi mapnnni sihi focerunt et ad cnstrum Mulnberg*) 
iMdenrat. Ihitiue b<*nt' dca-m die.s jacuerunt et duva.<tarunl 
Uvnua ciivuin circa in tantum, qnud marcliio se tandem ad 
fttttUD doniui Patentini iledit. Et sie Herbipulenbis et 
StpfnBsU. pptscopi, i'oticoiiiuruuL eos et sie pacifici benevole 







«Btaa S tlt9^. ' 


') 


1423. 


Die Erobrrnti^ am 1^. Mai 




I- 


Der •afidlandff Irrlain in 


der Jahrpsz»h] ist 


«loch wohl 







r, s«adcra tau 


dm 


Abschreilter zuzDtrBUPO. 


- ») Viel- 


•afa 


liU. 


— •} Mablbarn. 




















9* 





13S Fester. 

Sequitur') de oonoilio Constanoiensi. 

Concilium Constanciense anno domini 1415 congregatom, 
sed Christian issimus dominus noster Johannes papa et domi- 
nus Sygismundus, rex Romanorum et Ungarie, sapiens et jao- 
vidus et timens deum, justiciam diligens in Laudento^ con- 
cordarunt hoc concilium et atfirmarunt pro unione sancte 
matris ecciesie universali, ut supraeciam tactum^. Dominu 
res tempoi-e medio per Universum mundum tocius chrifitäani' 
tatis scripsit et convocavit ac citavit omnes et singulos prin- 
cipes, archiepiscopos, episcopos, doctores, nobiles etc. Johuh 
nes vero papa appellatus protunc se satis bene ostendebsL 
Gredens se facere cum thesauro suo, prout fecit in condti» 
Pysano, veniens ad cardinales Constan(ciam) circa festum om- 
nium sanctorum^) cum multis personis multum solempniter. 
Tempore medio eciam alii venerunt de partibus alienis, Ha 
quod omnes naciones tocius christianitatis ibi convenerunt et 
congregati [72] erant in anno etc. 15, ut supra. Item infiniti 
fuerunt ibi archiepiscopi, abbates, praelati, doctores, dum, 
marggravii, burggravü, comites, barones, nobiles, pagani de 
Pagonia tres magnos dominos et mUites preciosissimos''). 

Nota, quod rex fecit conscribere omnes extraneos «t 
cum diligencia perquiri per totam civitatem Constanciense(iD), 
ut omnes advenas haberet in summa. £t direxit de domo 
ad domum per juramentum inquirendo pro advenis. Et sig- 
nata summa per inquisitores, cedulam domino regi praesea- 
tarunt, in qua continebantur bii subscripti, vide]icet sumnui 
totalis erat centum mille et quingente persone spirituales et 
seculares, quarum 346 erant archiepiscopi et episcopi, 500 
erant abbates, praepositi, praelati atque doctor^, item secu- 
lares 16 000 duces, comites, barones, milites atque nobiles, item 
600 novaculatores, id est barbitonsores, item 420 ioculatores*), 
hystriones, fistulatores cum eorum consodalibus , item 1100 
pulchre mulieres publice cum cobortibus eorum. Item de lecti- 
stemiis ibidem, de quibus apreciabatur ab alienis, erant in 



a) Im Tezts 8e ohnB AbbreTi&tnr. — li) kIc. — c) Die Hi. aitmloi; lecUonw. Fhl**' 
port a. 11. a, 0. hat 320 loculaturea et fialDlators«. 

') Lodi S. oben, — *) S. 103. — ») 1. NoTember. Der Kinzug g*" 
schah am 28. Oktober 1414. Aachbach 2, 13. 




cum attincaciis, de lecto uno i>or mensem 

9O0OÖ guldeii'). 

Hoc coocilium durarit ad rjnatuor intcfp*08 annos. Item 

$$ penoa« ibi sunt submersi^. lQt«r omntbus istis tanlum 

linque erant Aiinani, ileinptis ignotis et alüs, i|ui occulte 

eoUi fttcnint n abiiidicati .sunt. 

de isesaioDe prima, quae fuit crastino Invocavit^). 
Gregorius papa habuit ibi unuin cai-dlnalem, nomine 
Dominici^J cum quodam cpiscupo et alüs tribns 
Sed consilhuu noo erat coutentum de suo mandato 
Ei Bic ooincs Palcotinus dominus I.udwicii.s, Bavarie 
■I, snbilo de mandato uberiori ad dominum Gregorium tranü- 
bWC. qood posL Lei&ro'^J pleuissime reveuit a Gi'egorio ad 
Softstanciaiu. 

Iton dominus Johanues papa sabbato ante dominicam Oculi") 
mtm «dulam, cuias tenor fuit, prout infra in hec verba pu- 
I&0 tlu et intdligibili voce in se^sione coram omni popnio: 
Eftt Jokunee papa XXIU propter quietem') populi chrisUani 
paitaor, apoodeo, prnmittn, voveo^). juro det> et ecclesie et 
Itaie sacro coocUio sponto et libere. daii> pacem ipse cci'IqsIc 
jfT Tjam meo simplicis cessionis papatuä, ot eam facere im- 
|l(ri' cum fffectu juxta dcUberationem praesentis concilii, si et 
(Burfo Petrus de Luna, ßencdictns XIU, et Angelus Corarii, 
fingDriiis Xn in Huis ohrdiimrÜt^ iium-upaü') |m|)aEui, quem 
fiMUBdttnt, per se vel procuratores suos k-Rittimos simu]«') 
nUnt, «■) in quocumque casu cessionis ?el deccssus aut 
^t('}i ^ quo por Tiam cessionis iwterit unio ecclesie dei 
Bl*]f ad cutirpatiouum '') praeamtis gciämutiä praesto et 

Qua lecla statün cantores pai» docantabant sollempnitor 

H «rta**» — ti) toNo. - n MBtapAtU, - 4> la Dr*tk Ml II. *«■> •Iw Hanlt, 

O^ ^ U^ IMMMkl, Oito^k dM RdmUbmt CoDcOi (BIbl. d«* fliiill«. LIUm. 

U«. U) q»d JNMMa, rrMUitfU BakiiM»rrMti. I, «M (*r ttolc* von SIkM osd 

lüB ■ «ft«4(bMd* r.—iW lul): »liBlUliir. -•)!>*• «DiUra Töila ■. >. O,; 

- t) Oto MdaOt TmI«: kllo. — H d*rl M 4« B«l«fB. - h) «» W "l"" "' 
tm T>ito alaM «nUpan^ni. — b) pn«to Mc Mll twi Hardt. Btt Rlcbmul md 
b^t «af MtaOMfli dM Dkhun >Acu muI« Mc 

') Tjl JabuncB FisMoporl. FortMtmng der Flores lemponim bei 
■ifa. CoDeetlo Moniitnrntontni 1. 4f>l und die Fam«txDii9 dM KOai^ 
M« M U«w, QneUetuAmml 1. iM>a. — <) b'ut«nport a. a. 0.: ^Itcoi 

Am<m rmöüo 26S sunt sulimcnt". — >) 18. Febinu- UI&. — *) Gra- 

VM t«o Racxua. — *i lo. Man. — *) S. Htm. 




134 



FeBt«r. 



aTe deum lauilamus". Rex et omni» populus cum hiis ecii 
rantftbant gaiidcnter, Isto ympno finito rex ibidem spirituaü^ 
bus regalibus indumeniia iodutus [72^], gladio evaginato 
dnccm SaxoTiie cum indumentis ad ipsiim prrtinenlibus, teot 
dyademnte in capitc rcgali fiupeiposito, piorupit hec ver 
sancüssime pater, pro hüs per vestram äanctitatem 
noD, quas dcbeo, sed valeo gracJarum aecionüä offerro me pr 
hüs ad o$cu]a pe<luni vestrae sanctitatig. Et mox deposH 
dyademate sioe Corona ad pedes pape humiliter se prostraTÜ 
et rodem osculatus est. Deinde ijuidam patriarcha Gaudensiä'i 
Jecit satiä pulchruin sermoiiem brevem et collaciouem de 
commcndacionc papo proptor prnciiiissa per cum facta. 

Post bec feria sectmda post dominicam Oculi*) iterum 
cum canlinalihus et priiicipibus, archiepiscopis et alüs praeialÜ 
iufinitis iu convento rainorum fratrum congiTgati. Tandeml 
poat pluribus et lougis tractatibus quasi circa horam priina»;J 
post ineridkin conclusum est, qtiotl ambasiatores Bonedlc 
pape jaui cum bullis recedore debeivtit et scripturam dicüj 
domini nostri pape Johannis per codelam suam insertaia adl 
Benedicfum et cum informare vi ad coiisimile induiTre, et[ 
quwl idera Bcnedictus et rex Arrigouie-^) abhinc usque ad t«- 
tum lut'iisem Julii debent esse in civitate Niceuensi'') infr&j 
Avinoiieiiscm et Januensero et ibidem per idem tempus <^xp«- 
tare rogi'm Komanorum, qui corporaliter protimc omnibui 
praemissis praesentibua juraverit, velle ijeraonaliter illucadirej 
certiti cardinalibus et aIÜs sibi associatis pro adiutorio dieti] 
BeiK^ilicIi de Lima- 

Item eudi'm die conclusum erat, quod ueuter paparum, utj 
Ita loqimr, dehet assumere seil crearo novos cardinales, et 
Rliquein fX alüs papia, quod absit, dwediTH Kontin^jeret stantö] 
ttctu loucilii, quod tunc cardinales propter defuucli sive moT-] 
tu! nultum alium in locum pape mortuo iwssint aut praeten-j 
daiit i'Hgi-n*. «eil si rnpta tracta continyeret aliquem illnrmtt| 
trluiri decedeix', tiuic i-ardinale-s ipsius dt'functi, si volunt aliui 
4i]|((itre, iioHsmit, ista f^imen protcstacione, quod etectus jura 
iM'di'lnni |jrftcscriptam. In hüs jiro nunc stat Status sacri con- 
cdll l'unHlaiUiensis, .scriptum Con.stancie die Veneris aiite Le- 
ture Mir»''). 

') llfr I'MHarch ?flo Antiocliia. — ») 4. M&ira UlB, — ") Ferdinand 
«MI Arrimonl»!!. - •) NU». — ») 8. Mira. 



Rei^old Skcbt 



iSö 



Ileni domintLs tlemiAnnu!? Twerg de vinculi» est liberatos 
nb spe, quaj.' igrioratur ad praesens'). 

Dominus dox LudwiciLs, fraler regine Francie, feria tercia 
Ott Leure') cum suis complicibus Cünstauciam intravit, feria 
fouta eequeuti se pai« ostendit, fciia qiiinta ad regem se 
Immiliter cxhibaiL 

Oe recessu pape Johannis. 

Kota depost, quo spiritu ductu» ftapa Johannes, ut dloe- 
Mar, eotutbotur spcrete se ahscntare. Hcc senciontea rives 
CmsUDdensen retnlenint hoc dumino regi, qui i^upcr hiiä fedt 
nRo(lir& El quamvis plures exploratores fuerint super re- 
van ptpe, tarnen pnpa iiivitis et itiro<niitis omnilms ConsUn- 
terfbtts aecrcte et furtive a Constaucia abseulavit. 

Pqa Johannes contra jiiraraentam per cedniam supcrscrip- 
tm bicturo furtive cum liibus alüs personis [»er [73] equos 
iConatancia fugit die Merctirii ante Palmanim^) ad navim 
ntn Biu balista, quam sn-um in latcre porlavit, jiergehat in 
SiNB*), ibideiti a^ceudebfit oquum et equitavit in Bobafhusen. 
Bee oOBDia |>erarta et iierpotrata ei-ant per duccm Fridoricum 
Autrie, prout manifestum fuit, quod dux eodem die cum papa 
Jihtime fallaciler fu^icbat. Nam fecit üeri hastiludia pro üO 
amulis aureis. quos fraler rcf^no luerabatur et obtinebat. 

NutADdum, quiHl de iiialitia pape Johannis, Friderici ducis 
ftudicti rcx cardinales et concilium totum iterterriti extiterunt 

m innipritii. Et conciliitm misit tres cardinales ad pa- 
in Schaffbusen, nil tarnen nperabantur. Hie papa iterum 

oiterius com pauris in Louftenberg adtunxit et per aliquos 
H in büspicio „zu dem pfawcn' ]iermansit et demum 
rtcfi duas |ier montes et nemara {ler Tütnowe venit, tbi 
fereoctavit feria seeunda post Quasimodogeniti*), et feria lertia 
MpKnCi secretc in Friburgam circa meridiem ad claustrum 
fraediratorum venit cum adiiitorio ducis praefati. Et post 
Joe in Hnsach «o uiulavit et ad aliquot dies ibi pet-mansit, 

abinde sccivle per hguram rustici de itrisach in Kuw'en- 



*| TgL oben & 118. — >) 5. MAnc. Hpfi-o^ t^dwi^ der Birt^e tdd 
hkn, Brad*r iIm- GvmaUtp Karb VL. UaW\)a. — >) -M. Min. Vgl. 
t» 9mmä.\tmmg iiix Flttcbt l*vi Niera. Vita papae Jobatuiii XXIII S. 41 ff. 
*»» April. 



136 Pester 

bürg*) applicuit et statim abinde reductus in BriBacum, qaod 
praetendebat, se adiunxisse ultra Renum versus terram dads 
Burgundie, cui eciam summam magnam auri dare promisit 
Item post hec iterum ductus in Fryburgam ibi ad eum ävo 
cardinales et octo quatuor nacionibus ex parte concilii adv^te- 
runt, secum conferendo de recessu et quare et ob quam causam. 
Nota versus dictatos et scriptos per me cantorem ipsius, 
prout sequuntur: 

Cum synodus sancta Constancie steterit ea, 
Jobannes papa inprobe transibat ab isla. 
Flures praelati Constanciam ibi vocati 
Begis maiestati secuti sunt commitati. 
In hüs metris invenies annum concilii Constanciensis rt 
fugam Johannis pape in eodem factam. 

Item anno domini 1416 sabbato ante Martini^ episcopi 
intraverunt conclavem 53 persone deputati ad hoc, tarn cardi- 
nales quam eciam praelati, et manserunt usque ad festum 
beati Martini inclusi. Et eodem die beati Martini infra deci- 
mam et undecimam totus clerus Constanciensis processiona- 
liter nudis pedibus et cum reliquiis et „secula seculorum" in- 
simul cantantes et omnipotentem Christum clamando, deprecant«s 
in platea ante locum conclavis, quem sonum inclusi audiebant 
Nam unus eorundem Germanice nacionis episcopus dixit ad 
alios, nunquam auditae voces cantanciura puerorum et cla- 
mancium pacem et concordiam, ad quod factum deferamus 
unum in nomine Jesu Christi. Hüs gestis omnes de ordina- 
cione divina flexis genibus, viva voce clamaverunt et solemp- 
niter cantabant „veni sancte spiritus" et finito cantu omnes 
concorditer ex nuto divino elegerunt dominum Ottonem de 
Calumpna') in summum pontificem et statim crucem per fene- 
stram circa undecimam horam ante meridiem extendebant, item 
quod rex et omnis populus clamabunt „Te deum laudamus". 
Et nominatus fuit papa Martinus quintus, et sie descendebant 
gradus de conclavi. 

Mox dominus Sigismundus Romanorum rex flexis genibus 
[73^1] cum aliis principibus ad pedes pape inclinavit se humi- 
liter ipsumque papara cum freno arripuit. Sedens papa supra 
mulo et domino rege pedestri transeunte ]>er civitatem coram 



') Neuenbürg a. Rh. — ') 7. November. — ■) Colonna. 



Kdubold 81«rbt. 



137 



cdam per ntert-ora") tisqae ad italacium episcopi 
sis duxtt tmmtlitcr'). 
llCTn XXI. die merisis Novembris, quae fuit dominica proxi- 
tntc KatliiTitiP vii-Rinis anno etc. 1417 ante ninna.sterium 
ptfß HolemiiDiter fuit coronatns. Quo facto twpu descendclHit 
I loeo oorona<-icmi.<( et ascendebat mtilum. Hex t^nobat sibi 
■tnpMii vt i-ecepit ad dextrum freiiuni equi paiie et a siniätro 
Banrliio de Brandenburg ducebant ip.'^iiti) cum mnltis comiti- 
■ fcta et buoniba!', omm>.s ciirii'iitus podestres [H>r ^tercom') et 
^■r DmoGS plateas ciTilati.s Constanciensls usquc ad palaeium 
Eftledkti episropi Constauciensis. Et sie ninnoif rardinalt'S, 
srdiqitscopi. cpi.^^iiipi, ohhatcs, i'raelati, doclores, auditores et 
ilii aolti intinhi homiues eqtiiLabant cum iiapa. Item 366 
^i0ttDl iiifulati, qui cum papa equitarunt. Kt statim )Hipa 
Vit varjin(rias} Pt reservaciones. 
Üem in die bcato Katlieiiue*) auibasiaton-s Argentiiiensea 
iKrnBt conun papa et magiMcr Job Vcner do Argentina satis 
Mlnpoem tt'Cit oillaoioni-m. 

Iten in dit* nativiluti^ Christi jMipa cantavit missam et 

■■Bt tvgi Rnmanonini ununi gladium. Cum gladio cvaginatü 

IH 1«gebft( fwanjK'Iium „exÜt cdiftiim a Ccsare Augusto". 

dominica Letaic'} iltnim t>apa celebraWt et niisit rosam 

Ronunonun Sigi.-!niundo cum marckione de Braudeuburg 

■ugDS Rolleuipnitate, quae fuit in valorc 'tOO tlnrenoriim. 

Auo rlc. U'20 Itahliazar de Koxa, alias ])apa Jobauues, 

*Wt circa festuin purificacionis, Bloreueie scpultus est*). 

Anoo iloniini U18 rex Itomanomm Sigii^munduä recepit 

dcciniarum ab omnilms spiritualibus i)ersonis, iii- 

iicaniibus, excepiis Juliannitis et Tlieutunicis fratri- 

W, qni buiusmodi fuerunt supportati. 

Item rex Anglte*) in anno 1415 praevaluit Franci^nis et 

vünti nobiloft, dufvii, romites, baroncs et uiiliteü de ijeiitibus 

"svae Fntacio in campis prostrati sunt, eeteri vero capti^). 

Item rdem rex AngUe in anno etc. 19 c4im potenrJa wgr 



*i Vfl lach iH» SrliildFrang ilrr Walitrorgingr bei KicbotiUl n, ilO. 
I to. Xovnobi'r. — •) fl. Stiri Ult». Vgl. t. d. Uwxlt 4, 1510 
1S7 — S Jnbt&n XXIII M»Th lirlnehr am IB. Dti. Itti. 
V. — •) B« Aiincoiirt. 



138 Fester. 

navit ante villam Parisiensem in despectum omni regum Francie 
et ducum in mense Augusto^). 

Nota dominus Ludwicus, comes Palentinus, duz Bavarie, 
filiu3 quondam Ruperti Roraanorum regis, a Heydelberga re- 
cessit cum 700 equis bene armatis ad regem Anglie circA fe- 
stum Jacobi^ in anno etc. 20. Et Delphynus Francie plures 
sibi fecerat insultaciones, donec venu ad Ängliam, et ibi pros- 
pere venit ad regem Anglie, cuius sororem prius ipse Lude- 
wicus habebat legittimam. Sub eodem anno 1420 rex Francie 
et rex Anglie concordati fuerunt et pacificati^), quae contro* 
versia tantum ortum habuit ratione occisionls ducis Burgundie*). 

Nota, postquam Husso et Jeronimus isti duo heretici com- 
busti erant in consilio Constanciensi, infinitus populus tarn Tii> 
orum quam mulierum in Praga et quasi in toto regno Bohemie 
praedicabant [74] heresim Hussonis. In tantum vigebat, quod 
plus quam centum mille homines isto tempore a fide christiana 
se alienaverunt. Et demum - . .') etc. Maledictus rex Wenczis- 
laus, rex Bohemie, ante mortem suam borribile factum perpe- 
travit, quod heresis se in tantum augebat inter nobiles et 
barones et milites civitatenses et villis, quod lamentabile mnl- 
tum est et fuit audire et dicere. Qui destruxeruut ecclesias, 
claustra, ymagines sanctorum devastarunt et destruxeruut, et 
multi Christian! interfecti in ista tribulacione. Rex Sygismun- 
dus contra eos se opposuit, quantum valuit, et scripslt princi- 
pibus ac nobilibus et civitatibu.«! imperialibus. Et infiniti Un- 
gari, Auslrales, Bavari, Boloni, Missenenses, Turingi, Sahsones 
ad regem venerunt contra istos hereticos, et ante civitatem 
Pragensem cum potencia jacuit ipsis resistend(o) a feste Jo- 
hannis Baptiste usque Laurencii martiris ^). Depost omnes 
recesserunt cum rege, videna rex nichil posse proficere. Omni- 
bus principibus demum fecit convocacionem ad Nümbergani, 
ipsis resistendo in festo Jeorgii^J in anno domini 1421. 

>) UnlMbnre Korrektur. 

') Vgl. H. Martin 6, 56. — *) 25. Juli. Häusser, Gesch. der rhein. 
P&lz 1, 285, weias von dieser Expedition nichts, Bondern erz&hlt nur 
Dach Bymer, dass der KurfQrst Heinrich V. Hilfe gegen Frankreich zu- 
gesagt habe. — ") Durch den Vertrag von Troies vom 21. Mai 1420, — 
*) Johann der Unerschrockene. Vgl. oben S. 119. — *) 24. Jani bis 
10. August. Der erste Angriff auf Prag erfolgte vielmehr am IS- Juli 
and am 30. Juli wurde die Belagerung aufgehoben. Aechbach 3, 74 u. 83- 
- <') 23. April. Vgl. Aschbach 3, 129 ff. Sigmunds Aosschreibeo zum 



Reiabold Siecht. 



139 




Der Hussenzug. 

Item eodem annn 1-1:21 itcrum otnnos prinrijwii Rcni con* 
Tenfnint in Fraucfurtdia) et seme! in Wes**!') et tractabant^ 
^aalitiY practactiä Ilussids esset resistendum. Et sie quilibet 
ivincep» Kfui cam potencia sc caltcgit cum civitatibus im- 
pniatibos fiibi coDviciuis. Et domiaus Lud^icus, comcs Pala- 
ünu.>, iIuK Havarie, cum epiaoopo Spirt-nsi cum maxiino exer- 
htn potenter a Heydclliyrga cum romitibus, bnronibus, militi- 
biM et aliis nobiübus iter arripuit versus Eger coiiveniendo 
:eri5 principibus Reni ac alüs diversis reynis i-egioiiibus cum 

ibus dnminis. Ibidem ad betlnndam Hiissoncs intideles 
"s in cnisliiio Laureucii^) comes praelacius Palentiiius 
. .. .■ rKTffa exivit hylaritcv cum suis. Qui depost regnura 
Bohcnie intra>it, et venernnt ante castellum seu opidum Satz'). 
thi aliquamdiu cum magno jHipulu potenter jacuerunt usquo 
ad tempus hyemis, iiuod prac frigore perscvcrare non poterant. 
BepatrJarant, infectn negotio, pro quo omuea exiverunt. Pap« 
UutinnK quintus mnximnd dedit indutgencia'! omnibu» ii^tis, 
\ti in Uto exercitu ea de causa fueruat cüntra liereticos prae* 
MtiUotf eo tciiijMre. 

anno domini 1422 dominus Palcnlinus Ludwicus cum 
fUbwiD de Ilelinstat, episcopo Spyrensi, se oppnsuerunt 
dvilalcnses Spirenses ac ceteri prineipi'S Reni Itomnnc 

et den Spirensis. Kam antea civitatenses Spirenses 
um fecerunt, hoc sigillarunt in qnibusdam articulis 
■mndnin clcro et episcopo Spirensi. quod rpcusanint ^enare, 
|iajv Us inter eos partes oriebatur. Et epist-opus Spirensis 
(va sub§idio Palontini praetacti ac aliorum principum ipsis 
«laeqttiose annectauteä*) cum potoncia civitatem in vigilia Jo- 
lanntK Ba|itiste obsederunt Tandem rex Sigismuiidtis Roma- 
MnuB eoB concordarit Nombcrgc, et ipsi ctvitatenRU!^ Spircn.ses 
«rksip et ppisco|)0 condempnfiti In magna summa tloi'enorum, 
nidket 16 000 flor. Renonsium. In temiwro litis civitatenses 
tadnun et colleginm saiicti Üermani conbusäerunt et concre- 




•taAüliM Lmnw umIi MidfKM racdMdk, 



^KiSuiMagntWeMl Ente Mai 1121. Vgl. HTA. 6. 53 ff. Übereilten 
wM Alklnil%iB Tait as CnnkfRii ist mir oicht« bekMDnt. — ') 11. August. 
tl ^taa Mr. Pnff. OW di« Bftlasftrong TgL Ascbbacb S, 135 fg. 



140 



Fester. 



mBrunt *) ibidem, per**) qoa [74 b] cciam coodemj 

pro 1 5 000 florc-norum Henensiutn et fueruDt concordMi 
uniti. Et declaradones svu sententias datas per doinins 
regem Komanorum Sigi-^niundtim et dominum Conrailum, at 
piacopum Moguntinenseni, roborarunt sigillo civitatis Spireasn 
omni quinquiennio elapso eandem coocordiam aCfirmandam 
novo ex utraque parte publice jurando per cleiuni in eccieslq 
maiori et cathedrali, ipsi burgenscs et coosUium in curia 
sllii Spirensi.s. Kl ita factum est et senatum a tempore 
cordie usque ad XVIII. armum, sicut prius est decopiatum'J.] 

De obhu pape Martini quinti. 

Anno doinini 1431 obiit dominus Martinas papu qnintiul 
in Febniario*), qui in couciUo Coiiatancionsi electus fuil, qnj 
Rome urbis sedeit) teauit ac multum bcue per Universum rexit | 
annus quindecim, meuses tres. Ac maguum thezauvum m!Im 
gil, qui post mortem eins mirabiliter et mis(?rabiliter distri*] 
butus, raptus i»er suos in mnximis discordiis, litibus et ge* 
werris anidiüatus fuit. Quem douiiims Gabriel de Venecää 
succ«ssit iti jiapatu, Eugenius quattus api)ellatus et conca^; 
diter electus in principin ÄIhil'Ü et coronatus XI. eiusdem: 
mensiä, qui roboravit concilium in Basilea et«., ut infra patebiuj 

Deposicio ducis Ludwici. 

Anno Domini 1425 tortia feria jtost ascenstonis domini' 
dominus Ludwicus, comes Paleutinus Reni et dux Bavarü 
Heidelberge de proprio suo dominio im- suos consiliarios sit 
juratos et fratrcm suum Otfjanera privatus omni regimine 
aiKÜlo suo cum potestate terram fegendara. Et 6Ho si 
seuiori fccit bumagium suoiiun sed coactus, qui filius vii U 
«nttoruni erat eo tempore'). Dixerunt eum nimis 
et v(«aiiuui. 

DMHVt sub &UUO etc. 36 feria secunda jiost dominicj 



«} n «» tt>. «1^» ito«!«* («H*« n««"« t^tplwiionam. Km 

«> V«l K«wllB«. Oewk. der Bi*chöfe sa Spejtr 2. »-4I mai 
y, U\ - •) Aw i(V nhltttf. - ■) 23 Mai Üb*r 4>e Ahectn« 
^ WV&n W molnn WImm »nst nirJits belnnaL - n 
4yr lUtt (MMvbeM Buprccht, wir Mch Ct^m 
t^ llflS bpKits 19 Jahre «It. 



Reiobold Siecht. 



141 



eönvenenint multi i)rin('i])4:>^, dufes, pomitcs, barones, 
mÜiies et nobiles in ma^Da snma venerum ad civitatem 
tffiirensem placitandnm nomine praedii^li doniini Ludwici Palau- 
tzni. Et eciam fratres sui eviam ibi erant ioquit-endo contra 
jsratOA et consiliarios dicti ['alenlini, ob quam causam iitsum 
fU privassent r^tJQiue. Fratres videlicet rlux Johannes") (lux 
Stephanns'), dominus de U'irtenberg, filiaster,*) et dominus 
vmm df? Brandenburg cum dnobus liliis") non bene erant 
ttMenü. sed dumiiiua Kabamis de Helmütat, an'Jiicjiigcopus 
m tempore Treverensis et admiaistrotor ecciesie Spireoäis, 
tibi prius fuerat epi^Yipus, doininu» margi-avius de Brnndcn- 
bvg et magister fnitrum Theutunicorum, bii tres fuerunt 
BwÜalores mt^r praedictos seu praetactos et publice ante 
BCfeciam katliedralem proposile fuerunt rntioncs quare et 
^Bod K dominium') et responsiones binc inde^ quod duravit 
id doos dies. Et ita coUoquia eciam secreta habuerunt in 
Mrmitu fratnim niltxirum. Et sie tandeui concordarunt in 
iKaB diem in Ueilhrunna, et ibi factum coudusum, qumi ita 
MmK prae&tuä dominus Ludwicuü in custodia bona usque 
«I mortem, quorl debilis et inörmus forte propter visitacionem 
am ttiKt«, quam fecerat. 



Sequitur de depulacione concilli Basiliensis. 

Anno domini 1431 iudictiono IX, die nutoui Veneria, sop- 
mensifi TV^fmhris, pontificatus sanctissimi in Christo pa- 
et domini nostri üomiut Eugenii divina prudencia pape 
^huli, qai anlt^ictuä fuit [75] Gabriel de Venecüs canliuaÜs 
d efiiscopus >Seni-n.sis, qiii fuit in paj»am electus et est suc- 
(Mor Kfarttni papc quinti, qui in Constaucia ....**) electus 
% onicum pft.storcm et papam unanimiter concorditerque fuit. 
hMlala£ ' ' :> papn Ku^enius praetaclum con^iliuni Ita- 
i\: . qunnivis \kv antecesson-m suuni Marti- 






loM. Hau nrvarMt Hb*: •)iura LadslciM dootol» prl- 
' tv.>rt- • .>i:nülu> DakD vir« CMUtWOtVMl N )«•••. 



<) 13. MARL AucJi bler trg^axt Sl«di( Alle hitJiAr tH'kaimten N«cli- 

dtVica. TfL Häuwr 1.308 fg. — >) PfoUgraf von Ncumarkt f U43. — 

i^alifn/ TOB ShnniTrt Qod Zweibrücken t ^*^' — *j Gr*f Uidvig, 

Oomild «OD Kurfant Loilwi^ ftitestfr Tocbtcr MecbüliL — 

L und winr fühae Jotuuin und Kriedrirli II- nOer Frie«)rirli U. 

UliBdkc AtfhiDfa- 



142 Fester. 

num et cardioales hoc ydem in loco praetacto conclusum ^ 
inceptum fuit, in hunc modum ad laudem omnipotentiB dei, 
exaltacionemque fidei katholice necnon tranquiUitatem et pacem 
tocius christianitatis, reformacionem quoque universalis ecciesie 
ac populi christiani. In quo concilio dominus Julianus, misera- 
cione divina sacrosancte Romane ecciesie sancti Angeli dyaconi 
Cardinalis, in praesenti sacro generali concilto Basiliensi auc- 
toritate apostolica in praesidentem specialiter deputatus fuit 
ibique tractandum de singulis materiis, quae in tota cliristia- 
nitate materia sunt, incipiendo in capitibus magnatibus prae- 
latis et consequenter descendendo usque ad statum infimum. 
£t hoc ydem concilium habuit pro diversis tractandis plus 
quam 43 sessiones, sub quibus reformaTerunt et deposuerunt 
papam Eugenium in dicto concilio et de novo elegerunt noTum 
papam, videlicet dominum ducem Saubaudie, dictum Amedei, 
reÜgiosum, qui ante eleccionem papatui sibi construxit novum 
claustrum et novum ordinem seu sectam finxit, ut possit eligi 
in papam et hoc factum in cismam redactum. Ättamen elec- 
tores imperii concorditer adhuc tenent Eugenium pro papa, 
non obstante eleccione facta in concilio praefato Basiliensi 
ducem Subaudie in papam electum. Sed nemo eandem elec- 
cionem advertit, nee habetur pro papa inter principes elec- 
tores, quod fraus et dolus estimatur commiss(a). 

Item hoc concilium jam duravit et semper continuatum est 
per episcopos, appates et alios praelatos omnes Ytalicos, et 
pauci de aliis naciouibus et minime de Älmanis. 

De Armiaois. 

Anno domini 1444 circa festum beati Johannis baptiste 
venit Delphynus, filius regis Francis, cum magno exercitu 
armigerorum, dicti Armiaci, qui in summa reputabantur plus 
quam viginti milia, ad castrum et regionem Mümpelgart. Qui 
debebant venisse versus Switenses in subsidium regi Friderico 
de Austria Romanorum, qui electus fuit post patruum suum 
Albertum regem Romanorum. Qui Albertus tantum ad annum 
rexit. Et sie ipse Fridericus in Francfurdia electus fuit con- 
corditer in anno etc. 42, qui libenter rehaberet et recuperaret 
terram et castrum ac ci\itates liereditarias suas, quas habent 
et possident Switenses totam comeciam Habsburg, unde isti 
duces Austrie habent originem. Et praefatus dominus res 



Betabold SIecbt. 



143 



Pridericus in hnnc finero suhplicavit regi Francie pro hiis 
bcOfeiMis uiDifieris praetactiä, recuiierando comeciam praeno- 
taUiB. Tone Delptiinus cum büs arnügeris peäsime intüllif^eiiä 
«( ibutens iatravit terrnm Alsnr.iam cum [loUnicia et [Iti^ 
^nfdam c«stra ac civitates sibi usurpavit -v-ioleuter et liomi- 
Ms in opidis et dvitatibus existentes expulit, quosdam inter- 
fcdt, Tirgiops, malieres e( pueros una cum viris strangulavit 
et regnavit quasi itsque ad ciritateiu Argeiitineiisem. Sed 
ipu ArgcntincDM*» ciivs cum suis adiutorilius, n\sistenles ipsis 
ta taotiini, quod non valuerunt venire ultra passum Argcnti- 
icawai rt mutti mala egcrunt in vilUä, opidis etc. Eoiam 
molti interftH:li auut .Vrmaiaci. 



Beilagen. 



/. ^n Unffenannter nn licinboJd Siecht. 

Weitacnhur^, 31. Janwtr 1405. 

BooormbUis domiiie i-antor con»)l>rinc karisMiuc uovcritü. qaod 

tan ivtln et hodic plcnius iateUeni, qaaliter circa qaindeaam coo- 

it hie dominas \V(illielnDs) eleclas Argcntinciius in forma 

CUD B. KranlJ!') et Etnicbo <ic Liningci) simal habcnles 

ia lecreto dnraolcs jki maltos huras. Deiiid«; iKTcepi, riuod 

iMMde Bwvrd, filia? comilis de Mür^z cum dumiiio l.uiliwico duce, 

>«b iMtrl fUio, dümitiicd proximal) de Hnf^novr transivii in Heiltet- 

tTR ri fbi fmis lercia et quarta') plurea bubu«runt cum rege i>ariter 

<: ^«1^ troctatus, ijuibufi eriam duraiDus H, do Waehiiihoiiii diritar 

K<rrtiii)i«<' , >]uo(l((u? X»m iu Ilcidi'lborß quam et alibi communittir 

«iior. qu'.v^l roniltidcnint pro uno dti Münz uü cccicsiaiii Argcn- 

_iarnM:in proniovcndo. Xnm ci heri spro comes de Sarwerd et H. 

iWvbiulicitii |>rr<iu-tj cnnt duco Lud(i"ico) buqi ad Ilnffnow reversi, 

firia» in proudio fuit Uic de liiert ad Iratrem suuui dominum 

celcriii^r Fl scrioüius utmet enuncisviL tinnsiturus. Et 

ihtor domlnns ArKi'iilinensis a<l ccclesiam [<eodicn3om 

;t»l; ,ü(- iraii^UttirOA et cum ali<|itibu^ tractavcrat de XX 

Atfmiorom sibi tnbucndis al> wt, cui rommiserit cccicsiam 

etiwm. Plnrn nma vuiTUiit alia Hc ]>rapmi<tsis et negoctis 



>t thrllMkl Knnx tod Oei8|K>Miein — *l 25. Januar 1405. \ta 29. 
FwUrirb voti ÜAn, Gr$i van Saanrcrd«n, von K. RnprMht in 
Meiul. Clim«! No. 1934. — *) 37. uud 28 Januar. 



144 Feater. 

aliis Don scrlbenda de praesenti. Sapplico itaqae, qaatenas domiiu 
patri meo praemissa non tardetis notificare Tel eo forsan abaente 
domino Johanni Amman') vel Rftdolfo Beiheim indilate perpraesea- 
dam latorem propter hec missom, rescribentes michi, quevis vestn 
grata. 

Scripttun WiBzenborg sabbato ante porificacionem circa Tespena 

Adresse: Honorabili viro domino Beinboldo (Siecht) cantori eo- 
clede sancti Petri jmiioris (Argentinensis) domino et consobrino sm 
dilecto. 

I^p.-Or. mit Spuren des aufgedruckten Siegelsund Verschiekungs- 
schnitten. Am unteren Sande beschnitten. 

Strassburg. St.-A. AA. 1443. 



II. Beinbold Siecht und Heinrich Sempach an den It<^ eu Strasi- 

bürg und den Notar der Stadt, Nikolaus, genannt Wihe. 

8. Deeember 1416. 

KeimboldoB Siecht cantor necnon Heinricus Sempach scolasticns 
ecclesie sancti Fetri Jonioris Argentinensis compulsores sea commis- 
sarii ad infrascripta inter partes sabscriptas inxta mentem et teuerem 
literamm compalsoiiarnm desaper editaram specialiter depatati sa- 
pientibas magistro ciriam, magistro olficiorum, consolibas et procon- 
salibos necnon Nicoiao dicto Wihe notario civitatis Argentineiisü 
salatem in domino sempitemam et mandatis nostris firmiter obedire 
noveritis, nos qoasdam certi tenoris compnlsorias literas a nonullis 
certis jndicibos et commissariis a sacrosancta sinodo Constanciensi 
in causa sea caosis inter reverendam in Christo patrem et dominom 
dominam Wilhelmnm de Diest electnm confirmatam ecclesie Argen- 
tinensis necnon magistrnm Heinricam Bell alias Kabot') instigatorem 
sea promotorem officü contra et adver^us dictum reverendam patrem 
per ipsos commissarios et jadices praedictos specialiter depatatam de 
et snper nonnnllis perioriis et dilapidacionibus ac aliis in ipsa causa 
dedactis et dedncendis partibas ex altera mota sea motis directtf 
□aper nobis coram notario et testibns tnnc praesentibos praesentataf 
cam ea qoa decait reverencia recepisse. Ipsis siqnidem nobis pr&e 
sentat(i) faimos per magistrnm Jobannem Simnndi procaratorem nomioi 
et pro parte dicti magistri Ileinrici Bell instigatoris prent de sO' 
procaracionis mandato via sabstitucionis literis constabat docnmenti 
dictarum eciam literamm compalsoriarum exhibitorem post debitai 
reqaisicionem coram nobis factam legitime informati, qaahter vc 
conianctim et divisim habeatis et dettneatis in vestris capsis sen c 
Btis nonnnlla jnra, literas et manimenta et prcBertim registrum qn( 
rondam certomm debitoram per praefatnm dominum electnm contrai 



1) Genannt Kirchberr, Rat des Bischofs von Augsburg, Eberhard vc 
Kyburg. Vgl. Strobel, Gesch. dea Elsasses 3, 71. — Strobel 3, 11 
nennt ihn Heinrich Kuwt, genannt Bell. Vgl. auch Aber den Elektei 
prozess Strassb. Stuil. II. 



Retabold SlMht 



145 



in qnOfUni oeno conportAcionls trai^t&tu ilel . . .■) durataro 
•tor ipMm rcTerendnin pstrem ex tma et vos nccnon domlnos decA- 
1^ et civiitahna ecdesie Aji^ntioeosis ex altera intto nobis per 
■■miiliim domlntim clectum assignatiun ad ipsam caasam son can* 
■I fccteite» et facientia et sioc quibas de meritis caasc sea causamm 
MMBodl ad ptcDom coiutarc qod poterit. idctrco vos et qaemU- 
kil te atiiUM sab penis et censarü in ipsis Uteria comptüsoriis con- 
Htti nMittirimas et monemas, nc infrft dnodccim diemm specium 
pKl «xocucionem praeseiichim prcxime et iinmediate se(|uentium co- 
m aoliii in iluuibus nostrls dida Jura literas et munimenta et 
pncnftfaB pnctactom rcgistniia drbitontm pmcdictonun conun no- 
)m tZBDCBmeoduiii seu traasumenda exliibeaotis dictLs dominls com- 
wämBÜ» et Jadicibns pro cognictune et discussione dicte cause traos- 
a l BcaJ «i B et traosnittcnda. r&ttun nostris sab sigilUs die Mcrrnrii 
Mm Oeoenbrü anno domiui lilö. 

Mm Jorm v^Ftmbar von der Hand des Notars Nikolava: proccssDS 
Bl piiwlilnii est nirhi sezta post concepc. Mar. [11. Dez. Ulö]. 

raf.'Or. Strassbiwff. St.-A. AA. 1443. 



. «. Otanfa. m. W. tX. 1. 



10 



Bildaisse 

des Markgrafen Wilhelm von Baden-Baden 

und Beiner Familie. 

Von 
A. TOD Oecbelhanser. 

[Mit 11 Uchtdnicktifeln.] 



Der unteTzeichnete Redakteur der Zeitschrift fand bei Ge- 
legenheit der VerOffentlichang eines Yaillant'schen Briefes, 
die dnrch Herrn Archivrat Dr. Krieger in dieser Zeitschrift 
stattfand (vgl. NF. VIII, 381 ff.), Veranlassang, den erneuten 
Yersach za machen, die nnbezeichneten Bildnisse der nach- 
folgenden Sammlong zn bestimmen. Da der Yersttch, wie sich 
heate anch durch die ÄosfQhrungen des Herrn von Oechel- 
hänser ergiebt, im wesentlichen gelang, richtete die Redak- 
tion durch die hist. Kommission die Bitte an das Ministerium 
der Justiz, des Kultus und Unterrichts, die Mittel zu einer Yer- 
Öffentlichung zu gewähren. Fttr die erfolgte Bewilligung ha- 
ben wir Sr. Excellenz dem Herrn Staatsminister Dr. Nokk 
unsem schuldigen Bank darzubringen. Herr Hofrat Oberbiblio- 
thekar Dr.Brambacb hatte die grosse Gate, dieYerrlelfiUtignng 
zu Qberwachen, wie er schon an jenen Bestimmungsversnchen 
lebhaften Anteil genommen hatte. Herr Prof. Dr. Ton Oechel- 
häaser Qbemahm gütigst die Aufgabe, die Bestimmungen er- 
neut zu prtkfen und die kunstgeschichtliche Wertschätzung der 
Bildnisse festzustellen, wofOr die Redaktion ihm ihren Dank 
auszusprechen verpflichtet ist. Schtttte. 



Unter den im Jahre 1772 nach KaHsruhe in die Gross- 
herzogliche Hof- und Landesbihliothek überwiesenen Beständen 
der ursprünglich Baden-Baden'scfaen, dann Rastatter Schloss- 
bibliothek befindet sich ein Foliohand mit einer Anzahl lose, 
zwischen die leeren Seiten eingelegter Porträtzeichnungen in 
Kreidemanier. Das Verdienst, diesen bisher unbeachteten 
Schatz gehoben zu haben, gebührt W. Brambach, auf dessen 
Anregung hin dann auch bereits zwei von diesen Bildern in 
das kürzlich vollendete Werk von Hans Müller über Badische 



BiMaiMC dM St&rkfrafeo Wilhclui and seiner Familie. 147 



Intenblldnlsse (Karlsruhe, Verlag von Chr. Th. Groos Bd. I 
38. Bd. II 1893) noter No. 15 und 21 des ersteo Bandes 
ts^noinmen worden sind. Es handelt sich nämtich in der 
grotsen Mehrzahl um Origin.ilbtidnissc des Markgrafen 
Wilhelm von Baden-Baden und seiner Familie aus der 
iweitm Hälfte des 17. Jahrhunderts, im Ganzen 17 Blatt, 
ID denen neun auf den niederläDdlschen Meister Wallcrant 
raülaot. sieben auf Matthäus Merian d. J. und eines wahr- 
idMinlich auf den franzusischen Ku|)fer.stecber Samuel Bemard 
nrOcbgehcn. 

Die Entstphung^zelt ist eine verschiedene. Laut belgeftlgter 
Jthreszahlen »iiid die Btldniase Vaillants in den Jahren 1655 
ud Ifi&ti gefertigt, während die des Frankfurter Meisters aus 
deiJahmt 1669 und 1672 stammen. Das Bcmard'schc Blatt 
fat tnibezeidinet. Es ßeht hieraus hervor, dass die Sammlung 
•noiihUg entstanden ist. vte denn auch der gewählte Mass- 
stab oml das Format der Blätter, soweit sich letzteres in dem 
jctaigoa, zum Teil arg beschnittenen Zustande beurteilen läsit'), 
keine pknm&ssige f^bereinstimmung aufweisen. 

Die neun Vaillan tischen Zeichnungen, welche den Schwer- 
pvnkt anscrer Folge bilden, sind sämtlich nur mittelst 
irhwarzer und weisser Kreide auf blaugrauem Papier hcr- 
l^cstenL*) Die Küpfc erscheinen dabei etira in '/* X^bens- 
grOvH; die Zeichnung schneidet unter der Bi-ust, bei den 
etwas höher, bei den Frauen etwas tiefer ah. 
Die Bilduisse mitchen zunächst den Eindruck von Vorlagen 
den Kupferstich, von Vorarbeiten flir eine Serie „fiirst- 
sr Bildnisse*, wie solche seit den Tagen des Jost Amman 
id HaiM Burgkmnier von den regierenden Häusern in Auf- 
gegeben 7-u werden pflegten und uns verhältnismässig 
cfa erfaftlteu sind.'; Gegen diese Annahme spricht aber 

*) iHe ViilUntVJkfio DUitcr scheinen unprCmglidi s&niüieh oDgc&br 
1geM>i^cm ftcmewen zu bitten. Die M(>riui*scbcn TOn I<M9 sowie 
feH^Kl du Bbtt von inra (Vo in snf Tafel IX) zeigen wesonttich 
feUHTC AknMMOBgeo ; themo Ata Bernard'gche ItUtt (No. 18). — ') Der 
K^d. iler ndi in dfr Mine allor Blatter unaerer SamiDltins vDrUndel, 
M afafei durch oicblrAicIirlirs /iiiaituueiü^n d«r Zeichnuufien t<ntstindeD. 
ritrHrT txrdu rnrlianden (fcwiwcn. — •! Vgl. durüWr n. .^. die 
' Ab««^i '" ^'^ Aiif»alxe des Vrrfassrrt üher den Bililluiiicr des 
[rxhalMDn bi 4en Miueiluogea lar Geschichte des Heidelberger 
Bd. U. Beft 4 aieidflbor« 1890} S. 317 7. 

lü- 



i4d 



V. OechelhKuier 



von vornherein (ier Umstand, datts von keiner der VäilUnl'' 
sehen Zeichnungen die entsprcchuniten Kuustbluttcr 
Kupfer gestochen, radiert oder j^eschabt vorbanden sind; das- 
selbe ist auch bezüglich der Merian'schen Bilder der Fall; 
ja, als der Letztgenannte unmittelbar darauf die Heraus^atwj 
eines genealogischen Werkes über das hadi»chc und holst ei niscli« 
Flirstcnhaug in Angriff nahm (Möglichst kürlzeste, jedoch 
gründliche Genealogische Kerführung von uralter ITer- undj 
Ankunfll Beydcr llochfUrstlicher Hiiuset* Baden und ilolstoii 
Frankfurt a. M. 1072). stellte er auch für die in unserer Seri^ 
bereits vorhandenen Persönlichkeiten dem Stecher neue Auf-^ 
nahmen zur Verfügung. Unsere Zeichnungen sind somit nl: 
Originalaufnahmen zu bcti'achtcn, wie sie in damaliger Zeil 
von herumreisenden Künstlern an den FOrstenhÖfeu auf 
Stellung sclmell und billig geterligt wurden, lun dann 
Mappe oder unter Glas aufbewahrt zu werden. Gerade 
unscm beiden KUnslIern ist uns eine umfangreiche Tbätigt 
in dieser Hinsicht auf dem Krönungsffstc des Jahres 161 
in Frankfurt a. M- bezeugt'), und eiu glückliches Geschk 
hat uns auch, wenigstens von W. Vaillant, I'robeu die 
seiner damaligen Kunstlhiitigkeit aufbewahrt. 

DasDresdcner Kuiiferstichkabinet besitzt oilmlicb 
»Oiiginalia derer ChurfUrstL und anderen hoben Standes Per 
sonen so bey der Wahl des Köm. Keyseis Leopoldi Ao. IGE 
Franckfurth am Mayn zugegen gewesen, von W, Vaillaut 
rühmten Mahler bey dem Wahl-Tag zu Franckfurth am Mayn 
165S verlerttiget". Der stattliche Rand, zu dem diese BlätU 
vereinigt sind, ist alter Besitz, d. h. vor der Übergabe de 
Kabinets an Ueinecken im Jahre 1764 bereits in der St 
lung gewesen und etwa zu Anfang des Jahrhunderts in dt 
Weise zusammen gcstiiUt worden, dass zu jedem der 12 Bild- 
nisse ein Blatt mit der Angabe des Namens und der Titel 
der betreffenden Persönlichkeit hinzugefügt wnrde. Die M< 
zahl dieser Zeichnungen ist mit der Signatur des Künsllersi 
W. Vaillant fe. und der Jalireszahl 165S verseilen.') Ausser^ 

1] Der Pras ron 100 Bth., die K. Merlan d. J. dem von Krieger 
dieser Zdlschrift (NF. MII, 882) TerflffenUioliten Briefe «ifi3lge, für 
«('ontretait" vom Kurf(lrs»u K&rl Ludwig vciloogw, kua neb nur u 
t\a Olgvtaftlde beeiebea. — *) Dargeatollt BJnd: I) Ktuser Leopold, Ü) Jo- 
bana Philipp, EnbiMiiof von Uainx, 3] Karl Kaspar, 







BtMidBe dn Xu-kgrifeD WQh^lm und seber Familie- 14g 

befinden sich daselbst an der Wand cles vordersten Saales 
Glas in Rahmen noch zwei Vaillant'^iclie Kreidezeich- 
imgeo: die Bildnisse des Kaiser Leopold und des Kui-fUrsten 
Mairn Georg II. von Sanhsen, welche mit den im gen. Bande 
MadUchcn Portrüts dieser Fürsten (No. 1 und No. 5) in je- 
te* Bezidiang wie Duplikate Übereinstimmen. Diese beiden 
BBlter sind am so wertvoller, weil sie uns allein in ihrer 
nrtrefflicheu Erhaltung einen Begriß^ vom ursijrlln glichen 
Aissehen der leider arg mitgenommenen zwölf Zeichnungen 
\m enrlhnten Bande zu geben vermögen und im Ganzen 30- 
nu- besser erbalten sind als unsere Karlsruher Bildnisse. 
iasaer diesen Drnsdcner Blattern sind dem Verfasser nur 
Mdi einige Kreidezeichnungen des W. Vaillant im Berliner 
Slpfentichkabinet bcVnnnt geworden'), über welche unten 
fllfgtotlicb der ktlnstlerischen Würdigung dieser Arbeiten im 
Zasammenhange mit den Dresdener und unseru Bildnissen 
lAukdelt werden wird. 

SüDtUcbe 1'orirät.s unserer Sammlung entbehren einer Be- 
Mfefcaang der dargestellten Persönlichkeit. Die nächste und 
■r den Historiker interesson teste Aufgabe ist somit die Be- 
Sinaang der Bildnisse. Ein erster Versuch dieser Art liegt 
ii dDer handschriftlichen Aufzeicimuug von J. Cbiist. Gries- 
bdi nnserem Karlsruher Bande bei.*) Abgesehen von zahl- 
teldmi rnrichli^keilcn und IrrtUmern ist doch hier bereits 
richtig erkannt worden, dass es sich um Bildnisse badiiicher 
riinüichkeiten, und zwar in der Hauptsache um Bildnisse 

r. 4) if'l'fiHa o Heinrich, KrabiKbof Ton K&Ui, 5) Joliiuia G^rg IL. 
Tsa Skchaen, 6) Karl Ludwig, Kurfurat von der Pfalz, 7) Ferdi- 
3hm, KurfOnt »ob Baien», Ü) Fricdricli Wilhelm, Kurfüret von 
IraadcBbstf, 9) Joseph Maria SauTelU, pftpstliclier GeMn(It«r. 10) Anton, 
BiOMif »00 GnuDDoat, fnuu&eisefaer Gesaadter. U) Jobaon Moriti toq 
1, Braixlenbuiigiacfaer Goandter, 12) ? (das betr. Beiblatt rehlt). 
i- £. WuMuljf «nrthat aunerdan iu der nrtitw, iretentlich ver- 
0»! ftriüBflnoo AiUfTBb« Bcioer Schrift über W. A'aiiUnt 
ISSl) «M Sorli TOB S4 Zbichmagea dice«a Kilniücis, welche im 
INi u Paris Tvniteigert worden »eiea und auK dem KahiDet iIcs 
iGmUiuin «tammten. — *) „Geechrielieii bd Yerferti{{iiug der Kuta- 
1l(a tVcr die BiliUothek in dem Schlosse lu Rastatt in dem Jalire 1772." 
l Chr. Grteibaeb wird im Bodeo-Durtacliiscltcu Hof- und StaaUkalender 
■af te JaJtf ] 772 nla Sekretär in der Geheimen Katuloi des MinUieriuma 
«fehlt 



ISO T. Oechelh&aser. 

des Markgrafen Wilhelm von Baden-Baden (1593 bis- 
1677) und seines engern Familienkreises bandelt. Di& 
nähere Bestimmung der Persönlichkeiten haben sich dana 
A. Schulte und W. Brambach mit Erfolg angelegen sein lasBeo, 
so dass dem Verfasser eigentlich nur eine Nachprüfung d^ 
von den genannten Gelehrten aufgestellten Bezeichnungen 
übrig blieb, welche im Wesentlichen dieselben Resultate er- 
geben hat. 

Da, wahrscheinlich nur mit einer Ausnahme (No. 1 auf Taf. JUX 
Porträts nach dem Leben vorliegen, so muss die Untersuchnng 
davon ausgehen, welche Familienmitglieder der Bemhardini- 
schen Linie in den Jahren 1655 und 1656 beziehungsweise 
1669 und 1672 am Leben waren. Der erstere Termin ist 
noch etwas näher zu lungrenzen. Da nämlich anzunehmen 
ist, dass Vaillant die 9 Bilder an Ort und Stelle, d. h. im 
Schlosse zu Baden-Baden hintereinanderweg gefertigt und dazu 
schwerlich mehr als zwei Monate gebraucht haben wird, 
80 sind etwa Dezember 1655 und Januar 1656 als Ent- 
stehungszeit derselben zu betrachten. Der Kurfürst mag da- 
mals gerade von Speyer, wo er sich in seiner Eigenschaft als 
Reichskammerrichter den grössten Teil des Jahres über aufza- 
halten pflegte, zum Weihnaditsfeste nach Hause gekommen 
sein und bei dieser Gelegenheit den niederländischen Meister 
zu den Aufnahmen berufen haben. 

Der Markgraf selbst (geboren den 30. Juli 1593) stand 
damals im 63. Jahre. 

Seit 1650 war er in zweiter Ehe vermählt mit Maria 
Magdalena, der Tochter des Grafen Ernst von Öttingen- 
Eatzenstein, geboren 1619. 

Von seinen Kindern und Schwiegertöchtern lebten damals 
noch: 

Ferdinand Maximilian, der älteste Sohn und Erbprinz 
(geboren den 23. September 1625), 30 Jahre alt, 

dessen Gemahlin Ludovica Christina (seit 1653, ge- 
boren 1627) 28 Jahre alt, 

Leopold Wilhelm, der zweite Sohn (geboren den 16. Sep- 
tember 1626), 29 Jahre alt, 

dessen Gemahlin Sylvia Katharina (seit 1650), 

Hermann, der fünfte Sohn (geboren den 12. Oktober 
1628), 27 Jahre alt. 




BiMaiuc il(« M&rkgnfen Wilhelm ood seiner Familie. 151 

Katharina Franziska, die zveite Tochter (geboren den 
I». November 1631), 2i Jahre alt. uud 

Aoaa, die fünfte Tochter (geboren den 12. Juli 1634), 
;i Jahre alt 

[Die au 8. September 1655 geborene Prinzessin Maria 
inna Wilhelmine kann ualilrlicb nicht in Frage kommen.] 

Es handelt sich also zunächst darum, die neun Vaillant*- 
Itbeo Kreidezeichntingen, flluf müiitilichc uud vier weibliche 
fnrtrits, unter diese neun Perifönlichkeitcn rirhtig zu ver- 
leflfo, nnter Zuhilfenahme des vortrefflichen Verzeichnisses der 
ftiUoiaw des badiscfaeu Fürstenhauses von W. Brainbach in 
4ei ]fitt«tltingeu aus der Grossh. ßadischcn nof- und Landes- 
bAUodwk and Münzsammlung (V, Karlsruhe 1884). Wir 
sAeiden nnächst die Bildnisse aus, hinsichtlich deren kein 

Rilfel walten kann: 
1) 3[arkgrar Wilhelm (No. 1, Tafel 1), sowohl durch 
übereiustimuiung mit dem Stich von Philipp Kilian nach 
Zeichnung des Johann Ulrich Meyr in dpr oben erwähnten 
Kerbn'ficben Genealogie (Brambach 108) als auch durch das 
Coldcne VUess, das der Kammerrichter im Jahre 1638 er- 
kiltfB hatte, hinlänglich gekennzeichnet. 

3) Marlii^Taf Ferdinand Maximilian (Xo. 3, Tafel II), 
4e9<en Bildnis mit dem in der Genealogie befindlichen Kupfer 
iBr. US), mit dem Schabkunstblatt des J. van Sommer (Br. 
Il6)f lowic mit den Bildern im Schlüsse zu Baden-Baden (im 
pxmea toten Speisesaale und No. 401 im Kurridor des dncusn 
Stockverfces) Im ganzen so gut übereinstimmt, dass unsere 
PwM'liü Hilft ab gesichert angesehen werden darf.') 

8} Markgraf Leopold Wilhelm (No. 5, Tafel IV). Die 
Cbcieiustimniung mit ilem kleinen Wideman naschen Kupfer 
(Br. 122), dem Wiener Blatte (Br. 125) und dem Merian'schcn 

■) Im Iftrtea BauAb dieser Zeiuchrifl (NF. Tm, 881 ff.) bat Krieger 

#Mk DnimbrM 4« KurfOnteit K&rl Lnttvrig von der Vitlt an iinsem 

Fardiiiod ynxi>pt<'*n verOfTentliclit, woraus livrvurgvht, dius 

■ roa W. VüUaot gdertigt« Bildaia dem Kurruntou zum Ge- 

AboMOilt baue. i)aa ächrabeo ist uicbt datiert. >l<>iclicb, dui 

« ikk ■■ ehi Tcm Kaaatler Bach anaerer Kmdexeiclutuug gerertigtes 

O^aUli kudelt, Tiellekht auch nnr — der Ausdntck controfait ist 

wlaiMl% — am «äDtaolcbe Kreideceichaung, wofür dann der KurfDnt 

■Mi BB4ar ala GtfiBfab« wndet. 



m 



f. OechellilLuser- 



der 1 



Bnistbilde (Br. 126) ist eine hiiiläoglicli grosse, um üie Zu- 
teilung unseres Blattes zu rechtfertigen, trotzdem auf der 
Rüchseite eine ältere Bezeictinuug auf Ferdionud Max hinweis 
Die Ähnliclikeit beider Brüder war offenbar eine grosse. Die' 
Nase des Jüngcrun pflegt jedoch Itürzer und anders profiliert^ 
dargCHtellt zu werden. 

4) Markgraf Hermann (No. 7, Tafel VI). Auch hier 
Ähnlichkeit mit den Brlidein vorhanden. Unsere /eiehni 
stimmt recht gut mit dem 15 Jahre spater in Wien angefertif 
Kupfer des C-oru. Meyssena (Br, 137), mit dem Kilian'scheal 
Stiche von 1681 (Br. 138) und dem Kupfer im Theatroalj 
Europaeum (Br. 141), auf denen der Prinz, der Im Jalirc l€6lj 
dem geistlichen Stande entsagte, in Bdstung als Knegshell] 
dargestellt ist, während er hier, im Gegensätze zu den BrUderu,] 
noch in Wamms und Munud erscheint.*) 

Es bleiben somit von den Vaiilant'sclten Blattern übng;j 
ein milnnlichcs und vier weibliche Porträts. 

Von letzteren hat 11. Müller (a. a. 0.) eines bereits 
Bildnis der Maria Magdalena, zweiten Gemahlin des Mark* 
grafen Wilhelm unter No. 15 im ersten Bande seines obca 
erwähnten Werkes niedergegeben. Ich kann mich dieser Be- 
zeichnung, obgleich ausser dem sehr zweifelhaften Bildnisse 
im Korridor des Badener Schlosses kein Vergleichungsmaterial 
zu Gebote steiit, nur anschliessen, zumal da das Porträt ofTcQ- 
bar die älteste unter den vier zur Darstellung gelangten Da- 
men darstellt. 

Für die drei übrig bleibenden weiblichen Porträts haben 
wir nun die Auswahl zwischen den beiden markgräflichea » 
Töchtern und deren zwei Schwägerinnen. Hier dürfte nniH 
zunächst die völlige Übereinstimmung in Ilanrtraclit und Klei-^ 
düng, sowie der Umstand, dass Beide als Gegenstucke beban-j 
deli sind, die Annahme nahelegen, dass die auf Tafel VII undfl 
VUI wiedergegebenen Bildnisse No. 8 und 9 die unverhei-" 
rateten Töchter des markgrätlichen Paares darstellen, und 
zwar No. 8 die ältere, sonst aus Abbildungen nicht bekannte 
Katharina Franziska, welche im Jahre 1691 tu Bisanz 

■) Über die B«xicliuugeD uHBercs Frnnkfiirter Hftlera M. UerJu il- J- 
cum Markgrafen nermaiui und alter dü! t:iitst«U»ng An Bilder i» Tbc«* 
trum Europsenm geben die ron E. Beyck \a diäter Zoitttbrift (NV. 
3^7 ff.) recoffcoUtcbten Brtofe iuwreasMite AutttehlOase. 




BUdHe im MubgraüBa Wilhelm Bod seiiwr Familio. 153 

Nonne gestorben ist, Xo. I) die jüngere Schwester Anna, 
im 4ef Breinbadi (U6) nur ein im Schlosse r.ü Baden-Buden 
MDdBefaes, fSr unsem Zveck d. b. zur VergleichunK uq> 
kiochlHurcs GemüMe anzufültreii weiss. 

Du dritte und letzte der in Frage Rteheridcn weiblichen 
fiüifadffia, No. 4 anf Tafel DI, dürfte wohl am ehesten auf 
ifc Gattin des Erbprinzen Ferdinand Max, die aavo^sche 
Priunsiu Louise Christine, zu hezieheu sein. Zwar 
tagt der betreffende Kilian'sche Kupfer in der Mcrian'schen 
Omealogie (Br. 120) ein ländlicheres Oval, eine längere 
Xiie nnd rollere Lippen, doch kehren dort Kiu^^elhcitcn un- 
tertr Zeirhnun» wieder, «eiche die Identität beider dargestell- 
te Persdnlidikeiten wenigstens wahrscheinlich machen. Da 
dir PriiDceesiD nachweislich ihrem Gatten niemals nach Dcutsch- 
Ittd gefolgt isi (3. unlCD S. Iü3f.), ihr Porträt in der Sammlung 
•Ler dncfa aidit felilen durfte, so würde es sich hier ausnahms- 
«ebe um eine Kopie nach ifinem vorhandenen Hilde handeln. 

Es erübrigt norJi die Bestimmung des männlichen Bild- 
UMM No. 10 vom .lahre 1655 auf Tafel IX. Von den 
B W uw« des Markgrafen kann keiner mehr in Frage kommen, 
^ PHdipp Sigmund y Jahre, Wilhelm Christoph 3 Jahre und 
urd 6 Jahre vorher bereits gestorben waren, und wir 
•II der Annahme fetitliallen mlissen, dass es sich um Fortrüls 
daaaU lebender Familienmitglieder handelt. Ausserdem 
«Ulecien j« auch das Jugendliche Alter (19 Jahre), in welchem 
der Entfenannte starb, und der Mangel an Ähnlichkeit des 
Zveitgenuinten mit seinem Zwillingsbruder Hermann (Tafel VI) 
dfe UfigUchkeit aus, dass e.s sich etwa um ein Krinncruags- 
Wd an einen dieser Prinzen handelt. Wir mUssen somit 
noetkalb der engern Familie des Markgrafen Umschau halten. 
0er jöngcre UrudtT desselben: Hermann Fortuuat, kann 
aicfat in Frage kommen, da er damals bereits eojührig war; 
eher Bcbcm dessen Sohn Markgraf Karl Wilhelm Eugen, 
^■ah 28j)lbrig and TieUeicht von Rodemachcm aus zum 
Buuch un Baden'schen Hofe anwesend. Das Alter würde gut 
UlSimen uml die offenbare Ähnlichkeit mit Markgraf Wilhelm 
tatt die ntthe Verwamllschaft. erklärlich erscheinen. 

Nicht xa denken ist meines Erachtens an ein Mitglied der 
E wniu iw be n Linie. FUr Friedrich VI., der sich damals 
4tt Vienigera niiherte, ist onscr Bild zu jugendlich ; ausser- 



164 




T. Oecbelb&oser. 



dem ifit nicht die mindeste Cberainstimniung mit den übrigei 
beglaubigten Porträts „Seiner Durchlaucht" vorhaDden. Höc 
stens wäre noch an dessen Bruder Karl Magnus zu denket 
den schwedischen üenerallieutenauL, der damals im 34sl«l| 
Lebensjahre stand. 

Möglich schliesslich aber auch, dass es sich gar nicht ui 
einen direltten Angehörigen des Baden'schen Herrsch crhausc 
handelt, sondern dass etwa ein Bruder oder Vetter der Mark* 
gräfin Moria Franziska oder einer der Schwiegertöchter zt 
Darttu!Iun(5 Helanfjt ist. Unter solclien Umstünden ist u 
einer bcätiniraten Bezeichnung dieses Porlräts Abstind g« 
nommen worden. 

Die Serie der Vaillant'srlien Bildni&se umfasst somit rlie 
ganze in den Jahren \6öb und 1656 noch am Leben bcfinc 
liehe und erwachsene Familie des Markgrafen Wilhelm mit Ai 
nähme der zweiten Schwiegertochter Sylvia Katharina, 
Gemahlin des Markgrafen Leopold Wilhelm. Der GedanI 
liegt nahe, dass ila^i betreÖVndc Blatt aus unserer Folge ab* 
handen gekommen ist, und in der Thal glaube ich, in de 
einen von den vier Im Berliner Kupferstichhabinct be 
lindlicheu äciilen Kreidezeichnungen des WalleranC Vaillai 
(No. 6 auf Tafel V), welche eine nach links gewendete jugend- 
liche Dame darstellt, unstire fehlende Sylvia Katharina wiedeiwj 
gefunden zu haben. Unbezeichnet — ebenso wie unsere No. fl^ 
— aber zweifellos von der Hand desselben Meisters herrührend, 
stimmt das Blatt sowohl in Autfassung und Technik, wie 
Masstab und Papier so vollkumnieu mit den übrigen weit 
Ucheu BitdniHsen der Serie Ubcrcin, dass ich geglaubt hat 
es hier wieder eim-eihen und im Zusammeutiange mit de^ 
übrigen besprechen, sowie abbilden lassen zu sollen. Hier* 
mit steigt die Ge^mtzahl der Blätter auf 18. 

Haartracht, Kleidung und Schmuck entäprechen bis io'a 
Kleinste unserem Bilde der Ludovica Christina (Vo. 4 anf 
Tafel UI), mit der sie auch die Wendung nach links, also dem 
Gatten zu, gemein hat. Leider felüi es zum Vergleich bb 
sonstigen beglaubigten Bildnissen der MarkgrJlQn. 
schädigte Zustand des Berliner Bildes — Lichter und Schatl 
sind arg verrieben — kommt bei der Reproduktion in eul 
j}prechendcr Weise zur Geltung. 

Wir wenden uns nunmehr den sieben Merian'ächej 



die 
änd^ 

'i 

infcfl 

I 




KUktaM d«s Mu^gnTea WUhBtin und seiaer Familie. 155 



. 



1^ 



filXttera zu, velche sAmtüch, im (üegensatz zu doo Vail- 
iut'sdieo, unUjr Zuliilfi-nalmie farbiger Kreide (-ezeichDel 
Bul. Efl sind dabei 2U unterscheiden: 

1) Vier BlAUiT io OTaler Umrahmung, sünitlich bezeichnet 
Dil; Hatthaeus Mcriuii, fecil uduo liHiQ. 

Von cUesen ist, wie erwähot, nur No. 13 als das des 
jigeiHBicbeo Markgrafen Ludwig Wilhelm, des si>ütcrcn 
Itripeabesiegers, bereits von Ü. Müller vorütTentliclit worden 
(l a. O. Bd. J. No. 21). Eid zweites (unsere No. 12 auf 
Tafel XO lässt sich durcli einen Vergleich mit dem etwa zwei 
Jjiire Ültereu Stiebe iu der Genealogie (Br. \'ii) unächwer 
iSt das Bildnia der zweiten Gemahlin des Markgrafen Leo- 
^(M WilbeJm, verwitweten I'falzgrütin zu Xeuburg, Maria 
Franziska von FiirstenbLTg erkennen. Die beiden übrigen 
(Xu. 14 and 15) stellen zwei Kinder dar, wahrscheinlich die 
bcädeo jäfigsteo Enkel des Markgrafen, die Kinder der Iclztr 
ervlihDlea Uariu Franziskn: die Prinzen Leopold Wilhelm 
(gab. 20. Jauuar 1667) und Karl Friedrich Ferdinand 

2) Ein ßlaU kleineren Formats ^No. II auf Tafel X) 
e Cmrahmuug, bezeichnet: Matthaeus Merlan fecit auno 

IG73. xweifcllos ein Porträt des Markgrafen Wilhelm. 
Lr ist mit dem goldenen Vliess geschmückt und entsprechend 
älter als auf dem V'aillant'schcn ßlatlc dargestellt 

S) Zwei ßl&tter, abermals in ovaler Umrahmung und f;lcich- 
Uli in bunter Kreide, aber unter Zuhilfenahme des Pinsels 
■kit Wtawrfarbcn gefertigt. Das grössere No. 16, bezeichnet: 
UaUliMUi Merian fecit anno 1669, stellt eine scltöne jugend- 
Kcbe D«rae, nach Brambachs an.sprechenüer Vermutung die 
Bebtehiiscbe Prinieasln Aut^'usta Maria als Braut vor. 
tks UcUiere (No. 17), ohne Jalireszahl und Bezeiclmung, 
«ebeiat auf den ersten Blick eine Kopie des oben erwähnten 
SMoi des jugenilllchen Tlirkensiogers im (icgensinnc zu sein, 
iMh ist die Abweichung in den Gesichtszügen eine zu grosse, 
Ol niciit die .A.nuabinc wahrscheinlicher zu machen, dass ein 
«■derer jagendlicbcr Prinz, vielleicht aus der Verwandtschaft 
to Aii(iiaU 3[aria, dargestellt sei (vgl. unten ä. 171). Diese 
ht^ea Blitter scheinen ursprünglich nicht zu unserer Folge 
Bitet XU haben, sondern nachträglich erst, als Geschenk 
^a gtkoinmeii zu sein. 



156 



r. OechclhSuser. 



Das leUte, dem franKüsiscbea Maler Samuel Bcrnnrfl 
zugeschriebene (s. uuten S. 159 f.) kleinere Blatt Ko. lä stellt, 
in der einfacheren Vaillant'schen Weise nur mit iwei Kreiden 
gezeichnet, einen Rerelften Mann baarhäuptig, in Rüstung dar. 
Wenn es auch wahrscheiülicb ist, dass es sich liier gleichfalls 
um ein Mitglied des Baden'schen Fursteubauses handelt, so 
eutziehl doch der Mangel einer Datierung des UlaUes der 
Untersudiung von vornherein den Boden. TroU einer aJlge- 
metnen Ähnlichkeit ist an den Markgrafen Wilhelm nicht zu| 
denken. Nase und Mund sind ganz anders. 

Mit Ausnahme des einen ViülUut'schen (Ko. 9 auf Tafi 
VIII) uod de» Bernard'schen Bildnisses (No. 18) haben 
somit sämtliche dargestellte Persünlicbketten mit mehr odi 
minder grosser Wahrscheinlichkeit bestimmt vor uns und da 
mit fUr die Mehrzahl der ßeti'effenden einen weit sichereren 
Anhaltspunkt für ihr ehemaliges Ausscheu gewonnen, als ud$ 
bisher zu Gebote stand. Der Wert unserer Folge nach dieser Jl 
Kichtung lüu ist biernacli offenkundig. Aber auch in kUnsl;^ 
lerischer Hinsicht verdienen unsere Blätter volle WertscbäliEuog, 
besonders die Arbeiten des Niederländer Meisters, welche wh" 
zunächst einer Betractitung unterziehen wollen. 

Unsere Kenntnis von den Lebensschicksalen des Wallerant ' 
Vaillant verdanken wir in erster Linie Joachim von Sandran 
(Teotsche Academie, deutsche Ausgabe von 1675 — 7a, latei- 
nische von 1684), dessen Angaben von Houhraken (Groolc 
Schouburgh 1718—21) im Auszuge wiedergegeben, darnach 
aber von Ocscamps (Vie des peintres äamands, alleroands et 
hollandais. Paris, 1753 — BO) wesentlich erweitert und ergänzt 
vurden sind. Hiernach ist Wallerant Vaillant im Jahre IG28 
zu Lille in Flandern geboren, in Antwerpen, wohin er in 
früher Jugend übergesiedelt zu sein scheint, Schiller des Kras- 
mua Qucllinus gewesen und nach einem arbeits- und erfolg' 
reichen Leben am 28. August irJ7 in .Amsterdam tjostorben. 
Der Ruhm Vaillants und seine kunstgescbichtliche Beüeulnn 
wurzeln in seiner TliäUgkcit für den Kupferstich, zumal 
seinen SchabkunstblSlteni. Die alte Annahme, das.> Pfalzgra: 
Ruprecht, der Sohn des Winterkouigs, der ErÖndcr d 
»schwarzen Kunst* gewesen sei, ist durch de Labords Vm 
Buchungen (1 839) beseitigt, und die Priorität dea L von Siegen, d 
im Jahre 1643 nach längern Versuchen das erste Blait in d 



n g^ 



MilnlT dM iUAgnSai WUhclm und sda«r Funitte. 157 



riMNQ Manier verÖtfentlicM hat, endgiltig nachgewiesen worileo. 
der er»t« jeducb, von dein die Scliwarzkuiist tu (jrüs^erem Um- 
hagv kÜDstlerisch verwertet worden ist, der Rahnbrccbcr der 
oru'-n Technik w&t Walleraot Vaillant, dessen geschabtes 
Werk alldD bei Wessely la. a. 0.) über 200 Nummern zählt. 

Daaebcn wisseD wir von einer umfangreichen Thätigkeit 
da Ktinsllem als Porträtmaler uail Zeichner. Seinen Kulim 
ia dieser Beziehun^j datiert man Krwöhnlich von den Frank- 
l■rtcrKrj(DUDgüila|^'en des Jahres 1iJ5h her, wo er, wie erwÄhnt, 
in Wettbewerb mit Malthans Merian d. J. Gelegenheit fand, 
«ne |(tOSM Anzahl der auweseoden Fürstlichketten in der 
Ibfieben Weise mit Ki-eide auf Fa|uer zu porLratiereu. Unsere 
tXUter lehrrn daj^egen, dass er schon vorher als Meister in 
toem Fache bekannt gewesen sein niuss, da ihn der türst- 
Acbe KAmmerrichter sonst üchwerÜch zur Anfertigung unserer 
Anfmhnicn nach Baden berufen haben würde/) Vaillant 
leift sirh hier »chon ganz auf der Höhe seines Könnens. Mit 
ikfaerem Griff erfaßt er die Persönlichkeit des Darzustellenden, 
vuA die h-ichte, gewandte Ausführung zeugt von einer längeren 
CbuD£ aof diesem Gebiete. 

Die Bikler erEclieinen durchnv^ lebcmswahr, dabei technisch 
tbAer und flott ausgeführt, ohne Manier und F.ßekthn.schcrci. 
Der blangraue Ton des Papiers kommt nirgends zur Wirkung, 
der nintcrgrund ist ganz in Schwarz abgetönt. Trotz des 
ikiue&haften Cbanikters sind einzelne Partien, wie die 
Slkksrei der Kragen u. dcrgl. sorgfältig mit -spitzem Stifte 
4iircfag«arbei(et; im Übrigen herrscht eine weiche, vertriebene 
Slncfanihrang, welche scharfe Konturen vermeidet und mt^g- 
Um ttx modellieren suclit. Nur ein einziges Mal hat der 
KlMlIw auch farbige Kreide verwendet, und zwar bei der 
klumi Scb&rpe des Unbekannten auf dem 10. Bilde (Tafel IX). 

Was den Vaillant'schen Üildnissen einen so hohen Werth 
*erieihl, ist deren I^ebens Wahrheit, die sich dem Beschauer 
OMiUelbar aufdriingl. Mun hat das Gcfubl, so und nicht 
oAm müstien die betreffenden Persänlicbkeiten ausgesehen 
fa^; dos Charakteristische in den Zügen Ut deutlich erfasst 



IWMoBKM) W. VtilluU mm narkitriiflicbeD Roffl In Bail«- 
ir9 «och darcb ita ob«ti (S. 148 Aonu 1) frwähotoa tirivf ilea 
"xrkfnt FiTdisana MuImili&D bestüLiRU 



158 T- Oechelbioser. 

und mit Sicherheit wiedergegeben. Am höchsten möchte ich 
unter unsem Bildnissen das des Markgrafen Wilhelm (No. 1 
auf Tafel I) und jenes Unbekannten (No. 10 auf Tafel IX) 
stellen, wie denn Überhaupt die männlichen Porträts besser ge- 
lungen erscheinen als die weiblichen, obgleich auch diese bis 
auf eines (s. oben) als Originalaufnahmen zu betrachten sind. 
Wir besitzen aus demselben Jahre 1656, in welchem die 
meisten unserer Zeichnungen gefertigt sind, drei Radierungen 
des Künstlers, welche den Kurfürsten Karl Ludwig (W. 2), 
die Pfalzgräfin Sophie (W. 7) *) und den König Karl II. von 
England (W. 1) darstellen- Sie erscheinen neben unseren 
Kreidezeichnungen farblos und matt; ebenso wenig können 
sie den Vergleich mit den geschabten Bildnissen des Meisters 
aushalten. Aber weit näher noch als letztere kommen un- 
Sern Porträts die herrlichen grossen Porträtstiche eines Ro- 
bert Nanceuil (1630—1678) und Antoine Massen (1636—1700), 
die ir. der That wie die in Kupfer übertragenen Vaillant^scba 
Kreidezeichnungen aussehen. 

Ein besonderer Vorzug unserer Folge ist die gute Er- 
haltung. Weder die vier Blätter im Berliner Kupferstich- 
kabinet — 1) Kopf eines bartlosen Jünglings mit schlichtem, 
langem Haar, bez. W. Vaillant 1659; 2) Bildnis eines vor- 
nehmen Mannes, der nach rechts blickt, bez. W. Vaitlant fe. 
1650; 3) Brustbild einer vornehmen Dame, bez. W. Vaillant 
fecit 1650 und 4) das oben beschriebene weibliche Porträt 
(No. 6) — noch die erwähnten Dresdener Bilder, mit Aus- 
nahme der beiden eingerahmten, vermögen infolge ihrer 
schlechten Bewahrung einen richtigen Eindruck von Vaillants 
Zeichenkunst zu geben. Liegt es doch in der Natur des Ma- 
terials, dass durch häufige Reibung die Kreide verwischt 
wird, dass die Hohen und Tiefen allmählich immer mehr ver- 
schwinden, die Modellierung fiacher und die Zeichnung schliess- 
lich flau und charakterlos wird. Um weiterer Schädigung 



>) DasB Vaillant im Jahre 1658 mit seinem Bruder Bemard in 
Beidelberg gewesen JBt, gebt aus der Aufschrift des einen Briefes auf 
dem Dresdener Bilde (No. 1232} hervor; damals wird er wohl ftucb die 
beiden CoDtrafaits gefertigt haben, tor denen in dem obea (S. 148 A. 1) 
erwfthnten Briefe des EurfQraten die Rede ist. Möglicherweise aber auch 
bereits bei einem ersten Aufenthalt, als er die genannten Radierungen an- 
gefertigt hat. 



BQfaisK ilcB Msrlcjrraftin WUIwIm und seiner Familie. 169 

TWtabeogen, hat man dann zuweilen nacht riigl ich ilic Zeich- 
nag darch ritt!4Si£;keit ntif dem lilaugraiien Papier, das durch- 
flcf xor Verwundung gelangt ist, zu 6xieren gesucht, damit 
üwr den Kreidetoti so sehr beeinträchtigt, dass man an ein- 
mImii Stellt-n im Zweifel sein kann, ob überhauiit Kreide ver- 
«ndet worden ist 

Der zweite Künstler, der an unserer Fntge betheiligt ist, 

iriiArt xn den bekanntesten und fruehbarsten Meistern des 

17. JfthrhaDdens. Es ist der Sohn des Schweizei-s Matthäus 

Meriu. der sich im Jahre I6'24 in Frankfurt a. M. nieder- 

irhwpf n und dort als Radierer, Kunsthändler und Verleger 

in Wellruhm seines Hauses begründet halt«. Matthäus 

Mertftn der Jüngere (16-Jl— 16S7) ist. was die natürliche 

Baaligang angeht, seinem Vater weit überlegen; besonders 

ab Oelnuler hat er einige beachtenswerte Leistungen aufzu- 

veton, scheint aber früh schon in Folge von Überhäufung 

mit Aufträgen auf die abschüssige Bahn des VirtQOsentums 

frinnineu zu sein, auf der ihn auch unsere sieben Pastetl- 

Ittler /eigen. Mau merkt hier den vielbeschäftigten Schnell- 

aaler Iwnias, der mittels natürlicher Farbentöne die mangelnde 

libe ai w a hrheit seiner Figuren zu ersetzen sucht. Am sorg- 

ffltSgtt«D Bind noch die ßildcr des alten Markgrafen (No. 1 1) 

md dn jogendlichen Ludwig Wilhelm (No. 13; bei 11. Müller 

N«. 31 im \. Bande) gezeichnet, von denen wir das eruiere, 

BOcfa nicht veröiTentlichte, auf Tafel X wiedcrgelien, wähi-cnd 

TOB den Übrigen nur das Bild der Maria Franzi.ska auf Tafel XJ 

nr VTitfder^abe aus^zewahlt worden ist. Im Lichtdruck wirken 

diese Artknten vortheJlbafter als im Original. Die Unsicher- 

heOxa nnd Fhichligkeitcn der Zeichnung erscheinen in der 

VerUHneroog minder deutlich, und die Unruhe der bunten 

Putrilfar^ ist verschwunden. IMescr Charakter einer fiüch- 

QfCi Hache haftet den wenigen mir bekannt gewordenen 

ZcMmangen Merians sämtlich an, so auch dem weiblichen 

BBitniair im Berliner Kupfei'^itichkabinct, das möglicherweise 

mft zu unserer Sammlung gehört hat. 

DasBUttdes Samuel Bernard (1G15— 1687), das letzte 

Sammlung, i'tcht den \'aillantVhen Bildnissen naher 

ik den MerinnV-lieu. Mit leti'.tci-en hat es im Grossen nnd 

Kmdri die SlAuier gcmdu. die AulTassiing ist aber doch eine 

MidleR und die AtL-^rbeitung unter Verzicht auf die Wirkung 



160 v> Oechelhfiuser, 

farbiger Kreiden mehr der Vaillanfscheo Art verwandt. Wie 
oben erwähnt, ist es ebensowenig gelungen, einen Anhalts- 
punkt für die Richtigkeit der Zuteilung dieses Bildnisses an 
den französischen Kupferstecher und Porträtisten, als die Per- 
sönlichkeit des Dargestellten zu ermitteln. Die Hand, welche 
den Namen Samuel Bernard in lateinischer Schrift mit Blei 
auf die Rückseite geschrieben hat, mag dem vorigen Jahr- 
hundert angeboren. Zeichnungen dieses Künstlers sind mir 
sonst nicht bekannt, ebensowenig Beziehungen desselben zum 
badischen Hofe. Dennoch ist nicht wahrscheinlich, dass die 
Benennung aufs Blaue hin erfolgt ist, da sonst wohl ein 
anderer in Deutschland mehr bekannter Meister gewählt 
worden wäre. Es mag also wohi eine richtige alte Tradition 
oder eine ursprüngliche Bezeichnung, die in Wegfall gekommen 
ist, zu Grunde liegen. 

Wir wenden uns nunmehr zur Beschreibung der 17 
Bildnisse, von denen die II auf Tafel I bis XI in Licht* 
druck wiedergegebenen als die wichtigeren ausfilhrlicher zn 
behandeln sein werden. 



A. Die Bildnisse von W. Vaillant 

No. 1. (Tafel I). 

Markgraf Wilhelm von Baden-Baden (1593—1677). 

Brustbild. Dreiviertel Vorderansicht nach rechts. Ohne 
Signatur und Jahreszahl, zweifellos aber ein Werk des Wal- 
lerant Vaillant und gleichzeitig mit den nachfolgenden Bild- 
nissen entstanden. 

Der Markgraf ist Dreiviertel in Vorderansicht, mit ge- 
scheiteltem, tief herabwallendem, lockigem Haupthaar dar- 
gestellt. Der lange Schnurr- und Enebelbart, den er in früheren 
Jahren trug (vgl. z. B. No. 13 im ersten Bande des H. Mul- 
ler'schen Werkes) erscheint arg gestutzt und noch kürzer als 
auf dem etwa 16 Jahre später gefertigten Merianscfaen Kon- 
trefey (No. 11 auf Tafel X). Die Miene des Kammerrichters 
ist ernst und bestimmt. Die schmalen Lippen sind fest zu- 
sammengebissen, die Augen nur halb geöffnet Über dem 
Kürass liegt ein breiter gestickter Halskragen; auf dem 
Bruststück kommt unterhalb der beiden Troddeb, mit denen 




niUala* tlM Mutpmfni Wilhebn tind seiiier FftuiUe. iß] 

dtr Jiragen Ku&atumeogebuüden ist, die Kette des goldenen 
TBmscs xvtedieu deu Schulter btiitleru des Panzers zum Vor- 
Rhrin. Schou das VorhandenseiD dieses Ordens, welchen der 
Kukgraf im Jahre 1638 erhatten hatte, stellt die Richtig- 
st unserer Anoabme bezüglich der dargestellten Persüulich- 
lat ftosser Zweifel 

Unter den mir bekannt gewordenen Bildnissen diesem 
PtntcB aus M'iner späteren Zeit ersclieint das vorliegende aU 
in «eitanB bi-deulendsle. Mau erhSlt einen guten Begriff 
lua dna Wesen and der Bedeutung dieses Mannes, dessen 
in Wechselfölleii so überreiches Leben damals auf seinem 
Höhepunkte angekommen war. Es scheint denn auch, dns.^ 
L Irich Mayr unser Blatt zu dem Bilde des Markgrafen in der 
'icDvalt^e (Br. lu8) benutzt hat; die Übereinstimmung ist 
luinm audera erklärlich, <la das Aussehen dci^ Markgrafen 
ucb iii/wiftcheu wesentlich veriiodert hatte, wenn wir der 
Menan'sctien Zeichnung (Tafel X] vom Jahre 1672 trauen 
diirfvn (s. unten S. I6äj. 

l>ic Wiedergabe in Lichtdruck') wird im Allgemeinen so- 
wohl bei »Ursen wie bei den nachfolgenden Blattern der Zart- 
heit nnd Feinheit des Originalti nicht ganx gerecht; die Gegen- 
«ilie «ind etwns zu Rri'Il. die Übergänge, be^-ondera in der 
Mt^deUimug des Gesiebt-«, nicht zart genug wiedergegeben, 
tUr Hintergrund wirkt zu dunkel. Anderseits sind die feinen 
Bküttft-lVjLiuien, woniildaR Stiekniuslcr auf dem Kragen ^urg- 
fikigM angegeben üt, nicht hinreichend dunkel und deutlich 
pktmmf in iJiese in der Natur des Lichtdruckverfahrens 
fc eirito detcü Miui}.'el treten bei allen unsero Tafeln mehr oder 
«VBijpr cutage, uhne jedoch den (iesamteindruck zu stören. 

fiesoodensi Loh verdient niieh die Ilaarbehandlung. Ohne 
mek in UbemiäsBige Detaillierung einzulassen, versteht Viiillant 
Mblerfaaftf die grossen Massen in weiche, lockige Sirälmc zu 
wadern und im Kontur zu beloben. Den Augen wäre viel- 
Wdtt KWfta mehr Ulanx zu wünschen. Vortrefflich auch der 
'-t< fncbUMtaene Mund mit den eharakteristischen schmaleu 
Uff' ■ T'h die der Markgraf sich von allen übrigen Fa- 
»Hi.' lern ufiiei'-'cbei'let. 




^ OoRh lUa t>rw«tirtp hinm tun .1. Scbol-Ar in Karltrulie. 
l^^.£ «MCfc. 4. Otenb. S. I'. IX. I. 11 



162 ▼■ Ofichelh&uBer. 

No. 2. 
Markgräfin Maria Magdalena (1619 — 1688). 

BezeichDCt: W. Vaillant fe. 1656. Abgebildet in H- 
Müller, Badische FUrstenbildnisse, Band I, unter No. 15. Das 
gröBSte Blatt der Folge. 

Die Markgräfin erscheint als stattliche Dame in den Dreissi- 
ger Jahren mit etwas herben Zügen und ernstem Ausdruck, 
in Haltung und Blick als Pendant zum vorhergehenden Bilde 
behandelt. Die Haare liegen glatt auf dem Scheitel und fallen 
unterhalb einer Zierschleife beiderseitig in zierlichen lUngehi 
auf die Schultern hernieder. Das Kleid ist massig tief aus- 
geschnitten, mit breitem Spitzenbesatz umgeben und vom 
durch eine Breche zusammengehalten. Um den entblösstea 
Hals ist ein leichter Kragen von dünnem Stoff gelegt, durch 
den das Spitzenmuster des Kleides, soweit es von ihm bedeckt 
ist, hindurch scheint. Leider lägst auch dort der Licht- 
druck die Fertigkeit, mit der diese technische Schwierigkeit 
gelöst ist, nicht gebührend hervortreten. 

No. 3 (Tafel H). 
Markgraf Ferdinand Maximilian (1625—1669). 

Bezeichnet: W. Vaillant fe. 1656. Brustbild, dreiviertd 
Vorderansicht nach rechts. 

Der Erbprinz erscheint als jugendliches Ebenbild seines 
Vaters, aber von einer für sein damaliges Alter erstaunlichen 
Fülle, welche besonders in dem stark hervortretenden unter- 
kinne zur Geltung kommt. Ein kurzer Schnurrbart und ein 
zierliches Bärtchen unterhalb der Unterlippe erhöhen den Ein- 
druck des Jugendlichen. Der Blick ist fest, aber nicht un- 
freundlich auf den Beschauer gerichtet. In reichen Locken 
wallt das Haar beiderseitig vom Scheitel auf den gestickten 
Halskragen hernieder. Ein Eisenkleid umhüllt auch hier 
Brust, Schultern und Arme. 

Interessant ist ein Vergleich mit dem Somer'schen Schab- 
kunstblatt vom Jahre 1668 (Br. 116; wiedergegeben bei H.Mül- 
ler I. unter No. 16). Der Prinz ist hier als römischer Trium- 
phator aufgefasst und entsprechend idealisiert. Die Augen sind 
weiter geöffnet, die Züge mehr durchgebildet, wenngleich das 
Schwammige im Antlitz sich in den zwölf Jahren, die zwischen 



if«D WUtifilni und Ktot^r Kunili«. 



163 



beden AufDahinen lieseD, di«i' vermindert als vermulirt m 

bben acbeinti lui übrigen ist dio Cliercinstimitiun^ unver- 

iäutbar und aach der Bart noch vod demselben schwachen 

Vachs, trie auf dem ältcreo Bilde. Aurbdas nachdem Tode 

it» Erbprin7«n hergestellic Ijijdnis in der Ueuealogie (Br. 115) 

ttimmt im ganzen gut mit unserer Zeichnung ubereiu, wenn- 

fieicb hier die Aiiordnunff der llaure die Kopfform etwas 

cncheinen lüsst. 

No. 4 Crafel lU). 
Markgräfjn Luise Christine (1627—1689). 
Betrichnct: W. Vailtant fe. 166S. Brustbild, dreiviertel 
^■»rdcranticbt nach links, lüäo dem Gatten (No. 3) zugewendet- 
Dk) fr^nzösiache Prinzessin erscheint in einfachem tief aus- 
loittenen Kleide, um dessen obern Hand ein leichtes 
hlei«rnrtigeü Tuch ringäberum drapiert ist, in der Mitte 
der Brust durch eine i'cricnbrochc gehalten und zusam- 
Den Hals umgiehl eine Kette von Perlen und 
■ch untur don gedrehten Locken schaut je eine grosse Perle als 
tgrbikiige hervor. Dan Antlitz ist von grosser Kegel mtLssig« 
aber nhne Reiz und Ausdruck. Die Frisur ht die nuf 
3«ii uuscni Bildern wiederkehrende: ein glatter Scheitel, eine 
niad zusHuiuieugelegte l'lccbte am Hinterkopf und eine 
nik TOD herabhängenden Korkzieberlocken , die von den 
SchlÄfea nusgubeud büschelartig bis auf die Schultern falten. 
bBtttcber als auf dem vorliegenden Blatte erticbeitit diese 
llddMracht auf dem Bilde unserer Prinzessin in der 
Uarian'ichcu tiruealogie (Br. 12U), welches zwar manche Ab- 
•dckoBgofi hat: die Na^e ist mehr gewellt und länger, die 
AugoibraneD stehen steiler und der Mund geschwungener, im 
flanjrn aber doch so viel Übereinstimmung besonders in den 
Äuutfrlichkeiten aufweist (der Perleoschmuck!). dass an der 
Untität tnider Penitulichkciten kaum zu zweifeln sein dürfte. 
Aicfa die bi'i Vaillanl und Merinn übereinstimmend vorkom- 
BBulc eigentümliche L'mrahukung der Stirn mittelst kleiner 
kSuMlCtt-ii^ckchen" . die sich auf den Uhrigen Bildern in 
4hMT WeiflB oiclil wieder tiiidet, s|iricht zugunsten unserer 
ittuhnie. Wie wir oben (S. 153) gesehen haben, ist dies 
^ Haxige Bild YaiUants in un^trer Folge, das nicht auf einer 
•Ivbibioe nAch dum Leben beruhen kann, da die Prinzessin 

11* 



154 ^- Oechelhftaser. 

im Jahre 1655 Paris nicht verlassen bat*) und es mindestens 
unwahrscheinlich ist, dass der Künstler vor seiner Anwesen- 
heit in Baden-Baden die juogvertnählte Markgräfin daheim 
porträtiert habe. Es bandelt sich hier also wohl um die 
Kopie eines Bildes, das der Markgraf nach Hause mitgebracht 
hatte und das auch dem Kupfer in der Genealogie zugrunde 
liegt. Daher auch das Charakterlose in dem jugendlichen 
Antlitz, hinter dem man jedenfalls nicht das enfant terrible 
des Versailler Hofes sucht, als welches die Markgräfin in den 
zeitgenössischen Berichten geschildert wird. 

No. 5 (Tafel IV). 
Markgraf Leopold Wilhelm (1626—1671). 
Bezeichnet: W. Vaillant fe. 1656. Brustbild, dreiviertel 
Vorderansicht nach rechts. 

In Auffassung und Ausführung dem Bilde des älteren 
Bruders (No. 'S) zum Verwechseln ähnlich: dasselbe Locken- 
haupt, dasselbe Bärtchen auf Ober- und Unterlippe, dieselbe 
Fülle des Fleisches, dieselbe Ausstattung mit Panzer und 
Spitzenkragen. Und doch beim Nähersehen bestimmte Unter- 
scheidungsmerkmale. Vor Allem ist die Nase des Jüngern 
Prinzen wesentlich kürzer und in der Mitte mehr einwärts 
als auswärts gebogen; sodann erscheint das Kinn nicht geteilt 
wie bei dem Bruder, die Augenknochen sind erheblich stärker 
gewölbt. Diese Züge kehren mehr oder minder deutlich so- 
wohl auf dem Meriaii'schen (Br. 126) wie auf dem Wide- 
mann'scben Kupfer (Br. 122) wieder und lassen unsere Be- 
zeichnung wohl als gerechtfertigt erscheinen. Leider vermag 
uns die in dem dritten Parterrezimmer links im Badener 
Schlosse innerhalb einer kreisrunden Nische aufgestellte alte 
Büste des Markgrafen Leopold Wilhelm keinen weiteren Beleg 
zu liefern, da dieselbe aus späterer Zeit stammt und ebenso 

<) Job. Chr. ^achs (Einleitung in die Geschichte der MarggravBchaft 
Baden in, Carlsruhe 1769, S. 418) legt der Schwiegermutter Schuld an 
dem ZerwQrfnisse der Ehegatteo bei, indem er schreibt: „Das Betregen 
seiner Frau Schwiegermutter gegen ihn raubte ihm einen grossen Teil 
Ton demjenigen Vergnügen, welches ihm der Umgang mit seiner Frau 
verschaffte." Näheres bei G. Claretta, Le relazioni politiche e dinastiche 
dei Principi di Sayoia coi Margravi di Baden, Toriuo 1687, Cap. III sq., 
sowie bei A. Schulte, „Die Jugend Prinz Eugens" in den Mitth. des Inst, 
f. öster. Geachichtsf. 3011, 479 ff., 483 f., 494 a. 501. 



BOdiüaifl das T&ukgnfen Wilhelm unA stiner Fknüli«. ] R5 

m die heideo andern ebendaselbst befindlichen Blisten des 
Ktrlt^rafen Wilhetm und des Ferdinand Maximilian eine flüch- 
tig« and itcheinatisciie Darstellungs weise verrät. ') Die sjüteren 
ibbäd^u^eu betuDen niehr das Kriegerisclie in der Krscheinung 
dH Mnrk;n-afen in Mienr und Gestus. 

No. 6 (Tafel V). 

Sylvia Katharina (t 1664). 

Co bezeichnet. Brustbild, dreiviertel nach links, liu Ber- 
harr Kupferstichkabinet (s. oben S. 154) beßndlich. 

Die Gemnhlin des Vorhersehenden, in der Art wie die 
SebvigeriD (No. 4) dargestellt, aber jugendlicher und frcund- 
liclKr aufgerojist. Haartracht, Schmuck und Kleidunij stimmen 
bA ganz Überein. Auch der Knick in der Mitte des Blattes 
BsBt sich den oben angeführten Beweisen für die Zugehöri^'- 
Jwk rn unserer Folge zurechnen. Das Berliner Bild hat sehr 
rliUen und kommt in der Wirkung unsern Karlsruher DIAttera 
yns auch im Lichtdruck entsprechend hervortritt. 

No. 7 (Tafel VI). 

Markgraf Fterman (1628—1691). 

Bezeichnet: W. VaiUant fe. 16S6. Brustbild, dreiviertel 
Fordemiaicht nach rechts. 

Der jüngste der drei damals noch labenden ßrdder, nicht 
knecerischem Schmuck, sondern iu verziertem Wamuis 
writeiDt ItlKF die Schultern geschlagenem Mantel- Den 
Hila omrahmt auch hier ein breiter Spitzenkragen, auf den 
*e veicbeo Locken in derselben l'üllc wie beim Vater und 
6eti BrUdern herabfallen. Das bartlose, jugendfrische Ant- 
bt von t.i'Dt'Sem Liebreiz trotz der Fülle, die ein Familien- 
gewesen sein muss und auch bei dem Achtundzwunzig- 
eo sich bereits in einem Unterkinne bemerkbar macht. 
Du Auge blickt fast schalkhaft auf den Beschauer; Nase und 

t Krinr *oa Rocbfo1d«B (Di« 1>^eii Schlteser xn Badeo. KftH*rub«, 
•yridi (S. 79) «OD vier BfUieo und vgn einer leeren NiKli« Tür 
Inft» nOaie. Jetzt nai aut noch die. oben prv&hutcn drei ßOstfin. 

•*«i u da ilrti Waoden In tTg flberschmierlem '/.uAnaüv rorbMdpn. 

Bi km riok surh aieU rftiMheo. wo die beiden Obrig«D Nivcbeo anx«- 

^Kkt yta p a »Hd utiWen , man mOutc denn die SeilCDWlod« der tier*-a 

«I Wmi KcMUndKfa« daoiit rertthvn haben. 




t 



1Q6 V. OeehelhAaser. 

Munrt sind leicht tw einem I-ächeln verzogen. Man begrwl 
dass dieser Prinz wenige Jahre später Ijei der ersten Gelegen 
heit den Panzer gegeu den Priesterrock eintauschte aQ< 
die Laufbahn eines Helden vor sicli halte. Der Stich f 
Merifins Theatrum Europaeuin (Br. 141), den H. Müller unl« 
No. 20 wiedergegeben hat, zeigt den Prinzen um 26 Jaht 
älter, aber immer nuch mit einem Ausdruck von Liebena 
würdiglieit und Güte in den etwas abgemagerten Zftgen. Aue 
die beiden oben erwähnten Kupfer aus den Jabreti 1671 um 
ICöl (Br. 137 und 138) stimmen vortrefflich mit unser« 
Bilde, wenn auch der Ausdruck hiev der krieperischen RüMunj 
entsprechend ernster und strenger gehalten ist. 

No. 8 (Tafel VII). 
Markgräfin Katharina Franziska (1S31 — 1691). 

Bezeichnet: W. Vaillant fe. IGöO. Brustbild, dreiviertE 
Vorderansicht nach rechts. 

Die Prinzessin, die damals eben das 25. Lebensjahr bd 
getreten haben mochte, erscheint in reichem Gewände, dessci 
Ausschnitt in derselben Weise wie bei der Stiefmutter nut 
einem umgelegten Schal garniert ist. Die Acrtncl sind mod«' 
massig gescliülzt und gepufft, auch vorn zwischen den Haften 
des Mieders drängen Puffen hervor. Das Gesicht ist nicht 
schön zu sennea, dei* Mund ist reichlich gross, die Nase lang, 
das Oval unten zu .spitz im Verhüiltnis zur breiten Stirn. Dd 
Ausdruck ist un bestimmt, Fialb herbe und BpÜtttsch, halt 
träumerisch und freundlich. Die Frisur ist die übliche; TOl 
Schmuck tragt die Piiozessin nur ein Perlenhalsband. Dl 
sonst kein Bildnis der Katharina Franziska bekannt ist, konn 
unsere Zutheilung — wie oben angegeben — sich nur a 
allgemeine Gesichtspunkte stlitzen. 

No. 9 (Tafel VIII). 
Markgräfin Anna (1634—1708). 

Bezeichnet: W. Vaillant fe. 1656. Brustbild, dreiviert 
Vorderansicht nach links. 

Gegenstück zu dem vorigen Bilde. Die Kleidung dieselbi 
wie die der »Item Schwester; die Arme etwas ninhr erhoben 
so dass eben noch die den Aermel am Ellbogen abschliessendei 




BiMiitnp des MarkirmSm WiHielm nnd Heiner Familie. ig7 



IhBta mit Heu Bamlsclilcifen zum Vorschein kommen. Schmuck 
Hd Bautracht gldclifalls übereinstimmend; dagegen wcjclicn 
4k (r««cbUzUgo nicht unerheblich nb. Von einer Aelinlich- 
kdt. wie zwischen den Brüdern, scheint bei den Schwestern 
niekl die Rede gewesen za sein. Die jüngere ist otfenhar die 
Utncberr; der Gesichtsschnitt ist edler, besonders in der 
!alerpartie; Mund und Käse erscheinen kleiner ond feiner 
JerL Der Ausdruck auch hier etwa« tot; es dürfte 
Klliier halten, aus dicsrn Mienen aur den Charakter der 
13jtfarigcn Prinzessin zu schliessen. 

Nu. 10 (Tafel IX). 
Unbekanntes männliches Bildnis. 
Bezeichnet: W. Vaill»nt fe. 1655. Brustbild, dreiviertel 
Vonkrasslcht nach rechts. 

Wir sehen einen Mann in den dreissiger Jahren mit schön 
fvebvoDgeoer kräftiger N'ase, breitem Munde, schmalen 
tiffn and Hpärhcheu Bartwuchs. Dns Auge ist mit einem 
■lUai, ansirhcren Ausdruck etwas <ipitlich am Beschauer 
ivrM geradeaus gerichtet, das Tlaar fallt wie bei den vor- 
hcrfebMden münntichen Bildnissen in Üppiger FUlle und leicht 
I^Bltdt vom Scheitel bis über den Knigeu hiuweg, der aus- 
■akmBW(tt«e glatt und ohne Stickerei dargestellt ist. Ebenso 
•chndÜM ist das vorti gpknöjiftc Wamms, nu» dessen Aermel- 
nHHiMn weite Puffen hervortreten. Eine breite, blau ange- 
lt^ Schirpe zieht sich von der rechten Schulter unter dem 
hervor scbriLg Über die Brust onch der linken Hüfte 
Ea ist, wie enrfihnt, das einzige Mal innerhalb der 
M|B, dASi Vainant eine farbige Kreide neben schwarzer und 
«WMT verwendet hat. 

Wie wir oben gesehen haben, ist es nicht gelungen, die 
Her dargestelUe Persönlichkeit zu bestimmen. Eine gewisse 
AiWIchkeii mit dem Bilde des Markgrafen Wilhelm <No. 1. 
TtM I>, die sich bes^onders in der Augen- und Mundpartie 
^««qiriebt, wt unverkennbar, doch ist die von Griesbach 
^■|>> otM S. 149) ausgesprochene Vermutung, dass hier der 
^■vkgnf .in jüngeren Jahren, etwn nach einer schweren 
ftinthoit* dargestellt sei, durchaus nicht annehmbar, weil, 
ihdBKbea von charakteristiscbeo Abweichungen in den ZQgen 
sech dteees Bildnis durchaus den Eindruck einer Aufnahme 




168 T. Oechelhäuser. 

nach dem Leben macht und der Markgraf ausserdem fri^r 
einen starken Knebelbart getragen hat. Das Bild gehört zu 
den schönsten der ganzen Folge und zeigt im Antlitz eioe 
grosse Feinheit der Modellierung, die leider in der photo- 
mechanischen Wiedergabe nicht völlig entsprechend gekom* 
men ist. 



B. Die Bildnisse von Merlan d. J. \ 

No. 11 (Tafel X). j 

Markgraf Wilhelm (1593—1677). i 

Bezeichnet: Matthaeus Merian fecit Ao. 1672. Brustbild, - 
dreiviertel Vorderansicht nach rechts. (Vgl. No, 1 auf Tafel I.) - 

Der Kammerrichter in Rüstung und mit dem Orden des 
goldenen Vliesses geschmückt. Um den Hals ist ein dünnes 
Tuch geschlungen und vorn mit einer Schleife gebunden. Du 
Antlitz erscheint von einem Haarwald umgeben, dem gegen- ■- 
über die Perrücken auf den Vaillant'schen Bildern als niäsng 
zu bezeichnen sind. Bai*t und Ktnnbart kokett aufgedreht 
Für einen angehenden Achtziger schaut das Auge noch frisch 
und lebhaft geradeaus auf den Beschauer. In den 17 JahreD, 
die zwischen der Vaillant'schen und Merian'schen Aufeahme 
liegen, scheinen die Züge arg eingefallen und die Fett- 
polster im Gesicht verschwunden zu sein. Am auffältigsten 
tritt dies in der Kinnpartie hervor, aber auch der Nasensattel 
ist eingesunken, so dass die Nase mit kräftigerem Schwünge 
zwischen den Augenknochen heraustritt. Durch Verwendung 
von Rot und Weiss hat Merian auf diesem Blatte dem Ge- 
sicht einen fast transparent wirkenden Fleischton g^eben, 
der sonst bei ihm nicht vorkommt und die manierierte Zeichen- 
weise doppelt stark empfinden lässt. Auch die gelben Lichter 
auf Panzer und Ordenskette sind nicht als glückliche Zuthaten 
zu bezeichnen. Am auifälligsten tritt die fluchtige Weise in 
der Haarbehandlung hervor. Der Wischer hat hier das Meiste 
gethan, und von einer Modellierung ist kaum die Rede. Im- 
merhin ist das Bildnis dem Kilian'schen Stiche in der Genea- 
logie (Br. 108) künstlerisch überlegen und stimmt auch besser 
zu dem älteren Vaillant'schen Bilde. 



BDil«iMe <Iu UiLTk^afeD Wilfaelm and sein«- roniilie. ig9 



No. 12 (Tafel XI). 

lurkgräfiii Maria Franziska (1633—1702). 

Be7.eirhnet: Maithacus Mcnan fecit Ao. 1669. ßnistbild, 
liriprtel Vnnleransiclit nach links. 

Die zweite Gemahlin Leopold Wilhelms, verwitwete Pfalz- 
Ifia zu Xuaburg und gclmreno Gräfin von Fürstenberg, or- 
Klwint wie die QbriiiBri Damen dieser Folge in ausgeschnitte- 
ttem Kleide mit I'uffnrmeln und einem um den Ausscbnitt 
drjtpierten Tuche, das anf der Schulter und vorn am 
tn durtth KdcKtei üb rochen gieraflft ist. Die Taille in der 
le heninlerliiufend, nn den schrägen Nähten d<;rselben ent- 
und nm die Puireii am Oberarm herum erscheinen Streifen 
jenSlil und glcichfitll^ mit Steinen besetzt. Um den Hals 
sie eine PerlenschDur. Auch der flache Kopfputz, der 
d«ti Scheitel herübeiliegt, i^t mit Ueilicn von kleineren 
lUren verliert. Das Gesicht ist von nicht geringem 
Das Auge blickt fi-eundlich an dem Beschauer vor- 
macli vom, der Mund erscheint l«se 7um Lächeln ver- 
«übei auf der rechten Backe deutlich ein Grübchen 
iL Die Frisur ist die Übliche; nur hängen die gedrehten 
iea in etwas geringerer Zahl und weniger steif als sonst 
den SchlUfün auf dm cntblösstcn Hals hernieder. 

Vergleich unseres Bildes mit dem Kupfer in der Genea- 
! ^Br. Anm. zu No. 134) Btelll die Identität beider Persönlich- 
n mosser Zwcifvl. Die Übereinstimmung ist eine so grosse, 
man anfänglich unsere Kreidezeichnung als Vorlage fUr 
Kilian'ächen Kupfer, der gleichfalls ovale Form hat, be- 
llen tnüchtr, doch bieten sich bei näherem Zusehn in der 
iuBfe. in der Haartracht, vor Allem aber in den Gesichts- 
so nuincherlpi Abweichungen dar, die auf eine licson- 
fiir die Genealogie bestintmte, ein oder zwei Jahre später 
ma« Aofnahme hinweisen. Mit dem auf dein Grab- 
jn der Stiftskirche zu Baden-Baüt^n zu FtisM^n des 
PS, aber tou ihm abgewendet knieenden Steinbilde der 
Fraoztfikft ist. s<^weit sich von unten aus erkennen lässt, 
eise geringe Ähnlichkeit vorhanden. 



170 ▼■ Oechelhäaser. 

No. 13. 
Markgraf Ludwig Wilhelm (1655—1707). 

Bezeichnet: Matthaeus Merian fecit Ao. 1669. Abgebildet 
bei H. Müller a. a. 0. Bd. I, unter No. 21. 

Der berühmte Türkenheld im Alter von 14 bis 15 Jahren; 
Brustbild, dreiviertel Aneicht nach rechts, in Kürass mit einem 
Spitzentuch um den Hals, das von einer rothen Schleife 
gehalten wird- Wohl das beste der Merian'schen Bilder in 
unserer Sammlung, den Vaillant'schen Zeichnungen am nächsten 
stehend und als einziges Bildnis des Prinzen in diesem jugend- 
lichen Alter von besonderem Werte und Interesse. Die riesige 
Ferrücke umrahmt ein jugendfrisches, schönes Antlitz, aus dem 
die nicht eben grossen Kuabenaugen freundlich auf den Be- 
schauer bücken. Die Nase hat bereits die voll entwickelte 
gerade Form, die Lippen sind fein geschwungen, aber etwas 
wulstig wie auf den späteren Bildern. Das Ganze anmutend und 
lebendig. Die Haarpartie hat etwas gelitten, so dass die vei^ 
schwommene Darstellungs weise Merians hierbei noch stärker 
hervortritt. 

No. U und 15. 

Die kleinen Prinzen Leopold Wilhelm (1667—1716) 

und Karl Friedrieh Ferdinand (1668-1680). 

Beide Bilder bezeichnet: Matthaeus Merian fecit Ao. 1669, 
und oval umrahmt wie die beiden vorhergehenden Bilder. Fast 
ganz Vorderansicht bis zur Hüfte. 

Der eine der beiden Knaben (No. 14) trägt auf dem kleinen, 
rundlichen Köpfchen ein schmales Barett mit Feder, unter dem 
hervor die spärlichen Haare glatt hemiederfallen. Das (resicht 
macht einen etwas kränklichen Findruck, während der jüngere 
Bruder (No. 15) pausbackig und frisch ausschaut. Der lieb- 
liche Eindruck wird hier wesentlich durch die Haarfoehandlung 
mitbestimmt, die eine viel freiere und natürlichere ist; das 
Köpfchen ist unbedeckt. Die Kleidung der beiden kleinen 
Prinzen ist ungefähr dieselbe; bei dem Jüngern ist der Hals- 
ausschnitt etwas tiefer und das bis zum Ellbogen reichende 
Ärmelcben nur einmal gepulft, während beim Altern zweimal 
eine Einschnürung mittelst roter Bändchen dargestellt ist. 
Auch ist die Stickerei am Kleidchen hier etwas reicher aus- 



BJUniaM dn UiufcKrafi!» WUbcIra und »eüier Familie. ITI 

B<?ide tragen schärpenartii^ anigehrtngt an blauem 

ein klEiines Aiimlet oder eine Kröche. Der jüngere 

tmht hält einen kurzen Stab mit rot^iti Oflndohea in der 

Ltektn, offenbar ein Spielzeug, <lie linke Hand ist gesenkt 

oi wird Tom Bildrande ab}i;escbi)itten; dasselbe ist mit beiden 

des Altem di^r Kall. 

No. 16. 
Markgräfin AQgnsta Marin (1C49— 1728). 

Bcwlchnet: Matthaeus Mcrtan fecit Äo. 1669. Brustbild. 
Mrlertel Vorderansicbt nacb linkä. 

Elae jugendliche Sc-höno von zartem Aussehen, mit giossen 
Algen, aofTiillig kleinem .Mundo und hllbscbor, zierlicber Nase. 
Dff Ausdruck ist etwas leblos, die Kinnpartie nulTällig spitz. 
KkMimg und tlflartracbt wie auf deu Bildern der beiden 
Priuewifuien (No. 8 und 9); nur die in der Höbe der iScbläien 
begillMiidisn Lock enbilM- bei erscheinen wesenllich breiter und 
kniuer. Perlen ala Reifen im Haar und um den Uals, sowie 
dneln im Ohr. Die Kreidezeichnung ist hier, wie auf dem 
ftdgtndeQ Bilde, durch Vciivendung von Tusche beim Hiuter- 
iraHi«, M den Haaren tind der Kleidung so sehr in ihrer 
Wirkung beeinträchtigt, dass diese beiden Blätter ganz aus 
Charakter der Bammhmg herausfallen (vgl. oben S. 155). 

Die aniprecheode Vermutung Braubacbs, dass wir das 
is der Prinzessin Aogu^ta Maria von Holsteiu-Gottorp 
vor mu haben, die im Jahre darauf den Markgrafen Friedrich 
XlgciB Ton Haden-Durlach heiratete, wird durch die Ähnlich- 
tatt mit dem Bilde der Priazessin in der Genealogie (Br. 340) 
totlligt Sieht man ron dem veränderten Ausdruck und 
4m entstellenden Kopfputz ab, so ßnden sich nlle oben er- 
«Unteo Eigen iQmlichkeiten der Zeichnung im Kupferstich 
«Wer. Auch der spätere kleinere Rciller\sche Stich (Br. 341) 
lägt Doch manche tibereinätimmunde Züge. 

No. 17. 

ünbeknnnicr jugendlicher Prin«. 

CBbezeicboüt, aber in Technik und Format völlig mit 
!!«. 1( Oberein^timmend und daher eieher auch von M. Merlan 
I ^ i- bcrrflhreod. Bmstbild, dreiviertel nach Unk;;. 






J72 '■- Oechelh&uaer. 

In Auffassung und Ausstattung dem Bilde des Prinzeii 
Ludwig Wiliielm (No. 13) so verwandt, dass man zunächst an 
eine etwas verkleinerte Kopie im Gegensinne denken möchte. 
Dagegen lebrt eine nähere Prüfung der Gesichtszüge, dass vir 
es hier doch mit einer andern Persönlichkeit zu thun tiaben. 
Die Nase ist wesentlich kleiner, ebenso der Mund ; auch die 
Augenlider sind anders geschnitten. Da amserdem das Blatt 
aus demselben Jahre stammen wird, wie das vorhergehende 
(No. 1 6), so ist nicht daran zu denken, dass derselbe EünsÜer 
in demselben Jahre den Prinzen zweimal so verschiedoi ; 
dargestellt oder dass er das eine Bild vom andern so sorglos ! 
kopiert habe. Vielleicht, dass wir den Dargestellten im Ver- 
wandtschaftskreise der Braut des Markgrafen Friedrich Magnu 
zu suchen haben, was um so eher angängig ist, da, wie oben 
bemerkt, diese beiden Bildnisse erst später, vielleicht als Ge- 
schenk der Durlach'schen Vettern, in unsere Sammlung ge- 
kommen zu sein scheinen.*) 

No. 18. 
Unbekanntes männliches Bildnis. 

Unbezeichnet; auf der Rückseite steht: „Samuel Bemard*. 
Brustbild, dreiviertel Vorderansicht nach rechts. 

Vornehmer Mann von mittleren Jahren inKürass; spärlicher 
Schnurrbart., markirte Züge, weit vorspringende Nase, schmale 
Lippen. Das Auge mit unbestimmtem Ausdruck am Beschauer 
vorbei geradeaus gerichtet. Das Lockengebäude weniger künst- 
lich, als bei den übrigen Fürstlichkeiten; auf der Achsel eine 
Schleife, welche die weit auf den gestickten Kragen he^liede^ 
wallenden Haare zusammenhält- Über Autor und Persönlicb- 
keit s. oben S. 156 u. 159. 



■) Der Bedaktear dieser Zeitschrift hatte die Gate, mich nacli- 
trtglich auf den (im Jahre 1669) 12jährigen jflngsten Sohn des KamIne^ 
richterB, den Markgrafen Karl Bernhard (f 1678} hinzuweisen. Dft 
beide BIStler zusammengehören, bo mtiBBte freilich dann auch für No. 16 
eine andere Persönlichkeit — Schulte nennt Maria Anna, die epStere 
Herzogin von Sagan (1655—1702) — in Vorschlag gebracht werden. 




luohung in Baden. Zuiiitclist Imben wir den Beriebe 
I HtTTO l'oiirady »erKaiigciies Frlibjolir zwischen Wall- 
' hayc-ri«piipn(ircu7c ausgeführten Arbeiten nachzntragen. 
imdy hntte 'Jiese ^tpll«- mIicii im Jahre 1890 aas eigencD 
r TorÜlufiBen Uiiiorsut-huiij; uiiiorzogen. Jene Eb-geb- 
jHjtt XU er^ätuoii. NiuDciitlich wurde das schon dAinals 
nscheuk&!>lell die Ua&clbiirfr hei Reiubardsucbseo, 
Zn(^nß ans dem Krf- hzw. Mainrhalß s|tpn% in allen 
n icrflndlifh<<t prfontcht. Das Kastell hjldct ein nicht 

Kgvs Viereck mit iihjreruiidt.'ten Ecken von 43 in.OO): 
lalsUirko der llrnriihsuiigNmauor l)elrii(ft l^> m. Sic 
rolf'n Saud'sttiioen and hatte zwischen Wallniauer und 
ic die Ka»U)Ile der MOinlingtiiüo ein uutlaufendos Gesims. 
^kabrunduuK zeigt eine iiacli innen zoiitektretonde PlatC- 
bUllang von (•e^clifibcen. Die 3,75 bzw. 2,311 ni breiten, 
aherwOlbien Lagertbore liegen in der Miite der Frout- 
le nnd sind durch einfiu-he, 3,10 bxw. 2.G!} m lange Maner- 
Itwrt- An der porla |irneloria vrnrde ein flaches Relief 
iHwn lioüellu (.'eluiiden, die wühl hber einer l'hUriyfTnuDg 
Alle vier St'iten des Katttelles waren von einem 
Qod breiten, vor den Thoren durch S^nghrflekea 
iben amgcbeu; aarh von dem die Maaern ver- 
wan^Q noch S|>ureii nachwet.shar. Die iui Inneni 
iclugrAben „lieferten dad ßild von cinAtij^er ongenteia 
inienaiver BcwohnuiiK des kleinen Kast«Us, wie sie 
Lagern noch nirgends begegnet war. Sic siand 
dem IlAnebans im Hettinger Wald, bei welchem sieb 
to dre [tcut^untlplebenis fast nur auf einen wenige Meter 
'it hinter der rni&iaongsinaDer heschrünkten, In 

• I iJie Wohnungen waren aber aagenftcbotn* 

[iiit l^-hmrucbwänden gewesen. ■ . . Doch i^elaug 
.iilinniK nicht, eine liestinimte I>aKCronlnnng mit 
Ilarackcnreihen and dieselben etwa scbeideudcu Gossen 
I festUKletlen" (Conrndj- im Limcsblait Xu. 5). Herr 
Hoat ans dem irC'wmtbefnnde auf ein hilhcre« Alter als 
(t HAt» I M<i vii-lleirht sogar gleieh/cilige Krbanang 

bei Walldaru und Miltouberg. 




174 



Miicellen. 



Der Zug des Limes selbst wartle darch Auftindang eiDßr Ai 
WachtOnoe und Gäwinnnng von Orabenprolilcn aufs t^'^iiAueNlo nart 
gewiesen- Bekanntlich war Herr Cotirady der Krsle, dei- die Abwctcha 
dps Limes hei Walldftm von seiner bishürigeo sohnui'geradcn. di 
^Va^LtClnbe^g und Batlcn innegelialtencu Kiclitung erkannte tindwil 
zicIiTBcbartivten Vurliiuf gegen Miltculn-rg fc-sL-i tollt«. Dies alles wi 
jetzt im einzelnen nai'^ligeprüft and crgilnzL wobei sieb (Ar die Str«to' 
niJrdtiL'li ron der Ilaselbnrtf lii« zum Main die KigenlQiDlicbkeit er 
daas hier vor dem lij'dwallc ei» (rraben fckitc. Aach die Sc 
antersQchnnf,' erbicU manelic F&rderaug. 

Cbor die vom Ref. geleiteten Arbeiten xwischen Osterbt 
uod dem Hüimtiauä und ao der MOmliuglinie ^i uiit Hinweb 
die au-sführliflicri! Darätcllmig In der Karlsruber Zeitung (7. Jona 
Beilaf[e zu No. Gi folgendes erwAbnt. 

Das bcdeutcadsto Kesaltat dei' die^jUbrigen Keicbsgrab 
QbGrhan))i bildet die zacrst von Herrn RcKiemngsbanmeister 
im Xuuiius b^ubachtelc Versteinung der römischen Oreuze. 
Mel^r \ar dem WaligrabcD iSuH uümücb ein zweites kleineresJ 
cfaen, in welchem in Ab^ländrn IlLuferartige, die Klchtong do-s H 
zeigende Sleiuphittcu mit L'uterlagen etc. gefunden worden, nlwiK 
fQrnitichc (ircni^Diarkicrung, wie wir sie aas den Scliritiea der 
sehen Feldmesser kennen. Nan erst wissen wir. dass die militüri5i-.hc i 
politiäclie Urenze zusamnieaiielen, und verstehen so manche aufiiilUg 
Erscheinungen der erstercn. Es glAckle, diese Versteinung 
mehreren auseinander liegenden Punkten der südlichen 
Strecke naclizaweisen- 

)A'eii«re neue AuEschlUssc aber Aaä Wesen dieser Greui 
geben die in diesem Jabre in Itayem, Wftrttemberg and Uaden 
genummeDen Untcrsucbougen der übergünge Ober FlOsse. BQcbe 
TlilÜer. Bald sind es Bufgeniaaerle Furten, bald steinerne od«r 
zemt? Siege mit WasserdurchliUscn oder Spcrr%*iirrir.btnngen v« 
schiedeuer Art. Auf badi^icLem Oebiote wurde der KirnacLillx 
gang bei Osterburken uutersucbt, der aber in s|)iUerer /.eil 
M'eitervcmenduQg nnd Umandcrang erfahren za haben scheint, 
da&ä sieb kein gauz klares Bild incbr gcwinnoa liess. E& wttre wicb 
und sehr envUnsebt, wenn eich aus luiitvlaltcrUcheii oder sj 
Urkunden etwas darüber ermitteln lies«. 

Die BlossIegDiig dei^ bei Kiu^chheim ues auigeftuidvtnn 
scheiikastetls ergab dessen grosse Ähnlichkeit nach Anlage und 
debnang mit dem benaehliarlen llOnebaus. Neu ist ein dicht hl 
der Urozu^maurr veihiufendett (irabchen mit Balkem'e»tcu, die 
TOD eiuum hölzernen ^^'eb^ungaDg hoiTUbron. 

An dürMOmling-Xcckar-Linie wnrdc das zweite gro&soro Ka 
böiKeekarburken mit seinem praetorium, grösseren Wulmgebüii 
mit Keller, sowie einer ausKerhidb Iiei;eniien Badeanstalt oit 
Untersuchung unterüogen. Leider land Aidi kejne losejirift., 
Jabr seiner Erbaoang kOndet, wie es bei dem kieinecen KaaitcUi 
Fall war. 



Mificellen. 



I7& 



Fonuiuang der Linie gegen äutlDii im im einzelnen onch okht 
iLclU. I>och beweist der Fond zweier WnchtQrinc auf dorn g«geD 
tbrunuvr Uüf austeigeudeu PlaUau, li-j&s diu JUaiu Cibcr diosos 

Dltcr Xn-karetz Hllirt, «io liiswoiloii uiitioiionmitiii wird. 
Sliiukbroniier Uaft worile eiu r^misctiis Gelkäud» uuCfje- 
Kileu j^uwöhtiliclian PUui d«r villn rosüca iwigi, uud ein 
Kicber utsgctwates im Tbalo bei Ncckarzimmern, 
ere Ansiedluaf; zu »ein Kbeint. 
irutic. Karl Scbaroavber^ 



rtfbrOderungsbrief zwischen den Klöstern Murbach und 

ueuii 1234. Üie Urkunde, woK-be hier '.um orstouiualc ii;tcli dem 
nfuulc verofTeutticbt wird. botriiTt die VerbrOderuug zKiM'buii den 
Murbacli uud Loxcail (Dej». Uaut-Sat'mc, Arrond. Lurc = 
t^«r«) ^011) Miiit»! Mai 1£U. Unvollständig ist divsu Ur- 
beniu von Üei^sun (Mt^muire historiiiuo aar Tablmye de iMte. 
liUii |i. Äil>, ilarauf YolUtütidijjer vun Viellard (D(k:h- 
mtooire ixHir servir h l'bi^toire du terhtoir« de Belforl, 
19M. p. 424— äS) nach einer Kopie des 18. Johrhnudert^ 
tcmunLMUThiv zo Vi»oul (Serie H 6tjl), aber sehr feblerbaft 
Jkiula»<tun(; cinoA gauxen Satzes jttiMizicrt wordcu. Eine 
dem im Ite/iriu>arcbive zu Coliuar 4AbU;i Murbach, Car- 
lo, ö) bemliL'nden Originale zu gclkeude Voröflentlichung 
au diewm OrOndco, ab«r zugleich auch deshalb gerecht- 
iocn, weil die vorhin zilierteu französischen Werke In 
Dieht leicht zogAnglicb sein möchten. 
■ Xamen der Abte der Klöster Luxeuil und Murbach, welche 
l'rkoDik mit ihren Anfaogsbnebsiabon l>cz«icbn6t &i»il. Tb. 
il. f&r dieses, lassen sich Iciehc bestimmen. Der Abt de» 
l.menil vcnr damals Tbcubald 11., der des K|i.>¥ters Murbach 
ron Koleiiburg (von 1220—1244)). Sein Nai-bfiilger in der 
u Mirboch wurde jener ebengenannte Theobald (von 
>>. welcher in einem aus dem Aufauge des l?. Jahrbunderta 
BD V«nseichDiaae der Abte von Murbaeh (Bez.-Arrb. za C'ot- 
"t Cart. XVI. Xo. 71j aU comes de Faloonio (wohl 
> Eulcuui», üurg, detl. von Uesaavon) zubeuannt nird. 
eh wt noch bemerkt, daas «ch eine scbr schlecht gc-'^rhrie- 
14. Jabrhnndert angehOrige Kopie unserer Urkunde in 
doa Kloster Murbueh ent^iatniuenden ('odex (Fol. 175) beflu- 
■ler ircgenwftrtig in der Stadlbibliothek zu Cotmar (Sbpt. 'üo. 439) 
wird. Die Urkunde UuUct n-ic folgt. 



feil ümnUML«; ({itod taüü Bcicietaü et confratcmituft cousU- 
iCA toter c«'- I rliaccnvni ci ecclo-siam I .uxoviciuem, Th. 

Lll,.' m feliciler regeute, IL v«ro Murbaceuwm; 

itnie eapitulum ad iuvicem liabobuni, et si abba& [.uxovleu- 
nioa&»tcho venerit, capitnlom, si roloerit, tencbit. 



176 Misceüen. 

et vices abbatis qaantam ad ordinem supplebit, hoc qnid') abbaa 
Morbaciensis Loxovii faciet quociensconque ibi venerit; si vero fra- 
tres Morbacenses apad Lnxovium morari volnerint, quasi nnus de 
professis einsdem loci ibi recipientnr; hoc idem fiet de fratribus 
LtuoTiensibos qaccieDscnnqae veneriDt in monasterio MorbacensL 
übetmte vero abbate Morbacensi, triceDarinm pro eo fiet in ecclesia 
Ltucoviensi, hoc idem fiet de abbate LnxoTiensi in monasterio Hör- 
bacensi, et prebenda pro eis ad invicem dabitor, sicnt dari solet pro 
abbatibns defnnctis. Andito vero obitu monachoram utriosqne cenobii 
Signa oninia polsabnntor, et Septem officia pro eo in conventa fient, 
et Septem misse celebrabuntnr, et onusqnisqae de sacerdotibos mis- 
sam onam privatam celebrabit; et alii vero sacerdotes qtünqnaginta 
psalmos dicent; pro omnibos vero fratribns ntriusqae cenobii infrt 
ammm defonctis generale tricenariom fiet ad invicem, qnod incipie- 
tnr singnüs annis in crastino onminm sanctonun. Et, at hec sode- 
tas inviolata et inconcnssa perpetnam habeat perseveranciam, nos ab- 
bates nominati sigillo conventuum nostrorum fecimns presentem pa- 
ginam roborari. Actum anno domini M'CCXXX" quarto, mense Maju 
Perg.-Urk. Siegel ab. 

(Bee.-Arch. zu Colmar, Abt. Murbach, Cart. XVI, No. 6.) 
Colmar. H. Pfannenschmid. 



Litteraturnotizen. 

An Veröffentlicbungen der badischen historischen Kom- 
mission erschien: Badische Neujahrsblätter. Viertes Blatt 
1894. Die Territorien des Seekreises 1804, von Franz 
Ludwig Baumann, mit einer Karte. Karlsruhe, Braun. 
Femer ist von dem Codex diplomaticus Salemltanus von 
F. von Weech, welcher mit Unterstützung Sr. Königl. Hoheit 
des Grossherzogs und der badischen historischen Kommission 
erscheint, die dritte Lieferung des dritten Bandes erschienen 
(Karlsruhe, Braun). Sie umfasst die Zeit von 1329 — 1498 
und ist unter Mitwirkung des Herausgebers von Dr. Peter 
Albert bearbeitet. Die Schlusslieferung wird das Orts- und 
Personenregister zum dritten Bande umfassen. 



In der Westdeutschen Zeitschrift, XII, 242—255, behandelt von 
Borries noch einmal die Kontroverse über die örtlichkeit derAla- 
mannenschlacht bei Strassburg und versucht seine Bedenken 
gegen meine Annahmen näher zu begründen sowie seine Hypothese 
gegen die Einwendungen zu verteidigen, die ich an dieser Stelle 



') Im Original steht: hoc qd, offenbar für boc quod. 



178 



LittenituniutüeH. 



Von den vortreffticben „Stegel&bbililuugeQ zuui Urknadio- 
bacbc ticr Stadt and Landschaft Zflricb", bDraus^egeben 
der Süftuuff Scbnydcr von Wart^^nsee in Zflricli. bewhpitiH von P.j 
Schweizer uud II. Zcller-Wcrtlmüllcr, i^t die zwciic Utfenu^J 
tZürich, Fftsi lUid lIotT. I8y3| auügogebeu woi-deu. Unter dea 83 ; 
gebildeten Siegeln üind tnnncho sphragistiscbp Solteohcit«a, so eial 
FraucDsiegd ydd 1:261 und 52: die belouint« Margaietba vou SnrojTm 
(rr&äQ von Kiburg, reitet zur Ucihcrbciao (No. 3). (iraf Kraft tob! 
Toggeuburg führt 1212 eine ftDtik*» Cictume als Si^el (17). IKt Bf«, 
im GroneubfPgiafbo» WapiK-u ist vom Siffgelstecbcr der No. Si utfi 
den Koj>f gesttalU worilcn, um den lUnm rt« dreieckigen Scliililttf 
b«BSar auszunützen. Das \Vaii|)eiisieKe! des Froiherrn Ulrich twiI 
Wetzikon (.1252 und TA) ist ein« der ältesteii, das Helm and UelnuierJ 
in dem Schilde bringt (Jfo. 36). Das Siegel Hogo's von Liebeubeif | 
(No- 45, 123s— 17f enthält einen antikisierenden Adler, welcher uffeiilArl 
naeli einer Münze geschnitten ist. Als rcrlcndcs Siegel ist mit Rpchtj 
So. ßS erklär: Ein WeinsltVckc beschneidender tlauersmiuin ist ab 
Monatsbild de» Märü an^selien — und Kudolf Merz, Chorherr dcrJ 
Projistei Z(irii-h, ist der Sieglcr. No. ti6 ist ein spitzorales Schrifl-j 
Siegel Wichtige gencalogiäcfac Fragen ober donZtuammenhäiigalt-' 
freier Geachlecbter werden bei No. 27 Freiherru vonBonbletleii, hä\ 
No. 30 Fi-eiberni von WUdenswil-ünsiiunnen und No. S7 l-Vcilipmi ( 
von Welzikim beliandell. In No. 6-1 wird Konrad von Murc's Sienfllj 
niitgcleill. iJer Verfasser des iUipr.nrius 'fattonirnrum bedient lich 
des Bildes des Kirclifinf>atn>n>i Keiner Heimat. Itci No. 75 (Jakokj 
Malner, spater Ritter) treten die Verfosser den Phantasien Wöben 
entgegen, der aas einem MUhlrade das altchristUchc Monograma' 
XI* und das ni>sltschu Sonnonrad der Kleinasialen zu maehen \s-itKste| 

A. Sehtittt 

In den Annales del'Esl VH, 538—593. vei-öffemlieht t'h. Scbnidll 
eine Neubearbeitung einer rmhcren Studie über diu itltcsten B1' 
hliothekon in ätrassburg und umfasst dabei das gesamte UcMAtj 
des mittelalterlichen Schriftwescns in tthnlichcr Weise, wie es W- 
Wattenbach iui grossen Stile gelban hat. Auf VolUtdudiRkcit 
seine saust dankenswerten Zosammenstelluagcn wohl keinen Anspruch,! 
wenn z. ß. su n-iclitige Ilamlsrfariften. wie das [lirectorium rhori und] 
das Seelburh des Domicapitel» oder der IilllenbardSclie Kodi-x, 
wahrbc-beinlidh dem Ilosintal gehörte, nicht erwUhnt werden. AvS'\ 
fallondenvcise uil der dritte Band dos Stnuishiirger Urknndenbu< 
bcDütit. aber nicht der zweite. Der Bi-tchof Johann von Lichtenberg,! 
erwählt im Jahre l'dQtt, ist wohl nur «in Druckfehler, desgleichen dei 
wiederholt zitierte schwcliorische Gelehrte Kalm statt Bahn. U'. ir. 



FUr die (kschicbte der oberrheinischen l^nib^rhafteu wahrood] 
des grossen Schismas bringt namentlich aas den i^oellen de.s valikant- 
ft4!hen Archivs neu« Aufschlüsse der Aufsatz vou ü. Valois (Li 
grand Bchismc eu Allemagne de tS7t) ä IMV KOuuscbe (Quartal- 



] gQ Litteratnrnotizen. 

worden jedem Heft die Biographien der einzelnen Dmcker, erweiterte 
Übersetzungen aas Schmidts Bach „Zar Geschichte der ältesten Bi- 
bliotheken and der ersten Bachdrnckereien zn Strassharg" {1882). — 
Alit den höchsten Erwartnngen masste man den bibliographischen 
FoKchangen eines Grelehrten wie Ch. Schmidt entgegensehen, der in 
früheren Arbeiten Hervorragendes für die elsfissische Bachdrucker- 
geschichte geleistet hatte nnd daher allgemein als der „beste Kenner" 
auf diesem Felde bezeichnet wurde. Den hochgespannten Erwartungen 
folgte leider — Enttänschong. Als Biograph der ältesten heimi- 
schen Drucker bat Schmidt sich trefflich bewährt, ein Bibliograph 
aber ist er nicht. Dass er früher auch nicht für einen solchen 
gelten wollte, zeigt seine Bemerkung in eben genanntem Werke 
S. 76. — Schmidts Repertoire wird für Diejenigen, welche sich rasch 
über eine der besprochenen Druckereien unterrichten wollen, seine 
Dienste leisten, keinesfalls genügt es aber den strengen Anfordemngen, 
welche die heutige wissenschaftliche Bibliographie stellen 
muss. (Über deren Aufgaben vgl. Dziatzko, Samml. bibliothekswiss. 
Arbeiten Heft 6, S. 1 ff.) Die Arbeit über Grüninger ist dem Ver^ 
fasser, der sie seit langer Zeit vorbereitet hatte, noch am besten ge- 
glückt. Für die übrigen Drucker wurde nicht systematisch gesam- 
meltes Material veröffentlicht, ohne genügende Berücksichtigung der 
neuesten einschlügigen Litteratur. Das schwierigste Kapitel der 
Strassb. Typographie, die Druckerthätigkeit von Mentelin, Egge- 
stein and Busch hat Schmidt mit Recht aus seinem Programm 
aasgeschieden. Die UnvoUständigkeit der Verzeichnisse — Bibho- 
graphien ohne Lücken giebt es nicht — soll dem Verfasser nicht 
zum besondern Vorwurf gemacht werden, obwohl nicht einmal die 
elsässischeu Bibliotheken nur annähernd ausgeschöpft sind; 
schwerer flillt ins Gewicht die Ungenauigkeit in den Titelkopien und 
der Verzicht anf eingehende typologische Untersuchung. In der 
Sprache durfte Schmidt (vgl. Avant-propos in Heft I, S. V) ohne 
Schaden dem Vorbild Grässe's folgen, zu bedauern bleibt es aber, 
dass ihm auch die Leistun{;en dieses Bibliographen als Vorbild 
genügten. — Ä. 

Als Vorarbeit zu seiner Ausgabe der Handzeichnungen Hans Bai- 
dungs bietet uns G. von Terey ein „Verzeichnis der Gemälde 
des Hans Baidang gen. Grien" dar (Studien zur deutschen Kunst- 
geschichte I, 1. Strassburg 1894). Der Verfasser hat das Material, 
soweit es zu ermitteln, nach den Fundorten (in alphabetischer Folge) 
zasammengcstellt. Den Bilderbeschreibungen, die teilweise den vor- 
handenen Galeriekatalogen entnommen wurden, sind jedesmal Lit- 
teraturangaben sowie Notizen über existierende Nachbildungen der 
Gemälde hinzugefugt. Eisenmanns Aufzählung der Gemälde Baidungs 
(in Jul. Meyers Allg. Künstleriexikon Bd. U, S. 627(!)£f.) ist jetzt 
vom Verfasser bedeutend überholt und bereichert worden. Fast alle 
verzeichneten Bilder hat v. Terey auf seinen Reisen selbst untersucht. 
Die I-eser dieser Zeitschrift seien besonders auf die in Karlsruhe, 




liitenturnotfMn. 18 1 



9ranfK 



Biul Bw«l bcSudlirbcn GemlUdc ooscrcs Meisters bin- 
wwie Aof da» vim !^r. MajcsUt dem KaiH«r der nUldtischen 
SHnÜmg in ätruaborfr abcrwif4eni> THUi. Seiner verdiotiätlicbon 
Athnl tut T. Tere; zwei gute UditdrurküU'eln beigefügt, welcbe 
de bcMcn im ScUoBB sq Asrbaff(.>uhurg anfbewalirten Gcmflldc Bal- 
•Ic^rBabcB. — k. 

lurh der Kpl. I'rpussischpn Knn&tsaminlangcu XIV (Berlin 
11)11}] hurrldianll rinen AufsaU aber „>Iftrtiii Sckon- 
;ft«rr and seine UrQder in ihren IluxiebanKeii ku llsscl" 
fcbtaciit tut iDtorcssantcn iirkundlii.'beu NoU/en. die for die Kuust- 
indüriite tOH Wfrt sind. Sidir wichtig' isr. der Fund, welcher Prof. 
* ' ~ ' viTddukt wird, das» iiiiinlicb Martin Si'bon- 

j Ut7) an iler rniven^ttät Leiiixtg iniiiialriUuliort 
**r. tarn t^for von der kOnüIlcrischcn Tbülißkeit dieses Meisters 
a R—ei pUubt Borrkbardt ixt eliier reizvodeii auf FerKauieiit ge- 
■ollca klrinrn Kuniptniliun im Matrikelburb der Ra.selcr Unirersität 
wHiIfgfcl tu buhen, nekbe Am Wa)>|>CD des l>udwif; OdertTibeim 
AnMIi. LHeMfr aus SiroMbon; slummcnde (jok>tirte nar 1496 Rck. 
kr 4er Bucler L'Qi%-entiiäl und siiflele ihr die^t Klalt, welfbes ohne 
Zvctiel Tcm SchooFiauer (in Dasei I48iii genmlt ist. Eine Licbtitrook- 
m MiiMaog der Mlaiattir ist dem Aotsitz beii^efftiiEt. — A. 




Knr HMtiiiffer IK&serlatioii tod L. FOrsienwprth: Die Vot- 
nderoDKen in den oberdciit^cbeu Reichastildten 
f.'-ti karls V. {d^iltiogen, Vandenhoeek und Kaprecht) beban- 
4ie rmKe4aJtonp, welche Karl V. an den VerfassanKeii der 
"•Allltecttcii ReichMttfidte vomnhni. Die Arl>eil fwwt auf den kai- 
«iUmd Akten, «ckbc ioi äDjäbrigeu KrieRe durch einen !^t-h«edt- 
Mfea OtorrtCB nach Sioili* Tenchlepiu wurden und jetzt in llnunover 
henken. Sie geben ein klares Bild dieser KreiRnisse. Die Motive 
MiimUiilii liogoa in der Absiebt, anf diese Weise die Dorch- 
de» Intoims m (ordern. Mit Anfrsborg. wo die Gpfichlechtcr 
Aodernog gebetm hatten, und rim niirde begonnen. Zu- 
war ür fbr die vorwie^ud prutestantisrben Sljidte beabsirb- 
^. imntr dann über uucb uuf die katholischen der Konsequenz 
-i^dehnt, M) uui-b auf Cberlingon and Pfnllcndorf. l>«r 
.»*:. in dem diu (iescUecbter die meisten Htelleu erhielten, 
•li« virbtiinle Bf'bOrde. die in dem KsL-mt ihren naturlicbeu 
«It hatte, die /anftr vurd«D aof^'^hobcn. Mit dem Werke 
vu der Kais«? nicht selbtt anwesend »ein konnte, der kaiaei^ 
iTekaiul«r Dr. Heinrich Hasac beauftragt, nach ihm tiewinnt« 
lir sBoen R&te Uastenrite. Durch die FDr»tcnonipi)rung von 
.- dlp ncoe Verbssuug iu den meiste» Orten wieder ab- 
- U" jirttteatantiüchen Forsten wnnle das gcfurdcri. 
I Vrrtm«* wurde« aber die llassennlte wieder 
.Ml nnd dicM.' OrgaaiBation blieb Ins lor Auflt>sDng des Retcbea 




Liitcretnniotiten. 



18E 



_ ___ _ hftyerischen HfvhpnfflcJien mit rlon wftrHeuiIicririschea 
Often nirfai in Vcrbindnng ^«hrn. Iter Graml Wfftt in der unaos- 
XtglkteiKB BcoQUotiR rwfior an&lnaiiüer^tossQDden Karten A. S. 



iAitkhrf. 



In» -TL Urfie ilf>r nftllf'tphen Ahlianilliinifun nir nconnm (ipschiclite 
>buult-lt Ih-. Wilfa. Kohde^T&ld _L>ie AhtrcLunft des KIsAsaan 
lakrfticli" (Kin liciirna mr (rf^chiclilc i\vs wc-vinillschcn I-Viodens. 
Wp Fnipi' inrh drr Riwlratnnff drr auf die Abtretung 
bciORÜclicn Artikel des Friedtusinstruments hat von H«n 
IC nofli dpi' Koinrris«! zum AI)«i'lilussc KckomineH war. bis 
d ta-nr' T.i?if tu Irliliaficn StroitiKkciti^n und den versdiieden- 
Kif- .n-liilioncn ffefflhrt. l':^ ist oiiUcm-blcml. da« nur di)> 

1).. ..;: ., iliuuif dtT KJitNtchungs^eKfhichtc xa oiaem rirhtiK^n 
rrmindnis ilrr cinsrlillli,HBcn nrnimmttnßcn fllhrtn Itann. Es inuss 
nirnlicrcin fraftüch crrfheinen. ob. imchdcin der OeKcnsiand so 
iMly enlrtfTt i«T,. obnr dan Ilcranziehrii unbcnutzlpr VipH™ "J'^ 
FflnÄnng in diesem Pnnldc orfolirrcioli weiter io filliiTn i^l. Zw»r 
_M_vir vnn frunz-^siii-Iicr 8«'ile /ieiulich Bwirirlieud iintirrichtet. 
if-itt »it-h abpr bei nühercr rntcrsacliung a]t> tiTierJib«licli . fdr 
Itnng dt.T kÄiseriichen Ge-andten die rpiclwn .Srhftize des Wiener 
1. du nncti wichtige bflyeriocbe Kori-««|>ond«nzen birKl« fttr die 
SMItand «Ivf «IsttssÜKben SUnde. namentlicli die StniM>biir(ter Archive 
hmvuielipn. RniHtevald ist ao von vorn1i<>rpiu in fincr misslit-ben 
ligr: fldn haben, sorie) «nichtlich, nor Rednickte Mntcrinlicn 7iir 
TvAfMB^ Kestnnden. Aber leider hat er aucti diente in vOIliu unzu- 
fliffeeader Wci*ie aiujjelieutot. Irh vcrmiRHC, um nor die wiebtijisten 
onitwn. die [lenutMog folK«uder Werke: IfouFfeanl. llistoire da 
ul» de Wesivhjtltc, such dcatüch mit '/.neäiMa vun Itainbarb; Le- 
Lnai)( XIV et Slrnsbourf? ; rit^nicl, hl^^toirc de F'iiinfc |ieiidaiit 
de l»uts XIV; l^llre-i de Maj-^riii, |>, |>, lIitTuel; tiriennc, 
Katt. die französisch -lnijerisi-hen VerliaudlunKeD l^i3S^— 
T: Sirefaner, Klaus im Jahre 1(M8: Odhner, die ruIiiikS-iiuedenH 
li «Hl&Uifichen Friedenskongre-i«; Coutarinis Finalrelatiim; ilic 
i4cten XiUeilnuirea aus «Wm Kolmarer Stadtarchiv, die Mosämiuin 
■ der Rme d'Alsarc speeben. und die Honntzang des wichtigen 
fcllfr- ' '■'enPfefliiiK.'r, Vttmriui* illiistmtu* II,». AnfS-lf»-.')! 

kibi - un/ulreffi'iidv' teils UDwescDlIiche ^>ürterunKen tlber 

IlMlpafiihafl and Ijinilvoinpi, fdr die i)ebi>n SctiopHin aU Quelle 
Strobel zitiert wird, wi'ibi-eml ued<-r bchulti.' Uivsohiehte 
ter in den ersten drei Jahrhunderten) noch Franck (die 
dcji bnil. röm. Reirhs) bcnat7i itnd- tter Verfassex 
MiuilAiat, abgeaefacn von einer IIckOmptiinFt Adolf Srlimidt'« tl»- *^U, 
^Miacii VoTfrSnicvm in der ForscbanK Stellung zu neLmuu; auch 
Jtmoixäeu Au>fllhntnKen von l^grelle. von Marclt^^ lOri«. Ocl. 
IHJE». von EnlmannsdOrfTer (Ueutsctie (te^cllil-htc. I. 
lind Behallp (Markgraf Ludviff Wilhelm von Iladon. I. 
-I hlHbcn nntierücVsichllgt. In der DamtellnDg selbst ßilll 
■TTi jüuunl an Hcl«(ttl«llen. an Renauer ebronoloRiselier Ü^twick- 



IBfakorilt^ 



184 LitteratumotizcD- 

lung der einzelnen Phasen der Verhandlungen, an genOgender Be- 
rticksichtigong der kriegerischen Ereignisse and der übrigen Objekte 
der Kongressberatungen. Insbesondere ist die bayerische Politik nn- 
znlfinglich und zum Teil anzutreffend behandelt, auch die Bemtlhnngen 
der elsässi&chen Stände und die systematisch darchgefOhrte Politik 
Trautmannsdori's kommen nicht za ihrem Rechte. Rohdewald kommt 
za dem Schlosse, „dass anter der Landgrafschafi; Elsass nichts anderes 
verstanden [war], als das Gebiet des oberen and unteren Elsass" (p. 72). 
Hinsichtlich der Stellung der reichsunmittelbaren Stände im Elsass zum 
Reich ergäben sich unlösbare Schwierigkeiten. Die zehn Landvogtei- 
städte. auf die CS hauptsächlich ankam, „gingen ,definitiv* an die Krone 
Frankreich Aber und traten in den Unterthanenverband des Königs von 
Frankreich" (p. 73), eine Auffassung, welche die Abtretungsurkunde des 
Kaisers bestÄtige. Die Bestimmungen des § 87 schränkten zwar die in §74 
enthaltenen Konzessionen ein, könnten sie aber nicht schmälern ; der 
Protest der Stände sachte vergeblich, von den Kaiserlichen in^is- 
gegebene Rechte zn retten. „Die Bestimmungen des westfölischen 
Friedensvertrages lösten Elsass gänzlich vom deutschen Reiche los" 
<p. 75). Man wird den AusfOlirungen des Verfessers weder in einer 
Reihe von Einzelheiten noch in seinen Scblussergebnissen folgen 
können. Icli hoffe in KOrze den Gegenstand in selbständiger Arbeit 
weiterführen zu können. K. Jacob. 

Abermals erhalten wir ans der Hand des fleissigen P. Odilo 
Ringholz in Einsiedeln einen Beitrag zur Geschichte des badiscfaen 
Fürstenhanses. Dieses Mal lautet das Thema: „Bernhard Gustav 
O. S. B. Cardinal von Baden, Fürstabt von Fulda und Kempten 
etc. und die schweizerische Benedictiner-Congregation" (Sonderab- 
druck aus „Studien und Mitteilungen aus dem Benedictiner- und dem 
Cistercienserorden" 1893, XIV. Jahrg.). Die Arbeit stützt sich wif 
Archivalien der Klöster Bheinau, St. Gallen und Einsiedeln. Die 
Nachrichten beginnen mit dem Zeitpunkte, da der 1660 zur katholi- 
schen Kirclie übergetretene Sohn des Markgrafen Friedrich V. von 
Baden-Durlach eine Probezeit im Stifte Rheinau durchmachte, da er 
seinen Entschluss, Benediktiner zu werden, prüfen wollte. Es war 
das Dezember 1665. Wir erfahren vielerlei über seinen Eintritt in 
Fulda, die Übernahme der Eoadjutorie in Fulda, dann auch in Kemp- 
ten. Seit 1671 ist er Fürstabt von Fulda, seit 1672 Kardinal (auf 
Fürsprache Kaiser Leopolds I.), seit 1673 Fürstabt von Kempten. 
Aach die Koadjntorie des Stiftes Siegburg erhielt er 1671. Im Jahre 
1677 ist er gestorben. Wir verdanken der Arbeit einen genauen Ein- 
blick in das Leben und das Wesen des Kardinals, zugleich aber auch 
in das Leben des Klosters Kempten, welches am eingehendsten be- 
handelt ist. __ A. S. 

Der Krieg, den Ludwig XIV. in den Jahren 1688 — 1697 gegen 
halb Europa führte, wird von den Franzosen meist als la guerre 
de la ligue d'Augabourg bezeichnet. Dadurch wird Frankreich 



LlttecaltirooiiiH-D. 



185 



.trr T-ii be-ztidinPl. «ier von seinen Gegn^^m bedrolit wnrde. l>ie 
•i\t*cs An^stmiger Bflndnisscs von KiHö lag bis vor weni- 
■r^iiriii vüIUh im Diinliflu. die VLTf^cbiedcnurtiKSten Vcmiutoiiireii 
aoflti^steUl. bis V. 7.wicilciici-k-Sll(l('iiIi»rst (Die Aufrsbnrgor 
^illttuu. Arrhiv far üstcrr. CiCich. llU. 7ii. ISilt)) oin« Reihe wichtiger 
JfcllostQrkr uuh lU'in Wieiirr An-liiv vt'rOfTentlivlite. Die FninzofiCii. 
EaglflDili-r unil NicHrrlAndor halten in dem Itonde den Geist Wilhelme 

'■* **'•'• fi gvfanden. flanke naclite d*;n Urheber d« Uünduisses in 

: Kurnu-filfü Philipp Witlii^lni, Pnitz nihm niKb den Rajem- 

i«nimT'-'Ji hin/ii. Klojip i>ndlir.h meinte, es sei %-(im Kaiser ausge- 

pORm. Ich kunnle auf Grund dieser neuen (^ui^lten dann fexlHlelleu. 

te der Kuiid von rleni frilnkiHchen Kreiw seinen An^pang genoin- 

m habt'n inawe (.Marktn^f f.ndwig Wilhelm von Raden nnd der 

KcitUillBg Rogen Frankreich 1693—97. I. «ff.). l>ie leUte Auf- 

kbnng miHste aiHi *nr alli'm ans den Kn>isukten ergehnn — und 

Rr seh wlbit einmal dnrrh >lt-u Wust von Akten dieser Korper- 

■*■*. ' ' da» Wiclitik'v vorn Unwichtigen nicht gesondert tsl. 

toi- : hat, wird die Muhe zu s<rliöt7cn wissen, die die Fort- 

Mmg dirsi-r Untersuf Innigen «erheischte. Fesicrs BuHi: „Die 

ii«fchorger Alljun/ von ItWÜ (Mönchen, M. Uiegor'sche L'niif.- 

hrtihiDdltuig) bpftebrlinkt eich alter nicht »Hein auf diese Quellen, 

« firirt BDdi kni'-erliche, karhrandenburfiischc . knrbayerische, han- 

«Hniflcbe, giithai-chc n. a. heran. Das liriiebuis ist nun. )fas& wirk- 

1 die Anfiingi' lietjen: dass diuscr Krei.s. mtlde der 

ll' ' ■ liati/, w-ine Tnipt>en reduzieren wollte und, um die 

IQ XU versclileiem, eine Erneuerung der Associationen der 

:brB mid we«tliehen Reichskreise erslrebtc. i'^ ist eine Ironie, 

iw tiaj, wa-s upipriinglicli atu unkriegeri«rbcu Absichten ge.vdiah, 

ftnde dem Kriege zum Vonnaude dienen sollte. Der Graf Lu<lwig 

(«BtAi TOD Hithenluli.'-Waldt'nburg. ein „l'roJL'ktcsehnned*', braehle 

Mt Vkag^ nach Wien, wo mau da- BOndni-» aufnahm. Der Kurfürst 

Affiyp Wilhelm von der 1'ta.W. in meiner ErbfolRe dcircli Frankreich 

Mmbt, «arhte nach einer Hilfe. Ein schwedischer Agent stellte 

4m ßaoile die ttenie Hilfe in Aussicht. So kam unter der Führung 

4er Fnukro. denen diene nufge.zwungcn war, der Bund im Juli 10^6 

Ortude. <! ' " II des Kaisers, Spanien.s, Schwedens ftlr 

4n tntm ^ genug er«cbeiiien mochte. Faktisch 

tttt» in ihu jviier mhi H-iueni Nachbarn Hilfe. Die ulüchsten zwei 

h^. in denen airb die wclthistoriwhe Krisis vun liiHÄ vorbereitete. 

r lUiiid uieLl an Kraft gewonnen. Von Ludwig X.IV wurde er 

l:f rinen Augeoblick (tefürcblet. dann aber wurde geHihsentlicb 

. >luel.v i-in FIt-faut gemacht. Die ohnmÜeJitige I.age ileä 

' i.j'p'l des an Aafschlnssen reichen Ruches 

' tritt als kaiserlicher rnterhiindlei der 

i Ulli Friedrich von Seilern hcn'or, der intji- 

L,:^ ^.11 i.u--.:a-iien Minihler. Ilbrigea* ein rfid/er Kind. Dm 

Ibefc fflfji eine luhlbarc Lacke au^ wie )cder Ueitrac: zor Kreiii- nnd 
lixk^tsdik-ble de« 17. und I8> Juhrtinndi-rts willkommen ?u hei'^en 




}gg Litteraturnotizen. 

ist. Wir wissen nun, dass die klare Erkenntnis, dass eine 
Bewaffiiong für den zersplitterten Südwesten des Reiches eine L 
frage sei, nicht den Franken, wie ich, eine nähere Untersuchu 
vorbebaltend, es vermutete, znerst aufgegangen ist, sonder: 
Schwaben and damit der Markgraf Ludwig Wilhelm von Badei 
mehr in den Vordergrund zn rücken sind. Aber auch hier 
der persönliche Ehrgeiz eine wichtige Rolle. Seh 

In den Sitzungsberichten der kgl. bayerischen Akadem 
Wissenschaften (philos.-philol. und histor. Klasse, 1893, Bd. U, 1 
berichtet Karl Theodor Heigel: „Über den Plan des 
fttrsten Johann Wilhelm von der Pfalz, die armen 
Königskrone zu gewinnen (1698—1705). Der ruhmsüehti] 
allen Staatsaffiiren der Welt in irgend einer Weise teilnehmend 
fUrst liess sich auf die Machenschaften eines armenischen Kauf 
in Düsseldorf, Namens Ismael Ory, ein. Das Projekt, ein Hce 
Armenien zu führen, die dortigen Christen zu befreien und det 
fürsten eine Königskronc zu verschaffen, führte zu Gesandtsc 
und Korrespondenzen mit Peter dem Grossen, Kaiser Leopold 
Papste und Karl XIL von Schweden. Ob aber Ory nicht ein Schv 
war und ob der Kurfürst das ganze Projekt überhaupt emstha 
fasste oder nur mit ihm spielte, lässt Heigel bei der Mangel 
keit des Materials, von dem nur Bruchstücke vorliegen, offen 
war später Gesandter Peters des Grossen beim Schah von I 
und hat den Russen die Wege in Centralasien bahnen helfen. ^ 



Von dem Inhalte des von Albert Burckhar dt, Rudolf Wa 
nagel und Albert Gessler heransgegebeuen „Basler Jah: 
1894", das wiederum eine Fülle anregender Abhandlungen biet 
rühren Baden zwei Abhandlungen. In Alber t Burckhar dt-Fin 
„Mitteilungen aus einer Basler Chronik des beginnenden XVIII 
hunderts" finden sich mancherlei Angaben über das Lcbeu d 
mals vielfach in Basel residierenden baden-durlachischcn Ft 
familie. A. v. Salis „Jung Stilling in Basel verboten" bespri( 
Erregung, welche die Schrift des damals in Karlsruhe lebenden 
Stilling: „Theorie der Geisterkunde" in Basel verursachte. J 



An „Zwei vergessene Berner Gelehrte" des 18. Jal 
derts erinnert H. Dübi in dem eben erschienenen Neujahn 
der Bemer litterariscben Gesellschaft, in welchem er Lebe: 
Wirken der beiden Archäologen Samuel Schmidt, Vater und 
zum Teil mit Benützung von Karlsruher Archivalien, darstell 
ihnen verdient der jüngere, der sich nach einer ihm gehörigen ' 
iöndischen Herrschaft Schmidt von Rossan ') nannte, hier Erwäl 

') >iiclit Rossau, wie die Karlsruher Dienstakten schreiben 



Uncraiuruütiit«!). 



IST 



" fi Attfunhe wincr Kwler Professur im Jatirc 17(^ «!'* Dirrk- 
rUrahf-p Itibliolhok. «loa MOnz- uuii >'Hturalien)cabinft.s in 
■ iifU'ii nml '.j'ätcrliin als nmrkgrtiHii'.tuT OsnnJler 
Uli Krt-Nr in Kniiikforr. Iii-s zti seinem Tcu\c im 
Mn liwi ihiildmatisTd thutig gewesen i&t. Maii veniiisst in der 
bttKb gezticluieten btoiirj(>liiM:hm Ski/?:« eine Aaskanft t)arat>ei-, 
•*• Her Si>ha eq 6em Adelsprä Jikiite, ila^i weder der Vnter, noch er 
cA»! in Miticr Berncr Zeil fRhri-n, j^elanKt uml ol »iass^-lle nicht 
«tn loMse jvDvs ZusrI/cs zu seinem Namen mi-j^ln-ttiK-hlich ihm 
Midegt nnil van ihm t'crolirt worden ist. Sinti Leissner (S. 22) 
IM Lcneer idii- bekannte Kmntfurter Pairizierrsmilie), statt Uaron 
m BenfiBl oder Bennfold (S. 23) vielmehr Beuiiwl wt lesen. 

K. f)tmr. 



Chcr liJL« MaosoK'uui desMarschals Moritz vonSachsen, 
4*. \T,...t,.nierk ile5 franiusiichen Itildhaaefü Jean Batitiätc Pigalle, 
II sehenswertesten Schatz der Thomaskirche xu Strass- 
bar^ iiUctet. lut Jule» Guiffrt'v höchst schatzenswerte-s Material 
SB (itua Pariser Siaal^sarolüv ]iuhlixien (Xuuvelles Archive» de l'art 
&ai(ili 1H9I). I>ie auf oben genau n tos Monnmeut hezOKÜche Kor* 
,rti|ioodcax aus den Jahren L75:j— ^ i&t hier zum crstcnuiale zu- 
ieh eenuicht. Sie enthält viel interessante Einzelheiten und 
nähere Kenntnis naeh allen Heilen. Wir erfahren Näheres 
d»e Knlwllrfc. die Forderungen des Könstlers, die Kosten der 
iaIÜiniEi- -1 liwii-riglipiten heim Transport der Weikstöeke 

nl die U: ■ [le Aufati-lltinit des DenkniaU (177(3). Bi'jionders 

Uir iTCten jein die heharrliohen Iteiudhun^cu hervor, die man in 
tuebt«. um da-s Monument der französischen ilauptäladt zu 
^tle FVüondc der Kunst werden es dem Ileraasgebcr IMuk 
dasB er die RiitÄtchuugsgeschichte des heriihmten Grabdcnk- 
iu ein ganz neues IJcht gestellt bat. — A. 



Jetrt K'i auf ifie beiden ersten IJcferungen von F. von 
(Crschic-htc der Stadt Ktrlsrnhc In Körrc hinpewiesen. 
trtbahea die fiiwstre (iewhichte der SfadI in ihrem Ziisammen- 
mH der den nnfe» und des, lindes während des 18. Jahrliun- 
W<T sieh je durch iln-i nngeillge sehwerfilllige Biieh von Fecht. 
>Klrtlirm und fowichtiRes durcheinander peinen«t wird, dareh- 
Bt hat. wini es lebhaft becrflts^en. weun er in dem ncut-u 
'Vak» illr^ WInenswertn in klarer aii-rehnntichpr Darstellung ver- 
*ifn, aile» ZOBUnmeQßehr.rii;^ in einer Reihe lebendiger Rüder 
IUjiTtMllriM geschickt zusammen (reläsat findet. Da«» die ü«schicht6 
%r ItMiilrar «af fimnd erneuter nrnfas-scndcr Sitndien des Verfa-säers 
Vüu Urranziehunfi neuer irvdruckter und nnRvdmckter (Quellen eine 
■Ir «(Fmilirln* Rereichemntc i-rfnhren und auch fu dieser Hinsicht 
aheblichi'u Fortsehhti Ftvht itegendher bedeutet, wird keinem 
IwMhf Terbonteo tieitwn. Die mannigfechon Vnrgiin^, die sich 




] 88 LitteraturnotizCD. 

während der Revolutionskriege hier abgespielt haben, die Leiden 
mid Drangsale, welche die Stadt vor allem in dem bewegten Kriegs- 
jähre 1796 zn ordalden hatte, werden von dem Verfasser zum ersten- 
male eingehend nnd erschöpfend geschildert. K. 0. 



Die Jüngst erschienene Schrift von Ottok. Lorenz: „Goetfae's 
politische Lehrjahre", verdient, soweit sie sich mit Goethe's An- 
teil am Fflrstenbnnde beschäftigt, wohl aach an dieser Stelle eine 
Besprechung. Wie erinnerlich, ist gelegentlich eines Vortrages, den 
der Verf. bei der diesjährigen Grcneralversammlung der Goethegesell- 
schaft gehalten, von gewisser Seite in den FeoUletons einiger Tages- 
blätter zuerst die Knnde verbreitet worden, dass nach den neuesten 
Untersuchungen von Lorenz Goethe als der eigentliche Vater des 
Ftlrstenbnnds zu betrachten sei. Man war mit Recht gespannt auf 
die Beweise, die der Kedner für seine Behauptung beizubringen ver- 
sprach. Heute liegen uns dieselben in der genannten Schrift vor, 
allein ich muss gestehen, dass sie weit davon entfernt sind, mich 
zu überzeugen. Lorenz geht aus von jenem bekannten, in seiner 
wahren Bedeutung von Erdmannsdörffer in seiner Heidelberger Pro- 
rektoratsrede von 1885 längst genügend gewürdigten Gutachten, das 
Goethe im Winter 1778/79, als Preussen im Herzogtum einen Muster- 
ungsplatz zu errichten beabsichtigt, erstattet hat. Damals hat Goethe, 
um weiteren unliebsamen Zumutungen von preussischer und voraus- 
zusehenden Beschwerden von österreichischer Seite zu begegnen, dazu 
geraten, einigen, in gleich peinlicher Lage befindlichen hefreondeten 
Höfen eine engere Verbindung behufs gemeinsamer Wahmng ihrer 
Unabhängigkeit vorzuschlagen. Also eine reichsständische Union 
ohne Unterschied der Konfession, als Schutzwehr gedacht „für die 
Mittleren und Kleinen im Reiche gegen das Übergewicht der beideo 
Grossmächte". Das ist aber auch alles. Es steht zunächst keines- 
wegs fest, ob der hier angeregte Gedanke wirklich von Goethe und 
nicht vielmehr von Karl August ausgegangen ; der Wortlaut: „Durch- 
laucht seien bewogen, mehr als jemals ein näheres Band mit den 
übrigen Fürsten zu wünschen und eine neue Überlegung der so not- 
wendigen Vereinigung .... zu veranlagen", spricht eher für das Gegen- 
teil, jedenfalls weist er aber auf vorausgegangene Verhand- 
lungen hin, die bezüglich der Stellung Goethes eine nähere Unter 
suchung durcli Lorenz verdient hätten, aber nicht gefunden haben. 
Der Unionsgedanke selbst, der Plan einer engern Verbindung der 
Reichsstände beider Konfessionen zur Verteidigung ihrer Freiheiten 
nnd Auft-echterhaltung der Reichsverfassung gegenüber unbcftigten 
Eingriffen Dritter, selbstverständlich unter preussischer Ftlhrung, ist 
in der fridericianischen Politik sozusagen traditionell nnd Preussen 
hat späterhin hier keineswegs nötig geliabt, eine Anleihe bei den 
kleineren Höfen zu machen. Schon im Jahre 1757, im Beginne des 
siebenjährigen Krieges, hat Friedrich H. durch Eickstedt eine Reihe 
deutscher Fürsten, u. a. auch Baden zum Beitritte zu einer solchen 
„Union" einladen lassen, deren Entwurf mir vorliegt. Beim Ausbruche 



Litterntü raotu^n . 



' Vürücfaen Erbfotgohriegee laurht djuin Aas Projekt, von ncnnn 

Off «hnnaligie preniaiscfac ticsondtc von Rilolühcini wird im 

l-)7T8an verachiedcB« Mittel- und Kk-iiisUatvii uliupsandt. um sio 

Sknlicbes Bfindais zu gewinnen, diesmal nur mii drm bi^son- 

Znatzc: „damit die baierischc ErbschailsiinRolcjrcnheit soviel 

'^aOelicli auf eine der Gerechtigkeit nnd den Ijeichbi^esetxcu ge- 

>-Ait . .. . abgemachet werde".') Cber die Resultate seiner Mia* 

sind wir nicht unterriehtet, wie ods denn bis jelrt immer noch 

di|>loiitali»che Gesehiebt« dieses Krieses fehlt. Wie zu vcmtuica 

bat er aoch Woimar besucht, und damit, meine icli, ist die 

ion Ober den Wert eines soleben Hllndniwes — mit oder 

He PreusMo — hier ent in FIbss Kckoranien. — Wie dem aber auch 

.Xili mag, es fehlt zwlBchen dem Vor>ehlage {«lelhe's von 1778 und 

FilD Ansitzen znm Forstenhonde, die «ich bis in» Jahr 17^ zurUrk- 

»Inen lassen, jede verbindende Brocke. Lorenz selbst hat es, 

tlurh uabo gelegen wäre, nnterlaiisen, nat^h/uforeelien. ob denn 

Goetfae'dche Gntarbtcn wirklii-h m einer Korre^|H>ndeiu mit 

Hannover, Gotha und undfrii HOfen geführt hat. In den j\k- 

I S^i Weimarer. ZeHister und Karlsruher Areliivs. Miwcit sie f*einer 

dem Ref. rorgelef^cn haben, findet airh kein Beleg, da-is niaq 

md der folgenden Jalire in diesen Kreisen den Gedanken wcl- 

ferürtert hat. Von einem .^nstowip. den Gof-lhc zum FOrsienbnndo 

liei) tiabo. von cmcr Vatersrhaft volIend>, kann mitbin keine 

Rede ^eia. Erst im -lulire 1782, angesiclits der fQr die kJeinoren 

Reirh^v'iUnde tieilmhliclien ÜbergrilTe .lofiflfH n.. finden wir die Keime 

Inm sftiteren Forttenbondc. Aber die Verhandlungen, die zwischen 

. Biden. De«eau. Weimar, /.weibrQckcu u. a. damal» gcfllbrt wurden, 

MtecBcbelden sieh in einem Punkte doeh wesentlteb von Goethe's Gnt- 

■diten. Während Goethe, um lästigen Zimiii langen von beiden Seiten 

zu rntgi-hen and in dem entbrannten Krieiic eine ncutmle Stellung 

XB wahren, ein gegen preassi-^ohe und osterroictiisebe ÜbergriSc ge- 

ifehtetes HQiidni«* wOnseht, ist da* hier gej)Iftnte von vornherein, wie 

aorb der K«leLsbeim'Echc Unionsentwurf lehrt, gegen ganz bestimmte 

Einghfie Osterreiebs gerichtet. L'nd wenn aurli richtig ist, da^s man 

an eine Teilnalime Pren-ssens zunitchst noch nJehl gedaehL hnl, m) 

man äocb schon im Juli 1783 für gut gefunden, sich der Zustim- 

des prenssiseben Thronfolgers m verMcbem. Mit vollem 

!(« wird man aUo diese Verluiudlungen und nicht den Goetlie'- 

Vnrschlag als den Ausgangspunkt des Forsten bnndes bctraehtcn 

dsrfen. Die Bevräe. die Ijorenx, für Ooetlie's Anteil an die<^n ße- 

itnbBoeen der 80er Jahre beibringt, !<inil nur dOrftige. Wohl hat 

<r mit Hilfe des kundigen .Archivvorstandes von W'eimar festgestellt, 

du ftoelJie eine Iteihe vertraulicher Aktenstücke, meist hadifirlicn 

Crtprungs, füi- den Herzog koiijert hat, wir hflren auch, Ans.* in der 

Flrälenkorrcü^pondenz gelegentlich Grüfise an ihn bei^telU norden 



■) InstniktiDU t'Br KdeUbeim, d. d. Berlin. 3. Jali 1776 (im freih. 
11 EieUieim'Khea Familienarchive). 



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190 



Utieraturnoiit«ti. 



eicid. Allein Aoa ist ja uifititf Nraes: srli RaüIcc wUscn nir tat 

(Uss Güellic (lamulä seinem Herrn als „zavcrliissigcr. verlraolrr G 

JjeimscUreibcr" ge<lient un<) in die Dhigü Einblick nbalteii \tU. l 

mit ist stiinc Tt^üligltoit aber auHi erseliniift. Mit Aiminlimi^ oi 

einziftcn Koozeptes tu ciuc-m ubrif^cns xiouilich bcliv 

ben lies Itunsogs an dtn FUi-ylvn von Deß^u nod eii> i 

rektur, über deren Charakter nichla mtiReieilt nird, Ut es 1 

nicht Reluiigen, in den zehn «rsten. vom Jabre 17^*3 — ^ reifhetn 

KuMiikulu der 'Weimarer Kon'etpoadeiiz irgend ein Selirifl^i&ck 

Mtfinden, das ein« selbstiintlige politische TeÜnalUDC des IHt 

an den Verhandlungen crwei»>en konnte. Nirgends, ftlgen wir 

betjegneii ^^'i^ auch in der gesamten umfangreiclieii Korrwi 

der beiciUgten Keicbi-stiUidc, der Si»or einer solehcu Mit 

Kie hören wir, dass er am seine Meinung »«fragt wird, nie greift 

wie Hofenfels und neben seinem Markgralen der rQürigc KdeUhai 

for die Sache des Fnrstenbundes rm- Feder, noeh nimmt er, wic^ 

Dalberg, Deel und Heime» an den uiOadUcIicu Beratongen teil. U 

das gcsclueht etwa niclit zn einer Zelt, wo die nach des Verf. i 

sieht widerstrebende Verbindang mit Prcnsscn eiof^gangcn weril 

iH)llte. sondern zu der Zeit, wo e:> sich darum bandelte, iu Cbeni 

Stimmung mit den 177ri van ihm entwickelten Ideen. ledigUrh 

Vcieinigang der kleineren Reiehssuinde im gemeinsamem Vorgeb 

um Ueirhstage, ohne mitituri-iche Abmachnngen. zu schaffen. Di 

/urCiekhaltUiig bt Ke>\iȊ keine /ttnilltge; sie ist vollkommen erkli 

lieh, wrnn man crwugt, weleb" reges eigenstes Interesse Karl Angt 

von vurnberein dem i'rujekte entgegengebracht, wie er dann wi 

ganze Per^n in den Dienst der gemeinüame» Suehe gestellt nnd 

dem ibn ansreichnenden klaren politischen Blicke die Verhnndltuf 

weiter gefohrt bat: neben einem Fdrsten, der poIiUach durvham i 

eigenen. Tctilen Fliesen »^tand, ktinnte Goetlie's Tb&tigkeit auf die« 

Felde nur eine sehr beschränkte sein. Auch was liOrenr woitw 

seine Atuiicbt unflthrt, scheint mir nieht genügend begrflndet 1 

Milieilmig Boisseröo's, Goothu (id auch einmal in «einer Art von V 

.schwörung durch seinen Herrn" gewesen, ist, wie die nfiliorcn Dal 

ergeben, zu verwirrt; sie wirft auffcnßülig die Vorgfingc du« Jahl 

1778, wo ea sich mu ein RUndni.s gegen Preojiscn gchauilell, und 

■der 80er Jahre, wo man im ICinvernehmen mit dem fireussijd 

Thronerben eiue Verbindung geplnul. durcheinander, w d 

huupt niclit klar wird, oh Hoisserce (»oethc's Anteil auf orsiei 

letztere bezieht. Xicht minder dürfte wohl die Vermutang, 

fcci Ober den AbÄchluss des Fllrstenbnndes verrtiinrnt gewesen 

habe mit aus diesem Grunde die Keifie oncb [talieu augelreten, 

weit «eben. Dass das von Loreiii^ eitierle muliitierte Schreil- ■ 

au Voigt, wo von scblechton Krfaluungeu. die er ao. 17i)i 

l.tirrhesiniü. Haugnitzcns und Stt:in.s gemacht, die Rede isi., ui 

Wühl unter .Annahme von ein paar Gedfiehlnisfehlern auf die Fi) 

liundüzeit bezogen werden darf, scheint der Verf.. wie eiuo sfiA 

Anmerkung lehrt, nach einer Rnckspraohe mit Prof. Snphaa 



IJttvmttiruuliuii. 



Ifil 



theo. Aller lueh die Ornierknut« in der «t anipaßiie in l-'rAnk- 
li'. der Hf.F*og toa Iirauuw;liwei({ Labe den lüchtcr cigoniücli 
[geliebt, ist ineiaes Eracbtcns doch üu u]l;;)'iriciii t^cLalteu. als 
jtaitM germdc attf einen bostimnitoD i>otitiscttcii (tet^eu^uu ia 
icnliutitUfra^e ge»ctilo««iMi ^vvrdcll düifl«. Id Jtalicu liat iücU 
Hie vir wiesen, am die politischen U&ndel volieud« nictit 
hekRninM>rt, nod doch bgt nuin Kvradp daauilü». wie ein nißincs 
bisher nirgcnils leaclilcter Beriiilit l^brliacli^ in dorn wüd- 
Wcrkc Ton Ilmmicr „Dor Humor in der Wploinatie des 
'^' ' ■' he/ciigt. sein?» Aufenthalt in Kom mit 

flu -ti^ wit'litjgeii Mainzer Kuadjulot'uiigt.'lpgcu- 

rerliiniluuK jjL'hracht. Bei der Fülle ft-incr und trcöonder 
ngeu ober drs L>icht«rs poliüsclie An8ciiauuug(;n, dio sich 
tUnigeo Absclioitteu zcr&Irt-ut liudea, wird die Schrift von 
in der Govlklittcrator inimer einen aupesclienen Plalj; be- 
lupt«Q, die llemahnngeu aber, Ooclbe'« Aut«il au Fürsten l)Uiide 
Vte tu verunäcblagcn. als es von Kank« gcscbchen ist, halte irb 
nek dem Geigten tor eine Cberstliütznnff sein« Wirken!« auf 
SmIcd dec Herzoge, die ani allerwenigsten int Sinne des Dichters 
plcstv wftre, und ich mücbte bezweifeln, ob man, wie I^>rcnz meint, 
^kOnftig in den Srbaten daza verstoben wird, zu lehren: „[mJuhro 
tTib ftili üoeibe den Anstow zum FOrsteulmude." /C (Jiver. 



■ vor Kurzem dos zweite Imdiscbe Uraponerregiment 
hte irlifllten, Hcftl nnn anch eine Oeschtchte de* 
[.eibttrenadierregiuients vor. deren erster Teil, von 
^cin Barspwiscli verfassl, nnter sorgflUtiKcr BcnHlziing 
tHcher nnd gednieltter (Juellen in lebendiger Dai-stellnng 
lick&alc des aus ebemaligea pflUzischen Truppenteilen im Jahre 
nririiteten Regiments bis zum Jabre 1869. insbe-^ondere tseinen 
^baiufiiifcadea Antril an den FeldrOgen unter nnd ge;|cen Napoleon, 
icr au der raniiinRne von l-Hln in Scbleswig-IIolsicin vor- 
Ifpdiejieot' S^lirift. die diidnrch. dass sie auch ^'ieI^acb 
afltiomfiiien militäriseben Einrichtungen und /.nslitnde des 
BAicentlich anter der Ilerrseliaft defi alten Ven>lieKungs- und 
tcnu, eingeht, noch besondem knlturgeschiehtlicbcD 
|(eirinnt. I»«i z»«ilen Teil bildet die scUnn im Jahre 1875 
*>• Uljor KDU Trapp- Khruu5child TerOffentliehte (reschicble des Kogi- 
nn Im Friinge von I87U/71 in neuer Ausgabe. K. Obeer. 



Tal«r den Titel historische und politische AufsStze und 
TOM flcrnanu Baumgarten" ist im Verlag von Thtbuer 
hcvorgt ton tu. .Marcks nnd K. Varrentrapp. soeben 
ilamtscinurkleineu Schriften erschienen. Sie spiegelt unmillel- 
'latchanlich daa Bild »einer Perstinliilüieit und zoglcicU der 
Imipaeit des dentuhen Reiches. Sie verdient an dieser Stelle 
liitaim onrilint nod empfohlen zu werden. Nicht bloss, veil Baum- 



1 92 Litteratumotizen. 

garten die reife Hülfte seiner Jahre am Oberrhein zugebracht nnd 
hier das politische wie wissenscfaaftliehe Leben merklich beeinfiosst 
hat, vor altera auch desswegen, weil die Sammlung verschiedene 
direkt auf die oberrheinische Geschichte bezüglichen Beiträge bringt, 
so seine Rede auf Jakob Sturm, die dessen und Strassburgs politischer 
Bedentang in der Reformation zum erstenmale gerecht wird, seines 
Aufsatz „Strassburg vor der Reformation", welcher den trdb resig- 
nierten Charakter des elsassischen Humanismus treffend hervorhebt, 
die Abschnitte aus der Selbstkritik des deutschen Liberalismus unJ 
aas der Schrift „Wie wir wieder ein Volk geworden sind", welche 
die Politik des badischen Staates beleuchten. Ungedrackt war bis- 
her der einst im Litterarischen Verein zu Karlsruhe gehaltene Voi^ 
trag „War Lessing ein eifinger Patriot?", der in scharf pointierten 
Wendungen die Verschmelzung der nationalen und humanen Ideale 
in B.'s Weltanschauung offenbart. Einem von K. Varrentrapp sorg- 
ßütig hergestellten chronologischen Verzeichnis sämtlicher Baum- 
garten'scher Schriften geht eine von E. Marcks verfasste bio- 
graphische Einleitung voraus, die nicht nur das Band aufweist, 
„welches die scheinbar weit auseinander gehenden Erzeugnisse dreier 
Jahrzehnte zusammenschliesst", die auch in feinfflhligster, verständnis- 
voller Weise der Entwicklung und der Bedeutung Baumgartens gerefit 
wird. Ich schätze an ihr besonders hoch, wie einst Baumgarten an 
der Haym'schen Biographie Dunckers, dass Marcks der Grösse des 
Verstorbeneu kein Haarbreit zugesetzt and so ganz in seinem allzeit 
bescheidenen Sinne geliandelt hat. Es sind in ihr seine eigenen bis 
1854 reichenden Erinnernngen sowie der reiche Briefwechsel mit 
Sybel, Duncker, Haym u. A. verwertet und sie ist ein bedeutsamer 
Beitrag znr Kenntnis der politischen Ideenentwicklung Deatschlands 
innerhalb der vier letzten.Jahrzehnte geworden. W. Wugat^. 



Auf der Basler Universitätsbibliothek ist es gelangen, aus Qber- 
einandergeklebten ' Makalatorbogeu , welche zu Büchereinb&ndea 
dienten, fast völlig ein verschollenes Werk eines elsässischen Poeten 
wieder zu vereinigen, von dem man bis jetzt nur den Titel kannte. 
Es ist das Spiel von der Kinderzucht, welches der Ensisheimer 
Pfarrer Johann Rasaer 1573 für die Jugend seiner Vaterstadt 
dichtete, durch diese auffahren liess und dem Erzherzoge Ferdinand 
widmete. Gedruckt wurde das Spiel im nächsten Jahre vielleicbt 
zweimal. Ben Inhalt des Stückes, bei welchem 97 Schüler mitwirkten,^ 
hat G. Binz in der Zeitschrift für deutsche Philologie (von Gering 
und Erdmann) Bd. 26, S. 480—493 näher besprochen. A, S. 



Eine Freiburger Inauguraldissertation von August Guntermann, 
behandelt einen Sprössling des Hauses Zähringen, den 1191 gestorbe- 
nen: „Rudolf von Zähringen, Bischof von Luttich" (Bühl, 
Konkordia 1893). Als Mitglied der promovierenden Fakultät muss 
icli mich begnügen, auf die verdienstliche Arbeit hinzuweisen. A. S. 



Mitteilungen 



der 



[]8cheu historischen Kommission. 



le. 



Karlsruhe. 



1894. 



Plenarsitzung am 23. und 24. Oktober 1893 

ertitaltet ran dem Sekretär der Kommission. 

in der Sitzung nahmen teil die ordeutlicheti Mitglieder: 
Geb. Hofrüte Professoren Dr. Schröder und Dr. Erd- 
insdOrffer aas Heidelberg, die Professoren Dr. von Sim- 
JOD und Dr. Schulte aus Freiburg, Geb. Rat Dr. Wagner, 
ArtUvdirektor Dr. von Weech und Archivrat Dr. Obser 
KartBrube, Archivrat Dr. Baumaon aus Donaueschingen 
Arcbivdirektor Professor Dr. Wiegand aus Strassburg, 
die ausserordentlichen Mitglieder Professor Dr. ßoder 
itt, FrofesÄor M au rer auö Mannüeiin und Univeraitäts- 
IT Professor Dr. Wille aus Ilcidi^lbcrg. Der Vor- 
, Geb. Hofrat Professor Dr. Winkelmaou aus Heidel- 
sowie die ordentlichen Mitglieder Geh. Rat Professor 
Knies aus Heidelberg, Geistl. Rat Professor Dr. König 
Geh. Hofrnt Professor Dr. Kraus aus Freiburg und Pro- 
Dr. Bücher aus Leipzig batten ihr Ausbleiben — die 
durch UesundbeiUrücksicbtea, der letztere durch 
— entschuldigt. 

Ais Vertreter der Grossh. Regierung wohuteo der Sitzung 
iBSdne Excolleoz der SLuaLsminister Dr. Nokk, MinisteriaV 
jHfelAr Geh. Rat Frey und Geh. Oberr^ierungsrai Dr. 
Aroipcrger 

In Folge der Verhinderung des Vorstundes, der Sitzung 
UimnriiiieD. lag dem Sekretär, Archivdirektor Dr. von W<>ticli, 
«■f Grond des § 5 de» Statuts, auch in dieser Plenanit/un^ 
he Ldlong^ der Verhandlongen ob. Er begrtisste das neu 
fvccirvtsn« «nsaerordcntliche Mitglied Professor Dr. Wille 
od «idmeto den ani 7. iuni d. J. zu Heidelberg verstorbenen 



. 4. IM. KW- Kmk. No. l«> 



1 



„,2 Bericht 

auBserordentlicheD Mitgliede, Professor Dr. D. Hartfelder 
Worte ehrenden Andenkens. 

Demnächst erstattete der Vorsitzende, nach Verlesung and 
(renehmigung des Protokolls der elften Plenarsitzung, in seiw 
Eigenschaft als Sekretär seinen Bericht üher die allgemeinen 
Angelegenheiten der Kommission während des Greschäfis- 
jahres 1892/93. 

Seit der letzten Plenarsitzung (im November 1892) sind 
nachstehende Veröffentlichungen im Buchhandel erschienen: 

Obser, K. Politische Korrespondenz Karl Friedrichs roa 
Baden. lü. Band (1797—1801). Heidelberg, Winter. 

Fester, R. Regesten der Markgrafen von Baden und Hacb- 
berg. 2. und 3. Lieferung. Innsbruck, Wagner. 

Brandi, K. Quellen und Forschungen zur Geschiebte der 
Abtei Reichenau. II. Band. Die Chronik des Gallus Öhem. 
Heidelberg, Winter. 

Krieger, A. Topographisches Wörterbuch des Grossha^ 
zogtums Baden. Erste Abteilung. Heidelberg, Winter. 

Badische Neujahrsblätter. Drittes Blatt 1893. Erd- 
mannsdörffer, B. Das badische Oberland im Jahre 1785. 
Reisebericht eines österreichischen Kameralisten. Karlsruhe, 
Braun. 

Zeitschrift für die Geschichte des Oben-heins. Neue 
Folge. VIII. Band, nebst den Mitteilungen der badischen histori- 
schen Kommission No. 15. Karlsruhe, J- Bielefeld's Verlag. 

Hinsichtlich der Mitgliedschaft des früheren Archirrats 
Dr. Schulte, welche durch seinen Austritt aus dem Verbände 
des Grossh. General-Landesarchivs in Folge seiner Emennang 
zum ordentlichen Professor der Geschichte an der Universität 
Freiburg erloschen war, wurde durch Allerhöchste Entschliessung 
Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs aus Grossh. Staats- 
ministeriura vom 18. Januar 1893 auf Antrag der Kommission 
verfügt, dass derselbe ordentliches Mitglied der KommissiffU 
verbleibe. 

Die Stelle eines Bezirksdelegierten für die Ordnung und 
Verzeichnung der Archive und Registraturen der Gemeinden, 
Pfarreien u. s. f. ging nach dem Ableben des Professors Hart- 
felder auf Professor Dr. Wille über. 

Der Hilfsarbeiter für die allgemeinen Zwecke der Kom- 
mission, Dr. Müller, welcher fast ausschliesslich mit der 



aber dh* xn. l'leosrsiuuiis. 



mS 



long des Ke^isters zum ersten Bamle der Rcfiesten 
Biwliöfe von Konstanz beschäftigt war, schied Ende Januar 
13 aus seioer Stellang. Von Oktober 1892 au neben ihm 
tia Februar 1893 allein versali diese Stelle Dr. Alhcrt, 
■US dersejbcn jedoch auf 1. März 1893 aus, da ihm 
Vcnehnng der Stelle eines etatmässigen Iliirsarbeitors am 
OfMsh. Genera 1-Laodeäarchiv Übertragen wurde. Die Stelle 
«a» Hilfsarbeiters der Kommisüiion blieb von da au unbesetzt 
soll aui-h forlan nicht wieder Iwsetzt werth'n. Kincn Teil 
bisher diesem Hilfsarbeiter Ubertm^^encn Gescliüfte, be- 
ödcrt die Rc<laktion der Pflegerberichte für die „Mittei- 
en", besorgte seit März d. J. der Volontär am General' 
Jesarchiv, Dr. Isenbart. 

Wdhrend der viormonailichen Ahwesenhcit des Archiv- 
4lnktor5 Dr. von Weech, der sich zum Behuf e von Studien 
tia Vatikanischeu Archiv gegen £nde Januar d. J. nach Rom 
tagebeo hatte, Tcrsah Arcbivrat Dr. Obser die Geschäfte des 
kmariatä. Über die Ki^ebnisse dieser arrhivalischcn Sta- 

crvtattcte ton Weech eingehenden Bericht. 

Hierauf wurde zor Berichterstattung, Beratung und Be- 

gfassung übet die einzelnen wLsseuscImfllicheii Unter- 

der Kommission Ubergeyangrri. Das hierüber 

tiQteileode fassen wir in nachstehender Übersicht zusammen. 



L HHtelalterllcbe Quellen- insbesondere Regestenwerke. 

Von dem unter Leitung des Geh. Hofrat» Winkclmann 
A. Koch und J. Wille bearbeiteten ersten Bande der 
JbgQSten der Tfalzgrafen am Rhein befindet sich die 
Wille bearbeitete Scblusslieremng, Nachträge, Register 
Einleitung enthaltend, nntcr der Presse und ea wird der 
»orautiiirhrlirli l»i» Neujahr 1891 vollendet sein. Pro- 
WHle berifhlfle Über diesen Teil seiner Arbeiten, wobei 
IT «. a. mitteUle, dass der Druck sich durch Anderweitige 
haaspraclniahnie der Wagner'nchen Unjversitütsbuchdnickerei 
« iBBRbrnch wider Erwarten verzögert habe. Bezüglich der 
te ahrriragenen Fortsetzung dieses Regesten werk es stellte 
;WUIe erat flir die niicliste Sitzung die Vorlage eines 
ine* in Aussicht. Dieser zweite Band wird die Zeit 
*VK1400 bis ISO@ umfassen, die Rönigsorkunden Ruprechts 



b4 



Ber i clil 



aber, sovreit sie sich Dicht auf die Pfalz bezieheu, nur io gaux 
kurzen Auszügen berücksichtigen. 

Von den Kegesten zur Geschichte der Bischöfe voi 
Konstanz ist — wie der I^eiter dic»^ Unternehmens, Pr 
fe&sor Dr. Schalte, mitteilte — das Kegister zum erst 
Baude, von I>r. Müller beaihcitct, und diu von Dr. CartBl" 
lieri bearbeitete erste Lieferung des zweiten Bandes drack-j 
fertig. An der Fortsetzung arbeitet Dr. Cartellieri eifri)iJ 

Von den Regesten der Markgrafen von Baden uaij 
Hachberg liegt — wie Arcbivdirektor ron Weecb 
einem von dem Bearbeiter, PrivatdoccnL Dr. Fester iu Slö»-1 
eben erstatteten Bericht, von dem ein Auszug als Bcilngc AJ 
abgedruckt ist, mitteilte — die vierte und fünfte Lieferuogi 
dnickfertig vor. welche nach der beätimmteu Zusage der] 
Wagnerischen Universitätsbuchdruckerci ebi^nsu wie die obaj 
angeführten beiden Lieferungen der Konstanzer R^esten 
Laufe des Jahres 1894 werden ausgegeben werden. Dr. Fcst«r] 
hat IUI Herbst 1393 die Archive zu Wijrzburg, Koblenz uiid 
Frankfurt besucht uud mid roraussichtlicii im nächsten Jalire] 
in den Arcliiven von Keucliätel und ßesnn^on NachforschuDgenj 
aDstellen. 

In der Bearbeitung der Quellen uud Porschungcn xurj 
Geschichte der Abtei Keichenau, von denen noch ta\ 
dritter, die Lehenhlicher behandelnder Band in Aussicht 
nommen ist, wird — wie Professor Dr. Schulte mitteilte 
eine längere Unterbrechung eintreten müssen, weil der Bc 
lieiter, Dr. Braudi in MUuciien, durch andere Arbeiten \t 
Auftrage der historischen Komntibsion bei der KÜnigl. baicri'^ 
sehen Akademie der Wissenschaften für die nächste Zeit aus 
schliesslich in Anspruch genommen ist. 

.'Vn den Vorarbeiten zur Herstellung einer kritischen Ai 
gäbe der Stadtrechte und Weistümer des Oberrheinf 
betdligen sich Geh. Hofrat Schröder, Archivrat BaumannJ 
Professor Schulte und Archivdirektur Wiegand. Auf Schrö- 
der.'! .\ntnig wird unter Baumanns Oberleitung zunächsi, 
eine Ausgabe der Stadtrechte von Überlingen bearbeit« 
werden. 

Von dem Codex diplnmaticus Saleroitanus, dt 
Herausgabe die badische historische Kommission unlerstülxl 
beßodet sich — wie der Herausgeber dieses Urkundcnbucbt 




Ctbo- dJe XII. PleoRnitauDg. 

ifdirektor von Weech anzeigte — die dritte Liefenin}; 
Ins dritlrin Bandes, mit welcher die Urkunden und Kegest^n. 
3ie bis rara Scblasse des 15. Jahrhandorts mitgeteilt werden, 
Areo Abschlii.i^s finden, ant£r der Presse und wird in den 
an Wuclieo ausgegeben werden. Dieae Lieferung ist 
Verhinderung des Herausgebers, jedoch unter dessen 
rkang. durch Dr. Peter Alhert in Karlsruhe bearbeitet 
]en- An dem Register zum dritten JUaude wird gearbeitet. 
In/olge seiner Berufung nach Freiburg war es — wie Pro- 
)r Schulte zur Kenntnis der Kommission brachte — ihm 
it möglich, die beabsichtigte archivatisdie Heise zur Samm- 
der Urkunden und Akten 7ur Geschichte des Ilnn- 
(Urerkchrs der oberitalienischen Städte mit den 
Ldtea des Obcrrhetns im älittclaltcr im Jahre 1893 
iitrelen, er hat sie nun aber Hir das Jahr 1894 mit Be- 
itbeit in Aassicht gCDommen. 





n. Quellenpublikationen zur neueren Geschichte. 

VoQ der Politischen Korrespondenz Karl Friedrichs 
Btden ist der vierte Band, welcher die Zeit bis Ende 
joder Anfang 1804 umfa&seu wird, in der Bearbeitung 
Archivrat Dr. Obser teilte mit, dass der Druck 
ife des Jahres 1^94 beginnen küane. An ihn wird sich 
dun unmittelbar die Fertigstellung des diese Publikation ab- 
Wiessenden fünften Bandes im Jahre 1895 anreihen können. 
■Sein Aufenthalt in Rom hat auch im Jahre 1893 dea 
Pnirdircktor von Weech abgehalten, die Sammlung der 
Korrespondenz des FUrstabtcs Martin Gerbert von 
St, BlAsien in erheblicherem Masse zu fördern. £r sprach 
tbrr der Kommission die fe^te Absicht aus, sich im Laufe 
hs Jahres 1894 nach dem Stift St. Paul in Kümthcn zu be- 
fAoL, uro die dort aufbewahrten Korrespondenzen des Filr^t- 
)hlM, die jedenfalls den wichtigsten Bestandteil der Samm- 
werdeu, durchzuarbeiten. 



III. Bearbeitungen. 

Br da» Topographische Wörterbuch des Gross- 
riBgtams Baden erfuhr die Kommission durch einen Be- 



ia$ Bericht 

rieht des Archivrats Dr. Krieger, dass die zweite Lieferung 
nahezu druckfertig sei, die dritte im Laufe des Jahres 1894 
werde vollendet werden. 

Aus einem von Professor Dr. Gothein in Bonn einge- 
sandten Bericht ergab sich, dass die Arbeit am zweiten Bande 
der Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes und der 
angrenzenden Landschaften soweit vorgerückt sei, dass 
der Druck in der zweiten Hälfte des Jahres 1894 beginneo 
könne. 

Im Namen der zur Überwachung der Arbeiten für Heraus- 
gabe der Siegel und Wappen der badischen Städte 
und Landgemeinden eingesetzten Subkommission berichtete 
Archivdirektor vonWeech, dass diese Arbeiten unausgesetzt 
fortgeführt worden seien, aber noch vieler Ergänzungen und 
Kichtigstellungen bedürfen. Die von der Subkommission be- 
züglich der Veröffentlichung des angesammelten Materials auf- 
gestellten Grundsätze fanden die Zustimmung der Kommission 
und es soll, wo möglich, im Jahre 1894 mit der Publikation 
der Siegel und Wappen der Gemeinden im Kreise Villingen 
begonnen werden. Hinsichtlich der Wappen der Gebiete, aus 
denen das Grossherzogtum im Laufe der Zeiten gebildet wurde, 
einigte man sich über deren Zusammenstellung auf einer Ta- 
fel, die vielleicht auch als Lehrmittel beim Unterricht in der 
badischen Landesgeschichte benützt werden könnte. 

Das Manuskript für die erste Lieferung eines Oberbadi- 
schen Geschlechterbuches legte der mit dessen Bearbei- 
tung betraute Major a. D. Eindler v. Knobloch, Mitglied 
des Königl. preussiscben Heroldamtes, vor, und es wurde deren 
Drucklegung auf Grund eines von Arcbivrat Bau mann er- 
statteten Berichtes beschlossen. 

Dr. A. KÖßger in Stuttgart teilte mit, dass er die ihm 
übertragenen Untersuchungen über die Herkunft der ro- 
manischen Einwanderung in Baden in den Jahren 
1685 ff. und die Ausbreitung der Einwanderer im Lande 
zwar beendigt habe , aber durch andere Arbeiten an dem 
Abschlüsse der Redaktion der hierauf bezüglichen Ausarbeitung 
gehindert worden sei, jedoch hoffe, dieselbe noch vor Neujahr 
vollenden zu können. 




Qlwr die XU. l'l«iiamttDiig. 



LJf. Ordnung und Verzeichnung der Archive der Gemeinden, 
K Pfarreien u. s. f. 

^Pfeft vier ßnEirksdelegierleD berichictün über den l-'ortyang 

^iser Arbeib^D. die sich im ersten, zweiten und vierten Bc- 

e riem Abschlussi; niüiprn, wälirend allerdings Im zweiten 

ke in zwei Ämteru die Verzelclmunf; der Arciiivnlien 

Im RQrVxlandü iitt. 

VertcJchnti wurden im ersten Bezirke die ArrluvaÜon des 

igetk Stiftes Sackingen, von 27 üenieiiidcn und 17 ka- 

rfftrrcieD der Ämter Kunstanz, Messkirch, Stockacli und 

lingen, im zweiten von einer (jemeindc, sieben kulhol. 

15 evangel. Pfarreien der Ämter Ltirrach. MUtliieim, 

u, Scbuprheim und Staufen, im dritten Uezirk von neun 

ien, drei kathol. nnd drei cvungel. Oeiucindeu der 

irkr Rrelsacli und l''ieibui*g. 

Im (touzen sind bis jetzt verzeichnet die Archivalien von 

Ü77 Ueoicinden, ^36 katholischen und 241 evangelischen 

rUrrnen, die übrigen Zilfem sind die gleichen wie im Vor- 

fitir geblieben. 

[b en>ten Ue/irke trat nht Pfleger im (islliclien Teile des 
iairitezirka CbcrlinRen an Stelle des rrofessors iJr. Ziegler 
aaninefarige Vo^f^tand der dortigen Höheren Bürgeriehulc, 
fe»or Hjiniraes: im zweiten Bezirke ist durch Kmcnnnng 
Siadi[ifarrer3 Wjnlerer in Triberg zum Stadtpfarrer in 
die PtLcgfcbaft im Amtsbezirk Triberg erledigt; im 
Bezirk bat EVofessor Itothmund in Karlsi-uhe die 
im Amtsbezirk Durlach übernommen; im vierten 
sind die Pflegschaften in den Amtsbezirken Kticnheim 
(.»flvnburg erledigt; im «leichen Uezirk wird Dr. Weias, 
I. November Bürgermeister in Kberbach, die Pflegschaften 
iden Amtsbezirken Adcl^heim. Buchen und Mot^bncb auch 
stiDem neuen Wobimrt aus besorgen. 
Die Veröffentlichung der Pfleger berichte wird dadurch etwas 
l werden, dasa künftig jede Nummer der „Millei- 
zwri Dmckbugeu mehr enthalten wird. 

V. Periodische Publikationen. 

Von der Zeitschrift (tir die Geschichte des Ober- 
lieiQK, 5eue Foh^, befindet sich — nach Mitteilung des 



Bi8 Bericht 

Redakteurs derselben, Professor Dr. Schulte — das erste 
Heft des neunten Bandes mit den ersten Bogen von No. 16 
der „Mitteilungen der badischen historischen Kommission* 
unter der Presse. Ärchivrat Dr. Obser wurde zum Mitglied 
des Redaktionsausschusses ernannt. 

Das Neujahrsblatt für 1894 befindet sich im Dracke. 
Dasselbe ist von Ärchivrat Dr. Baumann bearbeitet und bat 
den Titel „Der Seekreis 1800". 



Femer beschloss die Kommisaion, Seiner Königlichen Hoheit 
dem Grossherzog zur Allerhöchsten Ernennung als ordent- 
liche Mitglieder vorzuschlagen: 

1) Gemäss der Bestimmung in § 3 des Statuts den ordent- 
lichen Professor der neueren Geschichte an der Universität 
Freiburg Dr. Erich Marcks, 

2) gemäss der Bestimmung in § 2a des Statuts auf die 
Dauer der Innehabung seines Staatsamts beim General-Lande»- 
archiv den Archivrat Dr. Albert Krieger. 

Nachdem hierauf noch die geschäftlichen Angelegenheiten 
erledigt waren, schloss der Vorsitzende mit dem Ausdruck des 
Dankes für die Förderung der Arbeiten der Kommission durch 
die Gnade Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs, durch 
die Gro^h. Regierung und beide Kammern des Landtags, so- 
wie für die Anwesenheit Seiner Excellenz des Herrn Staats- 
mioisters und der beiden andern Herren Regierun^kom- 
missare die zwölfte Plenarsitzung. 



Seine Königliche Hoheit der Grossherzog haben mit Aller- 
höchster Staatsministerialentschli&isung d. d. Schloss Baden 
den 5. November 1893 gnädigst geruht, nach den Vorschlägen 
der XI. Plenarversammlung der badischen historischen Kom- 
mission den ordentlichen Professor der neueren Geschichte an 
der Universität Freiburg Dr. Erich Marcks und den Archiv- 
rat Dr. Albert Krieger, letzteren für die Dauer der Inne- 
habung seines Staateamtes beim General -Landesarchiv zu 
ordentlichen Mitgliedern der badischen historischen Kommission 
zu ernennen. 




Auszug auif dem Bericht 

thei den 

der Arbeiten für die Regesien der Markgrafen 
von Baden und Haohberg, 

«nutt«t durch den I{nr1>eit«r 

Ur. R. Fester. 

;e Wochen nach der elften Plenarversammlung. er- 
I die im vorjährigen Berichte angekündigte zweite Lieferung. 
Qir dritte IJeferung, deren Druck nach Neujahr begann, 
diogte Mitte Mai zur Ausgahe. Sie führt die Regesten der 
Itriigrafen von Baden in acht Bogen von 13S0 bis 1400, die 
laeesten der Markgrafen von liacfaberg in zwei Bogen von 
156 bis 1392 und zeigt bereits das rapide Wachsen des 
loffce seit dem Ende des U.Jahrhunderts. Eine AufzJihlung 
fcr bisher unbekannnten Einzelheiten würde daher der kUnf- 
Sea Einleitung vorgreifen und den lUhnien eiues Jahres- 
nidttes Sberschrciten. Der Bearbeiter erlaubt sich aus 
ide, nur auf einige Punkte aufmerksam zu machen, 
roter Faden zieht sich durch das ganze Heft das 
Unis der Markgrafen zu den Städten. Anfänglich tritt 
Is I. jüngerer Bruder Rudolf 111. mehr hervor; an 
it bei Doftingen, über deren Vorgeschichte eine «flnze 
a£be Nova milgeteill vitTden (S. 151 ff.}, nimmt er als Helfer 
Eberhards von Wirtemberg teil. Bernhard bleibt in dem 
Kriege aus Verbündeter der schwäbischen Städte 
I4M, Tgl. auch N'o. 1371 u. 1374) neutral, wird aber 
die BtAdtUche Ausbürgerpolitik immer mehr in die 
itioD getrieben und erscheint in dem elsässischen Kriege 
1893 in der vordersten Reihe der Gegner Strassburgs. 
diesen Krieg war noch vor einiger Zeit die städtische 
stik unsere einzige Quelle, bis der zweite Band des 
riner Crkundeubuches zur Vorgescl lichte dc.'s Krieges 
Material zugänglich machte, uhne jedoch die eigcnt- 
Krieipgeschicfate der Jahre 1392 und 1393 aufzuklären, 
der dem Kriege den Namen gebende Rappollsteiner im 





J 



alO 



Bericbt 



Verlaufe der Fehde guuz zurücklritt. Die Kcgesteu füllt 
daher in der oberrheinischen Geschichte jener Jahre eiue wirk-J 
liebe Lücke ans, iDdem Hie {S. 162 ff.) zum erstenmale ai 
die fürslliclie Oe^enpartei zu Worte kommen Ussen. 

Bernhards Stellung zum grossen Schisma hat vor einigt 
Jahren Uanpt in der Zeitschrift für die Geschichte des Ofc 
rheius behandelt. Auf Grund eines wesentlich vermehrtwij 
MatcriaJea ist der Üearbeiter jedoch vielfach zu abweichend« 
Resultaten gelangt, namentlich auch was Bernhards Eingreif 
in den Mainzer üistumsstreit von 1306 betrifft |S. UOff] 
Aus der innrkgrääicheii ilau»ge^chiclite seien nur die Eohea-'j 
berger Fehde (No. 1483), Bernhards Ehescheidung (So. isai) 
imd sein Testameul von 1399 (No. 1863} hervorgehoben. Cu 
bekannt waren auch die Urkunden von 1393 No. 1G07— 5 
Über die Vurpftludun^ der wannen Bäder tu Baden-Baden all 
die Markgrafdchaft. 

Die llaLliI>erj.'er Itcgcsten zeigen zunächst S. h25ff. d( 
fruchtlutsen Versuch Markgraf Heinrichs IV., sieh gegen (>st 
reich im Besitze Kenzingens und KUmbergs zu bebau))tE 
S. h29ff. wird sein Anteil an dem Krtcpc mit Fvnburg i. 
festgestellt. No. 371 beschäftigt sich mit dem Tode Olto'K 
bei Senipacb. Ein allgemeineres Interesse gewinnen di( 
Hachberger Rege.<}tcn erst in der Küteler Linie beit der 
des 15, Jahrhunderts. 

Sicht geringe Mühe verunachte dem Bearbeiter die hoffen! 
lieh gelungene Einreihung der zahlreichen undatierten odE 
nur mit dem Monafsdatum versehenen Misj.ivc, die ihrer 
▼enicnz nafh, wie übcrlmuiit der grössere Teil dieser Llefei 
dem Stmsäburger Stadtarchive eutstammen. 

Kine vieite Lieferung, die etwa bis M15 reichen 'ifii 
Hegt seit dem FrRlijahrc völlig diiickfertig vor, eine fiiaf 
ktinnte sich sofort anschlicssen. Die Wagner'sche Druc 
ist jedoch inzwischen durch die Schlussliefernng der Pfalz« 
Regesten, denen zunäch&t die Schlusslieferung der Konstan: 
Regesten folgen wird, in Anspruch genouimeu. Soweit d< 
Bearbeiter dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird, sei 
ihm gestattet, darüber einige Worte zu sagen. Es ist nie) 
angenehm, eine abgeschlossene Lieferung sozusagen iL dis- 
cretion jeder neuen Pubhkatiou über die gleiche Zeit Im Pult 
vergilben zu hissen. W:is »onst etwa in die Nachtrüge, dl 




fllMf 4i« XU. Pltfonrntsoog. 



m 



U 




ft doch uurermeidUch siad, knmc, macht dann jedesmal eino 
röQi^ Umstotisung der N'umcrienmg und der vielen Ver- 
nisuDgen erforderlich. Aber davon abgesehen kumi man 
Mj^^Ms der Bearbeiter seine Keuesten nur dann wirlilich 
PHKn wird, wenn uiit der fortschi-eitoudcn Arbeit fort- 
s^atntend gedruckt wird, während andernfalls ihm das Iq- 
tereiK au der Arbeit nur zu leicht verloren geht. Das Ma- 

fl für den ersten Band, d. h. für drei bi^ vier weitere 
rruugen ial bis auf die Einordnung und kritische Sichtung 
Chiron ikn) Ischen Stoffes abgeschlossen nnd es hängt nur 
der Iiruekerei ab, dass der Druck ununterbrochen weiter- 
wird, 
itzdem der Bearbeiter seit seiner Übersiedlung den Re- 
tn nicht mehr die gleiche Arbeitszeit wie früher widmen 
u, ist in Durcliäidil der Littcratur und in Üeuutzuug von 
ArchiTolien die Arbeit stetig gefördert wurden. Dank dem 
EbCgrgmkommen der k. bair. Akademie der WissenMchaften» 
ibn Sekreiärij, de^ Herrn Prof. Dr. Lossen, und das Henn 
Pnt Dr. Stjevc ist fUr die Benutzung zugeschickter Archi- 
nÜCB dem Bearbeiter ein Tisch im Arbeitszimmer <ler bair. 
EoauuissioD eingeräumt worden. Aus den Beälündcn des (lenonil- 
liodesarchivs rrhii;It der Bearbeiter zwei sehr umfangreiche 

Eiiiig«D. durch welche er sich vornehmlich in den Besitz 
in den Abteilungen Badcn-Gcneraltn, Dadeu-Uaden und 
D-Durlacb ruhenden Materiuleä für die Jahre 1430 bis 1140 
|äetit bat. In dieser chronologisch fortschreitenden Weise 
^ri die Arbeit im kommenden Jahre fortgesetzt werden. 
^Kiere Sendungen erhielt der Bearbeiter von dem Fürstl- 
BugiKbeD Archive in Wallerstein, der Cniversitätsbibliothek 
^deiber^ nnd dem Stadtarchiv zu (temsbach, sodann durch 
uttlunt; des bair. Reichsarcbivs von den Kreisarchiven zu 
ir. Nürnberg und Würzburg: endlich Abschriften buk den 
rtorien des Strns^bnrger Bezirksarchivs von ebendaher. 
cbluss des archivalischen StolTes Hlr den ersten Band 
wesenttiche Bereicherung des Stoffes für den zweiten 
kt« eine am 1. September angetretene 2Uägige 
nach WUniburg, Koblenz und FratikfurL 
fflrzburg, wo hokanntlich ein grosser Teil des che- 
Eurvrzkanxlerarchivs sich befindet, boten namentlich 
lüicb durchgesehenen kurmainzischen IngrossalurbQclier 



mia Bericht 

eine Gewähr, dass dem Bearbeiter über die Beziehungen der 
Markgrafschaft zu Kurmainz nichts entgangen ist. Die Aus- 
beute betrug 80 Regesten. Hier wie in Koblenz, wo 166 
Nummern gewonnen wurden, lag der Schwerpunkt der Aus- 
beute in neuem Material zu der Mainzer Bistumsfehde und 
dem Seckenbeimer Krieg von 1462. Im übrigen handelt es 
sich bei den Koblenzer Archivalien meist um die hintere Graf- 
schaft Sponhelm. In Frankfurt wurde nur an der Hand des 
seit der Benutzung des dortigen Archivs erschienenen dritten 
Bandes der Inventare eine kleine Nachlese von sieben Re> 
gesten gehalten. 

Durch Verweisungen in Koblenz ist der Bearbeiter n. a. 
auf eine ihm seinerzeit im Reichsarchiv nicht vorgelegte U^ 
künde aufmerksam gemacht worden und Dr. Beckmann iai 
ihm eine ganze Reihe von Schreiben angegeben, die er eben- 
falls noch nicht kannte, ein neuerlicher Beweis, dass der mittel- 
alterliche Forscher bei dem besten Willen der Archivbeamten 
ohne Einsicht in die Repertorien nie auf Vollständigkeit 
rechnen darf. 



aber dj£ XII. Ptenarsluimg. 




bUbezirke. 



ml3 
Beil&ge B. 



Verzeichnis 

>r d«r bftdlscben hlstoriseben Kommission. 

(Suad Tom 1. Nortmbcr lä93.) 



Namen der Pfleger. 



Igen 



I. Bezirk. 
Herr Archivmt Dr.Baumann inDouaueschingen.) 

Herr LandRcrifhisrat Birkenmayer 

iu Wald^ut 
n Haaptichrer Barth in (reifliDgeD. 
„ Pfarrer Dreher in BinniDgen. 
, Prof. a. 1>. Kmdr. Kisciein in 

Konstanz. 
„ Ifr, SchBppacher in Menninöen. 
n Vir. LOffler in Zell a. AadeUbach. 
„ Ijui(]geric)it.srat Birkenmayer in 

Waldshul. 
„ PfaiTtT Strefter in Itaitüaslach. 
„ Prot", llanimcs, VorsULnd der Höh. 

BQrBerschide in Überlingen. 
„ Füirrcr Udry in Uwingen. 



Igeii, Stadt D. 
IrttTeU) 

,Amt(westI. 




, lAnducrichtsrftt Birkenmayer in 
Wold^bot. 

II. Beiirt 
•: Herr Professor Dr. Roder in Ita-stalU) 

Herr PrnfcÄSor Emlcin in Lörrach. 
« Profyssor Uaass, Vorstand der Höh. 

Itargersi:bulo in Mullbeint. 
„ Dekan Weite in Knppcl b. Nenstadt. 
„ Landgcrictitürat Birkenmayer in 

Walilsfaut. 
„ Professor Em lein in LiVrracb. 
„ Pfarrer Baar in St. Trudpert. 
„ Pfarrer Nothhclfcr in St ülridi. 

raiAt. 
_ Prof. Dr. Rodor iu ItostalL 
, Pfarrer Damal in Stoinach. 



ober die XII. Plenarsitzuof;- 



ml5 



4.mtsbezirke. 


Namen der Pfleger. 


Igen 




vacat. 


Mberg 


Herr Professor Salzer in Heidelberg. 


beim 


B 


Prof. Dr. Claasen in Mannheim. 


ach 


n 


BOi^erm. Dr. Weiss in Eberbach. 


et2ingea 


if 


Prof. Ferd. Maier, Vorstand d. Höh. 
Bürgerschule in Schwetzingen. 


eim 


it 


Professor Ritter, Vorstand d. Höh. 
Büi^erschule in Sinsheim. 


erbischofsheim 


n 


Prof. Ehrensberger in Tauber- 
biscbofsbeim. 


heim 


n 


Stadtpfarrer Sie vert inLadenbnrg. 


:atbol. FSureieii) 


>t 


Stadtpfr. Dr. Kayser inWeinheim. 


heim 






1. kath. Pfarreien 


n 


Gemeinderat Ed. Zehr in Wertheim, 


remeinden) 






heim 






1. erang. Pfarreien 


» 


Dekan Ströbe in Wertheim. 


iemeiaden) | 






loch 


n 


Prof. Zimmermann in Wiesloch. 



m 9. Dezember v. J. starb in Philippsburg Herr Bürgermeister 
aimas N o p p. Seit dem Bestehen der Kommission Pfleger 
ben für Philippsbnrg, hat der Verstorbene an unsern Arbeiten 
thatigen Auteil geaommen. Wir bewahren ihm ein ehrendes 
iken. 



I, 

Archlralien ans Orten des Amtsbezirks 
Bonndorf. 

A. Terzeicbset von dem Pfleger der bad. faistor. EommiBsioa 
Landgerichtsrat Adolf Birkenmayer in Waldshat. *) 



I. Birkendorf. 

fiemtinde.') 
1615 Febr. 10. Vergleich zwischen dem Aht« Martin von St. Blauen 
nnd dem Flecken B. über die Ablösung der 7 Tag&onen. Abschr. — 
1661 Apr. 22. TertraR zwischen der Gemeinde Grafenhansen and dem 
Stift St Blasien über die Zahlung eines Äversums seitens der Gemeinde 
an das Kloster anstatt rerschiedener alter Abgaben. Abschr. — 177fr 
Dez. 4. Abschrift eines Berains über B., Vogelgesang und die dazn ge- 
hörige Igelschlatter MOhle. Buch. Inhalt dieses Buches: a. „Vorberieht* 
über die Geschichte der Vogtei B.; b. eine Urkunde mit dem Datoa 
„1615 Nor. 14": Abt Martin von St. Blasien verleiht dem Maller Easpir 
Marath zu Igelschlalt das Mühlenrecht für die dortige Mühle; c. 1750 
Okt. 22. Bestimmungen über Weidgangsgerechtigkeit und ViditriA; 
d. 1760. Die Zehnten der Pfarrei Grafenhausen zu B., Igelschlatt und 
Vogelgesang betr.; e. 1775. Die Kirche zu B. (Filiale von Qrafenhausen) 
betr.; f. 1775. Beschreibung der Mesnergüter und anderer Güter; 
g. 1731—75. Die Mühle zu Igelschlatt betr.; h. 1775. Die Waldgemti^ 
kung Rombach betr.; i. 1775. „Summarium" der im Berain heschriebeneii 
Güter; k. 1763 Sept. 3. Abt Meinradus von St. Blasien genehmigt einen 
Vergleich zwischen dem Pfarrvikar P. Oddo Stöcklin von B. und Grafen- 
hausen einerseits, dem Vogte Josef Iselin, dem Geschworenen Eonntd 
Schnitzer und gen. Bürgern von B. andererseits über den Heuzehnten; 
1. Bestimmungen über Brunnenanlagen, Wasserleitungen, Wässernngs- 
gerechtigkeiten, Wege, Strassen u. s. w. ; m. Verzeichnis der Gnindzin8& 
— 1775. Ein Buch, enthaltend Emlagen zum Berain; zugleich Schatzungs* 
buch und Güterverzeichnis. — 1796ff. Akten über Kriegeleistungen. — 
1603. Die Verteilung des Almendfeldes betr. 



^ Leider ist es aus Mangel an Raum nicht möglich, die überaus eia> 
gehenden und wertvollen Aufzeichnungen des Herrn Landgerichtsrats 
Birkenmayer vollstiLndig zum Abdruck zu bringen. Dieselben sind im 
Generallandesarchiv aufbewahrt. — ^) Ein eigentliches Gemeindearchiv 
ist nicht vorhanden. Die nachstehend verzeichneten Archivalien werden 
im Rathause aufbewahrt und sind zum Teil den Akten der Gemeinde- 
registratur einverleibt. 




ArchlTaUen mib Ortea des AmUbcaörks Botudorf. 



2. Boll. 



.17 



14)1, AM Mutin roo St. BIasi«ii »chliesst aU Inbabcr der Herr- 
BtnmAori mii il«n Unterthtnen ilcr gen. Heirecbuft t^inen Vergleich 
Urt^h der Ftoikd uikI n1ft»t auf tiruwl ilesselben einen „FrouuugB- 
InP. — 17fiO 3aii 19. Boondorf Vurfügiiutt betr. die lieri^cIt&fUicheD 
TmsL — 1762 Mir« 9. Schateungabueh fBr die Gemtindc BoII. — 1603 
nl IWQ. 8tr«iti^«it«n, du Einfithreo d«8 Zelmtheus oach Bodd- 

. 3. Bonndorf. 

■ A. Gemelitdc- ') 

^^m 1. ArehiT de« Vuionsfoudfl. ■) 

^^^" 1. Abteilung. 

IM^-1707. BectuiitDim) : Kiivbirnncbnuiif^a <Ior UcrrEchaft Blumegni; 
bdmfai «ler Eircbeu im Wueltenaaii; U L.F. In Gtiodelwan^en ; der 
WiAtS. Martini in ürimnKJsbofeti; der Kirche S. Vili io I'üelzen; der 
Qtckm «o Birkaodorf und Graf<>nkaiiwn; d«r KJrch« 3- Nicolai ni 
der qiuüerteii'' Kircbeo; der Liebfranenkirche zu B.; du 
tu B.; der ^IMrivatlrirclieD": der Pferm Bcitmariagpn. - 
UW-IQS?. AbrerliiiuuReu mit /ios- und ZcJintiPuten der Ik-rrscbaft 
Mo^K- — 1662- 1832. Ciater- und Zinsbcraine \an: titiodelwingcii und 
ViteftBKiB, BoU, UfincUngea, B., Ebersbai-h und Siitnmemii, Boll- 
EwattiogeBi FOebten-blunflgg, GnmtDel&bof«n , Blumogg- 
OpIlvdiageii-EfluluKb. — IÖ99. Ooen et piOTentus parorUn- 
IM Stttnarlagcii. IhUoulorf, Kwattbi<f o. GnLf<MihftUä«n, Kin-hdorf, I.aii»- 
liBit Tfll»HH i j1 ■ itetn iriiim luconim n>Kuliiriuin .Schoenau, TodtmooB 
■1 TaltBMi- — i;St-iJ9. Zins- niid Kapiulbuch der Obentflegcref des 
iaam Ewallingm. — ntiO-b7. Bcchiuuijteii der Pfarrei Hettniaringen. 

- ITK- lufilUltMich der UcbAsncnkirch*. 

2. Abteilung. 

U7T Mai 38 KooMS L, niffia Romaoonim coturtitmio, oe nbtidtuat 
ife flflMafii ei dalun, luqoam dbi tkbituui &ucc«ti£ort« t-zifant. Abacbr. 

- UN A^ 19. LebeniMsrhrcibuDK fnr Ulrich Nuch von Unterhulden 
•^ Mwa W«in)tart«n von dem Ab(e Martin Ton St. Bbuien. — IGOS 
UM. OaUfordcniaieeti d« Abtes Martin von St BUaon von dem L'oiotts- 
teA bor. — liill. Aasng aas den Kopialbucbe aber Froni)i«D5t der 
Bändelt Bonadort — 1614. .FaatUB'scher AbKhinl" >vig<:b«n Abt 



') Eia ArcliiT bt nicht viuhandeo. Die oiit«a v«iMkluMt«D Atehl- 
<iÄn ä^ äa («MBeiBdenfiatratur einTerleilit *) Du Arehtr darO«* 
HBil» B- bcflwSal neh im uttl«r«n ^lot-Jcw^rkc de« Rat)iau«eü. — '} Die 
• Mtmm ArcbJT forbataleaea, uadutebvod aufeecälilten ArcliiTalien aiiid 
im Aoa alcvaUgCB Pfle^ der bad. histor. Komaiisdoa Stndtp&rrtr 
Bosay m B«todM< Ttnakbofti, 

.a.taa.i*i.K««.v*.iA. 2 




mia 



Birttentniyer. 



Ittartio voo St Blasiiu) und dem neiduftTbrnancball MiihniHm, 
zu Stahünsea- — 1621. Schuldschein de* Stubeuneietcn Michael Dal 
TOn St. Blasten. — 1Ö29. ScfaultUcbeiii d«s At>u>8 tou St. BUaea. 
jur. Michael Brunner. — 1645; <>1; ~is; >)■}; vi; dS; t j&O. Zins' 
liuiigeD <l«ft AmU Ulamegg gcgeu Ludvift SaÜcr, Üürgcr zu SchAi 
Oberrogt zu Keukirdi; der BartholoDilikircbe zu MUudüajfeoi 
Maller von B.; des Mkbel MAppHn von FQctzeo; des Uons 
Dilluudorfi d« S«I>astÜD Iwle rou Schludise^; des Mkbel W 
Kwanmgen an deu Junker Ton Waldkireh. — )ß46: fA\ 60j 63: 1763 
62. Protokolle des M. Bl&siVhcn Amtes Kw&tlingeii, betr. den 
zu Birkeudorf ; das Kutrhcn im OiDeoclorter B«ua ; ZebntA-enreiftei 
Barbiers Leoohnrd Beicbcrt tou UOrrliuKen; Fuhr- und iluidiro: 
Klage des Wirtes Mardo Vetter in Ewattlogca aber Beoachteüiguag 
üb«r den uidenn Wirt«u in K. — 1650. IlaoB Bieggen Sdi 
Zinsw^isung a» die Kirche zu Boll betr. — 16M. Den Lir^al 
SchulÜii'Uäea uad der Gcschwori'nen zu B. betr. — VHßH M&rz 10. Y| 
gleich zviecbea di'Di Klo«tt>r St. Blasieu und der Gemettide B. 
und dorn Pautiui'rkliMU-r in B. uadcraoita. ~ 1670; TH; 83; ao. Kai 
den Uaos Staud«r von B., da Haiu Mapplin, des Nikolaus Moas, 
Hans SidliB, der Ursula GleicbauT aus l^^etzea. — IGHl, Quittung 
Fr. Josef Gebel ron Bottvdl fnr die Gemmnile MUnchtugen libcr 
— H1S4, Bittschrift der Gemciiide HolzBcbUg an den Abt B' 
St. BUsieu wegen Odfeldvergutung. — 16fl7. Vertrag zviscben 
Christ inn I>olwl in Mundelfiß);eii uud Vikar Job- Georg Kisliiq; Qlier Sii 
«orge- — 1708. 0.8. Verordnung des Abt«s BIaüus 111. «on St. Blu 
über die ÜehahreD uud Zahl der h. Messen In deu Unionskirchen an 
Kirch vdhtagea; des Abtea Aupistiu von St Blaüien ülier die Kirehv 
tAge iu IJeltniariogea and Urafenbauseo. — 1711 Juni 23. ÖShaog 
lAodcsordDuug in den St Btaai'schen Beiclisberrsc haften. — 1711. i 
fonlerung dn Ahtes AnguU von St Blasten eu den Fronen in 
Schoenetibacher und Ocbrltsbcrger Waldungen und FonLenuig na H' 
liDgem-Birkeiidocf und Bug^gemietl zur Fron im Erlaberg. — 1717 
pialbuch. Beritiht Über die beiden Mdbleu in der Staineu und im Fled 
B. — 1721. Einsetzungs- und Zlnsvcr^^hrcibungsbrief von Jakob Kb 
von QrafenbauBcti. — 1745. Instruktion des Abtea Frauöslnu ' 
St. Blauen für den Oberpäcgcr zu B. — 1762. Bwen des I'fiuTxiki 
Sebaat. Georg Gernuius Scbie^ol in T^mbach an Abt Meinrad von I 
Blauen de eura aoiniarum. — 1761 — 72, 79. luiitruktiofi^D d«s AI 
Martin von St Blasieu fOr die Ober- und Unlerpdegef ni B. — 11 
Modus celcbranJi obwMiuia pro ahbate Minrado. — 1767. l'rotokoU (i 
die Lieferungen der unierton Kirchen an das ICIoster St. Bbuivn. — 11 
tiO- Bitlacbreibeu de« Hofrates von Senglor, des Ob«rrogtea Ton Blofli 
feld for die Bnuidbc8chAdtgt«n von Leipferdiug«n. -- 1791. Anoterkui 
xum Koptalbucb. — 1783. Boriclit de» 1'. Tnul Kettenacker Ober 
Verlegung der Oberpdegerei nach Belimariugeu. -- 0. J. Statuta und Ol 
nungen in der Bemwliaft B. ~- 0. J. Sancti PatrcKii dedicatioocs, alta 
ecclesiarum et loconim visUationi nonastecÜ S. Blasii in silva Herc; 
solyectorom. (Die Kirchen und Kapellen von 89 Orten enthaltend.) 




Arv**> 



VrdilTaUen, 

iTHJ. »ucr&öcieUiUkiLt&atruiii. Buch. 
I. Akt«u, b(tr- KrieKvdrongsftl«. 

MÜU. 

leb Faller (Gasüiof mm [Uneben) 

tinus vnn St. Uiuifiu verkauft 

WirtsbKDs in li. nelm allciu Zubehör. 

ms Tua ät. Bluiüii bcurkundel, Aam 

^ du Wiruhauü in B. n«bat «ll«!» Zu- 

t^il^d Kindern too Gändeliraagca biat€r> 

' U-ra Month in GonndonV lliun U«x. 10. 

■ i It. iM^urkutidet ijcu V>rk«uf tqd gea. 

, Wdüs KU Miiueii Bruder Christa (boI). 

: < ri Broiüein von Gondel ruhten. — 17d8 

LI den verwittreteo KonliugeutKfdhier Fnuii 

du* äcbolaBÜ» Kolbriu von Kwittingeo. 

Iiuii KonlnkteoprotokoU.) 

4. Brunnadern. 

A, fiemelnd«. 
Itel l-'ricilrich ku Lupfeo, Lwijgnf su SlAbUageii, 
' IX Siag«r za H. mit eiiier Milhiv zu R nebst 
(eatlialten in den AktiMi niii-r LtewiUeeruoK der 
'. Abftcbr. Unf Ueiorivb tu Lu^tva. I^Acdgraf 
•Iiuis und Jakot) Stogcr von B. mit tlcr Mühle zu 
Ab«-Ur. - 17Si; Nov. ü. Sctiwauing«u. Ver- 
■nltiiBg Too Seclcumeiuen in B. — 1741. Benin von 
;ii Bucbe dnd Eistjuge über die Kirche zu B. und eine 
/wings und B&Ditt, der SCrauen. Wfg« ti. b. w. mt- 
T VencLteOene Vcrarduunfcen — 1774. Schfttzuugsbucb 
' ) <Uerui ist auch i-iii Kintrng bezüglich dos Frauenkloaters 
'..ti>. — 1611. „Bahubescbritb Aber die Vogtei B. iu der 
i: BOBOdorf." 

frfrttbMlU des Ubreri Gtbrlng In BrnoB&dern. 
: 'J. Der Scbultheiu JubanDea Bulilor zu UoDudurf beur- 
\'crk&af einea Gute) ««ilena der äcbuldgliiubigcr des Uann 
Bl an die Getnvkde B. 

6. Dillendorf. 

i. ««Blinde.') 

Gemciudebe^chluMbucb. (Iß diesem Uucbe ist die Abschrift 

vom Jahre 16fiS nriacben den Geneiiidcn Bnionadern 

Leistnng Ton Fronen seitens der Bürger von Hrunnadem an 

le D. betr., culbalteo.) - I74I. Feldbuch von D. — 1712. 

Oeaeiitde&rvlüf befindet sich im Bathause. 



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100 G^ 



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Birkenmajer 



Zw«i Bcraine toü D. — t7W. TanricliiÜBU flbnr Liefenmsen der 6« 
münde D. ui da» Miiitir. — IBOOi Den durch die Fitoixmta »agetkt 
tetcu Sduulca betr. 

B. (Kfttbol.) Pfsrrtl- 

lß96tt KJrdienbüchM. — 1691; 1763 ff. Zwpf Bücbcr der Sfcftpo- 
lierbrDtlencbtft. — lG93ff. „VoUstAndigo Bescbreibun« «Her ElukOuit«; 
wie auch der gewöhnlicheu Kircheogebrlachc anil CemDonütn der Pfarrey 
bey D.LF- la Diikudorfß*. Inhalt dien» fiuchM: a. eine kom« OeacbidUl 
Ton D.; b. catalogns parochiac vicariontia in D. : 1563—1794}; c. Augitta 
absr das Amt der Pfarrrtkarc, die Wallfahrten nach D-, die Broderecliiift 
in V; dm Schultlienst in Brunnndeni nnJ D-, den Kirchenbau, di«! V&mi 
za D.; d- geechichUicbe, bis in das Jalir 1368 xurQckreichendc MilteiltiDsn 
aber Stiftungen an die Kirche zu D., über den liau und Me Verieihuaf 
von lUtLsem auf ((ein rHIlcndorfer I>>hi>ngut zti Mundtiogcn über Bniim- 
tdanii e. Bcacbrvihung itcr EinkQofte der Pfarrei bei UJ*P. «u I^f 
£ Beacbreihnng di'r Kircb«nc<>remaraen; g 0<«<:hi£htlirhp9 nber dte Pfiuni: 
TodesrAII«, eiiM Instmktion Ar den P&rnrikar in D , die Kinkiknfle der 
Pbxrei betr.; h. xwd neue Bewhreibansen aber die Kinktlnfte. die oaen 
and dip otiligaüonefl der PfiurH au D. — 1709 März II. Jnh&nnps Oberi« 
ni UwattingcD stiftet der Bniücnchafl Beatae Virginis Maria« de Montt 
CSannelo zu D. ein ewiges Auniv»rsu-iuia. — I80Q. SeelenbescbreiboiK 
der PJhrrci D- Buch. — 1806, Ordnung (leK Gottesdinistcs samt ita 
Vttkflndigaiigen. 

6. Ebnet. 
Gemeinde.') 

I7S4. Akten aber GemarkungsTcrmetisaug. — 1736. Sriiatzun^badt 
der Gctnotcde E. — 1773. Auszug aus dem Beraia von £!. In dltteu 
Bacbo befindeu sich folgende Eintnige: a. kurze Gesclilchte der VbguL 
E.; b. eine BaimbcscbroibuDg von E.; c. .\ngnl>en nl>cr die Zebot^n ia- 
E.: 1659—1773. — 1773. Scbalzan^bnch. 




7. Ewattingen. 
A. fiemeiodg.') 

ITllff. Itcchnungen, die Leistungen der Gemeinde aa die LandKhalt 
und die herT&chaftlirlicn Ge&lle und Steuern betr. — 1730. Der Olterrngt 
Fr. Christ. Hug von Hugenitein in Kircbzarten bescheinigt den £ra}i6Ltiis 
einer Geldsumme seitena der Gemeinde K- — 1781. Aktt;n ulicr Gemdatle*' 
renamtnlungsprotokolle. — 1731—1619. Gemcindcrcchnung4>n mit Bcl*J 
lagen. — 173Hff. Amtliche Verftigongeo. — 1740. Gemeindeordnnng 
K. — 1766. Verordnung de» Abteg Martin IL ron St. Bliwien nlwr die 
Beeitz- oder Vortetlsgcrocfatigkcil. — 1777. Auszug aus dem St. BJaaiftJ 
niscben KommisnonaprotokoU, die BOrgenneisterwahl lu E. iiml die . 
gescbifte dea dortigen BßivBiiBebtsrs betr. — 1785. »Aiuaug »tu' 



*) Die naehatebeod vorzeicboetea ArcbivaUeu befindoo eich im Bau., 
hanse. — >) Di« iiAchgtehcad veneichneteo ArcbivaUeo Bind mit der i 
imtaderegistratur vereinigt. 




AKhinli«! atu OrUa des Arateb«Jrk Bonodorf. 



m21 



E. (Baefa ntt wenvollen Angaben tiber E.). — 1790— 9i. 
Xtntdwatgai ober Xacbtwadien, Proneu und AoBfutir. — ISOO (?). ßoch, 
«db ^ ftwd ein VemiduiU der Blaser zu E. — 1808. firla» der St 
Huätabdum ObemsUkaodei aber die Erneuerung du Scbuldenliqoi- 
JttteaaprotdioIU. - 1514; 15. Die Verpfl^uug der TruppCD belr. — 
i C Kopie der H&owr- und GruDdstcaenceUel der GemArkong K. 

B. (Eatbal.) Prsrral. 

I. Urkunden. 

IT12 Okt 9. Meereburg. Relalio, coDeem«n* modemum »latum 
itn* CoBSUaÜeoib. — 1739, 72. ^^ceutia erigcudl viam ü. cruds 
Sntüags].*' — 1749 3ha. 16. «PriTilcglutii pro alt&rl confmtcmitatis 
l tmMjÜ inci £." — 1749. iß. Indulgenibricre f&r die Kirdion xu E. 
mi UOiKbingen. — 1765. Beceisus TUdUtionis. — 1776 ff. UrkusiIeD 
ttff lic AnalfllijDg tod Pfiirreni an der F&rret E., über PriGsterwcULCn 
ai Ihltkba. — 1301 ff. VeronlDungon Qbsr du Scliuiwesen. 

II. Kxtrakte. 

16M. 17i% Aou&gQ uu den Benin vod E. OJ. Aussug aus dem 
' ^ünaa» des P, Pantua Kettenacker über die löbllcbe Pfarrei K^" imU 
1^rtt^^^i^ Ang^bco über di« Gescbicbte der Pfarr«)). 

IM. Rechnnngen. 

1774—1806. KecbBUDgea aber die EioaabnieD aai Au^abea der 
Ithnä E. 

IV. Bocher. 
1431 ff. Oatalogos parochiae vicarionitn in E. — lGC7ff. Eircheo- 
— Ijoe. Protokoll der Erxhröderschaft S. Uosarii. 

8. Faulenfflrsl. 
Seneioda- ■) 
170^—96. G«Belailcrcchnuogca. — 1771. Abschrift des Beraina über 
GtBArkng F. nod aber daa bemchaftUclic Gut Seebruck, Inhalt 
Boelm: a. gMrliicbtlicbe Ajigabeo Ciber F. und Seebmck; b. He- 
■*— "^"Vt der Ziaagftter in F., dea Bannes voo F.; c dtc ITuterhallung 
4v $e*farackc luMr.; d 1701. Vertraft zviscbeii dem Stift St. Blaiien und 
^ AagckfitJgeo der Pfartet Schlacluiiw über die Errirlilung viae« Tfarr- 
«tariUB b Schlwiisee; e. 1769, 71. Verhudlungan aber die Erneuenug 
da mnias: eine Abtcbrift der Batidkntioa über die neue B«ra]iitgung. 
— 1771. Beraio Über das berrscbaftlicbe Beebnicker Gut — 1773. 
der Gemeinde K. 

9. GQndelwang«n. 
A QemelBde.i) 
IMS iitxz 10. AttBSitg ans dem Recess «wisclien der UcrrKliaft St 



*) Die «MlKtahewl ferxeicbneteB Arcbiraliea befinden »ich teils ia 
Vetang öm Bargenneislen. teila tai lUtbanae. — *) Die nai-hstehend 
wmfci.haetoi Archivelien werden im Ralbauw *erwabrt. 



1^22 Birkenmayer. 

SluicD a]8 iDhaberin der Herrschaft Bonodorf und dem Orden des H. 
Paolfi Ober die ElOater zu Bonndorf and Grflnwald. — 1669 April 4. Abt 
Oddo Ton SL Blasiea gestattet Jakob Rösch und Adam Eggert za Q. den 
Baa einer neuen Mühle zu 0. Abschr. — 1747. Festsetzung der Ein- 
künfte der Pferrei G. — 1796. Verfflgong Ober die Auslösung der Dritt- 
pfenniggaterin dem Oberamt Bonndorf. — 1801. Bendn Ober die Ge- 
meinde G. Inhalt dieses Buches: 1. Einträge, die landesherrlichen Recht» 
betr ; 2. Einträge über Erbholdigung, BechtspBege, Obrigkeiten, Ab- 
gaben an dos Reich, an den Kreis, Gerichtszwang, Weidgangsgerecbtigkeit, 
Kirchliches u. a. 

B. (KtthoL) PfanelO 
1639. Akten Ober Besetzung und Verwaltung der Pfiureien. - 
1640 £F. Kirchenbücher. — 170S. Verordnung des Abtes Augostin roa 
St. Blasien aber das Annirersarinm dedicationis eccl^iae in G- — 1727 H 
Konsignation über die Mesner in Boll und G. — 17S7. Akten, die Kom- 
petenzen des F&rrers betr. — 1744 ff. Akten über die Anstellung voa 
Vikaren. — 1745. Die Hinterlassenschaft des Pfarrvikars Franz Weis»- 
haar zn 0. betr. — 1746. Verbindliche Stiftungen oder AnnirersarioL 
der P&rr- und Filialkircben zu Boll und G. — 1747. Urkonde des AbUs 
Coelestin tob St. Blasien über die EmeueniDg des corpus compreaentiie 
des Pfarrers zu G. — 1749 Juni 30. StOhlingen. Recessus visitationii 
generalis. — 1750. Bitte des Mesners an den Oberpfl^r der St Blasia- 
nischen vereinigten Herrschaftskirchen zu Bonndorf, das Sterbebrod betr. 

— 1770 ff. Konsignation über die Schullehrer zu G. ~ 1777. Inventar 
aber die Hinterlassenschaft des Pferrrikars Fr. Jos. Fraencklin zu G. — 
1778. Kompetenz der PCarrei zu G. Abschr. — 1782,87. Licentiae erigeadi 
viam crucis in ecclesia parochiali in G. et in ecclesia filiali in Boll. — 1788. li- 
centia circum ferendi Sanctissimnm in processionibus in G. in festis B. V.Mariie 
per coemeteriam ecclesiae parochialis. — 1601 ff. Rechnung über das Maria- 
niscbe Opfer zn 0. — 1803/22. Die Ausgaben und Einnahmen der Pfiurä 
G. betr. — 1810 ff. Familien- und Scelenbeschrieb für die Pfarrei G- — 
1813. Seelenbeschrieb von G. (Mit wertvollen geschichtlichen Angaben 
über die P&rrei G.) — 1813. Beschrieb des Pfarrhauses zn G. and der 
dazu gehörigen Güter. — 1813. Akten über die Liegenschaften der Kirche. 

— 1813 ff. Aktenmässiger Auszug, die Pfarrei G. und Boll betr. (Wert- 
voll.) — 1814, 15. Seelenbeschreibung für Boll. (Mit geschichtlichen 
Nachrichten.) — 1816. Seelenbeschrcibung für Glashütte und Holzschlag. 

10. Holzsohlag. 

Gamelnde.') 

1684 Okt. ao. Bonndorf. Abt Romanus von St BUsien verkauft 
den Einwohnern „des Holzschlages" den Ort HolzschUg nebst allem Zu- 
behör. PO. — 1768. Abschrift des Berains ober die Güter and GefiUe 
in H. — 1624; 26. Rechnung der Gemeinde H. 



') Das ArchiT ist mit der Pfarreiregistratur verbunden. — ') Die 
nachstehend verzeichneten Arcbivalien befinden sich im Hause des Bürger- 
jneisters. 



AreltiT&lien auB Oiifti düs .\ intstirnths Bonodorl 




m2S 



II. Münchingen. 

Semeiniit-') 
II M»i 14 AM Mjtrlin von St. Bliifivti scliliesst bIs luhaber der 
BoDDilorf cineD Verglckb mit den IJaterUianen daüelltst ilber 
fa FTooni. — 1742 ff. Akt«n und Hpchnangen der Gemeiiide M. Inhalt 
tan Baebn: o- GemuiuilvbcMliiaEse Bflgeinciiier Art aua deii Jahren 
1T«-Ifi02; b. Krirgs- nnil Miliursacheo : I7ß4~9H; c. Kirchliches: 
nn-ieuO; H. FiiUiuwewTi Iketr.: t7(M. ^ 1759. VM^eichnis der dem 
^«MfcrtfKer Ott za VtUiopun Eum Pnlxen xug«8te]1ti?n ^silberg^hen. — 
IWJ. DIff in itr Kirche zu M. bebndlichen Krfiuepartikcin belt. 
IBUBl [iw Fronen der Gcmeimlen Uol!, lionodorf, GUodelwMiRen, 
% wd W<dleodiu^a betr. ~ 1T$2. Feaersucictätekataslor fllwr die 
Tiflcl V. 

12. Reisel fingen. 

i^ 6«m«UdO-') 

UM Hin 9. Heraog AJbrrrht vun UatcrrPirh TprfOgt, dai» die Pftrr- 
ider P&rrffen I1on)us»on (Horntiscon), Mt-ttau (MetAunaß;, lUurg, 
' I. Ctb»olviii|i»e), Khriniuilz (Kftiimilicl und Zuzikon (Zuzkoa) in Sikckingcn 
lattm aduaen sollen. — 1429. Heniog Kriedritli vou Osterreicfa ent- 
|MUl KtBcm LandTfigt im Eines, dem Gnfm Han-i voa ThwrUeia, beim 
Ihthof vno BmcI dahin xa wirken, dan die mcIis niorheircn «on Unr- 
, Uarg, R . Kheinsnh. Salz und Zuzikon in SiirkinipL'u Rcstdviiz 
and dnrt ibren rhorbrrrenpHfchten nttchkommcn. - 1442 Juli 7. 
Db BfnomlsTvade su Uaid ertt-ilt den Auftrag, die Sache weiten der 
C h rtt T T en nnd I'farrer (s. olwnt gcnao ta natersucfaen. - 1001. Kaüf- 
bM Ewiirh^n ilon (^mrtjideri U eioendts, BoU und IHottiirt anderaelb). 

- IBW. Vwj^-iclinii der liemehafUicbou Felder tuid Wälder. — 1689 fl. 
TvimkBiR der Kricgskoetea — 17:23 ff. Akten über Fcuerv ersieh ening, 

— I7S3 Jftni 7. We Kanilri dw Stifte» na SÄckiogen iK-scheinigl das 
ttrhndmelo von Urknnden Ober die Ftarrci R. und die dort liegendeu 
AAkfln'tehcn Guter. — 17S4 April 30. Auf ADSnchen der Oeraeiude 
ft. IwrTifliiln Jif Kanxlei dfA Stiftes SAckingen, dass di« Kektorron imd 
Vttnx «on Boruufseu, Meiuu. Murg, R-, Bhoimulz, Sulz uud Zuzikou 
vaa der Pflicht, in ^ckingcn za residieren, befreit sind. — 1744,'45. Ab- 
«infaB TOQ Urkunden Aber die Fandattoo de« KaplaneiboneäziuniJi m 
R. ~ 171A. .Akten, betr. die PrArrliatiriMDpRi<:ht und die LeiHtuiigeii von 
hfenrarkcD and llandftvnen zum Kaplaneihaus. i£>a8 Pforrbnus zu K. 
JAM« b-lUiiir alH Ka|>Iaa«iha[U zur Phrrei Löffliigeii.) — I74K Urkunde, 
n«a Wir. - 1748 ff Waisen- und räegschaftsreehnnngeo. - \'b-% 
flAwAe betr. — 1754 ff. Verwliicdene Verordnanj(«n — 17&6ff. 
Akini. den Cnlaqpnftm to der GeoKinde ü. betr. — I75Q ff Oemetnde- 

— 1759. Verfügung de» Fürsten Josef ^Vi]Ile]ra Ernst ton 
Hber Fronen- — l7tV). IHc Bsnniirheidniiit zwivhen nielfart 



*) Ue ■achrtahaid tnzndinoten ArcbiTalleii sind der Gemeinde- 
T e ii» «dw'bL — *) Die ttachatehend verzeichnctea Archivalien 
ikli bn OttttiadnwwiBailaiigaui. 



Birtienmaver. 



und B. b«tr. — 1763 ff. Akten, hctr. die Kmeuernng dra Beratns ültr 
Dorf und Ocmarkuug B. — 1T6&. äcbreiUii. belr. den tum Stift äL 
BIuieD gehörigea Fnmhof zu R. — 1773, Ftttsteulwrg'sdiv .Oetichb* 
und Gcmciodcorduung''. — 1777, 92. Frouiixonl« zwifldien der Kunuo' 
b«Ig'fl<^hCD Bcgierartg und den Bewohnern von Dittuhkuäco u»J lt. — 
17dl- Akt«» bbor Gfiltoo, Üodvtuuuv uud Abgabea *oa Gnuiüttäcltt- 

— 1791. BeehnuDg des Rouovatu» Buon von SeeLba] über sdne Tliii%' 
keit in <leu Walddistriktea zu R. — ndl. Vectra« zwischen g«a- Bwen 
ia K. aber Vertetlting dtr Almrode. — 1796 IT. Äkum aber Kris^xlttl^ I 
aale und Krit^leifituiigcn. — luui. Bechuung über die einxoiiiüieadcs 
Bestaudzinagvlder. — ldO&. Oemeiadtibescblutf« über Weiden. 

B. (KatttDl) fUntV) 

150^ Mai 4. Kaspar Noscr tod Niedlngcn» senhaft kd BdiheabMfc 
C-lt-), giebl den frOher dem Stifte SÄckingeu gehörigen Kirchwhnli-n m 
B. der Kaplatiei in B. — 1606 Sept. 1. Die Gcmeiodo K. tKvj-iovläagn) 
leiht Ton gen. Pflegern H. Michaelis Archangeli zu Lüffiogea anl. — 
1629. Hoiu WeruT 2U OOitchweiter leUit ron Mathtu tllonckh, SUtihthir 
SU LoMugcu, lOOfl. — 16-20 Okt. SO. Vensi^ichutä dc-r zur St. Frjtloti» 
kapelle zu R. tehathitsen, im fieiaeUinfter und s^^-ppcnhofer Bann geteg eo w 
Güter. — 17L&. AuüeichDuntc über Darlehi'UfeauüuihiDe und Almhivm 
Ton 850 fl., welche die ni<i]igenfsbrik zu R. den FinvoUncra von St-]iatKQ- 
n&Ue »rJialdct. — 1724. U«r üeneralrikar Franz Anton ron SirgensUil 
bestiUigl di« Errichtung der Fridolioskaplaiwi zu LoEHngen. — 1735. B6- 
■direibung dea Zeüulon dör Kinh« ku R. — 17260. KircbcnhQclier. - 
17^6. Ue Trtunung der i-'itialkirclie zu IL vüh di-r Mutterkirche n 
XiOlHngeii betr. — 17i2ff. Akten, betr. die neucrrii.'litetc St. FridoUnt)- 
kapland zu R. [früher in Lößingea (s. oben)]. - 174:J. Licentia, trua- 
fereitdi fesLiiin dedicalioDi» R in domioicam pMt foalam KAsariL — 1743. 
LibeJiwi gravatorializ iu causa IL ~ 17-t&. Hcven des Kaplans Jt^ N4* 
pomuk Geiger ron Domogg, betr. die wöchentliche heilige Messe in B> 

— 1745 BT- Kirclienbucli über AbhaltuuR de» GoUMilienttes u. a. — 1746. 
Llcentia cxpouendi .SauiitäHiinuni in äliali ccde^a in R- — 1760. Decu' 
ratio zwischen diMn tit. Kaj^iui Job. NcpoDiuk t. Gti^er und dessen Nsrb 
folger, dem KapJan Jo«. Anton Guth in R. ~ !761. Berera des Kapla: 
JoecC Anton Gutli in B-, betr. die wOcbentlicho beilige Messe in R. 
1762. Akt«n aber Anscliaffung TOD Kirfhenparamenten. — 1770; 71. 
Qeneralrikar v. I>oiU'tng in Iivustauz geucUiuigt d«u Neubau bezw. 
Einweihung der Filialkircho in lt. — 1771. Uceotia erigeiidi viaoi 
cnicis B. — 1775. Urkunde über die Einircihimg dpr Kirrbe zu IL 
1777—79. Bfichwerde des Kaplans Josel Auton Guth von R , das Ein- 
kommen betr., an das Generatrik&mt za Konstauz. — 1790. 
expoDcndl Sanctissb&um. — 17113. FajaMn für die Eaplauei R. — l 
Krie^lieferungen an div Ftaniosen betr. 



4 



>} Die nachstehend rerzeiehnetea ArcJuvalieo sind der Hsrrdl 
lur beigefagt und werden im fäirrhause atifbewahrt. 



AtcUrAlien 4us Orl«a dn AmUbemki BonndorC 



m26 



13. Wellendingen. 
Genttids. *; 

ittiO JbU B. UDtergingsibrief ewiiclien den aem^indea W. uod Wittle- 
iWidtUchoffen). — M42. UantunarkungVegchrieli filr W. ~ 1743. 
ftriilAwchrieb. — 1744. Benün ihv Gemeinde W. — 1745 ff. G«- 
I ■AdtbocUusbocb. — 1747. tiemiiTkuQgsbuch far die Gemeinde W. — 
nU. Aktto aller WQg- und WuserieitnugeD der Cemeiiide W. — 1774. 
6ikMaiii|sbucb der Gemeinde W. — 1810. Karte üher die im Bann* 
hnric roo W. tiefimUictien WaJduniteD. — 1910 IL KecbQuoges der Ue* 
HMe W. 

A^K 14. Witltekofen. 

^^^v 6emeiDde-^j 

^H Iftft) Okt la Vergleich zwisdieo dem KloEter St Blasien und der 
^^■A^MjT &brr den der Pfiirrei Bettnaringen gchAri^en Zehnten za 
P^^^^^Kiluii 8. Uutej^gAngiltricf zwüchen den Gemeinden Wellen- 
■ htm ODd W. — 174fl. Benin von W. (Dieses Kuch enthalt auch Aa- 
I ptM bvtr. die St. NikAlauskirche.t — IT'il. SchftUunsBbuch der Ge- 
mtadt W. ( In diMem Buche int der UrteUsbrief vom 26. Juiuar 1660 
■naricluiet, der die Streitigikeiten zwischen dem Kloster St. Blasien uod 
ItrOeittäid« W. tilier die F>rittpfennigK<lter enUchcidet) — 17Ü9ff. Ge- 
■aaAmcbsangea mit BeiUgeu. 



pft VtKCtdiDPt ton dm ehem. Pfleger der bad. histor Koranissinn 
NotlT Matth- Iijelrich iu Siahllngeo. 



I. Achdorf. 

6BB«tld». 
I7SC; ae a. 89. Bertiae der Gemeinde A. 

2- Beltmaringen. 
(K»tb»l.) nunl 
ie Jibmgnliftuiv der Familie Siegri»t betr. 

3. Blumegg. 

BuDoiade 



1647 C 



ITBL Bcnia (mit KeKhichllicbeii AufxvichuutigeD}- 
WmimiiiiIii WirtaebAft8[Hiltzeium^ldi}rdniui({. 



— 17B7. St. 



Dk tuchil*h«nd veneicbnetcfl Arrbiralien sind io der Eogittntur 
flliiiilibiiiiii nnrahrt. — *} Die o«clut«h«od verMtchneten Archl- 
rirh im Uaitte dee BUrgcmtlften and werden bei den 
Tenrakrt. 



irdtiTalien aus Orten 6a AmuburirkB Boondorf. 9,27 

B. (IitboL) Pfirrel. 
HlEft KtrcheabQcfaer. — I8O1) Okf. $. iTkunde des Abtes Moritz 
m St Bluien aber ilte Erricbtuug der Pfarrei K. |Ui« Pfarrei K. 
pUite tunidut za Tbi«OK«n, !ip4l«r zu AkhenO 

9. Lausheim- 

(temalBilfl. 
ITG8. Benin von L. (mit emer gesdiichtlichen Einleitung). 

10. Lembach. 
(Katbol ) Prarrel. 

[0. J. «Origo ercleiiae pu-ocbialis io L.: capitnli SiütilingaDi, quac per 
el vi imvile^i etiam per refoUrem sarRnloteni inofficiari 
In dkBer Scbrift sind a, a. Tfrxcichnet: a. eine Urkunde vom Jahre 
Bbdiuf Hugo tun lIuhvulaodenbvrK von Xoiiatajiz besUltigt die 
Sdahug der Pbrrei und Kollatnr za U an das Kloster St Blasien 
■Mm des Wilhelm von Griubeim und der Apollonia von lür^iiigen. 
(BMicf Jakob Fagger von Konstanz hut die gen- Pfarrei dem Kloiter 
SL Bliaten inkorporiert); b. atLsfiihrliche Angaben aber die Pfarrei. 

11. Mauchen. 

Im PrlTitbesltt des Hallen Keller 1d Kaachen. 
1817 Marx 2,V MabUebeo- uud Ziiübrief vod M-, ait«geslellt von Max 
jKa Pafipenfaeiiii. dem Landgrafen von Mflhlingen. 

^^^ 12. StOhlingen. 

^^^ PrfiBtbeslt&. 

^i In BeiiU de« Kaofmaoiu Etloard Wllrth in Stlihlingen. UfKifT 
^bik aber Sdisffliauseo und Ober die Siilx'üche Herrschaft, Wein and 
^bie betr. — 1&27. Stadl- und Dorfttatutea von S. Abschr. 
Bl Im BenU dn NoUn Uietrich in StOhlingen: 1622 Eebr- 22. Feter 
^wr, BArgcr von 8., verkauft der Gemeinde S. 6 Jucbert Wald. 

H 13. Untenivanger). 

P fai PrlTitkttsitx des aiflliers Kgle in Untervaagen. 
ICai: 36; M. Drei Kaufbriefi? über die Mabk xu V. 

Nolix. Ufi Gcatdadea Aicben, AHeltingen, Maachen, Oberwangen 
,Cn«nugiB, »«la die P&irel Aicben bcstucn keine Archivalien. 



X 
ihUB i)neii des Amtsbezirks 



B- -'^^K j^ 9>iL histor. KommissioD 
^ iKfer in Buthaalach. 




I^opold L bestätigt die Freiheiten der Sud 

'/kL L Bfiigansräter und B&t der Stadt A. Stella 

der drei E&pbne^fröaden , nimÜclL der Pfröni 

und da' K at huinen -Pfrröide, die pnestuid& ua 

;. «lidie jedor KifiUo ni etföllen hat. (Ttua zwc 

' tteadeft ^axA dm GaienlTiki7 ron Eonstanz ui 

» iä- — 1TP7 Juni 1. Kaiser Josef L btetttigt dk 

i. S. — ITT9. Euer Earl TL bestitigt die Frei- 

f. — r:36 Ofet 27. DBrBKhofJ(daiiiiFrtiuTOB 

^ Ä Ttänlukirefae ils I^urktrche gelten tot 

RT ~T SmaiB Hum Thensii bestätigr die Fra- 

?.'^ — 1768. CanBittitifi crimisabs Thereitot. 

i^mr -mc TL bestlt^ die Fmbätes ^t Stadt A. 

—-'"—- enKf viertEL Yiefanurtte» auf Jacobl — 

%^ jp? :witretDenaeisieEE Eiond Eimmler zo A, 

tr i- ?ttrW- CL A — l?Oß. 7. Tafägniigen der 

«aiW Nim. 

.. hk ! M-tuldtneSi 

/m!)i' TA. .£jue: SBL össea Haosfraa 

. TT.t :. ibu-tuJ «t . . nni TTisäf n Thilriese, ge- 

„ite, X- . lA." 41^ .:. -^flaiüörirf des Tiut 

■{.„M,. Vfwn*- « » aman: um bescheidene 

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_ .«^ :li^ik-.tu t .. £ öfT Eiähenhalde 

_i _ tH" äizr 1 Bks Straass la 

■u.-n.r' ■-■- j • =. -isi- ."aineit. PO. 

. »^.«-s actÄ^». iics ".=>* 's^ne ? Scbiflpff 

i;'tvi; si "^ '-— T ;rü .las TOD ihrem 

.* .Ui > ';r-«-xTfw Adelheid 

I ,, ,BTr . t irB- **r X ft"iK ;:i tiser Seelen- 



ArdilTklien wa Ortoo d«8 Amisbexürln Eagea. 



iii2» 




FO. -- 148C AprO 6. Hans Kistlc von Ei^Ilin^eii erhAtt nm 

OettMh&iu zu A. 13 S Vfg. und wUt «lafOr 3 Jiichcrt Acker in 

ak L^ntcrpfMuI «in. PO. H. — 148H Felir. 19. Hmm Schlupf 

TsAsoft dem Zitier JOrg Herntan zu A. eiofu Acker. PO. — 

Nor. 7. Margsreta, Witwe <le« Dias Huggling. irird verurteilt, ilcr 

fithMMttM SU A. Toa ikrem ao d«r Aacb i{«logcneit Hofü einen ji^UrlicIiua 

1^ in geben. PO. — \490 Febr. 1. IHrich WRretlin tod Tnttttngf^n 

Mrinrnft Bans UOM, fta. Burkarl, dm KJouiengtit- PO. — I4l(3 Juli 18. 

INitn' Jörg, der Schmie^l und »ein« Erben vnfcuifen den Heiligou zu .V. 

Itae jihrlirhe Gatt PO. - MOS Dez. 3. Hans Romcllin, gen. Wargelltn, 

n A. »ckuldet dem Jonker Hans Schlupflin 1 S V(g. PO. S. — 1499 

f^. 19. Hemfgiafl B«Uiiig tod A. stiftet eioea Jahrtaft für den verst. 

Boi Benriff. PO. S. — tSOS Aug. 21. Die neiligenpflef^er Peter Panier 

od Hau Muller roo A. xiehen ein (int k« Hhlngen, dtm der Kirrhe tu 

A. fri>4rt und Insber von Udvene^er benutzt ward, m ihren Hunden. 

K. — 1516 Nor. 3(>. llans Ton Reiacliach zu A., Itonifntiu« Martin, 

SlflaD zu Tiittliagen, und Daniel Martin, Srhnltheiss zu Tuttlinfcen, »tifton 

fima Jahnag fUr ihren verst. Vetter Uaiu Sut^-r, der Kircbhei-r xu A. 

!|pnan war. 1*0 S. — löIÖ No». 28. Erzbischof Malbcu« von S«U- 

InS, apoetolirse u-dis teeatoe, ttbertr&gt Wernlier Sdiepy du Vikariat 

I to PEurkircbe zu A. - 1521 Febr. 17. I>ie Junker Ram Enobloch und 

' Eberhard von Itcischach Abcrsoben deni UotteHhaiis zu A. icwcl Zinahrit^fe 

, n nier Jabrz«>4t für den veret Junker Bans SclililpfT und ÜL-eneu Haus- 

&■> nd zwei Zinsbriefc xar Svelcnmesab für den vumt. Junker Hans von 

BoKliedi (?) und dcfseu vent. üauitfrau Eva l?i, geb. Schli^pf. PO- - 

Itt2 XoT. ia Elwrbard von Reischach m der Neuen Hüvea verkauft 

tarn Gotteshaus m A. seinen Zehnten. PO. — IbSB M&rz 24. Hana 

Scbatt zn .^. giebt dem UarKertaeister zu A. 1 II. Ziui von «einem Haui 

nd aetner St-^hniiede »u A. PO. — 16^8 April It;, l>ie verwitwete 

^Hr**'"" Notiich verkauft mit Zustiniiniiiig ibn^ SolinCR Hiidolf IjOweD'.?;- 

b«! u Harun Murer eu A. zwei Juehert Äcker im Uaooe von Ehingen. 

?0. S. — 1528 Nov. 18. Martin Bobs Tcrpflichtci eich zu eiuem jahr- 

fahea Zins an den Pfiirrer «i A. und an Daniel Martin zu Tutilingea 

Bad setzt dafür seinen Üaum^rlen alä Unterpfand eiiL PO. — 1&66 

ifril 3. Ttetament des Pfarrers Wernlier Scheppe kh A. PO. — 1658 

I Sut. 10. Mathias Miider, d^T Vueleriu Tochterni».iin genannt, Biliar zu 

4, leiht dem X>Dinprop8t Job. Kathoiut Gumpia vun ^S*altramb^ za KoU' 

las anf 11 Jahre seinen Keller. Pap.-0. S. — 1662 Not. 10. Alter 

l^eohrief für die Stadt A. PO. — IWti Febr. I. Der Weber Mathi» 

Imiei (?) zu A. verkauft dem Dompropst Job. Mulbeua üunipiis (von 

VilmiDba) <n KonsUuu adnea Kell«r. PO. ä " I5iit) Juni 17. Thomas 

häclMcb von Uegaa nrkaaft «Ia Vogt und Vormund der Be.rbara JüngLia 

IM AUeMbteh eiou Weinguten an r^tc£an Sctii^pp zu A. PO. — 1&Ö7 

ifiü 20. Aoszug aus dem Urbar der Kirche zu A. {darin befindet sich 

' tack tin« Abachrift eines Kauf brieftis vom 24. Miirz H27). Pap. — 168$ 

^ 25. Apollonia Fioerin, des Kimpar Prenner Witwe, erhält von dca 

flaligtn ru A. -M'liü. und verzinet diese Öumme jÄbrlith auf Martini 

iKw. 11) mit 1 fi-, 6 Pfg. Zins. AU Unterpfand dafor setzt sie ihr Haaa 




J 



niSO 



S««ger. 



oebst ZulwhGr ?.a K. ein. PO. — 1609 Jan. 23. flsna Andm 
Nuben xn Idchenbrr;; rcrkaufi Micbel Rimelia zu A. seinea Wctel 
PO. ~ ICH Okt. 17. iUoe Gal'ricl toq iücjileck oud dcMeo Ge 
Anna Kaihariua, geb. v. Hcggelbaclt, bttften der Pfarrkirche zo Jl 
Jahrug. ~ Itill I)«. l'i. [»üselben »Uften 300 ä in die HeJltgintetol 
eiaem Jabrtagv- — 1013 Dez. 13. Lenx Wissmann xo A. Tiikuift 
Sattler Uam äinon friora ^X'dngarten. PO. — 162f) Juni 9. Fr 
Sabin« zu Mwrsburg, geb. Erbtruchsusa zu Waldburg, ttifWl I'fr 
an da^ tiotUisliaus luid diu Ueiligvn&brik tu A. PO. S. — 1631 Aa|.] 
Hmib Nikolaus KcUtr von Sclileitcu. UticrTogt unil Bttt:|[«r(D( 
Bat KU A. irtellvu au Enlientog Leo|>uM \<jn (")Hli.'rr«kli du Al 
dea gealreogen H«rru Kourud Wiutlcr zu vL-ruiliLwii'u, ila£3 vr d«' 
Idrehe tuid Fabrik zu A. den Hof eu Uicdlieini (Uu<^'tbaimb) 
F»pMI. — 1710 Mai SO. TeatanMnt der Fian Anna Maria SetU, 
jogÜa zu A. Pap.-O. ü. — 1785 Dez. 21. äi:Lreioertiieistf>r So 
•Rimmele von A. wird dasn verurt^tlt, der Pfarrei A. aI\]ihrUdi 6l 
VTeiD Grundxiiu von 8ein«m KetMtack tia Hof m g«b«n. l'O. S. 

O. PfarrbQiJier. 

IftrS^O*. KircbeubOclier. — 1741 Aaniversarbach. — 0. J. Cataio 
atiniTersariorum singulis mensibus fundatorutn et calefarandoniin. OJ 
Auseug aus einem Scelbnche. 

111. YertuffUBgen getatlicbcr und welüicber B»faOnleu. 
133^ Juni 23. Der Pumpropiit Ditthvlm roo Stainegg« erl 
Heinricli Ton Hoiiburch ku Konstanz, Chorherr and Eirchherr fu 
ein«! forderen Altar in dtr Kirch« ku A- xu bauen. PO. S. — H 
Okt. 1. Bdrgertnetster und Kat za A. »teUen als Fiiwatatfonabirrmi 
drei Kaplaneipfrandßn xu A. die praestanda und obtJgatloDes ein« , 
Kaplans fest- (Dazu die BesUtigungsurknnde Aea General vik an Ke 
Ferdinand xm Konstanz rom Jahr» 1710.) — 17M — G9. Veror 
der Osterreichiachea Kvgieruug, diu Verrecbnuagen der milden SUf 
betr. — 1762 .7uli 13. Rec«3suii TisiiatiODis generalis. — 1771 Jnl! 
Verordnung des UlwramU-« Nelleuburg dWr die Verttoawrung duriU' 
landflsflirstlicfaeu Kirchen uitd Pfiirrcion gehangen Gmndstacke. — 17 
u. 73. Verordnung der öUerreichiacbeu Regternng über die Erridit 
von Bruderacbaftea. — 1781 Ulicv 32. Beferat des Magtstrau der St 
A. über den Bestand oud das Patranot der durttgeo Benefizieu an 
K.K. Obcnunt Stodcacb. — 176& ll&n 22. Daa Obsramt Stockadn 
Kaiter Jo«ef II. darüber, dan bei den Ableben eines mit einem 
ficiuu curatu» versebeoaB GcbtUcbea ein biüL-hädicher Konuniatiar hei i 
CiaterlasacDSehaftSMifiiahme zugegen sein u>Ue. — Itwo Üe&. 8. Schreib 
dea Obenonta Stockach an den Magistrat zu A., die Einquartierung 
den Geistlichen betr. — ld08 Juni 10. Verzeieluüi der der Krone Wn 
temberg zn«tehenden Gefiille nnd ftealitatcn 

I^'. Die KinhenpÜpge betr. 
1736 ff. AbrechnungtbOcber fQr die Kircbenpä«gKhaft «u A. 
1726 ff. Auuuge aui Kircbenrechaungen. — ITälff. Klrehenf« 



ArduTAlten aus Orleo de* AaiUb«xirks Eiig«ii. 



tn 



3t 



— 1739—1744. ITrt«rinni. — 1783 April SO. T»b*ll« 
der Kirdiea&ibrik eu A. VArliJiiidi<n«» Archiv kapil^eu. 
Okt. HS. FreilfUff- Verordaiuitt iib«r d^a Kapitalienauäwcis der 
rill XU A. — 1787 Okt 6. Das Furetetliprj'schc Vogtei- 
E&iteil «Ttilat die Abrechouog Über dk der Kitctieufabrik zu A. 
Gntadüne. — 0. J. Verzucfanis der StiftuDg«D bd der Phrr- 
w A. — 16Ü1 JUL 2. Iltscliöf Karl Theodor rnn KoiuUu» g»- 
liM Stiftuim zu einem Itontt«- — 1W>2 Jan. 23. Quiltuuit aber 
r6lif tan 300, tu einer Kornteumesse in der PIkrrkirche sii A. 
lea Gulden. ~ lM(r3 Ock. 22. Die Ileiligenrebeo in A. wf^rden 
mkaoft. — 1905 Mara 29. Die Ob«rpfleipK:haft der Kin-h^it- 
A. biUei um die Eriaubuis zur VeräuseruDg der i]ir gehörigen 
m. — 160& Aug. 6. Aug. 19. rfi&rrcr und BürKcrmrister in A. 
aufifClDcdert, belogene DilLten hei Präfung der Kircheürechnun^ 
n eiseuen; Bitu denslbou uui XacJilaas den Ersutzes. — Iblii 
, Kkpbo Ilfinlg bCKfavert sich darüber, dass ihm der Ileiitg von 
r du Tier P«BUagv verweigert wird. 

V. l>ie UofteoknuzbradersduiFt betr. 

i Mai B. Tabdle der Kapitalien der Roeenknuitbrnderscbaft. — 

B, ISi. Ein« Stiftung an die Rosenkraiubruderschaft betr- — 

AoBflCe au& Verzeichoisseu aber Kinoabmea und Ausgaben der 

Ulbnidencfaaft. — 1794 April 12. AuH^nltoian Weisung ftlr die 

BOC der Koseukranxbruder&clitüt — 1606 Aug. 18. Sunimarisclier 

Ober dai Kirchen- oikI StiftuDgBvermttgtui in iL 

^H \ I. Pie St. Kathariucn-Kaplanci betr. 

^Bkn 30- Der Rat der Stadt A. erlaubt dem üt. Kathartnen- 

fllftMliail Htgl ha aaf Wideiruf. ein« ucbcu seinem Kaplaoei- 

Ihgvid« üofetatt einzubegea und ku Dat2en. — 1753 April 9. 

ft HcBMtD, de» Jakob Trippel Witwe, leiht bei d«r St Eatliarioen- 

i SOO fl. — 1766 Nor. 3. Vecxeickuis der St Kaibariniui- Kapelle 

ihrikb auf Martini f^Uigt-n Zio^e. — 1757 Jan. Wl. Eingabe an 

nuut Stockacb, di« Vcrwtngerung des Grundzinses vonseiten den 

ad dea Tibuniut Rimmelc gcgvuUber der ät. Eatliaiineu-Kaplanei. 

April 16, Der ü'>neralvikar von Koosianz Iftaat auf Ansuchen 

,ta zu A. diu St. Katliarinen-Kaplanei für diu nUchstea 

Tkkant. — 1762 Febr. 22. Ausudieu d» Magistrate su A. 

Scaioar n Heenburg, Sebutlan Trippel auf kommende OäMm 

n weilwB- — 1773,^73. Verhandlungen 7.wi!t<:lieti di-m Stadt- 

SB A., dem 0«oeralTikariat Konstanz und dem Oberamte 

tlbn ÜB I'rftsentation des Auib» SchntfT auf doa bcnnficium ad 

tnaam, — 1774 Uez. 19. Dem Viku Fidel Breinlingcr wird das 

IB ad S. Calharinam angebotea; er lehnt ab. — 1774. Unter- 

|U ttiar die Pmseuutiou des Valentin Rainer auf die Eaplanei 

— 1774. Priwtw Dominikus Woblwend meldet sith 

bei der Kspluei ad S. Catbarbam. - 1775. Michael 

r/fcAlt du bamflelnm ad S. Catharinam. — 177«; Dez- 4. Schuld- 

I da JakutDOi Mibber von A. ttber ein tou der St. Katharioen- 

i gffttilwaa Kapital. — 1733 April 2d. Tabelle über die Aktiv- 




msa 



Seeger. 



kapiulifcn der St. KkUtariBen-HraDde su A. — IT03 M*i 11, Nor a.\ 
ViQtokoü üb«r die Meswuig von Rebeo seitens ätn FeldmeBsvn Chriitii 
Dietnch; BeBchverde nbor diese Uewang. 

VIL Die UeOigkrenz- und die Mwienpfrande Mr. 
Hi7 Sept. 9, Konrad rem Redilterg beaitftngt dea DekuiJ 
KiUDmerer und alle MHbrOder dee DekuAts Engeo, Hemrit^i 
die Präbende in hon. S. Vtrg. Mam«, 8. Job. Ilapt. et EriiDg«lti 
aliorum Hanctunun et martjruni xu iiivcGtioren. — 1533 Märe Ifi. 
traft iwisclini Uuis W&gclin und dem Rat xo A. aber die- Wiedei 
der UeiliKkreuzpfriltKle. — Il>3(i Okt. 19. Inveetitun pro c^et 
crucift, Jakob Scbneidor. — 1000 Ock. 1. StiftungHbrief des Belli 
kaplaoa Daniol Woj^lin eu einer Jahrzeit — 1605 AnfC- 23. 
der Stadt A. über &4U il. KtpiUl, vcrxiittlich bii di« TIeiiigknnup 
mi A. — 1016. VenelcluUs Qbcr du Klukommo) der Miitelniaepf 

— 1610 ft AufepichnungeD aber dos Vermögen dei- tleiligkrcarpf 
■^ 16&3B1 Vprxeicbnifl der Kitutahinea und AtugAben *od den 
der Liebfrauenkirche tuid der WAgeUn'Khco Pftiuido. — 1657 X^r. 
Betchrelbang der LeheiugUter der Fnihmesspfründe zd A. — l'üi.'. It- 
baiium der Ijebfrauenpfrüniie. — 1074 f^cpt 35. Bürgermmttjr and Bil 
3Eti A. crlaubeu ab KolLaiorea and LeliooAberrtm der FrObmctuiplrUtidf i 
A. dem Adam Sturm von Beuren an der Aach 100 fl. ins dieser PätD 
au&unoh Dien imd dafür den I«Fienhvf zu vurpfändec — 17i3. Dai.1 
I7fil Juli 7. Jubaim Kuipar Haucti de Wtni-da tetst die KapUnrisB.! 
V. M. und S. rmcia in A. zu »einen Brbeu ein. — 1745 Aug. 2. Srbr 
des GeoenÜTikai? Franz Joief vou Dcuriug au den Uagietrat iu A., ei 
Becess betr. — 1753 Dez. 7. Pfarrer Blosiua Geiger zti A. crlefft n < 
llanuiscben StiTtmLgshapitAl 2.<0 ± , woTon die Hcal«D unter die 
Eaplanc ad B. V. M. und ad S. Catb. bezabli werden loUeD. — 11 
Juli '^0. Georg David l^egtder kauft vom Kaplan Fr. Anton THpi 
d«r Kaplaoei B. V. M. et .S. cruoJe za A. das uir Kaplanm g^hiirtgAJ 

— IT&9 Dez. 3. Obligation von il<>in Qrafeu Josef Ignaz von , 
(WeUbcrg) aber 1660 fl. lur Kaplanc-i 13. V. M. et S. crnus ni A. — 11 
DeiL 9. Quittung des Kaplans Trippcl aber den Emplug von 115:01 
Kaptaoeikapital, nelcbcs er dar Grafiicb t. WeUberg'idtea Herr 
gelielien hatte. — 176fi UüriE II. Sdireiben des Ma^stiats der Sladtj 
an das Ncnenborgische Ober^mt. die Klage der Kaptanei ß. V. AL i 
zwei gen. I-eliensljaue™ *u Hö*tvltcn betr. 17C5 Aug. 12. V« 
des Geueralvikais von KonstauK, dass wegeu Neubau dc^ Kapliineigtl 
die erledigte Kaplnneipfmade eiiuge Zeit TOkanl bleiben soll. — ! 
Okt- 17. Magi-'itral und Uat der Stadt A. «cblogeD für das bttocfieiani 
npdlanlam B. V. iL et S. crucis vor: Johiuui Nepomiik Berliner 
VoUcrfttsbofeu im Allgän and Konrad Uaisa aas Stoekach. — I76ß S4>pt. tf 
Promemoria de^ Ktadttaagistrat« zu A. an das Oberrogteiaait ' 
stein wegen Verluiit von 826 fl. aas der Anldhe decvKaplaiiap: 
ürif Josef (gnaa von IjaDgenst«in- — 1767 April 3. BOrgenDoistGr 
Rat der Stadt A. wenden wh der Ei25d wegen (s. obenj an den B( 
mdstcr Josef Genera zu Engen. ~- 17ß9 Febr. 1& Auszug au« 
Bi»ch6fli<:b Kotutaszer Rattprotokoll de Irnctibua capeltaoiM ncuClt 






ArditTiUen ans Drteu des Amubc^rks Eugen. 



£- 1770 Joni 25. ObÜKtUoP fir Am Liel>fr&u«n- und iJas B«iUgkreaz- 
lUB «Q A. Tdn dum WdiBgerber Midiael Trippel. — 1770SepL9. 
de« KkpUas [ien«dlkt Senn aber 2» 6. 57 kr., auigatellt filr den 
lor Jer Hi-iligkrtfuxpfrflnd*. — 1774 April 13. Fr. Joa. von 
Obvrruft loa Lai^ostUB, schreibt der Slult A. wegen des Ver- 
»oo W5 fi. (s. oben). — IT77 Kelir. 21. Ziiisltrirfflir die Ijebfriuea- 
Ai HflCigkreiuprrftnde von dem F&rbenneuler Andrea» Trippel io A. 
pir 73 fl. Zb«. — 17eo Dei. 1 1. Die Anlüge eines Kapitals van 160(1 fl. 
1 Priratra beu. — I7fll Jan. 13. Die Aoligc eines Kapitals boi d«ta 
von Ei|t«1tiQg«i betr. — 1781 Jua 81. VoUauLcbt des 

for Jakub Antuu Liebliorr, bei der LandschaiUfcaase in 

WO» M. \tttMfs aoderw&rtlger Anlage zu erheben. — 1781 -W. 
erkasdlooicen betr. «in ronderHcüigkreus-rfrnnde ausgeliehenes Kapital. 
' Vm Not. 89. Venwickait Ober Einkdofl« iind Stliuldigkoiten bei der 
tÜi^avat' und Mnttergotteqifruude. — 17Ö-1 OkL 2d Kapitalienaiu- 
rii der Kaplann «d Ü. crucen et £>. V. M. zu A. — 1787 Juni II. 
nldA da* lda«islimte cu A. au das Oberrogtant zu lAngenst«in, die 
bl bMr. (t. (die«,«. — l<ä7 Juli 3k. Uaa i-'iakaUmt l-Yeiburg fr&gian, 
Kttr wvicbem Mttgistrtt in A. die IfiSO II. aji Herrn von WvkLwrg g9> 
iha wordon sbiL — l't^? Juli 81. ächreibpu des Obcrrugidamta 
»agBuUim, dia ti2bü, betr. ts eben). — 17ää Kebr. iS; Aug. 25. Der 
Uflkhcn HttTschafl tu Langenstcin wird das d«r lleiligkn^uzpfrftnde xu 
L jthArife 8tUtUD«8kapitcl xu S25 R. aufgeküadet. Dieses Kapital wird 
Ton lAngenbtein tud doucdi ubcrlaaten. -- 17ä9 M&rt 26. 
ndactimm anniversariorusi dom. Jobannis Caspari Baucb de 
— 17&9 Dex. 16. Der Uogiatnt xu A. staltet dem Oberamt 
Bwfclit ober die EinAumuag des Oben-ogteihaoMa an die lietie< 
J. Testament äta Freilierm Jobanu Kaspar ilaucb de V,"l- 
Abacfar. — 1707— IHK). Die Streitigkeiten zwischen dem KapUn 
■od dm Magiitrat za A. wegen der BciiefiziatnivohnuDg betr. — 
Jaa. as. Schrriben des Oberamtes StockAob, tlas Liiiuidationsproto- 
BOd BocIiCuiicBaiUBfigc der Kirvbenfdbrik, di>r aufgvliobüucn Ko@ea- 
aml <kr lleiligkreuzpfraudc in A. betr. — ISüG Okt 13. 
ta Joccf Burgbard, die Subsistenz des KapUos Seer bei der 
pfruodv betr. — 1W7 Xov. 26. Dto PAutTrervcscr Vincent 
Walilnia bittet den Stadt magtstmt ru A. am Übertraguog 
nd« ad S- cru<-em et II. V. M. 
VIII. KaiLUicbeij 
1738 Not. 1:1; 17J7 Jan. l&. I>äs Obenuct ni Stockach schreibt 
Bmktff TOB Koustans aber den Kirchendau; Antwort darauf. — 
Des. 31. Den neuen Kirdil'au betr. — 1727 Aug. lö. 0er Ober 
der Landgrafsrhaft Xellenburg. schreibt den Stadtrat in A. aber 
IrraaleguiKg anf die Zchstfrttehte der Donpropatei Konataiix. — 17^ 
:ti Ko(. Si. Schreiben, den Kircbbku und den Arrest aaf die Zchnt- 
bctr — 1736—40. Beehatingen übn- den KircbbAo. — 1783. 
Otvtilwi Wtr. — 180G Des. I4. V>>rfikgung de» Oi-eraut« Ifellen- 
'^mt, dir Tsnniibr tu A. bc(r. 

«K. 4. IM. MV K<*. V*. I«, 3 



tOafi 




1 



III. 

Archtralien aus Orten des Amtsbezirks 
Konstanz. *) 

A. Verzeichnet von dem ehemal. Pfleger der bad. histor. Eommünoa 
Pfarrer Joseph Rhomberg in Biethingen. 



1. BieUiingen.') 

Archiv von Tbajrnsen (ehemal. P&rrdorf von B.) 
1438 Juli 29. Thaynger Fcldordnung. PO. — 1497 Juni 28. Du 
Domstift Konstanz besiegelt eine Bniderschaftsatiftung bei der Kirche 
Thayngen. PO. — 1501 Febr. 14. Das Domstift Eonstanz entschodtt, 
dasa das kirchhörige B. mitbaupflichtig sei bei der Kirche zu Thayngo. 
PO. S. — 1518 Nov. 25; 1604 Aug. 9; 1605 Sept. 4. Yertrftge zirischa 
dem Domstüt Konstanz und der Gemeinde TlUTngen Aber Zehnten. FO. 
S. — 1518. Das Domstift Konstanz trifft Bestimmungen über die Zehntoi 
zu Barzheim, B. und Thajmgen. — 1524 Juni 9. Vertrag zwischen da 
Kirchgenossen in B. und Thayngen, die gemeinsame Pfarrei betr. — IfiS 
Okt. 16. Berain über das den Gemeinden B. und Thayngen gemetua» 
Weiden- und Wiesenland. — 1551 Juli 80. Der nellenbui^ische lAndTogt 
Hans Jakob von Landau bestimmt aus Anlass von Streitigkeiten, dw 
der Weg von Thayngen durch die Reben auf Ebringer Bann bis Oott- 
madingen als Landstrasse zu öffnen und zu erhalten sei- — 1576 Uta % 
Kaufbrief über einen Thaynger Wald. — 1576 Juni 7; 1594 April 21. 
Vei^leiche, betr. den Bau eines Zehntkellers in Thayngen seitens da 
Hochstiftes Konstanz. — 1601 Juni 8. Ansprüche der Gemeinde Bied- 
heim auf einen Weg betr. — 1601 Juni 28. Der Petershauser Geridrii- 
Btabhalter erb&lt als Tr&ger der Gemeinde Thayngen daa Hochreateo- 
oder Hühnerholz zu Lehen. — 1608 Mai 12. Das Eloster in St. Eatharini- 
thal giebt einen Brief über den abgelösten Grundzins von einem Biethiii|;er 
Weii^arten. — 1652 Aug. 2. Das Kloster Petershausen verkauft de^G^ 
meinde Thayngen Wiesen und Heuzehnten. — 1654 Aug. 24; 1655 Juli U. 
Bietbinger Bannemeuerungen. — 1697 M&rz. Kriegsbeiträge schweiieriacher 
Ausmärker betr. — 1750 Juni 19. Die Gemeinde B. verkaaft an Tliayngea 
das Gsangholz- — 1784 Aug. 23. Freiherr Thaddä von Homslein ver- 
kauft dem Domkapitel Konstanz zwei Waldstücke. 

2. Friedingen. 
Gemeinde. 

1758. Gemeindesteuerhuch. 



') Vgl. Mitt. No. 3, 97 ff.; 5, 219 ff. und 15, 67ff. — ») GemeiaA- 
und (kathol.) F&rrei s. Mitt. No. 3, 97. 



AtvhiTftlicD «tu OrUi) des Amubeziriu Koiutaiu. 



)3& 



3. Randegg. *) 

k. 6«melade Sirbaeb (Nirbeugemarlnuig TOn K.). 
Mü 3tt. VvrtTftg r.wü(dieii ilvr U«iiieiii<]e U- oml der UauenEnne 
über Wjuuoruiig. — 1611 Apr. 6. Vertrag zwWhen Mar- 
(UM) Hof Kftltenhfu-h ober Trieb und Trau. — I76i. Gemeinde- 



V. Im Priratlwiltt df« lierm Mmw Eur Krone in KudexK- 

Aig. !• Junker Kaspar Bi>tien>>iT2, StttdtnminiiD. und Alexander 
SududiFuber in RaJul^i;U, gvbvu di'u UDimtlifte eine Ver- 
fiur die dem Ufttbiaa UuDgiss Überwiesene Dompfründc. 

4. Wangen. 
k. Gemeinde. 
Urbar. 

B. (lathol.) Pfarrei. 
1 Hän 2. Kaufbrief ub«r deii blo^tiboll- PO. — 144» Juni 23. 
ilthsdu xa äiein Riebt dnen Schuldbrief fiu' die KlrL-be zu W. 
F«br. 23. ITlncb Fiig^cr, Herr ku Kirchbürg, Murbach, W. und 
am atellt «be Sdiu)dTenKJir»bun({ für di« Kirch« eu W. ans. 
Okt 17. Die nobeub«ri!«cben Vü^t« Bans Bnin der Alt. uad 
:. ^ailtiereo fOr Jörg Schottyn und Marty Huser. — ICSI Febr. Id; 
Apr. I7i JäS4 Apr. 19 Uaiurich »on KrciizlingCD (Crutzliöften), 
M lUdoIfiell, gicbt dfr Ocmuiiwltf W. Quittungen. — 1538 Dra. 23 
L'h llnupis Ton Zalluniperg, seasliafl zu Katienhom, (luitüvrt 
inueiiule Vf. — 1669 Juui 20. Landgertcbilich«« Urteil we|[eu 
— ISea-lfiS-i. Zimbach. — I66t{ Jan. 2. ManuuiiMiooGbrief. 
— 1604 Jan. Ifi Baaiboven. Brief Fnggcr« vegen Abgab« der 
Pftp-0. — Iti. Jhdt. Brief der afineiiide W. an Antoii 
Alt-, Preiherm zu Kirchberg. — 162d Jan. 3. Die Gemeinde 
noe Scbuldrenicbrcibiing far l'ufrosine vvu Llui auf Krbach 
VariMcb. — }*0. S. — 162S Jan. 25. ZiusTerscbreibung. VG. — 
;Jaa. IJO. Ubtigatiou. — 16&3 Not 17. Obergsbebrief des Amtmanu 
propetei xu Radotfiiell. — 1763 Nor. 24. Brunneuorduuug. — 
Apt. 0-, 175{f Okl. IS. SflmldenabzAhlanKcn der Gemeinde W. nach 
ittr. — 17»9 Sept. t Johunij rou I.ier, Gewillhaber tlet Herr- 
, pebt dem KirvLenpflcgcr eilte Quittung. 




Vau 




^30 Winteren 

2. Bohringen. 

1680. 1708. Akten, die Mohle in B. betr. — 1704 ff. GemeindaKch- 
nnngen. ~~ 1727 — 89. Rechnungen über den F&rrhansbaa. — 1778. Akta^ 
die Frondieiute an die Stadt Radol&ell betr. — 1780. Aktei^ den S(M- 
bausbaa betr. — 1605. Akten, das Tiehtriebrecbt betr. — 0. J. Orti- 
Chronik. 

3. Bohlingen. 
i. BflmelBde.*) 

1469. StiftnngBarkonde der Kaplanei B. Abschr. — 1626. SdtnU- 
brief der Oeraeinde B. an den Schultheiss Georg Schmidt zn Stein ib 
Hhein über 500 fl- — 0. J. Wittumsrodel. 

B. (Katbol.) Pfarrei.") 

1610. Wittumsrodel, Holzbezng, OebOhreosettel u. a. — 1516. ScbtiU- 
brief des Michel Konrad von Bamsen und des Stephan Resch zu HQiiiigB 
gegen den K&mmerer des Kapitels Stein über 10 fl. F. — 1524 A^. 86i 
Gflldbrief der Gemeinde B. gegen Hans von Beischach über 7 fl. F. - 
1592. Zebntrodel des Heiligen zu B. — 1596. Urkunde, betr. daa WA- 
tum in ÜberUngen am Ried. Pap. — 1603. Terzeichnia der d«n U. 
Kreuz in Überlingen am Ried gehörigen Güter. Pap. — 1631. Hiait 
und Zinsrodel der Pfarrkirche zu B. — 1623. Haapt- and Zinsrodd du 
Siechenhauses zu B. — 1647. Heiligenrechnung. — 1652. Bmdendufii- 
buch. — 1669. Zehntrodel für die Martinskapelle zu B. — 1677. Bach 
der Bruderschaft S. Sebastiani. — 1682 — 1719. Kircheoreduuingm. — 
1665. 98. Obligation für die Martinskapelle zu B. — 1741. Kauf- nai 
Übergabebrief, die Wittumsgüter zu Überlingen am Ried betr. — 1748 
März 29 Meeraburg. Lehenbrief des Bischöfe Anton Kasimir von KonsUn 
für Joseph Engelmann in Überlingen am Ried. — 1767 Mai 28. Lehet 
brief des Bischöfe O^^dinal Franz Konrad von Rodt) f&r Jakob Joi n 
Überlingen am Ried. — 1792. Au&eichnungen über die Pfekrrei B. 

4. Rielasingen. 

k. Gemeinde. 
0. J. Plan der Gemeinde und der Gemarkung R. 

B. (Katbol.) Pfarrei. 
1646. 1784. Beschreibungen der Kaplaneipfründe. — 1665 ff. Kirchen- 
bücher. (Die seit 1806 bestehende Pferrci R. gehörte vorher zur HÄlile 
nach Ramsen, zur Hälfte nach Singen.) — 1604. Anniversarbuch. 

5. Schienen. 
(Kathol.) Pfarrei. 

1591 ff. Kirchenbücher. — 1702. Akten, die Skapulierbruderschaft 
betr. — 1702. Bruderschaftsbuch. — 1710. 32, 33. 52. Äblassbriefe für 
die Wallfahrt. 



11 



') Das Gemeindearchiv ist im Rathauae untergebracht. — >) Das 
Archiv der Gemeinde B. befindet sich im RathauasaaL — ') Daa Archiv 
der Pfarrei befindet sich im Piarrbause. 



AirfatnBeD ans On«B des AmUbejurks KoneUuu. 



«37 



6. Ueberlingen am Ried. 

A. Gemeinde. 'j 
> <T)l Plia der Oetnebde ond Gemarining D. — 1787 ff. Gemeindr- 

S. (latftol.) Pftml.*) 
iU 14. Weibbbcböf JohAniifa von Kooatans WMht sw«i AI- 
Kirche <u V. I'O S. — 1466 JulJ 4. IlaDS HopUr von Siogeo 
VW Hm und Konrad Hitdebrand Ton Rlndntior deren Hof au 
S. — 1466 Nov. 20. Han« TuUUkoo vtirkauft Hans Gutt 10 
FeUl PO. & — H«7 M&R 6. Albrecht vod Heudorf und a«Mn 
Phi Drael verkaaCBn Hans Qutt Ihren Hof zu B&brio^en. I'O, — U7S 
Ihr. k Sigmiiiul Fairer ku Railol&ell verkauft «einein Bntder Hans 
U Jwtert F«ld. FO. S. — 147-1 Jaii. :^1. Ueiuricli und Eberhard vod 
HlJMiHhgifu b«ai(eii den Brüdern )i«l und Ilanä Steffenöwer au Stein, 
■b Ihre Güter su ü. an den Heiligen verkawft hal)en. PO. — 1474 
Ift- Ihoa usd Itel Slefl^Over zu Stein rcrkaufen ihre Oatar In 0. 
y PO. S. — 1476 OIrt. 81. Der Schultheiss Ileinrkh Barlblene 
beteogt, daaa Jahob Flrber xa Ü. ein Out xn SteiaaüDgen er. 
tähm. PO. S. - 147« Febr. 30. Zin&venchreilniag dea Hutt 
M Boriabof aa den neiligenp«^^ in Ü Vi). S. — 1476 Mai 19. 
BfcltailttBi Steihii Seekler zu RadoI&eU bezeugt, ilam Hans ICurer, 
6Mi, TOD BadolheD. au Ilans ümliai-h von Angsburg, wohnhaft su 
10 Jachert Feld rerkaufl hal»e. I'O. 8. — 1476 Dez. 12. Der 
U l Mmp taiT an 0. leiht Küuli WiKin&mi 10 S Pfg. FO. S. - 1478 
hK I. VbiA StOcIcti von Böhrlogeo erhftlt von Hans tlmbacb Ton Augs- 
t«f dMMB Bo( an ^Öhringen zu Leben. — 14?» Mai 10. Haiu rinbach 
V* Aapbufs beroUrnäditigt Han Brhart von Konstanz (s o.). I'ap-O. 
Joni 27. Abt Johaan tw Retchenau beliAlt sieh die Rechte 
Böhriagen vor, den Haiia Umbach von Angsbnrg an Ulrtdi 
B«hni«cD verlieheu hat (a. o.). I'O. S. — 14S1 Febr. 18. 
0. bittet Bbrhof Otto Toa EonstaiB nm einen dgenen 
■ÜAet eine PfrOnd« fOr ileascllten, Miüt »ich aber den Pfarr- 
PO. — 1461 MAn3. Der (ieneialnkar des liiücliofs Otto von 
b mU tifl die Sitflnnp der K aplan pipfriinde seitena der Oemeinde 
— 1466 Nov. 16. Der Mdllor Hans RchABi von Ü. Btiftet der 
Kaplanei eioeo Acker zu einer evrigen Scelemnesse. PO. S. ^ 
11. Jakob Heren (?} za Bahllngen bestätigt den Kauf eines 
Atr die Kaptanei in 0. PO. S. — 1490 Juni 29. Die Oe- 
'■ tbeiviebt der KapUnei die Urkonden ftbcr die Stiftung von 
PO- S. — 1197 Jan. 17. Schaldverscliirilmiig dea Konrad 
von SäBgen an di« Heiligenplk^r von 0. PÜ. — \Wl Mirx 18. 
SUckB von Btihriniren erhält den Hof der CaplaneipfrAnde von 
in BähriDRci) xa Lehen. I'O. S. — 1501 Xov. 34. SchuIdversrJirei- 
^ dea IlurUiard Widmer von Wurbliniiea an die HWligenpflege C. 
^. S. — IftOB Okt. 9. Heinricli ^VülmiT verkauft seiucii Hof in D. an 

't Ite 0«B«indavcMv bdadet lich auf dem Raüiaui. - >j Du 
^Klkn der PCinvi be&it<-t akh im Pfarrhanse. 




JU^nliea ans Octaa da Amtebeüriw Konsiuc 



i39 



BciSffDpflecn über die Tontebenle JohrtadrsUftung aus demulben Jalire). 
I60A. ZiBBTcnchreibiiiif des AdüHes ton Dankertewrilfr nher 800 ft. 
KifitaL — 1610. TcsUBBHt ies Acbilles von DankerUweilttr (h. o ). (Daxu 
liae Bairfcnadunii der ia diCMm Testamoit erwälwtea JahrULgwtiftiuig 
■■ AiB Jtkn 1813.} — \Ü2S. Annivonarliurli (mit einer beeonik'rn AIk 
tähiV ^ adcU««! Jtüirtm«.) — 17(M ff. Urbar der Pfarrei W. — 1718. 
J«iknagMiftiiiig dcH Freiberm voo LiebenfelB. |,D«2U eine BesUtigun( 
tetirt StifttuK tlardi die biMhöä. lUukBiuld zu Konstoiut.) — 1763. 
Jlbtapitiftniii; der Jo^pba Walburg von Liebenfels — 1775 fr. Proto- 
Wlkod der Pfarrei W. — 1779. Jalirlafastiftung der Joeepba Maria 
fw UdtcnfeU. — 1779. Vertausch toq Kapitalien des Kirchfofonds zwj- 
»Am BgbUageD nnd W. — 17^. Lieti Verkauf etaea RebMikkes Iwlr. 
,-~ 17M. Den Tauscb rinea Acken betr. 



C. Tn7ci«-Imrt von d«n Pfleger der bad. biMor. KommiMioB, 
Vrot *. I>. Fr. EiBüiein iii KoDütuiz. 



1. Bankholzen. 
i. &en«lDde- 

UW Ftbr. 10. Lebetirevon d«« Ham Merk gegen d^s Ileiligi^Geitt- 
.«B Eomtaiuc aber einen Uftf m Ü. P. (Dazu eine Ab&cbrift) — 
|iL 11. Ltfaeaivren des UeiDe Merk gegen das Heilige -Geist- 
K iriwl'T" aber täaem aftber beieichneten Hof zn B. PO, (s. a.) 
iwü 9- Lehramera dea Martin Schmid gegen daa gen. Spital 
Aber den Hof lu It. PO. (>. o.) — 1550 Apr. 33. Leben- 
lti«i 4m jAfg Hermann und des Mtcbel Schmidt gegen du gen- Spital 
ttv 4efl Hof Dl ß. (s o.) — 1^74 Xor. 12. Bastion Brprhl aus dL>r 
B4ri ftcUt den Ueilisen^Geist-Spital zu Konstanz emen Iiebenrerers siu. 
tO- S. — 1&60 Apr. 1. Lehenrerers des Benedikt P^fTer von Böblingen 
arf dn Leonhard Keller ron 1)., der Vögte dn Hans BUnxerbabi und 
■tat* O w di w is ter. getreu dae gen. Spiuii über den Hof zu B. (s. o.| — 
HS» Min Ift. Lebenrereni dn Jakob Boll und des Konrad Ilrecbt gegen 
SpHal OlWr den Hof zu U. Pap. (s. o.) 

B. (KathDl) Pfamt. 
tC Kircbfobtlcber der Kaplanei li. (die Pftire! B. wurde erst 

2. Gaienhofen. 

GBmelnde. 
llL JUl «od 1821. Zvd Fliirkirttn der Rencind« G. 

3. Hom. 

I. GemelBda. 
V- Ihit. Flarkarte (mappii Keographica), 




— uast, niihirtiiiiii — irri (V] 

firi^afa. — rTTSC ZiHbM 
I1BBC J AiU g tJ w A — O J. : 

die SMiuM ^r nniiiiArt IM a, «i Ti 

M 0m». Mt (IiMtiM^iic lor StHknr Amt Te 

KMmI H«terkli (rf>D lUwta) nm KemaXMax ve« Mtn 14S7. «t k-f 

iwwefyag dtr ffru4«nclwri wui dem Jsbtv 1615 

4. Moos. 

Gemeinte 

ItW Du. 9R. Hrliiilihchck Uttcr 60 fl., wdche der FVckn M. mit' 
Onnliniftini dm liUoliäl) Vofttes MoriU von Brdtenlude&berg roaGil.| 
In« IltihitiHilit Lii IInc[«lf/oll »ufgenotiitnen batt«. — 1687 Okt- as. Qi^j 
lim« (li*r N|ilt«liill(^f{(''' '■) H&i]n]fzeU ober die Abz&hhiBg ^am öA fl 
<*, II.) l'll H — KUH Jiitii 22. ViMirag zwischen dea Gcnseiadei) Buk- 
lidlinit iiiiil M. iiti"! Tri<ib iiiiij Tntt. (I>a6 Ymlmidinwlii dieMT 
buuile tiMilioliiijft dor ätabholter in Moos in einer Uitanle mm St, ] 
lOUO.) 

6. Oehningen.*) 

<Kkthol.) Pfarret. 
I. Srhnldacheine. 
tlnv Ukm Vi^ knufl ^on MAftdAlcsib Müllü'r in Stiegea daeo: 
VO, H — llhtl' 1^ Sttt'liiatvr, ilit< l>reier und dio üemetode 0. 
kmifrii tli>r S<th*>lUMt(rudvnvb*A in Ü »inen J^lirciutiiis. PO. S. — ISUX 
AitfttH K«llvr «11 a iixvtattft MKlud Kerber daaelbsi eilten Jahreadot- 
m 1. - l«lML MWkMt Wffillw m IQithbfifB (Kildibtirg), Bürget m 
U , MVl Mull Kmi««Uk m U 100 a PO. S. - Ifiäd. Geoii! Bodttf 
w« hvkI au ^Mmmb (SolnM«i> vtcfcMft Mtob Hund van Litudeitadi, 
4m ktocMfl. Su Mi Vofi m BiMtatM. eteaa JabiWEiu. PO. S. - ; 
im. AMM DMck a a iMfcMft ^M Ruf duelb« oinea JahnHi» 
PO. 8. — 11B1- OaMta 4« SdMMMfc«4e d» Anton Dosch (s. o.) u 




n Siift«ag»K 
IKl. Tfffaaeat der Bkrten W«fiir. 

M a JkMMi «tan MüKT K< 

Wik BhuNn riff» ailil 4n- 

Mri QutM. r. - 1^W. Ov SttMAhir, « 

VniulM' Nmf 9IB>N vva i^B UMMaM 
■dtkA akfMntM mm tmim Jaktttfr Ar fc 
F. - 17»s Dir Obmk M^m tum« ta 
tclwa^wfliliiaiiiili li lill lt. P. 

X)U. N»- S. Id« t. 




P. — 1617. Frau BiUril 
der SebastiaDsbnidencbift 
P. — 1^6. Hia- 
1 B*U9 nehat Uof 
• Stvier und die Getnwlf 
A. Daikkni om 16 H. Ziot 
r ka da» SebastiA^st)ro(l(^ 
Ant und fiiMhr. 
rüe Ehefrau ver- 



■ Arcl 



Atxhivmlieu aus Orten des Ataubturka Stodculi. 



m4l 



nX- Bischon. BestHiicDDgen und EnlscheiduosiüL- 

1631. Biiebof Jtkob (Fugger) von KonitAiut besUtigt die ^^«butitna- 

■dffichaft- P. — 1<M. Pit«r Rotteobächler, Prior und Provinzbl des 

ha%u«nless. bcsuujgt die RoecukmisbruaenchaA. P. — 1759. Bbchnf 

|Bd Kwdiiutl de Bodt c^Aan rin« VwordouDg wefren des EUstler^h«!! 

Pap. 

IT. Abltsse. 
1770; 68. Ablfl«e der Pipct« Ciemeas XIV. und Pitu Tl. 

V, Zinsltflchrr. 
0. J. Der Sebsstiansbrndencliaft xu O. jihrltcheg Einkommen m 
I- und Bodenänsen. P. 

Tl. Kirchcnbacber. 
1611 ff, KirritenbUcber. 

Notiz. 

INe GenehideQ GandhoUen, Hausen an der Aach, Hemme ab oren. la- 
^ Sddenen nnd Weiler, sowie die (kathol.) Pfarreiea Arien, Bohrin- 
Frtedingeo und Hemmenhofen besiuen k^ine Air-hi*aliea. 



IV. 

ArcliiTnlieii ans Orten (les Amtsbezirks 
I Stockach *), 

laBkhnet von dem ehemal. Pfleger der bad. histor. Kommiatioa 
^^^L P&rrer K&rl äecger ia Kaitbaalach. 

^^^^^ U Bodman. 

V A. Gemeinde. 

15I&. 9S. 1T27. 57. B4. ürbarien. — 1762 Mai 23. Schreiben des 
KiHinib Ton Rodt. Bischof von Konstanz, den Frühfr^tag betr. 

6. (Kathol.) Pfarr«). 

1612 ff. Kirchenbuch«. — IW8. 80. Zinaverechrcihnngen der Si. 

r»-K»pl»neipfrßnde. — 1665 u. 1704. Den driH*n ttrden betr. — 
Waebs. und Wrinjänwliurh. — 166S. Alilaasbrief von Clemen» K. 
— m4u Cooienaua ordinarii imtilucndi confralcmitat^m S. Rösarll. — 
Ittl. Teimabrief des Michael Knecht. — 1692. Errichlunff der Ülberg- 
taglwai. — 1698. Ablassbrief TOn lonoctmz XII. für Mit^li«der der Bru* 
talätaft SÜ. SebMtjaü. — 0. J. Zinaregiater. 



Tgl. Hia 15, j'ff. 




] 



m42 Öeeger. 

C. Hsrrschtft Bodnun. 

1234. 1336; 48; 80. 1426; 43. Eaaf-, Tauscli- und Umscbreibiuigs- 
urkaaden. PO. S. — 1345 Apr. 16 Avignon. Gemena VI. Bulla sup« 
applicatione eccleeiae paroch. in B. PO. S. — 1512. Urkunde, die Über- 
lassong der Ernennung eines Pfarrrikars zu B, Tonseiten des Biscbofi 
betr. PO. S. 

2. Eigeltingen. 
i. Gemeinde. 
1590 {?). Extractua über Schlosa und Dorf E. im Hegau von Hans 
Werner von Raitenau zu Langenstein. ~ 1619. Die Herren v. Raitenu 
xa Langenstein atiften vier Quatembermessen. — 1629 ff. Erneaernng im 
Bannes von E. — 1670—80. 1753 ff. Gemeinderechnongen. — 1686 Jaa 13. 
Vergleich zwischen der Herrschaft Langenstein und den Gemeinden £, 
Orsingen und Volkertshausen, betr. die Fuhr- und Handfronen ma 
SchloBB Langenstein. — 1690. Interrogatoria der Beicbsritterschafl in 
Hegau über die „Ritter-Orte". — 1691 u. 1743. „Steuerfiiaa" der Reidu- 
ritterschaft im Hegau und Madach. — 1743 Aug. 18. Beschreibung der 
„Völler" durch den Vogt Joseph Mayr. — 1743. lAger- and Grundboch 
von E — 1758. ürbarium über E. 

B. (Kathol.) Ffarret. 

1418. Stiftung der Kaplanei Nenziugen. Abschr. — 0- J. EinkonuneB 
der Kaplanei Nenzingen. — 1466 Okt 28. Extractus incorporationia et 
unionis parochiae EigeltingeDBia cum monasterio Augiae majoris. — 14BI 
Aug 4. Vertrag zw. dem Pfarrer zu E und der Gemeinde Xeniingoi, 
den Gottesdienst betr. Abschr. — 1517, 61. 1670. Urbarien der P&rreiB. 

— 1564. Das von dem Junker Pangratz von Stoffeln in der Kirche sn £■ 
gehaute Gewölbe betr. — 1565. Erneuerung der den Heiligen zu E. ftl- 
ligen Zinsen. — 1566. Urbar des hl. Mauritius. — 1650 ff. Kirchenbücher. 

— 1653. Rosenkranzbruderschaftsbuch. — 1654 Sept. 7. Sententia inter- 
locntoria in causa sequestrationis decimarum Eigeltingensium contra Ka>- 
zingen. — 1655 Juni 17. Cession einer Schuld des Hans und Simon Martin 
von E. zur Stuben'schen Stiftung. — 1665 Aug. 22. Laurentius WieÄ, 
vicariuB chori und custos metropolitanae ecclesiae SalisbnrgensiB, stiftet 
der Pfarrkirche zu E. eine Monstranz. — 1657 März 26. Sibilla von Stu- 
ben, Hans Aadreas ond Johannes von Stuben stiften einen Jahrtag nir 
Heiligenfebrik E. (Dazu eine notarielle Bestätigung dieser Stiftung.) - 
0. J. Verzeichnis der Mitglieder der Familie v. Stuben. — 1658 Juli 5. 
Stiftung eines Jahrtages. — 1659. Laurentius Wiest scheukt dem Gottes- 
haus zu E. 400 fl. Abschrift der Schenknngsurkande. (Dazu verBchiedeoe 
Schreiben.) — 1669. 1726. Die Einkünfte der P&rrei betr. — 1670 Sept. 3. 
Piarrvikar Joh. Ulr. Trippel schreibt dem Bischof Franz Johann zu Kos- 
stanz wegen des Pfarrhofra zu E. — 1670 Nov. 29 Reicbenau. SchreibeD 
des bischöfl. Eonstanz'schen Obersmtes au die gräfi. Raithenau'sche 01>t^ 
vogtei, den Fftrrhof zu E. betr. — 1671 M&rz 5. Den Bau des Pfin- 
hofes betr. — 1671 Sept 22. Kaufkontrakt über das Bach'sche HaiA 
das zu einem F&rrhof hergerichtet werden soll. — 1672 Jan. 10. Tt^ 
morial für Lorentz Dietrich auf der lieichenau, den Kanfschillingsres* 





Arcbiralivn kus Orten des AtnUl>eztrkH Stockult. ||,43 

den Pfurhof in R. betr. — 1673 Min: 1(> Att^statioB i)c9 Ober- 

ngtM Joliuiu Zimmcruaon xu Ijiugmiilein, das l'fikrrlisuH in E h*>tr. — 

W3 MAn 17. ^cilreibeIl ans dtr Uetchrnau aa den Ileiliireniifleiirer za 

^ie Raiifikation defi ETentn&HfaiifhricfH beer, — it;9l Sept. 12. Me- 

det KapJuu LeonhArd Mej:«« in Nenxiite«!] »n den OfÜsiaJ ia 

den KlemzphnLen in Nenzingen helr — 16dl Sept 35. Kinnn 

Zehnten in Nenxing^n hHr. — IfiDl Ükl. 2. Vorladung ics 

plans Megea in Nenzioyen ror dat Offlici»Ut Kongtenit. — IftWS Graf 

GoidoMd za Webberg vcrknaft das atlc ITarrliaiis siti K. iler ilortigc-n 

G«i«tind* and Kirchenpftenc zn einem SohulljÄiis. — 1711 Apr. ^9. Vcr- 

^hch rvischen der Ifarrei E. tind Andreas Maiiliin ober da» der Cfiirrfi 

mljcfajilUDe Girtlein. — 1711 Aug. 6. Aoazug aus dem Sevlbuch dea 

UMMnititu m K, Stiftungen nnd Jabrtag« betr. — 1717— I7&ä. An- 

Kkafcng der Kirchenftlocken betr. — 1721 Dex. 12. Den Ora»»- und 

nti&zelint^n xu Bnuneoberg betr. — 1721—29. Bexugn'^ter der Pfarrei 

E. — 17*1 Sept I». St-hreihen äor Begiemng in Innshnick an den Bi- 

ickif toa Konslaiu. das KapljUi«ibpne&i:itiTn ta \eiiu»|{en betr. — 173Ü 

üo«. H. Aoszog ans dem Protokoll de» geisil lUteb, die oblii^tidnes dos 

fhiim TOD K. in dex Filiallcirchn nn Xenzingen betr. — 1780 Nov. IC. 

Sdueibeo de« Pfcrrera N. in K, an Fr. Ant. Hielmh, de« Novaliehnten 

ia P&nrei E. betr. — 17S1 Juli 4. Leopold Jotef Maria lluoter. 

Dr. tbeoL Kiptan in Xenzinfiien, srhreiht dem Otieramt Nellenbiirg nber 

[_ft Errichtung einer Pfarrei zn Nenringen. — I73i No», 16. Kmeueriing 

^kl Zehnten zn Nenzingen- — 1743 Ang. IG RadoIttL-ll. Scbreiheu der 

Spulet der KeJrlianlterBf^haft iu Hegau, die Kirchen-, I>farr>. Mesner. 

mti ScbuIgAter zvt E. betr. — 1717. Den Jahrtag fttr llana Kestle xn K. 

^tr. — n-l.'^. Zimbnch der Pftrrei E. — 17W; S!. Decrtjta epU*!. Conat 

■ caosa rq^arandanini ncdiutn parocbialium in K. — I7W. Infitrnkiion 

Orden P&rrer in E. — 1750; mt; 9B. PfarrhauK- und KiTchenlwiihkten. 

— ITSft — «6; 1748; 78. AnniTcrearia relebrandii in jianR-faiiJi etilveia E. 

— 0. J. SecJbnch der l'üirrL'i K. — 1 763 Sept. 24. Estrmctus actorum 
|ltKhi«lium Eigeltensinm, Domberg betr., wegen der Ifarrgcrechtigkeit 
tod der jftkri. 10 0. — \76&. Eine RuralesttTtung eu E. betr. — 1769. 
BrOigeiq^terbeschrieb. — I7r>.>S Mfirz 1(> Srhreiben de« Pfarrvllcars Forner 
bE. ao den Patroa der Phrrei, die Pfarrgrbliid« betr — ITi}^ Dez. 17. 
KeScUleblmig (Ilt Streitigkeiten zwixcheu der Hciljg^npflegt^rliäft E. und 
ivGeBeinde E. üher ein von lettteiwr aufgenommene» Kflpilal betr. -- 
17»; 96; 67, Die 10 fl. betr., wclrbe die Pfnrrfi E, aov dem Reich»- 
(Dtlcahana Salem statt der flir gebührenden Kleinxelmten erbalten bat, 

— i;e7 Febr. 17. Fr. XftTCr AngUBtin l'feifl'er, Kurat in Neoringen. «teilt 
OMta Kerera aiia Ober den von dem Plärrer xu K. aiiagemititeu Kb'iu- 
Mkoten. — 1769 Mai 15. Bencdictio ecclesiac i. c. crucis ccclesiac durch 
du Pfiurer Fraiut Xaver Förster in E. — 1770 Mai Ifl. Supplik der 
BtcienpHeg^cbarc K au deu (.trafen J««eph von WeHberg um Nacbia»» 
äei auf dem Ktrcbptatz ruhenden f^rundsinses. — I70fi Juli 14. Hiachof 
Kufniliand« (.'bristophoma von KonHtanx bewilligt die Mittel xor He- 
MBntion des oberen Teile« des Turmes und zur KmeaeruiiK de« Darbe» 
d« Eirche in E. — 1807 Febr. 7. Fasaion der rfarrei K durch die 



] 



taii 



Scoger. 



EmucI«! Langcnstein. — 0. 3, SpeuBIcation il«r atitder Scbuemochtf'Kl 
BcliBiuuog ilelieodca Schuldeo- - 0. i. SpezUUcttion Ober die 
de« M«aers in E. — 0. J. Die R^uienmit ilca f&iTfaofea xu E. 

— 0. J. JahrtAgisUftuaig. — 0. J. Akten, betr. die I'utontion ia Xl 

3. Espasingen. 

L Gemelad«. 

1704 ff. BesgliltingHverbiltDJsse des Lebrcrs betr. — ITltö Apr. I&] 
Sclireiben des Spitalamta Koustans, Zimauchlssa an die GemeiwVea Ba4^ 
man, K. aod Wahln-ies betr. — 1762 ff. Ausbrach rou Scuclien betr. 
1774 Okt 24. rnterhaltong der G«meindebniiinen betr. — 177J. Top 
ecLriften bezUt^I. der WeinlvHV. — 17S2ff. Bestinuuungen über Viehvtii)&J 

— 1799 Apr. ]. ScbuldacheLa der Gemeinde über lOOO 6., «Dpfitogei 
Anutatda Hotia in SteiuliogeD. — l.SOO Not. II. Aiuucug »m d«an 
dnger Abrechnnngabucb. — 1800. AbrecJmang zwisciien Huu 36rg 
Ton K. nod der Gemeinde E. — 181)1 Nnv. 16. ExelratioDaandrohaBg 
Bi-iten der K. E. Knuzlei im Uegtiu gegen die nocb im Rückst«nde 
tendptt IMttergtineinden. — ISOl. AoÜDftlime Fremder in die Get 
ond ^^'cgzug üL-r OetDeiadakogehörigen betr. — mn ff. Votbt&udig» 
reciuniiK mit jedem Bärgor. — 1802 De*. 30. SLftning de« Oottetdiec 
betr. — 1^02 ff. Anstellung der Markensetxcr betr. — 1608 Jui. 13. 
tuDg des Fabril(pfl4->gcrs Uox in Konstans Aber 150 fl — O. }. Urk 

— 0. J. Amsgabvbnch. — 0. J. Die Terlqping der 8000 fl. Haoptgut, 
B&n den Erben des SchulthciaBen Jfiig Mux zu Kousun« eii abb 
Khuldig Ut 

B. (KatbDl.) Prur«l. 
1402 Ittendorf. Kaufbrief bbor den Qross - und Eleiuzehnten zu 
Abachr. — U95. Stiftungsbrief der Kaplanei l-I. Abseilt. (Das 
dieser Urkunde lefiudet sich iin Archiv des Obentiflangsrab.) — 119 
Pfarrbob; betr. Ab»clir. — l4dS> IHe Verpdicktangeo de« FrOhmauen 
E. gegon die Ifarrhirclie ru Bodman betr. Abscbr. — 149fi u. 171 
Liefei-ung tob liola und Heu an die f&rrei K. vouseiten der li* 
betr. Abitchr. — 1&28 Das VerlialtnU dei> KaplauH in E. znm 
Bodman; die Verpffichtuitgen und das Einkommen des Kaplani 
A.b«chr. — 1G13 Vex. IR M Conradus MurBini, Pfarrer in Sippll 
decanus cap Stockach schreibt dem GencralTiknr von Koiutane aber 
Emetierung der Kirche ond des Kirchhofs in E — lßl9 Okt. 25. L"rl*hu 
S. Nicvlai. patrooi in £. — I6&7 ff. Kirchenbilcher. — 11160. ätif 
brief der Pfiurei. (Dasu die BeatAti^ngsurkunde des Biachoft 
bann von Konstanz ans dem Jahre 1664.) — 1600. Abgabe dMl 
Kelcbei g«<gpn Reven von Fraaeuberg (wl) an die Kirche xu E- — 0.i 
Pbrrbnch, enthaltend 1) dio Süftungsnrlnuule derPfiurdE. mit dem 
tum: ,lU4iO Sept. 13"; 3) ein«o Anaug ans den TMtanant dos Fi 
Jobann Josepli von Bodman Honen betr., die tu dem PfrOa^ 
gestifbei Rind mit dorn Datum : „1730 Dez. 1". - 16U9 ff- Ami^ 
P.— I(j97. Kirchengut betr. — 1CÖ7. Redinoogen der Handwerker, wrfe 
u der Kirch« su E. genrbeit«! haben. — lOSdff. Kirchtabauaklen. 



ArAInllcn u» Onen das Amtsbezirln Stockacfa. 



m45 



'. 36. AbiocIiDinig mit dem Sdirdnenndster Jobaones Walter 
te AlUre. Abachr. — 1710 Apr. 1. Vertrag mit MoiHlcr Jo- 
bell ahti Mal«r- und F«s«arbeit in der Kirche zu E. — 1717 
! Stratlgk«i(«o zviacheo dem Spital n Oberlineeii und der 0«- 
E. Ober einen Weinzcliulon lutr. — 172a Früchte uciil Wein 
1738C 0«blln.'cliaan£es. -• 17SU Des. 1. Ausiug aiu dem T<^ta- 
I Frdbfimi Johann Joseph von Bo<itDan, Jafarta^ttftungeu zur 
•ünde hl E. betr. — 1731. Annotationca ad infonnandiim bene- 
ia E. , a parocho-corato Manz. — 1735 Sept. 3 Clemen» Xn. 
du altarfl priTÜe^tam fdr einen vom Oriliuariat zu büzeichneu- 
'. — 1786 Febr. 7. Clcmeßa XII beTiIligt einen Ablass auf das 
- 1T4I Dm Einkommen der Ffarrei K. betr. — 1744 So», 9. 
XIV. 1>e»illigt einen Ablaaa nur du NikolaifcEl — 1744 Not. 16. 
bewillig ein alurt- pritilegitttiim ftlr den Muttcrgottesaltar. — 
:. M- Benedikt XIV. genehai^t die SchutzenRelbniderBcbaft -~ 
u 14. Dervelbc ^ebi der fen. Brtidenr.h»fl das nltare privilogta- 
174^ Umdenchafltibacb der Scliutxenj;;^n>ru>Iendiaft. — 174U. 
\gtrit* betr. — 1756 Nov 23. Teelinonitim aitaris noviter erecti 
parochiali E — 1767. KirchendieiLsle betr. — 17G1 ff. Freiidcn- 
««fcierlicWieiieu betr. — I7G3— 1739. Krieps«hen betr. — I7r>ö. 
— 1769 AuK- 14 Radoltell- Die KaUtstrierani; Av» Ttinr- 
tea in E. betr. — 17Ad Aug. 2ii. Spcüifikalion der dem 
I, Acm l*&rrer, der Bruderst-baft und dem Mesner zu G. itistAa- 
e. — 1777 ff. Revi»i<>nebi>iiivTkuiigen . - 1778 ff. Kircben- 
— 17eS Okt 2. Inrenurium über die von dem Pfarrer 
den neOigenpflegem tUKCstellten 8acbeD. — 1783. Die Schule 
'. — I7B4 Sept 19. Annivensrntmung der Agatha Bacbio zum 
— 1784 ff. Du Pfarrhaus und den Pforrgftrtcn zti K. betr. 
2S. Herr v. Bodmao schreibt dtfni GeDeralvikariAt Kon- 
ErLauung eine« neuen l^rrhola io £. — I7S& Nov. 8. 
dm bau des ftirrhauttcs und aber die BntachAdigung 
Bodman Tonwiten der Kircbeufabrik. — 1785 Not. 19. 
(lea PfarrhauEM in E. Iwtr. — 1785; 66. Den Pfarrhiuiabau 
Mai 0. riie Abhaltung de« Ootteadlenites betr. — 17i4ti 
!vet Proteate de« Pfarren \. in E. gegen die Abh&ugigkeit des 
E. Ton den Herren >a BodiBan. — 1786. Akkord über den 
flMUi. -' 1787 Juli 23. Brief, die ßaufUligkeit des Pforr- 
C kür. — ITfi) ff. Die Besetzung utul VerwAlliiug der Pfarrei 
— 1790 Apr. :^0. Schein über die zu einem Jabrtag zu K. ron 
Trmuvhien SO B. - 1793 ff. Opfer- and Jahrtagsrcch- 
1797— I8<K>. Viiria. — 1904. Kine Tumirtparfttor betr. — 
Pbrrffvbftwje betr. — 1806. Schulrerordnung. — 0. J. Ur- 
U. Sidans xn £. (.Aarhpstngen na iler Ach"). 

4. HeudM-r. 

Stmelad«. 
Je Vifordnuug gegen Vogt, ■Plkrrer nnd Schulmeister — 1733. 
[ tktt 8ckopfkbai|nier ans dem tleodorfer Urbar. ~ 1749. Fe»- 



m46 Seeger. 

Stellung der Oemeindeordnuag. — 1808 fl. KriegsleLBtungen ins Uagui: 
nach Lörrach betr. — 1775. Die Benutzung der Gater vom Hard«eie 
betr. 

S. MahlspQren im Hegau. 

1726. ürbarium. — 1738 Not. 2. Verzeichnis der Abgaben für de 
Mesner. — 1739. Anlagebuch. — 1769 Febr. 1. Grenzbeschreibung de 
früheren Gemeindewaldes. 

6. Mainwangen. 
(Katbot.) Ffarrel- 
1663 ff. KirchenbOcher. — 0. J. Urbar von M. — 0. J. Kirchcnfonäs- 
rechnungen. — 0. J. Gemarknngsk&rte. 

7. Rorgenwies. 
(Katbol.) Pfarrei. 

1587 Juni 25. Genehmigung der Bruderschaftastatuten durch dea 
Kardinal Marcus Sitticus, Bischof von Konstanz. — 1596 ff. Bruderschafti- 
bQcber. — 0. J. Ein Buch mit folgendem Inhalt: a) 1598. Terzäcluiii 
der Schenkungen an die Pfarrkirche und die U-L.F.-Bruderscbaft zu B-: 
b) 1659—88. Standesregister; c) 1586. Die Wirkung des Wassers VJjS 
in R.; d) über miraculonim; e) 1700 Sept. 22. Lehenbrief Qber denH« 
zu R.; f) einen Jahrtag betr.; g) Verzeichnis der der Kaplanet B, ii 
Eigeltingen lUlligen Zinse; h) Güterbeschreibung; i) Bericht Qber die P» 
digt des Kapaztners Marci de Aniano aus dem Jahre 1661; k) UJJ'. 
Einkommen zu E. betr. ^ 1609 ff. Bruderschaftsrechnungen. — 1667 
Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Pfarrei B- ~ 1671 
— 1714. Streit- und Vergleichsakten. — 1676 ff. Kirchenbücher. — 167! 
Apr. 1. Kaufbrief. — 1683 Dez. 18. Confirmatio statutorum confratoni 
tatis in R. — 1694. Pfarrpfründbuch von R. — 1709. Pfarr-Urbariaa 
— 1767 Mai 8. Genehmigung einer Bruderschaftsprozession durch Kardi 
nal de Rodt, Bischof von Konstanz. — 0. J. Ein Buch mit folgendes 
Inhalt: a) 1778. Anniversarbuch; b) die Einkünfte der Pfarrei betr., fie 
schrieb der Pfarrgüter. — 1790 ff. Verkündbücher. 

Notiz. 

Die Gemeinden Mainwangen, Münchhöf, Renthe und Rorgenwies, sc 
vie die (kathol.) Pfarreien Heudorf und Hoppetenzell besitzen kein 
Arcbivallen. 



Archivalieii auK Orten des Amtsbezirks 
^ Uclicrlingen.') 

Ttneifhnct too dem chenul. Plief;er tlcr bad. bütor. Komtoinfaui 
l'&mr Xatw üdrj in, öwinceu. 




I. Ahausen. 
fienftiad«. 

1709 — 1K>9. ClironUc der ü«ni^iide K. In. dieMr ChroDik nittd fol- 
|nde ürkondet] Tenceiclmet: 1} l!ä& Knv. 11. Eotscbeirlatig der StrüiCig- 
keüei xwiachen den Hauern eineneiu und den Hiibtern uud SAIdnem 
almeitR Ober deo Viefavcrkauf. AUclir.; 'M IttG^ Uai 8. Abt GeotK vou 
fiihn nad BürgeniidsUir und Bat der Stadt tHicrUngon echlit-'Hi^ti dtirrli 
In (in. AnÜeot« die Imuf^ xwiscbui den D&rfcm A. und itenna- 
(Dfai über Trieb ondTract; 3) IfiTti Aag. 33. Aiiibms Kanl, Dflrger zu 
tkrfiafen ood der Zeh Vo^ d«r Uertbchatt Iitcndorf, crläsBL einen 
Spnckbrief, beir. den ttrittigen Trieb und Tratl der beiden Dörfer A. 
ad htCDdoif : 1) 1&93 Okt. 7. Jotu-Inn Hainii«!, Oberatntrnaoii zu Oat- 
och. JMckün Fuüili, HoAneiiter ku Slockach, Gregor Hau, Zunflmeüiter 
te Bau und Oswald Hennan, StadtAch reiber, ßArger sii Übcrlini^u. 
liBchMB im Auftrag des Abu Cluriiiltau vou Salem und dor Keidutitudt 
tbniineen die Streitigkeiten zwischen den Dörfern A. und Graebeureu 
Aber Vidiaustrieb, Wun und WaiiI; 5) 1593 und \&a. den Viebaiislneh 
in Dorf A betr.; C) ICOäJao. 17. Job. Joachim ß&ck, Dr. jur, Kanzlei- 
(tmlter der Reichä&tadi PluTlingea , erliast einen Sprucbbrief in dem 
Streite (iriacben den Gemoiuden A. und Itteudorf aber Trieb und Tratl; 
7) lfi3Ö Nov. II. Jakob Leib und Kaspar Haften, UorfaieiBler £u A., ver- 
bafen dem Bartli Seit« und Jerg Riitter mi A. den der Genieinde ge- 
btngen Grund und Boden in der WiiilefStrasse, den iiie beirle nberbauen; 
9i 1672 Sept. 0. Der Anunaii und die Qenieinde za A. und der Meier zu 
Stäiüosireiler vei^leirhen sich in Betreff dt« atrittifien Weidrechtä im 
Tagtbefg, Schönriedtwald und UutbH-iescn oocb dem alten Spntchbrief 
iQB 1Ü16 vor dem Herrn Uennc ZimmeriDanu, dein Kaiiiiulsr des Klo- 
atn Eiusiedlen und dem Statthalter in der Ilemcboft Ittendorf; 0) 1684 
Det 25, Jakob ilrülter zu A. verkauft der Gemeinde A. einen ewigen, 
ilüingvn Zina von seinem Haus und Hof xu A.; 10) 1721 M&ra 8. ScKIdw 
Itleoibri Vor dem furstl. Konstanz'sclten Hofkammermt uud AiDtitTer> 
aiher der Uerrscbalt [ttendorf Bchlic^sen der IJndaii'scIic Kehlmayer 
imfh Steflan und die Aliauter I>c>rfplleK(.'r Anton Klnuliu und Andrnu 
EUn^ lu Namen der Gemeinde einen Vcni-a^, wonach der Gemeinde 



1 



')VgL Mitt. No. 6, »liff; 8, 7öff.; 9. 31 ff.; W, 97 ff,; 13, 22ff.; 





[i48 



Ddry. 



eiD Grandzins von 10 Kr. 4 UJr, Tom Stift liiuliut crluMD wird, w« 
dieselbe auf da< Wfidrecbl «uf einer gea. Wi«ee wräclitut. — I7&7C; 
GeiBeindeKchniiagen. 

2. Ittendorf. 

A. ecmeiid*. 

14M Okt. 1. Di« Gebtirschaft des Dorfes 1. (Ycttfudorr) lüriritit lliei 
Vischer von Fischbach udi] Bartboloml MAsalin voa Utwia ' 

Erben den Hof und das Gut zu den Velben zu eiuem ewigen >1 ~ 

PO. — l&ÜS NöT. 19. tlQrgennDister und Kut der Stadt i'lbcrUngra (st- 
scbeiden einen Streit wegen des Weidrerhl« zwischen ihrem '' ' 
und ^weseuem Vogt Cluästoph Betx, Jotitigem iCrblulicnträgor d 
and des Uus Scfamid H6« und ihrem Bnrsmoicr Hitrlholmk 
eiaenäta and der Gemeinde [. (YUendorf ) andenetts. PO. — l TmO Ai 
AmVroBitu Kaut, Borger zu Überlliifco, derzeit Vogt dar He 
als Obnuuin, Martin Krumb, Amman, Micbel Berx, KchreiWr 
Steffelio und Veit Spieclcr, alle vier zu Hagenau KSehaft, ni- 
leute, Btellen oineti äprucbbricf ans in Bfitreff des Triebs nod l j 
HAUeni am Hastoeb. PO. IGOO Juni ü. Onophrins St<mb«t! 
fiOlsDr and de« Kau ku Überlingen, ab Obmann, und Jnkob Ud| 
oTg Heuer und Midac) Kjievht, alle drei t'berUagi»chti Amtleai 
Hcrrachaft I. xn Hngenau, Immenstaad und KippcnliMMHi, und Huif 
m ImmeustAad, nl» Schitdnictiter, entai-beiden einca Str«lt zwiitrht 
Gemeinden I. und Beuthc aber Trieb und Tmu. l'O. — I6U.1 -laD. tu.\ 
Johaan Joarbim lUgck, Dr. jtir, Kanzleiverwalter der R«lc.liati ' 
tiogen, aU Obmann, und Jnkob Uagor, Ammaon icu Hagvnaii 
Knccbi. Ammntui sa KippeuhiuiäGn , Jerg llitmcr, rbcrlinfiaclurj 
mann xn Immenataad, und Hiemnyrou« Weihet, Oerichtst'hreiWr 
oau, als Uolerb&ndler oucl Schiedsleute eatscheideu ciaeu Streit ci 
den bilden Gemeinden Abausen nnd I. wefcn Trieb and Tratt. 
IGSti Mai SC. Thoinaa Kadili xm I. vr^aiift di-u DArfpdf^eni 
Bebam und Jakob KInbeJin ebiea gien. jflbrlichen /Ina tou eini-r 
nalidwiese im Dorfwtier. PO. — 16S7 Febr. 2. Manm Kabhole «i 
verkauft d«m Gotteshaus Uäclji einen gen. Zins von wiaer hehniL^un^ 
Oberdorf. l'O. — ICM Mai 9. ÜomiDikos Rid, KonT«Dtoftl d-^ »-i -" 
Einsieileln uud Statthalter ta I. und Junker Johann Ludwig von : 
Vogt SU 1, verkaiifen mit Bewlllii^imi: ihres Abtea Placidu 
dein au Tet»chieileiM> Bürger zu L Qäter im Öiich fegen 
Stfiineobacfa, im Öach gegen Uundvreiler imd im Ttecb gagf^r' 
gelegen- PO. — 1690 Dez. '2ö. Ilaas Haweyssen nnd J< 
DorfpBoger, and sämtliche Gemeiudeleule eu I bearkuoden, dan tip 
Johaen Albert Scliiudellin von und au UDierreitnau and an Karl Ant 
FfeUter von .Mtiafaofen, Domheiren und Kuitoreo des FlochaiifU Kouitj 
400 fl. iu gangbarer Keichsw&brung schuldig geworden seien und it 
sprecbco Jodes Jahr auf Wcihnacbten 2ii lt. /.ias in die Stadt Kons» 
an die genannten Päei{er einitefem zu wollen' PO. — 1799. Urbar 
Gemeiodo I. 




Tafel n 



2 



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Markgraf Leopold Wilhelm 

von W. Vaillant 

^Karlsruhe) 



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^ Tatel VI 1 


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^^^^^ Markgraf Hpnn.inn ^H 
^^^^H (Kariwuhei ^H 



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Tafel IX 




Tafel XI 



TIo. 12 




Markgräfin Maria Kmnziska 
von M Merian d. .'. 
^tCurlsnihe) 



f . ■■ , '" 



i/MTv»5nrY ' 



ZeitSi^hrift 



JUN 05 1981 



mr <l»p 



Geschichte das Uberrlioms 



beniu»i;i>KplNni 



\on ilvr 



ßadifichen hutoiisclieit Kommission. 



Nouo Folffe, Hund IX. Holt 9. 
■U *l>r Talela. 




' t i 



Karliruhe. 
J. r.ir li'fcl'l's Vcriat,'. 



reirriiuttr 



Inhalt. 

aoHu», ihr Bach oaJ ihn Zeicbra, nn Da- 

kta i llfSim iu ntiA'iiiDK (ila/u Tafel \U— XlVi ... I9S 
Znt rtfoi i ' ' "" l'f'mi iiml .I< ii Annale^ .Meltnw«. 

roat'r BirnbardiokSlasoB toFiviliiirri I;r. '■£!& 

D—Illlll tmUtrtiCr hur>lin uitil Kliraliiinr» )■■ llAn. VOD AKkjf 

atnlilar l'r. PrMrlcb in WMCh In KnrUrahit ..... 331 
Aus dffn rifüffruhai-liiT KlMiirleltcn. (1'roiocolliim Gmiftcnbieens«) 

(Svhlaat, «on l'raepMnr ]tr. rrttl B»iBitart«o in FrcilNtrR i. B. 340 
B^chlr Btx) Ofiiff ilcr I>otii|int|i<-tfn lon I<i<>Ti>inn7. in <'4lnur arul 

0ageiECa>l, rnit SuillArdutar tir. iBSea Wiltfanr in (^Inur 200 

IDJD llsuthJlti||ki-i[ «Irr rhrmulig>'n l'ntnuti'tratm-T-AStti Allvr- 
b«i]i|[iti ftiü' drm Scli«arx«iiM, roii Arrliilekt Fr*U Jtkob 
Btlinitl la Kubrul« <üMa 't*M \V| 271 
Ott» Draafcl», noi b h4miii I^Im« iuhI Itttrmmchm Wirken gc 
ftckndnt Ton AnMuu- t. D. f. T. I. Rtlb in GtlwnMn . 2im 
Mifcvllro: 
S£il Xikolnui ^oa Itutriulo, T«a l>r. iltKisdn CirttlUtrt In 
KarUrnbr »31 
|lailivlu> tj'liiut>|irlti'lu' uu( A» VfmU vor ik-in Kohklkiucrr 
Kiin/il. «un l*rUst<lri7rnt I>r. Rfchar4 FMt«r in MuiK'htn 32S 
J. ii. Nrlik<«M-r« nrkiilarkc.m-3|")t)ili-iir. von Tnil Vr. 8etD- 
ikh fUlk ia <trniil>ack SS6 
2«m BAplwlUtrinbchui rrltMutonhndi. rno l.'niv.- Prufpwir 
V Pr. I. BruiUn in ätnufetnirr . ■ SB! 
TiiltralunioliiMi 3S6 
B«diK>i{' <iv«ilitt'liuliilenitur 4h JaliM^ IKKi, xiiituninraf^MbrlH 
Too Srailurekltur Vi. Pitir llkvrt >n Kr-iHrg ^"09 
KBt(L>cntincoii, von Troiifwor I>r. Arthir B6)itllnck und Arrbiv- ^ 

ral Itf. K«rl OkMr i«i KarUrubfl ... 378 

B«rkbiifP>a| S8ö 

KittvHungeii dar bad. h1atort*eh»n KnmmlMlon Ifo. IS. 

V. ArUiimhaa bu« (Irlon tW» Amlubf-iirk^ l' iM^rHnifnt, rrr- 

ucklmv* T«o «Im Iflfrrr rtnrri*i Xarer Udij m (iwifn;.'n 

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VI. Ati'liitnlH'ti ttiu Ort«n iIm Ai»i>lifriri« MdHIirim: 

A. \nttlciawi rnn ilfm th^m. rftc tf w rram-r Atbtrt 
Jollu SIercrl mK2 

II VtTzricliiM't von d«oi rfloKi-r Trof. UbtTt RllSi in 

Unlllvirn tiiS6 

A'arltiitlili'D ihmI |U>r)i tili|t»nil m&fl 

VII. Vtm'ichiil» ilrf In ilem Fiiniflwiii»nl(iv ik-r Krriherren 

lti..,j(r »»i- [*nr>)iirK 'n HäiIi-h fniluilu-ni'n Anlihaliiii. 

iiucrliTliKt tun I>r. HitKt UtaUrt in KarMnibr . . mit 

VIU. ATt-Iiliallrii ait« Orlt'ii Jn Amlkltntlrk« TnUerL*. Trr- 

«rirlmi^t IUI! lUin Hicnal l^i^CT l'famrr C' IIIU| In 

NuatncI ml IG 

IX. Ardutallrti au» Drtmi ilo Aralabttlrk« 1/lrrtcli, v«r- 
11-ielini.t «oa dtn I'flfff«- Pn>r finrs FrMf. Caltlt in 
tArrach mWk 



Die 
^terliötte zu Konstanz» ihr Bnch nnd ihre Zeichen. 

Von 

A. Klemm. 



Anlääftlich eines Besuchs in Stras^burg vor zwei Jahren 

bekam idi durch die Gut« vom Herrn Oberbibliothekar Dr. Ba- 

nuk eine HandKchrift der Kais. Univursilätä- und Landes- 

Ubliolbek (L als 111) zur Einsicht und eingehenden Durchsicht, 

«riche mit dem Zeichen O die Üherschrifl tra^: I. Ordnungou 

liietzcn-Brudcrschafe zu Sti-a^burp. IL Bestitiguug 

logen. III. Meister und Gesellen. IV. Zunt'tbuch der 

■ü zu Con&tanz I. Th. von 1555—1709. Dazu kam 

;;;chürig eine mit Z bezeichnete Handschrift: Zuuftbuch 

metzen zu Constauz U. 'fh. von 1711 — 1864. Bei 

/.usebeu ergab sich, dass die erste Handsclirift nicht 

«IVA ein zufälliges Konglomerat verschiedener Bestandteile, 

ein zuHammcu(,'cbüriges Ganze« bildet, und ilass wir 

'^ >ietden Handschriften zusammen zu bezeichnen haben als 

.[■>■ Buch der Unterhütte zu Konstanz von 1515—1864". 

-«leutaamen Fand mochte ich hier weiteren Kreisen 

..-,. L.aii^riMüider vorführen, nachdem ich in der Alemannia 

XlX, 2 und 3 S. 177 ff. das Meisterverzeichnis von 1515 ver- 

EBtJichl und ddbci kurz auf das mir damals nllciu bekannte 

ftvdi II hingewiesen habe. 



I. Die Unterhatte. 

Was Rziha In seinen Studien über Steinmetzzeiclien (1883, 

14—16) nicht näher feststellen konnte, das Wesen einer 

rbfltte, wie er mit GlUck den Namen geächüpft hat, ist 

Jetzt aus einem Naclitrag zu der Stein metzordnuiig von 

»W durch einen Tajf zu Strassburg vom 30. September 1515 

. t. a** h . 4. uunii, V. V. IX. L 13 



194 Klemm. 

ersichtlich, der in einer Handschrift der einstigen Unte 
zu Thann im Elsass erhalten ist und seiner VerÖffentli 
durch Dr. Pfaff in Freiburg i. Br. entgegensieht. Hier 
es; Jeder Meister, so einen beständigen Bau hat in Fti 
tüioern, Landen, Klöstern oder Stiften, soll sich nach 
Weisung unsres Buchs (der Strassburger Ordnung) halte: 
daher ein Buch unserer Ordnung haben tuid als ein ( 
in seinem Revier, Zürkel und Gebiet von jedermänniglii 
halten werden. Später wird dann angeführt: Diese sei 
Bücher haben sollen under der Haupthütte zu Strassbu 
Wir sehen daraus: Unterhütten in dem Sinn, wie 
ihn bestimmen wollte, dass zwischen der Haupthütte in S 
bürg und der Unterhütte noch Oberhütten oder Haupt2 
gestanden wären, hat es^) nicht gegeben. Jede Unte: 
stand direkt unter der Haupthütte Strassburg. Nur n 
im Lauf der Geschichte vorkommen, dass einzelne Unterl 
vermöge ihrer Bedeutung andern gegenüber eine bceinflu: 
Stellung einnahmen, je nachdem, wo die Verbindunj 
Strassburg abgeschnitten war, ihnen wie die Haupthütte g 
überstanden. Wir ersehen aber weiter, dass man ai 
feste geographische Einteilung des ganzen Strassburger Hi 
gaues nach den Unterhütten nicht denken darf, dass vie 
die Zuteilung der einzelnen Bauhütten (Meister) an eini 
terhütte jederzeit wechseln konnte, wenn in einer Stätte 
solchen kein „ständiger** Bau und damit keine ständige 
hütte mehr, an der eine grössere Zahl von Gesellen 
einem Meister arbeiteten, vorhanden war, wenn also z. ] 
Eirchenbau, der viele Geselten zusammenführte, vollende! 
Ebenso war natürlich die Zahl der Einzelhütten, die zu 
terhütte gehörten, eine stets fliessende, und es ist dt 
nur im allgemeinen von dem Revier, Zirkel, Gebiet ode 
Gegend des Meisters der Unterhütte die Rede. Noch i 
beachten, dass in der Urkunde an Stelle des uns näher li 
den KoUektivbegrifFs: Hütte, immer der persönliche: der 
ster, gebraucht ist, dass er aber allerdings die Ordnung 
seinen Mithelfern, Mitverwandten " handhaben, nötige 
„das ganze Handwerk seiner Gegend" zusammenberufen 
das ist also doch eben das, was wir als Unterhütte bene 



<) In dem eigectUchen Str&ssburger Gebiet- 



Die dutnbölte su Konstant. 



195 



ixe von Meistern und Gesellen einer Gosiend unter 
iden MeislPF des Hnuptorts. Bedingt vrar Aas »tets 
le der UnterhütCe auch iludurch, dass teils es- freier 
Meistor? war, ob er sich an Strasburg anscliliessen 
I- (fiiif Obriykeit dies verbieten konnte. 
Aas dem Üiessenden Chai-Hkler der Uoterliütten erklärt 
'vcnti 1515 hei der ersten Aufstellung derselben folgende 
. .: uufgezähH sind: 1. Konstanz, 2. Base], 3. Freiburg, 
i, Thuim. 5. Augsburg, 6. Ulm, 7. Worms, 8. Frankfurt, 
rt. 10. Heilbronn, 11. Würzhurg. lü. Kadcn (Tiailcn), 
.. .11 unserem Konstanzer Buch an zweiter Stelle Speier 
tit ist und Worms ausgelassen, und wenn in der Stein- 
rdnuDg Ton 1563 dann 22 Ort« mit HllttenbUchern er- 
~ . die unter Strassbuig stehen gölten (Rztha S. 15). 
.ibc des Meisters an der Unlerhütte ist dahin be- 
I*.: Kr soll Macht haben diese Ordnung (in dem Buch) 
- ndhahen , Gottesdienst und Bruderschaft aufzurichten, 
rnterthanen zu strafen, Bruder aufzunehmen, Misjihan- 
4tl zu rechtfertigen und wo nötig ein ganz Handwerk zu- 
izubestellen, doch eines jeden Oberkeit ihrer Freiheit 
ichig. 
Der hier genannte Gottesdienst beütand nach der Regens- 
tw^fr Ordnung von 14Ij9, die etienfalls Dr. Pfaff aus der 
Ihnwer Handschrift veröffentlichen wird, in stehenden Vi- 
\pkn und Seelmessen «n den fUnf Tagen der vier Froufastcn 
fQ«atember) und des Tags der vier Oekröiiten (8, November), 
nr auch in Strassburg gefeiert wurden (HeideloEF. Die 
i&lt« des MA. S. 42). und sodann in Seelmesscn hei jedem 
dl eines der Bruderschaft Zugehörigen im Revier der 
Itte, «ieder am Ort der letzten-n unter Teilnahme der 
iden Brüder. Von der Bruderschaft, zu der solcher 
lienat gehörte, Verden wir unter II. noch hören. 
Heistor der Unterhültt- fühlte auch die Kn^9e. In 
hatte jeder Gesell, namentlich zur Bestreituüg der Gottes- 
vochenllich einen Heller zu zahlen. Waren im Ge- 
der UntPrhUito andere Meister mit Gesellen, so bekamen 
Heister vna dem „Obein" ver^hJossene Büchsen, um 
Wodienheitritge zu sammeln und dann jährlich dem 01>em 
iDOg abzulegen. Der UnterhUttenmeister selbst aber 
le Mch Eingang aller Bikhsen und Beiträge jährlich 

13' 



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X. Jto iva nr xamK^mr n^nnw^dss«. 



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»'ti- iirr.r i:ir-¥.-n;Li^ -ttr?- liim^Lin^suiinai. jwier TeiUa 

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•■ii'icnc ,^*e:;/i'.i:.- jr-rr jLr-LJr-ttr liil rir ;i: >.e'en 
fii-i.'-ii:»-, *- -iii.iiij c -lii'i liiiiu. iKfl zcsnixin^ea 

-.*!.■» '.(.ivi .■•.■.;r lii.-.?. ja :ir; TriinT-rsi ■ 'riiii^it;:: wröh' 
-.iv' a>-.,-. />^.-'.v.-^s ii:^--s,i:i:iX':ri T^aritia je^Tii Tier Plap] 
/!.!;. ^^:.<\ ;,■.,: ..i.:.-:..:;: rr-i j!;i;<.iir:". I^r Mfister si 
i'^." ,-v>.r. fj-.ti-j»r. ;iiv i.L;i-Tii.r:J:- iiii:. ■rnL=:l:cä ermah] 
V.! .(\trT /.„ «'X .'.:.. L±:.L ic::! 'j-rlü'"«! iiceci Hdadwerk getl 
'>Ath K:.*.r.:.r. >- .•^::i-.,'§^^ Sta::ü2_: =i: jer Reforma 
k'iht.t/: 'Ur.fi tiiL'-.i..:. 'ii-r E:iihei!:ii':h.ke:; laf ■lern baadv 
ii/.i'.'-.'i fj':U*n ,'i,r ladür':!! aal' rechter halten werden, das 
!*(i li:iuilvt:Tki:if(:tt',::i:n frei=taiiJ. ob =ie auch der wesen 
I(jt.(i'ili:':l.(;n |{rui|':rr.':hdft beitroteo wollten oüer nicht. 
liHl(<-ri alKO i\it: Urudfifächaft des Handwerks, von der 
UiU'j-iUr.ln: I;c:-itiifi(.;nn[: 1198 redet, und die religiüse 
tif'licidi'n. 



Die UnterkUtt« su Koasunz. 



I9T 



e«"ni Kinbliclt in das Buch fiiuJen wir, dass darin 
gc iCeitful;ie herrscht, sondern öftere spätere Ein- 
wena eine Ruiirik aasgcfUllt war, an fruberen Orte», 
;fa RAum war, eingeschallet sind. Buchen wir uns eine 
cht nach der Zeitrolge und lugtächcn Ordnung zu schntfcn, 
ebt KJdt folgende» Bild: 

A. Das Buch O; Von 1515—1710. 
Erste Periode: Von 1515— 1518(— 1554). 

ster Bestand einer Unterhatte in Konstanz von 

ae (bexw. 1552—54). 

Die Vorbedingung ihrer Konstituierung bildet das Buch 
mit der am Anfang desselben eingetragenen Abschrift 
iwwhnrgcr Sti;inmetzordnung samt ihrer Bestätigung 

ien Kaiser und der Bestätigung der mit ihr verbundenen 

»cfaafl durch die khchliche Behörde f. 1—23. 

£ioe Vergieichung tles Textes der Stein nietzordnung 

idem Wiedergaben derselben ergiebt, duss die Grund- 
Textes nicht die Itegensburger Ordnung von 1459, 
die Stra^sburger von He* ist, wie ja ohnehin anzu- 
var, da^v aber in <licscn Text die ergänzenden oder 

den Bestimmungen des Strassburger Steiuinelzenlages 

0. September 1516 hineingearbeitet sind. Die Artikel 
her manchfacb in anderer Ordnung als z. B. hei Hcide- 
■ic Einleitung und das Verzeichnis der Meister von 
I ii^t weggelassen; dagegen ist. offenbar zum Zweck 
D Nndiscblagens, eine Einteilung in 46 Artikel mit 

hriftlicbcr Inhalt^ngabe zu jedem beigefügt. Ah Ar- 
T fulgt dann: Wie bestetigung disser BruderschafTt er- 
ist zu urlangen, und es wird berichtet, dass der 1495 

erkmcistcr der hohen Stift zu Strassburg eingeti-etene 
von Landsimt zunächst H96 das Vermögen der Bru- 
ift Too den Bacbsenraeistcrn erhoben habe (nicht viel 
wei Gulden) und dann infolge eines Streits im Hand- 

1497 durch den Steinmetzentag von Basel M9S beauf- 

iranlen sei, einen Auszug aus dem Buch nin't Milleruug 
ArÜker dem Kaiser zur Bestätigung der Ordnung 
K(!en. auch wiche mit 20 Gulden Unkosten erlangt habe, 
sich dann also 




} t L~ — 1} üe äelEaiiiiCe Besätigsag der Ordnong dunt 
XiiätiT VntTTninan TnoL i. t^ktolwr 1496 (s. Hodcloff S. 5X 
bis 40 : sMoim ^ 

: f, lii). II -iie atsnes Wöbcbs Msho' nii^ends pablizisl 
3«sciC!nmic ier Bniii»scbftft laA ikier rdigifiBen Seite, nadi 
baa ler Ejisa Üe Saatai bestätigt habe, mit dem Gott« -, 
■inaisz 13. iiHL länf obea xoaimtea Tagen nnd dem, was 
ijetüichtais -leF Toten, ges eb ehga soll, dnrch den Kaxdinil 
L^^Lcen Rd^mimdns im Jaiir 1303, Am 17. Angost zn Si 
bar^. It. Päif vipi ifieselbe aas dem Thanner 
veri.'i&iicädieiL ' 

i Foizea Iie Ximen der auf dem Tag za StrassbnrK vmt 
1513 uviseniieD Miäster imd Gesellen ans dem Gebiet tel 
aara&sbaKW Hiinemanes t 22 — 23. Z 

1' Di« Kooscicaierung der Konstanzer Bruderschaft selfcitZ 
wir 1 berichten diirrh Anxmbe der Xamen der Meister and Ge^ 
seüen. «eiche .ZinstAg in den pfingstriren* (Dienstag nac^ 
Pdng?ten^ 1316 in die Bmdefschaft aaQgenommen wardo^ 
f. ::4. Aas der Geschichte derselben erfahren wir aber ii^ 
n'>cfa a) f. 91a. einiges über das, was die (ersten) Brüder b^ 
d^ Aufnahme zu zahlen hatten (dnen Gulden bis vier Golden" 
je nach der Zeit, die sie gedient hatten); b) f. 91b. einigt 
Aufnahmen von Brüdern von 1517 und 1518 und c) wie sb 
N'acbtras dazu f. 91b. unten Anftiahmen von Brüdern 1553 
und 1-J'>4- (.Vielleicht könnte man auch die zweite Periode 
damit beginnen lassen.) 

Zweite Periode: Von 1555 — 1563. 
F. 26 — 36 erhalten wir Kunde von einem neuen Auf- 
schwung der Unterhtttte, der offenbar zusammenhängt 
(f. 26) mit dem am 26. Februar 1555 erfolgten Übergang 
(„des Handwerks") ihrer Leitung von M. Peter Hiltenbrand^ 
Bürger zu Lindau und Stattmeister zu Konstanz, an M. Jakob 
Rosheim von Strassburg, dazumal auf der Hütten (des Mün- 
sters) Meister. Es wurde da im Beisein von neun Meistern 
und sieben Gesellen „der Artikelbrief gebessert auftgerichtt 
sampt der schencke".') 

') Der zum GoBclIen loagesprochene LehrlinK musate sein Zeiche» 
tcniihcnken (Ilzilia S. 27), d. h. den Aufnehmenden einen Schmaus W- 
anstaltcn, spittcr dafür bezahlen. 



Die TJaterbutt« zu EoieiUns. 



1»9 



(. Handwcrkssacben betreffen dahei: 
i) Ein Beschtuss vom 10. März 1555 (f 31), der den le- 
Geselleo (ausser den Kübel wirten) das Arbeiten nach 
ibeod für einen Bau verbietet. 
fb) Die Rechnung für eine Versammlung des Handwerks 
Eonstanz Allerheiligeo 1563 (f. 33) und Wr die fünf Ver- 
desselben auf den Steinmetztagen in Basel und in Strass- 
1563 (f. 34 b.). 
c) Angabe der Schiedsrichter bei Streitfällen (f. 3fi). 
'd) Festsetzung der Meisterstücke am 1. Novenilwr I5G3 
3Gb.), weiche ein jeder Steinmetz machen muss, der sich 
Boden oder im (ircbiet, das unter das Itrüderbuch zu Kou- 
iz gehört, niederlassen oder da wohnen will. Es ist verlangt: 

1) einen Hansban in Grund legen und aufziehen; 

2) eine steigende Richtung oder de.schcn (?) Richtung 

3) einen gewunilnen Schnecken oder ulTrechtcn gewundnen 
ich. Diese Stücke tieien den dazu geordneten Meistern 

oder verstochen aufzuzeigen. 

n. Die Bruderschaft betreffen einige Aufnahmen Ton Brü- 
Ton 1555—63 f. 27 u. 28 und weitere ohne Datum f. 33b. 
[34a. Es ist dabei zu beachten, dass z. B. der bei der 
ndwerksvcrsammlung am 17. Februar 1655 bereits mit 
zeichnete Geselle Balthasar Koler erst 24. Februar Bru- 
wird. 

Dritte Periode: 
Unterhütte in bleibendem, auch obrigkeitlich 
anerkanntem Bestand von 1592 — 1710. 

Von f. 38 — 97 folgt jetzt ein aVerzeichniis und Beschrei- 
Ig aller Handtlung, waG die Maister allhic deß Stainmetzen- 
Itwerckhs Inzuschreiben und zu bn)tticoliertm von Motten* 
dem 1592 Jars angefangen, und Convermiert und Be* 
iget worden durch sie Nachgeschriebene (43) Maistter so 
21 I>ag Merz dißis .Tars hey ainandom gewußt". 
Bei diesem Teil trifft die dem Buch, wie Eingangs erwähnt, 
;r J\ beigefügte Überschrift „Zunftbucli" insofern zu, als 
offenbar die llnterhütte auch obrigkeitlich als Zunft- 
tretuDg anerkannt war. So muästen sich z. ß. 22. Febr. 
(f. 84a,) Meister Matia'! Simion, Bürger in Konstanz, 






200 Klemm. 

und Meister Joss Brun von ÜberliDgen, Bürger da, weil es 
ihnen von ihrer Obrigkeit auferlegt war, vom Handtwerk der 
Steinmetzen in Konstanz aufnehmen lassen und geloben, die 
Artikel an Eidesstatt zu halten; sie hatten 40 Gulden zu 
zahlen und wurden am gleichen Tag Brüder. Dagegen ge- 
hörte das letztere, die Brüderschaft, nicht zur Zunftsache, 
und es ist also, weil diese mit behandelt wird, auch von jetzt 
an richtiger, vom Buch der UnterhUtte, als vom Zunftbuch 
zu reden. Dass es sich um eine Unterhütte handelt, geht 
auch aus den Anzeichen einer fortwährenden Verbindung mit 
Strassburg hervor, die wir finden. So wird z. B. der Gesell 
Wolfgang Stöbbier von der Stubay in TyroU 24. September 
1663 vor allhiesiger löblicher Lad und Freiheiten von einem 
ganzen ehrbaren Handwerk der Steinmetzen zu einem fünf- 
jährigen Steinmetzen auf- und angenommen und guott ge- 
macht „Über Verwilligung von löblichen gerlcht und hand- 
werckh von Strassburg". Ebenso wurde 25. Juli 1664 der 
Meister Johannes Natterer, Steinhauer zu Überlingen, und 
sein Sohn Hans Jerg nach mehrmaliger Anmeldung „mit Con- 
sens vom löblichen hütengericht von Strassburg", das das 
Konstanzer Handwerk bevolhnächtigt hat solches vor die Hand 
zu nehmen, gegen Erlegung von 11 Dukaten zu fün^ährigem 
Steinmetzen, als Mitmeister und Mitglied angenommen. 

Neu ist bei diesem Teil, dass jetzt von 1602 an die vo^ 
her nur einmal 1592 vorkommende Hinzufügung des Zeichens 
bei dem Protokoll über die Ledigsagung eines Dieners fast 
ausnahmslos Regel wird und mehrfach von 1610 an auch bei 
dem Eintrag über das Bruderwerden sich findet. 

Von diesem Teil gilt besonders, dass in die ursprünglich 
übersichtliche Anlage der Rubriken nach und nach bei der 
Ausfüllung ein ziemliches Durcheinander gekommen ist. £b 
im einzelnen auszulesen hätte hier keinen Wert. Es genüge 
darum, dass folgende Gegenstände behandelt werden: 

1) Allgemeine Angelegenheiten: So f. 80 die erneuerte Be- 
stimmung vom 7. November 1666, dass die umliegenden Mei- 
ster, welche sich kürzlich verheiratet haben, bei allhiesigem 
Handwerk sich, mit mindestens vier Gulden, einkaufen müssen. 
So f. 93b. der Beschluss vom 5. Dezember 1700, dass jeder 
Steinmetz, der einem andern in eine verdingte Arbeit stefae, 



Die UnterliOtte za KoiwtODz. 



201 



ton Bttodverk iu eine Pen und Strafe von zehn Rcichsthaler 
nrbUeit sei. 

3} «AiiDemuiig der Diener', d. h. der Lehrjangen. Diese 
KiBbrik geht schon von ]ö90 an. es sind also die Fälle bis 
1993 Oftcbträglicl) aufgenommen worden, weil für den Punkt 3) 
«Uclieidend. 

Jeder Fall bildet hier, wie bei dem vorangehenden und 
■«hfolgenden, ein wirkliches Protokoll mit Unterschrift, so 
*i« man nicht nur die Anwesenden, sondern auch den Namen 
In Mefiten u. dgl. erfährt. 

it Loseagung und Ledigsa|,;ung der Diener, d. h. Erklärung 
ta LehrjoDgen nach fiinfjäliriRcr I^hizeit zum Gesellen, zum 
figoiüichcn Steinmetz, weshalb damit von 1G02 an. wie er- 
«Ullti, die FeststellunK seines Elireozeicliens verbunden wird. 

4) L'ffschreibunfT, welche Stainmet7,en Allhic zu Costcnntz 
Bnder wurden sehid. Seit 1610 Kind auch hier teilweise die 
Zeidm beigegehen. 

B. Das Buch '/.: Von 1711— lt(64. 
CnCerhiittc fortbestehend, aber allmählich zer- 
fallend und 1864 aufhörend. 

Aar der ersten der 171 Folioseiten lesen wir: „Im iiameii 
jfcf allerbeUi (Esten Dreifaltigkeit Gott Vater Sohn und heil. 
fart dieses Rinsrlireibbueh Anno 1711 ahn S. Peter uml 
Da^ durch die ehrbare Kunst- und Haw Verstund ige 
Meister und Gesellen daU Erste mahl ahngefangen 
ftinQUirigen Steinmetzen allerhand Kinschreibungen alß 
Ungnng, LedigBprccbung , Verglcichungcn. allerliand Ur- 
lleo etc. worden. G. 0. G. (= Gott geb Gnade)". 
Scbun Idenach entspricht der Inhalt im wesentlichen dem, 
«ir im Buch O im dritten Teil gefunden haben, und ist 
%smen unniitleUmre Fortsetzung, nur dass jetzt das Annehmen 
mo Uentem als eigene Rubrik mehr aucli heraustritt. 

Voo Blleemeinen Handwerksfragen, die hier vorkommen, 

■■^ enrihot sein der Ücschluss von 1731 (f. IGHb.), dass 

4er Jmige. der aufgedingt, und ebenso der, der losgesprochen 

jodflsmni acht Gulden zu zahlen habe, sotlann eine 

'fir»ftk von 40 Kreuzer 17^3 tiber drei Meistor (f. IC4), weil 

ch erhobt hatten eine Atiestation im Namen des ganzen 

BttBdwerkB xu geben. 



202 



KlemiB. 




Gegen das Emle de^ 18. Jahrhunderts scheint 
ganze Einrichtung ins Wanken gekommen. Wir sehei 
fttis einem Bescbhiss ^des ehrsamen Handtwerks der Teil 
fünfjährigen Stainmetzen', dass künftig eine bessere On 
s«ll gehalten werden und wie an allen zünftigen Ort« 
Wochenpfenntg oder Auflage solle bezahlt Verden, aacb 
Jahr zweimal Gebot oder Handwerk gehalten (f. !7l). 
ein Meisler und vier Gesellen, darunter zwei auswajji 
gekommene von Koblenz und Mamz. unterschreiben. ^ 
Die Unrwiilzungen des 19. Jahrhunderts mussten 
mehr erschütternd wirken, und es wundert uns nicht, 
wir f. 143 den Eintrag finden: Unter endsgesetztcm T«; 
Tage des 1)5. März 1819 liat ein ehrsames Handwerk de 
jährigen Steinmetzen unter Leitung der Herren Steii 
nieister alt Ahorn (Lukas, in Konstanz), Ribi und Kre 
Ermatingcn unser ehrendes Altertbum wieder neu veran 
und zum kommenden Alter ninstimmig gutgeheissoß: 
Altmeister der Aiiorn, zum zweiten Herr 
Bevmeister Herr Kreis. Als Gesellen sin 
zwei dabei : Jakob Serbiusky, Steinmetz aus T 
nowitz in der Ruckowina (Köntgi-eich Gal 
mit dem Zeichen Fig. 1 und Paul Uldmann, 
metz aus Dresden „m. G. /." (?) mit dem Z 
/ <\^\ Fig. 2. Die Erneuerung half wieder nich 
^lL \ Denn bis 1857 erfolgte nur eine neue Aafti 
^/|^ ] Und so war f. H4b. einzutragen: , Diese 
ii^ y metzlade wurde auf Ostern 1657 nach A 
dea Herrn Altmeisters L. Ahorn von Co 
nach Ermatingen zu dem zweiten Ladenn 
G(ottfrie)d Hibi Stein nietzmeibtor in hier verlegt, weil i 
Zeit weder ein fünfjähriger Steinmetz noch ein Bruder ii 
stftDz war und wir uns viele Mühe geben, dass dieses 
ehrbaifs Alterthum nicht in unwürilige Hände komm 
vielleicht gar verloren gienge. Mögen in Constanz in Z 
die Steinmetzen wieder beßer blühen, damit dan rtis* 
wi&ler an Ihren urßbrün glichen Ort gebracht werden 
-Ermatingen im April läö? Gottfrieil Uibi, Altmeister". 
Der Wunsch Kibi's blieb ein frommer. Bei der Aofdl 
seines «leichnamigen Sohnes 1858 konnte ausser dem 
•*och Johann Engelhart, Steinmetz von MUnchen, mi 




Fig. 1. 



Fig. 2. 



^ 



Die Uaterfaätte xa Komuas. 



MS 



Fiy. 3 unlerscbreiben, und oach einem einzicen wei- 
£iiitn4{ schlitzt tue Geschichte unseres Buches mit <ler 
des joDgen Rtbi and eines bei Steinmetzme ister 
in Sehaffhanaen ausgelernten Wilbelm Joas aas Schaff- 
sen zu SteiometzKesellen am LO. April 1864. 
Darcb welche Schicksale lündorch das Buch von 
latinfreo aus in die Strassburger Bibliothek kam. 
mir onh^annt. Es darf das nber jedenfalls als 
)nders dankenswerte Fügung bezeichnet werden. Fig. s. 
damit iät jetzt zum erslenuiAl ein weitgreifendes Akten- 
aas der ächten, sonst hinter dem Schleier d»*» Geheim- 
sicti deckenden nnd die VVise.enden durch Eid an seiner 
abarung hindernden deutschen Steinmelzhatle ans Licht 
rVffetitlichkeit gelani^'t und der Wissenschaft zu ailseiti«er 
forschung freigPKt'ben. 

Was den Charakter der Unterhütte in der durch das Buch 
3ichncten Periode betrifll, so scheint as, dieselbe habe 
Laufe des IS. Jahrhunderts mehr noch aJa zuvor den 
ikter einer blossen Zunft angenommen gehabt, wahrschcin- 
tm Zusammenhang mit dem Aufhören der Verbindung 
der Hauidhütto Strassburg infolge reichsgesetzlichen Vcr- 
darauf mag hinweisen, dasa um IT^H der Ausdruck: 
btnann der Zunft" in den Protokollen erscheint. Gleich- 
blieb auch der Charakter der Hütte wie besomlera in 
oben angeführten ßezeichuung von I79G: Hundwerk der 
len fünfjährigen Steinmetzen zum Ausdruck kommt. 
dem 19. Jahrhundert aber — ich konnte nicht genauer 
äereo von wann an ^ hört die obrigkeitliche Zunft ganz 
und die frühere Untcrhutte hat nur noch den Charakicr 
tr (mehr oder weniger geheimen?) Privatgesellschaft. 



Die Bedentsamkelt des finehs abgesehen von der 
Zeich engebnn lg. 

Wollen wir jetzt den Wert unseres Buches ans näher dar- 

80 mag einmal genannt sein 
1) seine Bedeutsamkeit für die lokale Kunstge- 
llcht« der in ihm erwähnten Stütten an und heim 
Ieii8«e. 



204 Klemm. 

Einen ziemlichen Ausschnitt davon bilden die Übersichte 
welche wir dein IV. Teil unten beigeben. Von solchem, v 
dort nicht aufgenommen ist, mag hier als Beitrag zu d 
Verzeichnissen deutscher Meister aus der älteren Zeit a 
geführt sein: 

a) Konstanz: Der Dombaumeister Lorenz von Überlingf 
1505 — 21 in Konstanz, wo er am Gewölbe der Vorhalle se 
Zeichen lölB angebracht hat, heisst 1515 mit seinem roll 
Namen Lorenz Roder. &tadt(werk)mei8ter ist 1516 Marti 
1555 Peter Hilt(en)brandt, Bürger zu Lindau, wo er 15' 
Stadtmeister ist (Tielleicht mit Stadtwerkmeister Hans Hi 
braodt in Schaffhausen 1522 verwandt); 1563 Hainrich Maurt 
1591—1605 Jakob Bock; 1606—19 sein Sohn Haug (Hag 
Bock; 1621 ff. Lux Stör, Sohn des Sima. Dombaumeist 
(Meister auf der Hütte) ist 1555 Jakob (von) Rosheim vt 
Strassburg, der schon 1549 an Bauten des Stifts in Komtai 
genannt ist, 1559—63 am Überlinger Münster baute. Ande 
Meister: Jörg Kämpf von Rheineck 1555, Bürger in Konstan 
der dann 1557—63 Münsterbaumeister in Freiburg i. Br. w 
und 1561 die Kanzel dort verfertigte; Kaspar Felsch t4 
Hassfurt 1555; Bastian Hugelin von Ulm 1555; Bastian TD 
scher von Memmingen 1555; Peter Gnan, Baumeister 15& 
HansVix (Fix, Veyx) 1592—1604; Hans Gremiich 1592-9t 
Heinrich Scheffler 1592—98; Hans Glegler (Glögler, wah 
scheinlich = Hans Kleckher von Überlingen 1 588) 1592— JH 
Marte Hummel 1609 und 10; Hans Beringer 1610. 

b) Lindau: Meister Mathis Thoman 1515; Martin Ke 
1555; Stadtmeister Peter Hiltenbrandt 1563 (s. Konstaaz 
Meister Peter Wucherer 1598 und 99; Hans Humpell 1611 
Ehesayas (Jesaias) Gruober 1620; Hans Jakob Gruober 163 

c) Meersburg: Meister Hans Weisskopf 1563; GalleStrai 
1611—19; Christian Haslander von Reutte 1629-64. 

d) Radolfzell: Stadtmeister Marx Lutz 1555, Hans Ör 
lin 1563 (ob 1569 in Überlingen?). Meister Hans Grübl 
(Griebler) 1555. 

e) Salmansweiler: Meister Marx 1516—18; Bastif 
Örtlin 1555—63; Thoman Örtün 1592; Blesse 1599—160 

f) Überlingen: Meister Konrad 1516 (am Münster); B 
lay Kromer, Hans Hover, Hans Weis und Kunrad Tnicknia' 
1555; Jakob Rosheim (s Konstanz) 1563; David Pfister 164 




Die UnurhQUe ni Konsums. 



205 



fem sei wenlpstcns ein Geselle beigefügt: Hans Heckler 
[ Denke lulorf, th-r Strassburger Münsterbaumeister von 1622 
42. wurde in KoDStanz 161-1 Geselle mit dem Zeichen Fi;;. 4. 
Die obigen Mebterimmen mögen vielteicht dn 
ad dort, wo man in den fraglichcu Städten an 
Mten Zeichen mit Monogrammen antrifft, die 
Uitige Lesung der leUleren ennogiicheu. Noch 
iMir können die unten folgenden Zeichen von Pig:- 4. 
Mflistcni und Gosellcn zur Aiifhollung der Haugescliichtc ver- 
nndet werden. Freih'eh wäre noch viel wertvoller gewesen, 
wir die Zeichen von 1515—1600 besessen. 
l) Zum andern ermöglicht uns unser Buch nach ver- 
Seiten einen Kinblick in ilus Hüttenwesen. 
BezOglicb der Kntstchungszeit und dt-r Rechlsgnind- 
der ileutstlien Bfluhntte wird durch den Inli.ilt unseres 
onmis-sverständUrh bezeugt, dass die ächte deutsche 
fern davon war, sich eine frühere Entstehung, ais 
die Kügennburger-Strassburger Ordnung vun 1459 
|6i gegeben ist, zuzuRchrciben; ebenso dass all das, was 
von früheren kaiserlichen Privilcfiien vnr der Bestätigung 
Maximilian 1498 und von früheren päpstlichen Be- 
ingen vor der kirchlichen von 1502 sclion vorgebracht 
ios Gebiet der Fabel zu verweisen ist. Tliatsächlich 
ED »ich auch frühere Ordnungen, die man anfllhrt, wie 
die Trierer von 1397, bei unbefangenem Ansehen als 
Lekalstatuteo au.«, die Über einen organisierten Verband 
Hütten nichtfi enthalten und nichts enthalten konnten, 
keiner da war 
|b) Ober die Ziele, welche die UnterhUtte und damit auch 
iptbülte Tt-rfolgte, ober das, um was ihr Leben und 
s.kii Iwweyte, enlnehmen wir aus allem, ilass es sich 
Bicht um gebeimnisvulle Anschauungen und tiefe lehren 
tite, sondern um durchaus reale hamlwerklirhe Interessen, 
dafftr all das, was wir aus den altgemeinen Verhaud- 
bei n angoftihrt haben, besonders lehrreich. Auch die 
Bruderschaft hatte eine in ihrer Art durchaus praktische 
Das durchaus praktische Ziel ist der Hütte auch 
in ihrer (irundordnung gestellt. Neben der Verhinder- 
drr Akkordarbeit ist ihr Hauptsache die Durchführung 
FostatcJInng lunljähriger Lehrzeit für den regelrechleu 



206 Klemm. 

Steinmetz im Unterschied vom Maurer. Und das tritt denn 
auch bei der Konstanzer Uuterhütte immer mehr heraus, 
wenn von 1670 an in ihrem Buch der Ausdruck: Handwerk 
der (1796: teutschen) fünfjährigen Steinmetzen immer häufiger 
wird, um sie zu kennzeichnen. Nur einer, der fiinf Jahre 
Lehrzeit hinter sich hat, heisst Steinmetzgeselle (ein Strass- 
burger nennt sich: geschenkter Geselle), andere sind nur Stein- 
hauer oder Maurer, und es kostet einem solchen, wie wir oben 
zwei Beispiele fanden, schon viele Mühe und viel Geld, wenn 
man ihn zu einem Steinmetzen annehmen und machen soll. 
Von tiefen Geheimlehren aber sind Leute sicher unberührt 
geblieben, deren vornehmste und beste Kräfte, wie das doch 
gewiss die Protokollführer des Buchs waren, durch die geringe 
Ausführung ihrer Protokolle, von der die oben angeführten 
Proben genügen werden, so wenig von höherer Bildung ver- 
raten. 

c) Wenig genug erfahren wir über die religiöse Brüder- 
schaft. Es wird eben hier ausser der Aufnahme darein wenig 
zu notieren gewesen sein. Über die von den Brüdern e^ 
hobenen Gelder und das davon Bezahlte wird ja wohl beson- 
dere Rechnung geführt worden sein , ebenso, wenn etwa nodi 
besondere Unterstützungen für die Brüder damit verbunden 
gewesen sein sollten, wovon aber keinerlei Andeutung im 
Buche vorliegt. 

d) Von Privilegien oder Freiheiten der Hütte reden die 
Protokolle gelegentlich. 1665 bei der angeführten Aufnahme 
des Wolfgang Stöbbier heisst es: „Vor allhiesiger löblicher 
Lad und Freyheiten alhie in Costantz beschehen". Und in 
dem ebenfalls schon berührten Protokoll über die Aufnahme 
von Natterer, Vater und Sohn, 1664 heisst es: „Dergestaltett 
daß ehr dero handwerchsPrivilegien wolle globen und ve^ 
bleiben als wie ein rünfjeriger Steinmetz schuldig zu tbuen". 
Offenbar ist unter diesen Privilegien und Freiheiten nichts 
anderes verstanden als die kaiserlich bestätigte Steinmetzord- 
nung (vgl. uuter e. 1688). 

e) Spuren von einzelnen Bräuchen der Hütte sind mir fol- 
gende entgegengetreten: Eine Versammlung der Unterhätte 
halten heisst: ein ganz löblich Handwerk der Steinmetzen zu- 
sammenberufen 1664, ein Handwerk halten 1688, 1796: ein 
Gebot oder Handwerk. Der Aufgenommene wurde eidlich 



Die Uaterhutie za Konsum. 



207 



mpfljehtei. Su Lei den bci<1eTi Kälterer t664: „Haben auch 
iliu Kyilbtatlt gelobt demfielbigen. waß ihnen vorgelialieii wor- 
ik-tt, oacb Eißeristea äoiß nacbkomea uud globen*. So lenü: 
,HAben auch bei einem lüblicluni Handwerk versprochen allen 
nrgehallcnen Artikul nachzuleben uud getreulich an EiiL-^lal 
n bähen*. 

IMss (las eigentliche Erkennungszeichen Ae& ehrbaren (der 
iisiradc aaagewiescii kommt nicht vorj äteiuuiet^cn nicht 
itwohl das Steiumetzzeicheu , als der Gruss ist, dürfte aus 
interessanten Eintrag vom 27. Mai 1714, den» einzigen 
dtmr Art. den ich fand, erhellen. Hier wurde der Geselle 
in Meiitten Gottfried Natterer, Mnthi:» Üanner von Über- 
ha^n, weil gerade eine Venjauinilung in Überlingen war und 

et bald wieder eine in Aussicht, vor Beendigung meiner 
t le<Ug gesprochen, nucu da^ Ehrenzeichen ihm bei- 
aber .ihm die Zeit, so schriftlich von Constanz erteilt 
vorbehalten, dtiss der Matthias Daner die nocli Übrige 
ä^ Handwerk^ibi'uuch ohue Krötfnung dej^ Gnieäü bis auf 
^ft 4. Aoguüt zu erstrecken und bei seinem I^hmieister gar 

HTod »SKtigen etwaigen iJr&uchen bei der Aul'aahuie, ab- 
ea von der Zeichen gebung, findet sich nirgends eine 
ebensowenig vun einer besondern Stufenordaung unter 
Fer^nal der Unterliiltte ausser bei der Nennung zweier 
iater und eines Beiuelstors im Jahr 1849 (s. unter II). 
[auch der dort im l'iolokoU sich findende Ausdruck »vom 
iden Alter" ein terminus technicus für die Dauer der 
iteo Wahliiuriüde ist, wird nicht sicher: der Ausdruck 
rister wUrde dazu |)«!aen. 
Im allgenieiuen werden wir uns bei diesen und ähnlichen 
hagra ^u ^ergt-gcnviarti^en haben, dass diese Pi'otokoltführer 
Mfc bei der Mühe, die ihnen da& Schreiben sichtlich machte, 
möglichst der Kürze beflissen haben und das ihnen 
lebendigen Praxi-s Geliiufigc nicht mit aufgenommen. 
äbt altfo vorerst immerhin noch Über manchen Einrich- 
und Vorgäugi-u in der Hütte ein Schleier liegen. Die 
aber wird klar geworden seiu. Wir haben eben 
Dur ein Aktenstück , nicht z. B. die Akten Über die 
lutenz mit Sirassburg u. dgl. 




208 Klemm. 

IT. Die Zelchengebnng der UnterbUUe. 

Von ganz hervorragender Wichtigkeit ist der Umstand, 
dass wir in unserem Buch die authentische Aufzeichnung ma 
grossen Zahl von Zeichen, die in ihr erteilt worden und, vor 
uns haben. Beginnt dieselbe auch leider erst im Jahr 1602, 
so ist doch das Interesse ungescbwächt dadurch, dass wir von 
der damals noch lauge erhaltenen Verbindung mit der Haupt- 
butte in Strassburg wissen, so dass wir nicht etwa annehmea 
dürfen, wir haben hier nur Beispiele aus der Zeit des 2er- 
falls der Hütte. Bei alten seitherigen Au&tellungen über die 
Zeichengebung der deutschen Bauhütte war ja das der grosse 
Fehler, dass man nicht in der Lage war, ihre Richtigkeit n 
den vorliegenden Zeichen selbst zu prüfen, weil man w(Al 
eine ganze Reihe von Zeichen am gleichen Ort, z. B. in Stra» 
bürg hatte, aber kaum von einem derselben nachzuweisei 
war , in welcher Hütte dieselben erteilt worden waren. Bä ; 
der steten Wanderschaft, bei dem Wechsel der Gesellen konnte ' 
man fast nie wissen, ob die Zeichen an einem Bau von ii! 
der Hütte des Orts ausgebildeten Gresellen oder von andeisw» 
zugereisten herrühren. Jetzt können wir sagen: Hier an dea 
Konstanzer Zeichen, an diesen Zeichen einer wirklichen Strass- 
burger Unterhütte, müssen alle Theorien wie an einem Pr&P 
stein sich bewähren. Deshalb habe ich also dieser Studie öne 
grössere Sammlung dieser Zeichen auf den nachfolgenden Tir, 
fein beigegeben, und zwar in einer Form, welche gerade aack 
für die eine oder andere der bisherigen Theorien sofortige 
Prüfung leicht erlaubt, nämlich in der Art von Stammbäume, 
so, dass jedem Meister seine Söhne oder seine in seiner Lehn 
ausgebildeten Gesellen oder beide mit Namen imd Zeichen, 
soweit das eben in dem Buch der Unterhütte erreichbar war, 
beigegeben sind. Um im folgenden leicht auf das einzeh» 
hinweisen zu können, habe ich alles nicht nur nach den vier 
Orten und darin je nach der Werkstätte eines Meisters zu- 
sammengestellt, sondern auch durchnummeriert. Es ist anzo- 
nehmen, dass die 178 Namen und fast ebensoviel Zeichen 
wirklich ein volles Bild von der Zeichengebung der Hütt* 
geben. Stellen wir also an sie unsere Fragen, sehen wir 
was sich an ihnen entscheiden oder wenigstens einmal beob 
achten lässt. 



Die Uttt«rhattv zu Konstanz- 



sod 



1) Die bedeotcniMe Arbeit neuerer Xuit btizuglicli der 

der ZeichengebuD^' in der deutschen Uauhütte ist aner- 

atennusen die von Rziha (s. o.). £r ist bekanntJich zu 

Ergebnis gekommen, sätutliohe Stet nmctz^ci dien seit der 

Zeit und so auch die der deut^chni Bauhütte seieu 

Schlfisseln konstruiert, d. b. auB geometrischen Grund- 

und hat vier Cr und formen solcher, au.s denen sich 

ioernlschlussel t^cwimicn lassen, herausgestellt: Quadra- 

Triaogulatur, Vierpass, Dreipass. 

laa sagt diu JCeichengebung der Konstanzer HUtte zu 
Annahme'/ So viel ich sehen kann, tiagt sie ein Nein 
Und waromy Darum, weil in uuaerem Buch die Zeichen 
lugleicb, bald Kioss, bald klein, so gar nicht als ob hier 
iche Figuren sollten dargestellt werden, so willkürlich 
ich des Weglassens oder ZuHigens der oder jener Zu- 
vielfach so gar nicht eine des Zeichnens kundige Hand 
ilend, ausgeführt sind, das« man gar nicht den Eindnick 
»mmt. es handelte sich hier um Wiedergabe von Zeichen, 
denen eine kleine Abweichung in Länge, in Winkelstel- 
ja sofort auf einen ganz andern (inindschlüsscl fTihren 
Mit andern Worten: die peinliche Sorgfalt, welche 
Grundbuch der Hütte, da wo dem Ge&elleu das Khren- 
zuerkannt und die&es zu bleiL>endem Gedächtnis auf- 
wurde , ganz notwendig walten mfisste bezüglich 
rAv^Obmng jedes einzelnen ZeicheuH, wemi dieses aus 
Schlüssel konstruiert sein und in ihn pas-scn musa, er- 
at hier thatsachlich durchaus nicht beobachtet. Ich kann 
hier nicht uäher uachweisen. Wer aber das Buch sich 
will, wird es bestätigt finden, da.ss derselbe Mangel 
[WEhow Bildung, den wir sonst in den Aufzeichnungen 
ge^mdcn haben, auch in diesem Punkt zutage tritt, 
doch das geometrische Zeichnen diesen Protokollführern 
firemd sein konnte. Ich habe neulich iu einem Aufsatz 
Hothes, einem uusgewie^eneu Steinmetzen, wie er sich 
it, Bber Dombaumeister Schmidts Hüttenguhoimnis 
Allg. Kunsti'hr. 1802, S. 2 ff.) gelesen: „Die Ent- 
des Uätteugcheinmisseä würde bewirken, an einem 
aber allerdings nur an einem sehr genau aufgenommenen 
letiznchcn zu ersehen, in welcher Hütte der betreffende 
letz daj» Zeichen erworben, also seine Ausbildung <^m- 
. t «Mik. 4. OkNTtu s. r. IX. z. 14 



Kle»». 



habt*. Ut 4tm w. 4ias innt doch wikriich 
m der Hfitte. «o er du Zekhn eiUH, in dem Btch, 
dkau Akt fixiert ist nsd a«f die Endlang des Zeick» 

ist, dicaei Zcktea gesan, ja sehr genau infpHfwl^B Ob 
Da. soSt» au neiiieB, mu^v^ es in dm 
der HüUe hineingenekhnei ersdieifien. Auch nur sokte 
Kuügkdt ivt aber alae tlMtrtAieh Uer ebensowenig zn 
als bekannUicfa in der pr a k tia diep AnsfUhnin;; beim Et! 
der Zeichen in die Stdne. wo die Zeichen, weil vun f; 
Band anagenihrt, w gat wie nie sieb ganz pleich siod. 
mAbI die sorgfilti^r ausführten Meisterzeicbea. vna 
iffHiTw^i* am ^ ei dhen Bau erscbeinen, wie z. B. du 
Bans BöbIinE;:er in der EssUnger Fraoenkirche, sich 
ganz decken. Ich mochte also znerst aas der A' 
der ZeicfaeD in an&arem Buch die Lehre ziehen: Es kiK 
der Bdiandlung der SteinmeUzeicken in der Hütte vA 
fVeiheit gdierrscht als dien bei der Annahme der Rzibi'i 
Theorie von den SchWasdn mißlich wäre. 

2) MSge dem sofort das beigefügt sein, dass j 
spexi^lc Vernintung von Rziha (a. a. 0. S. 47), , 
StrassbuTger liütte ihre Zeichen aus der Qiiadratur 
lertti und mit ihren zugeordneten Unterhütten bei di 
Konstruktionsprinzip immer verbtieb", die freilich schon 
seine eigene Aaf!<tellung eines SpezialschlUssels aus der 
gulatur für Heidelberg (a. a. 0. S. 46) ein Loch bdci 
bättef durch die Zeichengebimg der Konstanzer üütte 
dingt hinfällig geworden ist. Es sind da ja so viele 'i 
mit krummen Linien, wie sie bei der Quadratur nie voi 
meo könnten; überhaupt würden diese Zeichen wohl jede 
von Gnindfigur erfordern, am sie darzustellen, nicht in 
zu bringen sein. Die Zeil, dies zu vei-suclien, habe ich Die 
Es genlige, darauf hinzuweisen, dass das Zeichen des 
111 das Gegenhild zu No. 932 bei Rzilia ist, das nach ihm 
aus dem Vierpaaschlüsel stammt, dagegen das Zeichen <i' 
Gesellen ä5 bei Rdha unter Ko. 936, das de« Gesellen 4 
bei Uziha (nur mit einem Zug. der hier nichts ausmacht, 
weichend) unter Ho. 937 kommt, beidemal aus einem 
pftsschlUssel konstruiert Es involvierte also auch die 
wcntlunK des Dreipasschlüssels keine Lossagung von der & 
burger Oberhilttc (Rziha S. 51). 



Die UaUrbatte zu Konstaur- 



211 



Es winl Hielt weiter rragen, was wir überliBU[>t über 
ift'irkung (iur Hütte auf die Zcicliengebung aus uuserem 
erfahren. In deu meisten Fällen heilst es nur: „\ind 
Ehrenzeichen, wie liier zu sehen*, oder: „dessen 
ist beistehend" ii. dgi. Al>er wir tindeu dann 
den Aosdrack (1729): „and ist sein ahnvcrf^nntes Ehrcn- 
m', »sein Ehrenzeichen, welches ihm ist vergunt worden* 
.ruerkanut" (1722), weiter: „dessen Ehrenzeichen ist 
roD Seiten eines ehrsamea Uaudwerks günstig mitgeteilt 
lÜen', uder (1808) „auch ist ihm das gewöhnliche Ehren- 
^|fcbeige^eben worden"; endlich (1H3S): „und demselben 
^Bm Ehrenzeichen anvertraut ist" oder (1864) „er halt 
h dieses Zeichen auserwähit". Wir können, glaube ich, 
i diese Ausdrücke dahin vereinigen: der neuangehende Ge- 
le luUtc zunächst die Wahl des Zeichens; es niusstc aber 
jHandwerk geprüft und anerkannt, ihm vergönnt, bei- 
,, anvertraut werden, wenn es als sein Ehrenzeichen 
sollte. Kach welchen Gesichtspunkten aber der Geselle 
!r Wahl, das Handwerk bei der Anerkennung oder even- 
Änderung (s. a. 7) verfahren mochte, das bleibt uns 
bei diesen Aussagen unseres Rudis unbekannt. 

UeinerseiLs habe ich wiederholt (z. B. Wärtl. Bnu- 
tind Hildh. bis ums Jahr 1750 S- 26) darauf hin- 
JD, dass sich hei Vater und Sohn nähere, oft bis zur 
jit gebende, bei einem Meister und dessen Lehrlingen 
weiterliegende Ähnlichkeit der Zeichen, die allem nach 
fWabl liestinimt oder mitbestimmt habe, hnde. Wie stellt 
iLunser Buch dazu? 

Volle Gleichheit der Zeichen bei Vater und Sohn erscheint 
Pl4 QDd 21; eine Ableitung des eiacn vom andern, grosse 
Cbchkeit also bei 131 und 135. 114 uud 151, 152 und 153, 
155 und 156, 159 uud 1G5, 161 und 1G9. 

cmraiKttfichaft der Zeichen von Meister und Lehrlingen 

findet sich bei 34 und 36 (ob Vater und SohnV), bei 

EggmUllcr 41 und 48—52, bei Meister Badlogg 51 

Mioeti Gesellen 53—58, bei 131 und 136. bei Johannes 

IM und seinen Ijcsellen 157 — 159. Auch ist Äholich- 

der Zeichen vorhanden bei dem Zeichen von Gesellen 

Meisters, dessen Zeichen wir nicht kennen, bei 16 

U* 



212 



Klemn. 



bü 2ü, 130—134. DDd bei solchen, während des Meis 
Zeichen feraer H^t löO — 164. 

Dagegen ist onvcrkennbar wenig Beziehang zwischen 
Zeichen von Vater und Sohn bei 38 und 45 (mebr bei 
bei 57 und 59, hei 66 und 77, bei 90 and 91 und bei 
'lächeu von Meistern und Geselten oder letztern allein 
tJ— 11, 40-44, 57 und 60—64, 142-150. Ks erweist 
also dieser Uesiclitspunkt als zwar teilweise zutreffend, 
auch nicht in dem Umfang, in dem ich das ennitrtet hi 

5) Wir können hiemach nur sagen; Was bisher als 
gebend für die Zeichongebung aiUgüstellt wurde, ist es nie 
oder nicbt in dem gedachten Umfang. Es scheint vielt 
sich das Ergebnis dahin zu neigen, dass die Wahl des ZeU 
eine fast ganz freie war. Es dürfte am Ende mehr 
angekommen äein. gewisse Teile des Zeichens m zu furuiie 
dass ein Winkelmass, ein Hicbtscheit u. dgl. darin 
gebiMet ersclieinon mochte, vgl. 59, 63, 132, 154- DicKTÖs 
Freiheit in der Wahl des Zeichens würde zu dem 
was wir bei lli, 2e bezüglieli des Grusses als des eigeotli 
Erkennongszeichcnd gefunden haben. Gelöst scheint also 
Frage, was bei soosti^i^er Freiheit doch Tür die Zeictieni 
bestimmte Grenzen zog, nucb nicht. 

6) Merkwürdig ist noch zu beobachten; dass mehrfach 
gleichen Zeichen wiederkehren und teilweise in sich sehr na 
liegundeu Zeilen. Vgl. 4 und 130; 10uud42; 14(21)undi: 
Ifi, 98, 105 und 167; lU und 134; 23 und 174; 38 und \i 
47 und 51 (52V); 50 und 54; 57 und 106; 73 und 75; 74 
160; 87 und 96; 101 und 178; 104 und 111; 110 b und H 
112 und 164; 155 und 170. Besondei's unser Jahrhundert (i 
bis 106) scheint hienach gern bei dem früheren Zeichenvor 
entlehnt zu haben. 

Will man also sagen, die Prüfung des Einzelzeichens durc 
das HaiidvfKrk habe sich darauf vornehmlich gerichtet, da*a 
nicht ein schon vorher in der Hütte vorhandenes Zeicljt-a 
wieder vorkomme, so müsste man das etwa dahin einschränken, 
dass nicht eines noch am Ort lebenden Hüttenbruders Zeiclies 
lum zweitL-nmal gewühlt werden sollte. Man kann aber auch , 
eine gewisse lieschräukuiig in der Wnhlfreihcit daraus folgern. 

7) Eine besondere Besprechung verlangt noch die Frag«,}, 
ob etwa bei denen, welche nicht nur fünfjährige Steinmetzen, 





[He unterhält« xu Konslaiu 



213 



anch Brüder der Bruderschaft waren, andere Können 
ZeictiengcbuQg geberntclit haben mochten, so das» 
jene Schlüssel a. dgl. bei diesen Anwendung gefunden 
möchten, wenn auch nicht bei jenen. Nach allem, was 
ßnden konnte, ist auch diese VcAtUi zu verneinen. Manch- 
ist zu dem Eintrag über die I^ssaj^ung des Oesellen, 
Zeichen beigegeben ist, bloss ilie Beinerkung, dass 
ier wurde (mit dem Datum) beigefügt ohne jede An- 
lang bezüglich seines Zeichens. Einigemal lie-gen Beispiele 
dass die Leute als Bruder dieselben Zeichen haben, wie 
[Gesellen überhaupt. Einmal <s. lU8a u. b) iHt der Unter- 
nur der, dass 1701 beim Bruderwerden das 1700 er- 
Gesellenzeichen mit einer Ellipse umzogen ist (s. nach- 
8b). Dagegen in zwei bis drei Fällen, z.B. (HOa u. b) 
«Dem Birk, der Hi90 Geselle, 1705 erst Bruder wurde. 
wirklich das Zeichen dann geiindert worden. Warum, 
nirgends ersichtlich. Es dürfte mehr nur zurällige 
gehabt haben. 
B) Von besondci-n Beobachtungen bezüglich der Zeichen- 
Dg ist noch folgendes zu erwähnen: 
Von 1612 an siud den Zeichen vielfach Monogramme 
geben, einigemal (1686 — 93) der «■ollausgeschriebene Na- 
Ein Zeichen spiitcrer Zeit aber und einer Ausartung 
wenn die wohl bei den Hausmarken langst übliche Ver- 
des Monogramms in die Figur hinein auf Steinmotz- 
en Übertragen erscheint, wie bei 172, 173 (M u. ü) und 
(D u. K). 
|b) Ganz merkwürdig ist, dass von 1701 an die vorher 
Umrahumng belassenen Zeichen auf einnuat in der Um- 
einer Ellipse (nianchmal einem Kreis) wiedergegeben 
len: nur cm paannul erscheint ein Schild und einmal 
1757 ein punktierter Dreipass. Im allgemeinen entspricht 
wobl den damaligen Architekt Urformen und Siegel- 
Abcr es scheint doch uichl ganz Zufall und etwa 
ffillkUr eines neu eingetretenen ProtoküllFührers. Von 1795 
tn hört dann diese Umrahmung wieder auf und findet sich 
inr bei zwei auswärtigen Gesellen (s. o. in 11 B). 

c) Als reine Willkür des Protokollführers erscheint mir 
jbigc^en das, dass oft eine solche Ellipse (bei lü ein Dreipass) 
tar punktiert ausgeführt ist, vgl. 63, S9, fil. Ich nehme 




i 



214 Klemm. 

entschieden an, es fiel jenem schwer die gelx^ene Linie ordent- 
lich hinzubringen und leichter sie in Punkten wiederzugeben. 

Eine ganz seltsame Zuthat hat der nns schon genannte 
Matthis Danner (164) zu seinem Zeichen erhalten, eine Krone 
darüber und Palmzweige (?) zur Seite, als er 1714 vorerst 
ohne Eröflbung des Gmsses (III 2 e) ledig gesprochen wurde. 
Der Grund und Sinn dieser Auszeichnung (bei der man fast 
an die vier gekrönten Märtyrer, die Patrone des Steinmetzen- 
handwerks, denken möchte) ist mir nicht näher ersichtlich. 
War er etwa der Ellipseneinfassung noch nicht würdig, weil 
noch nicht ganz fertig, und sollte doch dnrch die UmrahmuD; 
mit den Symbolen der Handwerkspatrone unter ihren Schnts 
gestellt erscheinen? 

Überblicken wir nochmals alles Gefundene, so sehen wir 
wohl, es geht auch hier wie bei jedem neuen Fund in der 
Wusenschaft: manches bisher dunkle wird enthüllt und darcb- 
sichtig; aber es tauchen auch wieder andere neue Fra^ da- 
mit auf. Möchten bald weitere Funde und Enthüllungen luu 
weitere Fortschritte auf einem noch so wenig erhellten G^ 
biete möglich macheu. 



Von 



Bernhar«! von Simsoit. 



IT ChroBJk des Regino von Prftin nnd den 
k Annales Mettenscs. 

Per Htu dem Kluster Admunt stninmendc Wiener Codex des 

H(c!iio No. 408 (7 hei Pertz; A l a bei Kurze) enthält zum 

,in5 einen Zusatz, welcher die Schicksale eines venetiani- 

Khen Dogen betrifft Der Anfang der Stelle Inntet auch in 

ItTDenesten Ausgabe von Kurze, S. 50: 

Eodem tempore Veneciae dux propter invidiam et 
insidiati aliquiiutomm Venetiarum, dante» occasioucm 
d etc. 
Dann heisst es weiter; 

Quam rem idem Imperator dlligentcr exquiren3 et 
(niudulentas insidias Venetiarum aperte cognoscens, 
illonim incusationes pro nichilo duxit et eundem ducem^ 
Antbipatrum patricü fccit . . , 
Dem entsprechend figurirt im Index (S. m2) Anthipater 
VtfDCtiiie (775). 
Bütuerkungei), welche ich an diese SteUe in den J.ihr- 
Korii des tirossen IL 336 geknüpft habe, hat Kurze 
Kichtigt gelassen oder übersehen. 

lachst habe ich dort darauf hingewiesen, dass Venetiarum 

ich beidemal fehlerhaft und in Vetieticorum zu ver- 

iSL Das übrige habe ich so erklärt: „Der Kaiser 

diber nicht nur die Untersuchung falten, äondem zeichnete 



216 V. Simaon. 

den Dogen sogar durch Erhebung zum Anthypatoa (Pro- 
konsul) u. s. w. aus." Diese Erklärung darf ich für zutreffend 
halten. Sollte noch ein Zweifel danlber bestehen, so verweise 
ich auf die Nachrichten der Annales Beneventani 915. 943 
(SS. in, 175) über Landolf von Capua, welcher die byzan- 
tinischen Würden eines Anthypatus und Fatricius empfing: 
Primus annus patriciatus domni Ijandulfi, antipati, patricii 
et principis — Landulfus antipater.*) Wie man sieht, kommt 
die Korruption von anthipatus in Antipater auch sonst vor. 
Einen Anstoss bietet in jenem Zusatz zu Regino nur noch 
patricii, wofür wahrscheinlich patricium oder patriciumque 
zu setzen ist So unterschreibt sich der Herzog Marinas von 
Neapel (975): Marinas consul et imperialis anthipatus pa- 
tricius (angeführt von Bresslau, Urkuodenlehre I, 786). Der 
Doge, von welchem die Rede ist, war, wie ich ebenfalls schon 
früher bemerkt habe, vielleicht Beatus'), der nach andern 
Quellen ^) mit dem Titel Hypatos geschmückt von Konstantinopel 
nach Venedig heimkehrte. — 

Im Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Ge- 
Bchichtskunde XV, 557—564 habe ich einige Bemerkungen und 
AndeutungenüberdieAnnalesMettensesnieder^el^, welche 
teils der näheren Auseinandersetzung, teils der Ergänzung 
und Berichtigung bedürfen. Vor Allem scheint mir klar, dass 
sich aus jenen Bemerkungen eine deutlichere Einsicht in das 
öfters in verschiedenem Sinne erörterte Verhältnis zwischen 
dem Fragmentum de Fippino duce und den Annales Mettenses 
ergiebt. Es ist danach wohl unzweifelhaft, dass das Frag' 
mentum weder ein Auszug noch, obschon dies Wattenbach in 
der neuesten (6.) Auflage seiner Creschichtsquellen I. 129 an- 
nimmt, die Quelle der Annales Mettenses ist, sondern beide 
auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen. Diese Vor- 
lage ist auch in der Vita Dagobert! III. (SS. rer. Meroring.; 
II. 516. 518), sowie in den in einer Handschrift dieser Vita 
enthaltenen Grenealogiae Dagoberti und Pipini benutzt. Aach, 
war diese Vorlage unfraglich keine besondere Schrift, 



^) Vgl- auch die Note d&zu: ävfrviracos i. e. procoosul, sowie dw -^ 
TOD Waitz verfasste Glosaar p. 917 und L. v. Ranke, Weltgescbicht* 
VI, 2, S. 11. — ') Aber nicht desseo Bruder Obelierius, wie Bomamoiw .^ 
Storia di Venezia I, 140, N. 1, meint. — *) Johami. cbron- Venet. SS. VS« 
14. Andr. Dandul. Muratori SS. XU, 157. Jahrbdeher Earla d. Gr. n, STSw' 



Zq Begina v. l*»]!! uad dea Annalea Metieaaea. 



317 



aoodern lediglich der Anfang jenes nrnfas^enden 
Werkes, welches die Ann. Mettenscs bis zum Jahr 
305 BUsgesubrieben bitben. Schon die Tliatsacho, dass 
a«ch das Chronieon Vcdastinum sowie die Gest. abh. Fon- 
tucflensiuin (c 8, (hI. Löwenfeld S. 26—27) bereits mit 
dieaen Anfang Übereinstimmungen zeigen , weist darauf hin. 
Dm eslsprutrhend erkennen wir auch in dieb'er Vorlage schon 
,deo ersten wiu in den letzten Particen durchgängig dcn- 
Stih Man vergleiche das wiederholte Vorkommen der 
»toiHdieii Wendungen, wie infra principatns sui tcrminos eu 
qvM [«eis erant dispoueus — ea quac pacis sunt po3tulan:> — 
dual et quac pacis crant infra sui regiminis terminos diä- 
poneret — Inter fiaes regni sui ea quae pacis sunt dis[K)nenK 
(713. 717. 741. 764); femer ipse totius regni halwnas cum 
gloria et honore traciabat (693 p. 32I)'J mit ipsaqne 
taitti regi habcnas traciare pmesumebat (714). Besonder:« 
leu&wert ist die süliätische Übereinstimmung einer 
in Ann. Mettcns. 717p. 324 mit einer ganz entfernten, 
SS. I. iy2. Xm. 33: 
Cistnimetalus est antem 1 Castrametatl »unt autcm 



haut procul a se ilti innumera* 
blies cxercitus diMantos. 



altt^ou oxercitos band procul 
a w diifUntcs in i>ago Caniara- 
«se. 

Ferner hat sich herausgestellt, dass tu der Vorluge einige 

Da anders lauteten als in den Ann. Meltense.H, wo sie 

ipirt sind, Su hiess es in jeuer €90: ne tjTanoidem 

rtnr ejtercere vcl aacWliam ^nicht no tyrannidem v. e. a. 

.V M. p. 320). 693: Anno deinde incarnationis . . . 693, 

>ini vcro singularis priDci[Ȁtus 3. Theodericu.* . . . morilur 

Anno doraliiicae incarnationis domjni nostri Jesu 

Ü') 693., Pippini vcro aingularis principalus super Theo- 

:nin . . . moritur, wie A. M. p. 321). — Ipse totiuj- regni 

Ibenas . . . tracubat (nicht Ipse totius regni habens 

riYilci^ium ... tractabat. wie A. M. ibid.) Die Worte 

nomm vero scilicet et Seiiouum ceterarumque urbium ad 



^ VgL a. Anhiv XV, 560. — ■) Uiunit erledi|[t tich die nrnK-rkung 
*V«rtt; »Mit buc «erbt aot duo qnae pr*ec«duD( RloHeina »uuf; 
tu Aarfh Veneh«B tut Mad« md dtdorch Aie l'autologte eiit- 



218 ^- SimBon. 

ipsum ducatum pertfoentium (693 p. 321) sind in den Ann. Mett, 
wie bereits N. Archiv XV. ö63 bemerkt, an eine falsche Stelle 
geraten. Wie unharmonisch stoasen hier die Partikeln vero 
und scilicet zusammen! Das vero wird zum Folgenden ge- 
hören: Juniorem (vero) filium suum, nomine Grimoaldom, 
maiorem domus cum Hildeberto rege constituit*), während 
die Worte Remorum scilicet — pertinentium , die hiezu in 
keiner Weise passen, mit Drogonem — ducem posuit Bur- 
gundionum zu verbinden sein werden. Vielleicht &Dd der 
Metzer Annalist diesen Zusatz in einer Bandnote, die er an 
unrichtigem Orte einschaltete. ~ Unter 741 p. 326 enthält 
decreto Romanorum principum wohl eine Abweichung von der 
Vorlage, deren Lesart in Clhron. Moissiac. SS. I. 291: et de- 
creta Bom. princ. erhalten sein wird (vergl. Brunner, Deutsche 
Bechtsgesch. II, 84 N. 5). Auch die in Mett. fehlenden Worte et 
populo Franeorum (Chron. Moiss. p. 292) werden auf die Vor- 
lage zurückgehen. Zum J. 743 stand ohne Zweifel auch in 
derVorlageperlocapalustria, wie in Fredegar. cont 26(112), 
SS. rer. Merov. ü. 180, woraus Ann. Mett, p. 328 das un- 
sinnige per loca per quae plaustra ducebantur gemacht 
haben. Unter 803 schreiben Ann. Mett. (SS. I. 191. Xffl. 32) 
ganz verwirrt^: Inde vero ad Regenesburch veniens, dis- 
positis his que utilia videbantur esse, adventum exercitus de 
Pannonia redeuntis prestolabatur. Quibus reversis, obviam 
illis ad Begenesburch venit. ') In der Vorlage stand statt 
des ersten Begenesburch vielleicht Salzburch, da Karl d Gr* 
im Oktober 803 in Salzburg verweilte und sich dann nacli 
Begensburg begab. Dagegen wird, was bisher allgemein übe^ 
sehen ist, anzunehmen sein, dass bereits die Vorlage, wie die 
Ann. Mettenses (693 p. 321), Pippin den Mittleren seinen ältestes 
Sohn Drogo zum Herzog der Burgunder (statt zum Herzog 
der Champagne) einsetzen Hess. Denn auch im Chronicon 
Vedastinum , welches wenigstens nach der Ansicht von Waitz 
auf die Vorlage zurückgeht, heisst es: Pippinus Drogonem 
primogenitum suum ducem posuit Burguudionum, tradena 
illi uxorem Anstrudem (695. SS. XIII. 698). — Auch mag 

') So auch Gen. Dagobert!: Juniorem vero filium suum Grimoaldom 
omni domui sae prefecit. — ^ Vgl. Forschiingen z. D. 6. XX, 404. Jahr- 
büclier Karls d. Gr. n, 297, N. 2j 298, N. 2. — *) Aach im cod. BS 
des Regino (Kurze p. 64) lautet die Stelle so. 



Zn Bt^oo V. PrQm untl deo Annales ^etteiucB. 



219 



il schon die Vorlage, wie die Genealugia Pipini, von 
gesafit habcQ: Praedtcta autem niatrona repleta omni 
gdenüa quasi tilium suam cotidlc Pipinam salutaribus allo- 
ABunoncbat — Ipsc vero gracia divina prcditus cunolas 
ibres ut mc ijenitricis amnionitioiteB strenuis preveiiiebal 
moribos (vgl A. M. 687 p. 316, wo quasi und at fehlen). 
Ich habe es friiher (N. Archiv XV. 564) ah atiffHlIig be- 
■icbiict, dass Begga hier nicht als Pippins leibliche Mutter 
.jOgeseben zu werden scheine, ßei weiterer Überlegung wird 
wahrscheinlicher, das» qua^i und ut hier nur so- 
«als" bedeuten solleu, etwa wie bei Jordanis im Vor- 
wort zu den Geu'ra an Castalius: tu, ut vicinus genti und 
Schloss des Werkes (LX. 316): nee mc quis in favorem 
il praedlctae, quasi ex ipsa trabenti origineni, aliqua ad- 
credaU ') 

Kurze Dimmt an, dass die jVunales Mettenses auch die 

iDt des Rcgiau in einem aus St Arnulf in Metz stam- 

Dden Codex des 11. Jahrhunderts (B 3, jetzt In Paris 

iSft 501") benutzt und aus dieser Handschrift einen Teil der 

ttze geschöpft haben, welche in ihnen mit Reginos Text 

sind.'] Allein die crstere Annahme ist nicht 

nclilig und die letztere sognr sicherlich unzutrefTeud. 

Jme Zusätze stammen ohne Frage aus derselben Vorhige wie 

Andere, welche sich in jener Handschrift des It^ino 

finden. Ausserdem worden auch diejenigen, welche die 

mit den Ann. Mett teilt, in ihr unvollständig wieder- 

. So fehlen in Reg. B 3 799 die Worte et in Augia 

lur (Kurze S. 61). welche nur der Reichcuauer, jetzt 

rbniher Codex (B 2 i) enthält. Femer fehlt der ausführ- 

Zusatz der Ann. Mett. zum ,1. 805. Unter 804 (Kui-ze 

sind die Worte der Ann. Mett.: Ibique veris tempore 

in Ibi veris maneus verstümmelt. Klar tritt daa Ver- 

auidcrdem üi den Stellen Über die Bestattung der 

ligin Bertnula (783) hervor: 



*) AocL antiqulsL V, 1. p. M, 138. (Über eio«Q nndeni eifftmtam- 
Gtfbnueli ton quasi b«j Gregor tod Toors vgl. Rrunner, Deutsdu! 
ste U, IM, y. a.) — ■) N. Archiv XV. 009—310; prüf. 
RagtM p. XIY. 



330 



T. Siiuan. 



An. MelUMM. 

et lepaltft eit in 
CSuduo. Sed lade tnuB- 
Ista Fuiün, tquillft 
est inxta virnmiaaB 
ia — '**«^** a. KoaSm 
narltaii 



BegiBO BS. Eune 
P.M. 

et «epaltt eBt in 
OudKO, Md indetruf- 
Uta ParishiB, sepolust 
in Qeckri» b. Dioaxii 
iMitiEik 



Fngm. DeracMB. 
8&X]IL8fr 

eUit in oumMteria 
CMidaeo. bidetnunlatn 
eMin pagom FaririaeniB, 
npoltaqafl est InbMQi- 
euB «.IHiNijii »»»rt iri » 
Inxt» «epaieiiram 
▼iri ini glorioii Pi- 
pini regii. 

Wie die Ve^eichai^ mit dun BYagmoitaiii Berneme zeigt, 
Strien die Ann. Hett der Quelle näher als Beg. B 3, wc 
die Worte ioxta vimm anom fehtou Die betrefenden Zu- 
sätse, wdche in die gedachte Beginohandschiift auch erst in 
12. Jahrimndert eingeigt sind, werden mithin nicht «n 
dieser Handschrift in die Ann. Hett, sondem omg^ehrt m 
den Ann. Mett in jene Qbertragen sdn. 

Weiter will ich nicht anf alle Einzelheiten des Textes m 
gehen. Dazu würde sich GWegenhät bieten, wenn man d« 
Versnch machen wollte^ den Wortlaut des verlorenen Werin 
aas den Annales Hettenses, dem Ghronicon Moissiacense mi^ 
den ttbrigen Quellen, in welchen ee benutzt ist, sowdt « 
möglich wieder herzostellen. Dieser Versuch , in der Art, vii 
Giesebrecht die Annales .Utahenses, Scheffer -Boichorst dk 
Anoales Patherbnmoenses rekonstruiert hat, harrt noch dei 
Ausführung. Bisher sind nur Ansätze dazu gemacht worden. 
namentlich durch VVaitz in SS. XIII. 26—33. 



Kesacbc 
badiscber Fürsten aad Fflrstmnen in Koin. 

Friedrich von Weech. 



Lbtfr diu Besuche vou Mitglitideru des badi^^chen Fürsten* 

in Rom sind teils in gednirklen Werken, die nur 

verbrt'ittit sind und deren labuJt deshalb in weiteren 

kuuiu bekannt ist, ieüa in den Akten des <irosah. 

Qnd StajiU&rchives, teils in dm ßcHtünden des Cere- 

lives in Rom Mitteilungen enthalten, die als Deitri'ige 

jo^plüe dieser Fürsten wie aucli zur Kulturgeschichte 

VerÜffeatllohuiig wühl verdiene». 

9besoDdert> die Auszüge aus rlciii Cereinuniiilarrhiv 
ein Interesse, das über die Aktualität der einzelnen 
tvnbüsuche hinaus, da e» sich um Vorgänge handelt, die 
Mittelpunkt der kathulli^cheu Welt volldeheu, die Auf- 
ccit ilcr Leser dieser /eitschrift in Anspruch nehmen 
Das noch vor kumein völlig unzugängliche Ccreiuonial- 
ntÜT. das, früher im Qnirinalpal.ost iiufbewnhrt, seit seiner 
ülerieruDg in deu Vatikau mehrlaoheii Wechsel der Auf- 
{sröiraic erfahren hat, dio der Onlnung seiner Be- 
licht gerade günsiif» waren, ist jetzt in einem Gelasse 
lischcQ Palastes untergebracht, das vou der Scaia 
M» lUgäDglich ist. Dort sind die 831 Bände, ans 
491 besteht, in grossen Itegalen, die sich den Wän^len 
hintiehen, aufgestellt. Kinc regelmässige Benützung 
SatDOihnig, welche den amtlichen Titel führt: Archivtim 
timgreffationiM carremuniali», findet nicht statt, es he- 
dua einer besonderen Erlaubnis des Präfekten die^r 
itjoa. 



222 '■ Weech. 

Ich habe nährend meines Aufenthaltes in Rom im Früh- 
jahr 1893 mehrfach in diesen Räumen arbeiten und eine An- 
zahl von Auszügen den Bänden des Ceremonialarchivs ent- 
nehmen dürfen. 

Schon früher hat F. Franz Ehrle S. J. auf Grund des von 
Fornici angelegten Kataloges Im Archiv für Litteratur- und 
Kirchengeschichte Bd. 5, S. 587 Mitteilungen über den reichen 
Inhalt des Ceremonialarchives veröffentlicht. Neuerdings hat 
Don Gregorio Palmieri 0. S. B., Kanonikus von S. Paolo fuori 
le mura und zweiter Custos des Vatikanischen Archives, den 
Katalog von Fornici revidiert und auf Grund einer eingehenden 
Vergleichung mit dem Inhalt der Bände 1 — 653 ergänzt und 
richtig gestellt, auch seinerseits ein Verzeichnis der Bände 
654 — 831 neu angefertigt. Diese Verzeichnisse, welche übo* 
den reichen und vielseitigen Inhalt des Ceremonialarchives 
orientieren, hat Don Gregorio mit einer auf die Geschichte und 
Bedeutung dieses Archives bezüglichen Einleitung Im Novemba 
1893 unter dem Titel: Brevis Notitia et Caüdogus ArcMvi 
Sucrae Congregationis Caeremonialis cura JR. D. Gregorii Fot- 
mieri 0. S. B. alterius penes Vaticanum Arckivum Custo^ 
in No. 1 der unter der Direktion des Hausprälaten Seiner 
Heiligkeit, F6Iix Cad^ne erscheinenden BiUiothegue des Ana- 
lecta Ecclesiastica — Reiite Bomaine. Borne. Jmpritnerie Eäi* 
trice Bomana Via ddla Frezza 59 — 61 veröffentlicht und dem 
Pro-Fräfekten der päpstlichen Geremonien, Monsignor Fran- 
cesco Riggi gewidmet. Eine Separatausgabe dieses Kats* 
logs ist zum Preise von zwei Franken in dem Bureau der 
Analectüy via Gregoriana 50 sowie durch den Buchhandel n 
beziehen. 

Es ist nicht meine Absicht, über jeden Aufenthalt, den 
badische Fürsten in Bom nahmen, hier Bericht zu erstatten. 
Über den Besuch der Markgrafen Ferdinand Maximilian ' 
und Wilhelm Christof von Baden-Baden in der Ewigen' 
Stadt hat im ersten Band der Neuen Folge dieser Zeitschrift '' 
S. 418 ff. Eduard Heyck Bericht erstattet Über andere Rom- '| 
fahrten badischer Fürsten behalte ich mir vor, ebenfalls in ' 
dieser Zeitschrift oder auch an anderer Stelle Materialien zn ' 
verarbeiten, die bereits für diesen Zweck durchgesehen sind, ' 
aber noch näherer Prüfung und Sichtung bedürfen. Dieses 
Mal soll nur über den Aufenthalt der Markgrafen Jakob IL 



Bcncbe btdiscber KanUra und Fürstinnen in Rom. 



^28 



1489-92). Philipp n. (I5S5). Ludwig Wilhelm (1672). 
iti Markgräfui i-'i-anziska Augusta Sibyllu uud ihres 
Uiervn Sohnes Ludwig Georg Simpert (Ul^) «nd des 
Harkgrafen Karl Friedrich (I7f>0) gebandelt werden. 



L Markgraf Jakob U. 1489—92. 

ülwr den Aufenthalt deü Markgrafen Jakob IL, des 
Sohnes des Markgrafen Christof, des späteren Er7- 
taeboCs von Trier, besitzen wir eingehende Nachrichten in 
gleielizeitigen Aufzeichnungen, In den Mitteilungen eines 
ler Heifcfbejjleitor, Mügistur Johannes Müller aus Itn- 
iU beider Rechte Doktor, Dekan der Stiftskirche in Baden, 
in dem Tasebuche des Johannes Burchardi aus Strass- 
plpstlichen Ceremonieomeisters (CapeUc PotiÜficir sa- 
ritHunt inaifixtri). 
Die Mitteilungen des Mag. Joh. Müller sind in einem 
seltL'nen Biklilein erhalten, das im Jahre 1515 bei Ke- 
jUut Beck in Strassburg erschien {Excnstm in iudifa urhf 
r^emtinmsr per Henafnm Seck in etiihtiS sum Thiergartcn 
rirpmri jtartus SesqttimUle^imo XV. XVI. kai. JhHU. 
h&t folgeuden Titel: (iennania Enee SüviD^m qtta Can- 
LeHor amtinentHr \] Grauantina fjermauiee yatrottis \\ Ctw- 
wmwrf/TH fMi« replicis |[ De roticUh Cousianticnsi H 
ti II Dfsrrihunfur hie Vrbes, CiuHaies, JEkdme, Epis' 
AblMu:ie, rriHCipatus. et nobilissime fmnilie Germa- 
It Impugnalur ronatitniin sivodi Basilieiisis de Cf^latione 
rum Heplins, in hitfia I^otiis X. de Eccifsia rr- 
tda fnndatis \\ D* Concordatis Prittctpunt \\ Dt officio 
rt suia vfficiaUimn W Pe veritate Christiaite rfliffiotm\\ 
Jacoli MarcftioNis Jindtmitis: ad vrftem iiomam: Eitw 
nrahunaUa ad Papam: eiusque rrajiovsio: rum littf-ris rom- 
iis Frideriei III. et Marimiliani ceferonitnqur grr- 
Prificipuui II Ditohus Fahariis Tiomt. suhlmiocmtio VIII. 
Cum gratia et priuiletfio Cesaree Maiestatis. 
Dft du Bucli schon vor hundert Jahren von Sachs*) als 

1P-'*"rrc in die (Iwcliidtte der Markgraftcbaft etc. Bd. 8. & 147. 



224 *• Weech- 

„überaus selten" bezeichnet wurde, darf man annehmeD, dass 
es seither noch viel seltener geworden ist, und es wird daher 
wohl am Platze sein, an dieser Stelle etwas ai^ührlichere Aus- 
züge aus demselben mitzuteilen. ') 

Das erste Aktenstück, welches die der Reise des Uark- 
grafen Jakob gewidmete Abteilung dieseä Buches enthält, ist 
ein Brief des Markgrafen Christof an den Bischof von Allmno, 
Johann Kardinal von Aitjou, d. d. Baden 31. August 1498, 
in welchem er, gestützt auf frühere Bekanntschaft mit dem 
Kirchenfürsten und auf die Anregung des päpstHchen L^ateo 
Raymond, diesem seinen Sohn Jakob (ßium nostrum primo- 
genitum inter s^tem) und dessen Begleiter empfiehlt. Diese 
sind der Verfasser des Buches, der genannte Mag. Johann 
Müller, der Mag. Adam Fry, Kantor der Stiftskirche in 
Baden und Johann von Berwangen, Statthalter (viees no- 
stras gerens) in der Markgrafschaft Hochbei^. 

Es folgen hierauf kurze Angaben über des Markgrafa 
Begrüssung durch den Sekretär des Papstes und seinen Be- 
such bei dem Kardinal am 28. Oktober 1489. Dieser sandte 
noch am gleichen Tage einen Boten an den Markgrafen, am 
ihm zu melden, da^ er ihn am nächstfolgenden Tage, dem 
29. Oktober dem Heiligen Vater vorstellen werde. 

Der Bericht über die Audienz des Markgrafen beim Papste 
möge wörtlich mitgeteilt sein: 

Circa boram igitnr XIIII. supradicte diei domiuns marcbio cnm 
suis ad domum dommi cardinalis profectus, missam andivit com co- 
dem reverendissimo domlno. Qaa dicta simul profecti snut in pala^ 
ciam snmmi poutificis. Ubi post horas daas vel tres ad snmmna 
pontificem vocatus com duplici vel triplici genanixione et cnm de- 
bita corporis reliqoi inclinacione tandem ad osculam pedis sanctissioi 
procabnit, assistentibus ad dexteram cardinalibus reverendlssimis do- 
mmo Andegaveosi et domino Laurencio cardinali Beneventano titnli 
sanct{ SusauQ^. Ad sinistram vero domino Joanne Borckardi, pre- 
posito ecclesie in Haselach et decano beati Thome Argeutinensis dio- 
i^esis, cum domino Joanne Petri Arriveben Mantaano, sanctisämi 
domini nostri secretario. A tergo vero nobili viro Joanne de Bern- 
vangen, magistro Adam Fry, cantore Badensis ecclesie, me qnoque 
magistro Joanne Mnller de Rastetten, ioris atriusque doctore necnoo 
decano Badensis ecclesie. In qaorum omni presencia sapradictus 
ilominas marchio intrascriptam dixit orationem: Qnoniam beatis- 

') Mir liegt ein Exemplar in dem Miscellenband Dn 148 der Groasb. 
Hof- und Landesbibliothek in EarlBruhe vor. 



tiadiadM Fönten udiI Funiiiin«ii in Rom. 



22b 



BFlMttTMrfUbloiQdivj Uieranimi «eiiUntiam varias iinidam lostra- 
pnnioctiu, noroa niUerc (Mipalas Diariaquc iraii.sierurit, nt cos, 
phris coftnovcraiiT. coram qaoquc vidpreul, nou est *|m>d 
ir»ri Jebcat si im ampli^im? Vcistrv Sauctifatis sumuiifiiuo 
U aoütoriias in liam^ urbeni totius liamani «'•iitri.^ fotnmane 
Uam i'roticisd cocKCrit. iju^ (|uulcm auctoritas tantä beatitii- 
iwx in hoc Urrarum orbe corruscat. ut. oli su^ claritatis fuj- 
«ila cxisiimutor vonernoda. Tania diKiiitoti.*: i;loria, tamta 
itÄtis ffrocia. taiiio tloni'inc virtutum merilo rcspleüjet, at so 
inoft |»r«lircnt. iiuibus att eiiis pcdcs procuinliore ronrinpit, 
nm. t»oa(i<!siine patcr. in har mva ad Vestram Snnrtitatem 
c Pytbftgomni, »apio^ti^:timum philoü^ipham. Nam ut ille. 
fcdolet c ODS ai> ilis<:cudi stUfliosisäiiiiitH. iiotriain iitjuit, nt bar- 
grfdsqoc misteriis tniciorctar, sie pko iuvenis in hatte Vestr^ 
orbem prorootus ^um. Qt artibu!» optitDiü prcclariMiai' dis- 
■bfa^BS Instituar. Imitatos snm ilivfnam illtmi Platoncm ot 
ihnoilam illc in Istlimo |>ivlL*strn oxcn-itus amplissimtim dccas 
w ccribitur. ^ic o^o inter iocunili^giuiafi haios cari^ con5U> 
iu omni virtutaiD cxercitaciono clarior cvadam itaqae. bc«- 
pater. Santtitatcm Veätmm. per emn. rnins Wccs agit in tcrris, 
taiQ *ibt Ubcralitat^m i»er.|ne invictissiiui Romanoruni regis 
et tlumini moi preres. ijaas rcdditis hi!> litteris Vestra Sancti* 
oo^oscet. hamillimc precor. ui me cinsdem observantiasi!- 
iCKWtcm imineiiäv ^"^ libcralilntis noti paciatar expert«ii), 
ae soppUcatißucs bänignissimc volit andire. Sir onim fa- 
mntido, at illqsiris domns Hadcnsis. qnani felici-'! «N-^rdationLi 
Fcnitircx Maximu«. Sanrtitatis Vestre pred«cessor, in 
lirinripam Mantat; fcli-hrato conventn. ob siugatatvai 
I*» *jio«r>lirtini ojw^enciain, proprio i-ods oracnio, non 
i Uüile prowcatim c^t, Samriitüü Vpsire de^'OCiKstinain osso 
:r et irnsteL 
Mettk orarianiMiln littc-ras commcndatii'ias, quk« n sercnisdmo 
res? MaximÜiano et ab illnstri doroino ChriMolbro 
lOtii ttadcnsl arrrf)^ni^ sanctisslmo dombio nostm papf reddiilit, 
pcnitt atrft<iqac et Icifit. 

fartunrai plnrima |xi)liritas csl «b tarn exrellenüiim prin- 
pnoK ri nb sinKiilarr dnniini .Incnbl miirchioni^ iiigonium. 
am tiboniissimc r«<ipondii. 1 kuninom .lacobam in titinm sas- 
»■'""■■jae «pra dirti» W canünalibua. dwnmi Joaiiui Pt-lro 
: iniini) Jnanni Ilnn^kardo. rcrcmoiilarain mogislro, noM»> 
s «npradirtis ililiK^'iiti^äiinP comtnt>ntIarit. 
Schrfibeii des Markprafcn Christof, welchen der jiinfre 
Jakob dem Heiligen Vnter iiberrcirlite, ist seinem 
Q VorlUBte nach hei Sachs a. n. 0. S. U4— 45 abaedrockt. 
Am 1. Konnibcr — t^o fährt die Relation des ^tag. Jo- 
Mtllkr weiter fort — , der in diesem Jahre auf einen 
IntUft M, wtmle Markgrnf Jakob mit Herrn Johanne« 



hr. f. Aawh. A. I if-rrb. f , r. I X . ± 



lö 



226 



«. vr«Bch. 



von Berwangea vom Kardinnl von Anjou nur Tafel gel 
Und nlä sich s{üittT der Kardiiml ansctiickte, hjcU in die 
seelenvosper zu begeben, wurden sie mit Mag. Müller in di 
innere Geniüclier geführt um einige MilteilnoK^'n Vön ihm 
gegenziuiehnieu. Da riet ihnen der Kanliiial, im Hause 
Deutschen (domus AleniHDonim sivc Thentonlcorum) Wol 
zu nehinen, vennutlicli damit Markgraf Jakuh mU 
Seiuigeu ihn öfler beäucheu kt'Une, denn dieses Haus ist 
[iahe bei der Kurie dt» KardinaU, ferner die Knrdiuale 
besuctien, um sich ihneu eifrig zu empfehlen, endlich da 
Markgrafen zum Orator des Rümiaehen Kaisers oder König 
ernennen zu lassen, dauitt er in der Kapelle de« Papstes ma 
besseren Platz erhalte. Er versprach, in seinem Uause dei 
jungen Uerni ein Zimmer anzuweisen, wo er sich zuweil« 
aufhalten könne, er stellt« weiterhin in Aussicht, diiss (k 
Heilige Vater vielleicht den Markgrafen in seine Urngf^mi 
heranziehen werde imd fUgie bei, dass er, wenn er am helft 
bleibe, sich Mühe geben werde, Jiikob zu einem grossen Maa 
zu machen. Endlich sni^e er daffir, dass der Markgraf a 
AUersi-elentaye von dem Kardinal von Benevent zu Tisch ^ 
laden wurde, der versprach, ihn wie einen Bruder zu behandeln 
Dem Rate des Kanlinals von Anjou eulsprecheud, begann 
sie am 5. November itie Kardinäle zu besuchen, trafen jed« 
nur einige t^'eapolitanum. Portugaleusem, Patmensem, 
Coluiuna, De Foys) zu Hause. Die Anrede, die der Mark 
graf au jeden Kardinal richtete, lautete folgendennassen: 

RevcrcudiKüime iMaiinc. Lfominoä et gcnitor mens in haue 
bom mc niiait. m saarti-ianio domino nostro re\-eren(li&siini«juo Jitnuni 
csrdiiialibus HiUuuutissiiBe iuservirein. (Jaod com .sanctb.simus liumiaa 
noiXtr i^tet favtaiii So? Sanclitatis comniendacionem clemoiiter sc« 
I»eril. volui mf qaoqae rcvercndiatimc Vcrtr^ DominitHmi co 
dare oraroiiuc. al si «juid uiKiuam falonim sit, iu quo rfvereuili«ilil 
Vestrv Itominatiüiii huiuiütcr obsequi poaäm. id a mc liljtrius eüpi 
Ego cnini stadiu ^mmu conabor. ut revercndüsim^- Vcstr^ DoioiaatiM 
in ODUüt'us dilijicutisslmc obtemiierem. 

Alle erteilten die Antwort, dass sie sich ihm gern ehrei 
biotig und nützlich erweisen wollten. Ebenso die am H. un 
9, November besuchten, früher nicht an>ietroffenen Kardinä 
(Sanctt Marie *» portictt Sanctg Ännstasig. Rackenalensis, D 

■»itibus, Alerieu»!!«. Sancli Clemc-ntis, Vieecancellarius, U 
Vis). 



BlMDclio badUcbDr Fanteu uud FarBimaeo in Uotn. 



227 



Ks fulgi imn eine Reilie von Bricren: dt« l'Mpstes lurio- 
VIÜ. fui den Rnmischen König Maximilian uud a» Mnrk- 
gnf Cbristof von Radeu d. d. 1489 N'ov. 5., des Kanliuals 
1011 A&jtiu au den Märk^i-afuii Chiistof d. ü. 14S9 Nov. 12., 
m vdcfaeu jt-ylirlie Förderung der Wünsche und Bcstrcbunyun 
les juugcn Markimifcn versprochen wird, sodann Dankbriefe 
iti Kftisers Friedrich III., des ßÖtnisclieQ Königs Maximilian 
«nd dtis \farkprafen Christof an den Pajist. endlich noch Eni- 
plelduiixblirifft: dtT KrzbiKchüfu von Kiilu und Trier au den 
Ptpat und die Kardinäle. 

Weifres möge wieder wörtlich aus den Aafzeichnuogen 
lUer» angcfiUirt »ein: 

Ullius KorembrU il3. Nov.) abtit Jo. de Bernvaugou. Nos aut«m 
Deccmbris (14. Nov.) cum domiuo AuilcKavcnse ad i-ar- 
ittrti Mam prufocti suraas cin-ilcr Iwrnm XVI.. iioi domi- 
J*eobain luaiilcxib. .-.uxi^ihL 

Qn e io r.uut rtxluiiuii ib-Liuu^ ad buiuiu XXII. accupüiius ruiigl-c- 
ptoc unnnallos rx canliiuilibt», <|ui dr iiml^'rin precaiii rcgaliuiii 
vi CAnmi continnntionc facienda vcl non. Ad uutaucJain 
Sibitüreii^is. regü oratoritt. Villi- kal. l>eccuibrb (19. Nov.) 
ifflm doinüiUM Seiieuäb aditus e&t. 
!n, nii den er fbeulatlb einen Brief srnnea Vaters 
1. NS9 Äug. 31] abgeben sollte, haue, er auf der Reise 
ICH and jipliter In Rom nicht erwart*?» kennen, da 
iguutr vtiier rfründc .«»eine »ofurligu Vori>teIlnn^ bei 
Papst wiuiscbcnsweti muditc, die denn aueh [wie schon 
erwähnt] durch den K;irdlunl von Aujou erlol|jti\) 
lule nrvoreDdisniaoni dominum rardinakm Samti Mnrci visi- 
nlkaUtA, non in domo ^ua, sed in ecclesiu divi Petri invcDimttä, 
?"-1iT-aelo Xlill. kal. Uccembris (18- Kov.) fuit ci etijiin ec- 
' i l'duli. A t|tui cum |W5t DÜasaui finitam diäce^iäsct, do- 
ii'lnvii. Qdi at alüresivondit. nisi qaod se semi- 

DL iuU. iAfviiibriä <^. Nov.) in^ntalos fai( duminos .luLubus 

idiKimo (lumini) cardiuaii Seiionsi h ruiu d. Jo. i\v Stiulion 

et miU«, ibimiiiu» Udalrir.u« WestnrslPtttr, ■"anoniros Au* 

dominus Peirus Queyclu doctor Pt orator Palutiui et d. 

Darcardi iam Mr|K< nnmtiuiius. 

lUL Uecomlitl-- [22. Nov.) cum domino Andegavensi ad iioa- 

eios iiniftciub vbt, voniiiatiUbus cum dooiiuo cautore ec 



kal. [>e<:embri» (21. Xov.) cum «ödem revereDdissimo domino 
Afttu poMeBsioovm wu vilhuii so cuutulit. Cumitvs liabcbat in 
^i|«cUone mf. {iretrrfa Petrtnn (ialliaim ot |irefatnin servnm 

15- 



228 V. Weech. 

XIIII. kal. Jannarii (19. Bec.) dominus cantor et ego dominam 
Sibinicensem accessimos, quem paulo ante dominus Jacob as oravit, 
ut se Sanctissimo Domino commendaret. Respondit aotem uobis do- 
minos Sibinicensis, Sancüssimam dixisse, se iotnitn regis Romani 
qaicqnid ad providendam domino Jacobo posset, factnrom, si modo 
via illi ostenderetar, per qaam sibi provisnm esse vel posse provideri 
patareL 

im. kal. Febraarii (29. Jan.) anno 1490 sigDatom fait mandatum 
a pontifice summo ad porrectionem domini Andegavensis pro domino 
Jacobo datum pro reservacionc triam beneticiorom in tribos pro- 
vincüs, scilicet Maguntinensi, Treverensi et Saltzbnrgensi. Fnemnt 
tarnen ante maltg a nobis diligenci^ fact^ prias quam ad id esset 
perventiun et licet antea ad sammam duorum milium dacatomra peti- ' 
verimas rescrvacionem porrectumqne faisset mandatum, tamen ponti- ; 
fex nolait illad sigiiare propter nimiam generalitatem. Sonabat enim 
ad totam Germaniam. 

(Folgt ein Schreiben des Markgrafen Jakob an den Erz- 
bischof von Trier, — seinen consanguinctis — d. d. Rom 1490 ■. 
April 17., welches dessen Protektion erbittet.) _; 

Sexto Idos Juli! (10. Juli) coUata fuit iltustri domino Jacoba , 
marcbioni Badeusi ecciesia rectoralis in Serkirchen Saltzburgenas . 
diocesis, cuia3 Iractos, redditus et proventus se co, ex, (?) riginti ■=■ 
marc. argent. estimantur, qa? vacabat per eonfirmacionem iu epifr 
copatn domini Christophori Schachner, qui VII. Idus Julii (9. Joli) 
conßrmabatur, et licet eins ecciesia, s. Patavieusis alias commnniter 
pro annata sive pro pallio solvisset quinqae roilia dacatornm, reducti 
tamen foit ex gracia singnlari pontificis ad duo milia et quinqaentt 
propter varios casus, per quos diminuti tuerunt redditus einsdem 
episcopatus. 

Das sich hier anreihende Breve des Papstes Innocenz VIII. 
an Markgraf Christof, welches er dem Markgrafen Jakob 
übergab, als dieser sich anschickte, Rom wieder zu verlassen, 
ist ebenfalls bei Sachs a. a. 0. S. 148 abgedruckt Das Dia- 
rium des Mag. Müller fährt dann fort : 

Anno 149() rediit iu patriam supradictus dominus Jacobas animo 
relinquendi litteras, sed coiisilio domini et patris Cbristofori ma^ 
chionis Badensis immutatam agnovi ülius opiniouem. Voluit eniffl- 
dominus et pater eius, ut statu seculari posthabito ad litteras animoia 
intenderet. Nisi aliquid novi emergeret per quod eura ab illis Ji" 
strahl rursus coiitingoret. Itaque datis ad infrascriptos lilteris, qnaa 
ego latinas dedi, in urbcm remissus est. Adiit tarnen prius serenissi- 
raum Romanorum regem Maximilian um. qui ca tcmpestati adversus 
Hungaros exercitum ductitabat. 

Es folgen nun abermals Empfehlungsbriefe für den jung«" 
Markgrafen von seinem Vater Markgraf Christof ; ad summu«** 



Bfiucltp biitliiM:)>vr Funtui und KUntiimt!» ia Koni. 




229 



iDtionenciuDi VIII., ad coctuiii cardiiialiuiu , ad 
alent Sfiieusem, ud canlinalem Aado^'Hveiispni, ud ma- 
n^niin domus pontificis, episcopuiu Toinacensem, ad domi- 
Jnanueiu Petri, pODtificis sccrptarium, ad dominum Tlievo- 
ru, äuuiiiii pvulißciä tuiiiurarium, iid dominum Bcrnardiuum, 
poatificis alterum caniei-arium, atl dominum Wilhclmum, 
i dniaini Hli-ruuyiiii coni^iiuguiiieuiii, alle dat. in Lutzetilmrg 
l4'Jüpridic kaL Decembriä, icriier Schreiben des Kaisers 
rieh Ui. an den Papst, an deo Kammerer des Papi^tes 
nymus Categranus (pape cubiculariü) uud an deu Kar- 
vuQ Anjou dat. iu opido nostro Lyntz die 26. men&i» 
i anno domtoi 1491 imp. nostri 39, regnor. uoRtr. 
51, üuDgarii vero 32. 

LT zweite Itericlit über die Auwcsenheit des Markgrafen 
ob in Itom .Manimt vun iteu) papsllichen Cereiaonien- 
(capelle ponllficie sacroruui riluum luuglster) Jo- 
\» Burchnrdi aus Strassburg, der ein Tagebuch (Di- 
ftivt; licrum Urbanarum CouimeDtani) gefülut bat, das 
^Jahre 14ä3-I60G umfärbt. Der Text dieser Aufzeicb- 
ht Dacli den in Paris, Uom und Florenz aufbewahrten 
rifteu herausgegeben von L. Tbaasno (Paris lö83). 
Werk in Deutschland Trohl nur in den gi-oaseo 
beken vorhanden ist. so dürfte es gestattet sein, die 
a Markgrafen bezüglichen Stellen hier ganz oder aus- 
Dilizut eilen. 
erste £inti-ag ist zum 15- Oktolter 1489 und lautet: 
'eria qninta, Ih tneiisis Ücttihns hora 19, vel circa veiiil ad Vr- 
ÜL l>. .lurotus ex tnarchiouihus lUdcnsibu«, III. D. 
pbori ninn-)iioiiis Ktileit&U iprimogniiius. cai ob^iam rcnimus 
T Jöluuinos LaiiUfcr. Uieraniiii apoätoliiraruni «bbrcvlator et 
aU viuvam It. 1>. FaK-uiii! yqI circa, ul>i ii>»uni accvjmiius 
itcr et ttsi|QC ud husjdtium Catnpauo joxta cani)tuni Flore, nbi 
est, iater dos mediam asMciatos venli cum e<|nU . . . 
80. Oklüber wird von der Audienz de.s Markgrafen 
Fapgte berichtet, „in qua fccil i>arvani urationem et 
ft Sanctissiiuo Domino Nostro rowptns est" 
An 31. Oktober nutirt das Diarium : 
HaMatD Sl. et iiltimn menst» Octobris Sauctmimu« Dominus 
Xmct t«raiaft mon* »iliio venit ad capcllam majortni pabtii aposto- 
bsp«il Soiiriutn I'eirani. nbt Inicrfult vpspcris |>uMirb, qiUL^ Sua 
^■liUs tncci'il morc ronsucto. In cisdera »esperU iledi locom i're- 
idimarcliiontBadenfiiel In habita cWicali tucedenti, inficammo 



1 ;,. ", '.V^vi;a, 

■.■: ■ ,::- ":"•. -.ru^.i.iTiin :ii ■unitf; 'Uiiri 'im:i>:r? '.'aiiiktari' > tf.inira- 
... .,,... .... -^^j^^^rt^jj ^r ■.iii-iUi-i";: .lalii ;i'"ii Tac'^Uiiia t-At- 

:■.■■■ ■■■ :— ...'i^; :;ii"'UT: ^m-i- ■■Ji:v'?nii'iiri'r 'Liri r.i't fuit. 

...-- -: - ■■ ■■■: .viTvLiii ;n'-"iirj<'r. 

;";..r ' i^!"' T.iimr iir l[;irka:raf '1er Audienz 

■ ■.-.-. ,-.■ - X >■•■•. .1 i-ü^er "-Töirichs III. D. Bertianluä 

■».- ■ ::-; ['VI? ;, : i.ir jiiiien -m Wien) beim Papste 

■ ■■..". }■"■:-. :>^ ?..'iiii;cne!i K'"iniir» Maximilian zu 

,,.,_.....,,:■ _Vr Hefii; \- '.:.'.- i« iem Markirrafen. 

• >.'. r-fmhtv.* ■l^.*l "Vi.'.'L ".a Oheimes Koosistorium 

:r-::i i.-*. ''yrir-^r-^^ i^- I.i:bt^r< in-i lies Ri-mi<i:ben 

V _^ ;. V 2is.-::' f " 'i Tv r:-:j".j Uli i'v M.irkcr?.f Jakob 

. M. :;:' -ü. 

\ :i .~. N "-'■.■- tri' I^-l •r!;,iz,ir:' lii L i.irium eine aal 

■■■ 1.1 ■. ■■.■...:'-: \ '--■-.'".' -:^. !■ y, 7- r.-i^- -^ i'anier.i i'.ii-a- 

,- ■ ■.!■-;■■■.-■■■■- IT. ■-•- J./'"'"..-, ■;::■ ■: .■" 'r.''-is 7e-jis Fraiyie. 
;-" '. ' > ■ ■ "'."'■. .-:i MJ.--!;- ^"""i Sdii-fn-iba? »crti. 

... . ..... |. . . .,., v. "■ 7. L. -;-;-■;. ;ri* r:-;! 17*113 priorom 

• -■ ■■-■■.■, , '. *.!! '.■.'."; ?::■■ ::r"^:-'~-::: -:r 5an'';i'aä 

■"■■ ■'.-■^ ". "." ': ::;:"•- 7''" 7r :i?.7r. :■. E u:.'.!! ro^i lOSC 

■•-■■ ".■■■:- -.■'■.':-■■.. ':. 'i " ::ui rr :.->rU -a;ici '''Mf- 

■ -• ■■■■*■:"" '■ "■-:". -7- -•:'."-' ._i-: ■;"! üi'^t "ra- 



,u-\\\ I..!:;.'_;.ifi:\ \ •; :■--::■. > '-'■.:■ :■:.': ll.i: ü!itrreidite 
N;Kh.i.';:: .\i-:- \\\r>- -.v. •■:-:.■. ■■■:::.:. :iv z :!ti k-rokdm w;iv 
-i.hio<> ?;o:; it: ^[..:k-:.■: '.::, /\:Z'^ \'.i. (er iteü Liii! 

_ ;■ \v; L." .: ,,■;:■■.:■: •.:.-.■:, ^:. ',: ■.'..:.. .:,:.' ^\.v-:'i~ ;i-.sMc:.nu> mj 
4 p:vl;i;> ]^;i:.i::;. ,;:: : .-.'.:>::> r. -::.:■:.- i .■; ^ :i.,iyciiiiiiii 1^,1 
..Umi-'i. .'Im;.'':.- ■.•...■.■;■.■..■:'■.. ,-i, ,.-: '..:■ : > ; .\:^-.;.*;:..'i ■■: ihici- Siix-jni 
.■u';ii.ii-i!'ii» n< \h- r.\ ': -;■-:;:■.. ^ .vvj'-;; ; : ; ;■ ..-■iii;m Fioi-f. iuto 
4«!vmai.':'. :,; l";;;- i' .■.-.. '..vv.-- ; ■.;:. .\:.,'.."-.. .-..■::; o-i'iit.in.s. iil 



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1- 7 



BmuicJic h4JiKbn- Funwn und Fantitin» in ßätn. 



231 



Aro ir». April 1492, Am PalmsoDutat;, »n welcht-m der 

IlMt trnch vollzogener Weilie uml VKrtuilung ilitr Pftliin-n 

Kmi-nnang iIbs Kanlinftls von Mertici» proldnmierle, war 

' II Flierl ich keiteti aiicli Markgraf .lakoli anwesend. 

■ tia verbroitet sich auch an dieser Sloll« wieder ülter 

i# Ettkettofrage. Nach D«eiidi^uDg der Feierlichkeiten \Mirde 

uHniit»'. K;iniiiial in herifebnirhtcr Wifise von allen 

ii und l'rülal^n zn seineuL I'alast .,in campo tkirC 

Marrhin Hadfiitfs, urntor Imiieratori'^ et n'jtii* Hoiuani, iic 
Mur« rcgis f'priin-Dnuii eqnltArtmc post eaidinftle?» cnra allis pr*- 
I<cr injidrertcntiniii m«flm: ilebebniit ^iiim note cardinales eqai- 
ij^olemvi laiueii prapicr ilDiiiinuin marcliiouem et ((Uiu tai'ile 
in illo löco c^^ultarc . . . 

Damit endigen die ErwälinuDgeii des Markgrafen Jakoli 

rium Burkardi. 

liiarinm des Mag. Joh. MUller besrhüftigt sich nur 

deu erxteu Aufentbalto des Marij;i-aten .lakob in Rom. 

Diarium dc^ Juli. Ilurknnll wird ühi-r Vnr{L;ängc auch 

id seines zweiten Anfenihalles Jedoch nur bis inini 

1492 berichtet. Nach Sachs a. a. 0. S. 149 kehrte der 

erst im Jahve 1493 in die Heiniftt zurück, nnch- 

Kom nuch den Lcichüntüierliclikeiten für den um 

Juli 1492 verstorbenen Papst Innocen?. VIII. und der 

iK Alex-inders VI. beigewohnt hatte. 

fr Markgraf Jakob» .Aufenthalt in Hnm soll Cvl»I. Sarhs 

I. 0. S. 147) er selbst .\ufzHc-liimnt;en gemacht haben, 

Hch namemlich mit den Altertümern der Ewigen Stadt be- 

fi -«oilen- Alwr es Ist jede Spur dieses Werkes» 

,;.«. zwei Bücher unifasst haben ^'oll, versclmtinden. 

ich habe in Deutüchtand und Italien vergebens Nach- 
igon nach deswn Verbleiben an(£eßt«llt. 



n. Markgraf Philipp II. von Iladen-Daden IbüH. 

tber äen Aufentlialt des Markgrafen Philipp U. (IS69 bis 
erteilt das im Ceremonialarcbiv In Rom aufbewahrte 
au:f der Zelt de« Pontifiknles Gregors XllL, das von 
Kiscas MucantiUH, sacrarmn ceremoniarum magister. 



232 ^- Weech. 

geführt wurde, einige Auskunft. Ich habe aus diesem Diarium') 
folgende Stellen ausgezogen: 

1585. Die 6. Martii feria 4. ciueram papa venit ad cappellan 
palatinam pedes, indutos pluviali et missa simplici, prout liac die 
coDvenit, caadam pinvialis sastinuit venieudo et redeundo marcliio 
de ßada, consobrinus dacis Bavariae^), qai etiam stetit apud soUum 
papae supra dncem Sorae.') Interfuemnt cardinales 22 ultra cele- 
brantem, qui fiiit r""» d. cardinaüs S. Sisti, maior poenitentiarias 
et nepos papae, praelati assisteates 10, gobemator ürbis, qoi dum 
episcopl fuernnt parati plavialibos et mitris, ipse fuit apnd protbono- 
tarios in cappa, cnm neu esset episcopas. Alii episcopi namero 21, 
praelati et officiales soliti, exceptis advocatis. ßenedictio et distri- 
butio cinerum et omoia alia etiam in missa celebrata post distribo- 
tionem servata smit, more solito baius diei. Celebrans, dum cardi- 
nales praestitenint obedientiam papae et acceperunt cineres, semper 
sedit in faldistorio*) com mitra, qoia sie convenit. Post distribatio- 
nem dedit aqnam manibos papae predictns marcbio de Bada. In 
assistentia apad papam scrvieront reverendissimi domint cardinales 
Comensis, Praestinus, Vastavillanos, et (ronzaga, diaconi; nam Me- 
dices post distribationem discessit, non bene se habens. Sermonem 
baboit R. D. Joseph Stephanus Valentinus, sacrae tbeologiae doctor, 
vir eraditissimos et maltiplicis scientiae et optime, ut de eo sperao- 
dom erat, se gessit. Post sermonem pablicavit indnlgentiam 15 anno- 
rum. Post missam praemoniti fuerunt a nobis omnes cardinales, nt 
irent recta ad equitandom, exceptis duobns diaconis assistentibos 
apnd pontificem, qui remanscmnt, nt cum exuerent paramentis. Papa 
rediit pedes ad aulam, abi est lectos paramenti, gestaute pluvialis 
caudam marcbione predicto; et depositis paramentis resumptoque 
habito quotidiano, cmn stola super caputio, descendit et ipse ad at- 
rium ad eqoitandum ad ecciesiam sanctae Sabinae, ubi est prima 
statio qoadragesimae , proat equitavit super mula alba, praecedente 
crace et ante eam cmialibus et uobilibas atque officialibus et in 
specie auditoribos rotae, post pontificem vero seqnentibos revercn- 
dissimis dominis cardinalibus cum cappis violaceis et galeris*) ponti- 
ficalibos, deinde praelatis assistentibus et aliis episcopis UDiformi 

') Das Diarium war froher mit A Sl bezeichnet. Nach der neuen 
Numerierung tragen die von Franciscus Mucantiu« verfassten Diarien die 
Nummern 413- 419. Ich kann nicht feststellen, welche dieser ueuen 
Nummern der trüberen Nummer A 31 entspricht, lu dem so bezeich- 
neten Bande standen die hier ausgezogenen Stellen auf S. 458 und 496—1*7. 

— ') Die Mutter des Markgrafen I'hihpp IL, Mechtild, Gemahlin des 
Markgrafen Philibert war eine Tochter des Herzogs Wilhelm IV. von 
Baiem. — ^) Das Herzogtum Sora (in der Provinz Caserta) war durch 
Papst Gregor XHI. (Hugo Boncompagni) an die Familie Boucompagsi 
gelangt, deren Mitglieder sich seit 1572 auch Herzoge von Sora naunteu 

— *) Der mit Armlehnen versehene päpstliche Thron. — *) Galerus der 
seit lunocenz IV. (I2ö4) von den Kardinälen getragene Hut. 



l5(Micb(! lntUactu!r FUnten und Piintinneii in Rom. 



2.S3 



id cot euio rocbvUü') et inauteUettis') . . . . Die ultinia 
Ui. quac fiüt domlnicji ijaarbi (|UA'lra{;u)>lmac. quae de rosa dici- 
puitifcx ittmins imnunctiti.'i Jmir domiuicAc convcDientibas in 
coQ»ueU lieDeilixit r(tt>ajti aurcaoi cum »ulilis ciicruuiümit^ .... 
i ']! Uno Priiici|ies JaiioiiH'), induti vcstibns obinngis scrlci'is 

i:ii]iait^eiiu . lulüris roeae siccae, aiirein ciinbali» cirtruiii- 
■raus, ca furma. {|ua nos domi atiuiur. vulgari aptwllntionc itimurri'*). 
etian vcstes {Kiuiil'cx illis, suiti suninibus. facieadas raraiit, 
(MM marcbio Badac ef Aax Sorae siaba&i .... 
Die 7. AprilU. domiQica quinta <)aadraR(.>5iiiiae. quac de passione 
imr. i-orlrbm^-il niisiam tn cappella pnlnlina R. P. l). Slattbeibi 
Diu' ■]>m Vicc-ntina^. ad iinani f^|>a vouJl saK iiedibm, iii- 

i' ■ ;i- «juvi'uicutibut. «-mus pliiviaüs caaibiui sustulcruiit, 
itaicudu cl rHlcundu. duo priiicipe.s Juiwnii . . . Apud wliuin sli'le- 
Rtr.f .|oo principe;' Japouii. uarchio Itadac et dui: Sorac. ;VJier 
HS coiDcä jirtdictoniin. Bpdit in t;radibns sotii. Sermoocoi ha- 
Dmi [»racontor ordinis Scrvornin. qni pnhlirAvit iiidnlFtpationi an- 
, BOnni 7. 



Mftrkgraf Ludwig Wilhelm vou Badeo-Badeii 1672. 

Im Mai 1671 beäcblusü Markgraf Wilhelm von Baden-Baden. 
HiBen Kiikel, den am ^•. Aiiril 1655 geboreiifn Markginfcii 
Ladwii; Wilbcltn, dessen Vater, Markgraf Ferdinand Maxi- 
tnKan am 4. November 1669 gestorben war, so dass die 
LdUDC seiner Erziehung dem lUrstlicheu Grossvater oblag, 
«iM Reiso cach ItAlien antreten zu lassen-') AJb Hofmeißter 



>) liau bischittlirlif tievud. — ') Der fiber dcnuiellii'n ^rttgt>tM> 
kaiat HkaUl — *) l)\e j^ftamhi-a Priiiu-n waren im Jahrrr l.V^i mit 
4nB Jawifaoi P. X'aXlnawuü uicb Rom if«koinnicii. Weuet und Wclic's 
Kvehenlcxtkoa 3. AaflMgc Bd. (>, S. 1243. Die Gleichzeitigkeit ihrer Aa- 
««■culunl tu»l jfner «im UarWitrBfeu von BuiWii bat su der irrigeu Aa- 
ffba ta den Bericht des }fantiiis ParaTldoo vom 21. Januar 1690 (dioso 
Zekadbrift Bd. 7, S K66J gcFcibrt, wtlchor ilcu Bd&rkitTafM Jakob m. 
Ihr idiMtii ^hii >W dunab (150&) in Rom anwcMnidrn Mark^ffii b&li. 
IttSD Markiirar fhiljpp war Coarertit fsi ancor Itii ridotto tilhi rrra 
rdifitnM!) und etwas meltr a1« Hn .Iifar vor Krsuttunf: dieses Beririitra 
— 1S8B — gMtOrb«n (ti (/Uli/ nwrte piä uu »imio r piü}. Die m. t. 0. 
Mi«fst«Ul« y«r«cchBluufr mit Eduard I-'ortiuuit liegt abo nicht vor, »on* 
te» lodEnIldi dir irrij!c Meiiutng iIeb Nnntius, ilasa Jukoh in. ein ^noIid 
im Uftrtip^ca l*hibpp fieweveo ad. Die Nachrichten iiher den Autieni- 
feak 4rr jr^aiÜKbcn IMoiuni in Rom tu >lcm Diarium Gn^gors XIQ. vcr- 
teatm «oÜ dnr Verdff«ntUchniiff Sin zu tcopiprcn \»g ausserhalb meine« 
Aifeatt»piatM»- ~ '} Kimamt, it«Ueoi»di ein lauRer Rock von TucS. — 
4kav Rehe berichtete lurnt aufGmud deetellwu Hateräli AI 01 



KL 



234 *- Weech. 

begleitete ihn ein florentinischer Edelmann , Cosimo Mai' 
Medici. Die Reise ging über Mailand und Florenz nach Ror 
Dem Markgrafen war erwünscht, dass sich um die Zeit di 
Aufenthaltes seines Enkels in der Ewigen Stadt dort auch di 
Freiherr von Plittersdorff aufhielt, den eine kaiserlicl 
Kommission nach Rom geführt hatte. Der erste Brief, de 
der sechszebnj ährige Markgraf aus Rom an seinen Grossvat« 
richtete, ist vom 9. Januar 1672 (der Prinz schreibt — wi 
das in der ersten Zeit eines neuen Jahres öfters vorzukomme) 
pflegt — irrig 1671) datiert. Er dankt darin dem Mark 
grafen Wilhelm, dass dieäer ihm so viele Gnade erweist 
„welches mich don mehr obligiret, mich dergestalten zuver 
halten, dass dermahleins Ew. Gnaden und das gantze Hain 
alle Ehr und Contento darvon haben mögen." In einer Nach 
Schrift meldet Ludwig Wilhelm den Tod des Cardinais Bor 
romeo. Der junge Prinz reiste unter dem Namen eines Ba 
rons von Grävenstein, doch war das Incognito sehr durch 
sichtig. Cosimo Marzi Medici berichtet regelmässig an dei 
Margrafen. Am 14. Januar teilt er mit, dass der Baron seia 
Zeit sehr gut anwende, „des Comedies en musique" besuch 
und nächste Woche einer Jagd auf Wildschweine beiwohnei 
werde. Am 30. Januar schreibt der Prinz, er sei bei dei 
„spanischen Ambassator"gewesen, welcher ihm „grosse Cortesi 
eiTviesen. Mehr könne er nicht schreiben, da er den Besuci 
des Prinzen von Anhalt erwarte. Am 6. Februar berichte 
wieder Cosimo Marzi Medici an Markgraf Wilhelm: 

„La presente (lettre) servlra pour l'assurer que gracc ä Die 
Monseigncar le Priiice se portc fort hien et que mercredy jmsse (ai 
3. Februar) il fut h la cour voir manger Sa Saintete (Papst Clf 
mens X.) avec le Vice-Roy de Naples, le marquis d'Astoryos, qiii 
este en cette cour ambassadeur pour Sa Majestc Cattolique, et toi 
aassitöt que le Pape soeut que M"" le Princc estoit dans la chambr 
il le fit appeler et il parla tout le long de la table avec M"' le Princ 
et toojours fort gai. et il but ä lay a la saute de Sa Majest6 In 
periaie, et a la fiii de la table Sa Saintete luy prösenta deux baif 
de confittures. Tont le raoiide qui estait voir cette fonction, s'^tonni 
corame le Pape se plesoit parier avec M' le Prince si famili^remen 
et toizs cenx qui nc connoissoient S. A. dcinandaicnt aux antr« 
qnelle personne eile estait; entin le Pape aime intimemeiit M' 1 
Prince. Le dit jour l'apprts diner nous sortismes avec M"" le baro 

Schulte, Markgraf Ludwig Wilhelm von l^aden und der Reichskrit 
gegen Frankreich 1693—97. Karlsruhe 1P92. I, S. 6. (Anm. d. Ke<l-) 



inchc laulucber Faruea und Fanuinnen in fUrni. 



235 



I it PlittersdoriT tie iiur» U nlle et aons allasmes ä AlbuM poar pou- 
jjnir TOtr \e lendemain aa aotr ]e Vice-Boy ipii allnt t Cutel Gan- 
■jitfi.. 

^}Xo einem späteren Briefe vorn 16. April ist norh von einor 
In Aussicht stehenden Abschiedüaudien;; beim Papste die Rede, 
dit? nach dem Ostei-feste f^tntttinden sollte, es ist aber aus tier 
jyitcren Corre^pondeiiz von dieser Reise (die im Gr. Hana- 
Staatsarchiv in Karlsrnhe aufl>e«-alirt wini) nicht crslcht- 
ob sie wirklich stattfand. 



IV. Markffräfin Franziska Augustn Siliylln 
und Markgraf Ludwig Geory |7I9. 

Über diesen Besuch liegen im Ceretiionialarchiv in zwei 
rien de» Papstes Clemens XI. Berichte vor. die fiich 
jenseitig ergänzen. l)er Verfasser dt« ersten ist nicht ye- 
nnint. der Verfasser des zweiten ist der magister ceremonia- 
rnm Cnndido Cassina. Ich teile nachstehend mit, was 
die Diarien über die Mark^räfin Franziska Augustft Si* 
bylU. Witwe dex Markgraleii Ludwig Wilhelm, und ihren 
Sobu Markgraf Ludwig Ueurg enthalten. ') Dazu kommt 
noch ein im Band aä, S. 890 des Ccremoninlarchives ent- 
bUiener Bericht in italienischer Sprache, der nicht minder 
I ab jene der Mitteilung würdig erscheint, da er vcrBctiiedene 
dort nicht vorkommende Einzclh^^itcn enthält. Seinen Ver- 
fasser kenne ich nicht. Ich verdanke die Abschrift der (ȟto 
«t Don Gregorio Palmieri in Rom. 
I 1) 1710 Mai. Die 24. fcr. t. liura 21. Foiitifex eurru doctus cum 
mitiis «lanliimlibo-s pAuttuto et Clivcrio arccssit ad CL-cJüsiun Bar- 
beritaruiii ail Quutuor funtes, ulii primAe ve»iicrae solcmnitatia re- 
rorrvutcä S. Mariae Magdalcuac ite l'azzis celolirabantur. Doind« 
ressos c^i mona^tcrimn. ad cuiu^ ofitinm adorat «ercnissimapriti- 
}i<9aa l(adeu?li^. «juau tranaBL-tis dicltus vi«itata dcvutioni« Kratia 
I^ar«tami domo, una r.uiii i^rrt^ni^äimi) Lndovioo, suo primi- 

Knch def Iraherea OnlnuuK wdren dkm UioricD mit A 114 ([Bl- 
atts XI. Iota. VUi unJ A UM (Diariuia CU-raentU Kl 1718 
iboet. In dem crsleren itleheu dii: hier uiiägizoginieii Stelleu 
TÜ9. 154. 13t;, 15--*. in dita aadvm »iif ü »95. 4i>i. -WKV Band VII 
laerstugctbhrU'ii Diuriunu A 114 tnigt jetzt <lte Numinpr M^ ('^ü). 
«dclier Nummer di« ftuherc Nimimer X W4 in dvm iic-uvn Kata- 
I tockonnit, Iciinn ich liier nicht fi>»i»tellen. 



1 




236 ^' Weech. 

genito, Romam, eadem devotionis gratia, veoit. Sanctissiinuä Do 
minas Noster per horae qaasi spatium com illa locatus est, seden^ 
in choro in sede camerali et post pedis oscalam supra tres pulvinos 
sedere fecit eandem dominam principessam, prosequens allocutioneni 
cum illa dicto temporis intervatlo, qoam deniqae post pedis oscalam 
diioisit. Extra moiiasterium ') ad pedis osculum recepit serenissi- 
mom marchionem Ludovicum, filioin eiusdero dominae princi- 
pessae et cum eo exindc Staate verba pariter haboit ac paternam 
bencdictionem amantisstme elargitus fuit. 

Jauii. Die 8. fer. 5 . . . Sanctissimus pransit in Vaticano ac detnde 
in palatio post galleriam prope viridarium ad andientiam admisit 
priDcipessam Badensem. sedeutem super pnlvinaria. Horam 
inde circa 23. ad Quirinale reversus est. 

Jonii. Die 28. fer. 4 . . . Serenissima principessa Badensis 
ana com eius fiUo igues missiles, qui ab Arce Sti. Angeli omittebao- 
tur, e Vaticano palatio conspexit, ibique Sanctissimus dulciaria et 
aqoas snccaro conditas per bussolantcs tum principessae quam prio- 
cipi distribaere fecit. 

Die 29. fer. 5. hora 11 cum dimidia Sanctissimus Domlaus Koster 
in Vaticana basilica missam poatificaliter cantavit . . . serenlssimie 
principessae extitemnt uerape Subieski in cboro ex parte dcxten, 
ex altera parte Badeasis. 

Julii. Die 2. dominica pontifex in sua secreta capella sam 
communione refecit serenissimam principessam Badensem, qu* 
per viridarii ostium accessit, pulvinum non habuit, et per secretun 
clericmn porificatio fuit probata. Post gratiarum actionem Sanctissi- 
mus Dominus Noster admisit eamdem ad audientiara consueto more 
eique dono dedit precatoriam coronam pretiosam cum indulgentia. 

2) 1719 Maii. Die 24. feria 4. Sanctissimus Dominus Noster corni 
ductus cum d. d. cardiaalibus Paulutio et Gliverio accessit ad er- 
clesiani Incarnationis propter festivitatem S. Marie Magdalene de 
Pazzis, deinde ingressus est monasterium, ad cuius portam serenis* 
sima Francisca Augusta princeps Badensis et ducissa Sasse- 
lauenburgh, que diebus p.lapsis una cum serenissimo Ludovico. söo 
primigento. visitata sancta Lauretana domo, Romam venit devotionis 
gratia. Pontifex magna benignitatc cum illa locutus est et iossit. nt 
monasterium intraret unacum suis tantum mulieribus. Sedit in choro 
in sede camerali et domina princeps osculata fuit pedem somma et 
incredibili devotione. Pontifex fecit ilbim surgere et sedere sup* 
tres pulvinos ab uno ex camerariis secretis tunc allatos et dla coro 
illa locutus fuit. Extra monasterium ad pedis osculum admisit serenissi- 
mum marcbiouem Ludovicum et cum eo pariter locutus fnjl et 
paternam benedictionera amantissime elargitus est. Deinde accessio 
ad ecclesiam Divi Nominis Jesu propter festivitatem B. Joannis Reps- 

Junii. Die 7. fcria 4. Hoc mane Sanctissimus Dominus Noster 



Vgl die abweichende Angabe in der italienischen Relation. 



H.--.,,, Krt (■«diKti«!' Forsten nn-l F'Ürvtiniifii in Rom. 



237 



■uppdlft M0T9. «'OHiitiuniitiit; refccil )>ererimiRiDtn priti- 
ircbiuutiin Luduvicum Badensuin. 

.1. honi ll'j SmuMis-^imtis IlDiüiiiii'» XiKtcr in -arcllo 

til Vatl<'ani miMain iilaiiani folclu-avit, iircscntihus do« 

iialibos. eniseopis et iieaitenliarüs pAralis, i:t roiisDt^tu 

^rfidt soleiini proccäsioai Banctissimi sacmmciiti h-apra cn- 

Qi rtcnntlcxus. Snpplicatio ftiit orilmAtis<tinift cl in biffilii^a Vati- 

nulluiu inwt-titiiiui eiUnctoiii fnjt nisi data bencriictiimn i-uui 

isÄiniu ot oiitiiia -lenatH fiüTuat pmot alias. Iti hospitio apt^ 

Ailbit sfrciitäsimfl rcftiim et in domo ponit^ntiaric dmninft 

^c«p8 UadetisJs. (juibos de maDilatu SitQctissiuii bellum <ut 

in (r(¥m} «lata facrant; et qaiadominaprincopsBadcnsis 

volnil prorewäonem pro i'onscfinonda henediclioiie. idco celsi- 

sne awignati faeruiit 1 milites Ildvetii ad illani uastodiendnui 

ptipuli. ei iiii;^]tn niimmiini aarenm deilil. 

jdio bora 'ü, Sancti»siran-'i IKmiinas Nobler in raamioni)»» 

andivit prefatam dominatn principom de Baden, 

vsi per irartam viriduni . . . 

fort* Tl. hont ir/« Sanrti.ssimu.s liomiiiiis Noster in bs$j- 
la Diissam puntiticaliter cautavit . . . Sercnis^snua reidiu 
liu rbitro ex )>iirtc dexLni otox altera iKirtc Tott sicrenissiina prin- 

il<< linden . . . 
|Na 2. lulii domlMica Saiictissimus UomiiiusNostcr in s«b capella 
ciimmaaiünti rcforit ptlsälinam doniiiiani priiicipem 
tu. unv veuit \>er poriani viridarii, iiou liabnit itolviunm, et 
ecreros paritlnUiouom prohuil. AcUs deinde in^tiis ]h]qij- 
ad Rttdientiam ndniisit morc »liui ciqno precau>riain «ira- 
ipntkNftBi cum iii>lulfii:-[iliit douAvil. 

VeDaCA in Uonia e traitonlmento doUa screnissima 
jidps«» di Üadeu. 

Ed siunio — di nioggio dcll' oimu 171U giuiise in Kunia la serL>- 

principuMsa dl Hadeu coit il principe Ludovico. dl 

e Mfiaitit di varie iversone della &na corlo. 

nedesina ora Mala tu Lm-eto. dovc <lle<lo uilti li piä distinti 

iicgni «Ü picL'i ed offcii ftlla Santissimn Verpine dnc rnori d'om 

i litudloti di qn ^lUuru rotisidi'raldlo, coii due tencrii^iiae iscri* 

mein,' m'ir oro. 

li didiiariS nol soo ftiungcro. Mserc TonDtauomeiHjllofirrina 
lilare U saiitoarii di qiie«la citt:\ o per noii fnrc ui riceverv 
Iti. 
Manch |Kir oltro dj far rendore coasapLWole Sua Santitä ilcl 

[i(i 24. niatCRtu. in (-'dI U sonto [loiitefico sj portä nlla 
--> • oMMMutun) ik-lle Ttart>cnm>, ove pcrmiK, die cntravio la 
rM^w,. ,^1, [) iiou guijwilu'). iioalc ivi amniiFc all' adiunia; la 



t( vMi cvhnmt am 7. Jitni I70S, uhlu abA «nt 17 Jahn. 



238 '■ Wecch. 

priiicipcssa dopo baciato il piede, tu fatta alzare e tu fatta sedere 
alla sinistra di Sua Santitit. 

II Principe di lei figliuolo, dopo aver baciato il piede e la manc 
a Sua Saiititä. fii fatto alzare, ma non sedere. e statte seropre ia pjcdi 

L' udieiiza fu lunga e Sua Santitä le diede la facoltä di potei 
eutrare in tutti ti inonasteri claastrali, tanto di monache quanlo di 
reügiosi. 

Nel giomo 30. raaggio avendo fatta Sua Santitä nella chiesa 
della certosa la funzione di consecrare vescovo il cardinale de la 
Tremoaille, tu preparato per la raedesima una spezie di corctto, accii) 
potesse vedere la detta funzione , essendo questo stato adatto in nn 
vauo di una porta piü prossima all' altar maggiore, ove esegnivasi 
detto solenne atto. 

Kel giorno 20. giugno Sua Santitä transmise in regalo alla dettA 
Priucipessa una cassetta nobilmentc omata con entro il corpo di San 
Silvio Martire. un bacile di Agnus Dei cd uua cassetta riccameate 
guamita, entro la qaale erano varie ampolle di raanua di San NicoEa. 

Nella mattiua della festa de' santi apostoli Pietro e Paolo inter- 
venne alla messa solenne del sommo pontetice , cssendole stato a 
qaest' effetto preparato un coretto dalla parte ove sta qucllo de' mnsici. 

La sera di detto giorno la medcsima fu a vedere la girandoli 
sopra il torrione del palazzo Vaticano, ove fu fatta servire di rio- 
freacbi e fu servita ivi di tutto ciö che poteva occoirerle. 

Nella domenica 2. luglio, avendo ia medesima desiderato di ])Oter 
avere la consolazione di riccvcre la santissima comunione dalle raani 
del paiHi. ed avendo il sommo ponteüce vednto opportuno di con- 
discendere ad uua si pia istauza a ijuesto cffctto avvisata, si iwrtö 
al palazzo Quirinale, ove entrata per la porte del giardino e rice- 
vuta con Ic distinzioni che mcritava. per la scalctta accese al poali- 
ticio appartamento. Si trattennc in una camcra coutigua alla av 
pella segreta, sino che Sua SantitJi fosse passata nella medesima per 
celebrarc la messa: allora la jtrincipessa entro ancora essa nella cap- 
pella, ove genuflexa con molta devozionc ascoltö Ia messa e ricevetie 
dalle mani di Sua Santitä. la .santissima comunione. 

Partito il papa dalla cappella, la raedesima fu condottn in alia 
Camera, ove fu servita di rinlreschi, ed indi fcce ritorno alla detta 
cappella, ovo si trattenue sino che fu avvisata di dover passare all' 
udienza di Sua SantitA. 

Neil' entrare nella camcra, ove era il sommo pontefico, fec e 1* 
tre genuflexioni, baciö il piede, ed il papa la fece alzare c Acif^ 
alla sua sinistra. 

Sua Santitä Ia trattcnne in una lunga udienza di quasi nn" ura 
e mezzo, e nel ijartire di nuovo baciö il piede a Sua Santitä. 

La medesima poi la notte segucnte, dopo avcr udita la santa 
messa nella chiesa del Gesü all' altare di San Francesco Savcrio, 
dopo le ore sei e mezzo fece partenza da Koma alla volta di Fircnz^' 



Besuclie badtacher Fürsteu imd Fürattonen in Rom. 239 



V. Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach (1750). 

Aus der Zeit des Aufenthaltes des dawals zweiundzwanzig- 
jjihrigen Markgrafen Karl Friedrich in Rom enthalt das 21 
Bande umfassende Diario di Monsigoore Ignazio Reali im 
(Vremonialarchiv (No. 587—607) folgenden Eintrag: 

Ncl Pontificato di Benedetto XIV. (1740 — 58) U principe raar- 
gravio Carlo Fcderico di Baden-Durlach, venuto in Roma, 
m si trattenne qoalche tempo, non si port6 all' udienza del papa. 

Dass der Markgraf den auch bei protestantischen Fürsten 
nblichen Besuch beim Papste unterliess, mag darin seinen 
Grand haben, dass von München aus das Gerücht verbreitet 
worden war, er beabsichtige zur katholischen Religion Über- 
atreten. Von diesem Gerüchte hatte der Oheim des Mark- 
pafen, der Prinz von Oranien gehört und ihn deshalb von 
ia Ausdehnung seiner Reise nach Rom abgemahnt. Wenn 
€r nan doch nach Rom kam, wollte er vielleicht durch einen 
Besuch beim Papste dem gänzlich unbegründeten Gerüchte 
■itht neue Nahrung geben. (Vgl. Karl Friedrich von Baden 
TOQ C. F. Nebenius, herausgegeben durch Fr. v. Weech. 
lürisnihe 1868 S. 43.) 



Ans dem GeDgenbacher Klosterleben. 

(Protocollum Gengenbacense.) 

(Schluss.) 

Von 

Fritz Baamgarten. 



Der weitaus grössere Teil dieser Gengenbacher Klos 
Chronik ist im achten Bande dieser Zeitschrift zum Abdr 
gekommen. Nur das letzte Drittel des fünften Abschni 
von Augustinus Dornblüth verfasst und die Jahre 1719- 
behandelnd, bleibt noch nachzutragen. Wir entnehmen 
etwas geschwätzigen Aufzeichnungen des gelehrten Pa 
folgende Kotizen: 

Im Jahre 171 9 war„Procession um den Bahn". Am2.J 
werden vom Schultheissen Bender diejenigen patres, welche 
30. April, processionem per et circa territorium Gengenbact 
cum venerabili ducendo suscepcrant , zur Rekreation n 
Reichenbach eingeladen , wo Bender piscationem et conviv 
instituit. Haec invitatio patrum processionem ducentium po. 
continuata fuit, donec dictus praetor lites cum monastcrio 
tentavit. 

1719: In Anbetracht der grossen Weinernte, die zu 
warten stand , exstructa est magna c el I a v i n a r i a ( 
granario retro aedes parochiales, et dolium magnum IfiOO 
phorarum in ea aedificatum fuit. 

1719: Sex candelabra argentea .■Vugustae elaboratft 
niissa snnt. 



Abb (Ina Gcm^mbacbir Klobtorleben. 



241 



1!): 24. Nov. appcnsa fiiit nova janua eccicstac 
19: Hiems hoc aono Uiuturao veti simUior erat quam 
!ox post medium Februarii pleim quasi sequebatur 
^ ob tu\aae ei pascuorum p4?nuriani pccora in nia^na 
iaterierunt. Fluvius buias tarn erat exsiccatus, ul ego ' 

nc paroduam in Bergbaupten desenieus e regione 

ini civitatis pedcs cum trunäieriin quin caiceos in 
ore parte nuulefecerim. Tarn floies quam fruutus arborum 
D nense ordinarium suum tempu» praeveniebant. Uvae 
limio et diuturno calore nileo yxsiccalwnlur, ut de Inso- 
Samndeni copia spes vtni nulla ferme iam apparerut 
eiu imbre maxiuiu 27. Aug. fuso ita iiicrassatae facrunt, 
Ddeniia taoi copiosa qualem elapsiim saeculum uunquam 
necuta rucrit adeo ut deücicutibus dolus vinum in aliis 
•daio va8i3 assen-ari debuerit. De solis decimis Ürtten- 

ibuä et Ofleobui geiisibua nionasterium äOOO amphoras 
L In Brisguia aiupbnra pro 20 cruciferis in abundaiitia 
potait. Verbo! vindoroia tanta erat, ut DOlam illam 
1707, communiter hucusqae tler grosse Herbst appeHatani 
ibu8 in lociä ad incdictatem usqne supcrarit. Sed de 

vini at^ucntia monastciiuiu uostmin iucruui exiguuni 

viL Cellerarius Aoselmus aliquot ceateiias amphoras 

irtinis , officialibus et sntrapis vicinis gratis donavit; 

atiooem vini vietori Wittemer ex continua ebrietate tum 

mi-a-meuti et peue rabido comiuisit, qut initio viudemiae 
quamdiu locus erat vinis dccimalibus et vilioribus 
rit iia ut postea ad praestantiääiuia de prupriis vinctiti 
eyberbach, Keffcrsberg, Risbcrg et Durbach nulla ainplius 

»uperfuefiut, ac id circo 2000 circiter amphorae in aliiä 

valgo Sdtrött cum debili valde teguntento in utöcina 
ad usquc medium Januarii 1720 reliuqui debut>riut, 
inam qüd mudo ioterca ut plurimum evapnravit, sed et 
ruclarissimo unum aut dun ciu.smodi vasa noctu furtive 
ft faerunt. Et cum insjgniä iata provisio vini a Deo tarn 

nUaarie donata düigenter obäervaii et quousque pretio 
roienti vendi passet, in tiublevaraen indigentis nu)nasterii 
rtari dfbuisset, Cellcrarius, ut ad proiligalitateiu su:im 
coiQpararet, vinum iatud pro vlH admodunt et null» 
6 preüo vendidit; adeo uL iutegra plausira pro uno ludo* 

aureo, 7 a. 5 G. dederil, dum intcrca dcbita monasteril et 
. t owBk. j. m.uTk. x.r. IX. ä. lt> 



242 Baumgarten. 

praecipue apad ambos germanos suos pro mercibusO insupe 
aucta fuere. 

Im Jahre 1719 beauftragt der Abt den zum cellarius er 
nannten p. Domblüth, ut porta refectorii intra tempu 
prandium et coenam intercedens semper clausa servetut 
Glausuram ad portam maiorem peristilii exacte observar 
monuit utque nulli absque licentia Pharmaciam pro tunc ii 
aoteriori parte molendini existentem vel cuHnam accedere au 
pedem ultra ponere liceret. 

A. 1720: statuit abbas, ut refectorium post completoriun 
ad evitandas noctumas compotationes claudatur; ut et hos 
pites et religiosi ex itinere vel de infirmis revertentes ir 
abbatia potius quam in refectorio coenent. 

Eodem anno 1719 domino Solatii, sataprae in Gerolz- 
egg, feudum foresti Zellensis coUatum est ea tarnen conditione, 
ut in negotiis gravioribus monasterio a consilüs sit et in con- 
ventu circuli suevici monasterii votum gerat. Doch erwies 
sich dieser Rechtsbeistaud schon im Jahre 1723 dem Kloster 
äusserst feindlich, so dass ihm das Lehen 1724 wieder ge- 
nommen wurde.') 

£odem anno statuit abbas, ut cum nonnisi unicos frater 
isque brevi quoque sacerdotio initiandus adsit, deinceps omnes 
sacerdotes a subpriore iucipiente exceptis dumtaxat cellerario, 
parocho et culinario, per ordioem ad mensam legerent. 

A. 1720: abbas culinario mandavit, ut domesticorum curam 
gerat, ut tarn preces mensales quam et singulis diebus 
sabbathinis rosarium simul dicant atque ab insolentiis hucus- 
que consuetis abstineant. 

1720: Für die alte Klostersägmühle in Heydinger*), 
die doch injmer exaequa, d. i. ausreichend gewesen war, wird 
um viel Geld ein grossartiges Sägewerk angelegt Der Er- 
bauer desselben, Baumeister Rischer, vermeint damit einen 
schwunghaften Holzhandel nach der Pfalz in Gang bnng«i 
zu können: das Werk war noch nach zehn Jahren unvollendet. 

1720: Die alte Gebetsgemeinschaft mit St. Blasien 



■) Er hatte es bereits im Jahre 1726 dahin gebracht, dass seinen Brüdero 
vom Gotteshaus lOOOOfl. geschuldet wurden: eine Rechnung darübei 
irunle nie verlangt noch ausgestellt. — ') Vgl. unten S. 248, — >; Heute 
Heigerach. Vgl. auch unten S. 244 u. 2&5. 



An« dem Ueogculotcher Klo«terleb«o. 



243 



finl erneuert, dot^li unter erk-icliterten Beding: un^en der Für- 
Ulie. Hoc itüm annu ai'dißcata est doniQs oeconomica (Schnff- 
mfhams^ in Offeoburg. Sed caro admodum et impriulcnter, 
cm ex incuria p. An.selmi (Bender) tum ex parte arclutecti 
1 Eiseber canitiras universini stolidc alias construxit it« ut 
ia hiemc nuJlatenus callefieri possint. 

A. 1721: Nachdem des (.»oldstiickhers AubM 7.u Slrnssburg 
Jligerer Sohu einrn Studenten in einem Duell erstoclien nud 
rieh sofort in unser Kloster tiUchtig gemacht und um die 
loiserliche Freiheit gebetten, auch r. d. Abbas dem8en)eu 
nlehe Unad samt der Kost und Wohnung zugesagt, endlich 
tuh ohogefähr neunmonatlichem Aufeattialt dnhter ihn mit 
tKonuuandatitiis an den Herrn Grafen von Rechberg, welclier 
L 1707 zu Ortcnberg gestanden und allda den 22. Juli morgens 
Kochlagen Horden war (vgl. oben Vlli, ä. 693), nacher Münclien 
aila»en hatte, verehrte dcsseo Vatter zur KrkenntUebkeit 
fir die seiaem Sobn bewiei^ene Gnade die annoch vorliandmo, 
^cnbäocUg von ihm verfertigte gestickhte silberne Infult 
» uf 2U0 fl. geschätzt worden. 

1721 stiftete der Schlössen iic ister Joannes Thalmaun (Xeffe 
4a Abts gleicbcn Kamens) in rccognitioncm pro sua educatione 
e gratiis in iaventute sua a nionasterio acceptis modernum 
Mfnnni Uorologium nostnim C;/rnssf. l'hr im Thm-m) pro 50 
tetixat äorenis confoctani. Zugleich garantiert er auf Lcbeus- 
^ fßr alle Reparaturen. 

1721: Zur Vcrlängcrnng der Zeller Pfarrkirche und 
BrtwaDDg eine^ steinernen Kirchenturnis ad caicem ecclesiae 
des aufm Chor geätiindeuen, ruinösen, holtzernen 
Qtaekfaeitthurns) steuerte das Kloster 200 tlj) Die Turm- 
i, auf 1500 d. laxiert, stiegen auf mehr als das Dopfkclre, 
«rollten die ZcUer die unteren Ilarraersbacher zu einem 
JUtng Teraalasaea: die velurten sich und es kam zwischen 
StU und Harmersbach zu einem Process {1724 — 26). Auch 
^ Goltesdtaug sollte noch weitere 200 fl. beiäteuoru. Der 
Abt vcntÄnd sich zu IßOfl. und zu dem Versprechen, in Zu- 
toi^ bei eilen Turmreparaturen einen „nachbariichen" Bei- 



¥ 



'> StiM ^ geDftntaaa hau« w du Dicht nötig, da m rkIi der pntxii 
■icht *<) fibricaa mnpaailU vi((eli]ilt«n war .,il«n«tbe »ei 
auf dcB Chor*. 

IG* 



244 



Baumgknoo. 



trag zu leisten. Gegen Jen Aumlruck « nachbarlich" wollt 
die Städter protestieren: „Man sottan ab Seiten des Gottäbi 
klüger gewordeo und sieb zu gar nidits mehr (ausser jeoeo 
ersten 200 tl.) vöi-stAud*. ^ 

Im Jahre 1721 flirte sich das UotteäJmus der Reich3<^ 
Verordnung, dASs die Stände, welche sich f&r überspannt 
angaben <), sich auf ihre vii-es et facultatcs inquirieren hls^tia 
Stillten. Dies tliut um so mehr not, als selbiges (iottesbat 
wie aus der vuu Abt Paulus Sceger (1726—43) anno 1721 
zum Druckhjj;efertigteo historischen rclatiou") des mehrerei 
ersichtlich ist, sich mehr als nlle übrigen Stände praegiuvif 
fand, mitbin solche von bereits zweyen saeculis her ii 
enseuflzte Uelegenbeit eine Krleichterung bierin zu erlangen,! 
»ich oylTrigst /u Nutzen machen aollen und wollen; darbd^ 
aber das Unglück gehabt, dass weilen der damablige (1721) 
Herr Prälat selbst sowohl als auch der Gvosskeller und die 
O^ianten die äacb im mindesten nicht verstuudou, diese dati 
üescliuft einem fremden conimissarin , Hvirn Solaty , vaa j 
Hamiersbach, welcher zwar dazumahl uoch nicht otTentlicIi mit 
ilem gottsliauss VL'rfallen wnr, anzuvertrauen gemlisiigel| 
wurden. Da nun aber iliescr mm Werckh schreiten wollte, !o| 
ergab sich alssdau die laydige prob der bissherigea, annsdigeii,] 
liederlichen und unverantwortlichen Aduiiuistrattou, samt der] 
ilummcu und ätriltlich ignomnz deren, <]uibus incunibebat, zo.] 
dero billichen, grosseu Confusion und des Gotlshauses gi 
Schaiid, otfentlich &a Tag. Dan, da ersagter Commissarii 
nach denen Abtey-Groskellerci- Keller- Kasten* und Kücbci 
Ket^nungen oder Manualieu fragte, damit er die Kiunami 
und Ausgab-Tabellen datauss verfassen könnte, waren derei 
halt gar keine vorhanden. Waryber dan Herr Solaly (wij 
P. Joachimus (ächiicidcr) l'arochus in Zell, wulcher dazumahl 
hier wäre und da er in der Kanzicy Bcnedictton von rereren- 
dissimo begehren wollte, alles mit eigenen Ohren mlumgehtir 
uml mir iiu4:h eodem vespere zu Zell crziUilt) seiner gewöhn* 
lieben Krobheit nach aussbteclie und denen versamleteu ei 
erstaunliche Correptions-Kede darüber hielte und inier 



■) Ifil St«iKra luimlic)). — *) Am tl«m ar>prADglich«D, 
Khriftlichoi Kucwurf wieder »liptdnickt voa R. Ehruisbsfger. DUc-At 
XX. 2ao ff. 



Aus dem Ueogenbtcber KlMWriebeo. 



24r. 




riilieneo Hesse, auf solche Arth wfire flime der Kiefer- und 

Hiter-Dienst der liebste in der g.intzc, weite Karhbarscltaft etc. 

Sogiir wäre man nicht einmali) im Stund, die Passiv-Schulden 

und musste dahero in der Nachbarschaft Hund 

, in der Stadt aber gleichsam von Hauss zu Hauss 

■iftlgen und ansagen lassen, ver Etwass ans Kloster za fordern 

Uitte, tollte sich inner acht Tage Frist anmelden. Da sich 

Am zu mäni^ltcher Erstaiinung ein calculu» paissivorum von 

lut gar 35 000fl. ergab". Und dabei hatte es noch mancher 

Twrtumt sich so melden, so der Bildhauer*) und Schwager 

fcs p. Joachim Schneider, „der dazumahl nicht zu Uauss ge- 

■nt: hätte auch noch über 100 ä. zu fordern, sich aber dass 

tUhftoss nach der Hand desswegen zu prostituireu ge- 

etit*. — Der OberscIuiJTner F. Baunigartner') wusste gar 

inlormation zu geben. „Auäs allem diesem iät sich nun 

um so weniger zu wundem, dasd dieses Inquisitions- und 

Uoderationswerk dass bisherige angelegentlichste GeschüfTt 

ia, Gotteäbausses, dermasaen schlecht uiul praepostere tractirt 

«Dcden und Herr Sulaty in seinem annocb getruckhter vor- 

kadenen, annseligen memoriali sich nomine des Gottshau^ses 

seflMt auf eine alljährliche praestation von höchstens ad 400 

odv &00 Q. ad Imperium, ex evasissima ignorantia Status mona- 

Uttii, wie Er nachmalilen anno 1727 lu einem Schreiben ad 

■odenium Itev. gelbsten bekannt, hat offerieren derffen. 

Welches dan auch Ursach wäre, dass rev. nun innerhalb zehn 

Jahren drei kostbare Raysen uacben Ulm nd comitia circuH 

fn sapplendu defectu et nbtinenda ulteriori moderatione, welche 

■ucfa endlich annu 1737 zwar auf eincu rcspectu anteriori.s 

OMtncnlac fast geringen, jedoch in comparatione ad alias con- 

sutus noch jederzeit sehr disproportionierten Fuss [je*ot:?t, 

circa priatalioue» tmi>erii vero, woran dem Gottshauss. sondor- 

heiUichcn des yberschwenck blichen Rückstandes der Kammer- 

SGililerto von ohngefehr DOOO d. halben sehr viele» gelegen, bi^s 

•sf dassJahr I73<i. da ich dicsses schreibe, n»ch nicht 

•rUoKi worden. 

P. Aoselmus Bender liess sich durch diese arge Bla- 
ii>^ nicht an» der Fassung bringen: callidus iste vereipeUis 
mbito aüAm mclamorphosio lusit et sciens debilem abbatem 

») Vgl VTII. S. (ta, Anm- 2. - ») Übw Jirtcn dfhe »ben MH, ^ 7(1». 



246 Baumgarten. 

discretionU spirituum plane expertem , non nisi secundum 
speciem iudicare, mox spoate omni administratione se ab- 
dicavit et cum ab anno 1708 cborum nuUum frequentasset, 
iam et ipsum matutinum et primam, ubi abbatem comparere 
sciebat, diligentissime accessit, ut, prout perspicaciores mox 
conjiciebant, subprioratum aucuparetur*); nee effectu fi-astratus 
est, sed tandem, uti videbimus, turpius eiectus quam ad- 
missus fuit. 

Im Jahre 1721 wird eine eigene Pfarrei Biberach einge- 
gerichtet. ^ 

19. Juni 1722: abbas vehementer invectus fuit contra 
nocturnas excursiones et compotationes tarn intra 
quam extra monasterium, Sub gravi quoque poena prohibuit, 
ne ut hactenus factum, sub deambulatione ordinaria p. AnseÜDO f 
sub-priore duce aedes saeculariuni accedantur vel vinum extra i 
procuretur. Zu gleicher Zeit gab der Abt seltsamerweise die ] 
seiner Strafgewalt reservierten Fälle ■) aus der Hand, während | 
er nach Dornblüths Überzeugung gerade durch strickte« = 
Handhabung seiner Reservatrechte der zunehmenden Zucht- ') 
losigkeit hätte steuern können : so aber machten seine Drohungcoi - 
nicht den mindesten Eindruck, prout experientia docuit 

Postquam enim 11. Oct puella quaedam Magdalena Zieg- 
leriu nomine, de cuius familiaritate P. Beda iam a 3 vel 4 
annis suspectus erat, nocts post tempus examinis in cella et 
lecto quidem eiusdem, ipso pro tum in locis secretis existente, 
a P. Dominico et P. Luca, quem prior desuper in testem vocavit, 
die 26. eiusdem mensis vero ab ipsomet p. Priore Coelestiao 
"Weippert, facta prius eidem delatione casus praedicti, pariter 
in lecto dictl p. Bcdae ipso nondum exuto deprehensa fuerat, 
res ab ipso priore ex muliebri sua ignavia diu occultata, Id- 
terea tamen in civitate et vicinia iam nota, tandem ad abbatem 
delata fuit, quo die, qui lunae erat, sine pulsu capitulum post 
Primam accessit et P. Bedam super dicto facto, acriter licet, 
non tamen de condigno corripuit ac pro poenitentia eum a 
fratrum consortio seuiovit cum obligatione, ut singulis septi- 
manis ter in praesentia p. prioris Disciplinam faciat et psalmos 

Vogelstellen nach etwas- P. Anselmus wurde richtig schon im 
Oktober dieses Jahres subprior iilque absque omni culpatione. — *) Vgl. 
M.-M. [178]. — 8, 2u den casibua abbat! reserratis gehörten Tor allem 
nocturnae et furtivae egressiones cum intentione peceandi. 



' SQBVfrtsbaa. 



24T 



jtcatiflies rucitel, pro sustäiitaüone ad iirandiutu otfam et 
Jpteotarium cum aqun, loco coonae vero portioneii) Fratrum 
(Uli Tino faabeat, cnin nemine loquatur et a celcbratione ab- 
ftinat, choruiri vero ad conservamlam famam Um sihi quflm 
it nonasterio contm sacculanbiis, (jui tameo omuium pleiil- 
mft quam nos ipsi notitiam habuemnt, accedat. Aber schon 
BKh der aecfasten W(K-he wurde ihm zum FrQhstlick wieder 
Kanne Wein genehmigt. 

12. Febr. 1723: abbas p. ßcdam, cum cum propter atrox 

scelos til iterata äacrilepia, uti dicebat, a dictata poena 

rero non posset, cain saltem in taiituin tnodcravit, ut non 

p KOiel jjer hebdomadam discipHnam cum psalniis persukat, 

'■( inndium 2 scj-phos vini accipiat, vespere vero per quadra- 

giamum colIatioDem accedal non vero prandimn. 

Eodem die slatuit purro abbas, ut, quiü frequens bacteuus 

«luotidianus multorum accossus ad monteTn ad tantam 

ritatem et conversatioßem cum miilicribus plurimnque nlia 

potissiniuTTi ausara pracbuissct, iiuUus in postenun, 

quem prior det«rminaverit, sacellum Montis, excepta feria 

i|UH <]uantum licri potest, dciiouiiuati simul vadaiit, et 

rcdeant, aeeedat. 

1733: Ad instnntiain novi priuris in Sabbatho sancto 

BeUa in intefrum restituitur. excepto quod nee montem 

: Kclesiaiu paruchialeiii, uec ullum alium locum solus acceUat. 

1723: Dieses Jalir i»t auch der newe llobo Chor-Altar 

iiübbs-Maruior verfertigt und dass zierliehe Blau nativitatis 

Virginia, hu anjetzu eingangs der Kirch auf der Seitbeu 

D der Sakristcy bangt, vuu d. r. Paulo Seeger, moderno 

r26 — 43) r. d. abbate, zu Dooauescbingen, woselbst er pro 

sacellauus aulicuä were. gemablt, der Tubernackhul 

M nun BDnu4:h auf dem Altar stehet, von dem biessigen 

toer (Tgl. S. 245) auiT abennahlige recomuicndation P. 

seioes Schwa^ei-» »chlecht genug uiu GO H. gemacht 

Vnsa Fas:^en iti&n'ü Altars aber käme nebst der Koät 

Am Arbeitern, die sie Über lü Wochen protralitrten, im Verding 

•atf 90 fl- We1chcrgesta.lten aber ersagtcr Newcr Chor- Altar in 

1780 um wcRcn der Commodität des Ncwen Chorgejätühls 

Org] widerumb cuHSiit, und wie derselbe zuvor dabier 

ingt uud verfertiget worden seye, ist in meo pnitocollo 

de anno \'t22 zu ersehen. 



Baumgirteo. 

Im Jabi-e 1723 verfeindete sich das Klostor ganz mit dem 
Uornierapacher ConsuIcntCD oder besser zu sagen regeoten 
d. Solaty ^), indem eiD ihm unbequemer Vogt vom Kloeter zwar 
unter Murren des VülIfK suspendiert, nach Eiin-eis setner Un.sclinJd 
aber wieder feierlich eingesetzt wonicn war. Soloiy declarierte 
sich von da an öffentlich für einen Feind des Gott«shaase» 
und iDtriguierte allenthalben geilen dasMlbe; daher wunle ihm 
die Kl'ei^:vert^etung des Kloster« und das Zeller Forstlebn 
entzogen (1724). 

Im Jahre 1723 entstund auch ein Prozess entTwiscboi 
Gotthauss und Statt Gengenbach wegen des Wülschkorn- 
Zehendens. Waryber zu wisaen: dass diesse Frucht Erfut 
von etwa 40 .fahren her in un!>em Landen bekannt und zwar den 
sictierct) vernehmen nach die Erste Kolben von dem Alten Hcm 
Rieneckh, des hiesigen Rieneckhs Groävatteren, atss ein rariüit 
iiacher Offenburg yberbracht und zur cuHosilaet anfangs Itn 
Garten gepäanzt worden. Weilen aber bey damuhligen und oodi 
nirgedaucrten stäthen Kriegs-Jahren die Winteifrüehteu fut 
alljährlich von denen ann^en abgemäbet, theilss auch aus 
Mangel des Zugviehes und da die Einwuhnoren des platiei 
Lanch Unsicherheit halber nicht xu llauss pleiben kooten 
schlecht oder gor nicht angepflanzt wurde; man inzwischei 
bemerckhte, das« dass Wälschkorn eine sehr ergiebige Sommer 
Frucht wäre; so trachtete männiglich nach und nach Aaabv 
zu bekomen; und wurde mithin selbiges immer mehren 
anfangs zwar nur in feldern, so mit der Hawen gebawet, so 
fort aber auch in offenen und gepflUgten Fcldei-n angeptlantx 

Nun griffen zwar dir Zcliendherren sogleich zu ihrer deai 
fallas habenden Gerechtsame, und da man dazumahl be; 
Gottshauss noch in etwas sorgsamer auf dass oecononticm 
wate, so uiachte auch Ahbt Placidus vei-müge aeintis Diar 
p. llti. anno 1690 beim Schultheisseu privatim die Aoforderun; 
„weilen dieses Jahr aus Furcht der fouragirung ander frtichte 
sehr viel Wälschkoru gezogen worden, beynebens aber in d( 
Nachpai-sctiafft Zehend davon abgesuttct würde, die Unte< 
thanen dnhin zu vermögen, da^ä sie ebenfalls gedacht 
Zehenden abstatten". Der Scbulthei«s erwiderte, .der Rt 
hielte es wegen Kartze der Zeit für dtssmahl nicht ratsan 



*) Siebe oben 9- U2. 




Am dem Gcogtsibttcher KloMerlcben. 



249 



Uotertlianen . velche hierüber alcli wQrdcn alteriren. 
das.s Wölschkorn theils schon cingeniaclit, etwas zu 
M^Ien; der Abt könne solches yber ein Jahr, weil mature. 
rtrtn^n Ussen". Doch da^ wurde wiederum versäumt, der 
AlK k&m wieder zu spät mit seiner Mahnung, „seiner bc- 
bnmten ZaghatHügkcit nach" Hess er sich darauf ein, dass die 
liiate sich mit dem Gottesbau-s abfänden, statt sein Recht mit 
EnsC zu soutcnieren. Der fahrlässige Oberschatiner hatte 
nichts Ton dieser Conferenz protokolliert, auch vermutlich auss 
Eigtaem Interesse, weilen er selbst viele gütter besasse, dein 
giten, Kinfälti^'en und forclitsamcn Praelaten, der sich auf! 
tejoeo roth vollkommentlich reposierte, den gantzcn Handel 
Tcnlorbeo. altem angesehen nach angerathon oder doch davon 
(Aichtmässig nicht dcbortirl. 

Aber auch auss diesem stipulirtcn ybcrciukommen mit 
deoen Leuthcn wurde nichts: am 15. Aug. 1691 petitionierte 
4er Abt: „weilen dasa Wälschkom in der gantzen Nachpßr- 
ithtSt ordentlich verzehendet, also hofiTc er, werde der Rat 
lack seine Untcrtlianen obrigkeitlich dabin anhalten". Der 
mprach nSchsteiis eine sattsame resolution zu geben, sie 
Anden dermahleu nicht, dass man solchen Zehenden dem 
GotUhaoss völlig absprechen könnte. Die i'csülution kam 
■idi. Schrieb der Abt Im Oktober nochmals, mit dem aber' 
■ihUgen iguavcn Er|Hitt, ninn wollte die Leutb leydentlich 
dutey lifllten. Worauf man zusammengekommen (der Taj: 
nd die jbrigcn drcunistantiae sind dem faulen Jüngling aber- 
■■blen Kleicb supra in octobri, in der Feder geblieben) und 
Veratobu-te. l*j, Bester vomJeilchert zu geben^). Dieser Be- 
■cttuB wurde dann öffentlich vnr der Kanzler ausgerufen 
Ud auch in Stadt und Tliälern befolgt- Das Kloster verliest 
#eh dabei zu Kehr auf Treue und Glauben der Dczimanten, 
vcigBtt aocJi sich per ejcpressum auszutiedingen, <lass die 
Dodmanten es selbst liefern sollten , sondern liess es durch 
4m Obcrbotten in eigenen Küsten samiuehi " Die Klagen 
Hg«i anticissiger Abrichtung des so geringen Quantumn 
*iedcriu»itco sich Jalir ftlr Jahr. 179V kam vom Rat als Ant- 
raf solche Beschwerde die Antwort: .mnn wolle auch 



) Mor^u} 




*t 2a Oünhurf wann 3 Scstvr vom JarJiert ivtwt 

CiL 



250 Baumgarten. 

dabei erinnert haben, dass man künffi,ighin die Siebene Mes 
ordentlicher alss bi^ anhero beschehen, und zwar auf bestimmt 
Zeit sieben Uhren halten und lesen wolle. — Als Abt Augustii 
erwählt war, bestättigte er dem Rat die Lokation des kleinei 
Zehendens unter folgenden zwei conditionen: wann unnd in so 
lange 1) die hiesige Pfarrej von religiosis administrirt, 2) sit 
den Wälschkorn-Zehenden richtig abstatten würden. JüngliDj 
aber, dessen ärgerliche Negligenz und Faulheit nicht genugsam 
zu detestieren, hat über diese wichtige Konferenz nichts proto- 
kolliert. Anno 1709 ging das Kloster auf den fainterlistigeo 
Vorschlag ein: „damit ein oder ander sich nicht beschwärea 
könte, dass sie zu hart yberschätzt werden, so sollte jemand 
von Statts wegen mitgeben, die Wälschkom-äckbem besichtigen 
und schätzen. Damit wollten die schlauen Gegenbacber die 
Kosten vergrössem, das Kloster miid machen und dahin treib«i, 
dass es von selbst von dem Zehenden abstehen solle." 1714musste 
man schon wieder klagen, und so ging es weiter „biss ad huoc 
annum 1723 die Sach' ex ignavia et incuria abbatis voll' 
kommen negligirt worden. Domblüth, der 1722 zur Eanzlej 
gekommen, brachte endlich, obschon mit harter Mühe, „massa 
Er (,der Abt) die Geschäfte gar nicht liebte" , den Abt dazu, mit 
Aufkündigung der Elein-Zehend-Lokation zu drohen, wenn du 
Wälschkom nicht richtig eingehe. Als auch daraufhin nichts 
erfolgte, reiste Domblüth am 6. Nov. 1723 nach Strassburg, 
veranlasste den Prokurator Schröder, „inzwischen ein libellun 
supplicem an den Rat zu schicken, in Hoffnung, wenn der 
Schultheiss Ernst sähe, er etwa friedliche Gedanken bekommeo 
würde. Doch dem war durch d. Solaty, der alss consulent bej 
einem langen Frozess sein Interesse suchte, der Kopf bereits 
gesezt ... So wurde das Übellum geändert und pro decreto 
citatorio nach Strassburg geschickt. Die Bürgerschaft aber 
gab die Resolution, es wäre noch eine Frage, ob der Wälach* 
korn-Zehende nicht in kleinen Zehenden (statt grossen) ge* 
hörete. So hätten sie gemeint, man solle Es noch fernen 
anstehen lassen, und sich inzwischen anderorths informieren 
auch die causam auf ein oder zwei Universität^ ventilirei 
lassen." Domblüth war nun entschieden dafür, das der Abf 
den kleinen Zehnten aufkündigen solle: aber dazu war dieser ac 
keinen Preis zu bewegen; zur Evitieruog des Geschäfts ver 
zog er vielmehr nach Offenbnrg und Rastatt; „doch Hess e 



Aufe dfli» Gegeabaclier Klo«tccl«beji- 



351 



ein Vei^leich angebahnt werden EolUe, mit Gewalt 
aiibero von Offeuburg berl>eirureu und von iWm 
!0, grosssprecherischen Solaty and noch mehr von 
ihong des von der Stndl gewonnenen Coinmissariiis 
1er einen für das Kloster ungünstigen Richtei-spiurli 
re Aussicht stellte) derinassen schrückheu", dass et' 
Striobens seines eifrigen Geschüft strägctN Dornhiüth 
ougUnstigen Vergleich t'iuging, woniicb das Wälseh- 
iiehatfrei wni-du. Der Anbau desselben nahm darauf hin 
Ycht überhand und es kam nie mehr vor, dass die 
rrscheuer. wie früher, ,biss untec den Fürst gestecklit 
mr vom Fnicht/ehnten". 

24: DerKiTekt dieser Schwache war, „dass derScbultheiss 
kncb das Zapfcnrucht des Klosters disputierte und 
Vorwaod des jährlichen Ga^^senwirthens monastcrii alles 
k Weinsdiunkh-Recht inner dem Kloster niederlegen wollte, 

tch so weit äicb ver^'ienge, dass Er den 7.uin Gasscn- 
tu den Statt-Rach prn moro gestcckhten Mayen so 
rtnos olss gewaltthütiger weiss zerbawen Hesse. Aber 
ftdCtIichc jus wurde 1738 solemnissimc zugesprochen"; 

Erc enthält da-v Kanzlei-Frotokoll, daher es leider nicht 
t wird. 
: Nicht weniger als fünf grosse FuHoseiten widmet 
lätb einem neuen Lapsus p. Anselmi Bender. Quia 
[TA uona^tvrii et cella aub-Prioratus (licet quotidie ferme 
Dteui vel ecciesiam Parocbialem exiret) respectu anterioris 
et L-ijiitiiiuarum excuräJoncrn angustn nimi.s W intolle- 
Ibi vidflKitur, ouJnL-m muvii lapideiu. ul furas quantlotiue 
Iponet, oc proptcrea concioues *) ab expositis'O extorsit. 
tli a p. Coelestino parochu in /eil oblata dein sub 
tu inftnuitatis cai)uliani per plurcs hebdmnadiis subhidii 
ibi commuratus fuit et per id tempus sacrilegum com^r- 
101 ctiqua seil domesticntricc puella simplici et rusticanae 
oefarie u &e si>duc(a con^ucvit, adeo ut cxinde im- 
fucht... Abbttä ipsum 17. Mart. ijuater authori- 
5U|ier interrogavit. Cum vero impudenler in negativa 
abba^ cinvem ipsi ad sub priorntum extarint et 
[ceDam aBiignavii. Sed refniiitarius hanc non petiit, sed 



Prf41(rt«iL — '} SdL •acmlou'bus. 




m 



■A«9KT»rirs. 



Pwib 19l MV 



Vfü. com interea vev. salv 

scriniü fiusdem rLsitAv^ 

■bossit nee noD pectmiav 

BOOL fttiaämmm m mis mametb anreis consisten 

iHte ^ ikaadBH Mm foribondas osqoe 

ly Hirt, aritaa cknn ainpUus visitariL 

c«K. postnlaTit, ut pue% 
Eibi tnmi)iuitt«retiir. 
et intefTOgata co 
MiokS rrpetitum fassa 
P. ABsetmas adhuc 
inrciuraado 
firaat. iMma co^pla*) ■ Karindi 4. Jtüü puerum 
luv... T ka i e» II. Mi aMat qwm soloä acc«dic 

qaa tela reftactariie oec 
per diqaai dns a cc gJt . . . reBitBotan taodeii 

coQdemnat, 
: tä achiha ia donntono framim. 
cnt ubüqne ipei ex sab-Priorata 
1^ am qubmtam librü asci 
Cta ffva aaHs carcer fctaialin cütaKt, assignata ei 
eeSa ugiti sa^ri im gfAfajTwi^rrflc cam Tcrricolo *) ad 
£• 17. Jaul dactas, verrkalo ex iacam laisiaK bene c! 
iteniai enqat. ffiac sayenor |ian iasBae exsddi et v 
em BKa ^ ap|ilicari debat, at aaeesaaria etdem , quin 
passet, per UIub tiadermtar. 

Sed Uk iairare aegat, asseceas se anlle e^mt amitte. 
deaiqiH do a wst fci eaai ad iossaB prioris adhibha ^iolcatt 
arnpuenmt . . . verncalaia dtfigeatios ac prios claasmu, taoda 
sam apposila fut Deaiqoe, 25. Angosti, detentionts siia 
hoftUA , <ficit, se ease eoaTktnai; n^are se, ot in festo S. Aogtf 
sUni die festin D. Abbatis (ecee impodentiam!) »d pablican 
BMflwam sdmittcretor; se discrettont d. Abbatis plane sc sub 
Bittere. Abbas inbet at eam d«claratioiiem scriptotenos a' 
tradat. Sed qoia rcnait, re^ in pristino mansit. Quia UnMB 
prfaH* Caelestinus ad minas et instantias qaorundam inten* 
^tornm noriter aptiil rev. pro eim reUxatione rogabat, 
46. Sept. r(rla.^iitus et in pristinum saom statam, locum niiuinii) 



1 C»iwhi 'i rmte. — "j RmrvL — *» Thtav. — ») U«e? 



Au dem Geni^bftchcr Klosterlebtrii. 



253 



onü sub ui\ tioica i-esen'atione plane restitutuä fuit, 
M MafssaioueD) depoiiai, a catbedm et cimressionali adlmc 
iUjipeusus maneat ueque inontein aut ccciesiam parüchialem 
wutUi. Quae tarnen reservatio non diu tluravii <) dum interim 
nber bomo diäsensiooes ia conrontu excitavit, cotupoLationes 
ibi i>ottüc vel iaslituit rel frequeotavit, denuo ad moDtem 
C ecciesiain parochialeiii emissus consortia Buspectis personis 
ftediB sexDS quaesivjt, tandem 11. Augusti 1725 febri calida 
pcrepttts, cum nee medicinam sumcre nee a vino abstiaere 
elter, totiu in rableiu actus est et sola uiictione et abso- 
Uiooe cooditionaU perceptis dece&sit. Post objtum ultra 40 
oreiii in calli^is uiu-s iGperti fuerunt, qiias pecunia::) haud 
abJeex vmiditis librls collegit. Jngcns enim «tcrinium viride 
1 Et-dibu^ I'ai-ochialibus ho<liedum existens libris pleuuiu 
ftbuerat. quoruiu laiiieii plurinii et in ii» autboi'e.s praecla- 
Mmi desiderabantar. 

A- 1725 »hiil P. Coeicstinud Wcippert*), homu paclficus 
t iscandae tnduliä ac propterea miiltii charu», scd parum 
ncltts, in ascesi exigue versatus. Cuius praeter alia speciiaen 
IMl dum in quoduni capitulo Fr. Bedam corripieus dicebat: 
l^fleyd so tneisterlosä, als wan ilir schon 20 Jabr Priester 
ilret*. Auf seinem Todbett machte er ein ausführltches 
iMuicnt, dabei über inehi-ere 100 ü. vei-fiigeiid, wäbrend er 
ach als Müoch füghch alchtä erwerben und nichts sein eigen 
Uea konnte: crossissimac ignorantiae votorum argamentuni! 
ker Abt aber sagte zu Dürublüth: „P. Coelestin i^t ein ehrlicher 
Im gewr w n, und ich will, dnss sein letzter Will voll- 
banenUicfaexeqnirt werde." Dornblüth entgegnete nichts, aber 
sich wohl durch Vollzug des Testamehts einen gros>CD 
zu en-egen. Vides interc«, so schtiesst er diesen 
, lector bencvüle, iiuales doctriuae el vilae spiritualis 
noDaaterium aluerit. Quid mirum, n de talibus ducibas 
naü suntV 
IT. IhUrt t72ri obiit P. Aügidius Pistorius, vir ex- 
^ttidem Simplex apitarens, sed bonus religioKus et sumper 
Icgeadn. scribendo vel orando occupatus, verus Israe- 
1a igoo dolos non fuit. 




'iSdiMi m 27. Nov. nuM «r wimler etreiig wcf^cn compMUlioaes 
wnlmt wenleii — ') VgL obw VIH. 8. 7i>|. 



254 Baumgarten. 

1726: Für den gaozlich unbrauchbaren p. Anseimus hatte 
man schon früher beschlossen, eine auswärtige Lehrkraft 
zu berufen: sie kam am 26. März in Gestalt des Pfarrers tod 
Oberschopfheim. 

Im Jahre 1726 stirbt auch der frühere Bruder Apotheker 
Luca. Auch ihm setzt Dornblüth einen feinen Denkstein: erat 
insignis Pharmacopola, nee non in curandis morbis admodam 
felis; et huiates et viciui plus quam in medicum confideDtiim 
in eum collocabant ... ad excursiones tarn diurnas quam 
vespertinas ad serum usque nee non ad compotationes ladtm 
etc male abutens, nil laborans, sed materialia quae ipse con- 
ficere debuisset, vel Argentina vel Franckofurto adscisceos, 
monasterium debitis ultra 600 fl. excrescentibus gravarit... 
Sero, nunquam stato tempore cubitum discessit, mane e lecto 
educi non potuit, ita ut homines turmatim et lacrymabundi ad 
horam usque octavam immo et nonam et eum avldissime ex- 
spectantes nihil pro infinnis suis obtinere potuerint ... Dtf 
Abt machte ihm darob wiederholt die ernstesten Vorstellaogen, 
doch immer vergebens. Im Jahre 1723 musste man ihm, dl 
er unverbesserlich erschien, die Apotheke abnehmen ... Zd- 
lae postea continuis comesationibus ludis hydropem, quippe 
alias valde obesus, contraxit et duobus annis valetudinarios 
(leidend) nihil tarnen ab excessihus remittens tandem hydropc 
exstinctus fuit. 

Am 25. Sept. 1726 starb Abt Augustinus: de cuiu 
diuturno satis regimine cum parum aut nihil laudabile existat 
ulteriori historiae supersedere mallem, nisi historiae fidelitai 
et posterorum cautela aliud suaderent. 

Erat, si otium, gulam') et crapulam') excipias, sat bonoi 
religiosus, pacificus, castus, nullius fastus amator et') multi 
precihus seu Devotionalibus deditus. Spectabilis et venerandi 
erat statura, perhumanus ac proinde magnatibus, domino prae 
primis Badensi ac episcopo acceptus . . . dum neminem offea 
dere voluit, plurimos et sibi et suis offensores conciliavit . . 
tanto enim contemptui eum habebant, ut dum quadam via 
apud dominum Zellae pransus esset, sub exitu de eius dom< 
D. Solaty extremitates vestis suae arripiens, aures asioinas a« 
occiput*) ipsius faciens et ita tenens retro ipsum incesserit • • 

*) Gaamen. — *) Bauach. — *) Soll wohl neque heissen? ~ *) Hinterkop 



Aa dem Geogenbtcfaer Klosterlebeo- 



255 



EeitCB hospitalitatem etiam iiiiincritis, prarri)iU4> vero offici- 

lilibos bellicis ex caj^tlis Bibraceiisihus tuniiiitim affluentibus 

iupertiendam prodigns, erga pere^tnos religiosos nimium 

itnm parcus . . . negotiorum sumiuus osor adeo ut nee 

Uuiii nee alia ad scribenduiu Decessaria in conclavi 

[)ttent . ■ . monasterium ad cuius regimen sirit' d«bitis accessit 

alieno Dimiuni quanttmi i^i-avavit, ncc u])uiu manoalc 

ti vel acccpti unquam de ipso reperi... Abbas dum pro 

inata sua timiditate nemini quidpiam impudentissime etiani 

iti denegare s&t roboris habehat, hinc abs uulla rntiane 

letis eiusmodi petitis anouit; uiide, ut caetera taceam, nulla 

dümus in uppido Gengetibacensi aut vijlis sjlviü nostris 

ibus exstet, quae non potissimum ex lignis monasterii 

tructa Sit . . . dum ca. annum 17'28 noram officinam pro 

idls lignis in Heidinger exstruere volebaiims *) silvis prlus 

[ttntatis DuUae arbores amplius repertae sunt, quibus secandis 

fictam officinam cxstruere opcrae pretium videbatur. 

Dam is ipse gulae, somno et otio totus quantus deditus 
:, suos ad religiosaiu aobrietatem, ad laborem et reliquas 
tbserrationes adstringere difticulter potuerit: qualts rex, 
is grex. 

Vix prior factus adeo omueiu licentiam permisit. ut abbas 
aduB, pro tunc infirmus, eidem quadam vice ad refectorium 
caraverit: ^Wan ihr also fort nia<:t)t, £o werdet ibr dass 
Llostcr bald versoften haben". 

Qoam vis nullani inspectionem babuerit oec cancellariae 

it alü» Abbatialibuä laboribus domus auae sese occupaverit, 

laio totii anno nee atramentum in suo conclavi habucht, 

kttamcn exercitiia spiritualibus et cboro quoad horas diurnaä 

exeinptum credidit; post matutinum ordinaric se iterum 

)ilocarit. Prioribus sui regimiaiä aunis catbedram cunfe^^äio- 

lem vix ter adiit. 

Ex tota capitulatione tempore suae clectioniä facta non 

^nm impium illuni et camalem articulum 11. de cibia et 

lostibus hoDorarüs et cum prodiga quidcm augmcntatione 

irvavit licet dod eo u&que, uti hodie videmus! Quid quid 

ibmrdisMmuui etiam et perniciosisaimum a joviali priore, celle- 

I nho vel pnrochu quudam proponebatur, denejjare non audebaL 



*i Vgl obeo. 8. Uli- 



i 



256 BaumgtrteiL 

Rationes nullas exegit. Parochis expositis plenariam pr 
lubitu dispositionem et uti vidimus, dissipationem redditaun 
permiait, imo P. Bernardo Escbenbrenoer, vivo iuvenali adbai 
et robosto, ex sola consideratione, quod per IS annos sai;el 
lanus Marcbionissae fuerit, peculium proprium 300 florenonioi 
ad iniquam eius petitiODem et praetextum, quod aubinde thennis 
opos habiturus sit 

Lusum chartarum non modo toleravit, sed et passim lau* 
davit et generalem in reügiosis fieri permisit. 

Sab ipsius pnielatura vanitates in vestimentis, mobUibos, 
ornatu cellarum, licet non cum tanto splendore ut hodie coa* 
äpiciuntur, introductae fuerunt. 

Frequentlam coUoquiorum mensalium pro falleodo otio 
valde amavit atque in his non nisi inanes, facetos et risQin 
moventes dlscursus aut aniles fabulas vel ipse protulit vel in 
aliis approbavit. Gloiiabatur saepius de fundatione sua (prae- 
clara scilicet) ut in die cinerum Brasica acida vulgo Ssnr* 
krautt in hunc finem pro cibo honorario dari debeat, at ex- 
cessibus et intemperantiis per triduum Bachaualium (uti dice- 
bat) inevitabilibu3, per alvi laxationem iterum medeatur: pe^ 
bella sane doctrina ascetica pro abbate regulari. 

CoQtlnuis forme excessibus naturam suam alias ferream 
quasi adeo fregit, ut dum ultra 100 annos naturaliter vivere 
potuisset, praematura raorte abreptus fuerit. Haec iam et 
cuncta reliqua a me protocoUo isti inserta, benevolus lectof 
neutiquam in malam sed bonam, rogo, partem interpr^Uir, 
neque me mordacem sed veracem iudicet, utpote qui non mi 
aegre et cum summa repugnantia ac propterea etiam sat sero 
ad lamenta ista monasterio nostro parum bonorifica posterii 
relinquenda me coegi. Rationes, quae me movebant, hinc inde 
iam occasionaliter exposui; maxlma autem et urgentissimi 
inter has erat 1) cautela posterorum, ut hi solei-tiores äant 
tarn in spiritualibus quam temporalibus ... 2) ut probats 
antecessorum vel ignavia vel negligentia aut ignavia, facU 
ipsorum data occasione eo facilius rescindi et iura talitei 
deperdita denuo recuperari possint. 3) Quia cum nemo aliof 
herum notitiam, quam ego ex duodenario cancellariae la- 
bore bausi, habere potuit, ea sine scripta eorundem relatioo« 
una mecum intei'cidisset, sicque posteri aeque ac nos hodi' 
de iis quae antea contigerunt, ignari mansissent; ex qua notiti 



Aas dem G«ag«obacb«r Klosterlelwn. 

ititii hine inde notos margiaales apposui. Quid namque plus 
kMÜe dolemus quam quod nalla ncc ipsjiiN monasterii nü.stri 
anditioni», «miuissioDit! eiusilRin variarunique identidcm muta- 
iOBom alUrumque rerum historia nohis üuppetalV Quid nou 
■mmni, si parem saUem de integro a fundationis tempore 
kfto mUleDariOf qualem ego nb anno 1719 (licet lugiilirem 
Üb) r^Dqao ractomm ^eslorumque uotitium comparare 
otMOiia? Hinc per se cadlt tritum iilud: De mortuis uod 
in bene... Legantur chrouicon Hirsaugieuse celeborrimi 
kiÜMinii. quo mala plurtma honis iuiinixta audacter et quidein 
m Boli cuidaia et >tiii)^ulan M)iniiiui)itat.i pro necessaria in- 
nnatiooe, scd orbi universae propolata repcriantur. Quis, 
hMCTO. hunc vr) indi<KrctioTii.s vcl tcinerttatU aut iniquae 
iflanationis arguere uiuiuani somniarit? 
Si scBodalum obiicü? pra«terquam quud protocolla cod- 

Eis urdioarie nou nisj superioribus. (luilnis plena rerum 
ia auume necessaria est, conimittaDtur et confidantur et 
de praetCDinini tale scaniialum certc non msi pusillorum 
es v«riu£ rbarisaicum fuerit. insupcr com S. Bernardo illiid 
rregohaaum respoudeo: memento non omnium scao- 
lalam inagnopi;re esse curandum, muliiis est enim, 
t seaudaUm oriatur, quam ut veritas reliuquatur. 
tt ipüdt qnaeao, occuharc invat, quae facta loquuntur, qiine 
et tODsoribus '} nota suut, quae [Aebs in ricis et plaieis 
? Non ergo posaumus, quae vidimus et audivimus, non 
Si ea, quae de adintiiisti-aturibus retuli, rarpis? Sabi 
, quem egn in canoellaria eiiLsquc regislratur« cum 
lenitatis iactura subivi, et ipsissima reperieä; iuno 
lentioDtfiu meani inirabcris. 
Unom est quud rogo; ne me sciticet porsonnlis cuiusdum 
IMÜoais seo vindictae lector bonevolus hac in parte reum 
BÜtimet- Verum enim ut fatear; Ingratlssimus ac proinde 
ÜU forem, si vitam et administrationem abbatis in me 
it«- sumper gratiosi et benefici. ex passioue jwrstrin- 
immeritis, candide dico, favoribus mc cuoimulavit. 
tiones et mnnitiüncs Bupcr rebus forensibu» et do- 
sibi a me factas, licet alioquin genio suo et incUna- 
cantrarias, Don patienler modo, sed et gratanter accepit. 







IT 



258 Baum{f&rten. 

et ex utroque protocoilo canceUariae ab anno 1722 usque ad 
eius obitum liquet, plus paucis Ulis quam pluribus autea prae- 
terlapsis annis actum et actitatum fulsse. Imo ^ iainücis 
quibusdam domesticis non tarn meis quam proprie suae domua, 
ex iDStigatioue praetoris huiatia, qui semper amicos seu potius 
servos merceuarios inter ooatro3 alebat, et consiliarü eiusdem 
de Solaty, ei anno 1724 suggerentibus ut me ad Tiliasimam 
(uti dictitabant) parocbiam Harmersbacensem ejieret, ne 
canis nimium molestus ultra vigüaret vel latraret; non tarnen 
annuit, imo potius me promovit et stabilivit Traducat quis- 
quis Toluerit, quod interessatum reperiet; non spernat aec 
temere dijudicet, quod pro veritate, quod pro poaterorum in- 
structione, negligentia et abusuum execratione, rei familiaris 
e coutra et disciplinae restauratione , zek> Dei et pro con- 
scientiae tranquiUitate ad maiorem Dei laudem et gloriam ac 
propriae domus emolumeDtura, ruditer licet, acripsi. 

Fr. Augustinus Domblüth 

Maria <)- 

Zum Scbluss folgen noch acht Folioseiten mit einem genaues 
Sachregister, auch von Dornblüths Hand, und zwar über das 
ganze Buch. Auf die Viertelseite endlich, welche Domblüth 
vor dem Register leer gelassen hatte, schrieb später Hofrit 
Schwörer: 

Sequitur Paulus Abbas, pictor elegantissimus , anno - 
Dmi 17272), ggtua ab origine- ■_ 

Paullum secQtus erat Benedictus. ") |~~ 

Tum per XXX annos regoavit Jacobus Trautwein. ' 
Tandem Berohardus Maria Schwörer, ultimus abbatum 
et avunculus huius cbronicae infra subscripti possessoria 
Prof. Friburg. Dr. Schwörer 
1817—1854. 



Nachträge. 

In Band VIII zu S. 474 Anm. 1: Die Columna, auf 
welche der Turm mit seiner nordöstlichen Ecke sich stützte, 
war keine runde Säule, sondern eine Columna quadrata, n^ 
deutsch ein Pfeiler. — Bei näherer Prüfung der MittelschÜE- 

1) Dieaea cogoomen fbhrten alle Mönche von Qengeabach. — *) S»l^ 
heiaaen 1726. — s) Riescher. 



Aw den Oco^eobaeher Elostcrleben. 




2511 



und ihriT BacksleinTcrklt?iduiitr erpiebt sich mit Siclicr- 
(jjurdi diesp \'erkletilung die Tragfähigkeit der 
BQ nicht wesentlich erhöht werden konnte. Die Umklei- 
fand also lediKlicii aus ästhetischen Gründen statt und 
lUte die stark beschädigten t'Huleii, zu deren Auswecliseliing 
e Mittel fehlten, den Blicken entziehen. Auch entsprach ja 
KBftTockdtil, in weldiem die Kirche erneuert wurde, eine 
Bfeigis^c Anwendung von Pfeilern besser als der roiuit- 
iKfac Stützen Wechsel. Dass dieser in Süddeutschlund so seltene 
tfitaenwecbwl bei der demnachRtigcn Restaunening der Kirche 
Mer faerzuäteUen wäre, ver^iteht sich von selbst. Ks wird 
H, wie Herr Professor Dr. Dnnii mir gUtigst schrieb, nur 
R Atuwechseluug dreier Säniea bedürfen, also kein allzu 
er Aufwand nötig sein. Die erwähnte Kinrntinening der 
ToUzog sich Übrigens, wie die etwas unkinre Anhalte 
zu zeigen scheint, nicht gleich bei der ersten Erneue- 
des (iotteshauses vom J&lire 1C02, sondern er^t bei 
apälercu Gelegenheit. Wolil aber erfolgte damals (vgl. 
I) die KrliÖhung der mittleren Cborabsis, die urspiüng- 
erheblich ninlrigcr ansetzte als die Decke des Mittel- 
Ntiltirllcli wird auch dieser rcidtc dreischifCige 
mit scinon nicht weniger als fUnf Abüiden bei der 
lurirang wieder aus den späten An- und Einbauten 
zu schtticn sein. Ist er docb Tdr die Kirche ebenso 
kkteri-H tisch wie der bcsj)rochcnc SlUtzenwechsel. und in 
SQddeutsoblAnd fast ohne Gleichen. Die von Herrn 
Williard iu Karlsruhe entworfenen fiestaurieiiinga- 
oebfflen denn auch beide» in sichere Aussiebt. Mau 
krf auf die Erneuening der Gengenbacher Abteikirchc in 
lltne gespannt sein; sie verspricht uns ein ganz her- 
idM Werk romanischer Bauweise wieder zu schenken, 
jetat bis zu völliger Unkenntlichkeit entstellt und ver- 
isL 

661 Anni. 3 teilt Herr Tierarzt Bell in Offenburg 

oiU, dass wahrscheinlich an epidemischen Zuugenkrcbs 

iken Ut. Das beschriebene Heilmittel enthielt Theriak 

lockerst wie das Landvolk :^agt), nitJit thrriaca, wie es 

r^xt heiBSt. 

S. 6ß6 Anm. 3. Heutzutage ist. wie Herr Professor 
Bliom In Strassburg so gütig war flir mich zu ermitteln, 

17* 



260 



BaansarteB. 



die ErinneruDg an die hL Einbetha in der Alt St. Peterkircli 
vollständig erloschen. Ich werde über diese Heilige und ihr 
Bedeutung für Gengenbacb im IB. Jahrg&Dg des Freibn 
«Scbau-ins-Land" Heft 1 ausflUirlicb bandeln. 

7Ak S. 66i schreibt mir Herr Hauptlehrer Billmaier 
Gengenbach: „Eine Inschrift, welche mit dem A.bieiwa[ 
unter dem Schwibbogen des EinbethenkirrhleiDS angebr 
i8t, besagt, dass Abt Placidus die Kaifelle im «Jahre 1€B| 
restauriert habe." 

Zu S. ti73 Z. 3 V. 0. Die Jahreszahl 1692, welche LttH 
(Kunstwerke und Künstler &. 34^ ff.) an der Vorhalle 
leaea haben will, ist jetzt nirgends zu entdecken. 

Zu S. 674 Anm. 2 findet man neue Belege bei W. LQli 
^ie Abteikirclie Schwarzach" S. 140. 

Zu S- 690 Anm. 5. Die „MercLsche Bündt" heisst 
heute ein Gewann nach dem Stollen zu. lieber die 
hungeu der Familie de Merci zu Gengenbach Tgl. DU 
archiv XVI, S. 177. 

Band IX. Zu S. 242 Z. 7 t. o. Auch noch später lag 
Kloat^rapotheke nordwestlich von der Mühle, nahe der 
major des Klostergebiets. 

Von störenden Dnickfehlcrn bitte ich zu bessern: Band 
S. 486 Anm. 2 : Ebcrsmünster ^tatt EbersheimmUnster. S. 6t 
Z. 6 V. 0.: dignas fürdignus. Z. 17 v. u.: Vivaut für Vt\ 



d Güter der Dompropstei von Konstanz 
in Colmar nnd Umgegend. 

Voo 

Engen Waldner. 




' abcraus fruchtbare Boden, auf dem sich die Stadt 
erhebt, Irug schon zur Itomerzeit mehrere Ansied- 
wie sicl) nuB den an verschiedenen Stellen genmchtCD 
ergiebt. Es waren dies wahrscheinlich landwirtächaft- 
iederlnssungen. welche antcr dem Schutze des bcnach* 
Kastells Argentovaria (Horburg) gediehen. An der 
[i Stelle, wo sich jetzt das Lyceum betiudet und einst 
rolingische Pfalz sland, scheint schon ein römischer 
lof Yorhanden gewesen zu sein, dessen turmartiges, 
sichtbares Taubenhaos wohl dem Orte den Kamen 
iuitun*) gab. Dies ist nämlich in älteäter Zeit die ge- 
he Bezeichnung für Colmar, welche von den französi- 
fichharD noch bis in das W.Jahrhundert iu der Koriu 
lombicr beibehalten wurde. 

einen Znummenhang zwischen Colmar und dem alten 
ivaria weist auch der bis jetzt nicht huachtdf LJui- 
lio , dass Colmar nrsprQngllch eine Filiale der Pfarrei 
g") war. Diese Ahlmngigkeit geht vielleicht auf die 
der christlichen Kirche im Elsass zur Römerzeit 

Ttdiui, De n nutica I. 14: C^lomborium rcro pofHt Mcci- 
l^« BUA turrieuU in pr»«tpno eotuMtuta- — In I'nuikmrh iat 
kt «io tutofifi Torkoniniender Ortsname. — Als Merkwürdigkeit 
' frwUbnea, lUs« bia zum J*lir« 1728 im Oberliüfc, iter früheren 
Vilk, «in anütca auf vier PleUera rulieiMle« TMibcobMia atand. 
«Km dca Jteolt« de Colmur pubL p. J. Sim, S. <>7. — ■) Siebe 
123 und lue iu Footea R^ruiii Berueuüum I, 983, 49& 



262 Waldner. 

zurück. Einen Nachklang von ihr finden wir in den Bitt- 
gängen, welche die Colmarer noch bis in die Neuzeit häufig 
nach der alten Mutterkirche zu Horburg veranstalteten. ') 

Unter Karl dem Grossen und seinen Nachfolgern war Col- 
mar der Sitz eines königlichen Doniänenamtes, dessen Bezirk 
sich bis tief in das benachbarte MUnsterthal hinein erstreckte.*) 
In der Kaiserpfalz zu Colmar hielt sich Karl der Dicke be- 
kanntlich wiederholt auf, im Jahre 884 berief er sogar eineD 
Landtag dahin zur Beratung eines Feldzuges gegen die Nor- 
mannen. ') 

Über die Schicksale des Colmarer Krongutes an der Wende 
des neunten und zehnten Jahrhunderts wissen wir nur, im 
damals eine Zerlegung desselben in zwei gleiche Teile vor- 
genommen wurde. 

Die eine Hälfte der zum Fiskus gehörenden Güter und 
Gerechtsamen wurde im Jahre 969 von Kaiser Otto dem 
Herzoge Rudolf, dem Bruder seiner Gemahlin Adelheid, ge- 
schenkt*) und steter von diesem dem Kloster Peterlinges . 
in der Schweiz übergeben. Colmar wird schon ab Eigeatom 
dieses Klosters genannt in der Besitzbestätigungsurkunde Kaiser 
Otto's n. vom 25. Juli 973.') Auf dem Colmarer Gute grün- 
dete Peterlingen die Benediktinerpriorei St. Peter, welche in 
stetiger Abhängigkeit von dem Mutterkloster blieb. 

Die andere Hälfte des früheren Krongutes gehörte am An- 
fange des zehnten Jahrhunderts dem Weifen Rudolf. Derselbe 
trat sie tauschweise an seinen Bruder ab, den Bischof Kon- 
rad den Heiligen von Konstanz, welcher sie mit seinem übri- 
gen Vermögen der Konstanzer Dorakirche schenkte.*) Äof 
diese Colmarer Besitzung flüchtete sich im Jahre 1084 der 
aus Konstanz vertriebene Bischof Otto und starb daselbst 
nach dem Verlauf eines Jahres. ') 



1) Mommsen kommt von anderen Betrachtungen aus zu dem Schlüsse, 
dass das Caslrum Argentariense wahrscheinlich Bischofssitz war. (Mon. 
Genn. hist. Auct. antiqu. IX, 561.) — >) S. Scheuknngsurkunde Ladwigi 
des Frommen für St. f^gor vom Jahre 823. Schöpfiin, Abatia diplon- 
1, 69. — *) Annales Fuldenses, Monument» Genn. hist. Scriptores I, 899l 
— *) Monum. Germ. hist. Diplomata. I, 280. — ') Monom. Germ. hist. 
Diplomat». II, 60. — <) Historia Weif. Weingart, in M(»i. Genn. bist 
Script XXI, 459. — ^ Casus Monast Fetrishus. in Mon. Germ. hist. 
Script. XX, 648. 



Ouier d«r Dompropetei KoneUuB in Colmar. 



263 



will hier ^l^ich erwähnen, dass die Uoinpropstei von 
DZ ihr Eigentum zu Culniar bis zur fmn7.(>äischcii Ho- 
bewahrtc, während die GQler des Klosters Peierliogen 
der RefommtioD des Waadtlandcs im Jahre 1536 an 
dt Bern lianien. Letztere verkaufte die Colmarer Be- 
im Jahre 1075 für 27 000 ßeichsgulden an die Stadt 
selbst.') 

die Domprnpstei von Konstnnz und dnü: Rlnstcr Peter- 

die Rochtonarhfolger des Fiskus zu Colmar «arcn. so 

sieb durch ZuifammenätelluDg aller derjenigen Güter und 

tsamen, welche beide Kirchen in der Folgezeit je zur 

oder in ungflcilter Gemeinschnft boänsscn, der Bestand 

igatea Tor der Teilung am £nde des neunten Jahr- 

relconstruieren. Dabei wäre jedoch zu beachten, 

Konstanzer Besitz wegen der Entfernung des Eiyen- 

und infolge von Veräusserungen früh einschrumpfte, 

die von Petcrlingen auf dem Colmarer Gute ge- 

te Beneilihtinerpriorei neue Erwerbungen zu machen 

Als wichtiges Hilbmittel tu einer solchen Arbeit vei^ 

le ich hier ein aus dem Anfange des 14. Jahrhunderts 

lendes Verzeiclinis der Rechte und Güter der Konstaniirer 

ro|>slei zu Colmar und in der Umgegend. 

pr mögen einstweilen die hauptsüchlichsten der in Be- 
nirnden Punkte kurz angedeutet werden: 
,z und Peterlingen bosassen je einen mit I,ündereica 
Utteten Frohnhof zu Colmar, und zwar das erstere 
h seiner Lage also genannten NIederliof, das letztere den 
f. Dur Besitz dieser Hofe wurde beiden Kirchen wicder- 
den Kaisern bestäti^jt, dem Kloster PeterÜngen z. B. 



tr tti'hii'It 'lie Ofitcr dm St- Pet«r«stifU tiis zaüt Jahr« 1714, 
Bi Kouigc Lii>lwig XTV. gesmiDgeo wurd«, diMOtb«n gOffa 
l Hokl&ndsbcrg tmuniUuulMa. Dieser TbdscIi wanlv jedoth 
* ITM iurch du Distrikbiitericht tu Colnmr sHCoBsteD der Stadt 
f fcmacfaL — HierabtT handelt H. Pftraenschnid in dn- Re- 
iwille d'Abftce Lomine, S. Jah^uift S. 249. — Du reichkaltiffe 
V bdhidiit eich jetitt auf dem StailtairJiiTc mi Olmar. — Di» 
llfHlai dn f>i. fctfr&fitift«» lut X. MM*nuMi »eröffüntUclil in 
Whia ^ w d. GcMllKhaft t fclrbiltuiift An gMcfaicbtl. DenJtnaJer 
n, Jtbrg. IW<8, S. HO n. ff. Nicht aolgeiiftnateQ und jedoch 
tat dra Hriirlnkrchire nn Colmar b^ndlicfa« Urkonden. 



264 Waldner. 

TOD Otto il. im Jahre 973, dem Bistum Konstanz von Frie- 
drich I. im Jahre 1155') 

Das schwäbische Domstift und das bui^ndische Klmter 
genossen ursprünglich die gemeiniieherrlichen Rechte zu Col- 
mar, sie hatten nämlich das Recht des Vortages bei der Kom- 
und Heuernte, durften einen bestimmten Bezirk in der Ge- 
meindeweide für sich mähen lassen, ernannten zusammen die 
Bannwarte und Förster, verfügten je Über die Hälfte der Fisch- 
wasser und hatten Mühlen zu Colmar, ursprünglich wohl Bann- 
mühlen. Bei VeräusseruDgen von Gemeindegut war ihre beider- 
seitige Erlaubnis erforderlich.') 

Der Ertrag des Marktzolles fiel beiden Teilen zur Hälfte zu. ^ 

Vor der Erhebung Colmars zur Reichsstadt am das Jahr 
1220 scheinen sie zusammen im Besitze der Gerichtsbarkeit 
gewesen zu sein, d. h. den Richter abwechselnd oder ge- 
meinsam ernannt und die Gerichtsgefälle unter sich geteilt zu 
haben. Von Peterlingen wissen wir auf jeden Fall, dass es 
im Jahre 1183 medietatem justitie totius ville^ besass, 
allem Anscheine nach war der Dompropst zu Konstanz da 
Eigentümer der anderen Hälfte. 

Einen zweiten Güterkomplex hatten Konstanz und Peter- 
lingen zusammen in dem Dorfe Hausen nördlich von Colmar. 
Hier waren beide Stifter nicht nur Gemeindeherren, sondern 
auch Kirchenpatrone. Bis zu der im Jahre 1167 erfolgten 
Teilung '^) besassen sie den Bannwald Rotläuble in ungeteilter 
Gemeinschaft. Die ursprüngliche Identität der Rechte beider 
Kirchen zu Colmar und zu Hausen, femer die bis im vorigen 
Jahrhundert erhalten gebliebene Berechtigung der Hausener, 
den Wald und die Weide im Colmarer Banne unter denselben 
Bedingungen zu nutzen, wie die Colmarer Bürger, ja sogar 



•) Wttrtemberg. Urkundenbuch H, 96. — ") ürk. Friedrichs II. d. J. 
1214 in Winkelmauu : Acta imperü inedita I, 104. — *) Peterlingen so- 
wohl als Konstanz übergaben i. J. 1371 ihren Anteil am Zolle der Stadt 
Colmar als ewiges Erblehen fOr einen jährlichen Zins von je 60 Oolden. 
Die Dompropstei bezog diesen Zins bis zur französischen Revolation-, seit 
einer im Jahre 1721 erfolgten Schätzung waren die 60 Gulden durch 200 S 
ersetzt worden. (Goünarer Stadtarchir, B. 22.) — *) Bulle des Papstes 
Lucius III. in Fontes rer. Bern. I, 472. — >) Diese Zeitschr. XI (1860), 
S. S18. — Das Colmarer Stadtarchiv bewahrt eine zweite Originalaas- 
fertigung dieser Urkunde. 




GüUtr der l^ompropswi Eonsttaz in Coliiiar. 



265 



Weh anter die Stadtberde zu treiben, sodann die merk- 
«ördi^e Lage der Hausener Geinarkung, welche auf drei Sei- 
teo TOD der Colmarer Bannmeile umschlossen wird, und der 
tJutland, tiass die b«soudere Dorrallmcnde früher iuniitlen 
deisiidciscben Gelijeles lag. machen es höchst wahi-sdieinlich, 
dus Hausen ein zur Zeit der Fiskal verwaltunj? ent><tandcncs 
FJIi^ldorf von Colniar ist. ') Die Vermutung der Zugehörig- 
keit Hauiten» zum Colmarer Krongute wird nodi durch die 
Hutaacho bestärkt, daas dieser Ort noch iui späteren Mittel- 
aller KeicLsdorf war und zur alten Keichsrcste Hlieksbei-g am 
Khjgftoge des MUnst^rthntes gehörte.') 

Eine dritte Gruppe von Besitzungen des Klosters Peter- 
lintfni und des Üomatifts Konstanz, welche nuf das alte Krön- 
gvt zurückzugehen scheinen, tinden wir im Miinsleithal. Hier 
bensi da» St Pet('^st^tift aU Lelieni^herrdie Herrschaft Wasscn- 
log (Wauerburg) mit dem Schloss, dem Dorfe und dem 
Thal, ferner ein Hofgut und den Kircbensatz zu Sulzbacb, 
Krohnhof und eine Kaiielle in dem jetzt untergegangenen 
irfe Uusen*) am Fusse der Reichsfeste Blicksberg und vor 

m den St. Gügcnhann mit einer Benediktinerpriorei, einem 

liuhofe und einer ausgedt^hntcn Waldung. 

In dieser Gogend biisste Konstanz den gröästen Teil seines 
lioiixes fitih eiu, doch können wir feststellen, duss es Ur- 
^vBoglirli aurh hier gemeinsam mit Pclertingeu begütert war. 
lii Jahre iiiU belehnte nämlich der Prior von Peterliogen 
km Nilt*r Andreas von Girsperg mit der Hülfte eines festen 
Sdilosses, welches dieser allerdings wider den Willen der 
GnadpigeolQmer in dem liebietc zweier von deu Kirchen zu 
Prterlingen und Konstanz als Leben ihm Übertragener Forst- 
■jFUterploit erbaut halle.*) Für die Befreiung von dem I^hens- 
iKBSt« hat Andreas von (iintperg seinem Lehensberrn jähr- 
idi ein bMibes Fuder Wein aus der Nabe von Winzeuheim zu 

rolmirrr StadureUv J. 90. ~ *) Eonig^urkmideu vou 1916 und 
-- Wbnxhi: HapftAtat. Urkututeulmcb I, 227 und 4öt. - t>i« (>«• 
• - ■.4i> 4n- IWirhavogt^i Illiiluberg kt aoch Dicht gCDaaer aateniicht 
*-'t>r^ NVIl Aiuüogici der ItricluTOfftei ZaiMi nnaat« Ich, data ur- 
»:- :i li 4w Vogtri ulicr itftj ItcU^lufrul nnd du Koutaaaer ttnd Peter- 
-:;i K^clinipat im Uibuacer Uebjete iii JcnMltien Händen ruh«. — 
H uattBn, n a. 0. Ko 30. — *) Der Uheosrertn); ist hier «in SdduaM> 




266 W»ldner. 

Hefern. Der Prior von Peterlingen behält die Hälfte des 
Zehnten und die Hälfte der in jener Ortschaft (in dicto op- 
pido) errichteten Kirche, nämlich in der Weise, dass der Ka- 
pellan von der Peterlinger und der Konstanzer Kirche ge- 
meinsam ernannt wird. Dies ist der Inhalt der etwas unklar 
abgefassten Urkunde- 
Weiches war nun das von Andreas von Girsberg erbaute 
und nicht mit Namen genannte Schloss? Nach meiner Tei^ 
mutung ist es Wassenberg, welches zum ersten Male im Jahre 
1286 erwähnt wird, und zwar als Lehen des St. Petersstifts, 
wofür Dietrich von Wassenberg damals einen Zins von 10 
Ohmen oder einem halben Fuder Rotwein seinem Lehensherra 
schuldete.') Mit weniger Sicherheit können wir bestimmt), 
was mit dem „dicto oppido" gemeint ist, dessen Kirchen* 
patronat Peterlingen und Konstanz gemeinsam besassen. In 
dieser Urkunde kommt überhaupt nur ein Eigenname vor, laf 
den Bezug genommen werden könnte, nämlich Girsperg, und 
zwar auch nur ganz am Eingange als GescbtecbtsbeneDDung 
des Ritters Andreas. Dass dies Schloss mit seinem kleioea 
Weiler als oppidum bezeichnet wird, ist höchst unwahrschein* 
lieb, auch findet sich sonst keine Spur davon, dass etwa Fet^- 
lingen oder Konstanz Patronatsherren zu Girsperg waren. 
Dieselben Bedenken bestehen in Betreff des Dorfes Wa8se^ 
bürg. Dagegen mache ich darauf aufmerksam, dass das St 
Petersstift noch bis zur französischen Revolution die Kollatnr 
in dem Städtchen Sulzbach zwischen dem alten Schlosse Girs- 
perg und dem Wasserburger Thale besass. 

Was das Meiertum (villicatio) zu Sulzbach betrifft, so 
war Peterlingen im Jahre 1279 zwar alieiniger Besitzer des- 
selben, doch wurden noch in diesem Jahre und auch in da 
Folgezeit beide Hälften getrennt und als selbständige Güter 
komplexe verliehen, was auf eine ursprüngliche Zweiteilui^ 
des Eigentums hinweist.') 



Das Original des hier veröffentlichten Rodels befindet sic^ 
auf dem Stadtarchive zu Golmar und wurde im Jahre 18^ 
einem Brüsseler Antiquar abgekauft. Die auf der ersten Seit® 
stehende Notiz „No. 100. Traduit par extrait ä, Golmar le 1® 

*} MoBsmaDD, a. a. 0. No. 23. — '? Mossmann, a. a. 0. No. 18, 19, A*^' 




QüUt dvr OoinprvpvUi KouftUiu in Colmar. 



267 



1783, Geck* \iä»t veimuien, üass es bei einuiu ProzesäO 
tenrnndt umi wohl in Folge davon versrhlemiort wunle. Die 
HaDdschrift bildet ein Heft von acbt Perpamentbltittcrn in 
l»bem Qiinrt.rormat. Scbiift un<l Inhalt weisen nuf den Al- 
(ug lies U. JabrhuniJeits bin. Diu nieii^ten der aufgufiUirU'n 
ftncmeniiiamen kommen auch sonst in obei-clgässiscbeii 
Urksn'len dipser Zeil vor, im RappoUsIciniscben llrkunden- 
Incfac Allein hnbc ich deren über zwnnzit; gefunden. Ans der 
Frtifuog dieser Personennamen ergiebl sieb als Abfassungszeit 
va d.is ;^Heite Viertel des U. Jnlirbundcrts. 
Ein Vcrz«icbnis der zum Niederiiofu gebürenden Güter aus 
Jahre 1259 bat Mone') veröffentlicht. DiiSJielbe enthält 
jtiloch: ea sniummodo, que coluit eiosdeni curie vjlHcus ab 
iti^QO et qiie etiain adhuc ex cudcui coliintur curla paciüce 
«{uivtc, e:ice|iliä büs, sujier quibus questio veiLenda e^t, ac 
hüa, que pro ceosn aliquo dicuntur eidem curie attincre. 
In detu nnchrol^'enden Abdrucke des Konstanzer Rodf!s 
die Schroibflrt des Oiigioals HöTz mancher Mängel inög- 
ct genau beibehalten wordeu, spätere Al^änderungen und 
'Nicbtfige sind iü runde Klammern gei^-t/.L 



Utr Ikt ilaz gii uode Aä rebl, die Ab (änirmlestte liet von Ko- 
Ib der Rtat zd Knlmam: 

fvT in ilriihvitieD zins sol. d$» sä dem Rebeitliin fär »n einem 

■tag mit der Imrger botl« im da? gerillte und .sin «nrririt Irü 

w sul in der liotre phsnt gcti, weiine f>ti ex dar itai'li iVir- 

l'od a\KT den Nidern walt and ober daz lEeit »o fexeii si 

vta fontiere. I»er Nider tief tiiider den kremen. Die sebs kiuin- 

lAirr dir dran li|z:pnt mit allemc rfht. Der halbe lol Aber Hie «tat. 

tw atdon Im ffknf phunt and ein pliont pheffers zc rehthen 

Ein «mh, dem m&n .sprichrt do^ Ttot tiop nidcrhalp Hii)wn. 

nhl haut si och, Hpiin<> man da/ körn in han K^tAt, so ünident 

icton tMftv» an einer gebrcithun. wenne sh ^tellent, oder megent 

TmtM mftlprn einen tag, vn die matten werdent in ben getan, 

{tat an kein einimge dar 6ber. diz «int ir vorlag. 

Wi *int die nmtten: IVr vortog in dem Riet: ncbent demOb<.Tn 

7 naooe malti> »bfirtnlh des Tagps hnninc; die ipniron mmtcn 

ibu-kni manncm» nnd 4 nianneinat ii«bent drr itltneiuli vöii lluscn 

tVb 44t vilv viele; uf der Illen n manmatle: ein ii'icb uf der We> 

netienl den ron IVris; tu Krischhr« 4 (Ä) roannornntie; of 

latitai ein matte; ein malte binder dez Wigcr von Keieersperk, 

hiu fiiricbet dt Ziegcloiaiie. 



') Di«« ZcHschrift XI (IMO). ä. S30— 32. 



268 Waldner. 

Bis stnt die accher, die in den Kidern hof horent: In dem veld 
hinder dem malazhos 4 inchhart nebent dem malazhus; zwen acdier 
niderthalb; 9 inchart nebent den von Underlindun; ein iucbart ne- 
bent den von Underlindun; niderhalb zwen bJezen uf die Teinhen- 
Btraz; dar uf ziehent 3 accher nebent des Obbern hoff gftt; nidert- 
halb nebent den garthen zwei blezer bi des Obern hoff gftt; zwen 
accher bi der gebretnn bi dem malazhas, ziehent gegen der Locha- 
chan; dar uf stos ein hab i6char, zuht uf die garten; ein iucbart of 
den Strengi; uf den Turenkein weg 13 i&chart; da bi uf dem selben 
weg zwei blezer nebent den von Sant Johans; dar uf zÜht ein halb 
ijichart nebent Volmar Steinunk; us bas ein weinik ein halb inchart 
nebent der gät von Nortgassan; us bas ein halb iächart nebent dem 
im Obemhof; iber den Tbrenkein weg zwo iJichart; dar uf zbhl ein 
iiichart, ist ein anwender; in dem andern veld uf dem T^enkein weg 
3 iächart of die schalmengröb; us bas ein iächart nf dem selben weg. 
ist ein anwende; da bi ein halb i&chart über den Wetteishein weg 
nebent Barkart den meger ; us bas zwei blezer über den Wetteishein 
weg nebent den von Ilzigch; ns bas ein halb inchart, ist ein anwende; 
US bas ein halb Inchar uf de Tbrenken weg nebent Bärklin von Hit- 
telnhus; zwo iJichart an den ufgenden hüben, ziehent uf denTieffen- 
bacfa; an den taihftbben zwo iächart nebent Watther Eüsphennig; an 
der selbnn anwand zwen accher, der ist einer an anwender, dar uf 
ziehent fier accher; us bas zwen accher, ziehent an die banscheid 
gegen Winzenhein; dri iüchart, ziehent uf den Winzenhein weg hin- 
der dem Obern hof; 2 inchart nebent dem gftt im Obern hof; ein halb 
iucbart nebent dem grasweg nnd zwei blezer uf den Tieffenbach weg; 
ein iüchart uf den Eufach weg ; ienthalb des Tiefenbach ein inchart 
gegen dem krAz uf den Egenshein weg; uf den Rafach weg fier ii- 
chart; der hinder ein blez nf den Tieffenbach weg; uf den Rnftich 
weg fier inchart, ziehent über Egenshein weg; us bas uf den Rnfech 
weg anderhalb iucbart; ein iuchart über den Egenshein weg nebent 
der g&t von San Johans; ein halb iuchart da bi in den veld; of den 
Eufach weg Künges gebreitun, des sint fierzehen iuchart. Dis äiA 
die Hard accher: Nebent dem holen weg tri iuchart, dem man dA 
gibt das Gebreiteli; ns bas uebent dem salben ein iuchat ziihet ufen 
Burkart de meger; zwei blezer nebent dem Oingershein weg; us baa 
ein blez nebent den selben weg; da bi ein blez nf den weg; ein halb 
iuchart bi dem kriz nebent des Obern hoff gfit; zwei blezer nf den 
Oingershein bi der obren mäli, und 3 accher ze Gemfire nebent dem 
meiger; die gebrietnn zem Rast fierzehen iächart; sehs iucbart uf 
den Sigolzhein weg nebent Bnrkart den meger; sehs iuchart nebent 
dem ässern Franken weg; dri iuchart zk Gemor uf die Yeichun; dri 
iuchart uf den Sigolz weg nebent dem armen spittal; aht iuchart bi 
dem galgen zielient nf die lantstras; zwei blezer hinder dem Oben 
hof, ziehent uf die Lochachun. Hinder des zellers loihii ein gebreit 
da von git man trisic Schilling und sehs cappen, der Mazer zeben 
Schilling und zwen cappen, Claus Isner aht Schilling und zwen cap- 
pen, Guntram von Niderbach (Heinzin vo Husen) zwen Schilling vom. 



Gat«r 4«T Dompropstci KamUiu in CoIniAr. 



269 



eteen weg;. El^gel] 4 &. (Jacob von RAfhshoin 8 s. und 3 kippen). 
Vttft Rorbftn üb. and ii kappen von cim accher nf der IjOcbabttun; 
dtr Ucadcr 10 s. nud 2 Icappea; Jacob v<iii Rficbi^heiii 10 s. aod 3 
ki||iea: Ueuzi Gf-scl oilif ^rhilling von oiiii luylicr lii ilom hohen stcg. 
Dia iit da gia i.e Win/onhein: Die gemoml von Winzonbcin xcben 
wca rotte« wius vou ir almend; Ofncr dii omca roUes wins von 
ffoer iothart oliorthalb des dorff: Wifrriüh und Cftnzi Wolfli ticroinen 
«uns «tnh und zwen kappen von einem fpirten obcriialb di-s dorff. 
Dia nnt die rcbcn io dem Alten dorf: Kier und vierzig scbaz an tier 
ttAken: hindcr den bÖMirn xe Wclteläliüin tie sobaz: ze Gäii/«liiut 
mut dri -vlia/: zc FbillgAftHnn ein sritaz; ze Winzcnboiu warte ticr 
kIuu; in Ilenital sibun scbaz an zweiii staken. 

Ois ist ibis gilt unfle Aa» relit, div die boif hant le Hnscn in dem 

4ml: Ze zwen zitfn in dem ior so ttont die phlAg Alle helfen den 

d(.<m Obeni hof <lie Italben, dem Nidem die ander faallN>n. 

Im ir bittten dar kouient nach 8aüt Gloria to^, so 9ol der phaf and 

•cbnittbois nnd der wcibel amme gan mit uncran boiten, und 

attn 003 bofzins ifit. da «out s& uät dannen komeu. e man in 

phant oder |itii-nning git. lluibi; dA rebt. die die boif von in baut. 

%b haut s6 die reht alle, die da von Kolmai' bant zc bolz nnd le 

Rra ihu ri«rt6)l d«s lebenden ^ber das dorf. Wenuo du kilcb 

liUic Wirt, so si der Obcrfaof ein ^az geübt, so übet ai der Kider orh 

ita laz. Die genend zelten sohilling von ir almend ze Sont Martins 

ttbL lies der ioux 7 »e»tcr n>cgeii von den ai-chern vor dem Kol- 

IM. Stol H s. an zwcn kupitt-n von sinem boC (dz pt nu Walther 

«W Hoiü'nlieim). U-mpbenliii 7 «. voii der Scborre. Von dem zelien- 

in M> uuui git aascr dem bof. dem man giht der eigen zehend. da 

im sol mui gvn dem hrobst in dem Obeni bof nnd dem meger in 

tUB Nidero hof einen dienst in and iren anliahtlätton. Weir aber 

ll tk du n6t iiemcu wottiii, (»o w\ man ienvderni bof ein phonl Reben. 

Die kilcb ze Woffünbfi» lü viertal von dem zebenden uf dem 

Gate, Af» in dafi drittril rocge. das drittel gerst. dos dritteil baber. 

I b 8iintfaufi<a vnr dorn N&Iend von eim sedier, man gibt Vronesun 

^frhrr, 1 viertal balb roe^e, das ander balb gcrstuu and ein gans. 

fUiibeia Danzer und sin brtder liiächof 1 vierul rocgen on 2 & 

Hippen von eim zebendlin ieutbalb der Lochattnn and vono 

lanker da Id. Kenrieb von Ori^sscnspocb b s. von eim lal. hes- 

'«(•)'' ^ '-:icb. bh ist der gin von Peris ir alt gAt^ da von genl 

■ 1« ■< < l klein rebi und 'i'U Hb. and 1 d. and 3 s. von irm 

Mm g«t und 4*/i amen von bräder Henrichs gi^t von Koinsbein 

Ci';i nmcn Ton brAdcr Ünrkarz gut %*on Wangen ond klein 

«k aod 18 omen von Kriwii» gAt and kien rebt nnd 2 s. von eim 

Bearicbs Yoo WosHehein and 30 sester babcm aud U kappe». 

rrovea «od Vnderlindiin allea dingea fbr recbnot mit Borkart 

< >M|[«r. du s6 in den bot suÜQt tiU omen and Ti omen eines drit- 

■iHT nnd lö Bester habem nnd vier» niinr den 16 9. ond 10 

r. Buirbi von SuntgaAsun zweier viortal minr den 4 umcn and 

omen von der gfil von Alrswil 



270 Waldner. 

Der zol in der stat ze Kolniar der halb 6ber die stat. 

Dis sint die pbenninge zins: Wilohelm von Ulme zebendenhal- 
ben scbilling von sim bne nebent dem hof; Eberli der schähsäter 16 b. 
von dem hoB in der Schedelgaseun nebent Tietrich dem Walh; Die- 
trich der Walh 12 s. von dem huse in der Schedelgassas; die tAm- 
herren 3 s. von Winterturs hus; Cristan 1 lib. und 5 s. von dem hme 
bi den brotbenken (dz ist nun der brotbekker stob); Badechen hns 
10 s. git Johans von Basel; Markchart der hofschriber 5 b. vod dem 
brotbenken und 10 s. von sinen häsern an dem fiscber Stade; derb(rf 
mengel 18 a.; die Heslerinun (zft dem hassen) 2 s. von irm hnse ne- 
bent dem engel; dar arm spittal 2'/i s- von dem huse nebent Maser 
und 8 d. von irm hose ienthalp der Lochabnn, da der Sifrit in was; 
Masers hus 3 s., git her Hnge von Wittenhein; Jekti von Mfalnbosen 

1 s. von Lewen Smittum. Die herren von Sant Johans 22 omen nnd 
kleinJi reht von einer häbnn, kleinä rebt von einr hfibu, das ist 10 
sester baber und 3 s. und 5 kappen, so gent sh von der g&t von Nort- 
gassan von zwcin teilen der kind von ieglichem teil ein omen und 

2 viertal und 3 s. von eim garten nnd i s. von Tischmans hns 4 d. 
minr und 2'/: s. von dem huse zer sannun. Cfin Ebernanz von Sigolz- 
hein 6 s. von einr iäcbar reben in Sigolzhein velde. Stümpfin 4 a 
von irm ofenhuse nebent der snnnnn; C&nzins wip von Bern 4 s. tob 
eim hus dar nebent; Bizharz tohtherman 13 s. von zwein hosero der 
nebent; Johans von Stralumberg 3 s. vo dem hus der nebent nnd 5 sl 
von eim hnse in Diemcngassun; Beben 3 s. nebent dem bua in Die- 
mengassun; der Rebmenninun kelnerin 2Vi s. von eim hns bi Herzogen- 
hase; die mäli in der Kilchgassun da von git man 25 viertal konis 
und ein pbunt, Burkart der meiger das halb, dtt Br&nin das ander. 
Die vröwen von Sile 11'/, omen und I lib. und 2 s. und 2 d. ond 7 se- 
ster babem und 3 kappen von irm gät. Bnrkart der meiger 5 s. tob 
der altbnn appetege nnd 20 omen von der Stftrin g&t fär ellü rebt 
nnd 1 omen und 2 viertat von der kinde gät von Nortgassnn und 

3 sester rocgen von Raschen gut zc Winzenhein. Die von Sant Ks- 
therinun 1 omen und 2 viertal; Meiger Lütolz vrfiwe 1 omen und 3 
viertal; Cön von Appenwilr 1 omen und 2 viertal; d6 Bürgrefin I 
omen und 2 viertal; Wemli ir brftder 1 omen und 2 viertal; sin swe* 
ster Ah von Keisersperk 1 omen und 2 viertal; Andres von Girspert 
nnd di von Keisersperk 1 omen und 2 viertal. Kupfernagel 5 s. tob 
dem hns nebent der appenteg. Johans gerwer 1 s. von Himinans 
huse. Herre Johanses kint von Nortgasson 13 omen und 1 lib. ond 
8 8. von irm hof und 3 s. von dem hof bi der santgröbe. Hedin tft 
wehslerin 7 s. von dem hus in dem alten kornmarkt. Burkart der 
appenteger 4 s. von der nöwn apenteg. Die alte von Hzieh 4 omen 
und zweier viertal minr und 20 d. von irm gute ze h4be. Herre Ob- 
walt von Dzich 4 omen 2 viertal minr und ein 6nz von sim gßt Cftn — 
rat Stmben wip 2 s. von eim blez hinder dem Obern hof. (WeckerltCk 
2 s. von eim pletze hinder dem Obern hofe). Fulweis 6 s. von eii^B^ 
accher binder dem Obern hof. Küttingerin 18 d. von eim blez hiK. — 
der dem Obern hof. Frischi der buchlin 8 s. von eim hus an de 



Guter der Dompropsiei Konsum in Colinu. 



271 



atade. SwNter Katerin von Uriogen 2 s. %t>ii eim blez an 
Gfihcidc, bet Noider. Herren It&Uieps kint von Nortgasäan \R A. 
nft eün hos of dem kilcbof. Hern>n RÄilieps kint von Nortf^assnn 
Ms. TOD der mattun hi HuA Hartio.« brannen nebent dem von Wit- 
jhihrin Üic tu» Wittealiein i\>s. von iran mattun. Die tiunhcrrsn 
lt. von dem accberbof in der rnnttat im()e rt ». von Wintertnrs Im». 
TolBftr SteiuuQR 13 d. von 2 acchem af den Türcnkein v>eg.. Der 
■beb von Winbacb2% 8. vun einr mattan in dem Nldern liulz gen 
flfnimtra. Der brobst in d<-m Obeni hof 2 omrn rotti^H vrins van 
Zi>Ilers gät iuid2'/tS- von einr mattan lit nid wendig Uueen, was ber- 
ren Witnhalns von SoIzImu'Ii. l>ur Wulgerinun lohlbcr 3 i^. and -1 d. 
,no zwen iochartcn nf das Kurzgolen']. Lusche Tostans wi|) 4 ». von 
(ia accber an dem Gebei. [r har 5 5. von eim nccher af dem UttDur. 
l-IHe BarfdAMD Ss. und t d. vun BU-osi^r Kt^itrinnn Rufürblerinun gtl. 
Federll (> d. vo vim btu in RobmannsgA-'vsuii. Hciniti der smit 
m kelr 12 s. von deti accheni an dem ircheid, die der von Mar- 
vam. Dts itil der OAecbcu ftAt. ■% oinen und kleinli relit ans 
taata minr: NValther Kd^phciinif,' y omcii und [i d. and 2 s. 
kappen oad T'<j &e»ter liab«rn; die \ou AlasiKuh 1 omen den 
gtaeß. (Vve von Ali(»}iaeb 1 anieu vriiiä von der g&i von Kei- 
Tg DUt 2 amen von swester Jundelin fffttj; Herren Walthers kint 
Keiwreiitirk 1 omcn deb selben Kälte«; Anne UA^rbin 10 omen 
b KSter taabcm und 18 d. und 2 Uppen: die von ItJehcnKteiin 
omcn Ton inn gAl n( den hüben; Clna-« GAsche VI, omen und d 
habcr und 2 kappen iiid 18 d. 4 gesehen /e KgifiliaiiO: AbiiM-ht 
Kttiersperk 3 omen und y d. mid 1 kappen und 2'^ sc*-iter liab<Tr 
der Amit 30 il. ron einr liaDu-r iurbart ut ileu Turt'iikein vii.>ft. 
der Bircr (Wilnbelm der W'aleb) 14 a. von den aecliern an Oe- 
binder dem Obern bof; die gitcn kint 13Vi 9. von den sccbem 
Gchei, die HttterüM wAm: Claus min ai-chernieister 2 sesicr 
ein acelicr bi der allf an dem Tieffciiljoch : Herren ßurkant 
von SuDljfASBQD 4 omcu zwiger viertal niinr von inn alten gäl 
!*)■ Ottsa von der ght von UrisSLli uud klein reht; die von Schen- 
oaea oad klein rccbl; die HasJcr iri omen and kleiuä rebt; 
Ton Uigctnbein & omen und kicinn rcbt; äh frbwe len Rfiat 
und zweiter viertal miiu:; die am uriuenspittal 2 omen; die 
lim BiienswilrR'/j omen: (ierliart Ton KeisersporU. Heklins bubs wiji 
;(Bd der meier von ßilol/ben). Johans kini von Koiwrspca'k 4 omen 
iBeier viertal minr nnd 1 ». und IVi ka^fpen und 2Vi fle«ter balttrn: 
ffeteraWalbcs kint 2'/j omen; berre Wenihervon Wittenbein 2' j omen: 
A Bvkgre'fin 2 omen von den gAl von rfuiulolzhein; die zeiu Tor 
««■Mälnbosen 2on«n; hcrrc Ortlich von Keiiiersperk 2'/t om«» and 
tiein reht; Scbaltheis Joban» mflter & unien; Heinzeli Kremer und 
BukJi Tttfel 1 halben omen; Bärkll Täfcl ß d. von einer mattnn vor 
TageabriiiiDea: Otle von OirsjM'-i-k 2',f omen von <lo<i fiät von T6ren- 
loin: Jacob von Walbacb B omen von dem rüI 7S Sulzbvcb: Philipe 
ran BebehibetB I omen Ton Meii^erinan giüt ibat nn (!1auH PiUbii sol): 
li BLriecb IVi omen von einr iuchnri ut den Itufach weg; Watbers 




272 Waldner. 

kint von Wasenhein 2 omen {die von Rächsen 2 omen von iime git* 
ze hAben); Böschli der gerwer l'/t omen; Clans Bnm 1 omen von 2 n- 
chart ze Stegli; Kftlman Esel and Cl&nli Mäbteller 7Vi omen and kleii 
reht; Johansvon MorswilrTVi omen und klein refat; des kind von Eicb- 
gassmi 2 omen and zweiteil ens amen and klein reht; Nibinnk Ton 
Lobgassan 5 omen and 3 omen ans dritels minr acd klein reht; die 
Bergerin 1 omen and an dritteil ans omen und klein reht Dis ist 
das gfkt an dem Geräte: Hh Heislerin 4 schaz iedea schaz 4 d.; Tkt- 
erin 4 scahz ieden achaz 4 d.; die von Alaspach 4 schaz; Bidennis 
8 schaz ieden schaz 4 d. ; Sch^zinger 20 d. von sin gflt an dem Ge- 
rät; Hage der Froidenrich '/i omen rotes wins and 1 kappen v« 
eim blez ander Bischoff grab; Bäkris 16 d. von dem gAt an dem G» 
rät; RAli am Äager 8 d. von sim gflt an dem Gerixt; Johans SigH 
2 s. von sim gflt an dem Gerät; Scfaärer sin swager 2 s. von ämgit 
an dem Gerät; Alges Togd 1 omen wisses wins von 4 schazen af da 
Steingr&b; Volmar Schätler '/i omen rottes wins von eim stak bi 
Bischoff grftb; da kilch ze Wettelshein 6 viertal rotes wins tcd 
eim stak in dem Altendorfe; CAnrat ze Stein und sin brAder via 
and zwen Schillinge von sim schazen an dem Gerät; die von OfieiH 
borge 1 viertal rocgen und 1 kappen von vierdenhalber iäcfaart ii 
Winzenhein banne; AValther Wager 16 d. von Bärgins gftt; Heniu 
Färst 1 s. von dem gAt an dem Gerät; RAdger der lange 1 omei 
von dem gät an dem Gerät; die Swendin 8 d. von dem gät an dea 
Gerät; Heim 16. d. von dem gAt an dem Gerät; Waffelman 16 d. vM 
dem gAt an dem Gerät; Frischi Zenli 8 d. von Wincers g&t an dea 
Gerät; Hortwint 10 d. von drin schazen an dem Gerät; Johans Seh» 
den kint 6 d. von zwen schazen an dem Gerät; CAnzi Bähler 5 i 
von 3 schazen; Heinzeli Zimerman 4 d. von 2 schazen. 

Eostan der vischer und sin gesellen 3 lib. von dem banwasser; 
CAnzli meiger 3 lib. von der foistri zem balmtag; Henni WoUebei 
and Henzi sin brAder 2 lib. zu dem balmtage. 



Lehensvertrag emschen dem Prior von Feterlingen und dem Herr» 
Andreas von Qir^erg. — 1S23 September. 

Ne a memoria divertat presentiam et ut fataris veritatis noticii 
innotescat, notom sit tarn presentibas quam fataris, qaod com domi- 
nus Andreas de GTi^perch forasteriam qaaodam ab ecclesia Pa«t^ 
niaci in vita sua haberet et possideret, pro qua annuale senicioB. 
dicte ecclesie reddere teneretur, contigit qaod saper forasteriam, qU 
de iure pertinet ad predictam ecclesiam, / et saper forasteriam, qM 
pertinet ad ecclesiam Constantiensem, in pericolom anime sue e* 
contra conscientiam saam castrom quoddam sine consensa atriiis([i>* 
ecclesie edificavit Postmodum vero divine pietatis gratia dncto^ 
sciens qaod, qai contra conscientiam agit, edificat ad gehennam, moD^ 
tione prioris Patemiaci premissa, voluit ins illud, qaod ecclesia Pate^' 
niaci in iam dicto Castro de iure possidebat, videlicet medietate' 



Q-äWT dor Donipropttei Koucum id Coliur. 



27S 



■mi recjpere et recepit, ita c|tiod ipse vel berea buus. gni se- 
ios et ooDsuctadinom tcrrc licrcdilaro poeset, homagiuiri et 
itatem iun diclo priori facere tcncrctar. Qaod si at) aliqno ho- 
fkoc infesiAreiur, promisil se ^ine incomniotlo ecciesic t.'aslriuii 
defendere et maDattioere, ita etiatn (jaod si nliijuiil datotmi 
sibi eoDtlngeret. qaod ab$it, ad re$itanratiOQcm illius dampai in 
sibi eccle&ia tenerelar. Et ü forte ijmaa Andrcaui vel ctus 
eine berede tilio mori contigcrit. ins ecclesio Patcnüaccnsis, 
t fora<ttcria et prefati castri medicta^, arl candem ccoJesiam 
revertaDtar. Ileres vero. ((oi dictum castruin ab ecclesia Pater- 
tooera voluerit. forasuiriaiii i(ae ad eaadem eiTienam iiertinei. 
nodo posiitdcbit, i]Uod »ntcquain caiitnim re^ipcrp possit in fco- 
pro ittlra^iü dict« forasteriü daas marcbas argeuti priori persol- 
teacbitur et cios curio. wraiiilum qood qidsiiue raorit, miuiiu 
irtar. Pro scrncio, qaod pro foraatcrla debctar, mcdietatcm ear- 
nif viai apad Wiceübeiii doiuiiiiis Andreas assignavil tnli modo, ut 
ifunidiu ibt babcri pot^it, lUctiu Andi'eas a senicio iiitmunis exsi- 
si vero contrarinni aliqnAodo evenire contigeril, iam <licmm 
serviciiim dominus Audreas nicJiilomiauH rcddere ecc^e^ie 
. Hedictateni vero decimamm, qua» de kboribus bominnm 
contigeril, cum oonseitsu et voluntato dainini Andrcc cl nxorU 
filiomm snonim prior Patcmia^i ad ntilitatcm eccicsje sne, 
de iure debuit. retinuil et medielatera cf-clesie qae est e<li- 
iadicto oppido, iti quod, quaiidorunqno i'H()etlanas ad servieu- 
•Cdeste innitticiidaäfnorit, rommani ronsensii iitriu«4]ac ec-cle^ie 
toatar Pateniiacensis ^cilicct et ('onstaatiea^. <jue coaveotiooes 
anllo valcADt aaallari scd utrubique stabile« periietualitcr ma- 
ii ineormpte. sepefetns Andreas tigillo domin! FI. BasUlcnsis cpis- 
iägiüo domini IT. MArbacens» abbati», rrüIo qaoqae communi 
presentein cartidaB feeit et voluit roborarL Actum anno 
M"'("C*XX*n*= mcn^e Septem hm. 
Ortginal äiiT IVrgairiftnl mit de» ad HanferhnUrcn hAnf;endeD Siegeln' 
Du ente i»l tichlecht erbalteo, tdd dem swciteD sind nur Doch Spuren 
fcben, TOD dem Coltnarer ist nur ein Fragment Torhauden mit der 
lUlfte des Adlers und dem Reste der L^mschrtft ...ÜABJ... 
Stadtarchiv. DD. St. Peterwtift I) 



UHmAt. I. QMtfa. a. Obmb. fl. f. a. t. 



18 



Die 



Baathlltigkeit der ehemaligen Prfimonstratensei 
Abtei Allerheiligen anf dem Schwarzwalde. 



VOD 

Franz Ji^ob Schmitt. 

[Hit Abbildung itiif Tafel XV.] 



Im ersten Bande der Schriften des Altertumsvereins f 
das Grossherzogtum Baden, welche im Jahre 1846 in Bade 
Baden erschienen, wurde auf S. 14 u. 15 mitgeteilt, dass to 
Tereinsdirektor, August von Bayer, Beisen nach Laatenbac 
Allerheiligen und Sinsheim unternommen worden seien, o 
an Ort und Stelle von mit Vermessungen begleitete Aufnahm 
der Baudenkmale für die Vereinshefte vorzubereiten. Vi 
diesen vermessenen Aufnahmen erschienen in Wirklich!« 
aber nur die Zeichnungen der Kirche der ehemaligen Ben 
diktinerabtei auf dem Michaelsberge zu Sinsheim, währei 
Allerheiligen und die von dieser Abtei erbaute schöne sp5 
gothiscbe Kirche in Lautenbach eine nach genauen Ve 
messungen gezeichnete Aufnahme und Herausgabe bis zu 
heutigen Tage noch nicht gefunden haben. 

C. J. von Gulat -Wellenburg gab in seiner Übersicht d 
geschichtlichen Baudenkmäler im Grossherzogtum Bade 
welche im dritten Jahrgange der Schriften der Altertums- ui 
Geschichtsvereine zu Baden in Karlsruhe 1848 erschiene 
auf S. 139 folgende Notiz: „Allerheiligen, Eigonthümer: di 
Domainenfiscus. Ehemalige Cisterzienser- Abtei, seit 1803 eii 
Ruine. Die Erhaltung der malerischen Klostertrümmer ve 
dient alle Beachtung." 0iese Notiz vom Jahre 1848 wur« 
von Dr. Wilhelm Lotz in seiner 1863 zu Kassel erschienen 



ButhAdikeit der Prftmonst»tea«enbtei Allwh«tirgen. 275 

SoBst-Topographic Dcutsclilands nacli gedruckt, auch hier er- 
Hot Allerbeiligen als Cisterzienserkloster, während es doch 
rritmoastratensem gegrüadct uDd iliusen bis zu seiner 
behung »tets gehört halte. Audi die Angabc Gulats, 
Lot2 gleichfalls nachdruckte, dass iUlerheiligen seit 
Jahre 1803 eine Knine, ist unrichtig. J. B. Kolb be- 
mhlet aufS. Uff. in seinem 1813 zu Karlsruhe erschienenen 
^lifcOD vom Grossbcrzogtuni Raden, ata Zeitgenos.«e , dass 
tti|jlekti nm Cu Juni 180.1 Allerheiligen durch einen BUtrstrahl 
gctroflcD und hinweggpbrnnnt, doch von der schönen grossen 
ms Quadersteinen erbauten Kirche nur das Dach, wie auch 
das HoUvrerk des Spitzturmea verbrannt, die vier Glocken 
Ijschinolzen, auch die Kreuzgewülbe des Kirchen seh ifTes hin 
wieder Schaden genommen. Somit hatte durch Wieder- 
tellUQg eines neuen Darhstnhles und entsprechender Ein- 
tuDg leicht, nach dem Unglücke von 1803, die Erhaltung 
wertvollen Baudenkmals; erreicht werden können. Leider 
im Jahre 1811 Kirche und AbtcigehJiude von Aller- 
auf den Abbruch versteigert und erst jetzt machte 
du merkwürdige Baudenkmal zur Ruine. 

verdieiistvollp Kunstschriftstellcr Heinrieh Otle*) hat 
rhetUgen itii Schvrarzwaldc wohl niemals gesehen, sonst 
er nicht die ehemalige Abteikirche mit Pfeilern, welche 
Divnsle gehabt und mit zwei Nelwnchören an der Ost- 
dos Kreuzarmes beschrieben. Otte hat dies eben im 
16^4 ruhig nachgedruckt, was Dr. Lotz in seiner Kuust- 
iphie 1^63 Ul>er Allerheiligen irrtUndich geschrieben hatte, 
ii^t nicht bekannt inwiefern sich die Prümonstratcnser- 
ihorren an den eigenen Bauten beteiligt haben, doch 
einer derselben als „nmgister operis aive fabricae', 
er des Bauwesens zu sein. Die Konversen, welche 
Euiuit verstanden und ableu, durften auf kurze Zeit an 
Überlassen werden, jedoch nicht zur Anfertigung 
Grinsender Werkzeuge {machinao mortiferae).^ Norbert, 
dUfur des Orden», hatte die Einrichtung getroffen, das» 
KlfetCT seiner Regel die Abtei Prämonstrat im Bistum 



*(0IU, HaadbDch der kirchlichen KnDst.ArchftotOKtc ae< deuucheo 
5. Aufl. Ijfipiig 1S8*. IL Bd., S 382. - ») Siebe Ot*«, Ge- 
der drubcbrn »■ukuuR, ]»74 I. Bd., 8. SM. 

18* 



276 Schmitt. 

Laon als ihr Haupt betrachten sollten und, dass jährlich säml 
liehe Äbte und Probate der verschiedenen Häuser sich i 
einem Generalkapitel zu versammeln hatten, wo die gemeir 
samen Angelegenheiten besprochen und beraten werden musstei 
Entsprechend dieser Vorschrift des Stifters ist es denn seh 
naheli^end, dass die bischöfliche Domkirche in Laon als Vor 
bild für die Klosterkirchen der Prämonstratenser angesehei 
wurde. Dies beweist in ganz frappanter Weise die Kirch 
des Klosters Allerheiligen auf dem Schwarzwalde, deren Grund 
riss wir auf Taf. XV nach eigener Aufnahme mitteilen. Ge 
mein mit der Kathedrale Notre-Dame in Laon hat Allerheiliget 
die Kreuzesform, den Centralturm über der Vierung und dei 
geraden Chorschluss, endlich auch die polygone Apside an 
der Ostseite des südlichen Querschiffarmes. Planmässig wai 
wohl auch am nördlichen Querschiffarrae eine gleiche Apside 
wie die Kathedrale von Laon auch deren zwei besitzt, in Aller 
heihgen kam jedoch die andere nie zur Ausführung. Wii 
haben somit ein Bauprogramm in Allerheiligen, das ganz den 
der Hauptkirche in Laon entspricht, und wenn die seclu 
weiteren Turmbauten, welche die Kathedrale ausser dem Gen- 
tralturme noch besitzt, in Allerheiligen fehlen, so darf die! 
bei der Knappheit der Geldmittel, welche den Mönchen des 
Schwarzwaldes zur Verfügung standen, nicht erstaunen. Die 
Kathedrale von Laon ist am Anfange des 13. Jahrhundert! 
begonnen und besass ursprünglich eine runde Hauptapside 
mit Chorumgang. Gegen 1230 wurden diese Bauteile nieder- 
gelegt und ein gerader Chorschluss an die Stelle gesetzt, dei 
beute noch besteht. Der in den sechsziger Jahren unseres 
Jahrhunderts mit der ßestauration betraut gewesene Archi- 
tekt Boeswilwald hat die Fundamente der runden Apside uod 
des Chorumgangs aufgefunden, so dass diese interessante kunst- 
historische Frage bei der Kathedrale von Laon entschieden 
worden ist Da die Demoliemng erst gegen 1230 stattfand 
so kann erst nach dieser Zeit die mit geradem Chorschluss) 
versehene Domkirche zu Laon den Prämonstratensem Muste 
und Vorbild für ihre Klosterkirche in Allerheiligen gegebei 
haben. Somit dürfen wir mit Ausnahme der romanische; 
Vorhalle, welche gleich nach der Gründung des Klosters er 



<) Siehe Viollet-le-Dun, Dictionnaire de I'arch. franc- Bd. V, S. 16( 



Baatli&tifkeit der PrAniODstr&teiucr&btci Al)wknl^;eu. 277 




in wird, eleu Plan und die ÄusführuDg des dreischiffi- 
kreozförniigen Kircbeubaues selKst, als erat u»ch 1230 
lUtAXiden, attoetinien. Der Centralturm in l^aon hat in 
MiDon Pfciterachscn gemessen eine Weite von 12,25 m nod 
CeniraUiiim in Allorliciligen eine Weite von nur 7. 54 m, 
hHm den u Ort und Stelle Ton uns gemachten Aufnahoien. 
tl«iaen Maass^talic in AllcrIiiMligen ents|)riclit es denn 
)llkoninien, üass hiur die SeiteiischitTo nicht, wie in 
>n ratt oberen gewölbten Emporen rersehcn worden sind, 
th fehlt <las dem Biuisysteme der hochstrebenden Kathedrale 
;>rccbendc Triforium. Voraussetzen dürfen wir aber, dass 
dem Doppelfenster im geraden Chorschlusse r4n mftchtiges 
ister in Allerhcili$;en ehedem vorhanden, wie solches 
Kntiicdrale in I^on eine ganz besondere Zierde verleibt. 
J>« das Mauerwerk des Chorschlusse» in Allerheiligen leider 
noch kaum auf einen Meter Hohe über dem Fussboden 
Kircheninnern beule vorhanden and ans ältere Zeicb- 
dur Choransicht unbekannt, so sind wir eben gezwungen 
Hrkonstruklion mit Hilfe des grossen Vorbildes in I^aon 
i bcthätigen. Noch vor der biscliöflicben Kathedrale Xotre- 
w haben die PrÜuioustratonyer in Lnun die schöne Abtei- 
le Saint-Martin im frtthgothischen Style von 1170 ab zu 
ilco begonnen. Aach hier sehen wir eine rlrcischifFige 
»Ige gewfdbte Basilika mit an der Ostaeite des Trans- 
aiugebauten Kapellen. Das System des Langhauses') 
ipricJit ganz demjenigen, welches wir bei der Pfeilerbildung 
Kirdtc in Allerheiligen featgelmlten sehen. 
Die Kirche des Främonalratenserklosters Rüti bei Rappor- 
^1 in der Schweiz entstand als Steinbau von 12U ab, 
Irtch/eitig mit Kloster Allerheiligen auf dem Pchwari- 
wit! hier inl auch bei der Kirch<! in Küti eine westliclie 
einem rundhoglgcn Tonnengewölbe Ul>erdeckta Vorballe 
ein gerader Cburschhi^s zur Ausftihrung gekommen '). was 
stncD wieder auf den Sitz der Ordensstiftung in der l)iö- 
Lson hinweifft. In RUti fehlt ein QuerschifT und clnmil 
Centralturm, dafür ist an der Ostsette der beiden 



t) iUm VhiUel-kDuc, Dtclioiinaire de rarch. Innc. Bd. VU, S. IST. 
^aUa Pr. RahD. 0«cb. d. bfld. K. i. d. Sebvi>U. Zürich 1^0. 



278 Schmitt. 

Seitenschiffe je ein viereckiger Turm angelegt gewesen. Be- 
kanntlich sind bei der Kathedrale zu Laon die SeitenscbiffeT 
sowohl an der Westseite, als auch an den dreischiffigen Quer- 
armen durch je einen Turm abgeschlossen. Die Prämonstra- 
tenserkircfaen zu Ilbenstadt in Oberhessen, zu Jerichow bei 
Tangermünde, zu Germerode und Vessera in Norddeutschland, 
zu Steingaden bei Schongau in Oberbaiem, zu Horpacz, Ocsa, 
Zsambeck und Elein-Beny bei Gran in Ungarn, Mühlbausen 
bei Tabor und zu Tepl bei Eger haben jede zwei Westtürme 
und meist in direkter Verbindung mit einer offenen oder ge- 
schlossenen gewölbten Vorhalle. Drei Türme haben die Prä- 
monstratenserkirchen zu Kaiserslautern in der Rheinpfalz und 
in Merztg an der Saar, die zweichörlge zu Knechtsteden bei 
Dormagen hat wie Allerheiligen einen Centralturm und ausser- 
dem zwei weitere Türme, gleich der Klosterkirche in Rüti am 
Ostchore; endlich hat die zweicbörige Kirche zu Ärnstein an 
der Lahn zwei Türme im Osten und zwei im Westen, also 
im Ganzen vier Türme. Auf diese angeführten Baudenkmale 
gestützt, können wir allgemein behaupten, dass die Prämon- 
stratenser im Anschlüsse an die Kathedrale von Laon bei An- 
lage ihrer Klosterkirchen den geraden Cborschluss mehrfach 
anwandten, gerne Vorhallen anlegten, und entweder einen 
Centralturm bei Kreuzkirchen oder bei Kirchen ohne Quer- 
schiff zwei Fa^dentürme, sei es an der Ost- oder an der 
Westseite zur Ausführung brachten. 

In Allerheiligen lassen sich vier Bauperioden an der Kirche 
anterscheiden, die erste brachte eine romanische Anlage und 
von dieser hat sich die mit rundbogigem Tonnengewölbe über- 
deckte Vorhalle mit dem Hauptportale, das im Rundbogen 
schliesst, bis heute erhalten. Gemäss den Formen dieser nach 
aussen offenen Vorhalle dürfte ihre Entstehung in die ersten 
Jahre des 13. Jahrhunderts, also in die Zeit gleich nach der 
Gründung des Klosters, zu setzen sein. In der zweiten Baa- 
periode entstand die jetzt noch sichtbare Kreuzkircfae mit ge- 
radem Chorschlusse und ebensolchem Abschlüsse der zwei 
Querarme, mit dem viereckigen Centralturme, einem drä- 
schiffigen aus drei Jochen bestehenden Langhause, Alles mit 
Kreuzgewölben auf Steinrippen im frühgothischen Style, in 
der Zeit nach 1230 ausgeführt. In der sich hieran scbliessen- 
den dritten Bauperiode entstand die, mit fünf Seiten des 




Rteer 



BMitfaiUiglielt der Fiimonfttmeaeerablei AUerhi-üigeo^ 279 



Achtecks an der Ostseite des südlichcTi QuerschifTannes aus- 
gfbaatCt iiuf Rippen gewjjlbte Kapelle, sie dürfte >d den letzten 
Dezennien des 13. Jahrhunderts erriditet sein. In dieser poly- 
goaen Apside auf der Epistelseite der Kirche stand t;eiuäss 
itr Vorschrift und Sitte der Altar ud onmeK sanctoa. Die 
liedemng der Dienste und die Protilierun^ der Gewölberippen 
amgebautea Kapelle ist die gleiche wie am früh(j;othi- 
üteo Cbore der St. Galluskirche in Ladenliurg am Neckar. 
Im Jahre 1470 ztirstörte ein verheerender Brand das Priimon- 
itratenserkloster Ailcrheiligun; namentlich das drcischiflige 
fruhßothische Langhaus der Kirche nnd der an dessen Süd- 
löte wohl damals schon vorhandene Kreuzgang frurdeu der- 
art hetichädigt, dass diese Teile neu erbaut werden mussten, 
«odiirch wir die vierte Bauperiode veranlasst linden. Das 
bgothiscbe Langhaus war als Hochkirrhe konstruiert, wie 
ite nodi an den betreffenden Öffnungen der Seitenschiffe 
dem Querhause leicht ersichtlich ist, der spatgothische 
u wurde nach 1470 als eine Hallenkirche, also mit 
vorher erhühten Seitenschiffen angelegt. Ganz rein ist 
Konstruktion der llAlleokirchc aber nicht ausgefallen, da 
der Kämpfer der zwei Abseiten nahezu einen Meter tiefer an- 
getagt wurde, wie der Kämpfer der Mittelschiffgewölbe. Der 
Gmd, warum die zwei Seitenschiffe erhöht wurden, dürfte 
2U änden sein, dass die Klostergeistlichen dem an der 
ite neu auszuführenden gewülbtea Kreuzgaoge ein oberes 
geben wollten. Daher erklärt es sich denn auch, 
die Fenster des südlichen Seiteuschiffes erst hoch oben 
«af Konsolen ruhenden Gewölberegion angeordnet wer- 
den konnten, und zum Teile nur aus kleinen Rosetten be- 
Maodra. Während man die Dienstbiindel an den Aussen- 
Binem des nördlichen Seitenschiffes vom frühgothiächen 
Kircbenbaae fortbestehen Hess, wurden dieselben am südlichen 
Sütnuchiffe einfach ausgebrochen, man legte nämlich die alte 
liiiäclie Mauer bis zum Fundamente nieder und führte 
neue ohne Dienste ganz kahl, als ungegliederte geschlossene 
er auf, Hess sogar die Strebepfeiler aussen weg, um den 
(ilbieo Kreuzgang ohne Unterhreclumg längs dem Seiten- 
Kkiflc binftlhreii zu können. Chor undQuerschiff mit Vierungs- 
tvra waren beim Brande von 14T0 und wohl auch beim 
ifälrrea Brande vun 1525 unversehrt geblieben, so erlitte» 



M 



der 



280 Schmitt. 

diese Bauteile keine Veränderung und sind dadurch in ihrer 
ursprünglichen frühgothischen Konstruktion bis auf unsere 
Tage erhalten worden. 

Der mit vier Wasserspeiern versebene viereckige steinerne 
Centralturm besass die Glockenstube und darüber einen sehr 
schlanken, in Holz konstruierten und mit Schiefer gedeckten 
achtseitigen Helm; das Steingewölbe der Vierung lag, wie 
beim Centralturm der Oppenheimer Katharinenkirche und dem 
Glockenturme der Främonstratenserkirche zu Kaiserslautem 
in gleicher Kämpferhöhe mit den übrigen Gewölben des Mittel- 
schiffs. Die Bogenform in Allerheiligen ist vorherrschend die 
eines Spitzbogens, dessen Mittelpunkte nicht sehr weit von der 
Hauptachse Hegen. Die Pfeiler des frühgothischen Kirchen- 
baues in AUerheiligen sind reichlich mit Halb- und Dreiviertel- 
säulen besetzt, welche den überall durchgeführten Gurtbogen, 
Ortbogen und Gewölberippen entsprechen. Die Gewölbeiippen 
in Allerheiligen (ausgenommen die spätere mit fünf Seiten des 
regelmässigen Ächtecks hergestellte Apside) zeigen das ein- 
fachste Profil, welches die gothische Baukunst kennt, es sind 
kantige Rippen, die aus drei Platten und zwei Schrägen sieb 
zusammensetzen. Dasselbe Profil finden wir auch bei den 
Steiiirippen der mit Allerheiligen in stetem Zusammenhange 
befindlichen Prämonstratenserkirche St. Nikolaus in Hagenau. 
Das in Rede stehende kantige Hippenprofil hat vor den später 
übliclien, reichgegliederten den Vorzug, dass es sich leicht 
mit jedem gewünschten Ornamente auf den fünf geraden 
Flächen bemalen lässt, und erklärt sich hieraus auch seine 
häufige Anwendung bei der italienischen Gothik und soll hier 
nur an Sau Francesco in Assisi erinnert werden. Die Kapi- 
tale der Dienste sind zum Teil in schlichter Kelchform mit 
der Bestimmung aufgemaltes Ornament zu erhalten, zum Teil 
mit geschmackvollen skulptierten frühgothischen Blumen und 
Pflanzen geschmückt. Auch in der Formation der Fenster 
und der Strebepfeiler mit der oberen Abdeckung in Satteldach- 
form mit vorderen durch Maasswerk gezierten Giebeln und 
diese krönenden Kreuzrosen kündigt sich die frühgothische 
Baukunst an. Die grösseren Fenster, wie das noch in der 
Aussenmauer des nördlichen Quer schiffarmes teilweise erhaltene, 
hatten einen Mittelpfosten und Nasen in den Spitzbogen; 
ebenso haben die vier schmalen Fenster der kleinen Apside 



IUtültit%keit du- PrAnnoNtrateiiwnbtei AUerbeiliKCn- 281 

IdlicbeD Querschiffarme im uoteren äpitzbogen Nasen 
rübtir eiuüu Ureipasü, somit eiiii; Dctnilbjldnng, wie sie 
KDZ ebenso an der Kirche der Präiuonstratenscrinnen 
enherg bei Welzliir tindel, wcJchp um l'iGT als ein- 
e Kreuzkirche von deien erster Äbtissin Gertruilis, rc- 
1 1297, Tochter der heiligen Elisabrlh, erbaut wurden ist. 

der Nordfleite tWs Cborraumes bi>rnn(Ion sich auf ju 
ekuppclten Säulcheii und an der Südseite auf je \ier 
idten Säulchen Blendarkadeo, deren Bogen in KIcebiMt- 
mit zierlichster l^uhfüllunt; versehen war, auch die 
,le dur 14 Saulchtiu hatteu reichen Dlatt schmuck. Diu 
hgc Bleiidarkadv auf der Kpistciseite war ehedem der 
tUifal der Kirche. Es war liturgische Vorschrift bei 
orberrcnstifccn. dass der Vorstand des zum Chorgebete 
melten Konveuls in einem Itesondercn ISetstuhlu stand 
^nieete. Für jeden Festcyklus diento ein besonderer 

daran befand sieh die bildliche Darstellung von einer 
ci l'orsonen der («ottheit und der Propst oder Abt be- 
Ich daher in den dem Festcjklus des Kirckenjahrcs 
icheu Cborstulil.*) In der vierteiligen Blendarkade auf 
vuujielisteu Seite haben wir otTL'pbar die Chorslühle der 
ehttlichen, in monumentaler Weise mit dem Kirchenbau 
verbunden, vor uns, denn es steht urkundlich fest, dass 
ribgen bei seiner Gründung nur aus dem I'ropst und 
eiteren Geistlichen bestand und dass das alte Siegel 

auch uur fünf knieende Brüder zur Darstellung ge- 
. hat Leider ist von der Mitielsiiule an der inueren 
imI tl« Cborraumes, welche ehc<lem eine zweibogige 
irkade gestützt, nur nocli dur Sockel und die ßftsis er- 

Schaft und Kapital und alles Olicro aber spurlos vei^ 
Mlen. 

[ttiiich skulptierte Zierden haben sich in den auf uns 
en Iluinen von Allerbeiligen nur bei den Schluss- 
Hip[iengewülbe erbalten, der eine derselben zeigt 
runder Sandäteintafel von 47 cm Durchmesser das 
einee segnenden Christus, Majostas Pomini, und an 

ttr Seiten abteilungen, also cwischen den anlaufenden 



|i öMrt F. Mon«, Vir hüdemita Kamte In 6ro«b«m>(rtuin Biulim. 
I9S7. Bd I», ». Hl. 



282 Schmitt. 

vier Diagonalrippen die Köpfe der vier KvangeliHten , weldie 
heute auf dem Boden des unbedeckten Kircheninnem an- 
geschützt liegen. Vom spätgothischen Kreuzgange bht sicit 
auch noch ein Scblusstein bis jetzt erhalten, auf ihm ist du 
Lamm Gottes mit der Fahne innerhalb eines Dreipasses in 
Skulptur zur Darstellung gebracht. Sofern nicht bald die 
Verbringung dieser wertvollen Sandsteinreste mittelalterlicher 
Kunst nach den biefür bestimmten Grossh. Vereinigten Samm- 
lungen in Karlsruhe veranlasst wird, dürfte in wenigen Jahres 
deren Vorhandensein kaum mehr erwartet werden. 

Von den Konventsgebäuden haben sich nur wenige Reste 
erhalten und sind dieselben in der Zeichnung Taf. XV näher 
ang^eben, und das sicher unter der Erde jetzt noch Befind- 
liche mit Hilfe von Abbildungen aus dem 18. Jahrhundert^ 
zu einem Ganzen vervollständigt worden. Vier Joche des 
spätgothischen Kreuzganges lassen sich an der Aussenmaaer 
des südlichen Seitenschiffes heute noch genau feststellen und 
wurden daher auch in der Zeichnung als vorhanden angenom- 
men ; ebenso sind die Mauern vom Kapitelsaale noch zu sehen, 
es war ein Raum von quadratischer Grimdfläche, ehdem wohl 
gewölbt und dürfte eine Rekonstruktion von neun Kreu^ 
gewölben auf vier freistehenden Säulen der ganzen Anlage am 
meisten entsprechen. Der Kreuzgang zog vor dem Kapitel- 
saale und der Sakristei entlang, diese lag unmittelbar am 
südlichen Arme des QuerschifTes, noch heute sind die zra 
Portale an der Aussenmauer der Kirche zu sehen. An dar 
Südseite des Konvents lag wohl das Refektorium, daneben 
die Küchen und Treppen einerseite zum Keller und anderseits 
zum oberen Geschosse, wo Dormitorium, Bibliothek und Sta- 
diersäle sich befunden haben müssen. Somit haben wir ein» 
ganz regelmässige Bauanlage vor uns, welche sich um den 
im Grundrisse ein Rechteck bildenden Kreuzgang gelegt hat. 

Aus den vorstehenden Mitteilungen dürfte sich ergeben, 
dass die Abtei Allerheiligen im Schwarzwalde zu den be- 
deutendsten Baudenkmalen gehört, welche der Orden der Prä' 
monstratenser zur Ausführung gebracht, und wie das Kkistec 
selbst als Pflegerin der Wissenschaften sich weithin beriibo* 



*) Siehe die Lithographie in der Monographie „Das Kloster AÜ^^ 
heiligen« von Prof. K. G. Fecht. KarlBruhe 1872. 



Baathiti^eit der Frftmoostratenserabtei Allerheiligen. 283 

gemacht, so ist es ihm auch durch sorgfältige Ausübung 
bildender Käoste gelungen sich hervorragend zu bethätigeo, 
es möge nur an die \on Allerheiligen 1471 bis 1483 durch 
Hdster Hartwig erbaute schöne gewölbte Pfarrkirche zu Lau- 
teobach im Renchthale mit ihren Schätzen an Giasgemälden 
md kostbaren Flügelaltären erinnert werden. 

Die älteren frühgothischeo Teile der Kirche zu Allerheiligen 
Khtiessen sich würdig an die bekannten Baudenkmale zu 
Gdnfaaosen and Marburg, zu Wimpfen im Thal und an die 
Liebfranenkirche in Trier, wie auch an die Benediktinerabtei- 
kirche in Weissenburg an und vervollständigen in treffliebster 
Weise eine Bauperiode, welche für jeden Freund der vater- 
liadischen Kunst einen so hohen Wert und ein so grosses 
Interesse mit vollstem Rechte in Anspruch nimmt. 



vtto finiBfelfl. 

Nacb seinem Leben nnd litterarischen Wirken 
geschildert 

Tob 

¥. W. B. Both. 



Die GeldirtengeBchidite ging an dem durch seine Lebettr 
Schicksale nnd sein vielseitiges schriftstellmschea Wirken merhi 
würdigen Otto Bmnfels nicht ahm Beachtung vorfiber. Aoai 
gelegentlicher Erwähnung des Hannes und seiner SchiÜMj 
besitzen wir jedoch weder eine eingehende Biogra^iie d»i 
selben, noch eine Aufzählung seiner überaus xahkeicben vat 
vielseitigen Schriften. Vor Kurzem erst ward der Terstorbeii 
K. Hartfelder dem Otto Bmnfels als Vertheidiger tJIridi 
von Hütten in seinem Aufsatze in dieser Zeitschrift N. F. VIII, 
665 f. gerecht — Was ich im Laufe längerer Jahre in dfli 
Bibliotheken zu Mainz, Frankfurt a. M., Darmstadt, Stra» 
barg, Wernigerode, dem gennaniscben Museum zu Nürnberg, 
der Wiener Hofbibltothek und Üniversitätsbibliotbek za Leipiig 
sammelte, habe ich nachstehend zu eioem abgeruDdeten Leben»- 
bild verarbeitet und suchte dem Bnmfels ohne konfessiODdleo 
Standpunkt an der Hand der Quellen möglichst objektiv ge- 
recht zu werden. 

Otto Bmnfels ward als Sohn des Jobann Bmnfels, eioa 
Küfers, aber rechtschaßenen und ernsten Mannes, zu Maioi 
geboren. Der Name seiner Mutter ist unbekannt Sein Vatei 
war wahrscheinlich von Braunfels im Solmsischen nach Mütf 
gezogen, davon nahm er den Beinamen Braunfeis (Bmnfels] 
an, wodurch derselbe Gescblechtsname ward, während dei 
eigentliche Familienname verloren ging. Das Jahr der Gebur< 
des Bmnfels ist unbekannt, dürfte aber zwischen die Jahr 



Otto Bmnfttls. 



38 !k 



MTs 



14SS gebtiren. BrunTola besuchte zm Mainz die 
Schulen und ward Magister der freien Künste, waa 
oa Lcb«uäalter von 21 Jahren voraut^setzen und achlicssen 
ftiBL, d«S8 er diese Würde im Jahre 1505 oder 1509 erwarb. 
— BraDfels war jedeufalls für den f^eistlichen Stan<l bcättitimi. 
Dt aber sein Vater die Mittel zur vrisseoschaftlichen Ausbil- 
Ang uicht aufbrachte, trat der jun^'c Briinfels in das Kar- 
Ih&üerkiosier bei Strassburg ein. Die vielfach verbreitete 
Angabe, iJrunfeU sei in das Karthäuserkloster bei Mainz ein- 
ptrcien, ist entschieden falsch. Seines VaterK Uittun und 
Droben U&tleQ ibu nicht von dem Eintritt ins Kltister abhul- 
leo kouBCu.') Wann der Eintritt ins Kluster erfolgte, ent- 
li^t äch unserer Kenntnis, ßrunfels blieb aber trotz der 
KkstMiuauem mit der Aussenwett in Verkehr. Im Jahie 
^S «ar Nikolaus Gerbellius aus Itai^el nadi Strassburg flber- 
Hbdelt nad hatte sich dort als Rechtsgelehrter niedergelassen. 
^K dieKm humanistisch gobildcrfin Mann ward Bnuifels vor 
|Hll bekannt und genoäs dessen UuLerricht wie auch wiäsrn- 
tcbaftJiclic Anregung. Im Kloster war Brunfels krank ge- 
laden und rettete auf Anraten des üerbelltus ^eine Gesuud- 
P& durch Trinken von Gaigakholziibäud. Welcher Art die 
okhcit war, hisst sich nicht feststellen ; sofort an die Lust- 
wo4 Yorhergegangene sittiichc VcrimiDgen des Brun- 
denken, wenn auch in erster Linie damals gegen diese 
t Guajak gebraucht ward, dürfte zu gewagt seiu. 
«agte dem Brunfels das Leben in dem gtrengen Kär- 
nten nicht zu, auch mögen sich humanistische KinHiisse 
gemacht haben, welche zu dein Kloslerlehen nicht 
Die Annahme Hegt nahe, dass i'-runfela Priester 
uoJ als Lehrer der Novizen Vergeudung im Kloster 
\)w Krziehungsfach brachte ihn auf (bedanken einer 
Tecbeaserung desselben. Während seiner Krankheit ward er 
Vf du JdangelhafLe der Methodik des Erziebungswescns der 
den aufnierk.sam. Auf ncupU tonischer Grundlage 
er in aeineu Scbriften; De corhgendls studiis severiori- 
yneceptiuQculae breves. Strassburg, J. Schott, 1519 und 
^rbnrismi institutionis puerorum. Strassburg, J. Schott, 
clüÄge zur Verbesserung des Schulwesens vor. f)u- 




1. 



286 Kot h. 

bei stand er auf dem Grund und Boden der betreffenden 
Schriften des Erasmus von Roterdam und Melanchthons, bil- 
dete aber Manches weiter ans. In der Vorrede dw Schrift: 
De corrigendis studiis etc. wendete sich Brunfels an VT. G«<- 
bellius, er habe Guajak getrunken, was ihm nützte und ihn 
wieder gesunden liess. Er ergiesst sieb in Lobsprüchen über 
das Guajak und tadelt die empirische Verfabrungsweise der 
Winkelärzte. Seine Müsse habe er gegen des Arztes Vorschrift 
zum Nachdenken verwendet und diese Schrift zustande ge- 
bracht, um den Studierenden ihre Aufgabe zu erleichtern. 
Weitläufiger hätten Erasmus und Melanchthon diesen Gegen- 
stand behandelt, er bespreche die Sache kürzer und verdanke 
dem Unterricht des Gerbellins Vieles. Die Schrift selbst be- 
handelt die Zeiteinteilung für das Studium, das Scbullokil, 
die Lesung der Schriftsteller nebst Verzeichnis Solcher, die 
Grammatiker, Poeten, die Dialektik, Mathematik, Mediän, 
Rechte, Theologie sowie die heilige Schrift nach ihrem morali- 
schen und gefaeimn issvollen Inhalt etc. — Dieses neue Bahnen 
auf dem Gebiete des Schulwesens anstrebende Auftreten wie 
die Hinneigung zum Humanismus Überhaupt bei Brunfels fand 
im Kloster jedenfalls keine freundliche Aufnahme. Dazu kam 
noch die Anregung durch Dr. M. Luthers Auftreten, was Alles 
bei dem jungen Brunfels den Entschtuss reifen Hess, da.<4 Klo- 
ster zu verlassen. Mit einflussreichen Männern aus dem 
Kreise der Humanisten und Anhänger der Reformation trat 
Brunfels frühe schon in Verbindung. Bereits 1519 war er 
mit dem Fabricius Capito, Prediger zu Basel, bekannt ge- 
worden und hatte auch den Pellicanus kennen gelernt. Im 
Jahre 1520 gab er eine seine reformatorische Richtung deut- 
lich kundgebende Schrift: Confutatio sophistices et quaestionom 
curiosamm, ex Origene, Cypriano, Nazianzeno, Cyrillo, Chry* 
sostomo, Hieronymo, Ambrosio, Augustino, Athanasio, Lactan- 
tio in Schlettstadt bei Lazarus SchUrer in Quarto heraas. 
Gewidmet ist diese einen ungemeinen Eifer für Erkenntnis 
der Wahrheit aus den Kirchenvätern beweisende Schrift dem 
Fabritius Capito, Prediger zu Basel, XV. kalend. Martii ') 1519. 
Eine Ortsangabe fehlt. Nach dem Vorwort hatte Capito den 
Brunfels ermahnt, den Origines zu lesen, um denselben von 

1) 15. Februar. 



Otto Bnmteli. 



287 



welÜicTiprSchrirten, denen er nach dessen Ansicht 
sehr ergeben gewesen, abzulialteii. Es grusse {l<>n Gapito 
Michael Herus, der Kenner der fO'iechiscbcn und hebräischen 
Spnrbe und Lamiwrtus der Throloge. Er habe seine hebrät- 
icben Studien seit fast einem Jahre häufigen Unwohlseins wc- 
po abgebrochen, hoffe aber, solche fertzusetzen. Capito solle 
bewirken, dass dereelbe sein hebräisches Wortcrbach im Drucke 
tnelieinen lasse. Auch bat er, den l'elhcanus von ihm grUssen 
n wollen. 

Auch mit Beatus Rhenanus trat Brunfels 1520 in Ver- 

Wir. Ztifilci';h strebte er darnach, mit F.rasmus von Roter- 

^m bekannt zu werden. Dazu sollte ihm Beatus Rhenanus 

Hlbelfea, Am IB. Januar 1520 schrieb lirunfels aus der 

'Kinhause bei Strasshurg an Beatus, er bat um Vermittlung 

ier Freundschaft des Erasniiis von Roterdam, und freute sich 

6a Bekanntschaft des Othmar Luscinius, Nikolaus Gcrbcl, V. 

Fabridas und Vol. Augnstus, die ihn begünstigten, auch Me- 

hichthon interessiere sieb ffir ihn. Er habe dem VoI|>h. 

iridus über das Thema gesrhriohcn, ob die Theologie her- 

nder sei als die alt« Schola.stik.') Am 5. Februar 1520 

Brunfel» dem Beatus Rhenanus aus seinem Kloster mit, 

habe de.<isen Kommentar über Seneca gelesen und dessen 

Sritriftra erhalten, dieselben seien ihm sehr vert. Als Gegen' 

pjbf sandle er einen Brief des RuITiir ^xtus an Valentinian 

ligmttiB. ■) Am 18. März 1520 sandte Brunfels einen Brief 

im Sl. Bttcer an Beatus Rhenanus *) und am 19. März 1520 

wihnte Bucer dem Beatns gegenüber des Brunfels als eines 

rmrodes. •) 

Mit grössteiD Eifer strebte Brunfels darnach, sich die neu 
RKhienenen Schriften des Erasmus zu verscliafTen. FUr Bea- 
tu durchsttiberto er die Bibliothek seines Klosters und sandte 
(cfaukiSene HandKchriften, so am 'J. Mai 1520 Briefe Friedrich 
BuhBFOssa'a, die 6r in dieser BiblioUiek gefunden, au Beatus.^) 
isi der Kuthause bei Stra.ssbur,2 schrieb Brunfels an Beatus 
I. August 1520. er habe am S. August Bucer-^ Brief pr- 
n. Er freue sich über die Freundschaft des Johannes 





*^ Brkfrccbad ilea B«at(u Rhesuna. heniDsgcg. vob Horavib und 
. Uipuc 1S8S, a 109-300. — >l Ebenda S. 206-207. — 
H. 218. - *) Eboida S.816. - ') Kboutt S. 234. 



288 ßoth- 

Priscus und des Bachdruckers Schott in Strasaharg. *) Dem 
Erasmus von Roterdam hatte er geschrieben und um dessen 
Freundschaft gebeten. Erasmus, welcher doch so vielen Un- 
bedeutenden seiner Zeit Briefe sandte, antwortete nicht, da 
ihm jedenfalls das Mönchskleid an Brunfels nicht zu dessen 
Schreibweise zu passen schien. Am 29. August 1520 schrieb 
Brunfels in sehr beachtender Weise über seine Lage im Klo- 
ster an Beatus und äusserte das Verlangen, dasselbe zu 7e^ 
lassen. Er klagt über Tyrannei eines Ungenannten und die 
unwürdige Lebensweise im Kloster. Er habe an Luther ge- 
schrieben. ^ Der letzte Brief aus dem Kloster wurde von 
Brunfels am 11. November 1520 an Beatus Rbenanus gerichtet*), 
bald darauf scheint Brunfels das Karthäuserkloster verlassai 
zu haben. Frühestens erfolgte dieser Schritt in der Jahres- 
wende von 1520 auf 1521. — Eine für seine künftigen Ge- 
schicke wichtige Bekanntschaft machte Brunfels 1520 zu Strass- 
burg, indem er seinen künftigen Gönner und Freund Ulrich 
von Hütten kennen lernte.*) Brunfels lobte dessen Glosae 
der Bannbulle Papsts Leo X. gegen Luther sehr.^) 

Luther hatte auf dem Wormser Reichstag 1521 die Schritte 
gethan, sich von der katholischen Kirche loszusagen. Jeden- 
falls wirkte dieser Vorgang auf Brunfels der Art ein, dass er 
als Prediger für Luthers Sache zu wirken beschloss und zum 
Luthertum übertrat °) Im Jahre 1521 scheint sich Brunfels 
stellenlos und jedenfalls auch nicht mit dem hinreichenden 
Lebensunterhalt versehen, da ihm nun auch das Vaterhaus 
verschlossen war, nach der Ebernburg bei Kreuznach der be- 
kannten „Herberge der Gerechtigkeit" und Zufluchtsstätte 
entwichener Klosterleute zu Franz von Sickingen gewendet, 
diesen kennen und den auf der Ebernburg weilenden Ukich 
von Hütten als Bekannten begrUsst zu haben. Wie lange 
diese Zufluchtstätte dem Brunfels offen stand, ist unbekannt, 
das wiederholte Zusammentreffen mit Hütten hatte aber für 
seine Geschicke eine eingreifende Wirkung. 



I) Ebenda S. 243. ~ >) Ebeoda S. 246. — Burckh&rdt, Lothers Brief- 
wechsel S. 42. — ■) Ebenda S. 252. - *) Hartfelder in dieser Zeitschr. 
N. F. Vm, 568. — ■) Strausa, Hütten S. 362. ~ *) Dass Brunfels 1521 
bei Luther in Wittenberg war und denselben persönlich kannte, steht 
Dicht fest. Ygl. Allg. d. Biogr. HI, 441. — Burkhardt, Briefwecfasd 
Luthers S. 42. 



Ouo BniB&la. 



289 



I. Kovember 1521 schrieb Luther an Nikolaus »"»or- 
l^os zn Stra<iähurg und bat, den Otto Brunfels und undei-e 
■Minte von ihiu zu grüsseu. *} Wo .sich damals Brunfels 
nmelt, ist uabekanntt jetienfulls setzt aber dieser Auftrag 
(tine unbcfliDKte Anwesenheit licsüclbpn zu 8tras.sliurg voraus. 
}r kinote den Aufenthaltsort dos Brunfels nicht und Hess 
IGross durch dessen Gönner den Gcrbcltius bestellen, der 
ebensogut schriftlich an Brunfels l>e»orgen konnte. — 
kagust 1621 hatte Ulrich von Hutton die Ehernburg ver^ 
1, da Franz von Sickingen in Diensten des Kaisers sogen 
ikrcich fTcziipen war. Ob damals Brunfels clicnfaUs mit 
:•□ die Kbcrubiirg verliess. bleibt ungeniss. Hütten hielt 
walirscheinlich auf der Burg BirnisteJn bei Kaiserslautern 
'} Zu ihm war nach diesem Zuäuchtsorte Brunfels gelan^'t 
1 teilte dessen Eineauikeit. *) — Nach dem Tode des Dekans 
Sl Ltfonhard in Krankfurt am Main des Johann de Castro 
}, D. wurde .rohanin's nh Iiidagine (Johann von Hagen), 
wio er meist heisst: Johann Indnuinc dessen Nachfolger 
tnt am 25. Noveuber 1521 die Stelle als Dekan des St. 
rdatin.t in Fninkfurt am Maiu an.') Bisher war er 
tr KU Steinheim oder titeinau an der Strassen bei Burg 
Iberg. keineswegs zn Steinheim am Main bei Hanau, 
Diese Pfarrei behielt er auch als Dekan bei und 
nur xeitweise zu Frankfurt am Main. Der Pfarrsatz 
Untieim stand der edlen Familie von Butten zu. Johann 
war dem Luthertum zugethan, behielt aber rahig 
Stelluni^en bei und trat nie öffentlich für Tuthcra Sache 
wie er denn auch mehr auf die sittliche als auf die re- 
ScitD des Auftretens Luthers Werl legte. Indagiue 
vr Freund tler Naturwissenschaften namentlich der 
und Mathematik, welche ersten* Wissenschaft er 
fdflcfa ganz im nbergliluhi sehen Geiste seiner Zeit betrieh. 
IdiMtn merkwürdigen Mann trat Brunfels in Beziehungen, 
war selbslverstiiniliich dem Ulrich von Hütten durch 
iVrrbällQis dva Pfarrsatzes von Steinheim sowie seiner 
lg als geheimer Anhänger Luthers nach bekannt. Da 

ie WeU^ Itritfe LuUiers II, S. 91. — ') BflcJring, Oi^rt Uuli«ni 
ftl. — ■! nnttCDi Brief au Buccr »om 4. Sejuember 1521. H6ckiD|[, 
HolUttl U. 8. Sa. — *j Archiv tttr Frankfurts Oncliiehte and 
a. F. VI, S. 124, NoW. 

r. t «MC*, d. Ubarrk. X.r.tX.*. ] 9 



290 B 1 h. 

Indagine zur Übernahme der Dekanatswurde und zur Begi 
luDg von ÄmtsgescfaäfteD zeitweise zu Frankfurt anwesen 
sein mutiste, brachte es Ulrich von Hütten dahin, dass Brui 
fels des Indagine Verweser der Pfarrei für dessen Abwesa 
heit ward. So verschaffte er dem ßrunfela zeitweise ein Ui 
terkommen and förderte im Sinne der Beformation Luther 
Sache, da er sieb von Bmnfels überzeugt wusste, dass dien 
im lutherischen Sinne beim Gottesdienst vorgehe. Dass di 
Versehung der Stelle mit des Indagine Wissen und WiUei 
geschah, ist selbstverständlich. Brunfels lernte auf der Beis 
nach Steinheim Über Frankfurt, wo er jedenfalls mehrere Tig 
verweilte, den Begründer der Frankfurter Lateinschule Wil 
heim Nesen, den Frediger Ibach und andere Persönlichkeit« 
der reformatorisch gesinnten Partei zu Frankfurt '), entwede 
hier oder zu Steinbeira den Indagine persönlich kennen- Di 
bei erfahr er auch von dessen astrologischen Forschungen an 
sah dessen Schriften hierüber. Dieses Bekanntwerden hatt 
für den neuplatonisch vorgebildeten und daher auch für di 
Naturwissenschaft sich interessierenden Brunfels die Bedei 
tiiQg, dass seine litterarische Richtung inskünftig beeinflosi 
ward nqd sich seine künftige Lebensstellung als Naturforscbe 
und Arzt heranbildete. Unbestritten gebUfart dem Indagin 
das Verdienst, den naturwissenschaftlichen Trieb in Brunfd 
entweder geweckt oder gefördert zu haben. Brunfels mag di 
Pfarrei frühestens im Dezember 1521 angetreten haben, sei 
Auftreten als Lutheraner zu Steinhejm war jedenfalls ä 
otTenes und musste auffallen. Schon Indagine galt in Fiaol 
furts klerikalen Kreisen für einen geheimen Anhänger Luthen 
seine Stellung blieb in ihrer Zweideutigkeit nicht ohne Ai^iffi 
beweisen konnte man ihm aber nichts. Diesem Zurückhalte 
gegenüber musste das offene Auftreten des Brunfels als Lutbc 
raner sehr abstechen und auch auf Indagine neue Schatte 
des Verdachts werfen, dass er Lutheraner sei und einen Luth« 
raner als Verweser dulde. In den streng katholischen Kreise 
Frankfurts konnte dieses nicht ohne Ahndung bleiben. Brui 
fels scheint von dieser Partei beim Mainzer Generalvikar ai 
Lutheraner verklagt worden zu sein. Vielleicht kamen auc 
dem Indagine Bedenken wegen seiner Stellungen und sah ( 
nicht ungern, dass die Sache diese Wendung nahm. 

ArchiT für Franldurts Geschichte und Kunst N. F. IV, S. 1X8. 



Otto Braofelik 



291 



kJiB die Zeit, als Brunfela für die Stellung r.u Steinheim 
neben, hatte Hütten Strcitiftkeiten mit deo Karthäusero 
jß Strasiburg gehabt. Dieselben besehuldifiten ihn, er habe 
zwölf Reisigen zwei ihrer Mönche aus dem Kloster eDt- 
Ualten stellte dieses in Abrede, beschuldigte aber 
Its die Karthau^cr. sie hätten eine Anzahl seiner in 
litt gefertigten Uildnisse zu unsauberen Zwecken ver- 
und ihn unter groben Beleidisunueu als Ketzer ver- 
iü. Uutteu verlangte dAfür (icnugthuung, die ihm auch 
gütliche Vermittclang des Strassburger Rats wurde. 
^Kartbäoserklost^r musste ihm eine Ehrenerkliimiig ^eben 
nrailattsutd rheinische Goldgulden als Entschädi!;;ung be- 
<) Dieser Handel gab dem Hütten Veranlassung, die 
zu Straasburg als Aurt-^^er der Anklagen des Brun- 
«u deren Kloster derselbe entwichen, mitverantwortlich 
inicbeo and den Frankfurter Pfarrer Dr. Peter Mayer 
laatn wie deren Werkzeug als Ankläger des Brunfels zu 
mit Anklagen und Verfolgungen zu behelligen. Hütten 
durch die nngeblicfaen Anklagen des ßnmfels benachteiligt, 
nach dem Tode seioes Val«rs Anfangs 1522 mit seinen 
FntrDDatfiherr der Pfarrei Steiuheim und damit Schutz- 
■nd Vorgesetzter auch des Brunfels geworden war. Die 
Igen demselben nahm er sehr übel auf und schrieb 
Skkingen'schen Feste Wartenberg in der RheinpfaU 
Briefe. Den ersten richtete er am 31. Mllrz 1522 
ihm betreundeten Philipp Fürstenberger zu Frankfurt 
Main'), dRQ zweiten am 1. April 1!>2'2 an den Frankfurter 
In letzterem Briefe führte Hütten aus, Doktor Peter 
liabe den frommen , christliche.i urd wohlgclehrten 
Otto Braufels, seinen Diener, als derselbe zu Stein- 
Pflicht und von Amts wegen das heilige Evangelium 
rruflicije Wort Gottes gepredigt, durch erdichtete, 
lÜKeuhafte Anzeige bei dem Klerus zu Mainz ange- 
80 dass dem frommen unschuldigen Mann nach Leib 
L^ben getrachtet worden, wie der Rat besser als er selbst 
«isM. Brunfels wäre, wenn nicht gute Freunde denselben 
gHrant hätten, gebunden und in Gewahrsam, wenn nicht 
bin Tode geM:hleppt worden. ') 

^) Bfcktag, Op<n Hutteai It, B^. — >) Kheada O, 114. — *) Et>cnd» 
117. 

19* 



292 Rotli. 

Den dritten Brief richtete Hütten an Doktor Peter Mayer 
selbst am 1. Aprii 1522 und beschuldigte denselben der An- 
klage des Brunfels zu Mainz. ') Abschriften aller drei Briefe 
schickte Hütten dem Brunfels zu. Mayer wurde vom Frank- 
furter Rat zur Rechenschaft gezogen. Derselbe hatte auf 
Huttens Brief als SelbstTertheidigung die Worte geschrieben: 
„Diese Ding hat ein geistlicher Mann hie in dieser Stadt an- 
gericht" etc. Darunter ist jedenfalls nicht Brunfels als Ur- 
heber des ganzen Handels, sondern der dem Mayer wohl- 
bekannte Frankfurter Ankläger desselben zu verstehen. ') Am 
10. April 1522 erklärte Mayer dem Frankfurter Rat, er kenne 
den Otto Brunfels gar nicht, und wisse weder Gutes nocb 
Böses von demselben zu sagen. ^) 

Von diesem Rechtfertigungsschreiben Mayers sandte d«' 
Frankfurter Rat dem Ulrich von Hütten am 14. April 1522 
Abschrift zu. *) Damit beruhigte sich Hütten keineswegs und 
schrieb am 9. Mai 1522 wiederum an den Frankfurter Rat 
gegen Mayer. ^) Mayer antwortete dem Rat am 15. Mai 1522, 
Brunfels sei letzter Tage bei ihm gewesen und habe ihn ge- 
beten, mit dem Vikar zu Mainz zu reden, damit er wieder 
auf seine Pfarrei nach Steinheim komme. Er habe sich hier- 
auf schriftlich bei dem Vikar zu Mainz verwendet, der sich 
nicht abgeneigt zeige, jedoch wünsche, dass die Sache an den 
Domdekan zu Mainz gelange. Derselbe sei abwesend, trotz- 
dem wolle er mit dem Vikar verhandeln, und zwar aus gutem 
Willen und im Hinblicke, dass Brunfels gelehrt sei. Er habe 
den Brunfels nicht bei dem Domdekan angezeigt, wie der Vi- 
kar ihm bezeugen könne. Wer das dem Hütten hinterbracht, 
wisse recht gut, dass Andere die Ankläger des Brunfels seien. 
Es geschehe ihm desshalb Unrecht und werde er sich durch 
seine Vorgesetzten vor Gewalt zu sichern suchen.^) 

Am 22. Mai 1522 antwortete der Rat zu Frankfurt und 
sandte Abschrift der Rechtfertigung Mayers dem Ulrich von 
Hütten. ^ Damit beruhete die Sache. Ob die Anklage Mayers 
stichhaltig war, erhellt aus den Akten nicht. Soviel steht 



•) Böcking, Opera Hutteniü, 116. - «) Anderer Ansicht ist Böckiiig, 
Opera Hutteni II, 116. — *) Böcking, Opera Hutteni U, 119. Wedewer, 
Dietenberger S. 65. Archiv f. Frankfurts Gteschichte und Knnst N. P. 
IV, 124. - ♦) Böcking a. a. 0. ü, 120. — *) Ebenda H, 120. - «) Ebenda 
n, S. 121. — ») Ebenda H, 122. 



Otto Bnmfiels. 



239 



it, dftjts die Ankiftge dem Bninfels seine Stellung kostete, 
bii in LeWnsgefahr bracht« uud er Steiulieim ^chüu vor Ai)ril 
1&22 rerlasseu bat. Er wenilete sich nach Frankfurt am Main 
■1x1 hatte hui Williclm Nesen in dessen Schule Uoterhalt und 
ZoflnrhisatAtte gefunden. S«ine vor dem 15. Mai 1522 bei 
Hnver eiai^eleiteten Schritte konnten ihm nicht mehr zu der 
PfwTfi verhelfen. Hie Dauer des Frankfurter Aufenthalls 
ripüt sich aus einem Briefe Nesuns an Ulrich Zwingli ge- 
rieben am 10. Juli 1522. 

Iiidagine war jedenfalls, als der Sturm gegen Bninfels aus- 
ch und derselbe nach Frankfurt flüchtete, auf seine Pfarrei 
iini geeilt. Am 29. Juni 1522 war er nachweislich 
zu Frankfurt anwesend. *} Schriftlich hatte Brunfels 
Ihm, da sich sonst keine Gelegenheit bieten mochte. Ab- 
genommen. Auf diesen Brief antwortete IndsRine dem- 
am 1. JuU 1522. Der Brief konnte den Empfänger 
todi in Frankfurt erreichen, da Brunfels dasselbe frühestens 
im 11. Jnli 1522 mit dmi KMipfehlunt:sf;chrcibfn Nesens ver- 
Kns. Es dürfte auffallen, dast^ Brunfels den Indagine nicht 
n Fnnkfan traf, aber m'^glicherweisc hielt sich BniDfels auf 
RdM onch Frankfurt unterwegs auf und verfehlte so den 
ine. Des Brunfels Brief halte den Zweck, nber seine 
Antsfaindliingen Rechenschaft abzulegen und jedenfnlts auch 
i6e ihm zu Teil gewordenen Verfolgungen zu schildern. Neben- 
M wünschte er I'ortsetzung des litterarischen Wirkens des 
btfftgine. Dieser schrieb am 1. Juli 1522 dem Brunfels: 
,Drm wahrhaft christlichen Priester Otto Brunfels entbietet 
Jnhnnnes Indagine, Pfarrer zu Steinheiui, seinen Gruss. Wenn 
kh nicht anderwärts Deine Rechtlichkeit erkannt hätte, wUrde 
kfa glauben, Du wollest mir schmeiuheln, so sehr stimmst Du 
i (4 und bPHlUck wünschest mich. Denn ich bin nirht, wo- 
__. _iii mich hiütsl, noch vermag ich zu leisten, was Du von 
mir hoffst. — — Du lobst dennoch meine kleinen Abhand- 
n »0 »elir; ich weiss nicht, ob Du es thätest, wenn Du 
.. r.rst, in welcher Angst ich sie herausgab. Gleich- 
wohl fühlte ich mich Deines Briefes wegen verbunden, mich 

itt entschuldigen. Auch was Du bo sehr verlangst, 

I leisten, wenn mir das des Lebens Dauer gestaltet, 

*} Archiv For Fiaoldiirts Geseliiebie und Kunst K F. IV. 143. 



Otto BnuifcJs. 



20Q 



dafts Du ibti beförderst und mit Deinem mUodlichoa 

sis nicht bloss ehrest, gondern aarb uiiterstutzesu' ') Bei 

Aufenthalt zu Frankfurt hatte Brunfels eine für ihn wich- 

ekanniscbaft premacht. Öcolampadius wi^ilte damals 

bei Nesen und verfehlten beide Männer jedenfalls 

ht, sich «13 GleicbgeslQQte kennen zu lernen, ürunfels 

lUgte, in der Feme bei Zwingli Zuflucht und einen 

casagenden Wirkiincskrcis aufzusuclieii, da er Iteides am 

ein und Main nicht zu ßnden hoffte. JedenfalLs vcrliess er 

den 11. Juli 1522 Frankfurt und wandte sich rheinauf- 

In die Schweiz kam er aber keineswegs. Zu Neuen- 

im Breisgau zwischen Breiäftch und Basel hielten ihn 

[der Dnrcbreise Freunde zurück, um dort zu predigen. Zu 

lenburg hatte der Stadtrat den Pfarrsatz und konnte die 

fang eines lutherischen Predigers bei der reformatorischen 

imaoe der Bevölkerung gut verlaufen. Da die Stellung 

die5C Weise längere Dauer verhiess, willigte Brunfels ein 

Tcrblieb zu Neuenbürg als Prediger. Dort entwicknlte 

ine bedeutende litterarischf Thättgkeit und wird rs auch 

Prediger nicht an Anitseifer haben fehlen lassen.') 

fZti Neuenburg entstand eine Schrift, die sich mit 4ler 

(enfrage bcschiiftigtc. Sie hat den Titel: Ut afflictionthus 

Komm militum succurratur, ad principes et Christianoa 

oratio. Basel, Cratander, 1523. Quarto- Auch zu Ncuen- 

wartcte des Bruufels nicht der erhoffte Frieden. Un- 

tet kamen Augriffe der Katholiken, die ihn nicht ruhen 

I konnten. Man hatte gedroht, die lutherischen Prediger 

den Kanzfln herabziistUrzi^n, da die Predigt des Kvai:' 

1» zum Aufruhr reize. Brmü'els selbst war angegriffen 

und antwortete nun hierauf in einer Schrift: ^Von 

Evuieelischen an-stoss, wie vnnd in was gestalt das wort 

vffrur mache". Er trat den Angriffen entgegen, dass 

TerUndigung des Evangeliums Anfruhr errege und tadelte 

iig«o, welche glauben, das Evangelium mit dem Schwerte 

breiten zu müssen. Bundnis.se zu machen uud den Bund- 



>) Zwiuglü opent ed. Sduiler-Schultli«M Vn, S. 267. Vgl. Arduv 
^FtankfiirU (.'ncbiclite aiid Kaiut N. 1-MV. ij. 157. ■} üb«r d«« 
Atilrothali zu Nen^lmr^ Tgl. K- F. Vierordt, Gescbidite iler 
im tjrosbenogluiD fiRd«n. Karlsnibe 1847. Ü. 17&. Huffgl«, 
TOD N>uenlnirg war mir «niURlJiKlicb. 



296 Roth. 

schuh aufzuwerfen. Darunter verstand er die Vorboten des 
ausbrechenden Bauernaufstandes. Das Evangelium müsse Auf- 
ruhr erregen, da es von den Evangelischen gepredigt und auch 
von den Katholischen als solches gelehrt werde. An der Ver- 
schiedenheit der Lehre komme den Evangelischen keine Verant- 
wortlichkeit zu. Der katholische Klerus befürchte aber den 
Verlust seiner Macht, andere die Einbusse zeitlichen Gewinns 
durch Gewerbe (Goldschmiede und Bildhauer), woran das 
Evangelium keinerlei Schuld trage. Hierdurch erweist sich 
Brunfels als Gegner der Heiligenbilderverehnmg, wie er auch 
sonst in dieser Schrift gegen den Ablass, die Butterbriefe, 
die Vorladungen und Bannbriefe eifert. ') Er lehnte es ab, 
Luther in Schutz zu nehmen, das besorge dieser selbst, Andere, 
darunter Meister Matthis zu Strassburg') und Ulrich Zwingli 
hätten erwiesen, dass Luther kein Ketzer sei. ') Auch tadelte 
BruDfeis das Vorgehen der Evangelischen gegen Stifte, Klöster 
und Kirchen, deren Erstürmung, das Todtschlagen der Mönche 
und Geistlichen, den Ungehorsam gegen die weltliche Obrig- 
keit, die Verweigerung der Zehnten und Zinsen als dem Evan- 
gelium widersprechend. Zudem gehe dieses auch nicht durch. *) 
Er erkennt das Geben von Zinsen und Gülten als bestehenden 
Gebrauch an, wenn dieses auch nicht im Evangelium enthalten 
sei. Zum Schlüsse warnte er vor Missbrauch des Evangeliums 
durcli Aufruhr, da die weltliche Obrigkeit das Schwert besitze, 
dieses zu strafen. Es sei nicht gut, mit solchem Unverstand 
m handeln, fünf Jahre lang versuche man das Evangelium 
zu unterdrücken, man solle dessen Widersager gütlich behan- 
deln und Gott um Erleuchtung derselben bitten, aber nicht 
mit Gewalt vorgehen. Die Schrift ist zu Neuenburg im Breis- 
gau auf Simon und Judätag den 28 Oktober 1523 abgefasst 
und gehört jedenfalls zu dem Massvollsten, was gegen die 
Katholiken in dieser Sache geschrieben, da sie deren Ansichten 
und Rechte gewissermassen nicht verachtet und entschieden 
zur Ruhe mahnt. Brunfels stand bei Abfassung seiner Schrift 
ganz auf Luthers Standpunkt, der ja auch jederlei Aufruhr 
mit dem Schwert bestraft sehen wollte und vertrat zugleich 
die Ansichten Zwingli's, welcher ebenfalls gegen gewaltsames 
Vorgehen als unzweckmässig eiferte. 

') Blatt Vm Vorseite. — *) Gemeint ist Matthias Zell. — ») BUtt 
IX Vorseite. — *) Blatt Xim Vorseite, 



OtlD Drunfeb. 



9Ö7 



Ais Lutlieninpr hielt Brunfels die l'redii^t de» Wortes 
j<»tte8 hudi Ulli] vorwarl <li<! Müsse. In üiescD) Sinne schrieb 
tr za Xeueoburg die Sclirift: Verbuiu dei multo magis ex.- 
HitC fiDiliie ()iiniii tiiis.'^nm. Ad opi^opuiu Basilienseiu. Citri- 
^B iii parabulis «luaiu lucutus s\l, cvaiiguliomm ratio et 
uoboritu. O. O. 0. J. Quarto. Die Sclirift ist an den Strass- 
'liBT-'er Drucker Joliaones Scliott gerichtet und von demselben 
Mci) Iiemusgegebcn. Der erste Tvil derselben behandelt die 
mgelien und deren Verschiedenheit, der zweite Teil die 
iinissc, in denen Christus gesprochen hat i^s folgt ein 
des Vandalinus lUpigitis, Pfarrers zu Schlingen, nn den 
liclKn Leser mit der Zeitangabe 1523*), ein Brief des 
Brunfels, worin derselbe «ich für den genannten Pfarrer 
^us bei dem Hischof von llaiücl verwendet, es nütite mehr 
Won, zu hören als ilie Messe. Brunfels verwirft ge- 
dos Mesäclesen. Die Leute gingen nach der Messe 
le Wirtshäuser und an andere Vergnügungsorte und ver- 
Mfhfit&si^ten das Anhüren des Wortes Ootles.') 
., Eio« weitere Angelegenheit beschäftigte den Brunfels xu 
^knbnrg. Krasiniis von Rotterdam hatte in seiner Schrift: 
HRgin den Ulrich von Hütten hart angcgrilTen.-'') Diese 
^nft kuni dem Brunfels zu Neuenburg iu die Uäude. Der- 
Mibe wegen der Verweigerung des Bricfwechisets auf Krasinus 
iiclit gut zu sprechen, war entriläiet über die AngrilTe des 
auf Iluiton. über der 8arhe war Letzterer gestor- 
nfels hatte zwar die Schrift, aber noch nicht die 
)t von flutten» Tod erhalten, desshalb sind seine An- 
Uber den Verlauf der Sache ganz irrige. Kr beschloss 
iW Alsbald eine Kotgegnung der AngriJTe zu bearbeiten. Er 
ktm nach Bfisel nnd hörte dort, daas Ernsmus sich geäussert, 
ftiin Jetnand ihm auf die Spongia antworte,, sei es Brunfels.*) 
Die Gp«;em;chrift des Brunfels hat den Titel: Ulrichi ab llut- 
In cum tlrasnio Roterodamo, presbytero thoologo expostulatio 
' r --> depravatione vindicata iani Othonis Bruntelsii pro 
lluttcno defuneto ad Ernsmi Iloter- spongiani rcsponsio. 
VoiTvdc nahm Brunfels den Hütten, welcher sich nicht 

fa^a BOStro S<;h1)ii«bdin. Anno Cluisti. M. U. XXI11. Blatt 
[MfBilar 4. — *t Blui dll, KuctiBeit«. — 'i AosflUirlicb Ql>»r die 
HariMdor s «. O. »15 f — •) ItAoking, Operft HaiKni II. 347. 





298 Roth. 

mehr vertheidigen könne, in Schutz und lieferte dann in Ge- 
sprächform zwischen Erasmus und sieb selbst eine Beleuch- 
tung der Angriffe. Geht auch Brunfels mit Erasmus arg ios 
Gericht, so bietet die Schrift näher betrachtet mehr eine wohl- 
gemeinte als gelungene Vertheidigung Huttens. Sie «rschieo 
ohne Orts- und Jahresangabe bei Jobann Schott zu Strass- 
burg 1523 in Duodez.') 

Seit dem Jahre 1523 hatte sich zu Zürich eine Partei 
gebildet, welche zwar auf den theologischen Anschanangen 
Zwingli's beruhte, sich aber auch vielfach Abweichungen e^ 
laubte und nach und nach zum Wiedertäufertum fortschritt. 
Ihr Haupt war Konrad Grebel, Sohn eines Züricher Fatrizien 
und Schwagers des Joachim Vadianus. Diese Partei verwarf 
den Zehnten und die Entnahme von Zinsen, erstrebte die volle 
Reinheit des christlichen Lebens im apostolischen Sinne auf 
platonischer Grundlage, ein schuldfreies heiligmässiges Leben 
nach dem Evangelium ohne Zinsen und Wucher. Diese tbeo- 
logisch-sociale Verbindung scheint auch in dem nahen Breis- 
gau Anhänger gefunden zu haben. Die Annahme liegt nahe, 
dass des Brunfels Neuenburger Freunde derselben nahe standen. 
Als Brunfels Angriffe von den Katholiken und den Torde^ 
österreichischen Behörden zu Neuenburg erlitt, schrieb er ge- 
reizt und aufgebracht seine Schrift über den Zehnten, die in 
ihrer scharfen Sprache gegen den „evangelischen Anstoss" und 
die dort geäusserte milde Auffassung der Berechtigung da 
Zehnten einen schroffen Gegensatz bildet und mit den dort 
vorgebrachten Ansichten gar häufig im Widerspruche steht 
Leider hat die Schrift über die Zehnten keine Zeitangabe, es 
ist daher der Beweis erschwert, dass sie dem „Anstoss" folgte. 
Allein die schneidige Sprache und die Schärfe der Ausdrücke 
gegen die Zehntabgabe lassen schliessen, dass sie dem „An- 
stosB" folgte und die herben Erfahrungen zu Neuenburg den 
Verfasser nicht abhielten, vom Milden zur Schärfe fortzu- 
schreiten und dadurch mit frühern Äusserungen in Wider- 
spruch zu geraten. Die Schrift selbst hat den Titel: De ra- 
tione decimarum Othonis Brunfelsii propositiones. Weder 



') Neuabdruck in Böcking, Opera Hutteni II, 325—351 V^ Jung, 

Beiträge zur Gesch. d. Beformation II, 207. — Wagenaeil, Leben Lnthen 
125, 251, — Vierordt, Geschichte der Reformation S. 177, Note. 



CHto Bmnf^li. 



299 



ort nc>ch Erscbeinungsjabr siod angegeben, der Druckcr 

mch Dicht zu iiunicn. ist über iu ügi- Terson (tes Jo- 
Schott za Strasbburg zu suchen. Die Schrift liietvt dem 
te nach eine iCu^iiiimenstelluDg von Einhnndertdi-ciuiiil- 
^ LehrsäUet) über dou Zehnten als Vorschlag für eiae 
ygisdi-juristiüche Ü«iiantlliiDg der Streitfrage. Die Schrift 
it uoch zu Neueoburg unter den ersten bittcien Ein- 
en der YerfolguQgeD 1523 abgefasst, aber er^t spater zu 
borg zum Ab»ch1us3 und Druck gelangt zu sein, als sich 
fcls in anderen Kreisen sicherer fühlte. Sie betont das 
Ciitmäs&ige des Zehntens, welclicr besser für die Armen 
mdet wlirde und stützt sich hierbei »uf Auesjiriichc des 
ieronymus und Augn-stiDus. Narh Erscheinen der Schrift 
Bntnfels die&elt>e für das Volk auch deutsch heraus. 

Titel ist: ^Von dem Pfuffon Zehendeu, Hundert vnnd 

md fyertzig Schlussrcden. Durch Othonem BrunnfellJ. 
o. Ohne Angabe des Jahres, des Verlag-orts und Druckers, 
brigens der gleiche ist, weldicr den „Anstoss" druckte. 
dem Vorwort schrieb Brunfels das Buch auf Anregung 

Frvuude, er habe dieses vielmal aus Furcht vor Gefahr 
efant und Bedenken gehabt. Schwache ubtrünnig zu 
en. Diese Freunde sind jedenfalls des Brunfels Anhänger 
sutnburg und scheint auch die deutsche Schrift über die 

a uoch zu Neuenbürg begonnen zu »ein. Sie bietet 

ch eine freie Übersetzung der lateinischen Schrift des 

teU über die Zehnton. Brunfels wohnte zu Neuenburg 

m Ton (Ion Mönchen verlassenen Franziskanerk lostet. 

Sitllung als Pretiiger war bei seinem entschiedenen Auf- 
I auch hier nicht ohne Verfolgungen geblieben. Er selbst 
! das Unlinitbare seiner Stellung. !n einem Briefe an 
^i spricht or sich aus, er .sei bereit, von einer Stadt zur 

I zu fliehen. Diesen Brief schrieb er etwa ein halbes 

nach »eJnem Wegzug aus Frankfurt am Main am 
'dsnur ir>23 und unterliess jedenfalls nicht, den noch 

venrendcten Empfehlungsbrief Nesens an Zwingli lieizu- 
£r sagt in dem Briefe, etwa vor einem bnll>en Jahre 

aasgezogen, um mit dem Empfehlungsschreiben la ihm 
ifaeiL, aber von seinen Freunden zu Neuenbürg festgehalten 

er Verfolgung und beabsichtige, Neuenburg zu verlassen, 
rfne andere Zufluchtsstätte aufzusuchen. Er hoffe bei ihm 



300 Both. 

(Zwingli) frei reden und schreiben zu können. Nesen habe 
ihm seine eigene jetzige Lage mitgeteilt. Den älteren Sohn 
des Franz von Sickingen habe der tyrannische Pfalzgraf ge- 
fangen genommen, auf di^en Sohn habe Franz seine Hoff- 
nung gesetzt. Viel hätten sie an Franz verloren, Hütten be- 
finde sich schlecht.') 

Es geht aus diesem Briefe hervor, dass Brunfels, nachdem 
er Frankfurt a. M. verlassen, noch immer mit Nesen in Ve^ 
kehr stand und stets noch der Hoffnung lebte, zu Zwlogü 
nach Zürich zu gelangen. Aber auch dieses Mal war seine 
Hoffoang eine trügerische. Brunfels der Umtriebe gegen ihn 
müde verliess Neuenburg im März 1524, indem er am 26. Man 
1524 Bürger zu Strassburg ward'O und wohl gleichzeitig sich 
zu Strassburg niederliess. Diese Stadt wurde nun seine zweite 
Heimat. Strassburg bot ihm mit ihren reformatorischen Be- 
strebungen eher eine sichere Zuflucht, dort entbehrte er keines- 
wegs des angenehmen Verkehrs mit Gleichgesinnten in grösserer 
Anzahl. Vorerst scheint die Sache einer Niederlassung als 
Wohnort zu Strassburg einige Schwierigkeiten gehabt zu ha- 
ben. Brunfels hatte 1523 die expostulatio gegen Erasmuß 
zu Strassburg bei Johann Schott herausgegeben. Erasmus 
klagte desshalb gegen Schott als Buchdrucker beim Strass- 
burger Stadtrat, was dem Schott einen Verweis eintrug.*) 
Und nun suchte nicht allein der Verfasser dieser Schrift um 
das Bürgerrecht der Stadt Strassburg, sondern auch das Kecht, 
eine Schule zu begründen, nach. Letzteres zu gewähren, 
wäre ein arger Verstoss gegen den beleidigten Erasmus ge- 
wesen. Der Stadtrat erteilte zwar dem Brunfels das Bürger- 
recht und auch die Erlaubnis Schule zu halten, machte aber 
als Aufsichtsbehörde des Schulwesens der Stadt dem Brunfels 
die Auflage, sich mit Erasmus zu benehmen. Derselbe that 
dieses in einem jetzt verlorenen Briefe und hat um Ent- 
schuldigung wegen der expostulatio.*) Erasmus antwortete 
kühl und nichtssagend darauf.^) Damit war Brunfels dem 
Rate gegenüber seiner Verpflichtung ledig geworden und be- 



M Baptim domo Franciscanorum. idus Feb. 1523. Zwinglü opert. 
Zürich. 1830. II, S. 272, — ') Hartfelder in dieser Zeitschrift N. F. VUI, 
S B76. — ») Hartfelder a. a. 0. S 575. — *) Hartfelder a. a. O. S. 676. 
— ') Hutteni opera ed. Böcking Ü, 424. 




Oito Bnin&b. 




301 



zu Strassburp eine Schule *), nnctiHcm er seine helle 
durrh vieles Predigen um! Krankheit verloren und 
fdenralU nach Lust und Ucbe lun Pi-editrerstand etogehUsst 
Inttc. 

Bmnfels trat zu Strassburg mit dein Be^iründer des Btädti- 

Kbea Gnnnasiunis, dem Jakob Stnrm, dem Kaspar Hcdio, 

tiKm lrt>istesverwandten . bekannt durch seine Schrift Uher 

fai Zehnten'), dem Capito. Martin Bucer, A. Kupelbrechl, 

JluobBedrolh. JohannSapidii8(Witz), JohnnnMutiati>rus in Ver^ 

kehr und hatte an dem befreundeteu OerbeUiu» eiue Siütse 

nvK an d(>n Huchdruckcrn Johann Hebott und Goot>< Ulriclier 

»OB AndUii eine pewlclitige Handhabe fUv den Verlag seiner 

Schriftun. Als l.elu-är befand sich Brunfcis in einer lieb ge- 

foen Thätigkcit, auf deren Cfchiet er viel Gutes geleistet 

erade 8tra.ssbttrg ihm fUr seine I.iebhalicreien, <las 

der Katurwissenseliaftcn, reiche Anregung. 

'Friilie.'itens 1524 und wohl in Folge seiner Lehre rthiVtig- 

keil zu älra^äburg gab BrunfeU eiue Schulfachschiift mit dem 

iT&el: De di&ciplina et iustitutioiie puerorum. Item iustttuLio 

im ex epistola divi Hieronymi ad Laetain heraus. Ohne 

_.-..^ des Jaiires. Druckorts und Verlags, Octavo. l>ie 

ädmfl behandelt das l'Vuhaufüteheu, deu Schulbesuch, Ueim- 

lleg von der Schule, das Auftragen des Essens, die Tisch» 

b||^, du Abtragen de^ Tisclies, die Oankgehete. dos ße- 

|p)en bei Tisch, die Wahl des [^hrcrs und des Htwlien- 

jlä«. Umgang, Anstand und Sitte. Sie bildet eine anziehend 

-^ ' : - Aostaudslebre und Tischzucbt für die bcrau- 

.iiigcnd in bisher ungebriiuchlicher Fonn. Ein Ati- 

luii t>ctanndelt die Kr/Aehung der Mädchen. 

iü-\' ' U'nstein, genannt Karlstadt, war durch Erlass 

i'cr 15'24 aus Sachsen vertrieben worden, über 

und Basel gelaugte er nach Zürich, wo er etwa 

>'(»v(>iiiber 1524 eingetrolTen sein mag.*) Zu Basel 

)ne KniLsIadt mit Brunfels. Es ist wahrscheinlich» dnss 

vorher schon bricHichcn oder j>er.sünlichen Verkehr ge- 

cIm /usammcQ treffen Beider zu Basel hatte Ein^uss 




el, Pu Schulreson au Sinssbarg .S. 44 (Pro^ramn). — 
F, njmrL a. 3906, — "» Kapp, Nachlese, II. S. 612. llAhrich, G«- 
der B«foraUlon im EUaas I, S. 398 narh lirief I.athen an 



Ot» Bntofeb. 



303 




;&be beiUnkt anti sich dem Gelwte desselben erapßebll. ') 
zweite Anhang hat einen Brief dos Brunfcls o)ine Zeit- 
lagabe. Uann bedauert denelbe gewissermassra als Antwort 
nf Luthers am 1. Februar 1525 empfant^enen Brief dessen 
9MBitIgkeltcn mit Karistadt, den er gleich LiiUicr schätze and 
Wk balte. lu dem Vorwort zd den Prozessverhandlungeii 
^KttBS giebt Brunfels »n. die Handschrift desselben fitamme 
jVdein Besitz des Ulrich von Hutteti, der solche ans Bühinen 
riuilen habe. Wahrscheinlich haben wir es mit einein älteren 
luntnelhaade auf FIiiss bezüglicher Schriften zu thun, der auf 
Weise in die Ötfentliehkeit g:elangte. Da^ Ganze kam 
mit Sonderlileln im Drucke heraus, beü;ann fiühestens 
I&34 und ward 152fi beendet Der Ort des VoHags 
'wahrsclieinlich Strassburi;, obgleich Jede derartige An- 
[Sbr fehlt. 

Mit grossem Eifer verlegte sich Brunfels zu Strassburg 
uU das Studium der ^'aturwis&enschaften und Medizin. Sein 
hierbei war der Arzt Michael Hera zu Striissbury. 
Mahre 1518 hatte I^orenü Pliriess seine volkstümliche 
Hft: Spiegel der Arznei zu Stra^sbur;; bei Jobnnn Grie- 
in Fülio hemus'^euebeu.') Diesei Schrift widmete 
Ifi im Jahre ISli4 eine neue Autiuge unter dem Titel: 
Bik Spiegel der Artzney. ßebe.ssert vud ileissig vbersehen 
OUrancm Bruufels. Strasslmr? 1524. Folio.'} Ks war 
wohl die erste Frucht seiner medizinischen Studien, 
arch die^ Bearbeitung ward die Schrift so beliebt, dass 
Auflagen erfolgten. 

»100 Uteinische Au^nhe der Sr.hrif1.en und Predigten 

des Prozesses des Hnss auch dem Volke zugänglich zu 

Obersetzte Brunfels Teile derselben ins Deutsche oder 

«D. Noch dem Jahre 1524 könnte angehören: 

Bluthandel Jobnnnis Huss zu Content?, verbrannt 

dooiini MCCCCXV. am sechsten tag July. Mit gegen 

lling gotüicher schrifTl, vnd Biipstlicher »Atzungen. 

voa dem krcfftigen .s}^ Christi, vnd des Endtchrists 



Ebnda II, S68. — Ranke. D^otsrhc Ges^i^liichto tm Zciultcr der 
n, 1%. — UureUardt. Brnfwcrli«! Luther« S. 75. — 
o. o. O. U, «35. — ■) Klemm. Catalog 3. 149, D. STB. — *) WcUer. 
m. sosa. 



304 Roth. 

prachts, abgang vad figureo. Quarto. 0. 0. u. J. (1525). 
Die Vorrede nennt auch hier den Herausgeber nicht, des 
Brunfels Urheberschaft geht aber aus der Angabe hervor, der 
Herausgeber habe die lateinische Handschrift, die dem Budie 
zu Grunde liegt, von Ulrich von Hütten erhalten. *) Wegen 
Übertragung weiterer den Huss betrefienden Schriften trat : 
Brunfels mit dem Pfarrer von Ältenburg, dem Wenzeslaus i 
Linck in Beziehungen, welche vielleicht Luther selbst ange- .' 
regt hatte. Im Jahre 1525 erschien: Joannes Huss, Von '', 
schedligkeit der menschen Satzungen oder Tradition. Ve^ Q 
deutsch durch Wentzeslaum Linck Ecclesiasten zu Aldenburgk. k 
Aldenburg, 0. J. Diese Schrift versah Brunfels mit einer Vo^ [: 
rede.') Linck lieferte eine weitere Schrift mit dem Titel: !t 
Dass die Secten vnd Menschenleeren in der Christenheit sollen ^ 
ausgetilgt werden. Johannis Husse. Verdeutscht durch Wenzes- s 
laum Linck Ecclesiasten zu Aldenburg. Auch diese Schrift 'i 
besitzt ein Vorwort von Brunfels. *) 

Dem Jahre 1525 gehört eine von Brunfels angeregte Über- ' 
tragung einer Schrift: de disciplina et institutione pueroram. 
Item institutio puellarum etc. an. Diese Übersetzung hat de» ' 
Titel: Von der Zucht vnd vnderweisung der Kinder, Ein leer 
vnd vermanuDg Otho Brunnfels. Item ein vnderweisung der 
döchterlin ausa der Epistel, oder sendtbriefi" des heyligen 
Hieronymi die er zu Letam geschrieben halt. Vertolmetst 
durch FridoHnum Meyger. *) Sedez, ohne Angabe des Jahres, 
Orts und Verlags, aber 1525 zu Strassburg von Wolfgang 
Köpphel gedruckt. In der Widmung, gegeben zu Strassburg 
am 1. März 1525, wendet sich Johannes Schweblin an Lux 
Hackfurt „der Gemeynd zu Strassburg diener im almusen" 
und in der Vorrede richtet Fridolin Meyger das Wort an die 
Väter der Kinder, Die Vorrede führt aus, Brunfels habe 
das Buch nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für die 
Jugend verfasst. Die Herausgabe sei aber mit dessen Ge- 
nehmigung geschehen. Lux Hackfurt nennt den Brunfels 
seinen Wohlthäter. Aus der Vorrede des F. Meyger erfahren 
wir, dass dieser die Übersetzung besorgte. Das Ganze ist 



') Weiler, repert. n. 8437. — ^ Ebenda n. 3438. — ») Ebenda a. 
3439. — *) Über diese Schrift TgL F. W. Röhrich , Zur Gwchichte der 
Strassburger Wiedertäufer. 1860. S. 36. ~ 



" Bnufeb. 31)7 

'V ebenfalls dem Buch- 

■■"■en. Diese mehr- 

^rauchbarkeit 

Jahre 

liber 

[. Item 

:;i. Quare 

l'iiipht'tae 

1 iiiiü widmete 

..tiiae suae .splen- 

C.iU'iid. MartiasO 

Miii'; entspricht dem 

l'aiidekten liehst dem Ca- 

iiii^ heraus. Beide Schriften 

iiliu Beyläuftig aller Spruch 

. l'itci zerlegt, vnd XII. Büchlin 

.lit. M.DXXIX. Strassburg 1529. 

:aiiii Schott nicht allein der Drucker, 

i-^'cbcr. Der Catalogus hat den Titel: 

<li.'n herrlichen thaten vnd harkummcn 

'liteii Männeren vnd AVeiheren. Dargegen 

'ir- verworffenen tyrannischen Männeren und 

I Testament Biblischer Schrift. Nach der Vor- 

:<nhüchleins ist die Schrift eine für die Jugend 

/usammenstellung nach dem Vorbilde, wie die 

■11 Geschichtschreiber ihre hervorragenden Personen 

..-(-h behandelten. Die Pandekten, der Catalogus, 

(i'lc'kt- und Heldenbiichlein erfreuten sich vieler Auf- 

liie Pandekten erschienen bereits 1528 in einer nieder- 

len Übersetzung mit dem Titel: Xü. Pandectbockelkens 

ivo ohne VerlagsortauKabe. 

Jahre 1528 gab Bruuft^ls Iieraus: Precationes biblicae 
um patruni, illustrium virorum et nmlierum utriusque 
eati. Oth. Br. Ar^cnlorati apud JoannemSchottum 1528 
ITO. Die Vorrede ist allgeschlossen: 1. September 1528. 

i Februar- DiesüS Datum in uutn6g1ich und berubt auf eiiiem 
(Uer. 

20* 



30Ö Roth. 

im Sinne der Wiedertäufer.') Das zehnte Buch bespricht 
die vier letzten Dinge, die Engel und die Unsterblichkeit, 
eine Stelle behandelt die Uogewissheit der Ankunft Gottes 
zum Gericht. ') Das elfte Buch behandelt den Antichrist und 
dessen Beich, das zwölfte die ersten Erfinder der Dinge. 
Eine Stelle bespricht die Thorheit der Astrologie. ') Die Pan- 
dekten haben in den meisten Ausgaben mehrere Anhänge, 
nämlich I.: Catalogi virorum illustrium veteris et novi testa- 
menti, virorum obscurorum utriusque testamenti. IllustriuiD 
item mulierum, obscurarum dein mulierum. De bellis, vi^ 
toria et triumphis iastorum contra impios. Orationes, exhor- 
tationes, obsecrationes patrum , prophetarum, regum etviroEum 
illustrium. De tyrannide et bellis impiorum contra iustos. 
Brunfels hatte diese Verzeichnisse seinen Schülern fdr den Ge- 
schichtsunterrichtdiktiert und erst auf Anraten mehrerer Freunde 
den Pandekten als Anhang im Drucke beigefügt, da er nicht 
für den Beifall, sondern den Nutzen schreiben wollte. Ein 
zweiter Anhang hat den Titel: Loci omnium ferme capitom 
evangelii secundum Matthaeum, denen die loci in Marcum, Lucam, 
Joannem und die acta apostolorum in vier Teilen mit eben- 
soviel Sondertiteln folgen. Das Ganze verrät eine einheit- 
liche Anlage als Sammelwerk und ward auch mehrfach in 
dieser Gesamtheit aufs neue abgedruckt — Eine zweite 
durchgesehene Auflage dieses Werks gab Brunfels im Jahre 
1528 bei Johann Schott zu Strassburg heraus. Die Pan- 
dekten widmete er dem Rechtsgelehrten D. Jakob Schenck zu 
Speier, einem Anhänger der lleformation und Verfasser mehrerer 
Schriften: Strassburg 18. Kaien. Februarii*) Anno 1528, die 
loci in acta apostolorum dem Nicolaus Maurus, Pfarrer zu 
Darmstadt, „seinem besten Freund" Strassburg idibus Martii ") 
1528, die andern Teile entbehren einer Widmung. Schenck 
hatte nach der Zueignung den Brunfels vom Schreiben abzu- 
halten gesucht^), was derselbe jedoch nicht befolgte und die 
nun durchgesehenen Pandekten demselben widmete. 

Im gleichen Jahre erschien der Cataiogus in einer von 
der Ausgabe dieses Jahres abweichenden Auflage ohne Angabe 
des Jahres und Orts, aber io gleicher Ausstattung wie die 



») Blatt 122. — «) Blatt 171. — ') BUtt 181. — *) 15. Januar. — 
(* 15. Mft«. — 6) Anlage II. 



Otto BmofeU. 



307 



j^ Aasgabe 1527, und dürfte dio5elI>e ebenfalls dem Buch- 
Htlcer JohApn Schott zu Strassburg angeliüieii. Diese mehr- 
JKbeaAuflageu in kurzer Zeit sprecbea für die Brauchbarkeit 
te CftUlogns. 

Den zwölf BQchern der pHndckten fügte Bniniels tni Jahre 
1W8 dn dreizehntes Buch mit dem Titel: Pandectarum Über 
Uli. de tropis, äguris et modis loquendi scrlpturarum. Item 
4t locis scripturarum pugnantihus parallela profiteinata. Quare 
parum curiuse retulerunt evaugetislae. Pi-ophetae 
in paraboltB et acnigmatibus sunt locuti bei und widmete 
Anhang dem Johann Hartmann, Britanniae suae splen- 
Straasborg „ex nostrs diatribu". 19. Calend. Martias*) 
Die Ausstattung und Titeleinfassung entspricht dem 
?Q Werke. 

dtiA Volk gab BruiifeU die Pandekten nebst dem Ca- 

auch in dcutsclier Übersetzung heraus. Beide Schriften 

Ubco die Titel: Pandect Bilchliu Beylauftig aller Spruch 
jfader Testament vOzugk. in Titel zerlegt, vnd XII. Büchlin 
Haaazt. Xewiich verteiitscht. M.DXXIX. Strassburg 152&. 
y«eb ttor Vorrede ist Jobann Schott nicht allein der Drucker, 
«Adern aurh der Herausgeber. Der Cntalogus hat den Titel: 
Briiea Häcblio Ton den herrtichon thaten vnd harkumnien 
4er hohen Gottserwülten Männercn vnd Weilieren. Dargegen 
laeh TOD den Gotts verworftenen tyrannischen Männeren und 
Weiberen l>elder Testament Biblischer Schrift, Nach der Vor- 
ndti de» Heldenbüchleins ist die Schrift eine für die Jugend 
hrstinimte Zusaiiimeiist«llung nach dem Vorbilde, wie die 
hjUaia^a Geschichlschreiber ihre hervorragenden PersoDcn 
PB^ttCh behandelten. Die Pandekten, der Catalogus, 
bf Paadekt- und Helden büchtein erfreuten sich vieler Auf- 
tmeo, die Pandekten crt^chicni^i bereits 15-28 in einer nieder- 
Imlachen Obersetzung mit deiu Xitel: XII. Pandcctboekelkens 
)o Ociaro ohne Verlagsortangabe. 

Xio Jahre I52Ö gab Brunfels heraus: Precationes biblicse 
Madorum patruni, illuslriuia virorum el nmlierum utriusque 
BQÜ. Olh. Br. Argeulorali apud Joannein Schottum 1528 
lYO. Die Vorrede ist abgeschlossen; I. September 1528. 

<> 7 V^mtt Diewft 1>itum ist osmfiglich nnd bembi auf m«in 

20* 




308 Roth. 

In derselben empfiehlt Brunfels als Mittel gegen die bedrängt« 
Zeitlage das Gebet. Das Büchlein selbst ist eine SammluDg^ 
von Gebeten ans der heiligen Schrift Die Ansstattnng ist 
eine höchst prächtige. Das gleiche Jahr brachte eine neae 
Auflage des »Kvangelischen Anstoß" gedruckt von Peter 
Schoeffer dem Jüngern zu Worms und vollendet am 19. Ok- 
tober 1528. 

Bei seinen medizinischen Arbeiten hatte Brunfels vorerst 
die VorÖffentlicbung älterer medizinischer Schriften oder dereir 
Verdeutschung im Auge. Der Ausgabe des Spiegels von Phries 
1524 folgte 1528 die „Kleine Wundartznej des hochberUmpteno 
Lanfranci*) auss fürbitt des wülerfamen M. Gregorii FlOgusB 
Chyrurgen vnd Wundartzt zu Strassburg" mit Widmung des 
Brunfels an Flüguss: Strassburg den 12. tag Augstmon&ts 
1528 ohne Angabe des Druckers und 1529 eine neue Aus- 
gabe des Arzneispiegels des Phries. Die Vorrede ist al^ 
schlössen in Strassburg 18. August 1529, an welchem Tag 
auch der Drucker Balthasar Beck zu Strassburg den Druck 
vollendete. 

Ein Verzeichuis kurzer Nachrichten über Leben und SchriAen 
meist griechischer Ärzte lieferte Brunfels in seinem Catalogns 
illustrium medicorum sive de primis medicinae scriptoribus. 
Strassburg, Johann Schott, 1530- Quarto. Es enthält Lese- 
früchte aus vielen umfangreichen Werken und ist daher als 
Sammlung von Werth. Die Vorrede ist beendet: 26. De- 
zember 1529. Das Buch ist dem Theohald Fettich, Stadtarzt 
zu Worms, gewidmet. 

Bisher hatte die Botanik sich zwar vielfach der Abbildung 
bedient, das Abgebildete war aber nicht naturgetreu, sondern 
nur äbnlich und entbehrte dadurch der Möglichkeit, die Pflanzen 
zu bestimmen. Auch erstreckten sich die Abbildungen nur 
auf eine gewisse Anzahl meist medizinischer Pflanzen. Brun- 
fels ging in dieser Richtung ebenfalls epochemachend vor. Er 
Hess eine grössere Anzahl Pflanzen mit Blütheo, Blättern, 
Stengeln und Wurzeln, darunter viele in natürlicher Grösse 
und äusserst naturgetreu durch den tüchtigeo Maler Johann 



') H. Haeser, Lehrbuch der Geschichte der Medizin. Jena 186& 
IL Auflage. S. 498 über diese Aasgabe. Gregor FlfiguBS Straasburger 
Wandarzt schrieb: Von chirurgischen Experimenten und Salben. 1518. 



Teidjtz zu Strassburg abbilden und erfreute sich bei dieser 
Arbdt der BeitiUlfe des Lorenz Scliciikhcchfr, Probst des St. 
TlMBUsÜfts zn Strassburg, welcher die grösste Naturtreue 
j||fe Abbildungen anstrebte. ') Das Unternehmen wurde durch 
ivMeiige der Vorarbeiten und Gediegenheit das Schnitts der 
iMkildangeo sehr kostspielig und schritt deshalb nur lang- 
WB vorw&rts. Es wurde aber damit aueli dos erste natur- 
petr^ie Werk botanischer Graphik und zeichnet sich heute 
MXb vorteilhaft aus. Vorerst gelangte 1530 der ei-ste Teil 
klil dem Titel: Herbaruin \ivae eicones ad naturne itnitntioneui, 
ttmaui cum diligentia et artificio efUgiatae uiia cum efligiebus 
j^CDiulein io gratiam vetcris illius et inmiam rcnascenüs her- 
teae fuedicinae. Stnissburg, Johann Schott, folio, zur Aus- 
He. Die Widmung an den Schul vorstand zu Strassburg ist 
K^brn: Nonis Martü ■) lö30. Der zweite Teil dieses Kräuter- 
iierks hat deu Titel: Novi herbarii tomus secundus. Strosft- 

E, J. Schott, 1532, folio. Er ist de« Grafen Bcmard, Otto 
Wollgaug von Solms Vater und Sühnen als seinen gnädigen 
:a gewidmet: Argeotorali quarto nonas Decembris ') 1531. 
II Herausgabe dieses Bandes erfolgte auf Ansuchen des 
Ueurichtts ab Ucppendorff, des D. NicoUus Gerbelius und 
Jouiues Sapidus (Witz). Schott beendete deu Druck dieses 
lireit«n Teils des Herbariums am 14. Februar lb'i'2. Im 
Teil: Tomus herbaiii Olbouis Brunfelsii Ul. Corol- 
operi prjiebxis, quibus r&sjwndet ralumniatoribus suis: 
im errata qusedam priurum tom. diluens. Strassbui^, 
tSrhott, I53G, lieferte Brunfels verschiedene Schriften älterer 
iniker. des Dioscorides, Scribonius, Largus medicus, Mai- 
los Fcrroriensis, Nicolaus Leonicerus, l'andulphus Col- 
Liiu I.con&rdi]s Fucligiu^^, Comes ITermannus de N'uenar, 
lus Schyllcrus uiedicus, Hieronyinuä Tragus (Bock), 
Gatinaria, Jacobus de Manliis, llieronymus her- 
ftpodUis Germanica , Autoren , welche die Botanik, 
Komcoklatur derselben, teilweise auch die medizinische 
itk behandelten, und macht« nnf diese Weise die 
Sdirtflen dieser Scluiftsteller zugänf^licb. Es hatte bei der 
der Suche nicht an AngrilTeu auf das Herbarium 
lt. Diesen trat Brunfels im dritten Teile entgegen und 

T) Aahgt III — i'i 7. Miin — >) 9. Diamb«r 





310 Roth. 

lieferte zugleich eine Menge Berichtigungen zu den früheren 
Teilen. Den Abschluss des Ganzen 1536 erlebte Brunfels 
nicht mehr. Das Herbarium scheint nach seinem Erscheinen 
ein vielbegehrter Artikel gewesen zu sein, nodi im Jahre 
1530, 1532 und 1536 erschienen Nachdrücke der drei Ab- 
teilungen bei Johann Schott zu Strassburg, weitere 1537 
und 1539. 

Gleichzeitig arbeitete Brunfels an einer deutschen Aus- 
gabe des Herbariums. Dieselbe erschien 1532 mit dem Titfil: 
Contrafayt Kreiiterbuch Nach rechter vollkommener art, vnnd 
Beschreibungen der alten, besstberümpten ärtzt, vormals io 
Teütscher sprach, der maßen nye gesehen, noch im Truck auß- 
gangen. Sampt einer gemeynen Inleytung der Kreüter vrhab, 
erkantUsß, brauch, lob vnd herrlicbelt. Durch Otho BruDD- 
felß newiich beschrlben. M. D. XXIX. Gewidmet ist du 
Werk dem Pfalzgrafen Ludwig bei Rhein Strassburg am 24. 
tag des Äugustmonats 1532 mit der Unterachrift : „Ottho Brunn- 
felß, burger zu Strassburg". Beendet ward der Druck 1532 
zu Strassburg von Hans Schott, nachdem wohl schon seit 1529 
daran gearbeitet worden. Das Ganze ist ein volkstumlicher Auszug 
aus dem Herbarium. Der zweite Teil erschien erst nach des 
Brunfels Tod 1537, ebenfalls bei J. Schott. Die Vorrede des 
Herausgehers D. Michael Herus giebt an , das Werk habe 
Brunfels unvollendet hinterlassen , er habe dasselbe aber nach 
dessen Verzeichnis der Pflanzen beendet. Eine Zeitangabe 
fehlt. 

Der Rat zu Strassburg hatte im Jahre 1528 eine ölTent- 
liche Schule mit Latein, Griechisch und Hebräisch eröffnet, 
gelehrte Männer herbeigerufen und besoldet. An diesem 
städtischen Gymnasium wirkten Jacobus Sturm, Nicolaus 
Cnyebsius, Jacobus Meyer; Brunfels lehrte an der Karmeliter- 
schule und erfreute sich einer Stellung, die seinem Denkungs- 
kreise, seinen Kenntnissen, seiner Vorliebe für das Schulwesen 
entsprach und frei von Angriffen ihm Müsse für seine bo- 
tanisch-medizinischen Arbeiten bot. Den Verfolgungen zu 
Steinheim und Neuenburg gegenüber scheint Brunfels auch 
das Vorteilhafte seiner Strassburger Stellung hochgeschätzt 
zu haben. Mehrfach blickt in den Widmungen seiner Schriften 
das Dankgefühl gegen Behörden der Stadt Strassburg durch. 
Er hatte dem Schulvorstand daselbst sein Herbarium gewidmet 



mä eiKncU! in 



Ouo Bniofeb. 



311 



eigncU! jvtzi demselben, bestehend m dein Jacwbutt Stiinii, 
Nioolaus Corebsius und Jacobos Mejtr» seiue Catectiesis Struss- 
borg CaU^dis MartiL'} 1529 zu. Das 1529 ubgcfassu; ßucli 
bit deu Titei: Catechesis puerorum in ßde, iu literia et in 
Bwribus. Kx Cicemut-, (^uiiitiliaDo, Fliitarcbo, Ängelo Po- 
Ütiauo, Rodülplio Agricola, Krasmo, Philippo Melanch. aique 
iKts probftüsaimis autoi-ibus. tomis digesta ()aatuor, (luoruni 
US operi preüxus eät. vtt. Culuiilae. £\cudebat Joannes 
Dicuä 1632. Mense Octobri. Sodi>z. Das Buch selbst sollte 
cken der ibin iiuvertrauteii KAiinelilerscliule zu Strassp 
g dienen und bildet cIdu vollständige Krziehungslcbre teil- 

auf des Erasmus: De ratione studtorum beruhend. 
Von deu Precationes biblicae gab Urunfels 1531 eine 
Übersetzung zu Stras^burg bei Hans Schott in Odavo 
08. Der Titel lautet: „Biblisch BcUbiicIdein der Altvättcr 
herrlichen Weibern beyd Aid vnd Newes Testaments, Er- 
ung 2u dem Gebeth vnd wie nian recht iK-tcn äol." 
Im Jahr« 1531 gab Brunfels des Juhaniie:i Serapiou Schrift 
le »mplicibus medicinis opus praeclarum otingens, des A ver- 
de eisdem liber eximius, des Hases ßlii Zachariae de 
opQsculum perutile, eines Uugeuaunten de centaureo 
OS bacteous Galeno inscriptus und einen dictionum Ara- 
m iuxta alriue tatinarum iudex valde necessarius bei 
r^ Ulricher von Andlau zu Strnssburg in Folio heraus 
widmete die Ausgabe dem Bernard Orafen zu Sohns 
za Miüzenberg üeinem Gönner: Strasaburg Quarto Calend. 
bris') 1531. tiei Druck ward im Septemlicr dieses Jahres 
i und enthält duü Ihn Sar&fuuii, Ihn Huld oder Aver- 
dc5 Hazi oder Rasis Schriften über Medizin. Das auf 
telblatte augehrmdlgte Werk eines ungenannten Autors 
an» und da^ arabiscli-lateinihche Würlerbuch fehlen 
Abdrucke. In der Vorrede versprach Brunfels noch die 
Itno^abe des Mesue, haae und Constantin und bemerkte, 
buclidrucker habe sich alle MUbe gegeben, gute lland- 
iftcn und Drucke der abgedruckten Scliririen dieses Sammel- 
sa erhalten und den Text zu verbessern. Dabei 
GerharduH Noviomagus hulfreiche Hand geleistet. 
Dem Jahre 1531 gehört noch eine von BmnfeU besorgte 



*) I. Milz. — ») 29. Aumat. 



312 Both. 

Übersetzung des griechischen Arztes Paulus Äegineta pharnuca 
sitnplicia ins Lateinische, der er einen Anhang durch die 
Schrift: de ratlone victus Gulielmo Copo Basiliensi interprete 
Strassburg, 0. Jahr (1531) Octavo verlieh. Gewidmet ist die b 
Ausgabe den Grafen Otto und Wolfgang von Solins CanonikOTi : 
zu Strassburg und Köln, auf deren Geheiss Brunfels die Her- 
ausgabe besorgte und: Strassburg Galend. Septemb. <) 1531 
denselben zueignete. ') In der Vorrede nennt er den Jacobas 
Bedorottus und D. Allanus Torinus Arzt zu Basel als Keaaer 
der griechischen Sprache, indem dieselben jedenfalls ihn bä 
der Herausgabe des Äegineta unterstützt haben dürften. 

Nachdem Brunfels im Jahre 1532 eine neue Ausgabe des 
Spiegel der Artzney des Phries zum Abdruck gebracht, folgten 
als Lehrbuch der Medizin 1532 die: Theses seu commanes 
loci totius rei medicae. ]tem de usu pharmacorum deque arti- 
Hcio suppressam aivum eiendi liber. Strassburg 1532 bei 
Georg Ulricher von Andlau in Kleinoctavo und das: Jatrion 
medicamentorum simplicium continens remedia omnium mor- 
borum, quae tarn hominibus quam pecudibus accidere possunt 
etc. Strassburg 1C33 in Octavo. Das aus vier Teilen bestehende 
Werk widmete Brunfels dem Propst des St. Thomasatifts m 
Strassburg dem Laurentius Schenckbecher in dankbarer £^ 
innerung für die BeihUlfe bei Herstellung des Herbariums: 
Strassburg, den 18. März 1533. In der Vorrede des dritten 
Teils nennt Brunfels den Arzt Johann Munterus seinen Unter- 
stützer und Helfer bei Abfassung des Buchs. Zum ersten 
Male heisst auf dem Titelblatte Brunfels Doktor der Medizin, 
er hatte mithin 1532 oder 1533 promovirt und wirkte darauf- 
hin auch als praktischer Arzt zu Strassburg. Gegen das Un- 
wesen der Astrologen schrieb Brunfels: De diffinitionibus et 
terminis astrologiae libellus isagog. Basileae 1533. Folio. 
Seinen Lehrbüchern der Medizin lies er folgen: Neotericorum 
aliquot medicorum in medicinam practicam introductiones. 
Junioribus inedicis ei artificio mancipare sese volentibus tum 
utiles tum pernecessariae. Strassburg 1533. Sedez. Auf dem 
Titelblatt nennt er sich: medicinae professor. Dieses bedeutet 
keinen öffentlichen Lehrerberuf an einer Hochschule, sondern 



•) I. September. — 'j Über die Schrift vgl. Heitz, Elaässer Drucker- 
marken S. 44. 



Ouo Bruofdi. 



313 



er habe sich der Medizin gL-widiiiet, wobei er \*iel- 

Privatvüriesungen dieses Fachs abliieil- Die Schrift 

ilen Gereon Sejier, SudUrzt zu Augsburg, gewidmet: 

Hbiirg. Kaien. Sept.*) 1533. Den Iiilmlt hililet der N. 

ulju» Loinbardus archiater, Joannes Michaelis Savana- 

Pataviaus sowie das nrtiäcium componendi medicamina 

imei de Montagna. 

Bin Jahre 1533 gehurt noch an eine neue AuHage der 

De disci|)liua et in^titutione piteroruiii painenesis. 

Johann Soter, 1583. Sedez. Den Anhang nber Mäiichon- 

ig liess Brunfels in dieser Ausgabe weg Diese Schrift 

k jedenfalls das letzte literarische Erzengnis, welches Brun- 

zu Strassburg abschloss. Als Arzt und Lelii-er der Medizin 

sein Kuf sieb so verbreitet, dass die Stadt Bern iu der 

fiz ihn gegen guten Gehalt als Sladlarzt betiiehrte. *) 

ilcls folgte dieser Perufung und siedelte Ende des Jahres 

13 nach Bern als Stadtarzl über- Vovt gab er heraus: 

lODinsIicon medicinae und lies» das Buch, da. die Stadt Bern 

deinen Drucker bieten konnte, bei Johann Schott zu 

itrassiiiirg 153* drucken. In der zu Bern am 11. Februar 

I&34 gegebenen Vorrede nennt sich Brunfels Professor der 

|edizi[i und eifert gegen das viele unnÖthige Büclier^ehreiben. 

spricht sich für Wörterbücher der einzelnen Wissenschaften 

, tadelt die zahlreichen aus fremden Sprachen entnommenen 

liziniscben Ausdrücke und richtet .^ich gegen die Irrtümer 

Ärzte. Über die von ihm eingeschlagene lexikographische 

le seiner nipdizinisrh-botanischen Arbeiten spricht er 

aus, er luibe die Gewohnheit, scheumtisch zu arbeiten. 

luf diese Weise halic er aus den Schriften üIht Geschichte 

er Meilizin rlen Katalog der Arzt«, aus den Lehrsätzen sän 

tedizinisches Lehrbuch (Jatrion und Thcges), aus den tech- 

tischen Ausdrücken dieses [^enikon. aus den einfachen Arznel- 

Bitteln seine Krüuterbücher In lateinischer und deut.scher 

Sin-ache bearbeitet Es stehe nun noch ous die Beliaudluug 

VT Krankheiten selbst. Der Inh»It des Buches bc:«teht in 

tioer Tafel der anain mischen N'umen griechisch und lateinisch, 

Vcrzeiclmia aller KraiikliL-ileu des Mensche« , einem Gc- 

ikäUverzeichnis der Medizinen von Salndin. hervortagcndeo 



*i 1. 8ept«tnb«r — *} Atilftge 1 



314 Botl» 

Aussprüchen Galens sowie einem alphabetisch-medizinischeo 
Wörterbuch griechisch und lateinisch mit Belegstellen aus 
Klassikern , wobei Brnnfels eine ausserordentliche Belesen- 
heit zeigt. Seine letzte zu Bern verfasste Schrift ist die „Ke- 
formation der Apotheken" , deren Herausgabe Brnnfels nidit 
mehr erlebte. £r widmete dieselbe dem Stadtrat zu Ben 
und unterzeichnete die Widmung als „D. Otto Branfels Stat 
Arztet". Die Schrift entstand im Mai und Juni 1534 dem 
Stadtrate zu Bern zu Ehren. Dr. Hans Eies gab dieselbe 
1536 bei Wendel Rihel zu Strassburg in Quarte heraus. Eon 
nach Beendigung dieser Schrift Ende Juni oder Anfangs JdU 
ward Brnnfels krank. Die Krankheit währte ein halbes Jabr 
und war eine ungewöhnliche, den Ärzten unbekannte, bestehend 
in einer Art Bräune mit Schwarzwerden und Krebs der Zunge, 
wozu sich ein Brustleiden (Wassersucht?) in Folge der An- 
strengungen gesellte. Brunfels stand zu Bern als StadUnt 
beim Stadtrat und Volke in hohem Ansehen. Während der 
dreizehn Tage, welche er im Bette zubrachte, beeiferten sich 
Hohe und Niedere, ihn zu besuchen. Bei seinem Tode wäre» 
anwesend Bertholdus Hallerus, Prediger zu Bern, D. Fran- 
ciscus und M. Caspar dessen Amtagenossen und der Arzt Dr. 
Valerius. Brunfels starb am 23. November 1534 zu Ben 
mit Wahrscheinlichkeit erst in den Vierziger Lebensjahreo ' 
stehend. Seinen Leichnam trugen zwei Stadtschreiber, ein 
Stadtrat und einer der Nachbarn, welcher dem Verstorbenen' 
besonders wert war, zu Grabe.'} Die Städte seines Begräb- 
nisses ist unbekannt. 

Brunfels war verheirathet, seine Witwe überlebte ihn vjA 
lies 1536 dessen „Reformation der Apotheken" zu Strassburg 
bei Rihel von Dr. Eies herausgeben. 

Die im Vorstehendem nach ihrem Inhalt besprochenen 
Schriften sind nicht das ganze literarische Erbe, das Brunfels 
uns hinterlies. Zahlreiche von ihm verfasste Schriften blieben 
liegen und gelangten erst nach dessen Ableben durch Anderer 
Bemühung zum Abdruck. Es ist dieses vor Allem die: 
„Weiber vnd Kinder Apoteck", die der bekannte Jacob Cam- 
merlander, ein Mainzer von Geburt, mit Wahrscheinlichkei' 



') Der Bemer Chronist Valerius Rüd oder Ryd — *) Anlage I 




(Hu Vnuifds. 



S15 



Icballerig mit Bnmrels and dessen Stiidiengenüssc von 

tnz her. als Auszug aus des Brunfcts Apotheke rA\ Strass- 
5 in seiner Druckerei ohne Jahresangabe in Quarto heraus- 
, *) Vtm der „Reformation der Apoclieken' war bereits 
Rede, Johannes Kies schloss aU Herausgeber die Vorredo 
26. Juli 1Q3G ah und führte darin an, Brunfcls habe »ich 
m Theolope, Medicin und Ueforni des Apothekeiwesens ver- 
Üeol gemacht. Wunde) Itthcl und >le3 Brunfels Witwe hätten 
llD um Besorgung des Drucke» gebeten. In das Gebiet der 
iedicin gehört noch die Schrift: Von allütbauill Apoteckisclieti 
.^nfeciionen, Lattwcrgcn, Oel, Pillulen, Trencken, Trocianien, 
!aclier «clieiblin, Salben mnd Ptiastern etc". Ihr Herausgeber 
rar J. Cammerlander, Strassburg. Ü. Jahr, in Quarto. Die 
icbrifl ial ein aus des Plirics Anneispiegel und den ßucbum 
In Briinfel» von Gamnierlander gefortigier Anszug. Kine 
IJUnre Auflage er^hien 1552 zu Frankfurt am Main in 
^rlo. 

^Ifpr Theologie gehören an die: Problemata Othonis ßruu- 
Hl. I. De ratione EvanReüorum. IT. Quare in Parabolis lo- 
&8 Sit Christus. Ad Joannen! Schottum liber. Argent. Ohne 
nrraiDgabe. Quarto. St'holt gab die Schrift heraus. Kine 
l«r wichtigsten nach des Brunfels Tod zum Abdruck gelangten 
!chrifi«a sind die Annotation«» Othoniü Brunfelsii in medices 
loctoris peritissiini etc. in quatuor evangelia et acta aposlo- 
ex orthoduxis sacraram litcr<irum scriptoribus congestae 
Irassburg. üeorg Ulricher von Andlau, 1535 ini Septem- 
lio. *) Die Schrift hat für den Biograjihen des Brunfels 
Werl. Auf der Titelrtickseite befindet sich iu Holz- 
i ein Brustbild des Brunfels mit der Unterschrift: 
ICilES DOCT. OTHONIS BrunfelKij Anno actatis snae 
Wl. Es stellt denselben mit Doktorhut dar und zeigt 
banloses cingofallenes Gesicht. Die Herausgelier der 
Johannes Munterus aus Gent und der Buchdrucker U1- 
Tön Andlau widmeten am 1. September 1535 das Bndj 
SUdCnil und dei Biirgoi-schaft ym Strassburg und brachten 
tder Widmung eine Menge Lcbensnachrlchten Über Brun- 



Foli 



■l R. Wrsjiel. CkmnierUnder und VifKeld, Borltn leSl, Dlsaertatlon. 
7. — >) Uiiu. Eiakuw Dntckermukeo S. 44. 



816 Roth. 

Die Schrift: „Der Christen Practica durch alle hohe Tnod 
nidere stände, ves die sich zu irer leib vnnd seel wolfartbiß 
zu ende der Welt vnnd dises jänierllchen wesens zu halten 
pflichtig. Durch D. Otho Bninfelß zusamen gesetzt* ersdiieii 
in Qaarto ohne Jahresangabe (1545) bei J. Cammerlander m 
Strassburg und Öfter. 

Möglicherweise gehört auch die Schrift: De causa Boe- 
mica Paulus Constantius. 0. 0. u. J., in Quarto, dem Bron- 
fels als Herausgeber an. 

1543 erschien in Folio: In Dioscondis historiam herbamm 
certissima adoptatio. Der Kreüter rechte wahrhaftige contra- 
factur, erkanntnüss und namen, kryechisch, lateinisch und 
deutsch nadi der Beschr. Dioscoridis. Strassburg , J. Schott 
Ihr Urheber ist ebenfalls Brunfels. 

Auch auf dem Gebiete der schönen Litteratur war der- 
selbe thätig. Eine Schrift: „Die schöne und kUrtzweUige 
Historia, von der beirat Isaacs und seiner lieben Rebecca, 
Spielweis gestellt. Witteberg. 1569. Octavo, wird demselb» 
zugeschrieben. 

Überblickt man das Leben und Wirken des Brunfels, ao 
fällt vor allem der £ifer für Erkenntnis der Wahrheit in 
allen von ihm bearbeiteten Gebieten der Litteratur, sein Zu- 
rükgehen auf die Urquellen der Sache und sein Bestreben, 
die Ergebnisse früherer Forschung durch eigene selbständige 
Erweiterungen dieser Art zu bereichern, auf. Brunfels war ein 
gross angelegter vielseitiger Kopf, ein ausgedehntes Wissen 
stand ihm zur Verfügung, von seinen Charaktereigenschaften 
glänzt seine Froundesliebe , seine Masshaltung und Gerechüg- 
keitsliebe gegen den Gegner. Wir liören in seinem ganzen 
Leben und lesen in allen seinen Schriften mehr von £^ 
widerung von Angriffen als eingeleitetem Vorgehen gegen den 
Gegner. Wahrhaft vielseitig ist das Auftreten des Mannes: 
Theologie, Bearbeitung der heiligen Schrift, Geschichte, Me- 
dicin, Herausgabe von Handschriften, Botanik, Astrologie, 
Apothekerwesen, Tierheilkunde und Erziehungswesen sind der 
wechselvolle Kreis , in dem sich seine literarische Thätigkeit 
bewegt. Als Theologe war er Lutheraner mit wiedertäuferi- 
scher Färbung, als Arzt hasste er alle Empirie, er brachte 
das vorhandene Alte von Wert zur Geltung und betrat neue 



Otto Bruutels. 



317 



Die Gebiete der Fmuenhcükuode, des Apotheker- 
und der VoIksiueUicin, der Tierheilkunde baute et' cr- 
an. 

ren seine theologischen Schnflen, die Arbeiten über 
ilige Schrift teilweise auch Gelegenheitschrifteii, hjnd 
Ausgaben roedicioischer Schriftaieller, seine mcdicinischen 
ichcr huute auch itur noch von historischem Werth, ^o 
doch ihm heute noch das Verdienst, der Vater der 
D Botanik und graphischen Darstellung wissenschaftlicher 
zu heissen. LinntS nannte den ßrunfels den Vater 
eren Botanik. Die l'Hanzengattuog Brunfelsla trägt ihm 
ren ^inen Namen. Noch tauge nach sdoeni Tode 
u seine Schriften als würdiger Gegenstand der nevauä* 
des Neudrucks, selbst bei katholischeu Verlegem. 
setzte selbe tvei-stäudlich seinen Naiueu in das Ver- 
s der verbotenen Bücher. Der geistige Enlwickelunga- 
des Branfels ist der der sogenannten Xeuplatoniker, 
nea Schriften über Theologie erhellt das Bestreben, 
den Streit der Parteien und kirchlichen Lehren er- 
kte christliche Denkuugsweise auf Grund echter Mcuschen- 
m stchaflen. Das konnte auch damals am ersten er- 
1 werden durch gediegene Volksbildung, für die Brunfels 
it Beziehung eintrat. Mit ahueadem Scharfblick er- 
er den ethi.schen Wert der Naturwissenschaften für 
debung, die Meüiein in ihrer Anwendung filr das Volks- 
In gleichem Sinne bearbeitete er die Geschichte be- 
T MUnner verschiedener Gebiete, um der Jagend deren 
uule Vorbilder zur Nadiahmuug vorzuführen. Sind aucU 
Triften des Brunfels im Geeiste der Zeit meist lateinisch 
Mt. SO regt sich doch überall das Beätreben, der Mutler- 
s durch Übersetzungen gerecht zu werden und die 
e des Brunfels ist fürwahr eine volkstümliche und solche. 
Volk auch Uiruu ^Viderhall fand. 



318 Roth. 

Anlagen. 

I. 

(Voncort aus Brunfds annotationes. Strassburg 1535. 
Blatt 3 Vorseite.) 

Senatai popoloque Argentino doct. Joannes Mantenu Gandsnas 
atque Creorgios Ylricher Andlanus S. D. 

Quam iamdin tota sit Europa viügatissimimi, patres conscripti, 
vofi modis omnibos Bapientissime rempab. ArgeDtinam domi forisqne 
gabernare, consnetumqne iam sit a moltis annis, nallnm ferme libram 
citra patroni tutelam in publicom prohlivor prodire, meritissime pro- ; 
fecto doxlmos, vobis commemores in qoatnor evangelia et apostolo- . 
mm acta, piae memoriae D. Othonis Bronfelsii dedicare, niminuo ' 
qui velitis et possitis eosdem ab in^ldonua calunmiis facillime taeri. : 
Natus est igitnr Maguntiae patre Joanne a Bnmfels doliatore viro . 
probo ac gravi. Est aatem arx Brunfelsia ditionis generosorom ' 
comittuo a Solms, non procul a civitate Magnntina. In ea politiori- 
bos literis imbutus, a teneris anguicnlis , artiomque liberalinm ma- 
gister, Qt ioqaantor, effectus, cum ad sehores disciplinas animnm 
adiecisset, paterque parcior ac conctatior in suppeditandis nominiB 
foret, qui nt belli gerendi ita et bonamm literamm addiscendarom 
nervi recte dici possunt, collegio Cartbnsianorum extra pomeria huins 
civitatis vcetr^ sese dedidit, sanctins vite institutam, dubio procol 
clectams, ei, ut tunc erant tempora, sanctius novisset. Unde com 
patemis nee precibus nee mlnis posset avelli, poenas fortasse dedit 
suse, ut ita dixerimus, ferocitatis, vitam videlicet illam monasticam 
fere insalubriter et valetndinarie vivens. Annis aliquot vero tnuu- 
fluxis, illocescere Germanis coepit Dei (Blatt 2 Rcckseite) opt max. 
misericordia, cunctis optanda veritas evangelica, coius inflammatus 
aniore, in sinistro voto mutans decretum, cum traditionibus humanis 
monasterium longum valere iussit. Jamiam verbo dei concionando 
sese accintnriebat, ni vocem illam sonoram atque reboantem morbo 
confiictatus amisissct. Inde dum dubitabundus aliquandiu, cni con- 
ditioni sese addiceret, hereret, a vobis P. C. iuventns ei bonis literis 
iastituenda, non sine magno iudicio committitur. Novistis autem 
quam non penes ignavum beneficium collocaveritis. Interim tarnen 
succisivas horas minima perdidit, sed illo toto novennio, quo scholae 
prefuit, Graecorum, Arabumqae medicorum scripta diligentissime re- 
volvit, lectitavit atque adeo ex eisdcm studia sua non ^-ulgariter 
iuvit. Hinc optimo iure doctoratus, ut aiunt, iiisignia Basileae adep- 
tam, a vobis magistratus Bernensis, cum medicus illis deesset, non sine 
honorifico salario ad sese mitti pctivit. Apud quos magna laude suam 
artem foeliciter exercuit, nescias acceptior ne senatui an populo gra- 
tior. Sed heu nihil hie ab omni parte beatum, moritur ibidem intra 
sesquiannum, magno tum procerum cum civium longeqae maiori sao- 
rum desiderio, nouo Galen. Decemb. anno salutis nostrae millesimo 
quingentesimo trigesimo quarto. Morbus, quo laboravit, satis inaa- 



Otio Brunfc!». 



319 




ittac fenar. iüewiae inedicis pracscntibos incognitos. nisi quod lin- 
pan Digredo et a^itistio qiuedaro invasil et tinmedicabilit«r occa- 
MTÜ, ft colare fbnafi&is sat udore genuanice die Brünc vocata. sie 
tt tmn pectoris üigeDli cracialn. tandoin fatiü cxpirun; concesAerit 
1 vero dielius lilui, <iuibu-i leotu deoubuit, rontinoo ac dill* 
livtsoruni com die noctuquc nobiles jiariter et sotiatorea, vxc- 
■'-ti^stini quiqae jiopulares. Adfnerant ßxpiranti ßcrtholdas 
iwrciu-i verbi dei concionator inlcgerriniuii;. una cuin ü. rraucisco 
Casitare coUcgis doctorcqac Valcrio iiiedlcu eximto. Extalcruat 
ribac dvitnli« duo )>raeci])Ui. seualorum onus et e viciiiU dc- 
hfltoristimm MtiuUilcr uoas, viri mw^mlici alque cordati. Aiui- 
ter Uäiis est in liar urlii vestra V. Capitonu. M. But-äro. 
lt. A. Fjigel brecht«, Ja. Hcdrotto, viris praeter liiifniarum 
'thcologis miaiiDe poetütendis. doclissimu disertisümwiue Joanne 
Nlcufao Gerbi^Iliu iuris utriu.s<|De docLorc tarn ai-iuti&siuio tum 
l«Sl>dUiiiM>, Mlchaele Hera mcdiro insigni, Joan. Schotte miri; »e- 
ltH!a<l* (jpofmpho atqiu! eÜam eruditu. ac aiü» ubique teimiTun et 
F et docdft. Detüquc dcm i|Uoi|uci, suuk Mantcruni attiue Vlricticnim 
ioter pöslreniM «^omplexm est. Scd oequc frustra se vixiss* le- 
est. praeter pluriuia uuuique utUia atque pia opuscula eaqu« 
«rtrw^Mi ab ipi« flodila, con imucos bonorum aulorum Übros, uti 
. Uns, Serapionis, Raris et Averrois. Ijturentü Phrisij mcdici 
•iiU« praeclari eiuaculavil. Conscripsit et p»Ddecta& sacre 
l«n. Item orationcs patraui utriu-<ii|ue ti^taiuenli. Lucos prc- 
«ommittie'« e. «ani-ta scriptara c-ongestow. Tum fl lil>clliim de 
In re vero medica calaloftum mediroruui. Jatrii libros tre«, 
^^■rtinoa dmicticani vocitunt). e diviiiis literis, qua« ridens tllos 
^^^■.•ecnrace prartlt^as Dias (fllatt 3 VoTs(>itc) ex astrolo^a iudt- 
^Hl^^tta «t ipse tritiäsiuius fuit, uobis coiucribunt, Composuit 
^^De tbeses sea ]orm t-iiinrnaueä lotius rei medicac. llerbanim to- 
'Bi tr«, qaoniin torlitus nondum est prclfo conunütsus. Ilom ör«. 
»aw KU texicun tolios nicdiciuac. E Rraeca quoqoc lingua red- 
tatiac simplicia Pauli Aeginetac, qui inerito a uunijuaia satis 
Tiro Joanne Manardo Bjnceriorts medieinac autesiKnauo et 
tore acerrimo, bonus iniilator Oaleoi pronanciatur. quem 
tun, inqiuin. incüluiiiem diu uoliiä scrvet dominaäoinnipotnnH. 
Nalo dnlqne sab mortem stiam libellnm ftermanice con&oriptam de 
[;llfDcaa(faMie apotliecarum. qua« vocant, fecit, qui fortasäis aliqaando 
ih wtmüommvm gn^tiam publicabilor. 

ArjrüBtorati an. d. M. I). XXV. Calcndis Scptemb. 




IL 

' '• '.cfl ans dfn Pantl^-tarum retfri.i fl wriri t(stftmcnti Ubri XIT. 
Strassburg iri^. Batt 3 Vvrstitt.) 
}': /i' liitadmu larisconsolto D. Jaeobo Srhenck, Spireasi, Otto 

i'nbru me tnc4s8)jf, qnud nihil scribam. En scribo. Quod si ve- 
I T*°<l*c lUsd tibi probator inntitatam. ne t-acai saluletaus amicoa, 



320 Roth. 

en, ne Tacnns qooqae salQtatnm advenio. Vernm id, qnod scr 
qaod adfero, qiuuitiun habeat momenti, ipse videris, et indica 
Se*Tae meas denno revidi, et sab tno nomine in lacem profe] 
enim fittamm sperabam, ne officii tui, et meritomm tnomm 
dilapsa videator memoria. Vemm accesseront band parnm mi 
[oiores ferre non agnoBcas. Simol igitor et epistolam tibi hi 
monnscalnm. Qaod si frugi tibi colocasse ridebar banc operai 
liscnnqae est, non pigebit vel tertiom etiam locnpletare. Bet 
Argentorati. 18. Kaien. Febroarü. Anno. 1528. 

m. 

(Vorwort aus dem Jatrion medicetmentorum Mmplieiutn. Stra 
0. J. Teil I, Blatt 2 Voraeite.) 

Omatissimo viro domino Laorentio Schenckbecher. E^ 
divi Thomae apnd Argentoratam praeposito, Otho Bnmfelsios. 
cinae Doctor. S. D. 

Nesciebam plane tarn avide medicae rei stadiosom foisse te 
üssime vir, donec nnper in herbario meo excolendo, acn pinge 
tarn aoxie desudare te vidi, aiebas, nnllis neqae impensis 
operis te parsoriun, modo omnibos nomeris, pnnctis, lineis & 
vQm, qnod dicitor, singnla liceret exprimere, qoantnmqae r 
ferret, natoram imitari. Comqae toarom virium non sit, ne 
ficü, herbamm vires pnblice literis tradere, tarnen hoc unom t 
tnrmn, at in iconibas habeat posteritas, quod merito possit ad 
iostaaraadique herbariae disciplinae occasio aliqua esset, ut 
prorsus animam videlicet simplicium rerum cognitio, & usus ti 
betör. Quod com vidissem, mirum quam me male habuerit. i 
gligentia, quodque ad bos tarn egregios conatns bactenas stir 
tibi non fuerim siunmo alioqai amico. Audio quoqoe in bibl: 
constitaenda sie iam totum esse te, ut nihil fer^ sit bonorum Hb 
qaos ipse tibi uon reponas. Quod si ita est, congratnlor ec< 
tales olim fuerant ecclesiarom gubernntores, nee aliud quam p: 
scbolae sacerdotom collegia. Nee video, quid possit obstari 
minus et nostra sint hoc albo monumenta, quando ex vario 
Bcriptorum constant bibliotbecae, qaae etsi magnos illos scr 
non aequent, tarnen est, nbi nnmerom suppleant, sintqne pigi 
quod perpetuae amicitiae erga te meae. Tum si fEunilia iki 
domi babeas Caxgezov^ quod omnis generis remedia abunde su 
vel dcspcratis etiam et gravissimis in morbis, tum ex rebus 
illis facilioribus et paratu quam facillimis, quibns te precipue 
delectari. Has igitur primiüas, quantulae sunt, amice consnle. 
si demortuae lineae plantarum tarn in precio apud te sunt, 
magis illarum iavamenta et vires, ut pondus aliquod habeant 
te facito. Si valetudo permiserit, tam strenue iuvabimos etiam 
toa coepta, ut te nostri non debeat poeniterc. Bene valc. ^ 
torati 18. Marcij. Anno 1533. 



MiscelleD. 



von Butrinto. Es ist bekaont, dasa wir aber den 
ph Nikolaus, späteren Titalarbiachof von Bntriato in 

^ wenig «(»seil, »o wUnscbennr^it eine BereiohcruDg 
fi fUr die WUrdigang seines viel umstrittenen Bericbta 
vaag Kaiser Ileiurirhs ML auch wkre. E. Hcyck h&C 
iSnog Eteiuer Ausfcabe auf S. XXMII ~ XIIIl den ihm 
üff gcsanmelt. iJpfitcr haben die vom Benediktiiierorden 
tu Registerbände die am 23. Mai 1311 /n Borde^iix ge- 
ij^pet Kiemens' V. an'e Licht RefOrdert:, die dem MOncb 
tom Butrinto durch Praviüion QberLrug. Da sich 
les episcoporom" far Butriuto keine Bischofsreiho 
DgezeiKt, im Auge zu behalten, da^s laut jener Bulle 
TorgSoger. ilurcb dessen Vorsctznut; nach Avclüno in 
_ 1608 den Sitz frei machte, gleichfalU Nikolaus hiess, 
re ist ei z. B., der samt anderen auswärtigen Uischt>ren der 
in Solothum kurz vor 1301 Ahlass erteilt, worüber 
Biachof Ilelnrichs H. von Eonstanz, am 1. September 
gegeben (Cartellieri. Begg, der Biich. tou Kon- 
B. 2. Bandes, No. 3231). erhalten ist>) 
^ was man biaher über das L«ben unseres Nikolans 
■US er sich am H. August 1313 in Pisa von Kaiser 
Kennte, am iu dessen Aultng mit anderen Gesandten au 
Kl U»f TU gehen, nnd dass er nach dos Kaisers 
tost 1313 erfolgt«m Tode, von Klcmeod V. (der am 
starb) den Auftrag erhielt, Ober den Komzug Be- 
Dem können wir eine vor einigen Jahren 
Gfl0obicht54iaellen. Band rV. 8. 613 üo. W& ge- 
(undieinend unbeai'ibtete Urkunde hinzofllgcn, deren 
vird, dft.'w ne unitweifelhaft auf unscro Nikolaus zu 
iter N.. Dei gratia Botrotinns episcopus, et fratcr 
bdem gntia Vallanien^ (wohl irrtomlicii Im Druck Val- 
ifvopoa. domini P. Ijutsannemit et domini G. Constaneien- 
rnm TJcarii generale» ... — Kccleeie Loci-l>ei, ordinis 
enaifl, .... ulerque nostrnm qnadraginta dieruni indul- 
Datnm in dicta ccciesia t^ci-Dei, die dominica 
Asdree ap- prox., sub o. d. m*. cec*. qoarto dectmo. 

»ehr inhaltrdcbeii Anfsatze Battingen) „Der über provl- 

Crbani V." im HistorUcbea Jahrbuehe, 16. Bd. ISM. 

X geht herror, dan am 9. t'ebraar 1366 der Fap«l nach 

Biachob Franmkoa too butrinto (eps. Botroteosia) das 

rbrader L«tarinus verlieh, nicht ohnr suTor dnaa 

EraUKbof Ueraiann vun LEpanio (}feopacen»i«> für xuk- 

Üben. 
.iLc»«ttti.ii.r.ix.iL 31 




batlflj 

-4 



«22 AIjseeliea. 

Dieser Ablassbrief ist ani 21. Xorember 1314 in and für Kl 
siadt im Kantou Bern gegeben. Regg. Konstanz No. 3685, 
sohrift. deren bi'iile Siepel Icidor abjpfnllen sind, liegt i 
StaatsarcItiT, Fach Nidaa. Der Onider Johann ist Biscliof voij 
Unea i. p. i.. oiuem Sitze, der, in TnrkoiiuiuiDn Ktlf«?"- ™ni I 
archat Antioohien geborte. Der Rischof G. von Kout^lanz ist 
hard IV. ^-on B«)Uir, 1S07— 1318. Riscbof P. von [Ausanne ist Pei 
von Oron, der nach der üallia christiana XV 364 vom Noromber 
bis /nin Jahre 1323 seine Würde bekleidete und sich wühl 
Oron-te-Chiltel im Kanton ^Vandl nannte. Wenn nun unser N'iki 
Im ßistuni lAosanne UcDentvikar i»t, su bestüliKt das nur die 
berige Annahme, dass er Romane, seine Muttersprache die fru| 
sehe gewc^Q sei. Hiermit ist msammen zu halten, daas B| 
Oerbard von Ba«cl. aus dem Haofie Wippingon, gleich ihm «in' 
trsater Ratgeber i]e.s Kaisers in den italienischen Angeiejienbi 
bis 1309 Bi*<:bof von Ijiosanne gewesen war. Die liurg Wipiw 
(fianz. Vnippens), 5</t Stunden >'od der Stadt Freiburfc i. V. 
fernt. gehörte dem Laosanncr ßprongel an. Woiiotbin batla 
AmadeiK V. von Savoyeii. Gemalü der dem Hanse Bra 
sprossenen Schwester der Kaiserin, unter den Laien einer _ 
sohensten Begleiter Hcinrielis VII., viciniltigR politlerboBeziebiri 
mm Bistum Jjausanne. Verbinden wir damit, das« Kikolaot 
schiedf.>u des Italienischen knndig wai- (vgl. S. 25 der Aasgabe He] 
wo er hiirt, was ilic Söldner über ihn verhandeln), da.« seine H 
händige Niedersehrift in Charakter und Abkili-zonRen „dei]Ca 
sOdwestdeutschcr Urkunden nahesteht" (Heyck Eiiil. S. Vin\ 
mochten wir geneigt sein, seine Heimat mit Heyck in den westll^j 
bestimmter gesagt in den sadwestlichen Grenzmarken des Keidi 
suchen, wo sich französische« and italienisches Volkstum b«rtl| 
etwa in den liundüehaflen am Genfersee. DarQbcr wQrde niAglld 
weise die ment von Bnnaini erwflbnte tialienisclte tliersounng 
Relatio iHeyck 8. XXV| — die freilich der zweiten Hälfte des 15. J 
hondorts angehüren soll — einiges licht verbreiten. Konnten' 
domiucl) die Kationalittit des Xikolaus mit einiger Sidierbeiti 
etimmeu, ao wtirde uns doch damit immer noch nichU für dieLOi 
der Frage geboten sein, die gemäss ihrer Bedeutung den FonI 
bei der Lebenshesehreibung des Nikolaus am l&ngsten he^oWrt 
wir meinen die Frage, wie er za seiner höchst eigcnart' '■ 

bei dem Kaiser gelangt sei. Was er selbst darüber ber\ ; ; . , 
dass Jene rein iwrsOnlicb nufgefosst werden mn«. Dtnu KUu 
war weder juristisch gebildet, noch politisch hervorragend beA 
0«nau genommen zeichnet ersieh bloss dureh seinen mehrfach gl 
lieh betlUiÜgten gesunden MenRehenrer&tand aus, der sich, wie hl 
mit natttrlicher P&fiBgkett paart. ItorOrksiehtigen wir, dass ernaa 
lieh den Viprzug geniesst , vor dorn Kaiser frisch von der Leber | 
nxic» zu dürfen und dnrcliAn.<i kein blinder Bewunderer seine» E 
in. «o werden wir zu der Annahme gcftUirt, dass er ihm. also 
^raf war, schon nahe gestanden haben muss. Non bat XU» 



MiBCSllen. 



.Wahrscbeinliclikpit Dach studiert. Er bedauert ciuoial, keine 
in; über Hccbl K*-')i<>rt zu liabcn, was doch aadeatet, diLss e.s 
{bd der (tL'Ifgenbeit niiihl. allein am Willen, gefohlt hat. Er 
(In der Rolalio S, 63: Factu sunt mulic dcclarationes et dila- 
rt Ulia bniBsoiodi oeceasaria que cgo igiiuro. com de jure 
loctioueio audivcrim, de (|iio doleo roaltum. Hat aberNiko- 
der Predigermöiich romanischer ^'alionalitüit, Btodiert, daiia 
Theologie, dann sicJjcr in Paris. I» der riunzösist^heu Hau))l- 
l ftudierte aber aocli der spätere Erzbischof fon Trirr, Graf 
ton Lutzdborg, und sein Dnider Vraf Heinrich hielt sich 
lefa» Zeit lang bei ihm auf. Auf dor Tariscr Ilix-Iischute 
denuiach die Grundlage des vertrauten Verhfilinisscs z\ftschen 
jOtzcIhnrgischei) ßrodcrn and Nikolaus gelegt worden s<iii. 
rdc die Aufgabe der Forscher sein, deneo die venuutliih un- 
:kten rrkanden des Bistums tÄitsanne leicht erreichbar 3ind. 
lelleu, van« Nikolaus noch als Generalvikar /n belegen, l*e- 
ob — »Tie zu «üiterem Suchen die felileude Handhab« bictcQ 
— sein Geschicchtsnatiie zu ermittidn isU !Vt in den „M6- 
et docoiDGuts publik par la social« d'his.toire de U Suiiw 
i", VU. vol., jfedmcktc Itecoeil de cbarle^. slatut» et docu- 
eoncumaut l'anricn (t\Mt6 de lAusanne bezieht sich nicht auf 
sUirlie VcrwaKunß, — Lindner in seiner p.rieatschen Geschiehte 
den Uabfibui^em und Lniembur(;ern'' I 340 drückt !-icb uQf;euau 
IQ er sagt: „Hiscliof Nikolaus von liutnnto. einer der Insel 
gegcnlilier lie^rendcn Stadt, ein RCborcner Franzose; wie er 
kam. ist unl>ckaniit.'' Nikolaus dOrfte seinen Hiäcbofäiu, als 
tibos infidelioni gelegen, kaum jemals aufgesucht haben. Wie 
den zAiilroiction mir dnrrh die Hände gebenden Urkunden 
itCD )u Koni oder Avignon tH.>stchendcn AblafiSgeseUschaften 
hab(% geh{jren die Titularbtstumer um läOO zu einem grossen 
dcQ wCisUichen lAndM-haftrn der Halkanhalbin<W!l an. Bulrinto 
navb Kehcrs .kii-chlicher Geogra(>liie und Statistik" nur von 
Itl— 136fl Uieiuische ßisebiifc. In den Üisiumsvermchaiason bei 
lon aus dem 13. JaJirhundcrt und bei Eltrlc, I^iber oiticcl- 
^«Mtolicae ans dum Jahre l'd>i} fehlt ßatnntu gauz Heute 
SUdt, aurJi Vuizindro oder buizintro genaimt, Sitz einea 
Ilistum^ und gehört xum Wilnjet Janina. In der Nfthe 
[lieb die Kuineu des alten ßutltroioQ. 
Isrohr. AI. Cnrlcliieri. 

»he Erbansprüohe auf die Pfalz vor dem Konslanzer 

iL Die Docliätehend abgedruckte lustniktion des nach Konstanz 

Genndteo Markgraf Bernhards vom 19. Dcxenibcr 1414 

dch in dem unter der Regierung Bernhards angelegten Kopial- 

tSl loL]14b im Karlsruher Oenerallandcsarcbiv. Fol. lUa iat 

fnl. 113 und fol. im enthalten Urkunden aber den Ilei- 

Borgfrietlea von U14. lo seiner völligen IsoUenug ist 

[e Aktenatock ein sprecbendw Beispiel rar die trotz 

21* 



324 



Hiicellea. 



nmehmender Falle immer noch (^roese Lltfikenhuftlgkclt Aes MMerii 
über jfiio Zeit. Denn weder in Urkunden noch in nniuüii 
ADl'zeicIinnngcn finde ich sonst diesen TersQch dea >' 
die Autorität des Concils gesttllzt IJ^bansprOeho aaf iL 
heben, irgendwie hembrt, so reichlich im Übrigen die ilneüen 
die stets gespannten, schliesslich cotficlüedca feiodseUgeD Bezicbnni 
dea Uarlcgrafen zu Knrffirst Ludwig III. fliessen. Sollte jedoch 
Enr&rten an einer mir onhekannt ^teMiebcnen Stelle eich vroil 
Material Aber den hadisch-pfiUzischeu Erbfolgestreit finden, so 
hoffbnüich vorliegende Veröffentlichung da/u, dasa es ans Licht 
fördert werde. 

„IlcQi hcrtzog Raprechl |1] der alt, pfaltz|?ra(f am Rin, tos 
daz erbe kommi i^t, hette ein swester von vatder ond von mnier 
nant fran^ve Mechtild, pfollzgreffin, der gab er einen man tult minie 
greff Johann [inj von Spanheim den alten, derselbe graff Job 
and fnuive Me<^^btild die pfnltxgreffm sin hu^franwe liabend ttffi 
erbe fiich nicht verxihen')- nn siarh die vorgcnant franw*- MccMil 
e dann ir bruder Lertzog Rupi-echt vorgenonl'), ondliesz doctij 
selbe franwoMechtilde einen eün ond ein dochtcr, mit namf 
Johann [IV] mid franwe Mechtild von Spanheim. die mira 
margKrafflk^mharts mnter wu. und also über etwje maoig Jaie 
starb der vorgenant bertzog Ruprecht der alte, daz ist aniler 
Jaren, and da gieug zu erbe Binea brader') sfln. anfh hertzog 
Iffcobt [11], genant faertzog Adolph, viewol die vorgeschriben fran 
MechÜld marggreftin siuer sweslor dochlerats wol waz, als drr 
genant hertxog Adolph sins hrndcr son, nnd glich nahe an d«r 
vrarend, nnd da der vorgenant hert/og Ruprecht , gcuaoL 
Adolph, gestarb, da bat ine geerbot hertzog ltnpre«ht [III]. 
Cleme. der ein römischer Itontg waz. da der abgieng, da 
Jetzond hertzog Ludwig sin sftn sines erbs nndencogen. und 
mal miu herr« marggraff Bernhard als nahe an der sipp hu als 
vorgenant horijtog Clcni. der romi»Th konig. dannnh so meinet 
daz er zu dem cgenantcn gflte als gat recht habe ra erben als 
Torgcoant hertxog Ludwig, desselben romischen honiges sOn. diei« 
doch sin anfrauwo noch sin mflter*) nut verzigen habend, als 
geschriben atct, nnd bittet dammb, irao za ratend, ob er darao 
bend sl, and nie er daz votdcru aoUo. 

Nota,- uff die mitwocben vor sant Thomastag appostcl anno 
mini UU vrari her Ulrich Winckeln*) ein soDich geachrffft gegel 

■) In der That ist kein Terdcht erfaalleo. -- >) Veehifld starb 181 
Buprochi L 1&90. — •) AdoU der EltifiÜtige f 1827. - «l Aneh 
Angabe scbeint richtig xu aein. Vgl. Fetter, Bad. RoiTeeten No. K 
und 1124> Zu beachten ist üdciBBD, das bei der Vcmahluiig vou ffl 
stentMfatern die Austcllong von ErbTenöchlea erat im I&. Jahr): 
regelnaaiger eifalgt«. — *| Der Ma^itter imd Kleriker Ulrich 
begefoet u. a. 14W ab Proknrator dos Markgrafen bd F^Bt Gregor Xl 
Vgl. kludUg Fesler, Bad. Regesten ta 1409 Dee. 24. 



MiscelleD. 



S25 



> CosteoU zu furen. aldu rate zu babend an die cardinele. da hft- 
id ime die cardioele geamwart, das er dann wol güropf haben maff. 

zo. vordem, als er daz mim berren maotlicb aaCostentzsa^'}. 

HQacheu. Fesler. 

J. G. Sohlosser's Cirkularkorrespondenz. l>or badbrbe Hof- 

I Johann Georg ScbkKser ricbtete im Jalira 1787 eine soRcnannte 

irrespondcnz aoter seinen Frenndcn ein, um mit ihnen, 

^behelligt von der Außaarerei der „Berliner", nach »einem Belieben 

brictliclj nntcrlialten 7.a kOimen. Je äjj&rliclier aber lientzatage 

IjneUcn Ober dtc Kinrir-htnof; und den Inliall. dieser merkwar- 

KorrMpondeoK flie«»en. desto willkommener mius uns die 

luDg einer jeden neuen Noii?. ßlwr dieselbe sein. 

Kon schreibt Arcbivrat Dr. U. Pfanncnscfamid in seiner %'or- 

ben Ausgabe tou Ctottticb Kotirad Ifeffeb Fremdenbucb 

[S/S8^ wo daa Wenige von ihm zusammengcsLoUt wlnl, was uua 

:J. G. Schloascr's CirtnilarkorTespondciiz Überliefert ist, u. a. 

les: „Weiteres, obKleicb nicht in allen Funkten veratOudlicb, 

en wir aus einem ItrifTc PfiiffeCH an Ijivatcr vom 13. M&T7. 1788, 

Pfcffcl dem Zllrichcr Freunde seinen nächsten Anverwandten 

r. Oloxin emptiebll, der erst isoit kuncem aus tkbottlaud, Holland, 

::btand. bosondors aus Berlin zurückgekommen sei, wo er die 

Migung der §ondcrbaren Wirtsohafi gesehen habe, welche die 

»beimen Briefe ihnen (I'feffel und sciuen Kri.*undoii) aiikQudigen, 

jera er zugleich für Mitteilung von andern geheimen Briden dankt. 

epricht dann von der neuen UrtiUiuiäorduuiig und ncunt Jarobi, 

räfiu Wartenslebcn (dio uua spütcr uoch begegnen wird)'), 

chlosser. Strassburg. Mdm|ielgart uud Basel, mit dem Hin- 

;n, dass er wieder eine netto Cirkularkorrespondenz vor sieb 

leo habe." 

AUeiu Pfanne tisch mid versteht unler den geheimen Briefen, 

denen hier Pfcffel sprifht, irrtümlicher VTcise die Cirkularkor- 

jndenz J. G. Schlosser's. 

Die geheimen Briefe, von denen in Pfcffcl's äebroibcn an La- 
vom 13. Mirit 1783 zuerst die Rede ist, sind die „Geheimen 
Ober die prBUS6i«chä Staatsverb&sung seit der llironbesteiguag 
rieh Willtthn IL", welche 17^7 in Utrecht erschienen waren. 
Die andeni gc-heiiuen Briefe, auf wciiihe der clsassiaehe Dichter, 
Pldagog uud Menticlienfreuud iu seinem Brief vom 13. Mftrz 1788 zU 
!prc«-hen kommt, waren in den „(lahiers"' enthalten, welche Lavater 
wüirend der zweiten Uälft« der I78«ter Jahre unter „dem zwanzigsten 
Teil seiner auäwOrtigeu Geliebteäteu" gegen ein jährlichea Entgeld 
fDD einem neuen Louisdor zirkulicrea licss.') Statt der nuuen Um- 



') I>er Markgraf kam am 12. Jtnuar Xilft nach KdubLaoz. Vgl- dieae 
Z€itBcbr. NF. 9, 180 Anm. 1. — '} Sithp Ffimncnschmid r. a. 0. 8. 247; 
T|L auch S. 24. — ■) Ntheres darüber siebe Fuack, J. K. Lavater und 
^BT Markgraf Karl FheOrich von Baden. Fniburg 1991, Mohr, tj. 13. 



^ 



33C Miscellen. 

laufaordimug dieser LavnUr'scbea Ueftc schlSut Pfeffel in otiwn 
Briefe eine ihm prakUsoiicr dunkcnilc At>äQilenii)g mit foIgGndi 
Worten vw: „Wie war' es, wenn Sarasin (Basel) das Packclion 
die Grflän Wartt'iuilt'bcn (M&mpolKaril), diese an niicb (Colmar). id 
an Jawbi (Freilinrff), dieser iiarli Slrassliurg veraendeten r" Sclilpsser 
der cbcnfalbt an dem I^WKiike! (eilnalim, »ird hier von l'feffel il«- 
halb nicht genannt, weil er damals boreils in Karlsruhe k'hte udI 
dort die „Caliicrs" von dem Markgrafen Karl Friedrich mitgeteilt 
erhielt, an dessen Adret^se LavAtor» Strasftbnrger Krcando dfe^lba 
weiter xu senden hatten. 

Erst zalet2t gedenkt Pfeffel in dem von Pfauncnschmid an^ 
fllhrten Itricffi der Cirkularkorresiiondenz Hehlosser's. nnd zwar laotcl 
die betreffend« Stelle in dem mir vorlieKonden . in allen riinlta 
klaren Originalschrciben dcsC-nlmarcr Tuilnehuicrs: „Ich liahc vrtcdiT 
eine CirknlarkorrespondenK vnr mir liegen, worin Sehlocser sdR 
Ideen we^ei) des »tehenden Soldaten iifther bestimmt ond eine nw 
Materie, den Magnetismas in Umlaaf bringt: wir*} hatten ober Dodi 
nicht Zeit nuser Scherticin bej-zatragen".") 

Gernsbach. Heinrich Faa«k. 

Zum RappoltsteinJschen Urkundenbuch. in den Anmerkangto 

TU Xo. 8 und mehreren sp.ir.'i .n Stiickeii des Ra|i|)olt!iteini*t'li/'n ^^ 
kimdenbuchs bcrichlel der lUMau-«cbvr, ilass er zwei ^on Troiiiriat 
mehrfach emühnic and benutzte Baseler Diplomat arion. die mit (kfl 
Baehstabeu A. und U. >>ezcichnet sind, im Archiv dc^ ehcmaüfea 
Bistonifi Uo^el zo Fruntrut nicht habe aoftinden kOnncn. Es vM 
onter diesen Umständen nicht aberilOssig sein, wenn ich liier be- 
merke, dass beide Kopialhncher oder richtiger -Hefte dort mvh tot* 
banden ßind. Ileide sind mir doreh die ÜQte der Verwaltung d(S 
Bemerisehen SlMtsarchi^^ hierhergesandt und von mir fiir ilie Aw 
gäbe der Urkunden Kaiser Heinrichs II. bcnnt^t wonlen. 

Strassburg. U. llresslai. 

Litteralurnotizen. 

An VeröfTentlichungen der bndischen historischen Ken- 
missioa sind erschienen: Regelten der Pfalzgrafrn an 
Rhein 1214-^1508 unter Leitung von Eduard Winkel' 
mann bearbeitet von Adolf Koch und Jakob Wille. 
6. Lieferung (ächlu^ss des 1. Bnndcs). Innsbruck, Verlag de 
Wagnerischen Universitätsbitchhandluitg 1894. 

<) Pfeflel und sein Mitarbeiter an der Colmarer Kriemsdiule. M 
]>&bc-Kwei1iruckisfhe Hofrat Franz I#rBe — '> Weae den ^Tl 
betreflenile Siclle imHeres I't^fTplbrii^feti fiTui bereiu in uieii.< 
,Der MagnetUmuH itnd ^PinnaraboUsnuB in der Uadischen Slarkgnüad» 
Prciborg t. B. tmi Leipzig 1394^S. 76 Erwahimog. 



LittcimturDoiiMi). 



327 



Die Schrift Adolf Schibcr'ä ober „die frAnkiscben and ale- 
mniscbeo Siedelanfccti in Gallien, besonders in EUass 
id Lot b ring« n''(Strassburg. Trt)bncr.l8m)verdient schon deswegen 
Berkennong, weit Verfuwr nicht, wie es leider in der Ortsnamen- 
iDK nicht seilen vorkonimt, die AiiMoliten Amold's als Dogma 
liüist, Sündern das Bestrcbeu zeigt. ^icL neben oder uucb im 
XU ihnen ein sclbstiindigcs Urteil zu bilden. Der He- 
il, von dem er ausgeht, ht nahezu ausschliesslich derjenige 
geographischen Verbreitung der verschiedenen Ortsnainentyiien. 
DU ihm aas gelangt er, gesiflizt auf eine als Cbemebtskarte recht 
immene. das weetUclie Deutschland und das närdLicbe Frankreich 
Iß ädzzc (Karte!) und auf eine au^fahrlichn Tabelle mit 
rigen Angaben (S. 92 ff.) m dem ErgrhiiL'we, dass die -ingen 
lit kennzeichnend l'Qr alemanntH'he Siedelang sein ki>iiaeit. Und 
itü tat Lothringen und Luxemburg sucht er den Beweis zu er- 
igen, dass die dortigen allcj beherrschenden Vertreter dieses 
Iränkischen Urs^prungs sein mfissen. Bis zu diesem Funkte 
en wohl die meisten 8rh. bereitwillig folRf;n. Wenn er aber dar- 
hinau!^geheI1d in den -ingen, den lillesten ans der V'ölker- 
adenuig unmideibar hervorgegangenen germunischeit iSiedelungen, 
Bezeichnungen der kleinsten Unlembteilungen der heitni&i^ben 
e, auf gallischen Boden Qbertragen wiederfinden will; wenn er 
-heim üurückfOhrt auf eine fränkische Einwirkung, d. h. keine 
sieiieiunff nnd in ihnen im ficgt-nMitT: tu den läuprlirhen 
die Siedelangen fränkischer Herren über Liermanen vor- 
egend andern Stammes sieht. — so kann man »ich des (iufahls, 
bewege man nich auf recht schwankenden) lloden. nicht ganz er- 
en. Frei davon scheint auch der Verfasser nicht zu sein, indem 
eine Uyjwthese auf die andere bant; erseheint e-s ihm doch zur 
rfindong seiner .weben ski/iiertc» Krgebni«^ notwendig, fhr daa 
in dem bekanntlich die -heim in der Ebene nahezu allein- 
sind. eine vorher bestehende annähernd ebenso allgemeine 
itar auf -ingen anznnchmen. die dann durch die -heim ver* 
wurde! iS. 'M)). In der That, ein radikaler Umschwung! — 
»Oders wenn (wa^i auch Seh. betont) die Ma^s« der Bcvrdkening 
ch blieb. Eine überwiegende alemaimische Bevölkerung 
neb von einer fränkischen Einwandcrang, die ho schwach ^c- 
'ilKhi werden mnss. daas sie bald vollständig alemannUiert werden 
Jnnmc. ihre angestammten Ortanamen escaniülierent Das i-it durch- 
nicbt ghwbbar, auch wenn man die fränkisch« Minderheit den 
eroannen in Ocötall von Fendalherren cntgegcntrftien lÄsst. Wie 
ist es weiter zu erklUren, dass x, 13. im oberen Maingebiet, wo die 
Mnkische Kolonisation einen durclischlagenden F,rfolg geltabt hat, 
|die -beim lange nicht so häutig sind wie in dem hinsichtlich der 
^fcuchc alemannisch gebliebenen KlbOSüV Sind vielleicht hier die 
^Kaiin doch Bauenisiedelangen gewesen? Vfi zeigt sich auch hier 
wkder. ihtss die Zateilung der einzelnen deutsctien (MMiumeiitypen 
bestimmte Stämme je näher man nie ins Auge fasät um «u mehr 





LiitcratumotUca- 



t 



328 



Bedenkou errei^t. (lad niiu erst die BLaduiift der verscl 
SiedeloDiEEsarten (SlarkgenossenscliaFt and JIcrreosicdelDD^) an 
stimmto OrtsQament>-pen ! Warum soll in dem mit -tngen verbiindeii 
Pfiraonennftmen nicht auch ein Grundherr genannt sein können 7 M 
auf dont^cheDQ Boden die -beini, sind Scb. auf roiuanisrtieiB I 
-vilIo,-wnirt,-TUlers (-woiier behandelt er gesondert in Kap. V 
SiedeluQi^en in denen die Gnindberren frfiukiscli und die Msm« i 
BovüllEening KiugeborcDc, also itooiooeii waren. Auch sie sind dur 
tais ncrrcnsicdclaDgcn. — Aber an der Sprachgrenze fOhrea 
^Dgeu im FraiuOstschen die Bezeichnung -rnurt oder -rille. 
das Don Harkgenossensckaften oder UcrrcnsiedelunscnV Der &«ail 
sehe Käme nurdo sie nach Schiber den He^^f!n^~ 
deutsche den Markgenossenschaften Tnireisen. Die.^^ 1 i: 
nicht für die Richtigkeit der Schiber'schen AufstcUnng. — Üci ] 
B|)rechung der -vUle. -coort aic. Lonstruiert SdtJbcr ktinstlkh dl 
Oegematz zu mir (Deutsche und Kettoroniauen in LotfarfDgen), \ 
den mir in K&rze einzugehen gestattet sein mag. nicht woU I 
Sache mich personlich betrifft, sondern vrcil sieb hier zwei i 
schiedeue UetJiCKlen scharf von einandpr abhebei). Der l'ntersd^ 
zwischen ans heideo beruht in diesum Funkte viel neniger in oiuef 
Ergebnissen als in der durch die abweichenden Ziele unserer TTal 
suchungen begrQndctcn Verschiedenheit der ('ragestellaog. Schlb^ 
Ziel ist m, die ganze Ausstrahlung Jjjüikischer Volkselcinente a| 
allen Sciicn zu omiittebL DcswegcD moss er äueli die 
regiätricrcn, in denen uacb seinem Daffirtialten Frankea in e^ 
kleinen 3ÜnderheiL gegeoltbcr der ciugetwrcnen Bevölkerung i 
traten. Meine Aufgabe dagegen war lediglich die DarstcUuog 
Entstehung des dcnucben Sprachgebietes in Loihringm bonr. 
Verlaufes der Sprachgrcaze. Dabei mOsscn kleine Minoritäten gn 
sätzlich rcrnacbla&sigt werden (also diametraler Gegensatz zuScMM 
leb hatte daher nur zu ftagen: In welchen Orten ba>>en die Cl 
mancn die grosse Uasse der BerOlkeruag gebildet? Wenn ich 1 
dieser Fragestollong aasgobend zu dem Ergebnisse kam, dass ' 
„Weilerorte" romanischen Ursrirungs sind, .«o bedeutet dies, dui! 
ihrer Entstcbong bezw. HcDennang die grosse Masse der BcTOlhan 
in ihnen romanisch war. Und das ist Ja auch die Ansicht Scfaibl 
Die M&glichkoit einer geringen gemianiscben Beimisdiaag liab«i 
ausdrücklich aoerkannt. Aber nüher auf diesen Punkt elaingsl 
habe ich abdchtjicli vermieden, weil noch diesem Erirebiiiao | 
„Weilerorte" als Material zur Bildung den deutschen bpracbgebü 
nicht mehr in Betracht kommen konnten. Eine Empfiadniig I 
Sctiiher denn auch davon, dass zwischen meiner letzten VerOffentll 
aug und seinen Ergebnissen in diesem Paukte kein Gegensatsl 
Btehl, denn er sagt (3. &2.)> ich hÜUe mich in dieser FVagw pi 
Gröber, mit d»>m er selb<>r obereinslimnit, nur infolge einea M 
verstütiduLsscs wenden können. Und darin bat er vollständig Baj 
icli bin erfreut dien hier öffentlich erklären zu koancn. Warum i 
die ganze Polemik gegen micbr — l>a&4 ich indessen in deti 



«rten nicht in dem Wunwe Gemtacen alg Gmndherrea gelten laueo 
oAcliie, wio es Sctiiber als Regel aofetelU, will ich hier uur aa- 
deatcn, um mich an andenn Orte cJng;pheQdcr darflber au«zus;n'echen. 
'— Oasa Schit>er die äiirdctiKreuzc tu LoLLriuKüu nur iiebenhor be- 
bwdelt. gereicht Beincr Arbeit niciit zum Nachteil. Wetm er an der 
ÜAglJdikeit ibrcr K^oaueii Fcsistellung verzweifeU, so wird mao da- 
rüber aichl erätaoiit sein, dcnu er bat ausser den gedruckten UUlfs- 
BÜleln tcdighch einij^e KntastcrauazDgc benutzt. Auf Orund eines 
I» modemea Material« um» diesem Jobrltuudert) iu I^othringen, dem 
lAQdc der Dationalcn l'iiiwjU/.uuBreii, dureli HQck<)clilil<isi;t Krtfnltnis&e 
enielen za wollen, ist allerdinRä sehr powaRt. Schibcr projiciert die 
in iiolohen (Quellen gefundencu neuen Materialien in eine viel zu 
(rtbe Zeit znrQcJt. Damit vereinijit sieb in i!>man^elunK besserer 
Beweisinitlel eine ganz unstalllmflv Bt_-bandclang der OrtsnaiBGQ. 
Durch die Kombination dieser beiden Fehler istSchiber zu dem ent- 
fprecbeuden Schlüsse gekonunen, Argancy. udrdlich Metz, sei im 
. & Jahrhunden deiitwb gt>wesen (S. 104). Um zn zeigen. das8 ror- 
1 1iaad«ne deni&cbe ürt^inamen in der orkundlicben Übcrlieforaag nii^Jit 
I v Geltnue zu koumeu brauchüu. fülirt er die aUerunglQcklicheten 
' BeiBincleaD: UBacuncoort. Flevy, Vauiluii>(;uurl^ Eiiocry (S. 66). Von 
BiHD ist für Vaudoncoart allerdings der deutsche Xame Wieblingen 
oikaudlicb Oberliefert, wenn er auch nicht im Dictionnaire topo- 
piphiqne steht. Und fUr Fl^vy, E^unery. «alirscheiulicli auch Uau- 
auooart Qberliefcm die Crkundcn deHwegeu keine deutsche» Xameo, 
; ml nlclic nicht vorhanden waren; denn als scLbstfltidigo deutsche 
; Formen kann man die auili arkandlicb belegten Korruptionen Deich 
. ttd Unnerich doch unmoglicb gelten laA.sen. Diese und Abnlicbe 
I Xkiuigkeitcn h&ttoa vir nicht ungern verminst. Im übrigen jedoch 
iprvchra wir demVer&sser gern filr die nt;uu Anregung icurWeiter- 
fenchang auf einem der Rearbeitong nocli so wenig govrnrdigten 
Gebiete nusern Dank aas. Hans Witte. 



Auch der Erforscher der oberrheini.scheB Geschichte empbnd 
ffit langem das BedQrliiis einer kritischen Aosgahe der Chronik des 
Hiinzer^ Eberhard Windeche. Eine änlcho .\usgabi; liegt nuunnehT 
for unter dem Titel „Elterhard Windeckcs Denkwürdigkeiten 
iir Oescbicb te desZeilallers Kaiser Sigmund, zain ersten 
Male Tollstündig heraasgegcben von Dr. W. Altmann" (Ber- 
lin. Gärtner ISffiJ, XLVIII n. b9-2). nachdem der ncraiisgeber bereits 
I Wl in seinen .Studien zu Eberhart Windecke" die Hand.siC-hrifttn- 
fttge nntersnrht and Ergänzungen dazu im Kenen Archiv IS (1893), 
R9fll Ter«^ffcnt licht hatte. Altmann nennt qeine Ausgabe „Denlt- 
wordigkeiten" zum Unter^rbiede von einem den Kern jenes grflsscrcn 
Werkes bildenden ^Sigiiiiindbuche". allein seini; AusfHhruugeo ver- 
■Ogeo mich nicht von der I>eM>ndcren Kxistenz eines SigmnndbacbeB 
n öbcrzeugen. Meines Kracbtens decken sich die Denkwürdigkeiten 
dairhaas mit dem S. 449 von dem Autor selbst so genanntea Sig- 
ntmdbQcbe : denn was in der Chronik auf Sigmunds Tod nnd die 







„StodicB* iai i 
ViadM&i^andschiift T> di 
lUoacä nnd Notizen ; 
die c-r. wenn vr sie u 
dock der HiiieilDD; «on hielt, ol 
kMmt Fnd *eii dem Jahre 1818 
L. 36D— ^ alj Teil der sogew 
Du Enteimlichc dabd 
4cr «Sladin' düwo Unuland ! 
vialMdit doch die Q« 
ntetondere sich vor sev 
kUbt, Dam er ii der Ttat Mone niclit beiu 
hftt, tewiiit .Am. 1 nf S. 238. die ausser Windecke keine Qod 
ftr da Stnabargcr Krieg mo 112$ kennt, obwohl die Strassbv] 
HhintttMiMm Dod noch •nsftthrUfb«' die offiziellen Str&scbv] 
ZwUn n Ktaiffsbofeo bei Moae a. a. 0. 2. 13» and 3. 53011 d 
hudeliL Wir dtrfea uns daher nicht «nndrm, wenn A. i 
S. «'K— 47^ deo ScMbs Iwt ■taüieher WindecfeehaDdsriinften ftl 
dk Krünniigiiivii« FriBdrie h ilY. abBettaodtetl der DeokwOrdi^kei! 
Mü^eMouDeB bat, obwohl er »elbst mit RQcksiebt auf Winded 
Tod im Anf!Wt 1442 sich genötigt siebt , die aof das Jahr 1443 
rOgtieben Stellen ffir interpoliert xa erklAren, und obwohl aacb die 
Fmsos als Bestaudleil der äpeirtiudiua (.lironik bei Moue 1, 374- 
längst zn finden war. Die aaf d)?n Schlnss des Sifimundbucbes I 
genden MitteUaoRen zur Zdij^eschicbte schnunpfen aha anf < 
S. 452—% zum Abdruck gebracht« zusanuDen, und man siebt nl 
roeht ein, warum der llerBnsgcber den von WlndccJte selbsL gewihll 
Titel durcb einen Tit^l eigener Mache ersetzt bat. l>rnn ilass i 
Sigmnndboch in seiner vorliegendea (Jcstalt auch Abschweifnaf 
cnthilU, die mit dem eigentlichen Thema nirbt« za thim haben, dflt 
entgegen dem Heransgebor (S. VJJD) doch Niemand Wander nehm 
AhgcsebcQ von den in den .Stadien'' gedruckten Auszügen ans i 
Speirer Chronik enthält die von Altinanu seiner Aasgabe zogni 
gelegte, in ätraä^burg um die Mitte de« ib. Jahrhunderts entstudi 
UaudscUrift noch einige in den andern Wlndtckehandschriften fl 
Icnde Abschnitte, die der Ilcraasfjebcr nii'ht gerade sehr ge«chniai 
voll durch einen doppelten Trauerrand keuuüich gemacht hat, Ö 
derselben fand er wieder in einer Uj'jI von einem gewissen Jonj 
,atu Stras-^bnrg angefertigten, jetzt in llnmburg bctin.läii.lien äamm 
handschrift, für deren Zosendung icli der Hamburger Stadtbibliotfa 
verpflichtet bin, uad zwei derselben &ind nun auch in meiner leid 
erst ein Vierreljnbr naeb Windecke erschienenen Ausgabe ReialM 
Slechl.H enthalten. Naeb der von mir in dieser ycltäciirift ot>en S.ä3 
gegebenen Entsiehungsgescbichte der SIechtiseheu Chronik steht d 
Priorität des Kantors von Jung fNftnkt I'eter fest. Nur darum Irt 
dclt et; bich, ob Jordan und V^ aus Siecht gescbOpH bulieo. oder < 
>Ue drei anf gemeinsame (Quellen zurückgehen, wobei zu 



Lhtfinturiwtizeii. 



33t 



neu ist, difls «ich «ach von Siecht keine OngimUbandschrift ge- 
hst, ond ilemnach auf nnbedeulenfle, darch MissversUlndnisde 
^Abtchrcibrr leicht erklärliche textliche Ahweichangen kein zu 
ÜBwicht Kelegt «erden darf. Die betruffendeo Siecht, Va aud 
m geiueinhaDicQ .^bsi'hiiittc f^iiid d)<.> I.ltl.iirher Krindeiisai-tikel 
im,'*' und die Notiz üher die StrassburKer Missseburt von U12 
S. 1^2 tf. u. 127. Windecke 213 tnid StmUeii »i-Hi). Reiläufiit 
ci bemerkt. Aa&s Alttnann itriK die Lottichcr Arlikcl for 
Amxng «lg doru Sfiruchbrief iu der Klingeuberger Chroulk 
(Tgl. oben S. 122, Aom. 1) and zweimal ('onin schreibt, obwohl 
[BcgiKter den Ort richtig ftir Tbuin crkKlrt und wenigstens bei 
gnnt dentlJch towin m lesen ist. und das^ der Slechtis«he 
Ml inci ätelleu uach Jordan and V^ zu verbessern ist. S. 123 
V. u. lies kroiien statt kom und ebenda '£. 14 v. o. Ueä erlicbe 
bcrliclie. Textlich steht Jordan V nfiher als der Chronik 
bta. TroLnlem habeu er und Slcciit 220(X)0 schilt, V> 370000. 
aber alle drei /um uiindasteu die gleiche Vorlage, eine Zeitung 
ttictt, benutzt luibon uiüKsen, geht mit Sicherheit daraus bcr- 
aich hei allen die durch ulTeiibAres UissversUlmluis eut* 
I<peuiig ^Ilyncmag" und die koiumcntlerenden Zusätze zu 
rrie^lcnüartikcln finden (oben S. 1:^2 .Anni. a u. 4, S. l'JA Anin. 1). 
t>'otiz aber die Missgeburt folgt bei Jordan und in V* uuf die 
rher .\njtiel mit der Ohersrhrift „Xotahile", wiihi-cnd sie hol 
den Artikeln durch die BLreigiiiKse der Jahre 14(H— 11 
ist. Aueh im Wnrllaute stimmen hier Jordan und V*. al»- 
von drei Schreib tchlcrn in V', Töllip «herein (Tgl. Walthor 
Hchuis der VorWsungen am tiainb. Akudem. u. IteAlgyin- 
S, in). Bei beiden ist „ericioti" mit ^ygel"" ttl«rse(zt, 
Ecn bei Argontino ein hie and aufisenlcm den Namen 
ein. Wische, den Walther a. a. 0. ftlr identisch mit 
IdUt. und der entweder von SIechls .\bK>-hmber «eg- 
i vnrde oder von Siecht selbst, weil er zur Zeit der NMeder- 
der Xoti? um 1414 die Ilinzniagung de<t Ihm und allen !>tnus- 
wohlbekannten Xamens fdr QbcrIlUsAig halten mochte. Nach 
eigenen Angaben i£t eine direkte Benutzung Jordans durch 
fSrhrtiber von V» chronologisch unmöglich. In Anbetracht der 
ttelharen .\nfeinanderfolgc der Artikel und des Notahite bleibt 
keine andere Wahl, als anzunehmen, dai» Jonlau und Jener 
di« ja beide Stnu«burger waren, t'ollectaneeu vor sieb 
denen wbon die Reihenfolge „Artikel, Notabile" eingehalten 
diese C-ullectaneen sind doch höchst wahrscheinlich aus 
hu Cbronik entnommen gewesen. Jedenfalls aber gehören die 
den AhKhnitte nicht iu Windeirke's Sigmundsbuch. sondern 
in den Anhang, da sie ihre Aufnahme in V^ siohtlirli nur 
ibivger. auch dem ^amen nach uns bekannten Abs*.-hreiber 
S. 3) verdankten. Weniger klar erscheint mir das Ver- 
von Vi XU Siecht an einer dritten Stelle, der Erzählung du 
n Sivier wegen der Ab»etzang dc9 PfSIzer KorfOraten ge- 



832 



Lilt^mturnotitea. 



balteoen Tages (obeo 3. 140 fg. Windeclte 433fR.. Stadien 58f)t.| 
Auf deo orstCB Rlici: liest sieh V triu olno etw.u wcitarbi 
Übenetziuft Slccht's. Aber wie Idimen dann die äiu I'ferde in de 
Text voD V> oDd «rarum v«rzLi;tilece der Schreiber voa V's t,vS M 
Milteiiuiig der ücilbranncr BßscldUi^se? Aach fehlen m V> die 
Siecht uiiaiittelbar vorausgeliendeu Angaben Aber ijie Absctimig 
1435 — denn 1425 ist dwh wohl nur ein ScbrelbfehliT — . wihi 
(He Fortlassnng der In V> entbAltenen Urlmode ron 1436 Febnarl 
and der Speirer PräsenKÜste bei einem so knappen Autor 
Siecht, auch wenn er die gleiche Vorlage nie V> bcuatzl halle, 
von selbst verstände. For das Wahrschpinlichsic lialle iehhier. 
Siecht und der Schreiber von V'riie nÄmlirhe, anmittelhar nMb< 
Speirer Tage niedergeschriebene Zeituug benulzt haben. W« 
erklärt es sich anf dJe^e Weise am besten, dass V Ober den H« 
bronoer Tag nichts mehr m sagen weiss, als welche GrwartoBi 
man daran knüpfte. Da wir aber den Schreiber von V aJs 
eifrigen Benutzer von Sjteirer Qai?llcn kennen gelernt habeo, 
möcliie ich auch diet<en Abu-hnitt für keinen nraprAnglicheD ' 
des SigmondbnrheH halten und ich kann nach alledem der nand 
y^ fOr die Windeckckrittk nicht den von Altmaiin Ttir sie 
Spruch genommenen hohen Wert ziuchreiben. Anf FJnzelheircD 
einitulassen, würde nach dieser den Kern der Sache beriUiread 
Kritik zu weit fuhren. Ks sei daher nur fi» Voraoä aof die 
geeten der Markgrafen zn 1419 Jannar 8 und UtH Angost 9 
wiesen. Den Ladenpreis des Werkes hat die VerlHgshudihaitdl 
wohl in der ErwAgUDg. (lasa derartige BOcher dodi nur von Wil 
thcken gekauft werden, anf 28 Hark angesetzt und dadurch 
kleineren U&iTersitatsbibliotbekan die Möglichkeit der Ai 
benommen. I>en Schaden mos» die Wissenschaft und schlleattiefa 
deutsche Buchhandel selbst tragen, und der Hcfercnt bedauert. 
er wSihrend des Druckes iseiner Siechtausgabe Altmanns Winde 
noch nicht bertlclisichtigen konnte, weil ihm da» oiiiziue in Mooc 
Torliandene BibliolhckiMJxemplar erst am 14. März zugänglich 
worden ist. Itkhard Fcstti. I 



„Den (.»Ut er besitz des Klosters Weissenburg i. E. 
handelt W. tlarstcr im Programm zum Jahrf^l-e rieht des K. 
manistisrlion Gymnasiums Sp^-ier fSitcier, JSger'sche DnirJterei. \i. 
Es i-st der erste Teil einer umfa-yienden .\rbcit, welche die Vec 
aofn^me and den Bezitzstand des Klosters im 9., 13. and 
16. Jahrlmndert untersuchen und darlegen will. Hier wird der von 7a 
pnblid«te Codex traditiontun Wizenbafgcnsium noeh einmal 
verschiodenen Richtungen hin iieprtlft. sowohl auf srine topogT»! 
scheu Angaben, wobei die frllheren Festütcllungen und OrlAidentiil 
rutgen von Socin nnd Bchricker maocbe Berichtigung erfahren 
besoaders der Saar- nnd Seillegaa mehr aU bisher berücluic 
wird, wie auf die rechtliche und finanzielle Bedeutimg der 
kungeu, wobei der Wider»pnicb uud die NachlAasigkeit cintelnt 



UtterAturnolizen. 



333 



scharf herror^cbobcn wcrtleo. Die ««tir breite Darlegwig de« 
P'fMtiiww TOQ SUft OQd Stadt im Eingang bfitte ohne Schaden 
Hr die Tenücnetlicho Untcrsnchnng Tyeghlpitien kOtinen. Eigemum- 
^ttwfäae wird darin die Schenkung der Abtei Wci<uMnbarg au 
■^■bütora Magdeborg durch Otto I. gar nicht enrfihnt.. Aach 
BK^derangcblicheD Stiitongsnrkandc IMgobert'B, die im 12. Jahr- 
ndert geflchmiedet wurde, einen gewissen Wert zuerkennt, weil sie 
kl EinklanR stehe mit den wirklichen VcrliJÜtaisscu, wie sie vielleicht 

■icht zur Zeit der Gründung bestanden, wohl aber im Lanf 
tn drei Jahrhunderte sich entwickelten, muss befremden. 

W. W. 



drm dritten ßandc „Aiinalen nnd Chroniken" beschließt 

irich Hoos sein stattliches Werk: „Quellen zur Geschichte 

iSladt Worms". Ks ist zu bedaneni, daas die Crkuiidenver- 

jonif mit dem Jahre I4(X) abgeschlossen wurde und nicht bis 

das orsprOn^lidi die Abtiicbl war. fortgef&hrt werden soll. 

das eiste unter den oberdeutschen sftdtischcn Urkunden- 

gewnen, welches das kritische Jahr 14QU oberschrittcn and 

lirfcUcfa bis an die Schwelle der Neozeit genihrt hätte. Der 

er ood der Freiherr lleyl zu Uerrnsheim, der die Ver- 

onterstQtzte, hittten noch mehr Anspruch auf Dank, als 

< schon erworben haben. Statt der «eiteren Urkundeiksehea 

wir in diesem Bande die Wormscr Annalen und l'hroniken, 

Ausgabe namhafte Schwierigkeiten sich entgegeustetlteu. Es 

lUch mit der handschriftlichen Überliefci-ong sehr schlecht 

^Ana dem Originale konnten nur folgende Stocke entnommen 

VI. Ans Wormser RawbHchcm. VII. Memorial aber das 

I der Stadt Worms. IX. Der Einritt des Bischöfe Johannet 

148S nnd X. Letzter Streit der SUidt mit der PfaBheit 153&. 

[Autteichnunpen von No. VT beginnen mit 14IX) und enden 1492, 

lg folgen Eide und Ordnangea. Ein fOr die deatsche Miü- 

ansserürdentlich wertvoller Fand ist das Memorial unter 

Der Ver&sser ist In der Kriegsgeschtcbtc seiner Zeit 

idert, er ist auch in England und den Niederlanden 

Banse und eri^^ilt in an (genehmster Form Ober Stadte- 

n. B. w. Auch Ilona von I>ratt ist nicht vergessen. 

Aber die Einnahme von Mainz 1162 hat er sich viel cr- 

No. IX ist ein St.Uck offizieller (jeschichtschreibnug 

wi« wir sehen werden, in Worms sehr alt ist. Am omfang- 

Ist ale am Aufgang des 15. Jahrhunderts ausgeübt worden; 

hOdut arntjuigreichcn mit .MctenstUckeu Obetladcuen Acta 

giebt Boos Uittoilnngeu als Ergkuung zu vni. Tage- 

iBdohartüfolb, BUrgerraeisten der Stadt Wonns I4d3— 1608. 

IV in einer sehr schlechten Abschrift vorlag. Hier galt e5 vor 

üt rats(«llten Namen richtig zu stellen. Als die ältesten Stacke 

Ah&MangsMit noch sind anzusehen tlie Vita Barchardi epls- 

fn) ud die Viu Eckcnberti (Ul). bei beiden war aber im 



334 



Ijtteratumotüeii. 



weitentliehen der Monarhos Kirschsortensls nr OrandlnfFf 
iiebmen. t'Qr diesen dem L5. Jahrhdrt. aageltOremlen (iptrhki 
schreilier hat Koos wichtige Hniid*chriften neu lieraagcz». 
nllc-rschwieri(5-=*ten liegen die Verhältnisse bei den An&ti. 
wek-lie im 13. Jahrhuiulfrt seilen? der Stadt, im 13. und l!t. JaJn 
liundert auf hisrhutücher Seite gemacht worden. Da waren 
Hand»ehri(tcn der Zom 'sehen Chi-onik za (i runde zu legen. Bei die 
älteren Aufzeichnungen bat vor einigen Jaliren KUsIcr (die Wiirnts 
Annalen) eingesetzt, Knos kommt darDher dnch lo weseuliirb 
Punkten hinan.'*. Un^wpifplhnft d^^ prassle Interesse wird man 
(IV.) Annales Worniatiense» l2!äi—VUii zuivenden. Es kann kein 
Zweifel nnterliegcn. dsss dasoftiiEielle stüdti-<clie Oe^^^'hirhtschntltii 
ist ~ nnd wo bfittc es damals Ohcrhaapt. üiirger gegeben, welche i 
Feder gefahrt hfittea: Die AbKheidung von Y. Chronicon Wor 
tiensc fiaee.. XIll bcroht gmssentciU auf inneren Grtlnden and 
mauehen Stellen bin ich geneigt, Stücke an.« T. in IV. hiniitir 
nebmeo. Aber damit hl der Inhalt des Dandv^ noch nirht eriicliOfifl 
«1 sind noch WciiilOuier, Auf/t-iehnutigen, Urkunden. Etkun>eiLE,i 
reichlich bcigesicnert. I'ntcr den fünf beigegebenen \i 
nisscn hebe ich das der JJischöfe und BOrgermeister hen'or. 
erwOnscht iBt die Beigabe einer hi>ft»riscben Karte der Stadt 
ihrer Gera arknng.seehs Tafeln bringen eine Skizze der Umgebung. I 
schrifleidaciiimileii, Abbildungen der Stadtsiegel u. ». w. Den 
fongreiclien . 728 Seiten züihlcndon Werke wird die Ge-STbic 
for^chung dankbar manche» Wertvolle zu entnehmen haben. A. & 



Die SclUassIiofening des eisten Bandes der Regesten dcrPfali 
grafen am Rhein enthält ein kurzes Vorwort von Winke]in«n| 
(S V, VI), eine Einleitnn? von J. Wille (S VII— XVni). das Vc 
Keichnis der benut/ti~rn ^Vrehive und HihlioÜickcn (S. XIX), Ka 
trftge (S- 3»l-4()4). das von 3. Wille bearbeitete Register fS. 
bis&06). Bemerkungen nnd Verbesserungen tu Zeit und Ort derAt 
Stellung (S. flOO), Krgänznngcn und Verbesserungen ituinTcxt IS.) 
Ws 611), m den archivalischon Qaellenangnbon und den Littcnli 
uachweisen (Ö. DU — öl3). Verbesjerungen im Kegiater (S, TiU) 
ein Verzeichnis der nls (Quellen in abgekürzter Konn angeffthi 
Werke (S. 514 — 521). In der Einleitung verbreitet Wille sii'ii 
gehend über die für diese Pahlikation benutzten Arehivc. Indem 
dabei u. a. auch den sog. (rattere r'schen Lchrapjiarat im S 
arehiv ^u Lnrcrn erwähnt, erklart er es für wöns-henawert, di 
dieser Apparat, der für das Lui'.enier Archiv gar keine Itfit^-afml 
hat (da er ausächlie^slieh ans Urkunden jtfälzificher Stifter und 
fiter besteht) wieder nach Heidelberg oder Karlsruhe 7.urticl 
Er ßtlirt dann fort: „Soweit ich die Verhältniäite kenne, Jqt 
einigem Knl^egcnkommen die Erwerbung, sei es durrh Kanf 
Tausch, keine Schwierigkeiten haben." Dieser Äuasnmng gegenol: 
fttelle ich fest, dass zwischen dem Gros^h. ttenerallandv^atchir 
EarlBTufae nnd dem Erziehungsdepartement des Kaotona Lnnm 




1803 VerbandlougeQ Ober die EialQÜaiiK oiaes Austauscliüs 

BD imrdrn am deu Goltcrcr'&cbcu A|){iurat gegen Hingabe 

gnmra Kahl auf die Schweiz boiaßliober (.Irlnuiden für das 

C«aeraIlaDd(.'äar<.-hiv zu envorbi-n. Auf OrtiDd eines Gutach- 

des Btaaisarchivii »i I.u/.orit »unlß jcdocb dor vor^'t>.^rhIiigDiie 

vuD dem ErziobuiigsdeiMirteineul im KiDveraehmen mit 

Begierangsrai des Kantonti Luzern abgolohiit. Es war dabei — 

dem Sdireibea des ErTiebmipsdcportemcnU vom !t. März 18M 

lie KrwSgttDg aaS8c1ila^Keb<-iid. da.vs unsere Urkuitdeii (d. b. der 

rnr'srbe A|>(tiirn(t in Hc^febUMiwi-rkcii und IJrkuudeoliQcheni als 

izern \>ef\nAikh vielfach citiert sind nud da&s C:8 dcssitalb nicht 

ItCTMW der hiBtoriSflien Forschung ni lipRcri scheine, diese L'r- 

m dislocierco and damit deren Itcnut/un;; 7u crscbvrorea". 

diese EnrftgtaiigeD einer Erörterung nntcmeben zu wollen. 

'Jk CS gegenober der Anfisemng W i 1 ic's fUr geboten, den Sach- 

danulegcn. r. M'w/f. 



sollte meioen, die löbliche nrsprllnglirb scbweizeriirhe Sitte, 

ich za Keujabr bi^toritichu AbhuadlunKen dem Publikum vor- 

mOrht« allmäblii-h ra einem Mangel an geeigneten SlofTen 

tu. hnaa dem nii^ht so ist, bewei.4t dos St. Galler Xcnjabrsblatt, 

Fim Placidus notier bearbeitet ein I^bensbild von Abt 

iiold von Falkensicin (134-1—1272) (St. Galten Fehr'Ache 

Jlung) darbietet. EJa fuhrt nnü nirbt einen gelehrten Sl. 

Abt der ajl<?ii Zeit ror. sondern einen whwar/uillder Froiberr, 

Schwert mehr dient als dem Ahtsstabc. In allen Fcbden 

' 7^1 hervorragend beteiligt, wusste er die Macht seines Klosters 

rJitiirb zv beben: bald war er Parteigänger dee Papstes, bald der 

ben. Dass diesem Ilild nn-Iit warme Farben trOgt, Tcrduikt. 

ksser der St. Galler Clironik (Christian Kflchenmeistera. Nene 

arhielt aber das l,eben.-<bilil des AbICN nas den r. Kernoulli 

jchten Papstnrk-andon für die Schweiz. Neben ihnen wurden 

lieh Borh die UrkundvnhOcber von St. Gallen u. ZQricb heran* 

Abbildungen von Wnpjien ond Uurgen schniUcken die an- 

ro Irscndc Abhandlung. A, & 



der .Zeitschrift fllr donUchcs Allerthmn" B. 38, 27ff. weist 
ard Schröder nach, dass der Gonocr des Dichters Kon- 
D Worzhurg, for den er sein Werk „Otto mit dem Barte" 
der Strossborgcr Dompropst Bertbold von Dicrsbarg 
seit 12tiii bekleidete. Nicht so gcnan Usst nch die Todea- 
iDcn. Bertbold erscheint noch 1272, 1275 wird er aber 
n bezeichnet. Ddinit ergeben sich die Grenzen der Ent- 
eU jenes Werkes. A. S. 




etilem nnr fttr Subskribenten aosgegcbcnon Bande veroffent- 
Wk G. F. Duckelt irichtigee (Jaellenmaterial xnr Geschichte der 
i^CbayabUBglceD Kloster. Das Bucfa fahnden Titel: «Visitations 



336 



Lütentnniotben. 



aadCbapters general of the ordre of Clani, in rcspcct of 
saoe Lorratne, Tran^rane Btu-Knnd; (Swjtzcrlond) and othcr parts 
the provinc* of Gennany from 136!^— 1^29.'' Diese aoaserord« 
retchlialtige SammloDg von Akten der Visitationen und Qenenüiuf 
beruht aof den in Paris Tpr*tn>iiti:n Resren des ArchiTs Clnny. Vn 
den elstoiscbea Kl&steni ersciieiuen Froidefontaine. Thtcrbudi, Colmu,^ 
Feldbadi, Altktrcli. Bieaheim tiei Ijreisach. endlich Enschin^en. ton ie 
IwdlscfaeD Istein, Bälden ond Sl Ulrich, anter der /jihl der BcbweLi 
Kben D«Dne ich besonders Bu Albon zuBa»el. Auch da^ Klofitor! 
aoUt« U18 visiUrt vrerdeo, allein es erklärte, es sei von ClunT- 
hlngig. Die Yiäiiaboren berichteten aber die Anssorra and inner 
Verhältnisse der Klöster. Personal, (.iöUe:5dienst. Bauten, Seh« 
Armenpfleg« a. s. w. Die Ort^bestinunangen DackeU's siud sclir 
irrig — man wird tHea eiaem EoglAnder nicht verdenken dttHra 
ES» Anbang von Aktenstocken ist beigegeben. Was die el&&sL 
Kloster betrifft, bat A. M. P. Ingold im wesentlicben in der Itet 
cathotiqne d'Al8a<;e 1893 aosgomgen, wo eich auch ein ander 
tikel lugold's findet: „Une ptge de TAlaotJa sacra: Lcis prieoresi 
äera des diocioee da fialo et de Strasbourg". Die» Arbeit ist 
ohne LockuL 



Mit vielem Danke wird man den Neudruck einer liobensn&rdli 
RittermfiTß entgegennehmen, die auf dem Boden der Orrcnaa sprii 
nnd cbcndort gedichtet ist. Es ist der Peter von StanlcnbergJ 
den Edward Schröder mit MorizrouCraon als „Zwei nltdeatsrbl 
Rittcrmfircn- (Berlin, Weidmann 1894. M. 3! neu publiziert. 
Held des Gedichts ist „Peterman der iiiemringer. ein flogen 
erkorn. von Stoofenberg was er gcbom, daz lit in Mortcnonuc", 
erkiest sich die schönste der Feen zu ihrem Ueb^ten. nach gliuueoJ 
Beldeuthaten in Frankreich. England. Ijunpurten, IJngaru. Schw&l) 
and Bayern, im heiligen Lnude war er in seine Heimat znrtcl 
gekclirt. Als er am Pliiigättag nach Nussbach in die Kirche 
Qottesdienste hinabreiten will, findet er am Wege die Bchönrte 
Franeo. Es ist die Fee. die sich ihm ergiebt, und ihm ancli weit 
Glnck nnd Segen bringt, nnr darf er kein Elieweib nehmen, 
stirbt er am dritten Tage. Bei einer Kfinigswahl in Frankfnrt Dt 
itnihU er wieder alle an Tapferkeil, w das» dt^ König dem Rilb 
seine Nichte, die Herzogin von Kumten, zur Ehe geben wilL Pot 
mann weigert sich, gicbt aber nach. Beim ilochzcitsmahlc auf 
Burij SUtuffenbcrK erechcint, wie die Fee verktlndct, dorcb iliu 
des Saales ein Voss. Man weiss der Ritter, dass sie mit ihrer Propb 
zeinng Recht behalten wird. Er stirbt am dritten Tag& 
Riltermürchco i&l früh gedruckt worden, kein anderer alü Fif 
hat CS 1568 auf Wunsch des Jnnkcrs Melchior Widergrün von Btan 
berg umgearbeitet, in unserm Jahrhundert wird es jetzt i^nm 
Alole gedruckt. Vorliegende Ausgabe macbt einen »eiir gute 
druck. Zn der Einleitung sind einige ErgOnzungon zu mii^hcn. wulv 
freilich auch noch kein volles Liebt bringen. Bei der Üc^iimmun 



LitluratumotüEeii. 



837 



Im und des Dicliters, d«r sieb am Schlosse ab bor 
L-iurohrt, kommi Schröder mehrfach za denselben Schlassen 
»der. [)en Liehter sieht er mit ü«der io einem Eftenolf 
EiffeDberK. cineu solchen wies Kader nach, der zwiscfaeo 
1 U34 gestorben ist. Dieser EgenoU erscheint obrig«ns 
78 in einer Karlsruher Urkunde: .Herr l>ietbericfa. herr 
md beiT Andrecz von St&fenborg und Alit nnd Konvent 
^bach vereinbaren, dass ihre Missheltißkcilcn durch vier 
ttt« entschieden wenlen sollen. Die StaufeoberRer wAtalen 
biwhten vou Stcinebome. nomberm zn Simssb&rg. und 
einbolden den Liebenccllcre, ilas Klwtcr hcrrn Walther 
)vg und meister Bertolt von lr)ien)i«im. Obmann ist hcrr 
iroa Ocnilteeecke der alle," Wir liiiben also ober dcu Üicb- 
lAv^aifL ScbvricHger sieht es mit dem tToldcn der Dich- 
ffr IwDnen keinen nrkundlichen Bele^ Tür einen Peter Dieme- 
DD Sianffenberg. Die obenerwübwte Stelle dea Gedichtes 
B änerwits in die verwickpltcn Verhältnisse der ortenaBi- 
uerbenburg Staaffeuberg, audererseita in die Gegend der 
lehoi TogcGen nach Utemeringen. Kin Ritler Andreas von 
gen mr 1300 veratorbcn. In der oben mitgeteilten Urkunde 

erscheint ein Herr Andreas von Staofenberg, welcher l2Sa 
ftrbea erwähnt wird. Wenn man aoch die Identität beider 
lier behaopten kann, so nahern wir nns doch den PersOnlich- 
V Sage; denn jene Urknnde von 1300 nennt die Tochter des 
' r<m Diemeiin^u mit dem Namen Petrissa. Er ist sonst 
Kiten — ich wiiMtn keine andere Stelle — er ist die weibl. 
t ZD Petras. Wir dürfen wohl ruhig den Schlass Innen, dass. 
lieser Name gegeben wurde, der Name eines Peteni v. D, 
CTflhmt war. Irtasc Petrissa ist aber offenbar identisch mit 
7 lebenden Pelrissa, Tochter des Rittern Andreas von Lotiel- 
ntiBb. IIB. III, 1^1, 35). Unter den Angehörigen der Familien 
MSrtngen, Lnizel^iein nnd Stanffpnherg werden wir niminchr 
D haben. Der Name Andreas kommt in allen dreien vor, 
bei den beiden ersten, der Name Petras — der des Heldea 
t«B( — Us»t sich endlich bei den StauBenberfrem erweisen. 
pn Bretten alelllv 1274 der Stadt StrassboTf! als Bßrfieu ftlr 
Me, welche er der Stadt Siras^bnrg schwor, zwanzig Ritter 
|ge meist ans der («egcnd von Onrbrh, dsninicr auch ^hcm 
«■ BtODfeaberK" (Strossb. UR. II. '^}. :>J). KQ(i|>ne sieh die 

diäten oder trog auch er den Namen der Sage halber? 
ohttBqKea, wcleh4> W. Wieftand auf meine Bitte anstellte, 
I ludse wcitereu üewebe ftlr den Zasacuncuhaug der F&milio 
)gea. Btanffenberg und l.Qtielsteiu. SchrMcr rUckt m. £. 
du io n enge Beziehnngeu in StraasburK; er redet von den 
hgu als von einem .Uatagudikcbte''. xa denen es vor 1333 
xar Zeit der GMchlcchterharrsekaft — gar niclit gehOrto. 
Ht eb«n öne viel zu enge Verbindung zwischen l^amtadel 
Itfaekn Patriziern an. Das Üedicht flihlt dnrcbans nichi 

,.«, «wstL 4. OImnh. S. 9. tX. 3. 22 




338 



UtteraUuuoUicn. 



»lädtiwh, sondern trflgt den Udst de« DteD8ti»onii«iuuI«U in ät 
StrassboTK ist mit keinem Worte erwObnt. Dabei bleJlii !<e«tt]|| 
dass E^nolf von Stauffenlwrg ein Xachabiner des hnrgerlirhen Cid 
tera Konrad von Würzbnrg war. — Wie mir Scliorbacb nmt^ilt. 
dem IleraoüKCber eine datierte StrasaboTRer locnnabel n 
berg entgangen, wekbe allerdings bisher allgenpin nnbe). 

A. äcJi» 

Ju äbnlicber WciBe. wie Meister in dieser ZeilMlirifi S. F. 

101 ff. die Itectioungsbacber der Vamfra apostofiea fcir die Zeil 
1415 bis 1513 fflr das Bistum Strassbarg usgczagen hat, ist oon 
das Uleicbe auch fflr das Bistum Speier gosclielien. Die Fi 
dieser mQbseligen Arbeit liegt in dem neaesten Uct'te der Zeit&cl 
des historiscben Vereins der Pfalz vur und trägt den Tilei: -i>: 
Diöcesc Speicr in den päpstlichen UechnnngsbOchern 
bis ISßÜ", in Kege^tcnfonn bearbeitet und mit Einleitimg 
von Dr. Micbael (tlascr. mit Ortä- und Personen index an 
TOQ Dr. Johann Marerbofer. Die Kirchengescliiehte folg 
Orte lUdens findet, so viel ich eeJie, Bereicbi'niiiK: Rotbenfeli. 
Oslringen iPrarrrr ein Leibarzt Kaiser KarLi IV.), Obergro 
Uoclibanaen. llicbclfeld, Stcttfeld. Koppeiibeim. FJseiiK. Odi 
(bebr vieles f&rdasStitt). Itrnciisal. Kppingeu, Sulzftld. Niff« 
l>cren). Ellmcndingen, Jübliugen. Ktlliagen, Kie.selbrunn, Brettl 
Zaisenliausen . Pliilippshurg , Slingolsheim , Pforzheim, DictÜagi 
UQozcsbeim. (lambrücken, Linkenboim, Ltu«heini. Malscb. Moabu 
Oberhansen, Uh-^tadt and Spdvk. Vom badiscben Fi' 
M-heincn Markgraf Christoph I. nnd sein Sobn wleich' 
UBS als Probst iu Pforzheim erscbetüt. Zablivicli»? Niu-lirirblen b 
rolircD Adelsgescltlek-btcr /. B. Adekbeini. Gemmiugen, Gt'iler, IM: 
Stadt, Vcnningen, Von nnmanistcn und Gelehrten ticloii mir auf Et 
md von Soest, Jodokns Gallus — Dber den der Index anrJi weit« 
mir wenigstens neue Xachriehlvn beibringt — Johann von f)nlba 
nnd Palla.'; Spjingol. Die meisten Angaben hetrefifen n ■ ■ 
selbst und ■Ijmich das Kloster Weiuenburg. FQr die l..i 
wäre die wii'hlijcsk' Naehrirhl, dass Papst Paul TT. dem Graten Fiicr 
hard von Wirtcmberg Bürgen, Stadlc nnil OrlÄChaften in den ij^rw- 
gelu von Konstanz oud Speier als pftpstltcbe liehen gab. wofor !"' 
Graf jübrlich einen Zins von 2 Mark Silber der i-Amera aposi' li':t 
zn ontrirhten hatte (251 zn 14ti9). Wahrscheinlich ist das aU'i > >n 
Jlis»«erst4Qduia. Vgl. Stäün UI, 737. A. iL 



,Der dcatsebo Adel im ersten deutschen Sc&aiartfclit' 
(Lnicm, Gebr. Rftbor & Cie. Iß93. 24 S. 4") betitelt sich eine kloi'" 
Scbrilt, in welcher lEektor Dr. Jos. Harbin in Lozem nmv 
Kapitel dos l.ihelhi^ df. cesarca monarrhia Peters von A&dlan iub 
Oegenstand einer FesUbhandlong gemacht haL Nachdem wir im 
Toriüeu Jahrgänge dieser Zeitachritl (ä. 140) auf den von V 
sorgten >'cudrxick dieses ersten gesamten deutschen Staats i<^..„^, ,„u 



Litteratumotixeo. 



339 



bAbeQ, dOrfle es «ngezoigt setn . auch auf die hier eiit- 
litkellBu Aosiclilen des gröbsten obcrrbeiniachcD RccbtslebrcrE am 
Uiguge du Mittcl&licrs (f 14^) ober den hohen und niedeni 
>4flffftaili< des Heiches auimcrksam za maclien. Koch iu der altea 
Idotaetiscben Methode zwar, aber io eiodriDglichcr historisch- philo- 
Nftaücher lü^rtemns legt Peler von Audlao die rOmi&che Än- 
■twiiiig vom Wesen de& Adels dar. d. i die in physischer wie mo- 
ier Tocbtigkeii zugleich begründete virtos. Dieser Auffassung 
er duu eine drastische Scbilderang des rcrwildert^n Ilaub- 
Bns and des Jankertoms im \i>. Jahrbandert gleichsam als 
tsehe Anfbssnng vom Adel gegenabcr. So wenig freund* 
Bild »ich zeigt, zu dessen einzelnen Zltgcn dem gefeierten 
eigene Erfahrung in den obenheiniscben Landen wohl 
! fenag geboten liaben mag, — so wohllhuend bertlhrt die woime 
sogungsvoUe bprache, womit von ihm die Idee der Hoheit 
icn Reiches ond Herrst^hers in jener traben Zeit hodi 
and vertreten wird. I>ie seit Jahren von Harbin aber 
ron AndUa, sein Leben und seine Schrifieu anee- 
liillien Studien haben inzwischen in den «Katholischen Scbwei- 
lerbtuttcrn" zn erscheinen hcgouocn. P. Albtri, 



Oa rastloKcn Kleisa Ul)'sse!> Chevaliers ventRnken wir die erste 
^äfigpg der Topobibliograpbie, die den 7vreiiea Teil des i?«'- 
^^Hbto mmret» hütorüptes r'u mogen-iittc bildet. Der erste, die 
i^^nllograpfaie ist mit einem Ergänzungsband nbgeschlu^en, 
«11 aber, was sicher alle beteiligten Forsrher mit grosser Freude 
wenien. demnficbst, d. h. wenn sich die nMigc Anzahl von 
finiieu in verbesserterAuflagc orschciuen. Die vorliegende 
lg der Tupobibliograpbie nnfosst die Burlistaben A un<) R. 
Bade bat der Ileraiugeüer nicht flbersichtlicli zwischen Land 
Icadt nnierschieden und bei den zugehörigen „periodiqnes" fehlt 
Jjutpt«iche. die Oberrheinische Zeitschrift, die auch noch unter 
KU entälineu gcwcden wäre. Nachzutragen sind vor allem 
Topoi^Taphiscfacs Wßrtcrbueb. mit dessen Littcratumn gaben 
braUor ohne MQhu zn gewQnsehtcr VoUstJindigkeil. gelangen 
BOdtna Ue^cks Geschichte der Herzöge von Z&hriogen und 
fChrintttn QoDcalogie des Gesamthatuies Baden. Bei der eigen- 
polltiaeheo Gesrbiehte Badens sflhe man einige Vorweise, 
aaf CoDstance, Palatinat. Zihringer nebr gem. Von 
die fOr Forscher der uberrheinischen Gebiete Wort haben, 
gut Gluck getmnnt: Alemanni. Allcmagnc (d^Sjialtcii), 
(d«r2u$utj:: imnince de France tHaut-et na.<-Rhin|! ist denn 
MUPumehatii), Bdlr. Jiebentiausen, Beme, Bristfau (derZui-atz; 
«o granddocb«^ de Bade kann leicht irre fuhren. Die Utterator 
f|iArlich). Da di« grosaartigen, von staunenswerter Arheita- 
zi I - ' '. bibliographischen Arbeiten Chevalier's trotz ancrken- 
ar I !. der HistoriBcbcn Zeitschrift (B. Krusch. N. F. V7. 

5. 1U>, dtiu Ilistonacb-polilischen Blättern und dem Historischen 

22* 



uf 



340 



liuentunMtisen. 



Jahrtindie 1d UcatschlAnd kAam bekumt sind, so s«i uuii 
daraof bingewiosen, dass das K^iieru^re das gaozo Mittelalter. 
auch du deutsche, und zwar bis 1500, begreift Der aste bioKraphü 
Teil ist nacli Pcr&oBcn geordnet und wir fiuden danuter t- U. 
discho Forsten ood Konstanzcr RJHchöfo.. Der xvüte Teil hnffiti 
darum Topoblbliognphie. weil der UcmusKeber keinen anderea 
senderen Ausdruck fimd. Es werden darin nicht nur die gesdusfaK* 
lieh denkwürdigen Orte aoTiitoführt Modem alle Sadibcgriffe. 
im Mitlelolter viohtig gewesen und In Monographien behAade It mari 
sind. Dio ersten Sp«lt<m worden diw veranschnnlichen. Aui Schi 
zur Ocschichte de* nacJistabcns A folfl Aach im Hegan, Aach« 
mit VomeiDiing auf Aix-la-('iiai)ctlc, dann nach einer weiteren 
Orte AhhayeB. unter Iciztcrcm Stichwort finden wir all 
Klosu?n*rrzeichni9&c. Iteüpielsweiec seien noch von znmmmc 
Artikeio genannt: Academies, Biblc, BiiiUographie (ft BpaltfiOl 
fiÜdÖ^tfii«!, Biographie o. s. w. Der Preü) der Tapobibliogni 
ist imTerhältnt» zn der Falte des Gebotenen nicht hoch; 3A 
- 28 Maik. A. CartdUeri. 



bn Korrespondenzhlatt des Ocsamtvereins der dcat»chen 
fichichts- und vVItertumsvereine (Janoar 1894) veröffentlicht der 
wtihrle Kenner nnd Sammler unserer Steinmctzzcichen Herr 
A. Klemm einen vergangenen September in Stuttgart gehalt 
Vortrag aber die Famiitu der Meister von Ijmüad und 
Zeichen, indem er durch geschickte Kombination die Anfänge 
merkwürdigen viel verzweigten Sicinmclzfamilie featzosteUen 
Die altcäten Vertreter des Geschlechts scheinen demnach ihre : 
in den oberrheinischen Danhtitten des ausgehenden XIU .Jahrbun^ 
gefunden und hier gewisscmiaBsen das Krbc der Familie Erwin'» 
getreten zu haben. Leider bat sich Klemm bei einem Teil 
Untersuchongen. soweit er nämlich die UauKctciiichto dr^ I'Vtib^ 
Mftnstcrs berührt, auf die immer noch der Berichtigung harr 
Anafahruni^oQ Adler'ä in der Uentcfaen BanzeitnQg Idäl vorlasson 
ist dadurch zn unhaltbaren Annahmen gekommen, die hier 
mehr nur andeutcnrlen Hichtigstellung bedürfen: An der 
des Freiburger Ijin.f^hauacä befindet sich an der ätlnseit« detij 
liclisteii Strebepfeilers nabe Ober dem Boden ein Drei« 
teilt von einem in der Mitte rechtwinkolig gehiricheoen 
Balken, der drei Hämmer enthält, (Abi. b. Adler Fig. 30) zw« 
das Zeichen eines Umdnder Meisten. Da die Schildfomt In 
XIV. Jahrhundert weist nnd thatsäcldich im Jahre l^t der Che 
einem Mciatcr Johannes von Gmünd Qbcrtragcn wird laot 
Urkunde, die jenen Klciotiei] Schild ohne Il^imtiiür als Siegel seigt. 
bezog man bisher den Scliild anf dics<-n Meister nnd nahm an, 
er zwar nicht die Wflnde der lAngat vollendeteu Seitenschit 
denen sein Zeichen steht, wohl aber darltber die Ftalens 
Strehopfeiler gescliaffen, die ihren Kunstiormcn nach gel 
Zeit angehären, nnd zum Zeichen dafor seinen Schild an 



LitlenrturootiBpn. 



Ul 



9tfüt Mm 8trebepreUer uigobiacht babe. Klomm nimmt dagefrea zn 
ihipm Schild dnen AlteroD (iniuuder Mdster an, der erat nach Yol- 
kvdnf des TuTvaa aU Nachfolger <ics Tanmneister etwa VdCO bU 
1330 die m)€li letilenden Teile des Laii^kuu«« aasRefOhrt habe. Diese 
Anahmo Ist uuJialtbar: Nachdem die östlichen Pimiori des Monsters, 
deren Daticning for ans bic^r nicht von Wichtigkeit Lit, Qnerhaiu, 
Chor und die beiden frRhgothischen Joche des Langhattses voll- 
ief «aron. trni ilDrTnrrame[.<ilerA In dip Hotte ein, IcRte den ri-ran- 
rtr die vier Wes^joche ttnd den Tann und begiuin mit einer 
Anzahl (lesollcn dioKMi Nimt den Wcsttronti^u tler Seiten- 
mil den Rosenfensiern aufzuführen. Im Jahre 1270 war der 
nnteD gerflstfrei, d. h. mindesteos bis zor Hohe des docken- 
der nach oben als Ocrflst benutzt wardo. vollendet, — denn 
beveKt ganz richtig interpretiert die ganz an%-erdAchtige Jahre»* 
am Tormiifeiler, sei es nun, das» sie eine Zeit grosser Wohlfeile 
ebL (Mier (iam sie eine marklrecht liehe Bestimmong enthalt; 
jed«a Fall hatte es keinen Sinn, eine solche Notiz an einem 
&^ bcKonncQca. durcli Dangerdste noch lange verhallten Ge* 
ttade aaznbringen. Abt dann der Turm bis Ober die Hübe des Lang^ 
khuMa geüiiegen vrar, folgte der Auübftu der Schiffe, und zwar fori- 
itend vnn der Wes(fn»nt Regen djw QacrschifF hin; das beweist 
FOgnng der Quader hn Innern der Ijclilgadcnmaiter und der 
it miMglOckto Anschlns an die Ostjocho. Die Unterbrechung 
: Tannbaas geschah wahnclteinlich wenig ober der Acbleckgallerie; 
la ut>er dem Olockenstohl finden sich nirgends mehr die alten 
lelzzeieben tod der Vorballe, fiondcm durchweg neue Fonnon 
■cUiierer. tnarkanlerer Ausfahrung. Dagegen n'iiMlerh<dt sieb 
> Mehmh) Jener Ober dreissig Oe^ellenzeichen, die wir vom Ilnter- 
dea Tunnes and vom St. Michael kenneu, an den Ifeilern 
langhaases and an der sodticlien Aussenwand gerade da. wo der 
itd de^ GmOndcri sich befandet. Ea kann also kein Zweifel b»> 
dftw vor der Vollendung des Turms, zum Teil von denwlbott 
die diesen begonnen bauen, das Ijui^haus aungebaut ward«, 
H ja ancb am meisten dem praktischen Ilcdlirfbis der Btlrger- 
ent«precbeii mochte. — ßeatfitigt wird diese Anffiftssnng dorch 
dieser Teile inMasswcrk und ProHlicrnng. die von der 
Eleganz nnd dem Reichtum der oberen Turmpartien noch 
tfcfat« wissen and sich auch weseaUich einfacher zeigen, als andern be- 
liBatlieb datierten lAngbnus des StrossburgerMunitters. So ersclieintalso 
Jner Steinmetz, dessen Kchitd am sodüchcn Oberlichtgadea an der 
iBrnrnmiiiirr »teht. als der uumittelbaro Nachfolger des Tui -mmei»terB 
lad als Vidlt^nrler de.s I^nghauscs. (Kein Zeichen abg. b. Adler 
Fig. a»; das ebenda Fig. 2S wiedergcgelM-nc Zeichen ist kein Meister- 
Mirhrn aoodem der äcbild der Malerzuuft). Ich glaube, wir dürften 
von dieaer »kllimng jenes Schildes mit den drei Uftmmem erst 
daaa abweicbeu. wenn sich ein ftlterer Meister von Gmnnd fiir Frei- 
%aif arirandlleh naehveiaen Hesse: au der Dsiierang der hier he- 
■l^uJuMua Baateile wird aber aach das nichts wesentliches Kndom 



342 




LitleraliunolU!«]!. 



können. HofTeniJirti bieicL das demnächst encheineude M' 
w«rk Mnterial gen»^, nra atich weiteren Kreisen ein Urteil in d)< 
Fragen zu ermöglichen. A'. Scinirfar. 

Die UaDd^eicbnongeu des Hans H:\ldnnf( gen. Orie 
in Originalgrossc mid Licbtdmck-yaclibildnnKcn not-h den Originali 
in Basel etc., Karlsrnbo etc.. mit Uatorstiitzniig der Hef^iersn 
von El sass- Lothringen und der Stadt ätrassborj;, «i 
ersten Male herausgegeben von (labriel v. Törey, Dr. jü 
Licbldnicke aus der Anstalt des UofpbotograpbcQ J. Kraemer 
Kcbl liand 1. Sirassburg, J. H. Ei- Ueitz (Ueitz n. MlUi<l< 
I8dl. Hans Baldnng ist ein so eigenartiger charakteristiacbi 
Heifiter, daes er es «obl verdient hat, wenn seine Zelchnuagi 
in einer grossen Pabükalion vereinigt werden. Uerade {fit tk 
der im Kolorit immer etwas Ij-ocken ist und der den KuprersÜ 
wenig gepllegt bat> sind Zeicbnongen und Uolzscbnitto die «k 
tigslen QuctlcD. l>a sieb Baldnng trotz einer stark prononcirti 
Individnalitüt, besonders in der Frah2oit seiner Entwicketnng dv 
DUrer uud audcre bat bfeiullusscu lassen, so kann es nicht 
dass die ßestiminung der ihm zuzuweisenden BlStter 
Schwierigkeiten bietet. Wenn daher das Dorcbblattem der el 
blappe, ><olche (Lbrigens als erster Band nur einen Teil seiner 
nungeu umfasst. dem Beschauer kein ungetrübtes Bild von seil 
Können gewJIbrt, so Kweifeln wir doch nicht. dus> der fbr den 
Band verBprochene Kommentar uns die uOtige Belehrung bring' 
wird. Von lokalem Interesse l'ttr nns ist vorlUutig ein Blatt, wcli 
zum berühmten Freibnrgcr Altar in Besiebung steht, sowie 
Silberstiftzeichnungen, die dem Karlsruher sogenaonteo 3! 
entsprechen, und endlich eine Zeichnung, deren Motiv ra 
Bilde des Meisters iu Karlsruher Privatbesitz gedient hat. Ai 
wollen wir nicht versäumen, eine kleine nebensäcb liebe Ergätixi 
eiuzuflechtcn. Wir wissen, dass Baidung in der Nähe von Si 
bürg geboren Ist, wir vermuten, da.<is er in Komberg geicrnt 
uud wir boren von ihm selbst, dass er sich ala Garaondianos 
zeichnet. Tärey spricht von seinem Wappen und weist oacb, 
es in einem wachseuden Einhorn bestand. Dieses ist aber * 
das Stadtwappen von Scbwäbiscb-timOnd. Da es in jener Zeit viri 
färb Sitte war, sich entweder nach der Stadt zu benennen, 
welcher man stammte, oder das Wajipeti derselben zu dem »>eiQj 
zu macheu, so lUiden wir in demselben eher die Angabe, 
duugs Familie aus Gmünd stammt, als dass er selbst dort 
sehe Eindrücke empfangen hat, wie andere meinen. X H- 



In dem karzHch facraosgegebenen 8. Bande der Correi!]«»! 
daace des reformateurs dans Ics pays de hmguc fnu] 
caoiltie et publik par A. L. Herminjard men^To \A\'. 
die Jahre 1542 nnd 43 nmfat^t, ßndcn sich zahlreiche Briefe, welc 
Air die Slra»sburger ßeformatiousgcscbichtc von Wichtigkeit 



LitieratarnotiBeo. 343. 

^dles ja bd dem häutigen Aafentbalt Calvins nnd Farels tDStran* 
Qiid bei den freandschaltlicbcn Ilezicbungon der ßeicbsstadt xn 
Iwabcbra Gtaabeosgenossvn erklärlich ist. I'iü Mehrzahl dieser 
izeti ist schon amlorwoilig godnir.kt; von bisher nn- 
^SiQi'kcn, «elcbe der Bond GnUtftlt, seien besonders erwähnt 
rit-fe Mucer's aa Farel. einige Korrespondenzen des Strass- 
?rRats mit Basel, 'Neaenhnrg nnd MetJt, endlich zwei Briefe de» 
Wilhelm von Ffirstenbc^ an Bern und an seinen Gesandten 
Sdiireiz. W—n. 

Zor Geschichte der Straasbargcr BUeher-TlInstration hat 
Paul Ilcitr wieder ni'ci BeilrÄge geliefert. Der erste bringt 
iMoe Folge von Form schneiderar bcilcn des 16. und 17. Jahi^ 
Unter diesen, wcU-he durchweg ohne konstlcrbehcn Wert 
in' ■■■■: wohl nur difjenigen, die zum Schmuck von deul- 

^' i:''ni jtedienl haben. Die vorausgcsdiicktcn Krlünlc- 

iles Hcransgebpn icaifeTi von gntcni Willen. — Von höherem 
ist die KMTcite Publikation, welche die Zierinitialen iu 
Dmckea des Thomas Anshelm in Ilagenau — allerdings ziem* 
wiTotlstJtadig — zusammenstellt. Bei Besiirechnng der einzelnea 
Bte OÜlt der Mangel eigenen UrteUs anf. Das Aage des 
verletzen die teilweiiiu recht hfissUchen Clich^s. — A. 



f. Cbarles Schmidt Ist rastlos in seiner bibliographischen 
toit. Schon wieder ist ein Doppclheft (Xo. 5 o. 6) des Itc- 
biliiio'jraji/iuptfi Siras(>mirrm>i.-< (Strasbourg 1894) erschienen, 
sieb mit den OPficinen dt!s M- Hiipfuff nnd der beiden Marl. 
;b bescbiftigt. iMit Bedauern ist zu bemerken, dass nicht nur 
i Fehler der Trahercn Hefte (vergl. die tadelnde Kec. im Ut.Ccn- 
IFOI Sp. 2tS) wiederketircn , sondern dass die I^eislnngen zu- 
Icher werden. Schmidt bebarrt anf meinem veralteten 
i)d Ters<'hlit'SBl sich gegen die Ergebnisse der neueren 
Utinnterschriebene Drurke zu bestimmen, ist nicht seine 
rotcrnimmt er aber einmal den Vorsnch, so missglQckt dieser 
■Act, da ohne t^-polog. Beweis operiert wird. Bei einiger Typen- 
itais liMtte Schmidt i. B. den fehlerhaft datierten Druck No. 138 
fnff) nicht IM9, sondern 1499 ansetzen müssen. Zu tadeln ist 
anders, dass der Verfasser eine Reihe von höchst rerdttchtigen 
ito Drucken (bes. beim filteren Flach), welche noch kein Btblio- 
I mit eigenen .\ugen sab. in sein Verzeichnis aufgenommen hat, ab- 
tun seinem Grundsatz: .tid^les ü notre ]trincipc' de ne men- 
''qve ce dont noos sommes parfaitement tür^. — Im Interesse 
— den wir als Theologen nnd Lilerorbislorikcr utb 
Mcbitzen — btanen wir den Wunsch nicht nnterdracken, 
Q- auf dem flun fremden 6«biet der Bibliographie sorgnmer 

- A. 



844 



LitteraturnotizeD. 



Unter dem Titel: „Allerlei tos dem alten Colmar" (C^tnur, 
Jung) hat KuRe» Waldner eine Reibe von Anbauen kdtr- 
gcficliichl lieben lobalt« gesammelt, die er vorher In der „Colnutnr 
Zcilung" Tcröffent liebt baUc. Von allffemcincrcm Intere«« i*t nr 
allem die Abhandlung: „liruck und Vcrlricb der ßom.-r'tcben PlotartV 
tlberanzunK". welche für die (Jcschiclitc des Bnchbandols von w* 
beblirhcm Werte ist. Uer Colinarcr Hat Hess — es ht ja 9•Dde^ 
bar genug — um dem Mugistratsbürm Hieron^mn» Bouer ood n* 
gleicb dem wenig beschilft igten Buchdnieber Jobannes Griininset 
einen Gefallen zu thun, des erstereo PlutarcbOltorsolzung dureh 
ktztereu drucken. JÜagistratsgesandle vertrieben dann da& Weit! 
Oenannt sei noch der Abdruck von Androu Johanaos Chronik 
(1505-97). A, Ä 

Der Frelburger Domkapitular Dr. Dreher verüffentUcht in den 
„FteibttTger Ktttholi&cben Kirchen blatte" IBM No. 7—12 zwei irart« 
volle Aktenstücke „Zur Geschiebto der Ftirstbischöfe vor 
Konstanz". Das eine ist die Urkunde Aber die Po^tulaUon 
Üiscliufs Johannes Tmcliscäs von \Valdburg-'SVotfegj{(162T), das aadw 
ist der be;itglicbe Iiüonnaliv-Prozess, dessen ZetigenaossageD iin Wort* 
lante gegeben sind. 

In der Rctqo bistoriquc (Bd. 51. p. 26— *3. 225—249: Bd. 63, 
p. 29-^1, 280—300) ist eine Reibe von ÄufsStzen von dem innriseheii 
versturbmeDColmarcr StadlarcbivarX.Mossmnnn unter dein Titel 
LaFrance cn Alaace apres la paix dw Weatphalie ersrhieoen 
Die Oberschrift ist irrerubreiid. ils bandelt ürii weder nm eine ninfU' 
seudo DaKtollung noch eine eindringende ünteRacbong der franiifcl' 
sehen Politik im KIsass uaeji dem Frieden von IfMä; ÄtossmiiQu 
schränkt sich darauf, in derselben Weise wie er es firttJier für 
Zeilen ilo» .SOjabrigon Krieges in der Revue d'Al^ace gotliaii bni. di< 
MnieriaUen des Coluiaror Stadtarcbivs in znsAmmenbängnider Vj7ih 
luiiR zn verwerten. Weder gedruckte noch andere nugedruciitc (^1 
Ion werden herangezogen. Den vorliegenden Aufsützen sollen, wii 
ich von Mostiiimnuii Amtsnachfolger, Herrn Dr. Waldner hüte, nocl 
einer oder zwei folgen, soweit ein dmekfcrtiges Manuskript tüntCE 
lo&scn ist Das bisher Mitgeteilte zerfällt in rwei. nicbi i-n-iamm^in 
bingende AbBchniuo. Der zweite (RU. 53) gebt dem 
voraus; er behandelt den Niu-nbcrger Esekntionstaa. / 
Schickung Colmar in Vertretung der elsftssiscben Deka|iuliH tich 
narb langem Z<Jgem und auf dringendes Zureden cntscblo&s, da 
sieb um die Wahrung der durch die Fa^iunK <ler Friedens 
mnugen bedrofaten Rei<^hsunmitte1biirkeit und Freiheit der StAit 
bandelte. Die DarsteUong der Verbnudlun^ien in N'nruberR i»t al 
gesehen vun der lasiruktinn der Ge-sandU;ii und ihren UerichtcQ Qb 
die ersten Audienzen hei den Vertretern der grossen Süchte groasei 
teile bekannt and fOr das Elsasä ohne Belang. Der erste Abscbnii 
<BH. fil) dagegen bietet wesentlich Neues: er fuhrt tu die ersi 



LiiterAturnotiz«n 



345 



£lati& der xelku SUdte mit dem Gouvemear und OberlandvoKt 
Oaiea Haroonrt 1651 und \tö2. Wir sehen, vic di« Btüdte b«tnabt 
das Hc-rkomtDcn und die Üer^clitigkeiten hinsichtlich der Astet' 
uud Bidcsk'ibiung zu wobrcQ. wie sie KUokliali an den SUlo- 

Jnud iHiiin Kaiser suclien, aber nur in angenCiKcndcr Weise Hndeii. 

fticl) der GoBverueur uud sein Koimnissor biiilialteii la^scQ. in 
Haar Webe, die nur dnrcli die gleiclizeitiRcu Kampfe der Fronde 
AnErltltrung tindet. Die Miiteilougen erscbopfeu den Oeffeiutand 
kBdBMeu oicfat; twwobi im Wiecer wie im ätrassburger Archiv sind 
■ir Erginfnagen bekuinL K. Jacob. 



Unter dem Titel «L'Alsace soos In domiaation fraDcaise", 
Huey, Berger-Levraalt 18S3 hat Cb. Pfister die Rede erscheinen 
Iwen, mit weicher er Ton dem nea errichteten Lebrsinhl fßr die Ge- 
■dtehte OstErankreichs an der UmvcrsitSt von Nancy Besitz er- 
pHbn hat. Wegen ihrer pro^^rammatiKchen Bedeutung ^'crdie^t ste 
IMr erwähnt m werden. Wir verdAnkcn P6sI(.t bekanntlirli ausser 
itiuni Bache itber Ruberl düii Fromint-n eine Itoiho von K-brruicben 
UnVrsocbtmgen xar (tci^rhiehtt^ KIsukS' Lothringens, von denen Ich 
üe Arbeit aber das ElsAssiscbc tlerzo^nm in der Merow indischen 
Zeit and die LcKi-'udc der heUiKun Odilia iu diesen Spalten (Uand VII, 
Tnf). besprochen hubc. Um so )>cdauorlichcr ist es, den Verfasser 
hier fölllg tni Fahrwasser sehlimmster. engster nationaler Vomrteile 
piicbia. Er will nacbweiüeu, dass das Kl»asä, dessen deutsclieu Gmod- 
duakter er rockhalislos zagicbt, zwar nicht unmittelbar nach dem 
»tstiiliubeo Friedvn^clilus» die Fraozotea mit oßenoa Armen em- 
ikagco, dafis aber im l^iufc eines Jahrhandcrts die Assimilation sich 
KOlff vollzogen habe um) schon vor der Revololiou vollendet ge- 
VMen sei. Er erklirrt dies geradezu fur ein Wunder, denn lange 
nth beliielteu deutsche Rcichsstäodo ihre Besitzungen im Elsaas, 
weder die BeamtonsGhafi in Verwaltung uudGericlit, nueh die ^hute, 
ludi da« MiUUr seien von Omnd au» französisch gewesen, dlcSteoer- 
IM ms ideht geringer geworden und das religiöse Gefühl der Pro- 
IrrfanlTTTi habe von Seiten Frankreiehs manche Kränkung erfahren. 
U*r dalBr sei die Aufgabe Frankreichs wcscnilich leichter gewesen 
ri» ilio gleiche I>eutechlaads heute, denn das Nalionatgeftihl sei da- 

toodi ntchtentwirkelt gewesen —dabist im allgemeinen richtig — , 
•ci die Diaterielte Wohlfahrt de^ Landes in langer Fnedenszeit 
ikMich gelßrdert worden — auch dies wird man zugeb«u dürfen — , 
nr allen) aber hatten die obentcn frans^ischcn BcbAnlen , der In- 
mdft&t und der t'onscil sonrcmin mit voller Absicht stets die In* 
des Volks gegen die Kechte und Anmassangen der reich»- 
Ben Uerren und der stiidtischen Oiigarchiecn vertreten. Der 
ttaitt yoo Frankreich — man denke nnr nn Lndwig XIV. und XV. — 
tird hier mil der Ulorie eines BeschOticrs der Unteriirückten nm- 
HiMrf. wie dies ja for die Verherrliehung der franicösiscbcn Politik 
Mft dar Rerolution schon liagst stereotjrp geworden ist. Aber eben 
Mn' «m ootubeidenden Punkte bleibt Pf. einfach den Beweis schuldig 




346 




].Uter«tnrDOUKeD- 



Bnd ergebt sich in cioigcn nicbtssai;eii<lcQ Wendungen Ober i)i« Raii 
poItBtciner, die Hanaa-Lichtenliergcr, die LeiDigen and die M'arttfsi- 
bcrgiscben Herren, «elolie ihr Geld Dnsserhalb de» Lande« ventettit 
und sich damit alte Sympathien ihrer Unterthanen rerscfaerxt hltta. 
Die Geschichte! der französischen VorwaUnng im Elsnai Ihc ein noch 
TÖllig anbcectuiebeoes Ülatt, sie ist ans den Akten der Intcudane la 
Strossbnrg and des Cooselt sourcrain in Colmar wie aus dem P&hser 
Archiv heraaszaarbeiten Und will man so ger1l9t«l an die Anf 
herantreten, die Pf. eo cavali^rcmcnt bcwSltigt bat, dann Terfj 
man nicht einen Hauptfiiktor des Erfolges zuwOrdigcn: dieMocblt 
Zeit und dorfiewohnbeit. Das ist allordioRS höchst cinfechnndgari 
geistreich, aber es trifft dcu Kern der Sache, den Pf. mit de 
torischen Feuerwcrlc, welches seine Rede scbliesst, v<)llig v« 
,n nons semblc qn'en .irrarbant l'Alsace ä la France l'AHcn 
n'a pas sealenient viole le principe de la loi moraJe qoi taiaej 
l'bomme la Hbre disposition de lai-m^e, mais qa'ellc a inleiroi 
le conrs natnrel de« choses. Kh qnoi! parce qu'nn joor an minii 
Sans scmpules a falsiliä ano dep^be. parce que pur ce fani tl 
pouss6 h nnc gncrrc d^astrcosc ane nation etasp^r^e, fallait-il qi 
les Hcures remoiitasäent vers leur source'/" Zu dieser geschicbtiicti 
Auffassung eines berufenen Lebrcrä der (jeacbichte noch einen 
montoi' zu geben ist aberflflsstg. W. Wienand. 



In dem Archiv für hessische Gt?5rJiichtc und Altertumskunde N. F.] 
453— fia. schildert H. Heiden heinicr zum Teil aufgrund der M'i 
sehen Korrespondenz in üarmstadt die Verhandlungen Ober die V« 
lobnng und Vermählung der Prinzessin Lni^e von Hessei 
Darmstadt mit Karl Augnst ron Sflchsen-Weimar wfthrend Ai 
Jahre 177i,'5, die in-soleni auch hier zu erwähnen sind, als die P 
zossin in dieser Zeit als Gast um Hofu ihres Obeims Karl Fricdrifll 
gelebt und dieser, wie wir erfahren, selbst sich erboten hat, dieTc 
mShlungsfeier auf seine Kosten in Karlsruhe zu veranstalte». 

K. Otor.l 



In den „Mitteilungen des Instituts iQr österreichische Oesohfc 
forschung". IM. XV, Heft 1, S. 68-ll.H vorfttfentlirbt Ad. Unil 
eine sehr beachtenswerte Abhandlung über „die £nlglcliung 
pfftl^iscb-^sterreichischeu KonTention vom 3. Januar !1 
in der er unter Benatzung von Dresdener und Wiener Archif 
sowie auf Grund der wichtigen Ilcrichte des pfiilxischen 
in Wien, von Ritter, die leider erst vom Dezember 1777 ab vot 
dig im Uüuchencr Archive vorliegen, zum eratemiuUe ein klares, 
schauliches Dild dieses diplomatischen Vorspiels zum bair. Erbfolge^^ 
kriege gicbt. S. Obser. 

Aus dem UUmirisehen Nachlasse von 0. O. Gerriniis, der nach 
dem Tode seiner hochbctagten Witwe bekanntlich der DoideJberger 
UnivcrsiliUsbibliotbek anheimgefallen, ist unlängst seine Selbttbio- 




Litt«ntarDotüeD. 



347 



,G. G. Uervinus Leben. Von ihm .setbfit," l^ipzig 1893) 
nrtlbitticlit wortlon. auf die hier kurz vemieseji sei. Eiuzelnes. wie 
disninolle Scliildeninp rU-r mirt*r ilen Kinilröckeii ilcr napoleonischcn 
tu IMrtu^tftiit vcrl(-M<>n Kindfry-oit, ist in der n«itago mr 
'/.i'iluns sclioD frß]]«.'!* imlguteilt worden; es scbUesst sich aaäe 
iritfUung der „Lehrjahre in der Kaufmannschaft" (181!i— 24). 
irjahre in der Wissea schaff — oDler dem mSchÜRen £in- 
Srhlo88ers. dessCD pietätvoller Wllrdi^nng ein eij^etier Ah- 
itl gewidmet ist, — „der Wanderjahrc"" (l^ö7 — 3.'!), dir mit der 
"v-iiic ifun/e KniwiclfelunK entuclieidendyn Reise nach Italien eu- 

fcIltld iler .Henifewahr. die ihn iletn Ilaiijuwerke seines I^hena. 
.Geftfhichte der pofiliiclien National littrratnr der Dentsohcn", 
rte. Mit der Beratung iiacb üöltingen. Ostern li^, und der 
Qrtlndiuig eines eigenen Hcimri durch den Ehebund mit der ja^rend- 
Viktoria Schelver bricht die Selhstbiofrmphie ab; eine W'eiter- 
iDg derselben ist nach der Schlu-ni^heinerkuiig der Widmunji zu 
von vomherriii iii<'ht beabsichtigt Rcwesen, wenn auch sintere 
lenUicIic Atideuiungen daranf hinzuweisen scheinen. Als Heraus- 
wicfanct IProf.] J. K(eUer) in KarUrubo. K. O. 





lA Jahrgnng 18M des Scheffel- Jahrhocbs (Stuttgart hciBooz) 

Dr. Bernhard von Dock mancherlei Interessantes Ober seine 

Igen zo Joseph Viktor von Sobeffel mtl, dessen FflmiUe 

drei Generationen mit Angehörigen der F&mitic Beck in h'cund- 

Jcfaem VcrhSItiiis stand. Eiaigc Irrtümer und Kchiefe Aof- 

in den Schcffclbiographien werden dttrch v. Becks Dar- 

ricfatig gestellt v. W. 



In der Archivaliacbca Zoitschrifl Jahrp. IrtU berichtet der Strass- 
StodtarcbiTar Dr. Otto Witickelmann aber „DieNeucin- 
ilnng des Strassburger Stadtarchivs", welche dnrcb ihn 
Bflen und dorchgcfofart wnrdc. Die reichen Schatze sind nun 
lieh ncit besser zu beuutzen tind fflr die Zukunft veit mehr 
als das in den hishi^ri^'on Kilumen der Fall war. Ganz 
erfretilich sind zvrci Nachri»'hien: ü ist niunlich beabsicli- 
(Us an sog. l'rivaturliuiideu überreiche Archiv der Sliuv^burger 
mit der stfidtisehcn Sammlung — unter Vorbehalt der 
Ute — zo vcFcinigea: und ferner werden vom Thomas- 
Stadtarchiv jene Akten des 16. und 17. Jahrhoudert« zu- 
welche für die reinprotestantische Zeit der Stadt- 
die iricbtigste Qnelte waren. Wenn endlich — was gleich- 
ftbt wird — auch das Frauenhansarchiv in dasselbe 
ObcrfOhrt wllrdo, so wüie .ille.s unter einem Dache vereinigt, 
>urg jetzt in den verschiedenen der Stadt uaterstchendea 
zerstreut war. A. S. 



ea tthr interenaoten Beitrag lar archivalischen Utterator 
du 57. NenJaltrshUtt zum Besten des Waisenhauses in Zürich 



348 



Uttemtarnotüea. 



(ta 1894 (ftla FometKnnff der Kei^ahrsblitur der Cborii« 
No. 116) mit einer (ohne des Ver&LSHers Nameo cnchieticneo. i 
sicherlich ron dem SUat&ardiivar Dr. Paal Schweizer verfassi 
Ge^clitcbte des Zarcher StaataarchlTes (Zarich. I>ruck 
Ulrich D. Co. im Berichtlitus 189i. 40 S. 4°). Nach ein^T Einlcila 
die sich «her Wesen und Zweck der Arcbiro nbcrhanpt, vorhrei 
(ein Thema, aber welches noch immer die venvorrcnaton AqhcIi 
auch in sog. gebildeten Kreisen herrschen), berichtet dte&clirifi o 
das einfache Stadtarchiv im 13. ond 14. Johrhtindrrt, behandelt 
daDQ die Eoreiterang des ArchiTes durch Ej-vrerban^ der Landac 
and die auswjLrtige Politik gegen Kode des 14. and im Lanfia 
15. Jahrhiindert-i, darch Sdlnilarlsiemnn der Khlster (I&2&), i 
frem<le Archivalien vum 14. bis 18. Jahrhandert. macht dei 
Mitteilung iiber die erste Re^stricning des ganzen Arrbives im Jal 
1IM6, die Hnrichtnnpr einer Registratur and ihre Thfttigkeit von 11 
bis 1798, ftber Extraditionen und Aciiui.^itioncn von ld03 — Ifi aa 
endlich tlber die Errichiang des StaaT.sarehivanalej nnd EinTerietbn 
bi«her abge-sonderter Archire seit 1837. Ein dem Neujahrs blatt h 
[fegcbcner Holzschnitt weist die Unterhricgunii des Archives üb FVi 
mtlQ^ter nach. v. 



DerHaanbeimor AltertnmsvcrolD versendet fur seine U 
gliedcr xvrei Tereinsgaben fOr dju< Jnlir 1691: 1) Bericht oherd 
VereinsarchiverdattötvonJJr.JnliusDteffenbacber iindä)V( 
zeichnis der Landkarten. BiMcr und Plflne in der Sani 
long des Mannheimer Altrrtumvcrcins. aul'gestcllt von Fri 
Wipprecbt. MannUeim T. Löftler (II. Werner) 1S3Q. DasVoroia 
archtT enthalt als erste Al)teilnng 6ää Urkunden, die sich ind 
nidit nur auf die Geschichte der Stadt Mannheim und der Pfalz h 
ziehen, sondern ails aller Herren lündor zosomiucnge bracht 
So onzweclcmässig aach die Sammlanj* von Arrhiv.ilion ans 
Gebieten ist, «O kann mnn immerhin zuWedeu sein, dass 
doch vielleicht mojichos Stttck dem Untergang ontrisseo ist. 
vorliof^cndo Vcröffontlichnug wird ja nun auch den Intoressontea 
Vorhandensein dieser Urkunden nachgewietieu. die olleidinKB aa 
fftr sich niemand im Mannheimer Archiv vennnien k&nnie. Ks 
darnntcr zehn llrk-nnden deutscher Kaiser (vier von Karl IV. lÜQO 
1370 Hall betr.y Ferner u. a. Urkunden aus den Erzbistum 
und MaiuK (hier i-it auf S. 12 Maiichenlifimb. statt Xauchenbi 
lesen) niu den Bi.stflmem Konstanz, Speier, Worms, Wflrzburg, 
den Stiidten Frankfurt, MemminKeo. Kfimberg, Pfulleudorf, Boi 
borg a. d. Tauber. Wimpfen, Orisurkanden aus andern Tellea 
dens. aas Raiem. Hes.<f6n, Nassau, Sigmaringen, Wfirtiemberß ond 
äcbwctz. — Ihe zweite Abteitnng fahrt sellsamerweiso die Hciei 
nang nArchivallen", aLi ob Urkunden nicht auch ArrJiivalicn 
besteht aus Akten, Verordnungen, Flogblittem u. dgl. and bezieht 
nnr auf Mannheim und die Pfalz. Dass ciii Krlass des KurfOr^i 
Max Joseph toid 10. November 1802 twtcr die Rubrik 




IJtt«tatarnotiuD. 



349 



ZcJt* gestellt istt bfrolit wohl aar auf einem Verschen des Abschreibers. 
- Die zweit« VerüfFenÜichnng enthält ein Verzeichnis bOchst wert- 
tqUv LudkartCQ, PUno und ßihlcr, dio sich — wenn ich uictit 
in» — mit ganx weniRcn Ansnahmen nnr nnf Maimheim und die 
Vbh bezieben. In 16 Tafeln in Lichldmck (Clirhü andClich^rock 
RMt dar MOndiener Kunst- und Verlajfsaiisialt Dr. E. Albert u, Co. 
Moocbcn-Scbwabing» werden weniger belcanDte oder fdr H&nnbcim 
benndere wichtige DorstcUmigea mitgeteilt. v. W- 

^H Die arrbtvalisfbe Beilage de^ Stras^burger Diöcesanblaties er- 

^Hefait Jetzt nicht mehr in ein^-elnen Ntimmorn, Mindern in einem Ge- 

^Knbude, den mOitiichst eine grüt^sere E'ablikation füllen soll. Für 

du Jahr 1H!)3 i&t ah &olche ausgegeben wurden da» „Urkunden* 

boebdcr Pfarrei Bcrgheira im Ober-Elsass", bcarb. von Pfarrer 

fiogen Hans, Strassburg, Le Koux 1S04. Es ist eine verdieustUche 

Bad aehr floiseigc Arbeit, iter tttmlicbe Xarbfül^t' nn-lit zu «unsdien 

kL Der grOMto Teil des über Erwarten reirhcn MatcriaU ist dem 

Stidt-Arcliiv wn Deruheiai. iLiui^tü dem riuir-Arcbiv daselbst and 

iaa Bcztrks-Arcbiv /u Olmar rntnominen, i-Ls tritt darin die (ic- 

«Udile des Kirchenbaae« von 13(X>ab,die Eotwicklang des Patronat«- 

richle«, der Pfiünden und der CinkUnfte der Dauptkircbe wie der 

Filiale Toa Tanucnkirch, Seelsorgc, Sclinlwesnu a. a. in bollea ur- 

kndUelies IJchL Mit dem Jahre ldi)ä sobtie&sen die archivaliscbcn 

BdtrtKc die Pfarrcriißte uud Plorrchrouik ist dagcgOD bis auf 

Tage fortgeföhrt. W. W. 



Die Geschichte der evangelisch reformiorton ßcmcinde 
Oboneebacb-Scbleitbal von M. Lortz", Strassborg. Ueitz u. 
Xtftdel. ist» ist eine ansltihrlicbe ans dem Vollen geecböpftc Dar- 
ttUDng der Leiden, welche die Gemeinde ein Jahrhundort bindarcb, 
*Oft I6St>— 1780. unter den HckebmngsTersucbcu der französtischen, 
bfp&lziachea und biseboflit-h Spclcrischcn Ilranilen zu durchk-hen 
httit, bis der Vertreter von Obcrsvebacli Rittel uacb einem lang- 
idtrigao Prozcaä t>eini Staat5ral in Paris eine der Rcligiomlreibeit 
Entacbeidong erreichte. Die Oboricehaclier hatten sich vor- 
vtederfaolt hilfesuchend an PreusseB gewandt, <las sowohl bei dem 
Rarftrsten wie beim Bischof von ^leier und der Krone Fnuik- 
■ircn Gunsten sich verwandte, so daas das Buch auch 
. i^cn geschichtUcheu Intcros&ea nicht entbehrt. W. W. 




Badische üeschichtBlitteratnr 

des Jahres 1393.^) 

Zasammengestellt von 

Peter Albert. 



Zeitschriften und bibliographische Hilfsmittel. 

1. Zeitschrift för die Geschichte des Oherrheins hrsg. 

von der Badischen historischen Kommission. NF. Bd. 8 [der 
ganzen Reihe 47. Bd.]. Karlsruhe, Bielefeld. 724 S. i Tfl. 

2. Mitteilnngen der Badischen historischen Kommission. 

No. 15. Beigegeben za dieser Zs. KF. 8. 128 S. 

3. Freibnrger Diözesan-Archiv. Organ des kirchlich-histori- 

schen Vereins fttr Geschichte, Altertumskunde und christliche 
Kunst der Erzdiözese Freiburg mit Berücksichtigung der an- 
grenzenden Diözesen. 23. Bd. Freiburg. i. Br., Herder. XSIV, 
370 + 10 S. 4 AbbUd. 

4. Freibnrger katholisches Kirchenbtatt 37. Jahrg. Frei- 

burg i. Br., Dilger. VU, m> S. 4". 

5. Schriften des Vereins für Geschichte und Naturge- 

schichte der Baar und der angrenzenden Landesteile in 
Donaueschingen. VUI. Heft. Tübingen, Lanpp. XXXIV, 115 S. 
1 Porträt u. 2 Pläne. 
6- Schau-in's-Land. Hsg. u. im Verlag vom Breisgau -Verein 
„Schau-in's-Land". Freibg. i. Br. 18. Jahrlanf 48 S. — 19. Jahi- 
lauf 51 S. 

7. Alemannia. Zeitachrift för Sprache, Kunst und Altertum, be- 

sonders des alemannisch-schwäbischen Gebiets, begründet von 
t Anton Birlinger, fortgeführt von Fridrich Pfaff. 21. Bd. 
Bonn, Hanstein. 304 S. 

8. Keues Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg 

und der rheinischen Pfalz im Auftrage des Stadtrats o- 
der Kommission f. d. Gesch. der Stadt hsg. v. A. Mays u. K. 
Christ. Bd. n, Heft 1. 2. Heidelberg, Kosten S. 1-128. 

9. Neue Heidelberger Jahrbücher hrsg. vom histor.-philos. 

Vereine zu Heidelberg. Jahrg. HI, Heft 1 u. 2. Heidelbeif. 
Koester 327 S. 1 Taf. 

') Die Einrichtung dieser Bibliographie ist die gleiche wie im lebt' 
vergangenen Jahre. 



Bluliube Geiclucbulituinitur des Jafares 1693. 



S51 



iDtAfesan-Arcliiv von Schwalien, zugleidi OrgtM fdr deutsche 
Kircbengoacfaichle, Hr^. vodK. Hofclo. lf>. Jalirg. Stntigart, 
„Deotsdies TotlubtaU." 9ß + 4« S. 4". 

U. Eck, IJeinr. Verzeicimis der lumeralogiscbea, ReoKUOstischou, 
ar- tTur->geschichlliclieD und balncogr&|ihisc)ien I.UtcraLur 
Ttin Uadcn. WaiiUmberg. Hohcuzollem und eiiilHeo anttreazen- 
dea OngendeD. I.MiU. der grosKb. bad. gcolog. Landesanstalt 
hrsg. im Auftrage de^ Hinist, des Innern. 1. Txg. r. I. Bde.) 
KaefatrSge uod 1. fort^etzong (zu L891, No. 9). H«id«lb«rg, 
Winter. 303 S. 

UUflllpr. TIi. u. Albert. P. Bcriclit ober die bodischc Go- 
«■liirbtsHlteratnr des J. 1801 (Jülirosborichte d. G«sch.-Wi8S, 
hü«, vuu J. Jastrow. XIV. Jalirg. 1«»1. II, ä. 136—117). 

]X Albert, P. Badiachc Gescbichtslittcrnlur des J. 1A92 (diese Zs. 
NT. 8, S. 546-564). 

U.Ua»sloit, O. iLSolumerfoIdl, O. Uibliogrnphie zurdcutsehea 
G«schicbtc (Deutsche Zs. f. Oesohichtswiääcnschaft hr*g- von 
L. Quiddv Jalir». lÄÖ, bes. S. 293.1). 



Prähistorische und Römische Zeit. 

(Mit Kinscbluäs der Autliropulogte.) 

Vgl No. 128, 240. 

rer. R. u. Malier. G. A. Die UOgelgriiber von Ober- 
'Tinuilagen. Sirassburg i. R. it S. m. Taff. - S.-A. ni» 

E- Forwrs Bcitr. a- prftbist. Arcbäolosi«. 
Bissinger, K. Der Brunzefund von .\rkcnbai;b. Karlüi-olie, 

BrauD. 18 S. 4'*. Progr.-Bcil. d. Progymn. Donaueschingcn 

(No. OOO). - Augcz.: KBWZ. XU, Sp. 207—209 (H. Lebner). 
tr. — Bämiscbo VUla bui Aultiugcu (SVCItaar VUl, S. 61-67). 
11 llcyer. Eine Römerausicdlung im SchlQchttlialc (Bad. Londeszg. 

No. 231. Ul). 
Zaugemeister, K. Zur (icscbicbte der Nckarl&Qder in rö- 
mischer Zeit (Neue Heidelb. Ihb. 111, S. 1—16). - Vgl. dazu 

Kjarl] bcbtumacberj . KorUr. Zg. No. 85, 
W(agner]. K. Lime^Forscbung (Beil. zu No. 117 der Karlsr. 

Zg.; wledorabgedr. AZgB. No. 101). 
Schuinai-bcr, K. Die Ijnteaantersucbuugen in Badeo (dtese 

Zs. NK- S, >!. lao-iat n. 517-519). 
Waguor, E. ROmlscbe Funde b«i WiKsingcn , Amts Bretten 

(Karlsr. Zg. No. &1 n. 1K>; KBWZ. XII, Sp. 161—168). 

looiacher, K. Neckarburlien. [Kastelle.) (UmesbL 3, 

Sp. 6&-68). 
iL Zangemeistor, K. MilitAnlipIom Tom J. 184 aoä Ncckar- 

bnrkm (<tiis. 3, Sp. ß»— 75). 
Sckumacbcr. K. (Lines in] Baden (im Hettinger Wald] 

(duk 5, Sp. 1HV9). 
- MamlingliDle [Zwischenkaatcll bei Roben] (das. S^ 159/60)- 




and 3aden. 
k pM&MrzagL Haus] 
im. \^7. au 231. aa«. 



31. ^«ÜSKt^txtfrk. 




«ra E-HöU 
S. 1-60. 

f. loUinn^Ofln 




m IIWl), 3. IT-. 

Itt WJFnB* GlH VOM 

TtflnMwn i- tISBS-Ifi«V 
H C J. FL 

» SairMne. JUefc. <!• !•• F|hiiifilfc * FoplAlin *iAlli 

miub an Fmaca fwfll Jfeewbw HKV V"kL- 9. Is dato 
LtatMwptn «t Lton Mirlrt. Parte isatt. 
31. Vaaoh. Fr. tos- Zar (icKtncbte der ErzKhmiK des Knr 
Bmtim Karl von d«r Ptalz wad söotr Schwester Ehsabctk 
ChorloU« Mtew Z<. NF. 8, 9. 101-119)- 
Heinel. K. Tk Cb«r den Plan des Kvftrsta Johns VO- 
faitai voo der Pfalz . die aimeniMhe Eonigtlcrttae n «rUiMItn 
(IM8-nCG) räiU.-Ber. d. pbilo!i.-plii]ol «. hioL Kbse d. 
k. baytr. Alud. d. Wtsa. iSäS. Bd. 3. Heft 3, S. 273-319) 
— Awh Mp. Mmcbcn, Stnuib. 47 S- 



87. 



Boaiscbe OeioliicbliliUeralur tie» Jshree 18ÖS. 



353 



bner. Adalb. Ilistoriscbcs ans litnr^Hcbeu UaiKlscbriftoii 
Italiens iü.th. XIII (IÖ92). S. 74^-770). — S- 7tvt— 7fifi ans 
Hilclicn der Bib). Vatic Patatioa mit Notizen zur P&Attr 
Oc*rbirhtc. 

Uiber, K. B. Die Uirsauer St. Anrelioskircbe und djo 
Grabütüttc Bercbolds I. von i£älirin({cn (OiözesA äcbwabcD 10, 
Beil. zu No. 4). 

Untermann, Attg. Iludolf vnu ZäliriuKeii, Oiscbof von 
Latticb. Frciburji;cr luaug-Diss. UObt, Konkonlia- VI, 76 ä. 

CBler, Rieb. Kegesten der Markgrafen von Raden nnd Uach- 
b<Tg lü>o— irii:.. Hrsg. von der bad. histor. Kommission 
tief. 3. Innsbruck. Wflgnor. S. IJT-aoo u. Ii. 23-40. 

ingholz, V. O. Das marlig läHicbc Uaus Ifadcn and das (Qrst- 
licbo Itcncdiktinersiilt L'. L. Fr. 2U i-Jusicdcln in ihren fügen- 
ieiligea lieziehungon (Frciburgcr DiüzeH.\. 23, S. I— 48>. 

est er, R. Zwei Ikricbto über den Hcirbstag m Franbfart 
1397(1« (diase Zä- KF. 6. S. 125—128). - An den Mark- 
grafen Bcrabard I. von Hadcn von dcssco Kanzler Johannes 
Uctich- 

■ Das flUc&lv Urbar der Mark|rrafk-Laft Baden (diew Za. NF. 6. 
S. COß-ßlü). 

eiafricd. K. Zwei AktoostOckc, den Kalt des seligen Mnrk- 
graftfuUenihikn) %'on Baden in der Diözese Sirassborg betreffend 
(FrcibuTRcr ÜiüzoaA. 23. 3. 355—358). 

»npt, Heriii, Ein («(«errlieinisrlicr Revolutton&r aus dem Zeit- 
alter KniM:r .Maximilians 1. AI itieiluDgeu aus einer kircblicb- 
[lolilisebcn Reforni^chrift des 1. Duüenninnis des ,16. Jahr- 
biuxlert« IWZ. Krgänznngsh. VUI. S. 77—228). — Vgl. 
AZgB. Ko. lai; diese 2s. NF- 9. S. Tlfr? (A. Schulte). 
ich, Friedr. von. Papst Sixtus V. aber die Konversion 
Markgrafen Jakob 111. von Baden und Hacbbcrg <dicso 
NF. B. ö, 710/11). 

ettzoDsiein, K. Freih. von. Der Feldzug di-s Jabres 1622 

am Obcrrbelnnad in Westfalen bis zur Schlacht von Wimpfcn. 

2. lieft: Vom spaniscb-ligistucbeu Uogeuoiigi-ifl' auf West- 

iileii faU zur Schlacht hei Winipfen. Manchen, Zipperer. 

23« S. in. 4 KarlcnbeiU. — Forts, von 1890. No. 45. — Vgl. 

diew; Zb. NF. 8. S. 529- R3I (K-Obsw); AZg. No. 543, IV, 

IjTRI. Sp. iriOOl. 

gboi/, P, O. Bernhard Gnstav O. S. B., Eardtna) von 

un. Fflrslabl von Fulda und Kempten und die ßchweineriseho 

iner-KoDgregation IStuÜen u. MiU. aus d. Bened.- 

1. d. Ci»lcr7.-On!cn XIV, 8. 1B7-181; 813-333 n. 491-610). 

- Auch sep. Bränn lt«3. -18 S. 

Aller, Uans. Badische Fftrstoobildnis-se. 2. Bd.: Von Mark- 
graf FriMriclj (17.'ril— 1M7) bis rar Gegenwart. KartBralie. 
Groos. 83 BUd. (Ol. KrkL), 4ti u. XXI S. Text. Vgl. K»risr. 
U- No. S3t. 



6L Ob<er. K. Potitücte Sancqm^ KBlItiednrks iod Btdei 
178^180a Eng- voa der ted. hnt giMMirirw 3. Bi 
(ITW—VjOl). HödeOMTK, Winter. 121, 4JD&L — Ango.: 
BeiL n Ko. 137 der Karbr. Zr. (A. OntdUed); LCBL Sp. 
WU2. 

üfil Fanek, B. Kiri Friediidh tod Bad« in lAnten Fbfao- 
gDombcben Fngmenteit (dwse Zs. SF. 8, & 138— 13t). 

a& Heigel, K. Tb. Der Baditter GcanidtauBordL m s. ,Essi}i 
u« neuerer Geecliichte''. Bunberv, Bacfaier 18BS- 8. 199—217. 

6«. B[aillea], F[aal], Jeu DOay nnd der Bastatter GesaDdteB- 
mord (Hirtor. Zs. 70, 8. 4SO-4U). — TgL diese Zs- >T. 4 
S. 684 (K. Obser). 

06. Olock. J. Fb. Frotektoren der Bienoundit auf Badens Thnn. 

Eine Festgabe ans der Hdmat ftr die 3a Wander-Vo^ | 
Sammlung dentscber o. Osterräch.-angar. Bienenzacbter ii ■ 
Heidelberg (12.— 17. Aug. 1893). Heidelberg, Pfeffer. 30 S. i 
66. Zimmermann, F. Harie Herzogin zn Braonscbweig-LllnebD^ j 
Oeli, geb. Prinzessin von Baden. Vortrag. Wolfeubfittd, | 
ZwisBlor. 24 S. — Vgl. diese Zs. NF. 8, S. 723 (E. Wintd- ; 
maim). 

07, ForBoualien Ihrer Kaiserl. Hoheit der Grossfbrstin Olga Fe»-! 

ilorowua von Rassland, Prinzessin Cficllie von Bsdei 

(Doli, zu No. 106 der Earlsr. Zg. 1891). 
68, Bios, Wilh. Die deutsche Revolution. Geschichte der deotscbei; 

Bewegung von 1648 und 1849. niastr. von Otto E. In- 

Stuttgart, Dietz. VHI, 670 S. 
60. Barsowtsch, Th. von. Geschichte des grosshl. bad. La> 

OroiiuiUiT-Ili'Kiments 1803—1871. Karlsruhe, Möller. 220 n. 

Äitl S. m. PIttucn, nildem und Karten. — I. Teil: Gesch. i 

Hnisali. lA>il>-Grcnadicr-Rcg. 1803—1869- Von Th. von Bane- 

wUi'h. — 11. Teil: Das 1. grossh. bad. Leib-Grenadier-Beg. 

1)11 Ki'Id/tigü 1*<70,71. Nach Vorträgen des aiajor Thilo, dff 

llttuiitlouto Sejb, Eichrodt, Löhleiu. des Prem.-Ueut Men 

u. doi) Kricgsakteti zusauimengestellt u. bearb. voa Majof 

von 'lVai>iv-Khrt'usohild. 2. Aufl. — Angez.: Bad. Landeszg. 

No, :1T4. U. 
ftX Logilo, Adulf. Gi*s«'lm'hte des 2. badischen D^agone^R*• 

gimoms N»>. il. Borlin. Mittler A Sohn. VI, 282 S. m. Abb. 

M- a Vlvriii-htskarte«. 
M. Nobo, H- KrK'lmisso oiues Mdischen Feldartilleristen im Feld* 

n^«\> ^w^ I^^TVITK Karlsruhe, Reiff. 109 &. m. 1 Kärtchen- 

Einzelne Landesteile. 

«ö. Kru'iior. A- lVi\sr»rhiA*he* Wc^rterbuch des Grossherzt^ 
imu:i l^itc». Hrs;;. xvn kier bad. hi^i. Kommission. 1. Abt^ 
Ai - k^ftallu^vn. lleidolbcr«. Wiater.lV, läOS.— Angez- 
iva. itt Nv\ äS4 0« Karlsr. 2#. ^P. Albert t; LCBl. Sp. IWÖ 



bAdiKhe GeacfaichlsliUfWiir des Jahren IBüS. 



355 



Woerl, hoo, Badea in Wort und Bild. Zar R«ise ondztunStn- 
dittio. Warzbarg nml Wien. Wocrl {imZ). 563 S. m, 
fieleil Uia&tr, Karten nnd Plflnon- — Auftez.: Karlsr. Nachr. 
1882, No. Irt. 

'<!. Drandi, K. Üio Chronik dpsGallus ^iheni. iQucIImi uml Forscli- 
aiigeii zur (reÄcliiclitc der Ahici Roichciiau lirRg. v. d. kiiL 
hisi. KummisäJon 11.) TleidfibcrR, Winter. XXVin, 21« S. 4' 
m. 27 Tuff. — Bespr-: UJb. XJV. S. töi— »7 (P. JoMhim- 
■otm); ÜLZ. U, Sp. »18 (W. Wnitenbacli); I.(a!l. 1803, 
Sp. 1069; Litt. Bondschao 19, S. 347. 
SS. Bnp neue C'lironilc Olioi- den Sc hu-alion krieg (Nene Zflricber 
Zg. Beil. za Ko. W). - V^tl. IÄ12, Xo. Ul. 

Reo2, G. A. Aivliivalion des phein. ('isterziener-Nonnentclosters 
Boindt bei Weingarten (OiftzesA Schwaben 10. Beil. Ko. I; 
6; K; 10; 1-1; llaaptbl. Sa. 'M u. Ücil. No. 2-1). 
ST. Adam, A. Das Tagelinch des HeroMs Hans Kutz von Ao(rs- 
bnrg. Wieder flafgoftmdener Text (diese 7.s. NF. H, S. 5Ö bis 
100). — QaeJle zur Gcsclu des Üaucrnkricgs in Ober- 
scliwaben. 

Krone, R. u. Sehappacber, L. Arcbirnlico ans Orion Ms 
Amtsbezirks Mesokirch (Mitt. Ifi, B. 8»-9ä). 

Scegcr, K. a. Scbi>dlcr, J. Archiraiica ans Orten des Amts- 
bezirks Stoekacb (MitL 15, S. Ö7-66). 

ßanmaun. Fr. L. J. II. MfiUer<>Knej^9iagchuoJi [Aber die Er- 
eigiüsse im Fürslentmn Forytvnberg] von 179^— 1J=*12 
(SVUHaar VUl. S. ia*-n.ni. — Wird fortges. 
1- Str&biufeld. U- I>a» Uooautbal vom Donanquoll bis Ulm. M- 
Dloßtr. von P. Schnorr n. R, SUclcr u. 1 Karte. Stullgart, 
hont.. HP S. 

TJdry. X. Q. Ziegler, B. Arcbivalicn aus Orten dos Amt»- 
bezirks Cborlinge« (MitU 15. S. SfV— tl) 

Schüttle, J. B. Zar tifsrhichte des Kletganes (DiüzesA- 
ScIiwaliPn l'l. 8. L>7/><; M»— :i2 n. 3.^ a, Beil.-No. 4 o. ^). 

Baur, A. Zur (reecbirlitc der Kiofnhnuig dos doatsi^ben Kirebeo- 
gi^sangs in der Diözese Konstanz (0er katli. KireheiLSinger 
(Freibarg) No. 2). 

Klsflein, Fr. Arrhiralica aus Orion des AmtiibezirkitKoo- 
ftanr iMi»^ 15, 8. ii7-W). 

Ebacr, Adalb. l>or Müer vitae nnd die Kekrologien Ton Re< 
mimnont in der DibtioUiecii Aui;elica t\x Rom (NA. 19, 
S. 47— 88). — Betr. u. a. die Klöster Säckingen, Scbioncn 
h- KomUinz o. Rctehcnao; Tgl. diese Zs. KF. 8. S. 722 
lA. Schallt.- >. 
T. Au der Onschichte des Landkapitels RtfihUngen. Die Dc- 
kknatnrahl im J. \if») iFreil'Un-erKKBl. 37. S. .Vhi-Ski; 
888-990; 40&-413; 'Hl— M6; 480— lltö: a73-&77; 6Wi-5iiö; 
(»»-(HS; 635-638: 601-056; 685-000; 7I3-71H u. 745—760). 

.]lOftth6lor. A. Die üotleshilwcr der Schweiz. Uistor.-anti- 



366 Albert. 

qoar. Forachnngen. Bistum Konstanz. TV. a. V. Abt (Der 
Geschichtsfrennd XLVn (1892), 3. 117—224 a. XLVm, 
S. 1—80). — Tgl. diese Zs. NF. 8, S. 13?;« (Ä. Schulte). 

79. Bussemer, Fbil. Der Schwarzwald von Baden-Baden bis zur 

Schweizer-Grenze nebst Höbgau und Eaiserstohl. 3. Ad. 
Baden-Baden, Spies (Eommiss.). 99 S. 

80. Emleln, Fr. Arcbivalien aas Orten des Amtsbeziks Lörrach 

(Mitt. 15, S. 41—47). 

81. Weiss, Tb. H. u. Haass, A. Arcbivalien ans Orten des Amts- 

bezirks MüUbeim (Mitt. 15, S. 47—57). 

82. Poinsignon, A. Archivalien aus Orten des Amtsbezirks 

ßreisach (Mitt. 15, S. 28—30). 

83. Die Kapuziner und die Schweden (Konstanzer Nachr. No. 30 

u. 31). — Haslach, Ettenheim, Freiburg betr. 

84. Wernli, Fr. Landsturmordnnng für den sadlichen Schwan- 

wald (diuse Zs. NF. 8, S. 382—384). 

85. Vatois, N. Le grand schisme en Allemagne de 1378 ä 1380 

(Römische Quartalscbrift Vn, S. 107—164). 

86. Enbel, P. Conr. Provisiones praelatorum während des grossen 

Schismas (das. VTI, S. 405 — 446). — Bringt ebenso wie No. t5 
neue Aufschlüsse f. d. Gesch. d. oberrheinischen Landschaften 
während des gro3sen Schismas aus vatik. Akten. 

87. Witte, H. Zur Geschichte der Burgungerkriege. Das Kriegs- 

jahr 1475. — Die Reise gen Blamont (diese Zs. NF. 8, 
S. 197—255). 

88. Sarrazin, J. Mirabeau-Tonnean. Leipzig. 85 S. (1892, No. 43.^. 

— Bespr. sudwestdeutsche Schulblätter 10, S. 103 (E. Keller): 
Revue critiqac No. 27, p. 12—14 (A. Chuquet) ; diese Zs. 
NF. 8. S. 154 (K. Obser). 

89. Gönther, R. Geschichte des Feldzuges von 1800 in Ober- 

deutschland, der Schweiz und Oberitalien. Frauenfeld, Haber, 
210 S. m. 3 Karten. 

90. Ausgewählte Schriften weil. Sr. K. Hoheit des Erzherzogs 

Karl von Österreich. 3 Bde. Wien und Leipzig, Bran- 
müllcr. — Bd. 2 u. 3 betr. in der „Darstellung des Feld- 
zuges von 1796 in Deutschland" vielfach Baden. 

91. Hafner, 0. Regesten zur Geschichte des schwäbischen Klosters 

Birsau (Studien u, Mitt. ans d. Benediktiner- u. d. Cister- 
zieuser-Orden XTV, S. 74—82; 236—244; 376—384 n. 56(>--^)- 

92. Erdmannsdörffer, B. Das badische Oberland im Jahre I'®- 

Reisebericht eines Österreich. Kameralisten (Bad. Neujahr^' 
blättcr hrsg. v. d. bad. bist. Kommission. 3. Bl.) Karlsruhe, 
Braun. VI, 86 S. — Angez.: Beil. zu No. 5 der Karlsr- Zg. 
(P. Albert). 

93. Staudenmaier, P. Meyer, G. u. Strittmatter, K. Arcbi- 

valien aus Orten des Amtsbezirks Lahr (Mitt. 15,8.99 
bis 103). 



BadiKb« U««cliiclilslitlfiMtur des J&hn-s l^Ü. 



iHonnig, Mich, Ocjchichte des Landkapitcls Lahr, labr, 

Scb6mpcrlcn tSellislverl. d. Verf.)- IX, 301 S. 
iMDIler, Tb' Beiträge zor Gcscbidite der Ortonaa I. (die» 

Zä. NF. 8. S. 1Ift-43fi). 
Boiofriod, K. Die filtesten Sututea des Landicftpitels 

Ottcrewcicr mit Znstttzen aus dorn 15. Jalirhutidurt (Fm- 

bnrger liiOzcsA- 23, S. 20—266). 
Rvitirried, E. Mittelalterliche Chor^messeo de« KftintoU 

Ottcrswcier <Uer katfa- KirchciiääiigtT X». 2). 
, — Die allen Waldmarkcn und deren Gcnos&cnschnlten in den 

Arolslwmkeu BQhl u. Acheru (Achcr- u- Uuhler-Hote 

No. 137-141), 
Kollier, Jak, Arcliirulien aus Orten des Amtsbeeirks Ra- 
statt (Mitt. 15. 8. 103-127). 
Bhte loiliutBllerllcbe marianische Priester-KonKregation des 

Landkfiiiliels El ilingentFreiburBRrKKBI. 37,8.-113— 415). 
Ritter, W. Fritfdr. Arcliivalien ans Orten desAmtsbezirks 

Sinaheim (Mitt. 15, 3. 128). 
OeclielhAnscr, A. von. Der 'lliesaame I'alalinos ju Manchen 

(MOIIeidelbStbloss. lU, S. i»-l27). 
Das Neckartbal von Heidelberg bis Heilbronn und seine 

Seitentlifilcr. (WoorU RcLsehandbQcber). 4. AuS. Wllrzbnrg 

n. Wien. Wocrl. 102 S. m. Stadtplänen, lUostr., Karten u. 

1 Facorama d. Neknrthales. 

Einzelne Orte. 

Ackenbacli. i. No, 1&. 
Adelaheim. b. Ko. 171. 
AlleBsbkcb, a. No. 76, iüd, 23U. 
AlInMBWwtorf; %. No. 75. 
Ahbelm. Amts Überlingen, s. Ko. Ti. 
Au an Bbcin, i. No. 09. 
ADKgeo, 9. }io. (tl. 
Aulfingen, e. >'o. 17. 

Baden-Baden. Gilbert, W. IL B.-B. and seine Thermen. 
Wiun u. LeipriR. BmamOllcr. \TII. 169 S. 

— Haspe, W. Das KaiM^rin Augu.sla-Rad inB.-B. Denkschrift 
1. Erinnerung an d. Einwcihnngsfeicr vom 2S. Jaui 1893. 
Baden-Baden, KOtblin. 31 S. l« — KurUr. 2g. No. 111 u. Beil. 

Badrn-Knden. Kine Kriiincrnngsfcier vom alten Friedhof 
in B.-B. (Kcho von Baden-D. Ka VIT o. 120). 

— •- »och Xo. 373. 

V. Badenschenern. Die Drei-Eicbcn-Kapcllc in B.-Sch- (Echo 
von Baden-Baden N'o. 12Ci). 
Badoiweilei', ■■ Ko. ai. 
tt-BababrOcbun. [Feigenbotz, L.] BahnbrOckeu oder Bann- 
broclten (Brcttener 6onn(ag9.BI. 1991, No. 81). 
Itualacb, a. No. Öl. 



358 Albert. 

BeUingen, s. ifo. 61. 

Bermersbach, b. No. 99. 

Beuren, Amts Überlingen, s. No 72. 

Bietigheim, s. No. 99. 

Bietingen, b. No. 68. 

Billafingen, s. No. 72. 

BischofTingea, s. No. 82. 

BiBchweiler, s. No. 99. 

BoU, 8. No. 68. 

Breieacb, s. No. 82, 203. 

Britzingeo, s- No. 81. 

Brombach, s. No. 80. 

Bruchsal, b. No. 274. 

Buchheim, Amtd Messkircli, b. No. 68. 

Buggingen, a. No. 81. 

Dattingen, s. No. 81. 

Beggenhausen, b. No. 72. 

109. Denkingen. Stengele, F. B. Beiträge zur Geschichte des 

Ortes DDd der Fiarrei B. im Linzgan sowie der dazQ gehörigen 
Filialen (Freiborger DifizesA. 23, S. 287—328). 

Dettingen, s- No. 75. 

Dingelsdorf, s. No. 76. 

Dundenheim, s. No. 93. 

Durlach, a. No. 197, 224. 

Durmersheim, b. No, 99. 

Efiriogen, b. No. 80. 

Ehrenstetten, s No. 29. 

Eimeldingen, s. No. 80. 

Elchesheim, s. No. 99. 

Engelswies, 8. No. 68. 

Ettenheim, s. No. 83. 

Feuerbach, s. No. 81. 

Forbach, s. No. 99. 

110. Freiborg. Ffaff, Fridr. Festschrift zom 400jfthrigea Ge- 

dächtnis des ersten Freiburger Buchdrucks. 1493. 1893. Frö- 
burg, Herder. 35 8. 4". — Ängez.: Alemannia 21, S. 297/8; 
(vom Verf.), diese Zs. NF. 8, S. 718—720. 

111. — Die Festung Freiburg 1678-1745 (Scbau-ins-Land 18, S. 48). 

112. — Wengen, Fr. von der. Die Übergabe der Stadt Frei- 

burg i, Br. am 1. November 1713 (diese Zs. NF. ö» 

S. 312-372). 
— B. auch No. 83, 174—177, 211, 241—247. 
Freiolsheim, s. No. 99. 
Freudenthal, s. No. 75. 
Frickingen, b. No. 72. 
Friesenheim, s. No. 93. 
Gaggeuau, s. No. 99. 



Badbi^r G«s(hi«ht3litlcratiir des Jabres 1Q93. 





fiinsbarst. KoJufricd, K. Altes tmdNcueG vonG.(Achor* 
B. BohleivBoto Xo. 141—143). 

6*iiil)«cb, 9. No. 99. 
^1-i Geui;enl»ach. BtDiugartcn, Fr. Aus dem Gengcnbacbcr 
^ Klostorlebei). iProtocollinn Gengenbacense) (diese Zs. NF. 8, 

■ S. 43e--193 a. 658—702). 

■ OAggtogM, 1. So. 66. 

H Graisaeh un Ah«io, s. No. 39, 60. 
Gronihacb, Antu Sicthetm, >. No. 101. 
GftBdUngea, t. Xo. 62. 
GatÜDBeo, %. Nu. 76. 
Hugi-'D, ■. No. fiO. 

Ovtbeim, Amla Mesakircb, 8- No. S8. 
HuUcb, I. Ko. 83. 

tHABingeo, s. No. SO. 
Binseit, Amis Mesakird), a. Nc. €6. 
Heidellierg. Cuno, Fr. W. Geschichte der iraUoDiscli-Te' 
formierten Gemeinde za II. (Geschichtsblätter des dtschen 
UagcDotIcDTer. Zehnt II, Heft 4. Ma»!dcburg. 13 S.). 
— Naber, J, Chcr den Sohwaln.'nlu'iiiif'r Wasscrtwnn bei H. 
ini Neckar Mtad. r4in«le.«7R. No. IW. II). 
;1IT.— -Walter, Friedr. Diu ZvrstüniuK H'.h im Mai nm (frank- 
furter Zg. No. 136. I. Morgcnbl.). 
— Historische und ftrcbircktcnüsche Notizen tlbcr das Gastbins 

um Ritter in H. O. <). u. J. H S. 
, — Einwohn erverzeichnis Acs vierten Quartion der Stadt H. totb 
J. IflüO. hrsg. Q. mit Namen- u. Sachregister versehoii von 
A. Mays u. K. Christ (NAtillci.lellHTg 11. S. 1-13H}. 
Ä — Mitteilungen zur Geschichte des Heidelberger Schlosses. Hrsg. 
1001 Uutdclberger Schlossverein. Bd. IIl, Heft 1. Heidelberg, 
it>. IV. 12ß ä. m. & Tatr. S. 1—^: Aas den Aktes des 
1. Generol-Londcsarchiva za Karlsmho. 
"=f.«uch No. IWJ-KKl, 172.173,178, IÖ5, 186, 188.212,319,240,249. 
IlcUigpaiell, t. No. 93. 
tltbKleltcn, 1. No. 6». 

.Heitarshcim. Mayer, K. Die Eiuwcihattg des Schfre^tem- 

haaws Retlianien iu H., A. Stanfen, am 4. Not. 1883. Frei- 

Irerg, Dilger. 

' StiÜt^n, s- No. 60, 

[Btttiagea, «. No. 26. 

BtoAorf, t. No. 68, 

anpvnna, a. No. 9». 

B«db|«ia, s. No. 73. 

BMto, 1. No. 99. 

BdiuigcroUaKlf. s. No. 372. 

Holm, s. No. **>. 

Ilomhrrs. >■ No. 72. 

\lex. D«r Lnftfanrort H. im bad. 




360 Albert. 

Schwarzwald, dessen Elima und Umgebung nebst einem Ab* 
riss der ältesten Gescbicbte der Stadt bis zum west&lischeii 
Frieden. 2., gänzl. nmgearb. Aufl. Hornberg, Kämmerer. 
IV, 127 8. 

123. EQfingen. Wanner, M. Über einige Ortsnamen der auf der 

Peutinger'schen Tafel verzeichneten Strasse von Windisch 
nach Rottweil {ÄnzSchwG. NF. 6, S. 477-490). - Betr. 
Htfingen (Brigobanne). 

HQgelbeim, e. No. 81. 

HügeUheim, b. No. 99. 

HiigGweier, 3. Ko. 93. 

IcbeBheim, s. No. 93. 

Jechtingen, s. No. 82. 

Iffezheim, s. No. 99. 

124. lUenau. Festschrift zur Feier des 50jährigen Jubilänms der 

Anstalt J. Hrsg. von den jetzigen und frfiheren Dleoanei 
Ärzten. Heidelberg, Winter 1892. V, 219 S. m. 1 Lichtdmck- 
büd von J. u. 2 lithograph. Tafl. — Zur Gesch. der Anstalt 
S. 1—64 von H. Schule. 

InsliDgen, s. No. 80. 

latein, G. Ko. 80. 

KaltbruDD, Amts Konstanz, s. No. 75. 

Kandern, s. No. 80. 

125. Karlsruhe. Weech, Friedr. von. K. Geschichte der Stadt 

and ihrer Verwaltung. Auf Veranlassung des Stadtrats Ik- 
arb. Karlsrahe, Macklot. 1. Lief. 80 S. m. 4 Lichtdruckb. it- 
1 Taf. — Angez.: Beil. zu No. 315 der Karlsr. Zg.; Bad. 
Landeszg. No. 271. I; Karlsr. Nachr. No. 137. 

126. — Aus K.'s. Vergangenheit. Der Weihnaclitsgesang der Alt- 

Karlsruher Schulkinder (Karlsr. Nachr. 1892, No. 156). 

127. — Die „Karlsruher Zeitung" vor 100 Jahren (BeU. zu No. 540 

d. Kartsr. Zg.). 

128. — Neue Strassen mit alten Namen. Die Bemhardstrasse (Karlsr. 

Nachr. 1892, No. 94). 

129. — Die Residenzstadt K. nnter Grossherzog Friedrichs Regie* 

Hing (Karlsr. Nachr. 1892, No. 50). 

130. — [Krieger, A.] Chronik der Haupt- und Residenzstadt K- 

für das Jahr 1892. 8. Jahrg. Im Auftrage der städtische« 
Archivkommission bearb. Karlsruhe, Macklot. 101 S- lö- 
7 Abb. 

— 8. auch No. 179, 180, 260—252, 264—268. 

Kirchardt s. No. 101. 

Kirchen s. No. 80. 

Kleinkema s. No, 80. 

131. Konstanz am Bodensee (AZg. No. 234 Morgenbl.). ^ 

132. — Strickler, J. „Zwingiis Gutachten über ein Bündnis n"^ 

K., Lindau und Strassburg. Sommer 1527" (AnzSchwG. 1^' 
Bd. VI, S. 507—510). 




Bullsclui GncliiclitsliuoraLur des Jabne 1893. 



361 



Konstanz iu roiiRea Jahrltaod(<ti (Koaslaiuer Zg. No. 180, 

im, \m, 105. aoi u. fSß). 

. — KlfiDe Beitrage zur Geschieht« der Biachflfc Ton K. im 

Jti. Jalirhuhik'rt (KaUiol. Schweizer-Uli. S, 22.t— 240). 
\— Licbeoau. Th. tob. Eia Miüiuschrciben PapslCIcnious VlII. 
an Biwfior Andreas von l\. fllr den l''all eines jcIiwciwrischeD 
RetiKiOiJ»kriL>Res (AiuScliwQ. NF. G, S- 2i'2). 
I- f ftucb No. WJ. 102, lUD, ITO, 191. 232, 253. 2M. 
[^Kreenheituttttai, <. Mo. 68. 

luhach, AnU Mewkircb, h. No. C8. 
füiinell, B. Xo. 93. 
Lahr. rr<^pnitif: der SUilt L. (Beil. z. Au. f. Stadt n. Land 

tLahr) ISDl, No. 143). 
— t- «ucli No. 91. 
Ungcabnuitl, f. No. 09. 
LaofM (mb St. Ilgen), ». No. 81. 
Uiukircb, t. No. 256. 
Uuflelten, «. No. 72. 
Uel, ■■ Nn. 61. 
Lin«riDgeu. i. No. 76. 
Llapaeb, i. No. 72. 
^ Upbure. s. No. 81. 
H br^n-tsreutb^ t- No. 72. 
^ LttieliiMiCD, ». No. 79. 

in. lofftoRcu. Das Schaeckreiu b«i L. (Freie Stimme Ko. 117 
u. 119). 

(L«il«lphafeD(-Sn'Ufttin^n), i. No. 69. 
Mitinheiru. lleiRel. K. Th. IHc Übergnhe ricr pftüz-bayer. 
Febtuijg M. iui (iic I->aDzoscQ am 20. Sept. 17^ und die Ver- 
lioftODg der Miaistcr Uraf Uberudorff and Sulaberi am 23. 
Nov. 1795 (Ahb. d. k. hnycr. .Ibad. d. Wiss. 111. KI. XX. Bd. 
III. Abt.). — AbcIj sep. München. Frai«, 105 S. 4". — An- 
gez.: diese Zs. NF. B, S. 532/3 (K. Obser); LCBI. Sp. 1783. 
^ %, aocb No. 225, 2«>. 
ICarkelfingrn. s. No. 70. 
Uaaehni, s. No. Bl. 
Ueownbeiin, S- Ko. OB. 
VeDalagvD. •■ No. 88. 
Iferdingpo, s. No. »2. 
llMBkireli, >. Nu. &H, 233. 
LMOtPUgwi. ■- No. TA. 
■idoibKcb, t. No. 166. 
Hn&bliDg«a, I. No. ßO. 
■ MocfftDrttirtn. ». No. W, 
' VtekarbarkcD, a. No. 83, 34, 39. 
Sie»lrp»rUfr, S. No. Kl. 
MouNowrisr. •. No. 113. 
ObirilubQltc, 8. No. r,*. 



362 Albert. 

Oberndorf, b. Xo. 99. 

Oberrimsingen, s. No, 15. 

Obencbopfbeim, b. No. 93. 

Obertsroth, b. No. 99. 

Oberweier, Amt» Lahr, b. No. 93. 

Oberweier, Amts Rastatt, b. No. 99. 

Oberweiler, b. No. 81. 

Ötigbeim, a. No. 99. 
1S9. Offenborg. Führer durch 0., Gengenbacb ond Umgei 
Hrsg. von den beiden Schwarzwaldvereinsekt. O.-G. (le) 
bach, Oechslin. 79 S. 

OrsiDgen, b. No. 69. 

Osterburken, a. No. 27. 

Ottenau, s. No. 99. 

Ottenheim, b. No. 93. 

Ottersdorf, b. No. 99. 

Owingen, a. No. 72. 

PforzheiiD, s. No. 234, 257. 

Pfallendorf. b. Ko. 2S0. 

Plittersdorf, b. No. 99. 

Prinzbach, s. No. 93. 

PfllfringeD, b. No. 276. 

Radolfzell, s. No. 76, 228, 229. 

Baithaslacb, s. No. 69. 

Bappenau, b. No. 101. 

Käst, s. No. 68. 

Rastatt, s. No. 99. 

Rauentbal, Amts Rastatt, s. No. 99. 

Reicbenau, s. No. 75, 76, 258. 

ReicheDbacb, Amts Lahr, s. No. 93. 

Reicheothal, s. No. 99. 

BeiDhardsachsen, b. No. 28. 

Bheinweiler, a. No. 81. 

Riuschheim, a. No. 29, 

Eobero, s. No. 26. 

Rotbenfela, s. No. 99. 

BQmmingen, s. No. 80. 
140. Säckingen. Schulte, A. Gilg Tschndi, Glaros nnd S. (. 
f. schweizer. Gesch. XVin, S. 1-157). 

— B. auch No. 76. 
Hl. Saig. Riegel, L. Der Luftkurorts, and seine Umgebn 
had. Schwarzwalde. Freiburg i. Br., Epstein. 13 S. 

Salem, a. No. 29. 

142. St. Georgen. Mayer, Herrn. Die Glocken von St. ( 

Freiburg. [Nachtrag zu 1892, No. 130] (Alemannia 21. 
St. Georgen im Schwarzwald, s. No. 29. 

143. St- Peter. Mayer, Jul. Geschichte der Benediktim 

St. P. auf dem Schwarzwald. Freiburg, Herder. XI , 



Badiiehe G«KbIefatilittemtur des Jahm 1898. 86S 

- Angez.: KBWZ. ZH, Sp- 261 (E. Gothein); diese Za. 
KF. 8, S. 717/8 (Ä. Schalte) ; FreibnrgerKKBL 37, S. 46Ö-463, 
St Peter, ■- auch No. 208. 
I^ St Trndpert Die Abte des BeDediktinerklosters St. T. (Frei- 
burgerEKBI. 37, S. 107/8; 189^90; 23&-240; 287—271, 297 bU 
300 u. 335-337). 
I45.Sasbacb. Reinfried, K< Die Sasbacher oder Grossweierer 
Waldmark nnd deren Genossenschaft (Acber- n. Bfihler^ 
Bote No. 139 a- 140). 
SiuJdorf, 8. Ho. 68. 
ScbaJlbftch, s. No. 80. 
146. Scbeibenhardt. Asyl and Erziehnngshans S(di. (BlUter d> 
bad. Franenver. XVH, 3. 114-118). 
Scheuern, s. No. 99. 
SchieDcn, s. No. 76. 
147- Schöllbronn. Der Totemannstein bei Seh. (Bad. Preoe 

Xo. 2M. U). 
146- Schopf. Schenck, Fr- BorgScfaipfe, Wahrheit und Dichtong. 

Schopf. 28 S. 
149. Schnttern. Das Kloster Seh. in seinen Beziehongen zor Stadt 
Lahr und Umgebong nach P. Marqnard Benders (17S0) Ad- 
oalen (Anz. f. Stadt n. Land [Lahr] 1891, No. 136 n. 186). 
- i. auch No. 93, 192. 
Schntterthal, a. No. 93. 
Schntterzell, a. No. 93. 
Scbweigbot, a. No. 81. 
Scbwetzingen, s. No. 181. 
Seelbach, s. No. 93. 
Seibach, a. No. 99. 
IM Stanfen. Hagard, R. Die Gemeindebeamten za St zur Zeit 
vor dem SOjährigen Kriege (Schao-ins-Land 19, 8. 36— 40)> 
SUafenberg, a. No. 99. 
Steinenstadt, s. No. Bl. 
Sleimuauem, s- No. 99. 
SteiHsliogen, a. No. 69. 
Slockacb, a. No. 69. 
Stollhofen, 8. No. 99. 
TaDoenktrcfa, b. No. BO. 
Senteahart, b. No. 66. 
Siegelshach, s. No. 101. 
Sinsheim, s. No. 162. 
Sipplingeu, s. No. 72. 
Sitzenkirch, s- No. 81. 
SölÜDgen, s. No. 99. 
StahriDgen, s. No. 69. 
51 Taaberbischofsheim. Ehrensberger, H. Znr Geschichte 
der Benefizien in Bischoüsheim a- T. Mit 4 Abb. (Freibttrger 
DiOzesA. 23, S. 121-214). 




Tartd IV (Sefcwc^i 




JKL 
-H- die Orduag i^ 

'■TafingenCApcWrll 



WaDhhrtiUrdw n W. (I 



r. 6eKUdte da Marittflectm 

* cn Gedenktag dar EunreihiDij 

Weräieim a. M, Bechstm. a 



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^^0^ und 

'si. Na US. 

Mtt JieUnm zur GeschichM der Famili 
^v.v..i.Xw; vtMU'i-üId XXIV, S. 123( 
\VLUucwtKTKisi.-hos Adels- tind Wappenbod 
s.Hs;üAii, Küiilhammer 1892. läse. 4«. - En 









von Goldbach 
, GoWatein 
Gremlich von 
Pfulleodorf 
n Gretzingen 

, naiiilschuclisIieiiB, 
^ Ilardlieim 



.235 
236 

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27(1 
273 



BadJKb« Gi;s(;lijcbt«liU«ratar des JAbreg 189S. 



365 



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S. 278 


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« 328 


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» 802 


„ Uohcofi'U 


• S34 


ÜHTsberc 


• S08 


. FTofaeosiadt 


, 338 



I 



chenk zn Schvpinsberg, O. Frpib. von. Mittelalieriiches 
W«!tj>«nbucb aus dem ÜrcisKau (UUeroiil XXiV, ü. -ll^a). 

NeacDstniii, Karl Freib. von. Wiiiiiienkttnclc. Horaldiäche 
Monutsschrift zar Veröffcntlicbmig von nicbt edierten Wftppcn- 
nerkeo. Korlsrubc, OciÄsendürfcr (Neiuimli). I. Jahri?-, Heft 
7—9: Wapiwii dt-r Koustonzer (icscblechlor-stubc „z«r 
KatZG"*. Hpfl KI a. II: Überlinger tlcscblechiorbucb von 
0«or^ llahii, lüTt— 1595. Heft lü: Wai'jwn vou Patmiem 
der Stadt Villiofieti n. des ümdadcls der Ba&r. 
ose, Fred. Kritik der Wappen der Minnesinger aas Schwa- 
ben. Ein T)friti-ag zur licscbichtc der rbrisMichen Mystik ia 
ScJinabeD and AJumonieu (IliOzföAScbwuben 10, 3. 53/4; 
li-Ti; S2-ai u. W— Ül). 

'— Eine Kritik <1or Wappen der dentscbeu Minnesinger (DHcrold 
XXIV. S- 2!^-32; M-55 u. 71-74). 

Q&IIfCD, R. von. Zur Brakteatenkundc Süddeatscblanda (A^ 
eUv t. Brakloatenkuude Bd. 2, Heft 11 n- 1^2, S. 370-41-1).— 
Betr. Konitanr lUischöfe) S. 373—377; 398-400 u. 413. — 
Übrr)iDgeu S. 403 u. 414. — Aocii sop. 170 )i. m. 6 Taff. 
n. Abb. im Texte. 

Sali, J. V. Kcpcrtoriam zar Mftnzkundc Bajems (II- n. m. 
SuppI.-IIcft z. d. „Mitt- d. ba.vtT. numisnut. GcscIUcbaft" 
X. u. XI. Jahrg. ^W\/2 8. 7y-33C). - S. IUI: Heidel- 
berger MQuzon d. Knrf. Maximilian L von Bajern; S- 140 ff: 
Pfiüi; 8. 173r.: Mosbacb-Neumarkt U10-U99; 8. 3211: 
Hanzea d Grafen n. Forsten vonLOwcastcin-Wcrthoim; 
S. 334: d. Gralen von Wcrtboim. 



Archive und BibÜelheken. 
UnierricMswesen. Universitäten und Schulen. 

Vgl. Mo. 88. 

• Seadegger, Max Jos. Gcscbirfate der pfiilz-bayerischon Ar- 
doTc der Wiitclsbacbor. 1. Uas Kararchiv der Pfalz kq 
ll^idclberp: nnd Mannheim. 2. Teil (Arduvaliscbe Za. 
KF. 4. S. l-ioei. - Forts, von Bd. 2. S. 288-878 (1891. 
No. 179). — I>io Zeit vor der Übcrsiedlong uach Mannheim 
USb— 173a In Mannheim etc. Siwziello Archiwcrwaltmig 



366 Albert. 

zu Mannheim etc. Art des Überganges des Korarchives n. 
der rheinischen SchriftbestSnde an Baden etc. etc. 

168. Mazzi, C. Leone Allacci e la Palatina di Heidelberg. Bch 

logna. 228 8. {S.-A. aus dem „Propugnatore", Nuova Serie, 
vol. 4,5). — Vgl. diese Zs. NF. 7, No. 163 n. 8, S. 386 
(Winkolmann). 

169. Stevenson, Enr. La raccolta palatina dei codici e libri a 

stampa ed i lavori eseguiti intorno alla medesima p. ordine 
d. sommo pontif. Leone XIÜ. 0. 0. 20 S. 4«. 

170. Kunzer, 0. Katalog der Grossh. Gj-mnasinms-Bibliothek zu 

Konstanz. Konstanz, Stadier. Till, 345 S. — Angez.: Ale- 
mannia 21, S. 300 {F(ridr.) P(faff)). 

171. Weiss, J. G. Instruktion für den Prficcptor und Organisten 

Severinas Merz in Adelsheim aus dem Jahre 1706 (Mitt. 
d. Gesellsch. f. dtsche Erz.- u. Schulgesch. III, S. 55—58)- 

172. Töpke, G. Matrikel der Universität Heidelberg von 1386 biä 

1662. 3. Bd. Heidelberg, Winter. XU, 887 S. — Vgl. diea 
Zs- NF. 8, S. 714/5 (E. Winkelmann). 

173. Dietz, E. Hermann MflUer-Strübing und die Heidelberger 

Barschenschaft (AZgB No. 271). 

174. Mayer, Herrn. Die Universität Freiburg in Baden in der 

ersten Hälfte des 19. Jahrhnnderts. I. Teil. 1806—1818. Bonn. 
Hanstein 1892. 99 S. (= 1892, No. 156). — Vgl. diese Zs. SF.8, 
S. 388 (K. Hartfelder). 

175. — Die Universität zu Freiburg i. B. in den Jahren 1818-lf&2 

(Alemannia 21, S. 17—70, 148—185 u- 209—276). — Auch alä 
Buch unter dem Titel: Geschichte d. Univ. Fr. i. B. in d?r 
ersten Hälfte d. 19. Jalirh. II. Tl. 1818-1830. Bonn. Han- 
stein. IV, 91 S. {= Alemannia 21, S. 17—70 u. 148—185). 

176. König, J. Beiträge zur Geschichte der Universität Freiburg: 

Rektorat und Prorekf orat CFreiburger DiözesA. 23. S. 61—120). 

177. — Beitrag znr Geschichte der Albertinischen Hohen Scliale 

(Freiburger BiozesA. 23, S. 349—354). 

178. Pfaff, Karl. Zur Gescliichte des Heidelberger G}Tnnasiuins. 

Verzeichnis der Abiturienten des Heidelb. GjTnnasiums m 
den Jahren 1844—1893 mit hiogr. und bibliogr. Bemerkungen 
{Beil. z. Progr. des GjTnn. Heidelberg No. 603). Heidelbent, 
Geisendörfer. 44 S. 4». 

179. Sallwürk, E. von. Das Karlsruher Mädchengymnasiow 

(Karlsruher Zg. No. 220 u. 221; Die Mädchenschule. Zs. (■ 
d. gcs. Mädchenschulwesen VI. Heft 10 u. 11). 

180. Eröffnung des ersten deutschen Mädchcngj-mnasiums in Karlsruhe 

(Bad. Landeszg. No. 220. I). 

181. Maier, Aug. Ferd. Geschichte derGrossh. bad. höheren Bürget 

schule Schwetzingen. Eine Festschrift z. Feier des 2ijjäli 
rigen Bestehens. (Beil. z. 25. Jahres-Ber.) Schwetzingel 
Pichler. 90 S. 



BKÜiebfl GeHcbiekUlittoi&tur des Jafarei läOS. 



367 



iltcr, Wilb. Friedr. Geschiebte der bOfaoren ßargerschTile 
Siusbcini. Festschrift 2. Feier des ö^filir. .lubiläumg, 
(Beil. z. W. Jalircs-Her.) Situtheiin, Becker. 57 S. 

Lttteratur* und Gelehrtengeschichte 

Ausschluss der biugraphi^chcn Artikel über PcrsoncD 
der neuesten Zeit). 
V«1, Ko. 62. U. 65. 67. 70. 76. lOS. 110. 171. 
r*i)be. L. Zu Wal&bfrid Strabos De imaglne Tetrici 

(NA. Xnn. S. fi6«5). 
rimmc. Fr. Urkundliche« zu mittclltochdeatscheii Uichtero. 

2. Abdolon (AJemannia 21, S. 11)23). — ÜanacJi Rcbön Ab- 

mIod der (irafiscliaft HciliRCaberg ao. 
kocbothüDsor. A. von. Znr RntMobnns der llanesse-UftDd' 

bcbrift (Xbuc Hcidctklbb. IJI. S. 1Ij2-180). 

luxe. Rml. K[Hi;i^tcr Kniirad Scbndcs Streithündcl mit 
Stadt Hcidclhorp. (Mitte dejs 15. Jahrli.) (Neue Heidelb- 

Jbb. HI. S. 199—223). 
lO^rand. E. CentUix letlres grcciiup.ä de Francois FUclfe. 

Paris l«t2. — S. 270/71 ein Brief des Pariser Theologen 

Wilhelm Fichet an den JVIaRuificus princcps Carolus. mar- 

cbiu Dadeuftis" (iliose Zs. XF. H. S. 111,42). 
Ifiliteiti, Ilofio. Zur fie!ebrt<'iiftesrIiioliie HeidoIlterfTä beim 

Aosganf^ des Siittelaltcr^. Wilhelmshaven . Lob<ic. ütt 8. -r. 
chaltv, AL Allircchl. von ßoostetten und Galioa Öheni 

(diese Zs. NF. 8. S. 709/10». 
iDlIvr. Nik. Über Ronrad Wimpina. Eine Quelleustudie 

(ITiPoI. Studien u. Kritiken 9. 83—124). — Wird fortges. 
lartfoldcr, K. Rrr honmnistiwhe Frcnndrsk-reis de« Dcsi- 

deriue Krüs^map in Koaiitanx (die« Zs. NF. 9, S. 1—33). 

ay. J. Zur Kritik der Annalen von ücbattorn (diese 2». 

NF. ß, S. aM;-288> 
liaff], Ftriedr.i. Zu J. P. Töthiugcr (1892, No. 175 0. 176) 

CAlemannia 21, S. !)3). 
siendorf, F. Melanchtboniana. AafzeicJmnnjten oises 

WittenlHTRer Stodcnten aas den Jahren 155H l'i9 ir»tjü (Cen- 

tnübl. f. Bibliolhck3W(>scn X. S. «3-48«). 
klDllor. Nile. MrlanrbthoDiana ans Brandrnharg a. II. udiI 

Vcneüi« (Zs. f- Kircheiigesch. XIV, S. 1.^3—142». 
artiu E. Lazarus rooSchwendi und seine Scluiften (diese 

Zs.XF.esS. 3«>-418>. 
We^fch. Friedr. ton. Ans einem Siammbarb des 17. Jahr- 

handertö (diese Ze. KF. a S. 711-714). - Mit Eintragen 

Yon l^hrfm n. SrliQlern des Darlacher Grninasiuros am 

iL J. ltiI9. 
Dreher, Tb. Der Hartertud des hl. Fidelis von einem Zeitge- 

ooasea cnuhlt (Prdbnrger DiözesA. 23. S. 35»— 363». 



368 Albert. 

199. Gothein, Eberh. Ein Neu: Nutzlich- vnd Lnstigs CoUoqvivi 

von etlichen Reichstags-Poncten (Samml. älterer ond neuere 
staatswiss. Schriften d. In- und Aaslandes No. 3). Leipzig 
Duncker u. Humblot, Einl. S. XL VII «. Ober Bürgermeistei 
Job. Heinr. von Pflnmmern (PSaumer) in Überlingen. 
Ygl. dazu diese Zs. NF. 8, S. 721/2 (A. Schulte). 

200. Amersbach, K. Aberglaube, Sage und Märchen bei Grim- 

melshattsen. II. Teil- (Beil. z. Progr. d. Gymn- Baden 
No. 598.) Baden-Baden, Kölblin. S. 33—82. 

201. Erleger, A. Wallerant Vaillant and Matthäus Merlan der 

jüngere am baden - badischen Hofe (diese Zs. NF. S, 
S. 381/2). 

202. Abraham a St. Clara (Augsb. Postzg. No.32 n. 33). 

203. Mayer, Jul. Pater Earlmann, Pfarr-Bektor zu Breisach 

und Prior zu St. Peter. Ein Lebensbild aus dem 17. Jahr- 
hundert (Freiburger DiözesA. 23, S. 329—347). 

204. Sussann, H. P, F. J. Conradas Barger. Ein Lebensbild 

ans Deutschlands schwerster Zeit (Schan-ins-Land 18, S. 1—16}. 
2(@. Obser, K. Zur Erinnerung an Wilhelm von Edelsbeim 
geb. 13. Nov. 1737, gest. 6. Dez. 1793 (Beil. za No. 336 der 
Karlsr. Zg.). — Lorenz, 0. Goethes polit. Lehrjahre. (Berlin, 
Hertz) S. 145/6. 

206. Isenbart, Hugo. Jnstus Mosers Brief an W. von Edels- 

beim über Erziehung fürs praktische Leben (1786) (Mitt. 
d. Ges. f, deutsche Erziehungs- a. Schulgesch, IH, S. 103 
bis 112). 

207. Zimmermann, P. Eine Gesandtschaft Herzog Friedrich Wil- 

helms von Brannschweig bei Napoleon (Brannschweigische 
Anzeigen No. 192 u. 193). — Betr. den bad. Geheimrat u. 
Oberhofmeister Karl Christian Freih. von Berckbeim. 
308. Gerbert, Martin, Fürstabt von St. Blasien. Zur Erinnernnft 
an den 100. Todestag desselben (Magazin f, Pädagogit 
No. 19 ff.). 

209. Drais von Sauerbronn, Karl Friedr. Freih., Grossh. Forst- 

meister und Prof. der Mechanik und das zweiachsige Znei- 
rad. Festgabe anlässl. d. Enthüllung des v. deutschen Rad- 
fahrerbund gestift. Drais-Denkmals in Karlsruhe i. B. vob 
Th. Cathiau. Karlsruhe, Macklot. 16 S. 

210. Zur lOOjährigcn Geburtstagsfeier Direktor Sterns (ß&A. Land- 

post No. 92, 96 u. 97). 

211. Pfaff, Fr. Heinrich Schreiber. Gedenkblätter zum hun- 

dertsten GeburtstagdesFreiburgerGeschichtsscbreibers(Schaii- 
ins-Land 19, S. 1—7). 

212. Dietz, E. Heidelberger Kommunisten und Atheisten der 40ei 

Jahre (AZgB. No. 259). — Vgl. dazn J. Sübemagel: Die 
geheimen polit. Verbindungen der Deutschen in der erstei 
Hälfte des 19. Jahrb. (HJb. XIV, 8. 775-813). 



BoHlicbe GeactiichtsUttcnitur des Jkhres 189S. 



S69 



Isccbtold. Jak. Uottlheil KeU«r in Hei(Iclb«rg and Berlin, 
läiB— lä». Xacb den Hriefen mitKeteilt. 1. Heidelberg. 

ehaffeljahrbiicb far lädd geleitet von Ad. Jarowb. Stntt- 
gtrt, sodd. Vcrlagsittstitiit. Vill, üü s. 

Irettner, A. Jos. Vikt, von ScLeflel im lichte seiner Be- 
arbeiter 1886—1803. Ein Flu« durcli lUc Schßflfel -I.il terato r 
(Beil. tar Aaü»b. PostK^. Ka. -12, 43 u. U). 

lArbin. Jos. l>iü bistorische üruudlage von Scbeffels „Trom- 
peter voD SttokiDgen" (Nacb dem HLozcmer Vaterland" im 
Bad. Beob. No. 71-74). 

Jos. Viki. ron Scbcffcl aaf geCUu-licbcr Fahrt (Bad. Uatei> 
baltongsbl. (BoiL z. Bad. Loodeszg.] Ko. 21). 

Wirtschafts- und Rechtsgeschichle. 

Vgl No. 44 u. Oa 

ScbSfer, Fricdr. Wlrtsebafls- und Finanzgeschichte der 
Reichsstadt Überlinf^cn am Rodenscc in den Jahren 1550 bia 
1639 nebst einem eiulciteudcn Abriss der ObcrlinKCr Ver- 
Ässnngsgeschiebte. (L'iitei-sUL-h. z. deulsrben Staats- u. KcchtÄ- 
gcich. Heft 44). Breslan, Kocbner. XU, 196 S. — Angez.: 
diese Zs. >'F. 8, S. 7äO/l (A. Schalte): i^BI- Sp. 1703 (Kfort] 
BileyMjft). 

Mnncfa. Arn. Die Erzgruben nnd Tlammerwerke im Fricktbal 
imd am Uberrhein. Ein Beitrag inr üesch der üeweib- 
thUiKkeil am Oberrheiii im Mittelalter bis tregcu d. Mitte 
dea 18. Jahrb. (Argo^-ia XXIV. S. 15—66). — Anch sep, Anrau, 
Sauprländer. 70 S. 
Tue Entstchuntf der Sehirarzwälder Uliren iudiLilric nach 6o- 
tbein (Zs. f. d. gesamte Staatwiss. XUX. S. 3fiO— a«J). 

Dergbao in Baden (Bad. Landestg. No. 219, ID. 

Die letzten staatlichen Silberbei^iwcrlic (Beil. zo No. £M2 d. 
Karlsr. Zg.). 

Landwirt«: hafl liebes Pachtwesen in Baden (Zs. f. d. gesamte 
StaaiJwiK., XLIX, ß. 3A9— 361). 

Weecb. Fr- von. Arbeitslöhne beim Schlnssbaa In Dorlacb 
(IBta-lWK) (diese Zs. NF. 8, S, 519—521). 

Der Medirinalverband der Arbeiter in Mannheim (Zs. f. d. go- 
samte ötaatswiM. XLIX, s. 147—150). 

Splre, Andr6. Uno association contre ia racndicHä a do- 
mirilo dons le grandnlnch^ de Bade (Annalos de Pteole libre 
des »ciences iwdiliqnea p. a»I— 347). 

Bmmm, Jnl. FonttgcscbichtUcbes ans dem Nellenbsrgt- 
ichen (Alematiiiia 21, :i. 70— Kl a. 277— 2fll). 

KfiDliel, (j. Zur Erklfimng der Marktprivilegien vnn Ra- 
dolfzell nnd Altensbacb (diese Za. NF. 8, ü. 373— 2tHÜ). 

Schanbo, K. Noch einmal da.H Radolfzellor Marhtprivilt^ 
(dieee Z». NF. 8, S- t£Jii-«ai). 
if.i.a«tk.<LObOTth.v.r. IX. a JM 



BW 



Albert. 



230. Fflrsteuwerlb, Ludw. I>ie VerfossnngsindcrtmgOD ü 
obenleDtsclien Rtiicbsblfidtoa zur Zeit Karls V. UOtU D 
Gottingi?n. Dietcrich (KÄstner). XrV. 105 S. — Betr. u. 
ÜberiinRen n. Pfullendorf. 

23t. Wecch. Friedr. vod. Ein Projekt zur Beform der Bdi 
justizans dem Hi. Jahrhundert (NcucHcidclbJbb. Ht, S. 17—1 

232. Uosscrt, ü. Hie Jurisdiktion des Biboliofs voa EoDt&Di 
beatigen Württemberg 1520— I52d (Wurttcnib. Vicneljil 
hefte f. Ijadesgexh. NF. n, S. S60--28t>. 



Kunstgeschichte. 

VkL No. 89. IM. 

233. Koctschan, K. Barthol Hcliam and der Meistor to 
kircb. Eine kiinstffcscbichtlidie Studie. Strsasbi 
Tl. W S. m. 10 LicUtilmcken. — Vgl. die«e Zs. KF. 8. 8 
(Fr. L. Baumann); Beil. za No. 168 a. Ko. 160 d. Karlsr. 
(A. Schulte); Kortsr. Zg. Na 172 (K. Koelitz); LCBLSp. 151 
DLZ. Sp. 1139/40 (M. Friedländer). 

SSL Carstanjcn. Friedr. Ulrich von Eoängcn. Ein Bcitnjt 
GeschJchtti der Tioiik in Dentscbland. Munclien, Arkcmi 
XIV, 137 S. m. 17 Fi«, im Text n. ISTaff. — Atmei.: 
Za. NK. 8. S. ri27/8 (A. Schalle). 

Sß6. Jahrbuch der kitn-^thistori»:hcn Sammlnngen des AUerh 

Kaiserhaus«! tirsK- unter Leitung d. Obctstkiboraenn 
Grafen z. Traut tmanstlorff-Weinsberg vom Obers 
Amte. XI. Jahrg. U. iJd. Wien, Trag o. Leipzig, 
392 u. CCLXU S. m. 41 TaGT. a. 174 lUustr. i\ ~ Be«^ 
bung der Portrüte von Eatltarina, Gem. Marken'. KiHi 
& 123, No. 118; Karls I. No. 119 o. Sibylle, Gem. Marl; 
rhiüpps. S. 173. No. 213 B. 

236. Rehcr, Fr. vou. Die Bildiii^ise der herzt^ltch bajrerisdi 

Knnstkflramcr nach dem Fickler 'sehen Inventar von 1698 iSÜ 
Ber. d. Miinck Akad. phili>ä., philo), u. hisL Klasse HeA 
S. 2— öö). — EnÜiftli auch eine grössere Zalil von pfürisdi 
und badischea Ftiräicnhilduissen. 

237. QötK, H. Die badischc Abteilung auf der MOncheuer Karu 

geWerbeausstellung 1888 (Kunalgcwcrliphl NT. TV. S. 47). 
S36. Koclitü, K. Die Festgaben mm Begicniufitsjubiläam de^ l.ira 
henoi?« von Uade« (Kuustgewerbehl. NF. 4. S. 89— £^^ 

239. Trenkle, Fr. Pas:sion!^ki-euzc im Brcisgau ($chau-iu'»^i 

19, S. 41—16). 

240. Lciner, L. Lachmann, Th. Wagner. E. Maj-s.A. Bi 

maoD. K. Mnaeogmphie «her das Jahr lü£i2. IJaden (V 
3Ü1, Sp. 879-381). 



BadiBcfa« QescbiehiaUnentur des Jahres 1S03. 



371 



r6ibarg. Braun, Edm. Ein neu entdeckte Donkmal Frei- 
burger Kans! (Freibnrger Zr. Ko. 2^1). 
■^ Kampf, Fr. Miiria mit dem Scbutzmantül. ein Skalptar- 
werk am Frciburgtr Munster (Scliau-iu'a-ljuid 18. S. 2^1—28). 

- KMicnberg, H. Der I-'reibtirRer Goldscbmiede Merkzeichen 
tScbao-inVLand lö, S. 46-51). 

- Sehkefer, K. Werlnnebiter der Stadt and des MDn^ters xa 
FreiburK aas der ßenaissanc« (Alemannia 21. s. 291— 2'^L). 

- — Cbrisiiaii ^Vl>□2il)ger nnd die Zeit des Kococu iu FrcibuiK 
(S<'han-iß's-Und U». S, 34—36). 

- tKe{t|>ler, P.] Einblick in die mittelalterlicbe Geniälde- 
aammluDg des t Domdekans v. Hirseber in Kreiburg (Rollen- 
burger Archiv f. chriätJ. Kunst Xo. 1). 

- J>er ncoe Karlsaltar der erzbischöflichen Konviktskirclie in 
Freibnrg ( Freiburger KKBI. 37, s. .Mft-MT). 

eidelberg. Zangemeister. K. Zflriflicr Silberschale mit 
Amicht von Heidelberg 4M(HleidelbSchloss. IIJ, S. 127». 

- Maye. A. StSdtiäche Ku)i»l- und AllertOmersamialang auf 
dem SchlTOfl (WZ. xn. Sp. 3P1). 

arlsruhe. Wagner, E. Gros.<h. Sammlungen fQr Aliertam&- 
uud Völkerkunde (WZ. SU. 9|j. 3^)). 

- Eyth, FI. Hesclireibong einiger Bililer der Karlsruher Ge- 
mfildcgaierie. M. 3 Bildtaff. Ein Versuch, Sohiiler in das 
VenitJUidiiis von (lemiUden einzufabrea. 0. 0. S. 29— ti6. 

-Pahsi. A. Das Karlsrulier Fficherwerk (Kanstgen-erhebl. 
NT. IV. S. 10). 
onslanz. Leiner, L. RiMtfarten-Museuni (WZ. Xn, Sp. .'iTft). 

- Weech. Fr. v. Das Haupt des lil. Kourad im MUneterschaize 
ro KoMtawt (Freiburgcr DiöaesA. 23, S. 4S-60). 

«cnxkirch. Baumauu, Fr. L. Eiu Vertrag Ober die Erstel- 
lung eines Fltlgetallars in Lcn/.kireh 1478 (dicBC Zs. XF. 8, 
K- 129 91)). 
_ an nhcim. ItaumaDn, K. Vereinigte Sammlungen des 
B^toMsh. Antiqnarinms und dcti Alierlums -Vereins (WZ. XÜ, 
^>. 381). 
forzfaeim. KQcklic, R. Die FachaDsstellang für Rijouterie 
t*. i ' ■ . - KniisigewerWvereins. Text u. Illustrationen. 
(K . 1.1. NF. IV, S. 193—3(1). 

Bclehcnao. bcrger. Sam. I>a tradition de l'An Grec dans 
lea tniinuscrits latins des Erangiles (Extr. des Mfm. de la 
Sodtt. des Äntiyuaircs de France, tom. LH). Paris. — Über 
die Abhüngigkeit der Wandgemillde von St. Georg auf Rei- 
dieaaa-Uberzcll tod Itreanz. 
Sasbarh. Reiurried, K. Das nite Gottesackerkreuz xu Sas- 

baeb (xm 1M2) (Acher- n. Bobler-Boic No. 125). 
Obertiogcn. Lachmann. Th. Kulturhistorisches and Natn- 
ndienkabinei fWZ. XII. Sp. 37«,«»). 

24« 



372 Albert. 

261. VilliageD. Schmitt, Frz. J. Die MOnsterkirche zv Villingea 

(diese Zs. NF. 8, S. 703—706). 

262. Weisweil. Bnssann, H. Bas Schild zum Erbprinzen is 

Weisweil (Scfaau-inVLand 16, S. 45—17). 

263. Zwingenberg a. N. Leatz, Ladw. Die mittelalteriicbea 

Wandgeioaide im Grossherzogtam Baden, Bd. I: Die Wand- 
gemälde in der Bargkapelle Z. Hrsg. Ton Ad. von Oecfaet 
h&nser. Darmstadt, Bergsträsser. 32 8., 35 T^., 1 Ob«^ 
sichtstat 

264- Kilian, Eng. Beiträge zur (reschichte des Karlsruher Hof- 
theaters anter Eduard Devrient Statistik d. Repertoires 
nebst einem Auszug aas E. Devrients bandst^. ÄoEzeicb- 
nangen. Karlsmhe, Brann. VI, 162 8. — Angez.: AZgä 
No. 148. 

265. (Karlsraher) Theater-EriDnemngen (Beil. zu No. 123—126 n. US 

d. Karlsr. Zg.). 

266. Joseph Stranss und die Blütezeit der Earlsmher Oper. Zu> 

100. üebortstag eines balbyerscbollenen Musikers (Bad. Ijuide»- 
bote No. 77. I). 

267. Kilian, E. Die Königsdramen Shakespeares auf der Karlsraher 

Bahne. Mit besonderer Ber&cksichtigang der EUaricbtnngn 
von Heinrich V. und Heinrich VI. (Jahrb. d. dtschen. Shakes- 
peare-Gesellsch. XXVm, S. 111—156). 
26a Das Karlsruher Schauspiel 1892—93 (Eartsr. Zg. No. 175, IK 
n. Beil. zu No. 177 u. 178). 

Kulturgeschichte. 

Vgl No. 84, 114, 126, 200, 227, 260. 

269. Weiss, J. G. Die Reichsritterscbaft beim Ende des alten Reichs 

(diese Zs. NF. 8, S. 289-311). 

270. Sarrazin, Jos. Zigeuner am Oberrhein (Schau-ins-Land 18, 

S. 16). 

271. M., E. Afenlbnrg. Eine Dorfgeschichte ans dem mittlem Wiesen- 

thale (Schaa-ins-Land 18, S. 29—44). 

272. Schnlte vom Brühl, Walth- Hohengeroldseck. Bad. 

Volkserzählung. Lahr, Schaaenburg. 270 S. 
273- Aarelias Sagenkreis. Die schönsten Geschichten, Sagen imd 
Märchen von Baden-Baden und dem Schwarzwalde. 2. \em- 
Aufl. Baden-Baden, Wild. VH, 224 8. 

274. Heilig, 0. Ortsneckereien in der Bruchsaler Gegend (Ale- 

mannia 21, S. 201). 

275. Eckart, Theod. Bilder and Sagen aus dem Neckarthal. Heidel- 

berg, Hoeming. 88 S. 

276. Heilig, 0. Gassenlieder aas Pülfringen im badischen Hinter- 

land (Alemannia 21, S. 202/3). 

277. — Ortsneckereien im Tanbergrnnd (Alemannia 21^ S. 2012)* 




Badiscb« GeKhtchtalittecatur dea fahret 1603. 



373 



Biographisches. 

Armbraster. Adolf Sixttu, Geh. ilofrat, Mitglied de« gros^. 

Oltenchulrata lik-il. zu No. 351 der Karlsr. Zg), Kekr. 
ItnmgarcoB, Heniiauii» 1^1—72 T^i-lirtT der Geschieht« a. d. 

lechnittoben Uocbsclmle zu Karlsnilie <dies« Zs. ^ 8, 

& W2-515 Ton W. Wiegand; AZgB. No. 271. 273. 275 u- 

276 von E. Marcks). 
ßorstnann, Paul, Maler (Biul- Landeszg. No. 249. XII}. Kekr- 
raan, Kcntiuaud, [^lin>r <l. pIiy^ikalisvhcQ lostitats an der 

tecbnisclieii nodisfhulc 7ti Karl.^rnlic ^Festgabe des Poly- 

t«cbail(iuQ5 (1Ö92. No. &1), S. 26112)- 
iQrr, Fricdrirb, Prof- ani Gymnasium zu Kai-lrulic (Südwest- 
deutsche Scholblttiter 8. L55-157). Nckr. von J. Keller. 
)yck erhoff, Karl PbiL. ßaural (KarUr. Z«. Ko. 6C). Nekr. 
delsbeim-Gj'Qlai. Ix«ji. Wilh. Freih- von, ftstcrrcicb. Ge- 

aeral der Kavallerie. Kinc Choraktcr^tadic. Leipzig, \S'ignnd. 

8» S. 
- Von H. Ganz iFnnkfarier Zg. Xo. 87, i. Morgenbl.); Karlsr. 

Zg. Ko. 88; Bad. Laudcszg. No. 75. I; Bad. Landesbote 

Ko. 77. U; AUk. MiUtär-Zg. Ö8. 3. 188 Nekr. 
tcbrodi, Julias, Direktor am MäRRcrzacbthaas zu Bruchsal 

(BeiL za No. 3iO der KarUrabcr Zg.h. Nekr. 
Üseo, Ferditiaod. Stadtpfarrer za Überllugcu (Freibarger 

KKHi. 37, S. 4Ä;-4(iO). Netr. 
:ile&rieder, Marie (llad. FortbUduagaftCbol« VI (1391/2). 

3. 33— Sß von L. Hcrnow). 
Essenwcin, Ang. Ottmar von <5ttz^Ber. d. MOuch. Ak- d. 

WiueiLscb. S. 247 von C. A, Cornelius). 
eodrich, Job. Karl, HaupUebrcr a. d- Mosikscbulen des 

Kreises Villiiigen (Keil, zu Na 204 der Karlsr. Zg.; Bad. 

UndCMg. No. Ifil. 11). Nekr. 
Friedrich. Karl. Prof. au Kealgymnasinm zu Katlsrube iSttd- 

westdcntÄchc Scholbl. S. 157-159). Nekr. von J. Keller. 
^firatenberg, Kail Egon lU. Fttret zu. Kin Inunorteltea- 

kimnz auf seinen Sarg {SVGBaar VllI, S. 1-44 von C. F. Gut- 

nuuUL — Auch ^p. Tübingen, Laapp. 44 S.). 

EnaneniDg an Se- Uurrhl. den hOdistatl. FQnteu Karl 

f^oB III. Von Tb. Martin. Karisrnfae. Badenia. 183. [^18»2. 

Nt».238). 
iervinas. Frau Professor, geb. Scbelver aus Heidelberg (AZg. 

No. i:t8 Uorgeubl.). Nekr. 
Gessler, Friedrich ans I<abr, Dicbu>r (Bad. ForlbilduQgsschnle 

VI (1«H2), S. 113—116 von K. Scbott). 
Oillig, Autoo, gcisü. Bat und Pfarrer zu Krolzlngeo (Fret- 

borgt-rKKni. 37. S- TO3-0te). Nekr. 
Grafihof, Franz, Lehrer f. Mascbincnwesen a. d. lecIuuACIieQ 

Uochtchsle la Karlsruhe (AZgB. No. 252). Nekr. 



374 



Albert. 



296. Hardeuberg, Aoffoste Fr«ifraii von (OUtter d. bad. Fttaeaver. 
XVII, S. I3i~188). Nekr. 

390. Hanfelder, Karl. Prof. am Ujrninasiain zo Heidelberg ( 

Laadeszg. No. 140. II; Beil. za "So. 166 der Karlsr. Zg. vöq 
J. Hänssner: diese '/.s. NF. 8, S. 538— 6-11 von G. Knod),- 
Ansprache zur Erinnerung an d- t Prot D. Dr. K- EI. von 
äaniacl Brandt (Beil. z. Progr. d. (rjmn. Hoidelberf. 
(So Wi). 4 S. 40); Zs. f. Klrchcngcacb. 14, & 492 Toa 
H. naupl). Nticr. 

300. Haseer, üiutav, crzbisch- goisU. Rat and Dotnpr&bendor ( 
borgerKKBU 37. S. 137-140; 163- lai u. 109-173). Kcfcr. 

301- Heffner, Andreas. Kammcrcr und Pferror zn Winxenbofen 
(das. 87, y. 633;4). Nekr. 

302. Hertx. Heinrich. I.ehrcr d. ]tbysikal. liislilnUa. d. techmsclm 

Hocbschalc zn KarUrnbc (Festgabe des Poljrtccbuikmiu 
(1892, No. 51), S. 2fi2/8). 

303. Hettüledi, I.aise, geb. Boil ausManohelm, ScIiaospielerintAZg. 

No. a;i Abcndbt). N'ckr. 
8W. H;öchstet ter, Williflm. Prof. atn Lebrerseininar U jro Karls- 
nihe (Beil za Xo ."^Ift der Karlsr. Zg.). Nekr. 

305. Hofniann, Monsig. Job. Thcod- Christ., Pfarrer zn McmslMd 

(FreiburgerKKBl. 37, S. 377-379). 

306. Hornätcin, Ilcnnann Frclh. von, Politiker (Bad. Ijtniteit- 

No. 244. I; Freie Stimme No. 123>. Nekr. 
907. — Robert von. Tondic-Iiicr (AZg. No- 3-17 Abeudbl.). Nekr. 
306. Jnng. Abb6 Ludwig. erzbisMih. geMl. Rat (FrciburgcrKKBl ST, 

S. 345-350). Nekr. 
909. Kaltenbach, Rudolf, aus Froihurg i. ßr., Direktor dcrPraUfn* 

tclinik a. d. Univonitöt Halle (Karlsr. 7.g. Xn. S2&). Nek-r- 
310. Kaufmann, Franj; Alexander, fOrstl- LöweDsteiu-WertbeiiiK 

Rosen bergiscber Arcbivrat (Bad. Booli- No- 105; Köln. Zg. 

No. 3tiM n. .Ann. d. bi»t. Vcr. f. d. Niederrhein M, S. 189 bis 

m von H. nftffer; Gcgenw- 44, S. lüm-171 von L. Frtlnktl; 

Mag. f. Pädagogik No m). Nekr. 

311- Kiefer, Londolin, Uomkapitular (FrciborgcrKKBl. 37, S. 301 

bis 2U9 u. 217-220)- Nekr- 

312- Koch. Ka^spar, geisiJ. Bat, Stadtpfarrcr zn Mannheim (das. ^, 

8. 473— 47H>. Nekr- Traocrrede von Fr. Wintcrroih. Mann- 
heim. Oremm u. Loren/.. 
313. Lang, Heinrich. Oberbaurat and Prof. (Karlsr. Zg. No. ai&, 347^.1 

Nekr. 
3U. Laoter, Wilhelm, Uberbörgemieister Ton Karli^mfac (Karlsr. 

Nachr. 1892, No. 4S, I. 4fi}. Nekr. 
Slb- Lebmann, Otto, Lehrer d. ph>*sika]. Institut« a< d- tecbnisch 

Bochsclinlc zu Karlsruhe (Festgalw des Polytcdimkiura (ISXl, 

No. 61), 8. 2&i/ö). 
S1& Lotbeissen, Kdaard, Ober- ond Korpuuditear d XVi, Arme^ 

korps (Beil. zu No. 342 der Karlsr. Zg.). Xelcr. 






BaäJKhe OescliicbtslilUratar des Jahres 1893. 375 

J- Lttbfce, Wilhelm, liChror der Kunslgcschicbte a- d- technischen 

HocfascboJe zuKarlBruhe (Bad. Laade^g. No. S3. 111; Karlsr. 

Zg. No. SM; diese Zs. NF. 8, S. 53t>/7 von Fr. Fr Leitschuh; 

AZgB. No. IW von K. Lemcke). Xckr. 
'Ve-NAicr, Andreas, i>rofessor (Bad Undesxg- 1891 , No. sa 1> 

Nekr. 
311 Mftler, Jakob Friedrich, I^hrcr d. phj-sikal. lu-stihiM a. d. 

techmscheu UocbscbaJe 211 Karlsruhe (Fes^abe des Potytech- 

nikwns (1682, No. öl). S. 214—216). 
Maurer, Felix, geh- Obertinaozrat (KAflsr- Zg. No- 207]. Kohr. 
Moier. Edoaixl. geh. Hofrat (Bad. Laadeug. No.201. U). Kehr. 
Hoach. Matthans KorncliuB von. ein schwäbiacher Pft- 

diigoge (aus Thengen) (KathoU SchuUg- No. &— 11). 
Ohry. P., ein badiscber Jesuito (Konstoiizer Nachr. No. 28 

0.29). 
Schilling von Canastatt, Kail Leopold Frcih-, Oberst (Bad. 

Undc&zg. No. ^3. II; Karlsr. Zg. No- 830.». Nclir- 
Schwarz, Melchior, Pfarrer zu Wcnkhelm (FreibnrKcrKKßl. 37, 

S. 049,50). Nckr. 
Sohncke. Leonliard, t^hrcr des (thysikal. Institatä a. d. tech- 

ulichen Hochschule zu Karlsruhe (Festgabe des Poljtechni- 

kuuis nHQli, No- 51). 8. 2.'>9-2l!l). 
7. Siotzingcn. Kodeiicb Kreih- von (Had. Kcob. No. 72). 
[II& Wiedemann, Gustiiv. Lehrer d. physiluil. Institnti o. d. tcch- 

oiachon llochsehule zu Karlsrulic (Fcslgabo des Polytccli- 

wkmiia (18<(2, No. 5t), S. am—2£td). 
BiBmermatiu, Beinhard Sehastiao, üenrcnuder (AZg. No. 820, 

Abendbl. u. 34U Morgeubl. von Fr. Pecbt; Karlsr. Zg. 

Xo. aiö). Nokr. 

Recensionen Ober frDher erschienene Schriften. 

Bei«. Zur Oe^bicht« dei Koustaii/er Konzils (1691, No. Sl) 

Pr«uss. Jfthrbb. 72, S. 152-15»; MitL a. d. biet. Litt. 21 

S. 136—141 (Schmitz); Thcol. Litt.-Zg. 19, S, 49; DLZ. U 

S 613 (Baclmumo); Zs. f. Kircbeo-Gedch. 13. S. 449 (Selbst 

anz.). 
Brandi. Die Rcichcnnuer Urkundenfälschnngen (1890, No. 141) 

MirKJ. 14, S. (W3— 1;70 (A. 1>opm;1i>. 
Evaofi. Thu ätory of Kaspar Häuser (1892. No. 00): DLZ. 

Sp. 461/'2. 
Stt, Fester. RegestOQ der Marhgmien von Baden und Uachborg 

OPaa, No. 29): DLZ: Sp. iM3-24S (K- Sutter). 
3^ Gothe in- WirtschaAagoschicbto des Schwarzwaldcs (1892, 

No. Ifiö): Mitt. aua d. bist. Litt. 21, S. 31-27 (K. Koehne); 

Gott. gel. Ma- No. 14 (F- Kleuifcn). 
lansjakob. Der schwane Berthold (18ni, No. 117): HistZs. 

7a s. u>3/4 (J. K. Dtotorich). 



376 



Albert. 



336- HasHjakub. unsere Volkslractiteo (1893, Xo. 22»): Kvlir. 
Zff. 1892.- No. 130. 

337. Heyck- Geschichte der Herzoge von Zaiiriogea UWl, No. Ü»: 

Milt- a. d- bist. Litt- XXI, 8. 804-308 (W. Marteiis): MIOO. 
14. U> 661—668 {B. vou Ottentlial); Bev. bist- XV1IL p- 
gge— 403 (H. Mossmann); Oötl. ;Kct. Anz- S- 137-143 |B. 
TtiorBiiiun). 

338. — erkunden, Siegel und Wappen der Herzoge voii Zflbrioecn 

(IKta. No. 26): Slilt- a- d. bist- l.itt. XXr, S. afU-Ä« )W. 

Marteos); HIÖG. 14, H. 661—663 {K- von OttoiitbRl); GW. 

gel. Anz. S.- aiO-aW (P. Kcbr). 
399. Knies. Karl Friedrirbs von Ilndpii bripflichcr Vcrktlir mk 

Mirftlieaa und Du Pont (lyÄJ. >'o. 43^: AXffR. No. 2(i uiM Ü 

{K (Jotheln); PLZ. Sp. 729;3n (Gu*t Cobn) ; Zs- f. VoUb- 

wirtsch., SojL-PoliL n. Verw. IT. No. 4 (v. Inamft-Sternofgt 
fUO- Kraus, Darm o. Wagner. Die Kuustdenkmüler des (fro«t- 

ben-oglams IWli-n. 3. Bd. (IMe, No. 197): KBWZ. XIl. 

Sp. 31/2 (II. Kcllcter). 
341- Maya u. Cbrisl. Kiiiwobnerverz. der Stadt Ileiilflt>erii \. i 

158f> (1802, No. 97): dii«« Zs. NF. 8. S. 152 (K. H8nf«]<fcr). 
itö. Neamann. Die Volksdirbte im Grossberzof^tunt Baden {iBBt, 

No. 189); LCBl. S. 974. 
&43. Kingliolz. Ucr selige Marki^rar Bernhard von Radon (\äA 

No. aO): IteiL zu No. 212 der Karlsr. Zp. ISG; Rad. Bcofc. 

1802, No. löii. It: Augsb. Postzg. 1802. Beil. No. M: Deiü- 

■eher RcicKianz. 1893. No. 17. Beil. I; Neue Prcuss. iKrtfiu-l 

Zff. 1892. No. 42i:>. Beil. III; Anz. f. d. katb. Gvisttickktit 

l»eutscbl. 1892. No. 18; (Salzli.) Kath. Kirrbouzü. 1892, No.?5; 

Nidwaldner Volksbl. 1893, No. 2<); Stimmen aas Mona-Uacb 

1893. S. 120 f.; Litt. Rund«bau 1892. No. 8 u. 1893. No. 1; 

Hi-^E.-poIit. Bl. 110 (1892). S. 931 £; HJb. XJH <1892K Ü. *T; 

Analocta Bottandiana XII. p. 3at>; Alemannia XXI, S. 3>4L 

(E. licvck); FreiburKerDiözesA. 23. a 3«9. 
314. Rupport. Die Cbroiiiken der SUdt Konstanz (IBBD. No. SBU 

lettl, Xo. 109): Mitt. aus d. bist. Litt. 21. S 74 (W. Mait«U) 
346. Schulte. Markirraf Ludwig Wilbolm von Baden und der ßeicbfi 

krieg gegen Frankrcicb (1802, No. Sß); yodwestdeuiirlia 

SchnlblÄttcr 10, S. 86-98 (J. Uinssncr); HJb. XIV, S. 11 

bis 118 (J. Uirn). 
346. Specht. Kirchcngcsebicbllicho Darstellung der Gemeinde Ün^ 

terOnishcim (1892, No. 143): Alemannia 21, 8. 95 (E. Hevcky 
847. Sussann. Jakob Otter (1892. No. 32): Bad. Londescg. No. -39, C 

diese Za. NF. 8, S. 146/7 (K. Hartfelder). 

348. Tburbccko. Statuten und Geformaiionen der Unirenirit Hti 

delberg (1891, No. 187): Hist. Zs. 70. S 52^33 (E. Heyck). 

349. Winkelmann. I>er BoDizng Kiiprecbts tdd der P&üz (160! 

No. 25h J^BL Sp. 782 (P. Jl); diese Zs. M>'. 8, 8. 140r- 
(A. Schulte). 



Badische Oeicbicbutittenlur det Jahree 1B03. 



377 



pgemetster. I)ie Wa|)peii, Hplinzi«rden und ätandarten 
der gnwwn Heidelberger Liederhfliidschrift (10*2. No. 199): 
KBWZ. Xn, Sp. 33. 



Seklon. 



IbJbb. 



Terzelchnls der Abkarzungen. 

AaaeigM f&r tchveixarischfl Qwcbicble. 

AIlgeineiiu> Zelumg. Beilage. 

IVr deutsche lleroltL 

DiiuvtADAicIuT voit Schwabeo. 

IlcDtschc LttUraturzeiiung. 

Preibitrger DiOzesanarcbiT. 

Freitiurgfr kutbolischeä Kirchenblatl. 

HlstorUfho Jahrliadt (der UArreagMellachaft). 

Komspondvazblatt der Wertdeutscbea ZeiUchcift. 

Litterariacbes Centralblatt 

Milt«ilun.i^D der UadischcQ bUtorii«bcD Kommiuion. 

Mitteitungea zur OMcluchte den Heidelberger Scblostes. 

MitteiJungeu des Instituts f. österreichiscbc GeachicbU- 

fbnchimg- 
Meum AjvhiT der Gescllscbaft fUr ältere deuuefae Oe- 

tfhirhuliaude 
Staes Archiv für dio Qeacbichtc der titadt Ueidelbeig. 
Nene Heidelberfcr JahrbOcher. 
Ijcbhftcn des Vereins fflr üeaehicble Diid Naturge- 

BCbichie der Haar. 
Weatdeutscbe Zeiisdirift. 
Blau, BlAtur. 
OeacUchte. 
OeseUscbaft. 
M«ue Folge. 
Zehuiig. 
2ettscbrifu 



Entgegnungen. 



Der Itedaktiousaasscbutfs sieht &icb veranlasst, dem Abdnick 
Einsendung des Herrn Professors Dr. Jl^jtitlingk einige Bemerk' 
soranszuwiiickcn. Bei der Kntscheidnng über die seitens der 
daktion dem HfdakLiousaasscbitsse vöUi;^ unbeinigcstellto Aufi 
des AnrsaLzcü des Uerrn Ärcbivrats I>r. Obser „Bonapaite. Uei 
and der Kiutnltcr Oesandtcnmord" in diese Zeitscbrift wurde 
einigen MiUtliedem de« KedAktionttOBKhasscs die Mild 
Tones einiffcr Stollen seiner Polemik fewOoscbt, ein Wuuscli. 
Herr Obscr bezQglieh der Mehrzahl der beansUuideten Su>IIcn t 
üpraeb. Wir vei-kenncn nicht, dass die Polemik Ubser's eine 
«rar. "Wenn aber aas der Schärfe der Polemik Herr liöbllingk 
pfinor in Cberdmck versendeten Entgegnung vom 28. Fcbroar i 
'lic HerccbtiKung herleiten will, die Ubscr'srlte Abluitidlung «]» .«i 
Schniätisclirift, die unter wissenschafUioher FIhkeb auf den 
gebracht wird", zn bezeichnen, so stase gegen diesen, dar 
otatthaften Ausdruck entschieden Verwahrung eingelegt 
£tocr „SchmOtischriH" wftrde der Redaktinnsaasscboäs dio A 
in die Zeitschrift verweigert haben. 

Nachdem inzwischen der Entaegnunir nöhtlingk's eine Ant 
Obser's und eine nbernialige Krwid<^rnng FKhtlingk's anj!»orluilb 
Rahmens unserer Zeitschrift gefolgt sind, Qbersendet n 
wa£ er gleich von Anfang an liAtie Ihun sollen — Herr 
Bfihtlingk der Redaktion die narbstchendc Erklitnmg mit der BM 
um Aufnahme in die Zeil«chrifl. welcher wir stattgeben m »H 
glanbeu, indem wir gleichzeitig Herrn Archivrat Ubscr auch mk 
einmal zn einer Bmidemag das Wort erteilen. 

J)er ItedaktUmsaussthuat. 



ßonaparte, Debry und der Rastadter Gesandtenmon 

unter diesem Titel hat der Karlsruher Archivrat Dr. Karl Ol» 
im ersten Hefte des laufenden Jahrpangs ilieser Zeitschrift, S. « 
einen Artikel veröfTeotlicht, in welchem er nicht nur meine 
xflgliche Hypotliesc bckSmpft^ sondern mir beznglich meiner Po 
ongsweise Vorlialtnngen macht, welche Keiner, der auf sein wist« 
scbaftlicbes Ansehen bedacht ist, auf sich bernlien lassen kano. 
mass mir an dieser Stelle verstattet sein, wenigstens die geraile 
chrenrflhrigcn Besrhaldignngen karr zurdclauweisen. Ich wer 
mich dabei anf das Allemotwendigstc beschrSnkcn. 

II. Dhücr wirft mir S. Mt n. a. vor, eine Depesche Tall 
raiids vom 10. April 17d9 an die ^nznsischen GeMindien in Rasta 



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entstellt wiedergegetien nnd mit eigCBeu Zutbateo 
neben zu haben". 

Ich hcbo hier nnr eines bcrror."* drnckt H. Obser S. 69. ^B.(flht- 
k> weist «of die Onli-e TaIlo\Tan'i'8 vom 10. April bin (dlo B, 
entstellt wiedergegeben uml mit eigenen Zatbatcn ver 
M hat), velrhe die Gesandten, trotz ihrer Üedenkca auweist, in 
ftu ansznhftiTen josqa'ä la dcroiere exti-^niil^, und erblickt darin 
^scbcinlich (sie!) ein zwiscbca TallejTand nnd Dcbry abge- 
rt«tes Si'iel. Gegenflber dieser teeren Vermutung (die:, wie man 
ht. U. Obs«r mir auterle^t and die also nicht die meine ist, 
idem die seine') »ei daran erinnert, dass Tallcyrand, vas Böbl- 
gb verwhweigt (doch wohl absichtliirh!) diese Weisung aus* 
lieh (sie!) damit beRrOtidet. dass Frankreich dem Kaisei das 

einseitig den Kongrcss aur^alOsen, nicht anerkennen dQrfc." 
ras gKbe es bei diesen wenigen Zeiten nirbt Alles tu erinnernd 
wir bei der Enlslellung der Urkiuide. Wie verhält es 
[dunit? 

inkrinfnlertc Stelle in meiner angezogenen Schrift lautet 
11: „Der Kongress war nach A.breiso dos Kaiücrlichen Pleni- 
nicht mehr tieschluss^iig. Trotzdem blieben die fran- 
tien GMandten bannftckig in Rastatt. Den Befehl dazu or» 
BM von Tallcyrand. In einer Note vom 10. April wie« er 
aisnltarrcn. and wenn sie allein zunlrkblt-ibcn sollicn! 
^ BelfiiliRung, die ihnen durch die Österreicher angethan werden 
Hto, wärde uuf dic>u} zuracliifa1len; es sei an der Zeit, den Dcspo- 
BS tiea dstcrrcirbischnn Monarchen nnd die Kncchtong des 
ISclien Beicties auf jede erdenkliche Weis« an den Tag zu legen, 
dl wlederturie es," so heissi es wörtlich am Schlüsse der Depesche, 
'* - inBA^tatt bis Ihr durch die milU&risehc Gewalt ana- 
"^-tD werdet." 

B^i^ser verwcifit wegen des wahren und riehtia:en Inhalts be- 
H|ni«b« Wortlantcs der bczflglichcn Urkunden anf die 
Bttitahe derselben bei II. Haffer in dessen: „Diplomatischen 
modlungcn aas der Revolutionszeit. " Band III, 30» steht bei 
Ufcr nt lesen: ^Wfirc a auf sie allein (die französischen Gesandten) 
f^onmen. sie baiu>u schwerlich so lange (iu Kastatt) verweilt. 
hon am ü. April setzten sie Tallcyrand das Misslichc ihror I.Af!0 
ieioaoder: Rastatt komme wahrscheinlich in feindliche Gewalt; 
i>'ienianden. nicht einmal auf (den ihnen am meisten willfährigen 
ünier Genndten) Albini, dttrfUn sie sich rcriassen. Sie bitton 
id um neue .Zuweisungen. Aber der Minister antwortet gleich 
durch den Ttiießrftphen, und zwei Tage sp&ler (also am 
ilurcb eine aosfohrliche Dcpesohe. sie sollten bleiben- 
Bicb erkenne dem Kniser nicht das Hecht zn, den Kongrcss 
Deputation einsciliß ouf/uhebcu. Kdrae es zu Beleid ifinngen, 
Moncbrn und Regensbnrg. so falle die Schande auf den Üe- 
jrorQrk- „Ich wiederhole." schliesst er, „halten Sie bis znm 
In Rastalt ans, ood verUsson Sie es nur nnter einen 




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Böhtliagk. Obier. 



Protest." Die letzteu Zeilen dnickt Utiffer in einer Anmerkung li 
französischen Urtext. 

Hoffer gieM. wie wir sehon, bis auf einen kurzen Satz, nar 
angeblichen ScblosssaCz der Drlcnnde im Wortlaut, ver daher, 
Weisung des H. Obser fo